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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain Z

und de« Beilage«:ßtterarischer Kleiner-,Kandmirtschaftliche Heil«-,'* ««>JUustriertrs Hs«rttagsblatt".

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StB

Marburg

Smmtag, 4. Oktober 1908.

DK Jusertionsgebübr beträgt für die 7gespaltene Zeile ob« deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Iah. Aug. Koch, UniversttätSbuchdruckerei Inhaber Dr. ff Httzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

43. Jahrg«

Erstes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter.

Umschau im Ausland.

Marokko und der Balkan bleiben nach wie Dor die beiden Punkte, «<f die sich das Jntereste der äußeren Politik in der Welt konzentriert. Immer neue Zwischenfälle, meist untergeord- j rietet Art, sorgen dafür, daß es nicht erlischt, son­dern stets neue Nahrung empfängt. In Ma- i rokko ist es, wie bereits gemeldet, anläßlich der »Desertion deutscher Loldaten der französischen Fremdenlegion zu einem unliebsamen Renkontre zwischen unserem Konsul und i*n französischen Militärbeh'^-en gekommen. Die Deserteure hatten sich ins deutsche Konsulat geflüchtet, aber auf dem Wege zu einem Schiffe, das sie nach der Heimat befördern sollte, bemächtigte sich ihrer die französische Behörde und machte ihre Anrechte an sie als französische Soldaten geltend, trotz­dem unser Konsul dagegen Einspruch erhob, lieber die Frage, ob das französische Vorgehen berechtigt und mit den Bestimmungen des Völ­kerrechts in Einklang zu bringen ist, ob die deutsche Staatsangehörigkeit der Deserteure uns größere Rechte an ihnen verleiht als die Eigen­schaft als französischer Fremdenlegionär der französischen Republik, darüber sind die Mei­nungen durchaus nicht geklärt. Die ganze Frage 4st nach ihrer militärischen wie nach ihrer recht­lichen Seite hin genau zu prüfen. Soviel sicht aber fest, daß für jede von französischer Seite er­folgte Genugtuung gefordert und zweifelsohne auch gewährt werden wird. Von der französischen Presie hat sich nur derTernps" zu gehässigen und gänzlich unberechtigten Ausfällen gegen die deutschen Konsuln in Marokko hinreißen lasten, aber wenig Anklang oder gar Nachahmung bis­her gefunden. Der deutsche Standpunkt gegen­über der französischen Marokkopolitik ist in der Antwort auf die französisch-spanische Marokko­note festgelegt und wird auch durch diesen Vor­fall nicht geändert.

Auf dem Balkan ist das Verhältnis zwischen der Türkei und Bulgarien noch immer ein äußerst gespanntes, da letzteres nach wie vor an seiner widerrechtlichen Besetzung der ostrume- lischen Strecke der Orientbahn festhält, ohne sich auch nur die Mühe zu geben, diesen offenkun­digen Rechtsbruch zu entschuldigen. Die deutsche Regierung hat sich dem österreichisch-ungarischen Protest in Sofia angeschlosten, nachdem sie schon vorher zur Wahrung der deutschen Interessen die bulgarische Regierung auf die Schädigung hingewiesen hatte, die das in der Orientfrage angelegte deutsche Kapital durch diesen Gewalt­streich erleiden werde. Die Türkei hat bisher nur mündliche Vorstellungen in Sofia erhoben und auf ihre durch die §§ 10 und 21 des Berliner Vertrages begründeten Rechte an der Bahn hin­gewiesen. Für uns hat dieser türkisch-bulgarische Zwischenfall insofern noch besonderes Jntereste, als auch ihn dir englische Preste dazu mißbraucht, daß wir Bulgarien in dieser Angelegenheit un­terstützten. Diese englischen Anbiederungsver­suche bei den Jungtürken mögen darauf zurück- zusühren sein, daß es sich wegen Aegyptens bei ihnen in ein möglichst gutes Licht zu setzen wünscht. Dagegen ist hervorzuheben, daß Eng­land bisher noch keinen formellen Protest gegen den bulgarischen Gewaltakt erhoben und im Ziehen der Konsequenzen sich diesmal überhaupt sehr langsam gezeigt. Die bulgarische Regie­rung hat jetzt den Vertretern der Mächte ein Expose m'tteilen lasten, das ihre Stellungnahme begründen soll.

