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Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessische 3* 6ti allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in ain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21.

Serbien legt offiziell Protest ein.

Wien, 9. Okt. Der hiesige serbische Ge­sandte erhielt von seiner Regierung den Auf­trag, im Ministerium des Aeußern gegen die Angliederung Boniens und der Herzegowina an die österreichisch-ungarische Monarchie Verwah­rung einzulegen. Die Verwahrung wurde nicht entgegengenommen, da man der serbischen Re­gierung nicht das Recht zuerkennt, auf diploma­tischem Wege zu dieser Frage Stellung zu nehmen.

Die offiziöseSamo Prava" schreibt: Rach- I dem die Regierung in ihrer Protestnote gegen die Annektion Bosniens den Standpunkt ein­nimmt, daß Serbien stch auch mit einer bloßen Entschädigung für die Tatsache der Annektion abfinden würde, betrachtet man in diplomati­schen Kreisen die Möglichkeit einer kriegerischen Aktion vorläufig für beseitigt. Der Umstand, daß dieSamo Prava", die gleichzeitig das Blatt der Altradikalen ist, die Protestnote ab­fällig beurteilt, beweist, daß das Vorgehen der Regierung in den Kreisen der stärksten Partei mißbilligt wird. Dadurch erscheint die Stellung des Kabinette- erschüttert; doch dürfte die Ent­scheidung erst nach dem Zusammentritt der Skupschtina erfolgen.

Belgrad, 9. Ott. Die vom Manöver zu­rückkehrenden Truppen wurden gestern nachmtt- tag von den Belgrader Bürgern, die in überau­großer Zahl dem Einmarsch beiwohnten, stür­misch begrüßt. Abends zogen größere Gruppen von Manifestanten unter Hochrufen auf den König, den Kronpttnzen und die Armee und unter Abzugrufen gegen Oesterreich-Ungarn durch die Stadt. Vor dem Palais sammelte stch eine große Volksmenge, die das Erscheinen des Königs verlangte. Der König und der Kron­prinz erschienen auf dem Balkon und wurden enthustastisch begrüßt. Der König hielt folgende Ansprache:Brüder! Ich bin tief ergriffen von den Ovationen, die mir bereitet werden. Seid überzeugt, daß ich mit der Regierung meine Pflicht erfüllen werde! Jetzt bitte ich ruhig auseinander zu gehen." Die Menge brach in stürmische und langanhaltende Ziviorufe aus. Nachdem sich der König zurückgezogen hatte, zer­streuten stch die Manifestanten ruhig.

Albanien macht nicht mit.

Wien, 9. Ott. Wie dieNeue Fr. Pr." meldet, werden die auswärts verbreiteten Mel­dungen von einer llnabhängigkeitserttärung Albaniens von zuständiger Stelle als unbegrün­det erklärt.

Eine bulgarische Klarstellung.

Sofia, 9. Ott. DieAgence Bulgare" meldet: Die Unabhängigkeitserklärung Bul­gariens und die Angliederung Bosniens und der Herzegowina stehen entgegen anderslauten­den Behauptungen in keinerlei Zusammenhang miteinander. Die Unabhängigkeitserklärung wurde Bulgarien durch die Staatsbedürfniffe aufgedrängt, die jedem klar vor Augen liegen. Da» neue türkische Regime, das zu unterstützen

Napoleon IIL auf Wilhelmshöhe 187071.

Marburg

Sonntag, 11. Oktober 1908.

Die Wirren auf dem Balkan.

Sie Stellungnahme der österreichischen i Delegatton.

Budap est, 9. Ott. Der Ausschuß für aus- Gärtige 'Angelegenheiten in der österreichischen Delegation begann heute mit der Eeneral- debarte des Budgets des Auswärtigen. Ax- mann erklärte namens der Christlich-Sozialen feine vollste Zustimmung zur Annektion der okkupierten Provinzen und sprach sich für diesen Staatsakt aus, der geeignet sei, die Grundlage einer, zukünftigen zi»^ewußten Balkanpolitik zu bilden. Die C-^/l5lich-Sozialen begrüßten die Annektion auch als eine Betonung der Not­wendigkeit de,« groß-e Gedankens der Reichs- einheit. Die staatsrechtliche Regelung dieser Angelegenheit und die Schaffung eines legis­lativen Verwaltungskörpers für Bosnien müffe zusammen vorgenommen werden. Redner wies sodann energisch den Oesterreich-Ungarn vom Auslände gemachten Vorwurf einer hinter­listigen Politik zurück, der durch die Thronrede und das Expose Aehrenthals vollständig wider­legt worden sei.

