und de» Beilagen: .»Atrrarischrr Anzeiger-, „Karr-rvirtschastliche Keilnge" und „Illustriertes Ssmrtagsblatt-.
JVi 243
Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessische Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Rettungsstellen rn Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21. — Der Bezugspreis beträgt durch die Poft 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
Marburg
Donnerstag, 15. Oktober 1908.
Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C.Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
43. Jahrg«
Die Lage im Orient.
!' Ans Bulgarien.
Sofia, 13. Okt. Agence Bulgare teilt mit: Die im Auslande verbreitete Meldung, Bulgarien bereite ein Ultimatum an die Türkei vor, indem dieser für den Fall, daß sie binnen drei Tagen die Unabhängigkeit Bulgariens nicht anerkenne, mit der Kriegserklärung gedroht werden soll, ist vollkommen unbegründet. Bulgarien wünscht keinen Krieg mit der Türkei und war stets ein Gegner eines solchen Krieges. Im Gegenteil, man ist hier überzeugt, daß eins Entente mit der Türkei möglich und durch die gegenseitigen Interessen der beiden Staaten geboten ist. Die Einberufung dreier neuer Reservistenjahrgänge hat ihren Grund in der Entlassung der früher einberufenen Jahrgänge. Die Einberufung erfolgtegemäß dem bisherigen Brauche, nach dem in jedem Jahre die Reservisten zu den Wasfenübungen einzurücken haben. Bis zur Stunde ist kein einziger Soldat an die Grenze geschickt worden.
Kreta und die Schutzmächte.
Konstantinopel, 13. Okt. Der Minister des Auswärtigen sagte in einem von der Zeitung „La Turquie" veröffentlichtem Interview: Die Botschafter der Schutzmächte Kretas hätten ihm erklärt, dass die Mächte den Anschluß Kretas an Griechenland nicht gestatteten. Die meisten türkischen Blätter enthalten nur die Mitteilung, daß von Seiten Rußlands eine solche Erklärung erfolgt sei.
Zur Annexion von Bosnien.
Wien, 13. Okt. Das „Wiener Fremden- tlatt" schreibt: In dem Bericht über ein Gespräch, das der Botschafter Graf Khevenhüller mit einem Redakteur des „Sitzcle" hatte, wurde dem Botschafter eine Aeußerung in den Mund gelegt, nach der man der Pforte außer der Räumung des Sandschaks noch andere Kompesatio- nen breten könnte, wie Modifikationen der Kapitulationen, Aufhebung der fremden Postämter usw. Es ist aller Grund vorhanden, die Richtigkeit oieser Meldung zu bezweifeln. Wie das „Fremdenblatt" von maßgebender Stelle erfährt, hat sich die Regierung mit diesen Fragen bisher weder beschäftigt, noch denkt sie daran, mit derartigen Vorschlägen hervorzutreten.
Die Stimmung in der Türkei.
Konstantinopel, 13. Okt. Die heutigen türkischen Blätter heben mit großer Befriedigung die türkenfreundliche Haltung aller Mächte hervor. „Jeni Eazetta" weist besonders auf die Haltung Deutschlands hin. Das Organ des jungtürkischen Komitees „Schur Aummet" sagt, die Türkei könne die Oeffnung der Meerengen niemals gestatten, weil dann die russische Flotte eine beständige Gefahr für das Otto- manentum bilden würde.
Ueber eine Massenkundgebung gegen Oesterreich-Ungarn und Bulgarien meldet der Frankfurter Korrespondent an seine Blätter:
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Getrennte Welten.
Roman von Claeissa Lohde.
(Fortsetzung.)
Dietrich schritt schon unruhig im Zimmer auf und ab. Sein Antlitz war vom raschen Gehen gerötet, ein unruhiges Feuer flackerte in seinen Augen. Auf dem Schreibtisch lag ein eben erbrochener Brief.
„Hast Du unangenehme Nachrichten erhalten?" fragte Editha, auf den Brief deutend.
„Durchaus nicht. Im Gegenteil, wenn Du es nicht als eine Unannehmlichkeit auffaßt, daß Asta und Alten sich mit den Kindern zum Ende der Woche bei uns ansagen."