In Persien wird durch Manifeste wieder ein regeres Jntereste für das Parlament zu wecken gesucht, ohne daß besondere Ergebniste ge­zeitigt würden. Der Schah hält mit Hilfe der in seinem Dienste stehenden russischen Offiziere und in stillscheigendem Einvernehmen mit Eng­land seine Macht aufrecht.

Auch Oesterreich-Ungarn hat noch seine besonderen Balkansorgen, die mit dem Doppelverhältnis Bosniens und der Herzegowina als türkisches Land mit dem Sultan als Landesherrn und als Besitztum der habsburgischen Monarchie Zusammenhängen. Die vor kurzem verbreiteten Gerüchte über eine endgültige Besitzergreifung durch Oesterretch-

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Ungarn werden bereit, wieder dementiert, dage­gen bestätigt es stch, daß da« Rekrutenkontingent der Okkupationsländer erhöht wird. Auch im Norden der Monarchie to$t der Kampf zwischen Deutschen und Tschechen weiter und droht zu einer Mintsterkrifi« zu führen, da die Tschechen au« der Regterungsmajorität im Reichsrate aus­treten wollen, wenn ihren Wünschen in Böhmen nicht entsprochen wird. Die Deutschen dagegen wollen die Obstruktion bis zu den äußersten Konsequenzen sortsetzen, nicht» von einer Aus­gleichskommission wisten und verlangen Zwei­teilung der Landesvenvaltung.

In B e l g i e n ist es in der Hafenstadt Ant­werpen zu einer großen Arbeitslosendemon­stration gekommen, die dank dem Entgegenkom­men der städtischen Behörden, die eine namhafte Unterstützung der Arbeitslosen au» öffentlichen Mitteln zusagten, ruhig verlief. Sonst steht noch immer di« Kongofrag« im Mittelpunkte des all­gemeinen Jitterrstss. Nachdem nunmehr d?4 Uebernahme des großen zenttalafrikanischen Reiches als Sonderkolonie endgültig beschlosten ist, hält sich die belgische Preste darüber auf, daß das Prestebureau des Kongostaates noch immer besteht. Man wirft ihm vor, daß es seine Stel­lung und großen Mittel zu Bestechungszwecken mißbraucht habe und fordert daher seine Auf­lösung.

A'iU'eS

Das Abschiedsgesuch des Prinzen Bern­hard zur Lippe ist vom Kaiser unter dem 29. d. Mts. unter gleichzeitiger Zustellung eines freundlichen Handschreibens an den Fürsten Leopold genehmigt worden.

Anläßlich des goldenen Priesterjubiläum« des Papstes wird auch der Kaiser dem Papst seine Glückwünsche zum Ausdruck bringen. Der Oberpräsident der Rheinprovinz, Freiherr von Schorlemer-Lieser, wird, nach demLok.-Anz."> in dieser Mistion nach Rom reisen und ein kaiser­liches Handschreiben überreichen.

Der Status der Steuerreform ist nach derNeuen Polittschen Korrespondenz" zurzeit der nachstehende: Seit Montag werden die Vor­lagen von den Bundesratsausschüsten fort­laufend in täglichen vielstiindigen Sitzungen be­raten. Die erst« Lesung findet voraussichtlich gegen den 15. Oktober statt, und di« zweite bald nach dem 20. des Monats. Hieran schließt stch die Drucklegung, so daß mit Sicherheit darauf gerechnet werden kann, daß der am 4. November zusammentretende Reichstag die Vorlagen fer­tig vorfinden wird. Es steht fest, daß Aen- dcrungen grundsätzlicher Art, d. h. der Ersatz der in Aussicht genommenen Vorlagen durch andere, die etwa neue Steuerobjekte ins Auge fasten, nicht stattfinden. Die Grundlagen der Reform bilden bekanntlich Vorlagen über die Besteuerung des Alkohols in allen seinen For­men sBranntwein, Bier und Wein), des Ta­baks ferner eine Nachlaßsteuer, Vorschläge für die Besteuerung der Elektrizität und des Gases, sowie schließlich Vorschläge üb«r die Regelung der Matrikularbeiträge. Wie wir hören, ist der zu deckende Bedarf mit größter Sorgfalt und unter Berücksichtigung erheblicher Erspar- niste und Abstriche bei den Forderungen der einzelnen Restarts berechnet worden, so daß von einer Willkür in der Aufstellung und von der Anschauung, daß etwa Reservesteuern in Aus­sicht genommen seien, die hinterher fallen ge­lassen werden sollen, nicht die Rede sein kann.

