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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marharg rmd Kirchi-amA'

««d de» Derläge«: .^iteramfchrr A»;eigrr^,zavdmirtschaMche DKlage" mrdIltrrstrirrtr* Karmtagsblatt".

Man ab,uniert auf die täglich «scheinendeOberbessische z* nn i Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellrn in aOl Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21. Der Bezugspreis beträgt durch di« Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), Bet unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Marburg

Sonntag, 4. Oktober 1908.

Die JnsertionSgeb-br beträgt für di« 7gefpaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UnwersitätSbuchdruckerei Inhaber Dr. E. Hrtzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

43. Jahrg.;

Zweites Blatt.

Bestellungen fit da» »tert« Quartal 1908 auf die »Oberhessische Zeituag" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition '(Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch. Hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstaiten und Landbriesträgern ent« gegengenommen.

Die Regelung der Matrikular- beiträge.

Man schreibt uns:

Das neue Reichsfinanzprogramm ist in bet NorddeutschenAllgemeinen Zeitung" entwickelt, in derDeutschen Rundschau" erweitert und vertieft worden und bereits beginnt auch schon in der Presse und wird noch lange voraussicht­lich im Parlament fortgesetzt werden ein Streit, der noch nicht aufgehört hat, so lange das Deutsche Reich steht, der Streit nämlich um die Regelung der Matrikularbeiträge. Es ist unge­heuer schwer, in diesem staatsrechtlichen und finanzpolitischen Kampfe festen Grund zu fassen, die Debatten dehnen sich ins Uferlose, wenn eg stch um diese Frage handelt, nicht etwa aus Rechthaberei der Parteien allein, so sehr auch sie in der Kriegs- und Leidensgeschichte der budgetrechtlichen Entwickelung Deutschlands eine verhängnisvolle Rolle gespielt hat, son­dern auch wegen der verwickelten Natur des Gegenstandes selber, in dem stch die so überaus komplizierte und unüberstchtliche Struktur un­serer deutschen föderativen Zustände so augen­fällig wiederspiegeln.

Die Erfahrung indes, die als fester Aus­gangspunkt für alle Parteien und Anschauungen bei der bevorstehenden Finanzvorlage sollte die­nen können, ist die, daß es auf dem bisher ein­geschlagenen Wege unmöglich weitergehen kann, daß wir ein wirksames Mittel finden müffen, um Einnahmen und Ausgaben des Reiches in weit höherem Grade als bisher in Einklang zu bringen. Was wir suchen müffen, wenn wir nicht bloß Steuern für den augenblicklichen Be­darf bewilligen, sondern eine organische und all­gemeine Finanzreform ins Werk setzen wollen, das ist doch in erster Linie eine Garantie dafür, daß das Reich nicht weiterhin über seine Mittel lebt, eine feste rechnerische Grundlage, auf der fiö das gesamte Finanzgebahren des Reiches so­wohl wie der Bundesstaaten aufbauen kann. Das Reich wird erst dann lernen, sich nach der Decke zu strecken, wenn sich einmal klar über­sehen läßt, was es hat und was es nicht hat» wenn ihm die Gefahr eines wirklichen Defizits droht und ihm nicht immer noch der leichte und zur Verschwendung verführende Ausweg des llcbergreifens zu den Matrikularbeiträgen in unbestimmter Höhe offen steht. Eine Verschärf-

33 i^iadiSrinf vorderen.!

Getrennte Welten.

Roman von Clarissa Lohde.

(Fortsetzung.)

Förster und Gärtner hatten ihre Schuldig­keit getan, Schönwalde war würdig geschmückt, die künftige Herrin zu empfangen. Am Abend vorher schon war alles fertig, und als Bruno mit der Rätin, vom Bahnhof kommend, die Feirftraße durchfuhr, konnte sie ihm ihre Freude k eia?°5 8"te Gelingen ausdrücken. Besonders der Park, durch den eine breite, schön angelegte Straße bis zum Schlöffe führte, war mit Blu­mengewinden, die von Baum zu Baum sich zogen, heiter geschmückt. Vor dem Schloßtore prangte eine Ehrenpforte mit dem von zarten Rosenknospen zusammengestellten Namen: Ellen?

