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mit dem Kreisblatt sür die Kreise Marburg utib Kirchhain

und den Kerlagen:Literarischer Anzeiger",Landwirtschaftliche Keilage" «ndIllustriertes Sonntagsblatt".

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M 236

Mau abonniert auf dis täglich erscheinendeOberhessische Zeitu, g" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21. - Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld) bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2Mk.

Marburg

Mittwoch, 7. Oktober 19U8.

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Staunt 15 Pfeimig, für Reklamen 80 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. H itz ero th, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

43. Jahrg.

der ungarischen Krone einverleibt wird, die da­rauf ein geschichtliches Anrecht besitzen. Die amtliche Verlautbarung über die Angliederung soll übermorgen (Mittwoch) in den Amtsblät­tern in Wien und Budapest erfolgen.

W i e n, 5. Okt. In der bosnischen Sache soll nicht die Annektion ausgesprochen, sondern ledig­lich erklärt werden, der Kaiser-König werde seine Souveränität auf Bosnien und die Herze­gowina ausdehnen. Maßgebend für dieses $er». fahren scheint sowohl die Rücksicht auf die Türkei und die Signatarmächte als auf Schwierigkeiten innerer Natur zu sein, da bei der Annektion die Frage entstehen würde, für welchen Teil der Doppelmonarchie annektiert würde. Diese Frage gedenkt man zunächst nicht zu lösen, viel­mehr soll Bosnien und die Herzegowina weiter wie bisher ein Reichsland unter Leitung des ge­meinsamen Finanzministers bleiben. Für den ungarischen Geschmack wird die Lesart zurecht gemacht, der Kaiser werde als König von Un­garn die Souveränitätserklärung vornehmen. Es verlautet, Oesterreich-Ungarn werde zur Be­sänftigung der Türkei das Sandschak Novibasar räumen. Die Zurückziehung der Familien der Offiziere und Mannschaften sei die Einleitung dieses Schrittes gewesen.

Hr-

Für uns Deutsche liegt die Haltung zu den auf dem Balkan eingetretenen Verwicklungen außerordentlich einfach. Wir werden diesen Fragen gegenüber, die uns nicht unmittelbar be­rühren, Zurückhaltung üben. Daß wir Oester­reich-Ungarn keine Schwierigkeiten bereiten, versteht sich von selbst.

Preußischer Stäöütag.

Königsberg i. Pr., 5. Okt. Heute nach­mittag 6 Uhr ist der preußische Städtetag, zu dem Delegierte der städtischen Verwaltungs­organe und Etadtverbände aus allen Teilen der Monarchie sich versammelten, zusammengetreten. Da die diesjährige Tagung in erster Linie dem Gedenken der hunderjährigen Wiederkehr des 1809 in Königsberg erfolgten Erlasses der ersten preußischen Städteordnung gewidmet ist, so war di« Eröffnungssitzung im Rahmen eines besonders festlichen Aktes, gehalten. An ihr nahmen der Minister des Innern v. Moltke, Oberpräsident' v. Windheim, Regierungspräsident v. Werder und andere Vertreter der Behörden teil. Ober­bürgermeister Kirschner-Berlin, als Vorsitzender, eröffnete die Sitzung mit einer Ansprache, in der er auf die Bedeutung dieses Tages für die Entwicklung des preußischen Städtewesens hin­wies. Dies gäbe auch einen besonderen Anlaß, bei Beginn der Tagung unseres preußischen Vaterlandes und unseres preußischen Königs­hauses zu gedenken. Mit welch lebhaftem In» teresie der Kaiser die Entwicklung und Leistung der Städte in den letzten hundert Jahren ver-

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Der Justizrat nickte zustimmend.

abgehalten. Rach Tirnowo zahllose Elückwunschdepeschen sind heute geschloffen. Der Schulen fällt drei Tage aus.

gehen unausgesetzt ab. Alle Bureaus Unterricht in den

Sofia, b. Okt. Wie dieAgence Bulgare" meldet, ist Fürst Ferdinand von Bulgarien gestern abend über Bukarest in Rüstschuk einge­troffen und am Landungsplatz von sämtlichen Ministern empfangen worden. Heute früh um 3 Uhr begaben sich der Fürst und die Minister im Sonderzug nach Tir­nowo.