Regelung de» Schulkonzesstonswesens. Im Reichsamte des Innern befindet sich, wie es heißt, «ine Novelle zur Gewerbeordnung in Vor­bereitung, die eine Regelung des Konzesfions- wesens im Schankgewerbe bezweckt. Es soll da­rin u. a. die Bestimmung getroffen werden, daß fortan nicht nur an Orten bis zu fünfzehntau­send Einwohnern, sondern allenthalben die obli­gatorische Prüfung der Bedürfnisfrage, di« bis­her nur durch Ottsstatut geregelt wurde, vorge­nommen werden. Ferner wird dem Animier- kneipen-Unwesen kräftig zu Leibe gegangen. Unter anderem soll in Schankkonzessionen für kleinere Wirtschaften unter gewisten Umständen ein Verbot weiblicher Bedienung ausgenommen werden. Außerdem steht die Neuregelung «ine größere Beachtung der hygienischen Erforder- niste bei der baulichen Ausstattung der Schank- lokalitäten vor, also ausreichende Venttlation usw. Schließlich soll auch der Flaschenbieryandel der Konzession unterworfen werden.

Som Heereshaushalt 1909/10. Gegenüber anderslautenden Meldungen stellt dieReue poltttfche Korrespondenz" fest, daß der Heeres­haushalt 1909/10, soweit Preutzea in Frage

kommt, an Neubildungen fordern wird: einen Kavallerirbrigadestab, ein Kavallerieregiment, «inen Kommandeur der Pioniere und ein Pio- nieichatatllon. Der Stab der 39. Kavalleriebri- Sade und da» Jägerregiment zu Pferde Rr. 6 ommen nach Erfurt; der Kommandeur der Pio­niere 18. Armeekorps und das 2. Nassauische Pionierbataillon Rr. 25 erhalten Mainz al» Standort.

Lin Besuch beim Fürsten Eulenburg. Der Herausgeber derAllg. Berl. Korr." hat dem Fürsten Eulenburg in Liebenberg einen Besuch abgestattet und gibt darüber einen langen Be­richt. Er schreibt: Der Berichterstater vermag al» Laie nur anzugeben, daß er stch einem völlig verfallenen Greise mit schneeweißem Bart und geradezu kindlicher Hilflosigkeit der Bewegung gegenüber befand. Mühselig stammelnd, nach dem Ausdruck ringend, flüsterte jedesmal nach wenigen Worten unterbrechend, der Fürst: Sa­gen Sie der Welt, daß ich den Prozeß nicht scheue. Sie sehen wohl, ob ich in meinem Zu­stande fliehen kann. Aber ich hätte fliehen kön­nen. mit Leichtigkeit und tausendfach, ehe es um meinen Leib so traurig stand. Graf Fritz Eulen­burg, der den Berichterstatter zum Wagen be­gleitete, erklärte, daß er leider an die Möglich­keit einer Genesung seine Vaters nicht glaube. Die Fürstin teilte dem Berichterstatter mit, daß bei ihrem Manne eine völlig« Erschlaffung aller Lebenskräfte eingetreten sei. Die Nachricht, für den Fürstensei in der Schweiz ein« Villa ge­mietet worden, sei erlogen. Bi» Weihnachten sei en einen Domizilwechsel garnicht zu denken. Dann allerdings werde der Fürst einen Kurort aufsuchen müsten, um noch einmal soweit herge­stellt zu werden, daß er eine Verhandlung über­stehen kann. Es würde jedoch ein Ort gewählt werden, besten Lage auch nur den Gedanken an einen eventuellen Fluchtverdacht völlig aus­schließt.

