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I St. Majestät baustragt, mit größtem Nachdruck I gegen die Supposttion zu protestieren, daß die I letzten Vorfälle auf dem Balkan auf eine En- I tente Deutschlands mit Oesterreich-Ungarn oder | einer anderen Macht basieren. Dieselben erfolg- I len, ohne die Ansicht Deutschlands einzuholen." I — „Jkdam" sagt, die von dem Kaiser aus- I gehende Erklärung bedeutet die Beachtung der I bestehenden Verträge und einen Akt der Gerechtigkeit gegenüber dem türkischen Reiche. Sie wird zweifellos mit Gefühlen warmen Dankes seitens des türkischen Volkes ausgenommen werden. „Sabah" bemerkt, die Erklärung ist ein Beweis der Freundschaft, den man von einer so friedensliebenden und hoch zivilisierten Regierung, wie die deutsche, erwarten konnte. Für uns ist sie ein ganz besonders wertvoller Beweis der Freundschaft, für den wir herzlich danken. „Ueni Gazetta" sagt, nachdem sie von einer bis-
i herigen falschen Auffassung gesprochen hatte: Die von dem deutschen Botschafter dem Eroßwestr gegebene mündliche Erklärung habe diese Auffassung berichtigt und bewiesen, daß Deutschland seine Zustimmung nicht gegeben habe zu einem Vorgehen, das die Rechte der Türkei und die Verträge verletzt habe. Diese Erklärung, welche mit Rücksicht auf die zwischen Deutschland und der Türkei bestehenden Beziehungen erwartet werden mutzte, zeigt, datz die deutsche Regierung an den jüngsten Vorgängen unbeteiligt war. — „Servet" sagt, es sei «in Akt, der die schönen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei zu kräftigen geeignet sei.
Aus Konstantinopel wird ferner vom 10. Oktober gemeldet: Die Deutsche Bank gewährte heute der türkischen Regierung einen Vorschutz von zweihunderttausend türkischen Pfund auf Grund sicherer Unterlagen.
Aus Bulgarien über Deutschlands Haltung j liegt folgende Meldung vor:
Berlin, 10. Oft. Verschiedene Nachrichten über schroffes und herausforderndes Verhalten der Bulgaren, deren Richtigkeit einstweilen dahingestellt bleiben kann, haben die deutsche Regierung veranlatzt, in Sofia die Warnung aussprechen zu lassen, die ohnehin schon so überaus schwierige Lage nicht noch durch Herausforderung der Türkei zu verschärfen. Die gleiche Mahnung zur Ruhe und zum Matzhalten ist, wie schon gemeldet, auch nach Belgrad gerichtet worden. Mit beiden Schritten folgt die deutsche I Regierung nur der festgelegten Richtschnur, nach Kräften im Interesse des Friedens tätig zu fein. Da auch andere Regierungen sich sowohl in Bel- I örad wie in Sofia im gleichen Sinne ausgespro- I chen haben dürften, so ist wohl zu Höffen, datz I diese Stimmen nicht ungehört verhallen werden. |
Der Graf ließ sich nicht lange bitten. Er erzählte. datz Dietrich unten in der Orchesterloge die Randolf aus Berlin bemerkt habe, die, ob m<t oder ohne sein Wissen, ihm nachgekom'men sei. Natürlich habe er nichts von dem gehört, was sie zusammen gesprochen hätten, glaube aber, datz eine Verabredung für Partenkirchen getroffen sei.
„Aber das ist ja unerhört; das darf nicht sein," rief Asta erregt. „Wenn Edith« davon Kenntnis erhält, fürchte ich das Schlimmste."