Ein Glückskind ist sie," meinte die Rättn. Doch nicht nur des äußeren Glanzes willen, mtt dem sie empfangen wird, nenne ich sie so, sondern weil es ihr gelungen ist, ein Herz zu 6^Dlnnen, wie das Ihre, lieber Baron."

Das spricht Ihr Wohlwollen und Ihre Güte für mich, verehrte Freundin. Ich fürchte, die Freunde und Verehrer Ellens werden anders »aruber denken und mein Glück preisen, mir die Lrebe eines so schönen und viel umschwärmten Mädchens ganz ohne mein Verdienst gewonnen »u haben. Denn ich gestehe Ihnen offen, es »st mir selbst ein Rätsel, daß ich, den man scher­end in Freundeskreisen den Weltfremden bannte, den Vorzug hatte, gerade von Welt- »Mnen. wie Ellen und deren Schwester es waren, nicht allein beachtet, nein, mtt ihrer

ung des finanziellen Eewiffens im Reiche ist das erste, was uns bei der bevorstehenden Reichsfinanzreform bitter not tut und dieser Ansporn zur Sparsamkeit läßt sich schlechter­dings nur finden in einer Begrenzung der dem Reiche selber für eine besttmmt« Periode zur Verfügung stehenden Mittel. Alle Ausgaben, die darüber hinaus gewünscht oder bewilligt werden, stehen unter dem Zeichen der Deckungs­frage; indem der Reichsschatzsekretär durch die Fixierung der Matrikularbeiträge auf eine be­stimmte Periode in di« Lage versetzt wird, dies« Frage aufzuwerfen den Kostenpunkt in seiner ganzen steuerpolitischen Tragweite den Refforts wie dem Reichstage vor Augen zu rücken, wird die schon so lange von allen einsichtigen Politi­kern erhobene Forderung einer inneren Stärk­ung der Position de» Reichssäckelmeisters den Zi Mutungen gegenüber, die, sei es von feiten anderer Reichsverwaltungen, sei es aus dr: Mitte des Parlaments, an die Reichskaffe ge­stellt werden, tatsächlich erfüllt.

Wenn demgegenüber immer und immer wieder auf dem Etnnahmebewilligungsrecht des Reichstags als einem wertvollen konstttutio- nellen Rechte der Volksvertretung herumgerit­ten wird, so möchten wir nur daraus Hinweisen, daß bisher das Reich mit der doktrinären A3ahrung dieses Rechtes schlimme und immer schlimmere Erfahrungen gemacht hat. Die Theorie des Einnahmebewilligungsrechtes überhaupt ist ein Ueberbleibsel aus den An­schauungen der alten Landstände, in mobernet Zeit konstitutionell wichtig ist wesentlich nur das Ausgabebewilligungsrecht, und wir wüßten uns tatsächlich keines Falles zu erinnern, in dem das von manchen Theorettkern mit so viel Eifer verfochtene Recht der Einnahmebewil­ligung in der Vergangenheit praktisch-lebendig zum Ausdruck gekommen wäre. Dagegen käme durch die Neuregelung einer periodischen Fixier­ung der Matrikularbeiträge ein anderer Ge­sichtspunkt zur Geltung, der geradezu eine Er­weiterung und Stärkung der budgetrechtlichen Stellung des Reichstags bedeutet. Bei unserer heutigen Verfassung hat der Reichstag keinerlei Einwirkung, wie die Matrikularumlagen in den Einzelstaaten gedeckt werden, ob in einer nach seiner Anschauung gereckten oder ungerechten Weise, ob auf dem Wege der direkten oder der indirekten Stenern. Gerade vom konsti- turionellen Standpuntte aus muß es doch als unhaltbarer Zustand bezeichnet werden, wenn derjenige Vertretungskörper, der die Ausgaben beschließt, der Einwirkung auf die Art der Aufbringung der Einnahmen in so weitem Um­fange beraubt ist, und schon deshalb müßte eine Begrenzung der Matrikularbeiträge auf einen bestimmten Betrag gerade auch vom budget- rechtlichen Standpunkte des Reichstags mit Freude begrüßt werden.

