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Reklamen
Druck und Verlag: Iah. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. E. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Oesterreich-Ungarn darf stch auch bei diesem Schritte seiner Diplomatie unserer vollen Bundestreue für verstchert halten, während im übrigen für uns der Bismarcksche Grundsatz noch immer maßgebend ist, stch in der orientalischen Frage zurückzuhalten. Line Kriegsgefahr besteht wohl kaum noch, da die Türkei den rechten Termin, gegen das Vorgehen Oesterreichs und Bulgariens an die Waffen zu appellieren hat vorübergehen lasten. In der Konferenzfrage wollen wir ebenfalls zunächst abwarten, wie stch die Nächstbeteiligte, di« Türkei, zu ihr stellt. Sollte sie eine Konferenz wünschen, so würden wir ihr gerne Rechnung tragen. Auf jeden Fall ist aber von uns eine Initiative in dieser Frage nicht zu erwarten; sie dürfte vielmehr von Petersburg aus ergriffen werden. Auch die Wahl des Konferenzortes ist uns ziemlich gleichgültig, doch dürste Paris kaum dazu ausersehen sein.
Aus den neuesten Vorgängen auf dem Balkan wollen wir aber die alte Lehre wieder einmal ziehen, daß sich die Diplomatie nicht improvisieren läßt.
Marburg
Sonnabend, 10. Oktober 1908.
Bestellungen
r fit das vierte Quartal 1908 auf di»
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soll der Vorzug der Creusot-Eeschühe vor den Kruppkanonen dargetan werden, um exotisch« Staaten zum Bezug der ersteren zu ermuntern. Da in dem Artikel aber gleichzeitig vorsichtiger, weise darauf hingewiesen wird, daß die Deut« schen in absehbarer Zeit den jetzt noch vorhan- bene:: französischen Vorsprung eingeholt haben werden, wird gleichzeitig für eine umgehende Vermehrung der französischen Artillerie Stimmung gemacht. Trotzdem die Auslassungen des ^Matrn" über den Vorsprung der französischen Artillerie vor der deutschen nicht ernst genommen werden können und deshalb eher als französische Aufschneidereien nach Art des verhängnisvollen „archiprAt“ des Marschalls Leboeuf zu betrachten find, ist es doch angebracht, zu zei. gen, in welchem Wahne weite französische Kreise durch solche Renommagen erhalten werden und wie der Revanchegedanke immer weitere künstliche Nahrung erhält.
Zweites Blatt.
Archiprßt.
An dieses Wort des letzten Kriegsministers des dritten Kaiserreichs wird man unwillkürlich erinnert, wenn man folgende Lobpreisungen des französischen Artilleriematerials aus französischem Munde hört. Bekanntlich bestehen die französischen Batterien nur aus vier Geschützen, während bei uns sechs auf die Batterie kommen. Dementsprechend verfügt ein französisches Armeekorps über 96 Geschütze, dem wir 144 entgegenstellen können. In einem Artikel des „Matin" wird nun des näheren ausgeführt, daß trotzdem diese 96 ftanzöstschen Geschütze den 144 deutschen überlegen seien und zwar vor allem deshalb, weil die französische Artillerie ihr« Waffe besser beherrsche als die deutsche, die erst kurze Zeit das Rohrrücklausgeschütz besitze, mit dem die Franzosen schon Jahre lang gearbeitet hätten. Außerdem sei auch das französische Material bester als das deutsche; so habe das stanzöfische Geschoß eine Anfangsgeschwindigkeit von 530 Meter gegen 465 beim deutschen Geschoß; der französischen höchsten Tragweite von 8y2 Kilometer ständen 7 Kilometer des deutschen Geschützes gegenüber. Das französische bespannte Geschütz mit 1600 Kilogramm Gewicht sei beweglicher als das deutsche mit 1740 Kilogramm, außerdem führe das französische Geschütz 300 Geschosse mit, während das deutsche nur 130 Stück als Kriegsmunition habe usw. Der Zweck der Ausführungen liegt für den eingeweihten Politiker auf der Hand. In Frankreich, wo, wie in allen republikanischen Staaten, die hohe Politik und das große Geschäft in innigem Einvernehmen erledigt werden, gibt sich natürlich auch die Presse gern dazu her, in politischen Artikeln für die einheimische Industrie Reklame zu i.mchen, und um so lieber, wenn es stch um deutsche Konkurrenz handelt. In diesem Falle