„Willst Du nicht speisen?" wandte sich Editha nach einer Pause zu ihm, als er in seinem Wandern noch immer nicht innehalten wollte.
Wie aus ferner Gedankenwelt erst in die Wirklichkeit zurückgerufen, wandte er sich mit Veit geöffneten Augen ihr zu.
„Danke, ich habe schon gespeist," sagte er dann kurz.
Sie sah ihn befremdet an. Es war seit sie hier waren, das erste Mal, daß er außer dem Hause gespeist hatte. Die Hotels waren auch im Ganzen nicht gerade einladend für einen so verwöhnten Mann wie Dietrich.
„Du hast gespeist, wo denn?"
„Gleichviel! Verlangst Du etwa Rechenschaft oon mir, wenn ich Appetit bekomme und mir irgendwo etwas geben lasse, den Hunger zu stillen?"
„Gewiß nicht; aber ich bin erstaunt, weil ta selbst sagtest, die Küchen der Hotels hier
Konstantinopel, 18. Okt. Der Riesenhof der Ahmed Moschee, von der man einen wundervollen Blick auf die Propontis hat, konnte die Tausende von Menschen, welche soeben dem geschickt organisierten Meeting beiwohnten, nicht fassen. Bis auf den Hippodromplatz, zum Obelisken des Theodosius staut sich eine dichtgedrängte Menge. Alle Gesellschaftsklassen und eine Anzahl türkischer Frauen sind vertreten. Montenegrinische, serbische und griechische Deputationen rücken mit ihren Trikoloren unter tosendem Beifall an. Auf ihren Fahnen sind weithin sichtbare Inschriften wie: „Es lebe das Recht der Türkei" zu lesen. Eine griechische Jungfrau sprengt Weihwasser über die Versammlung. Ein frenetischer Beifallsturm bricht aus, als eine englische Fahne die breiten Marmorstufen der Moschee emporgetragen wird. Ein älterer Hodscha hält eine flammende Rede gegen Oesterreich-Ungarn und Bulgarien. Die Zuhörer scheinen vollständig elektrisiert. Es herrscht sichtliche Kriegsstimmung. Diese Versammlung ist eine Warnung für diejenigen, welche die Dinge rosig ansehen, und ein deutlichem Zeichen dafür, daß bei den nunmehrigen Entschließungen der Regierung auch die Straße ein gewichtiges Wort mitzureden verlangt. Das Meeting in der Ahmed Moschee dauert noch fort.
Die Boqkottbewegumg der Türken gegen österreichische Waren hat den österreichischen Vertreter veranlaßt beim Eroßwesir vorzusprechen, doch behauptete dieser nicht einschreiten zu können. Mehrere Triester Lloyddampfer mußten gestern und heute ohne Ladung in See gehen. Wie der Frankfurter Zeitung weiter gemeldet wird, wurde gegen eine Anzahl Reisender, die die Dampfer benutzen wollten, mit Drohungen vorgegangen. Das Kriegsministerium sistierte die Verhandlungen mit einem ungarischen, seit Jahren hierher liefernden Pferdehändler wegen Abschlusses eines Kontraktes auf die Lieferung von viertausend Pferden und leitete Verhandlungen mit einem russischen Lieferanten ein.
Au» Belgrad.
Wien, 13. Okt. Die „Südslawische Korrespondenz" meldet aus Belgrad, daß die jüngsten Vorgänge zu einer ernsten Entfremdung zwischen König Peter und dem Kronprinzen Georg geführt haben. Der König soll durch die Ereignisse der letzten Tage wie gebrochen sein. Es sei aber unzutreffend, daß er freiwillig auf die Krone verzichten wolle. Es spiele sich im Konak ein stummes Drama ab, der Kampf zwischen Vater und Sohn um die Krone. —
Aus Montenegro.
Eettinje, 13. Okt. Die Skupschtina nahm einstimmig ein Vertrauensvotum für die Regierung an, in dem sie dieser volle Bewegungsfreiheit für die Verteidigung der Ehre Montenegros und die Interessen der serbischen Sache läßt.