„Das habe ich Dietrich auch vorgehalten" faste der Graf, „aber er blieb dabei, datz Edith« nrchts erfahren werde, dafür werde er schon sorgen. Und auherdem wäre es ihm unmöglich, in der einsamen Villa oben, wie Editha es wünschte, still zu fitzen. Das ginge gegen seine Natur' Wenn er auf seinen Ausflügen zufällig Fräulein Randolf begegne, so könne doch der prüdeste Mensch nichts dagegen haben. Und datz er Fräulein Randolf hoch verehre und zu den Bewunderern ihrer Kunst zähle, sei ja übrigens ein öffentliches Geheimnis, das zu verbergen er gar Vicht für nötig halte. Honnv soit qui mal y pense.“
„Dietrich ist völlig verblendet, völlig vor den Kopf geschlagen. Er kennt Editha nicht oder gibt sich nicht di« Mühe, st« kennen zu lernen," sagte Asta nun heftig. „Auch ich glaubte anfangs, ihrer sanften, ergebenen Miene nach, ste gehöre S«den Frauen, die alle» über stch ruhig ergehen lassen. Seit ich aber, während meines Aufenthaltes in Berlin, ihr nähergetreten bin, wurde V) eine« anderen belehrt." \
Die Lage auf dem Balkan.
Oesterreich und Serbien.
Paris, 9. Oft. Der österreichisch-ungarische Botschafter hat einem Vertreter des „Temps" erklärt, Oesterreich könne die durch nichts gerechtfertigte Einberufung der Reserven in Serbien
Getrennte Welten.
Roman von Clarissa Lohde.
(Fortsetzung.)
„Glaube mir, Editha," versicherte ste, und diese konnte ihr nicht unrecht geben, „der gute Papa wäre der letzte gewesen, der uns etwas verargt hätte. Der Lebende hat Recht, pflegte er immer zu sagen. Latzt die Toten ruhen und genießet, was sich Euch bietet, so lange Euch noch vergönnt ist, im Lichte zu wandeln."
Es war ein französisches Lustspiel, das zur Aufführung kam. Wie gewöhnlich bildete di« Umgehung ehelicher Treue das lustig variierte Thema, das allgemeine Lachlust erregte. Asta amüsierte stch köstlich und hoffte, auch Editha werde von ihren düsteren Gedanken abgelentt werden, wenn sie eine Sache, die sie so schwer nahm, leicht behandelt und zum Gegenstand übermütiger Scherze gemacht sah. Doch das Gegenteil trat ein. Selbst bei den lustigsten, übermütigsten Szenen, wo ein explosives Lachen den großen Raum erschütterte, satz Editha still und, wie es Asta schien, immer bleicher werdend, da; der wehmütige Zug um ihre Lippen machte stch immer deutlicher bemerkbar.
„Amüsierst Du Dich nicht?" fragte sie endlich, als der Vorhang niedergegangen war.
„Du fragst noch?" war die mit einer wie im Schmerz vibrierenden Stimme gegebene Antwort.. „Was hier mit lachendem Munde be- fröttelt wird, bedeutet für mich den Tod aller Hoffnungen auf Glück und Frieden."
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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den KeUageur .M-rarifchrr Ameigrr", „zarrdwirtschastttche Keilaffe- und „Illustriertes SormtagsKLstt".
Und nun berichtete sie dem Gemahl ihr heute mit Editha geführtes Gespräch.
„Das klingt allerdings sehr ernst." sagte der Graf. „Doch vom Sprechen zum Handeln ist noch ein gewaltiger Schritt. Ob sie den Mut | dazu findet?"
„Sie findet ihn, glaube mir. Dietrich mutz gewarnt werden."
„Ich habe das Meinige schon getan. Willst Du noch einmal Dein Glück bei ihm versuchen, Asta?" '
„Nein, nein,“ wehrte sie, „das wird besser unter Euch Männern abgemacht. Ich autorisiere Dich, Dietrich alles zu sagen, was ich Dir eben mitgeteilt habe."
„Ich hege keine Hoffnungen mehr, datz meine Vorstellungen bei ihm noch eine Wirkung haben werden, besonders jetzt, da die schöne Randolf ihr Szepter über ihn schwingt. Und schön ist ste; beim Jupiter, ein Weib zum anbeihen!"
„Ich bitte mir aus, Odo," Asta erhob stch zu ihrer ganzen Höhe, der imponierenden Höhe der Rothenfels, datz Du nicht wie Dietrich in die Fesseln dieser Kirke fällst. Du weißt, ich bin nicht Editha und stelle an meinen Mann nicht Anforderungen wie ste, aber in einem Punkte bin ich doch unerbittlich. Einen öffentlichen Skandal provoziere ich, da wäre ich unnachsichtig."