Stichen kennen lernen, so ist es bezeichnend für die Zeit, daß sie von allem Anfänge an den Versuch machte, auch den Luftballon nach dem Geschmacks der Epoche künstlerisch auszugestalten. Wir behandeln den Luftballon heute durchaus unter technisch-praktischen Gesichtspunkten, aber, in den Tagen Ludwigs XVI. versuchte man ihn sofort ästhetisch zu behandeln. So gab man dem Ballon selbst durch Stofflagen in wechselnden Farben oder selbst durch dekorative Bemalung einen gefälligen Charakter; vor allem aber suchte man bei der Gestaltung der Gondel seinen Geschmack zu betätigen. Ein Farbenstich, der den Aufstieg von Charles am 1. Dezember 1783 darstellt, zeigt uns eine sAvresblaue Gondel mit Gold verziert und durchaus in den Rokokoformen gehalten, so daß sie etwa wie ein eleganter Schlitten aus jener Zeit anmutet. Zu Ehren der Hochzeit Napoleons stieg Madame Blanchard am 24. Juni 1810 auf dem Marsfelde in Paris mit einem Ballon auf; unb dieser Ballon war ganz der Gelegenheit gemätz geschmückt und ausgemalt. Man sah darauf die kaiserlichen Adler, reiche Blumengirlanden und einen blumenstreuenden weiblichen Genius; überragt aber war der Ballon von einem großen goldenen Sterne. Auf anderen Gravüren wiederum find andere Ereigniste der jungen Luftschiffahrt geschildert. Insbesondere liebten e« die Stecher, bie bodenlose Ueberraschung der Landbewohner zu schildern, wenn solch ein Luftwesen bei ihnen niederging. Einer dieser Stiche zeigt uns z. B. die Einwohner von Eomesie, wie sie in höchster Erregung, bewaffnet und zu jeder Art der Abwehr bereit, sich dem am Boden liegenden Unge= Heuer nähern. So tragen diese Inkunabeln der, Lustschiffahrt ein doppeltes Angesicht. Einerseits Hilden sie zuverlässige und wertvolle geschichtliche Dokumente, andererseits zeigen st« uns, daß man W üustfchtffahrt damals doch vielfach noch al»
I Okkupationstätigkeit in Bosnien und der Herze- I gowina zu genießen, kurz sie mußten alles vermeiden, was an diesen äußerst delikaten Ver- I hültnifsen eine Aenderung herbeiführen konnte, I die ihrem Prestige schadete, ohne daß sie fie ver- I hindern konnten. Hätte es die Türkei lediglich mit Bulgarien zu tun, so hätte man ihr Vor- I ^hen gegen die starke Betonung de« bulgarischen Selbständigkeitsgefühls verstehen können, so aber mußten ste außerdem noch mit Oester- I reich-Ungarn in den Okkupationsgebieten, mit | bett Unabhängigkeitsbestrebungen in Maze« I Ionien, auf Kreta und im Jemen, mit den schwierigen Grenzverhältnisien int Kaukasus gegen den russischen alten Erbfeind, gegen Per-
I fien und mit Aegypten rechnen.
I Im übrigen bedeutet die bulgarische Unab. I hüngigkeitserklärung ebenso wenig wie bie Jn- I besttznahme der Okkupationsländer durch die I habsburgische Monarchie eine tatsächliche Macht- I Verringerung der Türkei. Diese Gebiete gehörten schon längst nicht mehr zum türttschen Machibe- retch. Dagegen erfährt das Reich des Padifchah einen positiven Machtzuwachs dadurch, daß I Oesterreich-Ungarn seine Truppen aus dem I Sandschak Rovibazar zurückzieht und dieses Gebiet der Türkei überläßt. Das bedeutet gleichzeitig einen österreichischen Verzicht auf seine mazedonischen Bahnprojekte. Von diesem Stand-
I punkte aus kann man diese Wendung der Dinge I als für das ottomanische Reich günstig halten, da es von einem unnützen Ballast befreit wird, I fressen Besitz ihm nur Gefahren bringt, und da es | andererseits jetzt erst die nötige Vewegunsfrei- I Helt in dem ihm nicht nur formell, sondern auch tatsächlich gehörenden Gebieten erhält.