Die Bosnier beim Minister «ehrenthal.

Budapest, 9. Ott. Der Minister des Aeußern, Frhr. v. Aehrenthal, empfing heute eine bosnische Deputation unter der Führung des Vizebürgermeisters von Serajewo, die dem Minister den Dank für die Beseitigung der gro­ßen internationalen Schwiettgkeiten bei der Angliederung Bosniens aussprach und darum bat, dem Kaiser die Gefühle des Dankes zu Übermitteln. Frhr. v. Aehrenthal erwiderte, der Monarch habe stch zu diesem Akte entschloßen ln der Ueberzeugung, daß das bosnische Völk danl der erfolgreichen Kulturarbeit Oesterreich- yngarns reif sei, um an der Entwickelung de» Landes teilzunehmen. Der Minister sprach zum Schluffe die Hoffnung aus, daß das bosnische Volk, insbesondere die kroatische Bevölkerung, stch dadurch dankbar erweisen werde, daß es mit Ruhe und Mäßigung in die neue Aera eintrete.

Die Donauflottille.

Wien, 9.^ Okt. DieNeue Fr. Pr." meldet aus Budapest: Die gestern abgegangene Donau- slottille ist nach Peterwardein bestimmt. Telegraphische und telephonische Meldungen an Budapester Firmen aus Serbien besagen, der Kriegslärm sei nicht ernst zu nehmen. Auch Frhr. v. Aehrenthal gab auf Anfragen der öster­reichischen Delegierten über die Alarmgerüchte aus Serbien beruhigende Erklärungen.

Kein Aufruhr in Bosnien.

B u d a p e st, 9. Okt. Die Gerüchte von dem Ausbruch eines Aufruhrs in Bosnien und von Ausschreitungen gegen österreich-ungarische Staatsangehörige in Belgrad find nach authen­tischen Meldungen völlig unbegründet.

' Dlilijches MH.

Som Kaiserpaar. Zum Kaiser nach Ro- minten waren letzter Tage der Oberbürger­meister von Elbing Geheimrat Elditt und Ge­heimrat Ziese, der Inhaber der Schichauwerke, eingeladen. Das Kaiserpaar trifft am Sonn­abend nachmittag um 8 Uhr in Kabinen ein. Der Besuch bei den Leibhusaren in Danzig- Langfuhr ist auf den 15. d. M. verschoben wor­den. Der Kaiser erlegte mit einem prachtvollen Zwölfender den 15. Hirsch in Rominten. An - der Leichenfeier des plötzlich in Rominten ge­storbenen Leibjägers Hoppe nahm auch die Kai­serin teil. Das Kaiserpaar hatte einen schönen Eichenkranz und die Oberförsterei Rominten einen Heidekrauttranz niederlegen kaffen. Die Kaiserin stand auch während der Leichenfeier und der Ueberführung der Leiche nach Berlin der Braut tröstend zur Seite.

Sem Kronprinzen. Unser Kronprinz wird nach Beendigung seines Unterrichts im Ministerium des Innern Vorträae im Finanz­ministerium hören. Finanzminister Frhr. von Rheinbaben hat es persönlich übernommen, dem Kronprinzen die notwendigen Erläuterungen

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I Bulgarien das größte Jntereffe hat, legte dem bulgarischen Staate die Notwendigkeit der freundschaftlichsten und aufrichtigsten Beziehun­gen nahe, die nur dann möglich find, wenn Bul­garien unabhängig ist. Bulgarien verfolgt ge­gen niemand aggreffive Ziele. Davon find das Manifest und das Telegramm, das der Fürst gleich nach der Prottamation an den Sultan richtete, Beweise. Bulgarien wird sein mög­lichstes tun, um für die Türkei die besten Be­ziehungen zu bewahren.

Som bulgarischen Zar.

