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in seinen Bemühungen für das Wohl Schönwalder den erfahrenen Rat Edithas
der zur
auf deutschem Boden. Metz, 4. Okt. Heute fand bei Heitzeville auf den östlichen Schlachtfeldern, wo am 31. August und am 1. September 1870 Marschall Bazaine auf dem rechten Moselufer durchzubrechen versuchte, in blutigen Kämpfen aber zurückgeworsen wurde, die Enthüllung eines französischen Kriegerdenkmals in der Nähe der Brauerei L'Amitiä statt. Gestern fand eia Eedächtnisgottesdienst in der protestantischen Kirche in Metz, in der katholischen Kathedrale und in der jüdischen Synagoge statt. Heute
153. Infanterie-Regiments irr Altenburg hatte einem Soldaten, der Tischler war, Arbeitsur- fau6 erteilt. Darauf richtete die Zahlstelle Zeitz des Holzarbeiterverbandes folgenden Brief'an den Kommandanten des genannten Regiments:
reizend, wenn auch etwas auffallend aus. Noch auffallender aber war die Erscheinung von Frau Hiller. In hellgrauem Moireekleide. Brillanten in den Ohren, um den Hal, und an den Armen, einen kostbaren Spitzenschal übergeworsen, über dem vollen, roten Gesicht einen runden, viel zu jugendlichen Strohhut von der Farbe des Kleides, mit einem Wald nickender Federn darauf begrüßte sie den tünf« tigen Schwiegersohn in ihrer gewohnten ge- räuschvollen Art. Alles blickte ihr nach. Ein wenig verlegen, reichte ihr Bruno den Sltmii um sie zum Wagen zu geleiten. Der Vater, rntk breiter goldener Uhrkette über der weißen Weste, in nagelneuem Gehrock, folgte mit Ellen, und den übrigen Gästen. Für die beiden Ehe» paare Hiller und Winter stand ein Landauer bereit, dem ein kleiner Jagdwagen mit Arnolds und dem Justizrat folgte. Bruno hob seines Braut auf den a la Daumont angespannten' Break und setzte sich neben sie, die Zügel in die. Hand nehmend. Ellen, die öfter gegen Brunes ihre Vorliebe für diese Art des Fahrens aus« gesprochen hatte, war über seine Aufmerksamkeit entzückt und voll süßester Liebenswürdigkeit. Ein seliges Paar, stiegen sie die Freitreppe zum Schlosse hinauf, wo die anderen vorausgefahrenen Gäste mit der Rätin ihrer schon harrten. Ein warmes Leuchten trat in die Auge« bet Freundin, als sie das sah.
„Möchte es so bleiben," dachte sie, „und nü: diesem Tage das Glück hier einziehen, das Glück wahrer, inniger Herzenslieb«, dessen niemand
reinigungsmaschine, den Sand vom Kies weg. Der Kies kommt alsdann in ein Handsieb. Durch eigenartiges Schütteln kommen die Diamanten unten auf der Mitte des Siebes zu liegen. Das Sieb wird dann umgestülpt. Die gleich schweren Granaten zeigen durch ihre dunkelrote Färbung an, wo man auch die Diamanten zu suchen hat. Solange ich zusah, wurden fast jü>er Handfiebfüllung mit der Pinzette et« oder mehrere Diamanten entnommen. Da auf viele Kilometer in der Runde die Edelsteine gefunden werden, kann man sich eine Vorstellung von dem beispiellosen Reichtum machen. Un- willkürlich denkt man an den Neid, den der Nibelungenhort hervorrief, denkt daran, daß der Grund, wo jetzt Kimberley steht, als dort di« ersten Diamanten gesunden wurden, nicht britisch war, daß Johannesburg, als dort unermeßliche Schätze gehoben wurden, nicht unter dem Union Jack stand.
Es ist ein besonders glücklicher Umstand, daß der als wasserlos verschrien« Wüstenftreisen reich an Brackwasser ist. In den Tälern stößt man bereits in einer Tiefe von drei bis vier Metern auf zum Waschen durchaus geeignetes Brackwasser. Es ist keineswegs ausgeschlossen, daß noch Süßwasser erbohrt wird. Sonst käme« die Quellen von Anichab al» Trinkwasser in Betracht oder die neu erschlossene« Brunnen bei Garab. Da» Wasser wird also keine Abbauerschwerung bieten.