Trotzdem ist bei der Beurteilung der jüngsten Vorgänge auf dem Balkan eine scharfe Tren- nung zwischen dem österreichischen und dem bulgarischen Vorgehen zu machen. Während die habsburgische Monarchie lediglich den Stempel auf schon vorhandene Tatsachen drückt und durch die Räumnung des Sandschak Rovibazar seinen Sympathien für das Ende fremder Einflüffe in der inneren türkischen Verwaltung prattischen Ausdruck gibt, liegen die Dinge in bezug auf das bulgarische Vorgehen doch anders. Vor allem bedeutet die endgülttge Einverleibung Ost- rumeliens in den bulgarischen Staat den Ausfall des ostrumelischen Tributs von 140 000 türkischen Pfund in dei Pforte. Zwar kamen diese Gelder der Türkei nur indirekt zugute, indem sie zur Befriedigung der fremden Gläubiger von vornherein festgelegt waren. Trotzdem bedeutet der Ausfall einen großen Verlust für die ottomanische Staatskasse, und eine finanzielle Auseinandersetzung mit seinem alten Souzerän wird Bulgarien nicht erspart bleiben.
Aus dieser unterschiedlichen Beurteilung der österreichischen und bulgarischen Handlungen ergibt sich auch unsere eigene Stellungnahme, «chen Ereignissen der Luftschiffahrt noch keine Fühlung gewonnen, wenn man etwa manches geistreiche Bildchen unserer humoristischen Zeitschriften ausnimmt. Aber wenn es sicher ist, daß jedes bedeutende Kulturereignis schließlich auch in Mode und Kunst seinen Niederschlag findet, so werden wir auch früher oder später auf beiden Gebieten Spiegelungen der großen Taten in der Eroberung der Luft erleben. Dafür spricht auch die Vergangenheit. Denn fie zeigt uns, daß Kunst, Mode und Phantasie aller Art stch damals, als der Luftballon in den Horizont der Menschheit eintrat, allerdings bereits sehr intensiv beschäftigt haben. In diesem Kapitel, wenn wir so sagen dürfen: aeronauttscher Kunst und Mode wollen wir nun ein wenig blättern.
Als die große Erfindung gemacht wurde, gab es noch keine Photographie und noch keine Ansichtskarte. Das Verlangen aber, das ungeheure Ereignis, wie der Mensch in das Reich der Lüfte eindringt, im Bilde aufbewahrt zu sehen, war damals nicht weniger groß, als es heute ist. So ist den eine ganze unb nicht unerhebliche Literatur von Stichen aller Art entstanden, die bie historisch bekanntesten Aufstiege schildern. Diese Stiche, in der Mehrzahl Farbstiche und oft sehr zierlich und fein ausgeführt, haben einen mehrfachen Wert. Sie zeigen uns glrichzeittg Städte- und Trachtenbilder; sie unterrichten uns über die Gestalt und Ausstattung der ältesten Luftballons und sie spiegeln uns endlich in beredter Weise das Erstaunen, die Bewunderung, aber auch die Furcht, die die Menschen bei diesen ersten Aufstiegen lebhaft bewegte. Selbst ein Künstler, wie der große Watteau, hat sich nicht zu gut gedünkt den Aufstieg bes berühmten Blamharb zu Stile am 26. August 1785 in einem Gemälde festzuhalten: da» Bild ist von Helman
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Die Bedeutung des Bauernstandes.