S o f i a, 5. Okt. Fürstin Eleonore von Bul­garien ist heute mit den fürstlichen Kindern mit­tels Separatzuges nach Tirnowo abgereist.

Wie die einzelnen Mächte, auf die es doch schließlich ankommt, sich zu der Frage der Los- reißung Bulgariens von der Türkei stellen wer­den, ist sehr fraglich. Schließlich sind aber alle Verträge und so auch der Berliner Vertrag nicht für die Ewigkeit gebaut. Offenbar ist Bul­garien im Einverständnis mit Oesterreich vor­gegangen, bis aber die Rektifikation des eben in Bulgarien Geschehenen durch die Mächte erfolgt, wird noch einige Zeit vergehen. DerTemps" meint, daß die Ereignisse im Orient, ins­besondere die Proklamation der Unabhängigkeit Bulgariens, den Kabinetten von Paris, London und Petersburg die Pflicht auferlegen, Europa daran zu erinnern, daß der Berliner Vertrag nicht zerriffen, sondern nur rektifiziert werden

könne. Für die Rektifikation sei das Einver­nehmen aller Mächte notwendig, da- nur durch die Einberufung eines Kongresses erzielt wer­den könne, auf dem alle Mächte offen dis Gründe ihrer Haltung darlegen müßten. Man sei um viel geringerer Dinge willen nach Algeciras ge­gangen.

In Serbien ist man durch die Verhältniffe unangenehm überrascht worden. Aus Belgrad liegt folgende Meldung vor:

Belgrad, 5. Okt. Extrablätter melden die llnabhängigkeitserklärung Bulgariens als Folge der österreichischen Unterstützung. Man fordert die Mobilmachung des serbischen Heeres, Abbruch der Manöver und sofortige Absendung der Truppen an die bosnische Grenze und die Drina. Der König solle sich an die Spitze stellen.

Bosnien und die Herzegowina waren formell gleichfalls bis heute noch türkische Provinzen. Sie wurden aber im Berliner Vertrag unter solchen Bedingungen an Oesterreich abgetreten, daß sie als zu Oesterreich gehörend betrachtet werden konnten. Nachdem nun Oesterreich 30 Jahre das Land in seiner Weise zivilisiert hat, dürste heute die formelle Einverleibung in die österreichische Monarchie an dem faktischen Zu­stand nichts ändern.

Zu der Annektion liegen noch folgende Mel­dungen vor:

Wien, 5. Okt. Die «Reue Freie Presse" meldet aus Budapest, die Proklamation der Annektion Bosniens werde in den allernächsten Tagen erfolgen. Die Proklamation wird die Entschließung des Kaisers kundgeben, daß er seine volle Souveränität auf Bosnien und die Herzegowina ausdehne und für' diese Länder die für Oesterreich-Ungarn bestehende Erbfolge einführe. Mit der Pforte wird über eine Ver­ständigung verhandelt. Oesterreich-Ungarn ist geneigt, auf seine Besetzungsrechte im Sandschak Nowibazar zu verzichten.

London, 5. Okt. Der österreichisch-unga­rische Botschafter, Graf Mensdorff, ist nach Bal­moral abgereist, um dem König Eduard einen eigenhändigen Brief des Kaisers Franz Josef vorzulegen. Die englische Regierung wurde von der österreichisch-ungarischen Regierung über die Absichten des Kaisers betreffend Bosnien und die Herzegowina in Kenntnis gesetzt. Der Minister des Auswärtigen, Sir Edward Grey, ist in London eingetroffen. Die amtlichen diplo­matischen Kreise Londons geben deutlich ihr Mißfallen über die Vorgänge zu erkennen.