Bom Reichsgericht. Leipzig, ?. Ott. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Staats­anwalts gegen das Urteil des Landgerichts Bielefeü) vom 2. Juni d. I., durch welches der Diener des Geheimrats Hinzpeter, Josef An­toine, von der Anklage des Diebstahls freige­sprochen wurde. Antoine hat« sich einen Brief des Kaisers, eine Photographie des Kaisers mit seiner Unterschrift und eine Tlückwunschkarte des Prinzen Heinrich angeeignet. Das Bewußt­sein der Rechtswidrigkeit wurde verneint.

Dr. Barth und da» Vertrauen seiner Wähler. Der eine Teil des dreiköpfigen demo­kratischen Hauptes in Berlin, Dr Barth, zantt sich seit einiger Zeit mit dem Berliner Freisinn in nicht gerade schön zu nennenden Formen her­um. Sein ganzer Mannesstolz aber flammte auf, als man ihm vorwarf, daß er in Hirschberg tn Schlesien das Vertrauen seiner'Wähler voll­ständig verloren habe. Er titulierte in einer Versammlung, die zur Widerlegung dieser Ver­leumdung angesetzt war, seinen Gegner Abgeord­neten Kopsch,einen Maschinenpolitiker",halb­gebildeten Agitator",Verbreiter politischer Ge­dankenlosigkeit",Vertreter des rückständigen Spießbürgertum«" usw. Die Freisinnige Zei­tung, die von ihrem Gegner nach demottatischer Manier bett nicht anders bezeichnet wurde als verlogenesOrgan, gibt stch nun di«Mühe, an der Hand einer Wahlgeschichte v. I. 1881 nachzuwei­sen, daß seit dieser Zeit, wo Dr. Barth zum er­sten Male in den Reichstag einzog, er in keinem Kreide festen Fuß fasten konnte, sei es in Thü- tingen, in der Provinz Sachsen, Pommern, Schle­sien, Mecklenburg. Außerdem wird dem heute so prinzipientreuen Herrn sein Umfall in der Mili­tärfragenvorlage attestiert.

16 revisionistische Reichstagsabgeordnete! Bon den 43 sozialdemokratischen Reichstagsabge­ordneten wohnten, nach derDresdener Volks- ztg.", 38 den Verhandlungen des Nürnberger Parteitages bei. Von diesen stimmten 22 für di« Resolutton de» Parteivorstandes, nämlich Albrecht, Bebel, Brühne, Eichhorn, Emmel, Rich. Fischer, Eeck, Geyer, Hengsbach, Hoch, Horn, Ka­den, Ledebour, Lehmann, Metzger, Molkenbuhr, Singer, Scheidemann, Schwartz, Stadthagen, Stolle und Zubeil; 16 stimmten gegen die Reso­lution, nämlich Böhle, Bömelburg, Brey, Dr. David, Dietz, Dr. Frank, Frohme, Heine, Hilden- brand, Hue, Legien, Noske, Sachse, Dr. Süde- kum, Robert Schmidt und Ulrich. Armer Bebelk

Ein Postscheckverkehr

«ftb am L Januar der kommenden Jahre» er­öffnet »erden. Wir lesen über diese Einrichtunr I