Graf Alten zog zärtlich der Zürnenden Hand an die Lippen.
„Hältst Du mich wirklich für so geschmacklos «in öffentliches Aergernis zu geben?"
l^ortketzuna folgt! 2
I nur als eine Herausforderung Serbiens ansehen. I Der österreichische Gesandte habe darüber iw I Belgrad Erklärungen gefordert. Oesterreich- Ungarn wünsche fest den Frieden, aber man
I dürfe feine Geduld nicht auf eine zu harte Probe I stellen.
I Wien, 11. Oft. Blättermeldungen au« Belgrad zufolge, sprachen sich die serbischen De-
I pufferten in geheimer Beratung mit 63 gegen I 66 Stimmen gegen den Krieg aus.
I Belgrad, 11. Oft. Nach einer amtlichen I Mitteilung sprach der Kronprinz gelegentlich einer gestrigen Kundgebung vor seinem Palais I den Manifestanten für die Huldigung seinen I Dank aus, wobei er erklärt: „Er hoffe, datz Ihr, I wenn es notwendig fein wird, gleich mir für den I König und das Vaterland sterben werdet." Von derselben Quelle wird erklärt, datz die Nachricht von einer allgemeinen Mobilisierung der serbi- scheu Armee auf eine irrige Auffassung der Ver- ordnung vom 23./9. a. St. zurückzuführen sei. butch di« das erste Aufgebot der Reserve einberufen wurde. Weitere Reserven werden nicht einberufen, und der Umstand, daß in Serbien gegenwärtig nur 40 000 Mann unter den Fahnen stehen, beweist, datz Serbien nicht mobil macht.
I Belgrad, 10. Oft. Wie verlautet, gaben die Führer der politischen Parteien der Regierung die Erklärung ab, datz sie von parteipolitischen Differenzen im gegenwärtigen Augenblick Abstand nehmen und die Entscheidungen der Regierung einmütig zu unterstützen bereit seien.
Zar Ferdinand ist erstaunt.
Paris, 11. Oft. Fürst Ferdinand von Bulgarien Lutzerte einem Spezialberichterstatter des „Temps" fein Erstaunen, daß die englische Presse über die Unabhängigkeitserklärung Vul- garrens so aufgebracht sei. Die Sache wäre ganz einfach und unvermeidlich gewesen und man müßte stch über den Lärm wundern, den sie hervorgerufen. Wo blieben denn die Ueberlie- ferungen des Elasgowschen Liberalismus. Hat Bulgarien nicht feit 22 Jahren die Hoffnungen des lieberalen Europas verwirklicht? Was die Türkei betrifft, so erinnere ich daran, datz ich dem Sultan gesagt habe, er möge auch für Bulgarien ein wohlwollender Vater fein, es wird pe dafür belohnen. Meine Beziehungen waren bis jetzt von Treue erfüllt, sie werden nunmehr von aufrichtiger Freundschaft gekennzeichnet fein, meine Hoffnung geht sogar noch weiter. Zum Schluß sprach Fürst Ferdinand von Bulgaffen seine Freude übet die ihm aus Frankreich von zahlreichen Privatperfönen zugekommenen Sympathiekundgebungen, sowie über die Haltung der französischen Regierung aus.
Montenegros Schmerz
Berlin, 10. Oft. Die Prager Zeitung „Narodni Listy" erhält aus Cetinje die Nachricht von einem Manifest des Fürsten von Montenegro, das den Schmerz über die Annexion Bosniens ausdrückt. „Die fchwarzgebe Farbe", heißt es darin, „wird die Herzen der Montenegrinern von den Brüdern in den annektierten Ländern nicht abwenden. Der Hader zwischen den slawischen Völkern wird bald verschwinden."