In welch gutem konservativem Boden «in großer Teil des Zentrums fest verwurzelt ist, geht aus einer Schrift des Zentrumsabgeordneten Prof. Dr. Hitze hervor, die unter dem Titel „Abriß der Agrarfrage" im Verlage des rührigen Katholischen Volksvereins in M.-Eladbach erschienen ist. Der Verfaffer, ein geistlicher Herr, ist Professor her Nationalökonomie an der Universität Münster, und die Schrift ist aus Skizzen entstanden, die Unterlagen für Vorlesungen über die Agrarfrage bildeten. Von besonderem Interesse ist für uns das Kapitel über die Bedeutung des Bauernstandes, das seinen nationalen und völkischen Wert nachweist unb stark betont. Die Skizzen, die als Grundlagen für akademische Vorlesungen dienten, stützen sich auf die besten amtlichen Quellen, u. a. auf die Berufs- und Betriebszählungen von 1895. Trotzdem biefe Daten etwas veraltet sein mögen, wird stch doch wesentliches kaum geändert haben. Aus her Berufszählung ergibt sich, daß in der Land- und Forstwirtschaft 2,6 Millionen int Hauptberuf selbständig waren; dazu kamen 96 000 Verwaltungspersonal, 5,6 Millionen Arbeiter, 375 000 häusliche Dienstboten und 9,8 Millionen nicht hauptberuflich tätige Angehörige, so daß bie Landwirtschaft als Hauptberuf schon vor mehr als zehn Jahren 18,5 Millionen Menschen nährte. Außerdem waren noch 3,6 Millionen Personen nebenberuflich in der Landwirtschaft tätig. Die Betriebszählung wies 1895 5,6 Millionen landwirtschaftliche Betriebe auf, von denen allerdings 3,2 Millionen unter 2 Hektar lediglich als Zwergbetriebe angesehen werden können. Von den übrigen 2,4 Millionen Betrieben zählten aber 2 296 889 zu den bäuerlichen, d. h. solchen mit 2 bis 100 Hektar, die eine landwirtschaftlich benutzte Fläche von 22 877 696 Hektar oder 70,4 Proz. der landwirtschaftlich benutzten Fläche des Reiches umfaßten.
Aus der Statistik geht weiter hervor, daß in Deutschland das Pächterwesen int Vergleich zum Auslande nur sehr schwach vertreten ist. Pon
eine Art großartigen und neuen Spiels betrachtete. Wenn wir auf einem solchen Stiche z. die graziöse Madame Margat bei ihrem Auf- sttege sehen: die Gondel ein überaus leichtes Gefährt in der Form einer Muschel, die Dame selbst holdselig mit dem Taschentuche winkend — so will es "uns bedünken, daß man die Sache der Luftschiffahrt damals doch vorwiegend von der leichten Seite nahm. Hierhin gehören auch Spielereien, wie die, daß einer zu Pferde mit dem Ballon aufsteigt, und zwar so, daß er sein Rötz- lein an Stelle der Gondel an den Ballon anhängen ließ, wie es der Luftschiffer Poitevin getan hat. Eine andere Lithographie zeigt uns der Luftschiffer Margat, der sich, auf einem Hirsche reitend, in der Gondel des Luftballons einschiffte. Das sind nunmehr Kuriositäten.
Kehren wir aber zu jenen Tagen zurück, da die große Errungenschaft noch völlig neu war, so bemerken wir, daß der Reflex der Luftschiff- fahtt sich keineswegs etwa nur auf die Eravüren- literatur beschränkte. Freilich unter dem ersten Eindrücke der Erfindung sproßte ein wahrer Frühling von bildlichen Schilderungen und Scherzen hervor. Die Phantasie der Künstler konnte sich frei bewegen, und bei den Pariser Händlern sah man ein Bild, das den Schrecken und das Erstaunen der Mondbewohner schilderte» als die ersten Menschen per Ballon zu ihnen gelangen. Dies Bilb hat sich als etwas voreilig erwiesen. Aber auch die Mode konnte an dem großen Ereignis nicht fühllos vorbeigehen. Ein Modebild jener Tage zeigt uns den „physikalischen" Elegant und die .physikalische" Kokett«. Bei jenem sind Hut, Hosen, Manschetten usw. durch Gas aufgepumpt, die Dame aber trägt hri wörtlichsten Sinne Ballonärmel, eine Art von Riesenschärpe, bie aus zwei ausgepumpten Vallow, besteht unb, als Krönung des kunstreiche»
MchM Mmg mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den KeUagen: ,Literarischer Anzeiger-, ,Landwirtschaftliche Keilagr" u«d „Illustriertes Srmniagsblatt-.
Die türkische Operation.