Sofia, 9. Ott. Fürst Ferdinand ist gestern abend um 5 Uhr in Begleitung der Minister in Stara Zagora eingetroffen und von der Bevöl­kerung und den Behörden festlich empfangen worden. In der Kirche wurde ber Fürst von der Geistlichkeit begrüßt; der Metropolit hielt eine Ansprache. Vor dem militärischen Cercle, in welchem der Fürst den Abend verbrachte, sand eine Parade der Truppen statt.

Griechenland entschuldigt sich.

Konstantinopel, 8. Ott. Der grie­chische Gesandte Grypatts wurde heute nachmit­tag zur Pforte berufen, wo er mit dem Minister des Aeußern und dem Eroßvefir eine Unter­redung hatte. Der Gesandte erklärte, daß die Regierung in Athen und die kretische Regierung an dem Anschluffe Kretas an Griechenland unbe­teiligt seien und daß es sich nur um einen spon­tanen Att der Bevölkerung handle. Der Eroß- vestr sprach sein tiefes Bedauern aus, zumal ge­rade jetzt die gegenseitigen Beziehungen so.flut geworden seien. Auf die Bevölkerung von Starn- bul machte die Nachttcht einen außerordentlich schlechten Eindruck. Nach dem Besuche Eryparis auf der Pfotte wurde der türttschen Press« empfohlen, eine ruhige Sprache zu führen und darauf hinzuweisen, daß die Proklamatton nicht definitiv, sondern nur Wunsch der Kreter an die Schutzmächte sei, welcher hoffentlich unrealifiert bleiben werde. Die Pforte versicherte den Di­plomaten, daß auf Samos Ruhe herrsche. In den Kreisen der Pforte verlautet, daß der Kreu­zerMedschidje" und drei Torpedoboot« nicht nach Samos, sondern zur Beobachtung in die krettschen Eewäffer abgegangen sei.

Eine montenegrinische Proklamatton.

C e t i n j e, 9. Ott. Der Fürst erließ eine vom Ministerium gegengezeichnete Proklama­tion an sein Volk, in der er gegen die Anglie­derung von Bosnien und der Herzegowina an Oesterreich-Ungarn Verwahrung einlegt. Aus Anlaß der Veröffentlichung der Prottamatton kam es zu Kundgebungen, doch wurde die Ord­nung nicht gestört. Eine Demonstratton vor der österreichisch-ungarischen Gesandtschaft wurde verhindert.

Englische Kriegsschiffe.

M a l t a, 9. Okt. Die SchlachtschiffeClory" undPrince of Wales", sowie die Kreuzer Diana" undLancaster" erhielten Befehl, noch heute abzusegeln. Dem Vernehmen nach ist ihr Bestimmungsort Lemnos. (Die türkische Insel Lemnos oder Limnos liegt im nördlichen Teile des Aegäischen Meeres, zwischen der Halbinsel Athos und den Dardanellen, etwa 85 Kilometer von der Einfahrt in diese entfernt.)

ttonierte Maßnahme. Um festzustellen, ob ihre Mutmaßungen berechttgt waren, ließen sie sich mehrfach Briefe, die sie zur Beförderung abge- liefett hatten, kurz vor Abgang des Zuges zurück- geben. Sie schützten dann vor, daß an der Adresse etwas zu ändern oder dem Inhalte etwas beizu-

das Gewünschte unbeschädigt aus. Die Herren konnten sich auf diese Weise überzeugen, daß ihre Briefe nicht geöffnet und gelesen wurden, wie sie vermutet hatten.