B u d a p e st, 5. Okt. Zu der Frage der An­gliederung Bosniens verlautet hier noch, daß Deutschland, Frankreich und Rußland den Ab­sichten der Monarchie zugestimmt haben. Eng­land habe sich ihnen aber widersetzt. Die Stel­lungnahme Italiens ist hier noch nicht bekannt. Der Türkei wird die Angliederung ohne vor­herige Verständigung nachträglich kundgegeben werden. In den Verhandlungen über die An­gliederung soll der Standpunkt Ungarns durch­gedrungen sein, laut dem Bosnien den Ländern

Der heutigen Kummer liegt bei Kreisblatt Nr. 79.

waren und das Stichwort fiel, war Fürst Fer­dinand auf dem Posten.

Die Frage ist nun, ob die Türkei sich di« Los- reißung dieses Teiles gefallen lassen wird. Die Meldungen aus Konstantinopel zeigen, daß dort der Ernst der Sachlage erkannt wird. Ein außerordentlicher Kriegsrat ist zusammengerufen worden. In Sofia scheint man die Lage weniger kriegerisch aufzufaffen. Anderslautenden Brie­fen gegenüber wird gemeldet, daß keine Mobilisierungsorder gegeben sei; man ist über­zeugt, daß die jungtürkischen leitenden Kreise einem Kriege soviel als möglich aus dem Wege gehen werden. Bulgarien hat ferner erklären lassen, daß seine Truppen die Initiative zu Feindseligkeiten nicht ergreifen würden, daß erst beim Einrücken der Türken in Ostrumelien die Vulgaren ihre Selbständigkeit verteidigen würden.

Es liegen noch zu der Proklamierung fol­gende Meldungen vor:

Sofia, 5. Okt. Die Nachricht von der Proklamierung Bulgariens zum Königreich wurde sowohl in der Hauptstadt, wie in der Provinz mit großer Begeisterung ausgenommen. Ueberall herrscht lebhafte Bewegung; alle Ver­waltungsbehörde:: trafen Maßregeln, um das Ereignis festlich zu begehen. Die Städte sind beflaggt. Morgen werden im ganzen Lande Gottesdienste abgehalten. Auf dem Truppen­übungsplätze bei Sofia wird morgen eine Pa­rade der gesamten Garnison stattfinden. Ebenso werden auch in der Provinz Truppenparaden

mälde an den Wänden, beinahe alles verblaßtes Pastell. Was hatten sie zu bedeuten im Ver­gleich zu der Galerie, die sich ihr Mann im Laufe der Jahre geschaffen hatte? Sie konnte sich nicht versagen, bei Tische ein Wort darüber fallen zu lassen.

Wenn Ellen hier einzieht, lieber Schwie­gersohn, wird sie die Wände Ihnen füllen. Sie dürfen in unserer Galerie nur aussuchen, was Ihnen beliebt."

Die Ereignisse auf dem Balkan.

Im Orient sind zwei Ereignisse eingetreten, die von ungeheurer, kaum übersehbarer Bedeu­tung für die internationale Politik werden kön­nen. Wie bereits gestern gemeldet, hat sich Fürst Ferdinand nach einem Ministerrat zum Zaren der Vulgaren erklärt und damit für Bulgarien einschließlich Ostrumelien die Unab­hängigkeit proklamiert, in der Bulgarien zur Türkei immer stand. Andrerseits will Oesterreich die bosnische Frage so lösen, daß es zu einer Okkupation Bosniens und der Herzegowina schreitet.

Fürst Ferdinand erklärte sich in der alten bulgarischen Krönungsstadt Tirnowo, wo auch der letzte Bulgarische Zar xulrönt wurde, gestern zumZaren von Bulgarien". Er nennt sich König Ferdinand I. Bulgarien stand bisher zur Türken in Suzeränitätsverhältnis, für Ostrumelien galt Fürst Ferdinand sogar nur als türkischer Generalgouverneur. Wenn auch Bul­garien in Wirklichkeit wie ein selbständiger Staat auftrat und von den anderen Mächten auch als solcher bewertet wurde, so ging die bul­garische Politik daraufhin, das alte bulgarische Reich in voller Selbständigkeit wiederherzu­stellen. Man kann wohl sagen, daß Bulgarien mit einigem Geschick dies sein Ziel verfolgt hat.