Abfahrt anschickte. Der Sationsvorsteher erzählte ihm redselig, daß eben die gnädige Frau Baronin aus Frauenstein mit ihrem Kinde und zwei Dienstleuten abgefahren sei.
„Alan sieht sie hier in der Gegend nicht gern scheiden," fügte er hinzu, „denn die edle Dame ist der wohltätige Schutzgeift aller Leute, die arm und elend sind."
„Sie wird ja nicht allzulange fortbleiben," meinte Bruno. Auch in seinem Innern stieg ein Gefühl des Vermissens auf. Wie viel lieber noch wäre ihm der Aufenthalt auf seinem neuen Besitz geworden, wenn er hätte hoffen dürfen,
erlassene Verfügung ist nicht als „geheim" ergangen. Alle drei Erlasse bezwecken, was sich aus ihrem Inhalte auch klar ergibt, lediglich die Förderung des Kriegervereinswesens, ohne irgendwelche Ausübung eines Zwanges. — Sehr bitter meint die „Tägl. Rundschau" dazu: Es scheint demnach, daß das „Berl. Tagebl.", um die Sache sensationeller aufzufrifieren, den zum Teil uralten Erlassen selbst den geheimen Charakter verliehen hat.
Richtige Antwort. Der Kommandeur de»
mehr bedarf, mel dieses schöne« Be
Die Diamanten von derLüderitzbucht.
In der „Deutschen Kolonialzeitung" schreibt Ferd. Gessert, einer der ältesten Farmer im Süden von Deutsch-Südwest, aus Lüderitzbucht:
Wir leben hier im trockensten Klima. Das Regenwasser trägt hier keine Berge ab, sondern der fast unaufhörliche Wind, der den Sand und Kies aufwühlend im Laufe der Jahrtausende als äußerst wirkungsvolles Sandgebläse groteske Formen aus dem Urgestein ausmodelliert hat. Da man die Halbedelsteine, die im Verein mit den Diamanten gefunden werden, auch im Granit sieht, so ist es wahrscheinlich, daß dieser ebenfalls Diamanten enthält, jedenfalls aber in weit geringerer Menge als der Kies. Denn der Kies ist allmählich angereichert worden, dadurch, daß alles weichere und flächenhast vorkommende Gestein, zunächst Glimmer und Kupferblättchen, ausgeblasen wurde, während die harten, spezifisch schweren Diamanten liegen bleiben, um so mehr, als sie dank ihrer tetragonalen Kristallform dem Sturm wenig Anhaltspunkte bieten. Die übrigen Steine sind von dem scharfen Diamant führenden Schleifmittel fast kuglich gerundet, kommen in allen Farben vor und würden sich zu sehr haltbaren Mosaiken verwenden lassen.
Da sich in den Tälern der Berwittörunge- schutt im Windschatten der Berge anhäust, so werden da die meisten Diamanten gesunden. Doch könnte man auch annehmen, daß einst ein Alluvium das Urgestein bedeckte, daß von höheren Lagen die Diamanten angespült wurden und nun nach jahrtausendelangem Wind- fraß das einzige Ueberbleibsel sind. Dann wäre es nicht ausgeschlossen, daß in der Gegend von Tsauchaib oder Tiras noch Blaugrundpfeifen gefunden würden. Wahrscheinlich ist das nicht. Denn auf Kilometer haben die breit Quarz gebänderten Grai.itschichlen den gleichen steilen Einfallswinkel von etwa 70 Grad. Daraus läßt sich schließen, daß ein enormes Gebirge abgetragen wurde. In der Zeit, die dazu benötigt wurde, wären langst alle Diamanten, hätten sie allzuviel dem Urgestein aufgelegen, zu Staub wezgeschliffen worden.
Die Schürfer haben die Natur zur Lehrmeisterin genommen und blasen zunächst durch eine Windfege, nicht unähnlich einer Eetreide-
Marbmg
Dienstag, 6. Oktober 1908.