Daß daraus gleichzeittg unschätzbare Vor­teile für die geordnete Führung der Finanz- wirtichast in den Einzelstaaten entspringt, kann für den Reichstag sicherlich kein Grund sein, sich dagegen spröder zu zeigen. Diejenigen Reichs- tagsabgeordneten, die zugleich als Vertreter in den Einzellandtagen sitzen, haben ja am eigenen Leibe Gelegenheit, zu spüren, wie das bisherige System der schwankenden ungedeckten Matriku-

Huld ausgezeichnet zu werden. Ich preise es dabei als eine besondere Vergünstigung des Ge­schicks, daß diese Huldigung und die Neigung Ellens schon dem armen, in bescheidener Zurück­gezogenheit lebenden Poeten zuteil geworden ist. Denn jetzt, da mich das Glück so merkwürdig und unerwartet mit seinen Gaben überschüttet hat, würde ich mich vielleicht mißttauischer ver­halten haben."

Ein teilnehmender Blick aus den Augen der Rättn streifte Brunos Profil. Wußte sie doch nur zu genau, wie bei der eitlen Ellen, Baronin, zu werden, doch sehr mitgesprochen, und daß die Schwester, auch als sie den unbekannten Poeten mit ihrer Gunst überschüttet hatte, nicht ganz so selbstlos gewesen war, wie er sie in seinem einfach noblen Sinne glaubte.

Sie find gar zu bescheiden, lieber Freund," entgegnete sie.Ich hoffe jedoch, Ellen wird es zu würdigen wiffen, was Sie mit Ihrer Liebe empfängt; abgesehen selbst von dem Vorzug, eines so bedeutenden Mannes und Dichters Lebensgefährtin zu werden"

Wenn ich das wäre," unterbrach et sie.

Abgesehen davon," fuhr ste unbeirrt fort, hege ich die lleberzeugung^ daß Sie ein Mann sind, der niemals seine Pflicht verletzen, nie­mals seiner Frau Grund geben wird, fich zu be­klagen. Es ist eine Schmeichelei, die ich Ihnen damit sagen will, lieber Baron, aber ich habe Sie kennen gelernt, und ist gegenseittge Achtung nicht die Grundbedingung jedes ehelichen Glückes?"

Gewiß teure Freundin! Wehe dem häus­lichen Frieden, wo riefe Achtung verloren geht," erwiderte er ernst.

larbeiträge Verwirrung in den Budgets der Einzellanotage gestiftet hat. Der Ausweg der Stundung der Matrikularbeiträge, soweit sie 40 Pfennig pro Kopf übersteigen, war ein Notbe­helf dmr eigentlich niemand hat recht ernst neh­men können, da niemand an die wirkliche Er­hebung dieser gestundeten Matrikularbeittäge gedacht hat. Auch von diesem Gesichtspunkte aus bietet die geplante Erhöhung der Beiträge auf ein Maximum von 80 Pfennig dem Reichs­tag ein Plus von Rechten gegenüber dem jetzigen Zustand und fo ist, da ernste staats­rechtlich« Bedenken auch vom strengsten konsti- tuttonellen Standpunkt aus nicht obwalten, dringend zu hoffen,, daß diesmal endlich ein so oft vergeblich versuchter Schritt nach vor- wätts zur Vereinfachung und Sanierung un­serer Finanzgebahrung geschieht.

-£*« ...