Zur Konferenzfrage.
Paris, 13. Okt. Bezüglich der Verhandlungen über eine internationale Konferenz will
wären zu schlecht, um wo anders als im Hause speisen zu mögen."
„Ausnahmen sind nicht die Regel. Ja, ich habe auswärts gespeist, weil ich einen Bekannten _ttus Berlin getroffen habe."
„Du hättest ihn mitbringen sollen. Du weißt ja, Deine Freunde sind mir immer willkommen."
Ein eigenes Lächeln flog über sein Gesicht. Ein Lächeln, das sie sich nicht erklären konnte.
„Nichts Passendes für Dich," sagte er leichthin. „Ein Weltkind, wie Du es nicht liebst."
Sie fragte nicht weiter, sondern bat ihn, sich an ihre Seite zu setzen, da sie noch nichts ge- nossen habe. Vielleicht nähme er ihr zu Liebe eine Tasse Tee.
Er tat nach ihrem Willen. Sein Auge ruhte unaufhörlich auf ihr in heimlichem Forschen; aber das, was sie erwartete, ein Herzenserguß, der, so oft er gekommen war, stets etwas Unerfreuliches für sie gebracht hatte, blieb noch immer aus.
„Meinst Du, begann Editha jetzt, ,Haß wir, wenn Altens hier sind, die geplante Partie nach Linderhof ausführen? Asta bat mich darum. Obwohl sie schon dort gewesen war, möchte sie doch gern noch einmal hinsahren, weniger um des Schlosses, als um seiner herrlichen Umgegend willen."
„Gewiß, ich bin ganz dafür, wenn," er hielt einen Augenblick inne, „es mir auch fatal ist, und deshalb sahst Du mich auch vorhin ein wenig verstimmt über die Besuchsanmeldung Altens, daß ich nicht dabei sein kann."
Sie blickte überrascht zu ihm auf. Ueber ihr zarte» Gesicht flog es wie eine innere Angst, ein
der „Petit Parifien" wissen, daß die Frage der Meerenge-Durchfahrt nicht ausgeschaltet werden dürfte. England würde in diesem Punkt ein Opfer bringen, aber es handele sich nicht bloß um eine grundsätzliche Zulassung der Erörterung dieser Angelegenheit, man müsse sich auch darüber einigen, ob Rußland allein des Rechtes der Meerenge-Durchfahrt teilhaftig werden, oder ob man nicht zwei verschiedene Regeln betreffend die Meerenge-Durchfahrt für Friedensund Kriegszeiten aufstellen solle. — Von andrer Seite wird behauptet, daß die Meerenge-Durchfahrt der Prüfung der Mächte nicht unterbreitet werden solle, sondern Gegenstand besonderer Verhandlungen zwischen der Türkei und Rußland bilden dürfte.
Alarmierende Rachrichten.
Saloniki, 12. Okt. Für morgen oder übermorgen werden zwanzig Batterien Feldgeschütze von Konstantinopel hier erwartet. Der Eroßwesir hat die Behörden benachrichtigt, die Anbringung des königlich bulgarischen Wappens an den bulgarischen Handelsagenturen in Salo- nik, Monastir und Uesküb nicht zu gestatten.
Konstantinopel, 12. Okt. Entgegen anderen Meldungen erklärt die Zeitung „Sa- bah", es sei offiziell sestgestellt worden, daß die militärischen Vorbereitungen Bulgariens zunehmen. Auf türkischer Seite erfolgten dagegen keine außerordentlichen militärischen Maßnahmen und keine Truppenbewegungen. Nach Adrianopel seien zwecks Neubewafsnungen 118 Waggons Schnellfeuergeschütze und Munition abgegangen; damit seien die dorthin bestimmten Transporte beendigt. Nach Saloniki wurden, wie das Blatt ferner meldet, 114 Waggons abgesandt; die Transporte dorthin find damit noch nicht beendigt.