in Berliner Blättern: Den vielfach von Städte« und Handelskammern laut gewordenen Wün­schen auf Errichtung von Postscheckämtern über die in Aussicht genommene Zahl hinaus wird di« Reichspostverwaltung keine Folge geben, da die neun Scheckämter, welche in Berlin, Breslau, Köln, Danzig Frankfurt a. M., Hamburg, Han­nover, Karlsruhe und Leipzig errichtet werden, als vollkommen ausreichend erachtet werden. Es ist dabei zu berücksichtigen, daß beispielsweise Oesterreich sein gesamte» Postscheckwesen von einem Amte in Wien aus bedient. Eine Er­richtung noch weiterer Remter als die oben an­geführten ist nach Ansicht der Postverwaltung auch au» finanziellen Rücksichten nicht möglich; denn sie rechnet bei dem neuen Dienstzweige, der für das Reich keine Einnahmequelle bedeutet, sondern lediglich di« entstehenden Ausgaben durch sich selbst decken soll, mit der Voraussetz­ung, daß nach Einrichtung des Scheckverkehrs der PLstüberweisungsverkeh: geringer Werden, de^ Eesamtverkehr aber zwischen Scheckamt, Postamt und Publikum sich schnell und glatt abspielen dürfte. Es scheint noch nicht ausreichend bekannt zu sein, daß vom 1. Januar ab ein Scheckkonto bei jedem Postamt eröffnet werden kann. Die neue Dienstanweisung für die Scheckämter wird in den nächsten Tagen bereits im Buchhandel zu haben sein. Die Dienststellen werden zur Be­quemlichkeit des Publikums besondere, für die Kontoinhaber unentgeltlich zu liefernde For­mulare führen, die die Ileberschreibung der zu zahlenden Stimme vom Konto des Zahlenden auf dasjenige des Empfängers z« erleichtern be­stimmt find. Dem Bedenken, daß fin auf den Namen des Zahlungsempfängers 'ausgestellter Scheck von einem Unberechtigten zur Zahlung vorgelegt werden könnte, wird durch die Be­stimmung entgegengetreten, daß der Scheck durch Jdostament nicht übertragbar ist.

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Heber den neuen Wastergesetzentwurf

teilt die Kreuzzeitung mit, daß di« von dem Landwirtschaftsministerium zu dem neuen Ent­wurf eingeforderten Gutachten jetzt von den verschiedenen Behörden und Erwerbsgruppen eingegangen sind. Die Rückäußerungen stimm- ten im wesentlichen dem Entwurf- bei, die Zahl der besonderen Wünsche ist zwar geringer al» beim Erscheinen de» ersten Entwurfs, immerhin aber noch ziemlich beträchtlich. Das Material ist bereits gesichtet und wird zur Zeit von einer Kommission durchberaten, di« aus Kommistaren des Landwirtschaftsministeriums und Mitglie­dern des Ministeriums der öffentlichen Arbeite« gebildet ist. Es ist zu erwarten, daß diese Ar­beiten spätesten» vor Ablauf des Jahres beendet sind. Der Entwurf soll dann dem Staatsmtni- sterium zur Entscheidung vorgelegt werden. Be­schlüste wegen der Einbringung des Gesetzent­wurfs sind zur Zeit noch nicht gefaßt worden. Hiernach ist also mit dem vorgenannten Blatte zu hoffen, daß diese seit lange schwebende Ange­legenheit demnächst einen entschiedenen Schritt vorwärts tut. Es scheint dies im hohen Maße fünschenswert, nach dem feit Veröffentlichung des 1. preußischen Wassergesetzentwurfs nahezu 20 Jahre verstrichen sind Preußen ist auf diesem Gebiete gegenüber den namhafteren Mittelstaa- ten leider tn das Hintertreffen geraten. Na­mentlich ist bekanntlich in Bayern im letzten Jahr« «in allgemeines Wastergesetz zustande ge­kommen, das zum wesentlichen Teile auf dem in jenem preußischen Entwurf und besten Begrün­dung gegebenen Material beruht.

' WiTattK

** Zur Lage in Böhmen. Wien, 2. Okt. Das Fremdenblatt" stellt gegenüber den Angriffen derNeuen Freien Preste" auf das Koalitions­regime, sowie gegen den angeknüpsten Plan, die Schwierigkeiten in Böhmen durch die Einsetzung einer Instanz für nationale Fragen zu mildern, fest, daß den unablästigen Bemühungen der Re« gierung die Beilegung einer ganzen Reihe von' Konflittsfällen in Böhmen, Mähren, Schlesien^ und Galizien, sowie in den südlichen Provinzen i gelang und daß stch die Kompromißpolittk bet Regierung auch im Parlamente, sowie in bet.: letzten Session der Delegatton bewährte. Wenn; mit allen diesen zahlreichen und ansehnlichen j Detailerfolgen so fährt dasFremdenblatt* s fort die große nationale Frage auch nicht: prinzipiell und tn großem Zuge gelöst ist, so' können fte doch nut ermuntern, denselben Weg! beharrlich weiter zu vetfolgen. Die Regierung