Die neuen Steuern. Bei Erörterung der Frage, ob dec durch die Besoldungsvorlage be­dingte Mehrbedarf an Deckungsmittel in Preu­ßen durchErhöhung desErtrages derEinkommen- steuer allein beschafft oder ob dazu auch die Er­gänzungssteuer herangezogen werden soll, kommt zunächst in Betracht, daß in den betreffenden Ersetzen di« Bestimmung enthalten ist, daß bei Erhöhungen oder Ermäßigungen beide Steuern gleichmäßig in Betracht gezogen werden sollen. Wenn diese Bestimmung sich auch zunächst auf Zuschläge oder Erhöhungen oder Ermäßigungen der bestehenden Steuersätze bezieht, so unterliegt es doch keinem Zweifel, daß es der Absicht des Gesetzgebers nicht entsprechen würde, wenn man jetzt zur Deckung des Mehrbedarfs «inseitig die Einkommensteuer heranziehen wollte. Es kommt hinzu, daß eine Erhöhung der Einkom­mensteuer die betreffenden Steuerpflichtigen sehr viel stärker trifft, als eine Erhöhung der Ergänzungssteuer; denn während diese von Kommunalsteuerzuschlägen völlig frei ist, übt jede Erhöhung der Einkommensteuer eine ent­sprechende Wirkung auf die Erhöhung der Kom­munalbesteuerung aus. Es genügt, in dieser Beziehung darauf hinzuweisen, daß in zahl­reichen preußischen Gemeinden Kommunal- zuschläge von 200 Prozent der Einkommensteuer und mehr erhoben werden. Endlich ist auch be­kanntlich der Steuersatz der Ergänzungssteuer sehr viel niedriger als derjenige der Einkom­mensteuer. Eine Erhöhung dieses Satzes be­deutet daher meist nur eine sehr geringfügig« Mehrbelastung der einzelnen Steuerpflichtigen. Würde z. B. der Steuersatz der Ergänzungs­steuer um 25 Prozent erhöht, so würde dies« Stsuererhöhung bei 10 000 Mk. Vermögen nur 1,25 Mk., bei 100 000 Mk. Vermögen nur 12,50 SJtarf und bei 1 Million Mark Vermögen nut 125 Mk. mehr ausmachen. Die Auffaffung, daß mit einer Vermehrung des Ertrages der Ein­kommensteuer zugleich eine Erhöhung des Satzes der Ergänzungssteuer in Aussicht genommen ist, durfte daher zutreffen. (B. P. N.)

Vor feiner Seele stieg Edithas Bild empor, deren leidvolle Züge ihm gar nicht aus dem Ge­dächtnis kommen wollten. War es doch ihr bitterstes Leid, den Mann, dem ste vertrauend ihre Hand gereicht hatte, nicht so achten zu kön­nen, wie sie es wünschte.

In dem hellerleuchteten Speisesaale mit den bas Licht der Krone wiederstrahlenden Spiegel­wänden machte Gertrud Wese die Honneurs. Der Tisch war mit Blumen geschmückt. Fräu­lein Christine, di« Wirtschafterin, hatte ihr Bestes getan, mit ihrer Kochkunst Ehre einzu­legen. Die Balkontür stand offen. Draußen plätscherte der Springbrunnen, leise rauschte der Wind in ben Kronen der Bäume. Bruno blickte in das liebe kluge Gesicht der ihm gegenüber- sitzenden Freundin, die in heiterem Geplauder vergeffen machte, welch schweres Geschick ihr von Gott zu tragen auferlegt war. Und wie immer in der Gegenwart dieser liebenswürdigen Frau, kam ein Gefühl stillen Friedens über ihn, das alle Sorgen seiner Seele scheuchte. Gertrud Wese erzählte von dem Ergehen der kranken Taglöhnersfrau, daß die älteste Tochter fich als sorgsame Pflegerin erwiesen habe und der Arzt beut« mit ihrem Befinden zufrieden gewesen sei. Er habe noch einen Gruß von der Baronin und einen Korb mit allen möglichen schönen Dingen zur Stärkung der Kranken mitgebracht.

Auf der Rätin Erkundigung erzählte Bruno von dem Vorgefallenen, und wie er und Edith« für den Augenblick den Ausweg gefunden hat­ten. um den brutalen Mann von der Frau fern­zuhalten, ihn zur Arbeit auf das entfemtlie- gende Vorwerk zu schicken, wo ihm auch Wohn­ung und Kost gegeben wurde I