— Kein Aufstieg des Kaiser» im Zeppelin- Ballon. Die Meldung, Professor Hergesell habe auf der meteorologischen Versammlung in Hamburg mitgeteilt, der Kaiser wolle Mitte Oktober Friedrichshafen besuchen, um dem Aufstiege des Grafen Zeppelin beizuwohnen und selbst eine Auffahrt unternehmen, wird von dem Gelehrten selbst als unwahr bezeichnet. Weder habe er auf dem Hamburger Meteorologen-Kongreß eine solche Mitteilung gemacht, noch habe er überhaupt dort von den Zeppelinschen Luftschiffen gesprochen.
— König Eduards Reise nach Berlin. Londoner Blätter kündigen an, daß der Besuch de» englischen Königspaares in Berlin wahrscheinlich am 22. Februar nächsten Jahres erfolgen werde. Das Königspaar wird neun Tage von England abwesend sein..
— Personalverönderung. Eeneralleut- nantJacobi, General ä. la suite 6t. Majestät des Kaisers und Königs, bisher Militärbevollmächtigter in St. Petersburg hat die Geschäfte als Präses der General-Ordenskommis- fion am gestrigen Tage übernommen. Der frü-
Ahnen, daß es mit dem stillen Frieden hier zu Ende sei.
„Wie, Du kannst nicht dabei sein?" fragte fie stockend.
„Ich sagte Dir schon, jener Bekannte — es ist eine Verabredung von langer Hand — Fürst Löben, Du erinnerst Dich seiner?"
Er wurde ein wenig rot, als Edithas Augen sich groß und forschend auf ihn richteten.
„Er besitzt im Salzburgischen," fuhr er hastig fort, „ein Schloß mit prächtigem Gestüt, Rassepferden. Auch er will sich in Baden-Baden an dem Rennen mit einigen seiner Rennpferde beteiligen. Schon in München sagte er mir, daß er hier durchkommen und mich mitnehmen wollte. Du begreifst, Latz das von grotzer Wichtigkeit für mich ist."
Er hatte immer schneller gesprochen, ohne fie anzusehen.
„Kein Wort davon ist wahr," dachte Editha, die ihn viel besser kannte, als er in seinem leichten Sinn ahnte.
„Und der Fürst ist hier?" fragte sie langsam, jedes Wort betonend. „Mit ihm hast Du diesen Abend gespeist?"
„Mit wem sonst?" entgegnete er ärgerlich über das Verhör. „Ich sagte es ja schon."
„Und wann willst Du fort?"
„Morgen in der Frühe. Der Fürst ist ein passionierter Bergsteiger. Er schlug mir vor, über den Fernpaß nach Imst zu gehen. Du weitzt, das war schon lange mein Wunsch."
„Willst Du ee Alten schreiben?" fragte fie anscheinend gelassen, während ihr Herz in heftigen Schlägen pochte.
Here Präses der Eeneral-Ordenskommisfion, Prinz zu Salm-Hostmar, General bet Kavallerie und Eeneraladjutant Sr. Majestät des Kaisers und Königs, hat seinen Wohnsitz in Potsdam genommen. Anläßlich seiner Amtsniederlegung wurde der Prinz ä la suite de» Earde-Kürasster-Regiments gestellt und zum Domherrn von Naumburg ernannt.
— Reue Herrenhausmitglieder. Der Fürst Friedrich zu Wied ist als Nachfolger seines verstorbenen Vaters für die Grafschaft Wied in das Herrenhaus berufen worden. Desgleichen der Fürst Dodo zu Inn- und Knyphausen an Stelle seines verstorbenen Vaters, des Fürsten Eduard, früheren Präsidenten des Herrenhauses.
— Landtagswahlen in Oldenburg und Anhalt. Oldenburg, 13. Ott. Heute fanden im ganzen Grotzherzogtum die Wahlen zum Landtage statt, und zwar das letzte Mal vor der Ein- führung des allgemeinen Wahlrechts. Es wurden 44 Abgeordnete gewählt gegen 40 im Jahre 1905. Die Führer der Liberalen, Reichstagsabgeordneter Ahlhorn und Bürgermeister Koch- Delmenhorst, wurden wiedergewählt. Im übrigen wahrten die Liberalen und die Sozialdemokraten den Besitzstand. Unter den Gewählten befinden sich auch der ehemalige Reichstagsabgeordnete Julius Müller-Nutzborn und der Gutsbesitzer v. Levetzow-Sielbock. — Dessau, 13. Okt. Bei den Wahlen zum anhaltischen Landtage wurden gewählt: 11 Nationalliberale, 6 Freisinnige und 1 Sozialdemokrat, sowie 6 Abgeordnete von unbestimmter Parteistellung.