. ^anz Europa wundert sich nicht wenig, daß «tn neues Reich entstanden ist," so können jetzt auch die Bulgaren singen, deren Fürst oder vielmehr König Ferdinand den Beweis erbracht hat daß er als kluger Koburger stch den anderen aus fernem Geschlechte, Eduard VII. von England und Leopold II. von Belgien als Ebenbürtiger zur Seite stellen kann. Einundzwanzig Jahre beretts sind verfloss», feit der Fürst als Nachfolger des unglücklichen Alexander von Bulgarien das Danaergeschenkt der bulgarischen Krone annahm, und er hat es verstanden, den günstigen Zeitpunkt abzuwarten, um sein und bes bulgarischen Volkes Ziel, bie staatsrechtliche Un- abhangtgkeit von her Türkei, zu erreichen, bie bisher immer noch den formellen Einwanb erheben konnte, daß Bulgarien nur ein türkischer Va>all«nstaat und Ostrumelien vollends lediglich etne autonome türkische Provinz wäre. Solange Sultan Abdul Hamid im ungeschmäletten Besitz der absoluten Herrschergewalt war und selbstän- btg auch die so überaus schwierige äußere Politik seines Reiches leitete, vermied er geschickt alles was den Bulgaren ihr Unabhängigkeitsverhält- nts vom Padischah offen zum Bewußtsein kom- men ließ. Erst den Jungtürken blieb ein solcher *u[ ^den Fall gewagter, Schritt vorbehalten, und die Macht der Tatsache hat ihnen unrecht ge- geben Wahrend man ihre Durchführung des konstitutionellen Regimes als eine sehr geschickte tnnerpolttische Tat hinstellen kann, ist das durch dte Brüskierung des bulgarischen Agenten Geschow auf der Bühne der auswärtigen Politik erfolgte jungtürkische Debüt als ein großes zubetrachten. Die Jungtürken kannten als Politiker das Staatsideal ihres bulgarischen Vasallen, nämlich die Aufhebung auch dieses nur noch rein äußerlichen und formellen Vasallentums, sie mutzten ferner damit rechnen, daß Oesterreich-Ungarns Bestreben darauf ging, ebenfalls die Früchte aus feiner segensreichen
Der Luftballon in Kunst,
Mode und Phantast«.
Eine Studie zur Berliner Ballonwoche 10. Oktober.
Von WaltherEebel.
im 18. Jahrhundert die ersten Ballon- und die ganze. Welt in die leHjaftefte Erregung versetzten, da lieft sich die °»t^°rschalltn von Villeroi, obwohl sie bereits 80 ^abre alt und tarnt war, zu dem Schauspiele etnes solchen Aufstieges , bringen; und als ste das Wunder sich vollziehen sah, da brach sie vor innerer Erregung fast erstickt, in die Worte aus- i
Beßlich noch das Geheimnis fin- \frQ& man nicht mehr stirbt. Aber erst, wenn schon tot fetn werde." Wenn die Mar- ichalltn heute wieder zur Erde tehtt« so würde ste zwar wahrnehmen, daß diese ihre Prophezeiung nicht tn Erfüllung gegangen; allein ste mürbe, menn sie einem modernen aeronauttschen Ereignisse betwohnte, wie etwa der jetzt bevor- stehenden großen Berliner Vallonwoche mit ihren Wettflügen, ihren Zielfahrten und dem Wettfltegen um den Gordon-Vennett-Preis der £u,ftc. — ste würde, meinen wir, mit de» Ausbrüchen ihrer Bewunderung unb ihres Erstaunens nicht zurückhalten. Nur in einem Punkte wurde sie sich vielleicht enttäuscht finden. Als echtes Htnb des an eien regime würde sie nach I irgendeiner netten Kleinigkeit, einem Fächer einer Schussel oder einer Uhr etwa verlangen, die dies große Ereignis in anmutiger Weise verherr- I «cht, allerwenigstens aber nach einer zierlichen | Gravüre, die es darstellt. Und das würde sich I heute nicht finden, sondern sie müßte sich auf nüchterne Ansichtskatten ober illustrierteWochen- I kchriften beschränken. Die Kunst hat in unserer I «eit, ebenso wie die Mode, mit den autzerordent» 1