Den Zwischenfall Eeschow, bei dem die Türkei durch Nichteinladung des bulgarischen Gesandten mit den Gesandten der anderen Mächte wieder einmal kundtat, daß sie dies Abhängigkeits-Ver­hältnis gelegentlich zur Geltung bringen wußte, hat die bulgarische Negierung sehr gut zur Er­regung des Volksunwillens zu verwenden ver­standen. Ueberhaupt scheint in der letzten Zeit alles vorzüglich vorbereitet gewesen zu sein. Fürst Ferdinand, über den man so oft witzelt, besonders darüber, daß er sich zu kritischer Zeit außerhalb seines Landes befindet, hatte offen­bar jetzt nichts Wichtigeres zu tun als Kaiser Franz zu gratulieren. Aber diese ganze Reise war offenbar nur dazu angetan, den Blick zu täuschen. Als alle Vorbereitungen getroffen

Daran kann es Ihnen doch nicht fehlen. Sie sehen an dem Schweigen ringsum, daß ein gewisses Unbehagen auf dem Kreis« lastet. Also rdsch^ scheuchen Sie mit Ihrem Humor die Wol-

ners in Berlin einen gewissen Ruf genossen, bemerkte mit hochgezogenen Brauen zu seiner Nachbarin^ der Rätin Arnold, sein lieber Schwiegersohn scheine den rechten Schick beim Arrangement von Diners noch nicht heraus zu haben. Nun, das würde sich ja unter seiner An­leitung bald ändern lassen. Denn solche Ein- sachgeit der Bewirtung in Wahrheit hatte me neue Wirtschafterin ihr Möglichstes getan urw alle ihre Kunst entfaltet wäre für seinen Schwiegersohn ebensowenig wie für den Herrn von^Schönwalde angängig.

Frau Hiller ihrerseits musterte mit kriti- Ichem Auge die ihrer Ansicht nach etwas alt­modische Einrichtung dieses vielgerühmten

'.'iaditrurt Derberen.)

Getrennte Welten.

Roman von Clarissa Lohd«.

(Fortsetzung.) xnr.

Bestellungen

zM für da» vierte Quartal 1908 auf bfc

^Oberhessifche Zeitung" nebst ihren Beilagen werden noch von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstotten und Laudbriefträgern ent» grgengenommcn.

ken weg, die die Sonne des Glücks hier ver­dunkeln wollen."

Nun denn

Der Justizrat klopfte ans Glas, jeder blickte mit einem Gefühl der Erleichterung auf ihn. Wenn einer, so hatte er es in der Gewalt, Hei­terkeit um sich zu verbreiren. Und so war es auch. Er brachte einen Toast auf die Frauen aus, ergoß sich launig über die Vorzüge des Ge­schlechts, das jetzt allein nicht mehr das schönere, sondern auch schon das klügere wäre und dem Manne über den Kopf zu wachsen beginne.

Also," schloß er,nicht der jetzigen Frau allein sei dieses Hoch gebracht, sondern auch der Frau der Zukunft, jener starken, auf sich selbst stehenden Herrscherin über den degenerierten Mann!"

Bravo, lieber Eberhard, bravo!" flüsterte di« Rätin ihm, sobald er sich wieder niederge­lassen hatte, mit beifälligem Lächeln zu: Warum aber, bester Freund, immer das alte Steckenpferd reiten, die Frau der Zukunft? Ihnen kann ja doch keine über den Kopf wach­sen, da Sie keine haben."

O, Sie Menschenfreundin, soll ich denn so selbstsüchtig sein, nur an mich zu denken? Und habe ich nicht Grund, zu warnen, hier, wo sich solch ein von Idealen getränkter Mann, wi« unser Freund und Gastgeber, der doch sicher den Ausspruch Goethe» warm im Herzen trägt: Da» ewig Weibliche zieht uns hinan", eben anschickt, den Kopf unter das Ehejoch zu beu­gen, uni) die zukünftige Schwiegermutter schon üiffängt, den Pantoffel für ihr Töchterlein zu erheben, da- auch nicht so ausfieht, als wenn e» sich die Kutter vom Brote nehmen läßt?"