Die JnsertionSgebübr beträgt für die 7gespaltene Zelle
oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig? - .o , u»d Verlag: Ich. «ug. Koch, Universitätsbuchdruckerei «. Jayrg, Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
m | zeitig Oesterreich-Ungarn die Bundestreue zu
X>DHI I wahren. Was das Vorgehen Bulgariens anbe-
Noch immer scheint es, als ob di« Einverleib- I f° wir diesem Lande gegenüber zu «ng Bosniens und der Herzegowina besonders I verpflichtet, und es kann auf eine Unter« Serbien und Montenegro zum Kampfe gegen das 'Atzung unsererseits durchaus nicht rechnen. Ge- Donaureich hinreißen wollte, da in den serbischen Senüber Behauptungen, daß wir uns zu sehr für Staaten ein grotzserbffches Reich einschließlich den Habsburger ins Zeug legten, möchten wir der Okkupationsgebiete das politische Ideal ist. | bo$ betonen, datz er stch als ein zuverlässiger Man scheut sich aber hoffentlich vor einem Was- | Freund in vielen Fragen, erwiesen hat, und daß fengange mit dem großen Nachbarn; man kennt bie von uns jetzt geübte Politik der politischen zur Genüge durch eigene trübe Erfahrungen die I Anständigkeit nicht nur «ine Ehrensache ist, son- Ueberlegenheit des glücklicheren bulgarischen I betu stch auch im Laufe der Jahre bezahlt ma- Nebenbuhlers. In der Türkei selbst wird man wird.
sich hoffentlich, wenn auch unwillig, darein fin- I Auch für die Auslassungen des englischen den, datz der Verlust an die habsburgische Mon- Ministers des Auswärtigen, Str Edward Grey, archie und die Loslösung Bulgarien früher oder | bet vor allem gegen die Verletzung des Ber- spöter doch hätte kommen müssen. Ebenso ist es "ner Vertrages wendet, haben wir volles Ver- tnit der Vereinigung Kretas mit Griechenland. | ständnis und können sie nur billigen. Wir wer- Bei ruhiger Ueberlegung wird in der Türkei die I bcn de» Herrn gegebenenfalls beim Worte neh- Einsicht Oberhand gewinnen, daß es sich ledig» I men und erwarten, daß er auch in bezug auf die lich um den Verlust wertloser Besttztitel handelt, I Befolgung der Algecirasakte durch den ftanzöfi- die einer materiellen Unterlage entbehrten. Da- I Freund derselben Meinung ist. Die eben» gegen bedeutet die Räumung des Sandschak von I faUs aufgetauchte Vermutung, daß angesichts Novibazar durch die österreichischen Truppen, I Balkanwirren unser« Diplomatie unsere ma- daß man in Wien sich mit der endgültigen Besitz- I rott«Nischen Interessen aus dem Auge verlieren nähme der Okkupationsgebiete begnügt und eine I könnte, ist natürlich gegenstandslos. Sie dürften klare feste Grenze gegen das türkische Machtge- vielleicht gerade jetzt eine besondere Förderung biet erstrebt, innerhalb dessen der Osmane jetzt I finden.
selbst Herr im Hause sein soll. So wird auch die I '
Ausführung der bisher geltend gemachten öfter- | ,y . , , , ,
reichlichen Bahnprojekte nach Saloniki den Tür- I DLUlstMllllv Uttö DlC Lügt tUt ÜTtCttt. ken selbst überlassen bleiben. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: „Ein Ber-
Bemerkenswert bet den neuesten Ereignissen inet Blatt hat die Vermutung ausgesprochen ist bte völlige Überrumpelung der englischen der Kaiser habe bereits während der Kaiser- Dtplomatie, von der man bisher annahm, datz manöver in Elsaß-Lothringen durch den öfter- ihr em solches Mißgeschick nicht widerfahren reichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdi- konne. Zuerst hallten auch die führenden eng« „and Kenntnis von den Plänen der öfter« U.schen Zeitungen von Heller Entrüstung über reichisch-ungarischen Regierung hinsichtlich Vos- btefe Selbftanbtgfett der bisher stets zuruckhal- I niens und der Herzegowina erhalten. Von an- tenden osterretchtschen Politik wider, man sprach derer Seite ist behauptet worden daß die ge- von einem gemeinsamen Schachzug