Als Vertreter der Wünsche seines Kaisers fungiert« der Eeneraladjutant Graf Castelnau, und Graf Monts stellt ihm das Zeugnis aus, daß er sich in der schweren Zeit in Wilhelmshöhe stets mit Takt seiner gewiß nicht angenehmen Aufgabe zu entledigen verstanden hat. Der Park von Wilhelmshöhe sollte dem Kaiser unter Ab­sperrung des Publikums ganz und gar zur Ver­fügung gestellt werden. Napoleon aber lehnte solche Vergünstigung entschieden ab und sprach den Wunsch aus, um seinetwillen das Publikum so wenig al» möglich zu beschränken. Daher wur­den nur innerhalb der Anlagen die Grenzen genau mit Schnüren bezeichnet und dies« durch vier Doppelposten überwacht. Die Wache von einem Offizier, einem Spielmann und 30 Mann war unter gewöhnlichen Verhältniffen voll­kommen ausreichend. Der Gouverneur hielt es aber doch für angemeffen, aus Berlin zwei ge­wiegte Schutzleute von der Geheimpolizei kom­men zv laffen. Eine der Pflichten der Männer war es. den Kaiser in gemeffener Entfernung zu begleiten, wenn er ausging, fuhr oder ritt. Ein­mal in der Woche begab sich der Gouverneur aus Caffel nach dem Schloff«, um nachdem Rechten" zu fihen. Sonst konnte er die Erledigung der laufenden Angelegenheiten dem Rittmeister von Grüter Lberlaffen, dem «r das Kommando des Schlöffe» anvertraut hatte. Napoleons Auf- tteten in der Gefangenschaft war von Anfang an tuhig, gemessen und würdig. Keine Ausbrüche

von Aerger. Klagen oder Verzweiflung aber das, was über ihn gekommen, machten sich bemerkbar. Stark hervortretende Charakterzüge des Kaisers waren seine wahre Herzensgüte, feine allgemeine Menschenliebe und Gutmütigkeit. Er war unter­brochen tätig und kannte im Gegensatz zu seiner Umgebung auf Wilhelmshöhe keinen Müßig­gang. Vornehmlich beschäftigte er sich mit lite­rarischen Arbeiten.

Der Kaiser wohnte auf Wilhelmshöhe in der ersten Etage, anfangs auf der Südseite. Späte, bezog er den nördlichen Flügel, da dieser besser mit Heizvorttchtungen versehen und Napoleon ungemein empfindlich gegen Kälte war. Don zwei großen schönen Zimmern, die man von dem Treppenhause aus nacheinander betrat, war das erste ein Versammlungssaal der Generale, da» zweite ein Empfangszimmer des Kaisers und sei- ner Umgebung. Dann folgte ein einfenstriges kleines Zimmer des Kaisers, das ihm als be­ständiger Aufenthaltsort und Arbeitskabinett diente. In dem Kabinett des Kaisers herrschte in der Regel eine entsetzliche Hitze, die jeder mit Ausnahme Napoleons als sehr unangenehm zu empfinden schien. Hinter dem Arbeitskabinett waren sein geräumiges Schlafzimmer und ein Ankleidezimmer gelegen.

Die Verpflegung des Kaisers und feines Ge­folges war ausgezeichnet, das Menu reichhaltig. Das Gabelfrühstück bestand aus zwei bis drei, das Diner aus vier bis fünf Gängen. Sekt hattt der Kaiser stch von Anfang an verbeten. Man trank Sherry, roten und weißen Wein. Napoleon selbst war außerordentlich mäßig in seinen An- * sprächen und aar nicht verwöhnt. Er verglich '

Di« InsertionsgebÜbr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universttätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Maßnahmen der deutschen Regierung und der Mächte.

Köln, 9. Ott. DerKölnischen Zeitung" wird aus Berlin telegraphiert: Angesichts der Erregung in Serbien hat wie wir hören die Reichsregierung Schritte getan, um in Bel- grad zur Mäßigung und zu ruhiger Haltung z« mahnen. Staatssekretär von Schön hatte im Laufe des gestrigen und heutigen Tages mehrfach« Besprechungen . mit dem türttschen Botschafter, die sich auf die gegenwärtige Lage bezogen. Der Staatssekretär hat wie wir hören die bestimmtesten Versicherungen dahin gegeben, daß der Entschluß der österreichisch-un­garischen Regierung zur Einverleibung Bos­niens und der Herzegowina ohne jede Anregung von deutscher Seite gefaßt worden ist, sowie, daß die deutsche Regierung von diesem Entschluß nicht früher Kenntnis erhalten habe, als andere Mächte. Hinsichtlich des bulgarischen Vorgehens hat Staatssekretär von Schön betont, daß man in Berlin den Schritten der dortigen Regier­ung nicht nur fremd, sondern nun durch sie in peinlichster Weise überrascht worden ist. Di« deutsche Regierung habe in Sofia auch keinen Zweifel darüber gelassen, daß man hier in eine Erörterung über die Aenerkennung der Unab­hängigkeit Bulgariens keinesfalls eintreten könne, bevor nicht die bulgarische Regierung eine befriedigende Lösung der Frage der Orientbah­nen gefunden habe. Diese Lösung könne zunächst nur auf dem Wege der Verhandlungen mit der Türkei erfolgen.