NE-heS AMD.
— Einführung einer Selbstladepistole. Durch eine Kabinettsorder des Kaisers ist, wie die „Mil.-polit. Korresp." meldet, die Einführung einer Selbstladepistole an Stelle des bisher in der Armee geführten Revolvers 79 und 83 befohlen worden. Die Ausstattung der Truppen mit der neuen Faustfeuerwaffe, welche die Bezeichnung „Selbstladepiftole 08“ erhält, wird „nach Maßgabe der verfügbaren Mittel" erfolgen. Mit der neuen Selbstladepiftole werden alle bisher mit dem Revolver bewaffneten Unteroffiziere und Mannschaften der Armee ausgerüstet.
— Geheimerlaß über das Kriegervereinswesen. Mehrere Zeitungen, u. a. das „Berliner Tagebl.", haben sich in den letzten Tagen entrüstet über angebliche geheime Erlasse an die Krisgervereine. Die „Amtliche Berl. Korrresp." weist darauf hin, daß die beiden fraglichen Erlasse vom 13. Januar 1892 und vom 13. November 1903 in keiner Weise als „geheim" bezeichnet oder unter „Geheim" ergangen sind. Keiner der Erlasse trägt die in einer Zeitung erwähnte Ueberschrift „betr. Verpflichtung der Offiziere des Veurlaubtenstandes usw. zur Beteiligung in der Förderung des Kriegervereinswesens". Alle an den geheimen Charatter der Erlasse geknüpften mehr oder minder scharfsinnigen Schlußfolgerungen fallen daher in sich zusammen. Auch eine am 1. Juni 1903 in gleicher Angelegenheit
(Sdreunfe Welten.
Roman von Clarissa Lohde.
tsto-Ifktzung.)
„Dann," sagte die Rätin, „ist sie eine sehr bedauernswerte Frau. Solche Naturen gehen meistens unverstanden durch die Welt, und ich begreife jetzt, daß ihre Ehe für keine besonders glückliche gilt."
„Sehr unglücklich ist sie," fiel Gertrud lebhaft ein. „Jedermann.beklagt sie und liebt sie deshalb' nur um so mehr."
„Sie verkehren oft bei ihr; liebes Kind?"
„Wenn ich hier bin, gehe ich fast alle Tage zu ihr und dem lieben kleinen Günther," antwortete Gertrud mit strahlenden Augen. „Und da weiß ich, wie schwer und ohne Klage sie leidet. Ach, könnte ich ihr helfen, gern gäbe ich mein Herzblut hin. Aber da kann niemand etwas tun — niemand!"
Die Rätin schüttelte traurig den Kopf.
„Ach, daß es soviel Leid auf Erden gibt, wo man sich sagen muß: Hier vermag menschliche Macht nicht zu helfen, sondern Gott allein."
Bestellungen für das vierte Quartal 1908 auf die ^vberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden noch von unser« Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstaiten und Landbriesträgern ent- gegengenommcn.
Seite zu haben, ihrer zarten Gestalt mit dem gütige», ernsten Gesicht, wie gestern erst, auf
stoßener Sohn des alten Frauensteiner gewesen, „der Herr Baron verzeihen, wenn ich geschwätzig wurde. Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über, und wenn man so mancherlei erlebt —“
Das Glockenzeichen kündete jetzt die nahe Einfahrt des Berliner Zuges an. Der Stationsvorsteher faßte an seine Mütze, um sich auf seinen Platz zu begeben.
„Der Herr Baron erwarten Gäste?" fragte er noch beim Fortgehen.