Wenn Sie befehlen. Aber, wo so rasch «in Thema hernehmen? Das Brautpaar und die c-......",****» Eltern, alles hat schon seinen Beglückwünsch,

«chloffcs und empfand mit Stolz, daß in ihrem ungstoast weg. Wo soll ich Ärmer Stoff vauje m Berlin doch vieles kostbarer und; was I finden?"

Darüber sollten Sie nicht scherzen, Eberhard, wenn Sie wirklich Interesse für unseren Freund hegen. Er tat mir eben herzlich leid. Dieser feinfühlige Mann so ganz anders gearteten Na­turen gegenüber. Denn auch Ellen benimmt sich durchaus nicht so taktvoll, wie ich anfangs hoffte Mit welch hochmütiger Miene nahm sie den bescheidenen Gruß Gertrud Weses ent­gegen, di« der Baron, weil sie sich gegen mich freundlich erwiesen hatte, so liebenswürdig war, zu Tische einzuladen. Da wird immer so viel von Gleichberechtigung gesprochen. Ellen und ihre Schwester sind im Vorstande aller mög­lichen Frauenvereine, die für die Selbständig­keit und Erwerbsfähigkeit der Frau wirken, aber wenn es darauf ankommt, die Theorie in die Praxis zu übertragen, dann kehrt man eiligst zu den alten Vorurteilen zurück. Was ist denn Gertrud Wese Geringeres, als Ellen Hiller, an Bildung selbst wird sie ihr kaum nach- stehen. Und wenn eine Frau, wie die Baronin aus Frauenstein, das junge Mädchen wie eine Gleichberechtigte behandelt, wie steht es dann Ellen zu, ihr durch ihr Benehmen den Abstand fühlbar machen zu wollen, der sie von ihr trennt? Den Baron hat es verdrossen, ich sah es ihm an. So etwa» darf nicht wieder vor­kommen, wenn anders Ellen an der Liebe des Verlobten etwas gelegen ist. Sie nimmt di« Sache zu leicht unb denkt, da sie ihn einmal hat, das heißt, sein Herz, seine Liebe besitzt, könne sie darauf pochen. Aber sie täuscht sich in ihm. Er ist ein Charakter, und solch« Män­ner lassen nicht mit sich spielen."

... (Fortsetzung folgt.)

bte Hauptsache, moderner sei. Die Möbel frei­lich mochten hier wohl stilvoller und im ein­zelnen auch von schöner Arbeit fein. Aber wie leer sah «» überall au». Uni nun gar di« Ge-

Leider sollte die Sonne des Glückes, die so strahlend bei Ellens Eintritt in ihr zukünftiges Heim über ihrem Haupte geleuchtet hatte, nicht lange ohne verdunkelnde Wolken bleiben. Auch diese Eefellschaft befand sich auf dem Boden zu I Und als sie Brunos Brauen sich unmutig t»eifa)i ebener Anschauungen, als daß diese Ee- I zusammenziehen sah, beeilte sie sich, entschul- gensatze nicht hatten aufeinander platzen müssen. I digend hinzuzufügen:Pardon, wenn ich das Gchon das Diner gab zu allerlei Kontroversen I so ohne Hehl hier ausspreche. Aber es kommt -tetan.afiung Herr Hiller, dessen opulente Di- I mir hier wirklich in den Zimmern etwas leer " " vor. Sie sind ja schuldlos daran, lieber Schwie­

gersohn, das war so der Geschmack jener Zeit." Bruno antwortete nicht und blickte ver­stimmt auf seinen Teller. Der kleine Justizrat aber flüsterte seiner Nachbarin, der Rätin Ar­nold, kopfschüttelnd ins Ohr:Die gute Frau Hiller brilliert wieder einmal in Taktlosigkeit. Wenn sie fcod) dem Gespräch eine andere Wen­dung geben könnten, teuerste Freundin!"

Oder Sie, lieber Justizrat. Sie sinh ja ein gewandter Redner, klopfen Sie an» Glas."