Hebet ben Zusammenhang von Alkohol und Betriebsunfällen entnehmen wir einem lehrreichen Aufsatz:Die Organe der Arbeiter« Versicherung im Kampf« gegen den Alkoholis- mus" in den vom Deutschen Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke herausgegebenen Mäßigkeits-Blättern" (Juni und Juli-August d. I.) finden wir di« folgenden Aeußerungen aus den Kreisen der Berufsgenoffenschaften: Der geschäftsführende Ausschuß des Verbandes der deutschen Berufsgenoffenschaften erklärt:Dir Erfahrung lehrt, daß übermäßiger Alkoholgenuß die geistigen Funttionen, insbesondere die Sicherheit der Beobachtung und di« Aufmerk­samkeit herabseht und daher am Zustandekom­men vieler Bettiebsunfälle eine erhebliche Mit­schuld trägt; es steht ferner fest, daß -ch die Wirkungen der Unfälle durch den Alkh^ inso-, fern ungünstig beer»fl«vt rlr dir Btt«, letzung für einen durch Alkohol veränderten Körper besonders schwere Schädigungen und Ge­fahren mit fich bringt." Dies wird ergänzt durch die Stimmen einer Reihe von Berufs­genoffenschaften. Die Schlesische Eisen- und Stahl-V.-E. äußert sich in ihrem Rundschreiben vom November v. I. dahin:Daß eine große Anzahl von Unglücksfällen auf den Alkoholmiß­brauch zurückzuführen ist, unterliegt keinem Zweifel. Ebenso steht unumstritten fest, daß geringfügige Unfälle bei Alkoholikern häufig schwer« Folgen nach fich ziehen und dadurch zu einer hohen Rentenbelastung der 83.®®. führen. Es liegt daher auch im Interesse der Eenoffenschaftrnitglieder, welche dies« Laste» durch die jährlichen Umlage-Beiträge aufzu­bringen haben, die Bestrebungen zur Bekäm­pfung des Alkoholmißbrauchs wirffam zu unter* Mützen;" die Straßen -und Kleinbahn-B.-E. in ihrem Rundschreiben vom 13. Mai d. I.: Nicht selten erfahren wir, daß die llnfallbetros- fenen deswegen, weil der Körper infolge häu­figen, bezw. fortgesetzten Alkoholgenuffes ge­sundheitlich schon schwer geschädigt sei, eines weit längeren Heilverfahrens als alkoholfreie mit gleichartigen Verletzungen bedürfen oder unheilbar bleiben, auch gar bald nach dem erlit­tenen wenig erheblichen Unfall mit Tod ab­gehen"; die Rheinisch-Westfiil. Hütten- und Walzwerks-B.-G.:Mit dem Verein sind wir der Auffaffung, daß eine große Zahl von Un­glücksfällen auf den Alkoholmißbrauch zurückzu­führen ist. Wir haben ferner die Wahrnehmung gemacht, daß geringfügige Unfälle bei Alko­holikern häufig schwere Folgen nach sich ziehen und dadurch zu einer hohen Rentenbelastung her B.-G. und ihrer Mitglieder führen." Die Badische landwirtschaftliche B.-E. stellt in ihrem Jahresbericht für 1905 fest, daß die Zahl bet Unfälle wieder eine kleine Steigerung, der Be­trag der Unfall-Entschädigungen dagegen eine höhere Zunahme aufweist. Zu den Ursachen, dieser Erscheinung wird bemerkt:Ein anderes Moment, welches von ganz bedeutendem Ein- fluß auf die Kosten der ganzen sozialen Gesetz-'

Wie schön, daß Sie sich mit dieser edle« Frau im Wohltun gefunden haben," saate sie. Justizrat Eberhard erzählte mir, daß die Ba­ronin beabsichtige. mir einen Besuch zu machen.- Ich bin ganz beschämt darüber und kann nicht begreifen, was die junge, verwöhnte Dame zu mir führen mag. Ich glaube gar, ddr gute Ju­stizrat und auch Sie, lieber Baron, haben in Ihrer Freundschaft für mich ihr ein zu schmei­chelhaftes Bild von mir entworfen. Eine arme Kranke, wie ich"

Die Baronin sucht ein Herz, das sie ver« steht," unterbrach sie Bruno. :

Badarf sie dessen?" ;

Wie jeder, der über die Gewöhnlichkeit hrnausragt. Sie ist eine seltene, hockangelegt«. Natur."

Das habe ich mir immer gedacht. Dik Welt freilich, di« solch« Naturen nicht versteh^ nennt ste hochmütig." i

Sehr mit Unrecht. Frauenstein und Schön.' walde wiffen von ihr das Gegenteil zu berich-I len, wie sie für jeden, wer es auch sei, ein teil»* nehmendes Herz und eine offene Hand hat."

Bruno warf dabei einen ermutigenden Blick auf Gertrud, die bisher zu bescheiden gewesen^ war, fich einzumischen Aber nun, da die Auk fotberung an sie erging, konnte sie fich nicht, genug tun im Erzählen von der Liebestätig-i keit bet Baronin, die hier wie in Frauenstein," allgemein nur ber Engel genannt würbe. ;

Sie und hochmütig?" schloß sie. ,.E» gibt nicht» Freundlicheres, Gütigeres, als sie."

.. ____ (Fortsetzung folgt.)