der oster- plante Annexion Bosniens schon ' im Mai dem reichischen mit der deutschen Diplomatie und rief deutschen Kaiser in Wien mitgeteilt worden fei «ach einer neuen Balkankonferenz. Daß man «s Wir find zu der Erklärung ermächtigt datz diese auch nicht unterließ, in der Türkei gegen das Behauptungen vollkommen unwahr find " mit Oesterreich angeblich unter einer Decke Dazu schreibt die „Köln. Ztg.": „Die Note i steckenden Deutschland zu Hetzen und sich und der „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt unsere Mit- Frankreich als die wahren Freunde des türkischen teilung, daß Deutschland keineswegs von den Volkes hinzustellen, ist selbstverständlich. In- I Schritten Oesterreich-Ungarns unterrichtet war zwischen hat England jedoch in der Konferenz- ] sie wird daher vielleicht in Oesterreich-Ungarn frage ein böses Haar gefunden: man tmut Rutz- i einigen Verdruß erregen. Nichtsdestoweniger land mcht und furchtet, daß es auf der Konferenz war es nötig, das unzweideutig festzustellen
eine ihm günstige Losung der Dardanellen- weil durch die verschiedenen anders lautenden
frage finden konnte. Deshab ist man von der Nachrichten ganz falsche und irreführende An-
Forderung nach einer Balkankonferenz abge« sichten verbreitet worden waren, die Deutschland
kommen und will zunächst das Ergebnis des Be- in ein schiefes Licht brachten. Der an stch schon
suches des russischen Ministers des Aeußeren, verworrenen Lage wird durch Beseitigung von
Iswolsky, abwarten. Frankreich ist durch die I Unklarheiten und falschen Auffassungen nur ein I hoppelte Rücksichtnahme auf den englischen Dienst geleistet, und es wird nach Richtigstellung
Freund und den russischen Verbündeten in einet der Tatsachen Deutschland leichter werden, eine
üblen Lage und erhofft ebenfalls das beste van Tätigkeit zu entwickeln, wie sie im Interesse des
diesem Besuche. Sollte die Konferenz zustande Friedens und aller an den Balkanwirren mehr
kommen, so würde Deutschland unter der Vor- I oder minder beteiligten Volker liegt aussetzung beitreten, daß sie als ein Mittel an- Die Konstantinopeler Blätter veröffentlichen gesehen wird, um die Türkei zu befestigen. Wir eine Erklärung, welche der deutsche wurden uns bemühen, in gleicher Weise der tür- Botschafter, Freiherr Marschall v. Sieber« "'chen Freundschaft gerecht zu werden und gleich- stein dem Eroßwestr machte: „Ich bin namens
..Das geht zu weit," meinte Asta kopfschüttelnd. „Lerne doch das Leben etwas leichter nehmen. So kannst Du ja keine Freude daran haben."
„Ich konnte wohl, doch find meine Freuden anderer Art."
„Man kann doch nicht immer klassische Dramen sehen. Das wird mit der Zeit langweilig."
„Für mich nicht."
Alten und Dietrich, di« den Zwifchenaft benutzt hatten, stch im Foyer zu ergehen, kehrten in hie Loge zurück und machten dem Gespräch der beiden Damen ein Ende. Dietrichs Gesicht sah sehr erregt aus. Graf Alten dagegen hatte seine undurchdringliche Diplomatenmiene aufgesetzt. Astas Blick streifte ihn prüfend. Sie kannte ihren Gemahl zu gut, um nicht zu wissen, datz irgend etwas passiert fein müsse, was ihn unangenehm berührt habe. Zu Fragen ober war keine Zeit, da der Vorhang wieder aufging. Editha atmete erst wieder freier auf, als das Stück zu Ende war und sie das Theater verlassen konnte. Asta schlug vor, im Caf6 Luitpold zu Nacht zu speisen; aber niemand war recht dazu gestimmt, selbst Dietrich nicht, obwohl er sich sehr aufgeräumt und von besonderer Aufmerksamkeit gegen seine Frau zeigte.
Daheim mit ihrem Gemahl allein, unterwarf Asta ihn sogleich einem scharfen Verhör.
„Ich bitte Dich, sage mir alles, Odo. Dietrich sollte sich ein wenig in Acht nehmen. Editha jst in einer Stimmung, die für ihn hchenflich wefr den kann." .
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