Bruno nickte nur bejahend. Wie seltsam, dachte er. Alle, alle, die Editha kennen, lieben und'verehren sie, nur der, der ihr am nächsten steht, dem sie die ganze Liebe ihres Herzens geschenkt hat, geht kalt neben ihr hin, weiß das Glück ihres Besitzes nicht zu würdigen. Wieder ein Beweis dafür, daß echte dauernde Freundschaft und Liebe nur auf dem Boden gleicher Anschauung zu erwachsen vermag. Wo das Höchste, das in des Menschen Brust lebt, von dem andern nicht verstanden wird, und wäre es der nächste: Vater, Bruder, Gatte, da flieht Glück und Liebe, und alles Mühem alles Hoffen zerschellt an diesem unüberbrückbaren Gegensätze. Arme Editha, auch diese ersehnte gemeinsame Reis«, auch sie wird ihr das verlorene häusliche Glück nicht wiederbringen. Zwei innerlich so entgegengesetzte Naturen, wie die Dietrichs und seiner Gattin, müssen sich innerlich immer fremd bleiben. Der Zug fuhr in die Station.
Dort aus einem Koupee erster Klasse wehte Bruno schon «in weißes Spitzenttichlein entgegen. Die Tür wurde ousgestoßen und Ellen flog f« seine Arme. Hie war beute in ihrer Lieoltngsfarb«, Maigrün, gekleidet und sah
3)1 an abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessische n g" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen t« ain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21.
•eil eines in Ihrem Truppenteil angeblich in der 8. Kompagnie dienenden Musketiers . . . .i aus Zeitz ein Urlaubsgesuch als Arbeitsurlaub für die Dau« von mehreren Wochen eingereicht, fei. Ich erlaube mit darauf hinzuweisen, daß wir eine Genehmigung des Gesuches als ungerecht betrachten müßten. Einmal ist zur Leitung, des Geschäftes neben dem Vater des.....'
noch ein Teilhaber vorhanden, andererseits sind in der jetzigen Zeit, einer Zeit der wirtschaftlichen Depression, noch zahlreiche Tischler arbeitslos, auch muß Sorge getragen werden, daß die in den nächsten Tagen zur Entlassung kommenden Reservisten in Arbeit treten können. Dieses würde jedoch durch eine längere Beurlaubung erschwert sein. Ich erwarte deshalb, daß Ihrerseits einem derartigen Gesuch nicht stattgegeben wird. Mit vorzüglicher Hochachtung N. N." Der Regimentskommandeur, Oberst Fuhr. v. Ompteda, antwortete hierauf: „In Beantwortung Ihres Schreibens vom 17. d. M. teile ich Ihnen mit, daß die Genehmigung von Urlaubsgesuchen Sache des Regiments ist. Hinweise des Deutschen Holzarbeiterverbandes sind deshalb überflüssig und können auf keine weitere Berücksichtigung rechnen, wenn sie, wie im vorliegenden Falle, in einer Form vorgebracht werden, die, gelinde ausgedrückt, ungehörig ist. Ihre Erwartungen, daß diesseits einem etwaigen Gesuch keine Folge gegeben wird, find dem Regiment völlig nebensächlich. Alle Urlaubsgesuche zur Unterstützung werden hier lediglich nach Lage der tatsächlichen Verhältnisse entschieden." — Der Oberst scheint ein ruhiger Mann zu fein. Die Einmischung in diese militärischen Dinge zeugt, gelinde gesagt, von einer großen Unverschämtheit.
— Einweihung eines französischen Denkmals
Bruno hatte schweigend zugehört. Immer, wenn auf Editha die Rede kam, fühle er ein sympatisches Regen in der Seele. Ihr Bild umschwebte ihn dann in seinem sanften Liebreiz mit dem tranigen Ausdruck in den Augen, mit Gertrud hätte er rufen mögen:
Die JnsertionSgrbüht beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — m Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Unwersttätsbuchdruckerei Inhaber Dr. L.Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
J» 235 few...................................
* — Der Bezugspreis betragt durch di« Post 2,25 Mk. (ohne
Bestellgeld), Bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
irgend einem seiner Gänge zu begegnen.