DieAgence Havas" meldet aus Paris: Die Botschafter Frankreichs, Englands und Ruß­lands erhielten den Befehl, jeder einzeln an demselben Tage der Pforte die Mitteilung zu machen, daß ihre Mächte der Meinung seien, jede Veränderung des Berliner Vertrages erfordere die Zustimmung aller Signatarmächte; auch Jta* lien dürfte denselben Schritt tun.

(Döerljeffifdjc Mittig

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Literarischer Ameiqer«,Landwirtschaftliche Beilage« undJUnstriertes Sonntagsblatt«

Am 4. September 1870 traf aus dem Haupt­quartier in Varennes ein von dem Eeneralad- jutanten General v. Tresckow unterzeichnetes Telegramm an den Oberpräsidenten v. Moeller tn Cassel ein, in dem ihm die bevorstehende An­kunft Napoleons in Cassel avisiert und zugleich mitgeteilt wurde, daß das Schloß Wilhelmshöhe »em gefangenen Kaiser als Wohnort dienen »erde. Der König hatte militärische Ehren KS" l° wurde Napoleon mit einer etwas zu ändern oder dem Inhalte etwas beizu- Ehrenkompagme des 80. Infanterie-Regiments fügen fei. Jedesmal händigte der Postbeamte

bei strömendem Regen am Bahnhof zu Cassel empfangen. Im langsamen Schritt ging der Kaiser die Kompagnie entlang, die Hand an der Nach Auttei-bnunaen I Mütze haltend. Dann setzte sich alles in die be-

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Dre Gnnnerung an das welterschütternde I ein Offizier und 40 Mann, acht Posten wurden Ereignis des 2. September, an den Zusammen- um das Schloß aufgestellt. Mit 15 Personen i) des napoleonischen Kaiserreiches, erwacht seines engeren Gefolges hatte Napoleon di« Ee- in ungeschwachter Lebendigkeit aus dem Nachlaß I fangenfchast bezogen. Der General Doyen, in ve» Generals der Infanterie Grafen Monts, der dessen Begleitung Napoleon die Reife von Sedan als Gouverneur von Cassel die Aufgabe hatte, I nach Cassel gemacht hatte, begab sich bald zur gefangenen Kaiser Napoleon auf Schloß I Armee zurück und dem General Grafen Monts .211 fetnc Dbhut zu nehmen. In I blieb es nun überlassen, die notwendigen Details rageo mH artigen Aufzeichnungen hat der General zu regeln, die durchgeführt werden mußten, um jetne Erlebnisse und Eindrücke aus jener Zeit I einerseits di« Bewachung der Gefangenen töirt« ntecetgelegt, unb seine Großnichte, Tony v. Held, I sarn zu gestalten und anderseits dem Befehle des gidt nun diese wertvollen Blätter in dem Buch« I Königs nachzukommen, der dahin lautete dem jJfaMeon TH auf Wilhelmshöhe 1870/71 der Kaiser und seinem Gefolge die möglichste Be- -slrx bekannt. Das Werk wird in den I wegungsfreiheit zu lassen. Auf Anordnung des nächsten Tagen im Verlage von E. S. Mittler u. Grafen Bismarck wurde im Schloß Wilhelms- ? - m Berlin erscheinen und wir können un- I höhe selbst eine Post- und Telegraphenstation er- jeren liefern, heute schon einiges aus dem In- I richtet, die den Gefangenen auch für chiffriette tzaite tmttcuen. I Telegramme zur Verfügung gestellt blieb. Die

Herren waren selbst höchst erstaunt über das in sie gesetzte Vertrauen betreffs ihrer Korrespon­denz, hegten aber Argwohn gegen die hochherzig«, von Bismarck getroffene und vom König sank-