— Zur Revision der Berner Urheberrechts» konvention. Berlin, 13. Okt. Die „Nordd. Allg. Ztg." zählt die Vertreter von 35 Staaten bei der morgen hier zusammentretenden internationalen Konferenz zur Revision der Berner Urheberrechtskonvention auf und fährt dann fort: Der Konfernz stehen bedeutsame Aufgaben bevor. Sie wird sich vor allem damit zu beschäftigen haben, den der Verner Uebereinkunft zugrunde liegenden Gedanken, daß dem Urheber, der einem der Lerbandsländer angehört, in allen anderen Verbandsländern der gleiche Schutz wie dem inländischen Urheber zu gewähren sei, weiter zu entwickeln. Von einzelnen Programm- Punkten seien hervorgehoben: Die Unabhängigkeit des Urheber-Rechtsschutzes von allen Formvorschriften im Ursprungsland, Gleichstellung des Schutzes gegen Ueberfetzung mit dem Schutze de» Originalwerkes, Erweiterung des Schutzes von Photographien, Zeitungsartikeln, architektonischen, choreographischen und pantomimi- schen Werken, sowie von Werken der angewandten Kunst. Auch steht die wichtige Frage des Schutzes von musikalischen Werken gegen Wiedergabe durch mechanische Musikinstrumente auf der Tagesordnung. Indem wir die fremden Konferenzteilnehmer hiermit willkommen heißen. sprechen wir den Wunsch aus, daß sie in der gemeinsamen Arbeit mit den deutschen Delegierten das Gebäude internationaler Solidarität, das durch die Berner Konvention errichtet ist,' im Interesse geistiger Arbeit so vieler Na- tionen immer wohnlicher ausbauen mögen.
— Die neuen Maschinengewehrkompagnien. Seit dem 1. Oktober d. I. sind innerhalb der einzelnen Armeekorps die neuen Maschinenge-
„Wenn Du es wünschest! Doch Du weißt ja. Alten spielt gern den Cicerone, und wird gewiß zufrieden iein, Asta und Dich während meiner Abwesenheit hier chaperonieren zu können."
,Nun, Du mußt ja am besten wissen, wie Dn mit Deinem Schwager stehst," sagte sie, sich erhebend. ,, „ ,
„Wie, Du willst doch nicht schon zur Ruhe gehen bei diesem schönen Abend? Sonst pflegtest Du doch noch ein Stündchen mit mir auf dem Balkon zu plaudern?"
„Heute entschuldige mich. Ich bin noch müde von gestern, und da ich morgen, wenn Du sehr früh aufstehst, wahrscheinlich noch schlafen werde, sage ich Dir gleich heute Lebewohl."
Er sah fie ein wenig mißtrauisch an.
„Du fragst ja gar nicht, wann ich wieder- komme?" _ .
„In der Tat, ich vergaß. Willst Du lange bleiben?" r ,
„Ich denke, acht Tage. Halte Altens so lange hier Sie dürfen nickt fort, bis ich zurück bin."
„Ich werde mein Möglichstes versuchen." Sie reichte ihm die Hand, die eiskalt war. Er tat, als merke er es nicht, innerlich aber fühlte er sich doch beunruhigt. Er war nicht sicher, ob sie ihm so ganz geglaubt hatte. Wenn sie ihn beargwöhnte, ihm etwa gar nach dem Fernplatz folgte?
„Torheit," schalt er sich dann aber, „Editha ist viel zu stolz, viel zu vornehm zum Spionieren. Sie glaubte mir heute nicht, das ist sicher, und wird mir, wenn ich zurückkehre, eine Zett lang ihr gewohntes, kaltes, trauriges Gesicht zeigen, doch das wird auch alles sein. * J
(Fortsetzung foW,)