„Und Erholung ist bei Frau Baronin zu gönnen," stimmte der Stationsvorsteher Brunos Aeußerung zu. „Sie sah recht blaß und angegriffen aus. Und welch ein frisches, glückliches Aussehen hatte sie, als sie vor jetzt sechs Jahren als junge Frau ihren Einzug hielt. Das war ein Jubel, eine Freude ohne Maß, da lebten die alten Herrschaften noch beide, und der verstorbene Herr Baron sagte immer, durch diese Heirat seines Sohnes sei fein höchster Lebenswunsch erfüllt. Nun könne er ohne Sorge sein Haupt zur ewigen Ruhe legen. Und geliebt hat er die S^oiegertochter ja noch bis zu seinem Tode, mehr fast, als seine eigenen Kinder. Ja, das ist manchmal so, das Blut macht» nicht immer. Aber," fügte er nun mit einem Blick auf Bruno hinzu, sich jetzt erst besinnend, daß der neue Besitzer von Schönwalde ja auch ei» Sohn, ei» wahrend dessen Lebenszeit «er-
Der Zwischenfall von Casablanca.
Paris, 3. Okt. Ministerpräsident Cle- menteau empfing von General d'Amade Berichte, die mit den über den Zwischenfall von Casablanca bereit» veröffentlichten Mitteilun- gvn übereinstimmen. Auch der Text des vom deutschen Konsulat ausgestellten Geleitbriefe» stimmt mit dem von den Zeitungen veröffentlichten überein. Der General hält an der Auffassung fest, daß zuerst ein französischer Soldat von einem Kawassen des deutschen Konsulats geschlagen worden sei. — Ueber die Umstände, unter denen General d'Amade in den Besitz jenes Schriftstückes gelangt ist, mit welchem der Sekretär des bev: chen Konsulats in Casablanca beauftragt wrn in war, sechs Deserteure der Fremdenlegion einzuschisfen, berichtet der Korrespondent des „Matin": Der Sekretär wies im Verlauf des Zwischenfalles dem französischen Marineoffizier das Schriftstück vor, um seine amtliche Eigenschaft darzutun. In demselben Moment wurde die Aufmerksamkeit der beiden an' das zwischen den Soldaten des deutschen Konsulats und den französischen Matrosen entstandene Handgemenge gelenkt. Der französische Marineoffizier habe hierbei das Schriftstück mechanisch in die Tasche gesteckt und es dem General d'Amade übergeben. — Zur rechten Zeit wird jetzt auf einen Erlaß aufmerksam gemacht, bin Fürst Bismarck bei den Samoa-Wirren im Juhre 1889 an den Chef der deutschen Admiralität gerichtet hat: „Wer den Banden unserer Gegner beisteht und den Kampf derselben gegen
uns fördert, der wird dadurch gleich ihnen in den Wirkungskreis unserer völkerrechtlich begründeten Aktion gegen herrenlose Friedensbrecher treten und sich die Folgen davon zuzu- sch? eiben haben. Im übrigen wird an der rechtlichen Lage der fremden Staatsangehöttgen in Samoa durch den fakttschen Kriegszustand, in den wir versetzt worden sind, nichts geändert; insbesondere verbleiben dieselben unter ihrer bisherigen Gerichtsbarkeit. Ich glaube deshalb, daß der Protest der englischen und amerikanischen Konsuln zugunsten des Verbleibens ihrer Landsleute unter ihrer konsularischen Jurisdiktion ein berechtigter ist, soweit die Beteiligten nicht etwa durch Beistand, Förderung oder Ay- stif-ung unserer Angreifer sich der Sache derselben anschließen. Wenn vom deutschen Konsulat das Verlangen nach Uebertragurlg ver Verwaltung in der Tat ausgesprochen sein sollte, so würde ich das bedauern, weil es mit unfern Abmachungen und Zusicherungen England und Amerika gegenüber im Widerspruch stehen würde und daher nicht aufrechterhalten werden könnte. Je schwieriger in Samoa die in Betracht kommenden völkerrechtlichen Fragen liegen, umso mehr ist unser Verhalten befreundeter Mächten gegenüber die genaue Innehaltung der Grenzlinien unserer Rechte geboten. Je fester wir innerhalb derselben unsere Rechte zu vertreten und durchzuführen entschlossen find, umso sicherer muß jede lleberschreitung vermieden werden."
Als Bruno am anderen Morgen nach ... Station fuhr, um seine Gäste, zu denen auch der Amtsgerichtsrat Arnold und Justizrat Eberhard zählten, abzuholen, bemertte er eine Szaueajteiner Equipage, die sichg «bet leer, zur