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der Deutschen Reich 31855, aus Rußland 10 279, aus der Schweiz 2991, aus dem Königreich Groß« britannien 802 und aus den Vereinigten Staa­ten selbst 3715. Im Jahre 1907 wanderten ein 9" 936 Personen. Davon kamen aus Oesterreich- Ungarn 40 497, aus dem Deutschen Reiche 32 276, ans Rußland 13 480, aus der Schweiz 2996, aus d m KönigreichGroßbritannien 841 und Britisch- Rordamerika 1121 Personen. Ferner haben wir zu den Einwanderern deutschen Blutes die Nie- derlünder und Flamländer hinzuzurechnen. Von letzteren kamen im Jahre 1905 8498 Personen, im Jahre 1906 9735 und im Jahre 1907 12 467 Personen. Wir sehen, die Einwanderung deut­schen Blutes ist höher als aus den früheren nur die Herkunftsländer berücksichtigenden Sta­tistiken hervorgeht. Sie übersteigt im Jahre 1907 mit 105 403 Personen wieder die Hundert­tausend, während sie in den Jahren 1905 und 1906 mit 90 850 und 96 548 Seelen itahe an diese Ziffer heranreicht. (Vgl. Hans Heiderich, Nordamerikanische Bevölkerungs- und Raffen­probleme. Archiv für Raffen- und Eeselkschafts- Biologie. München 1907.) Die Zufuhr deutschen Blutes nach den Vereinigten Staaten ist also durchaus noch nicht ins Stocken gekommen. Das ist erfreulich für Nordamerika und zugleich wich­tig für die Zukunft der deutschen Raffe in der neuen Welt.

, Italien Oesterreich-Ungarn

.. Rußland

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und de« KKlage« r .Literarischer Anzeiger",Kandmirtschaftlichr Seitage" ««dIllustriertes Sorurtagsblatt".

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f8» tza» eierte Quartal 1108 cuf Die

berhefsische Zeitung- nebst ihre«

Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren ^,tsgabestellen in Kirch- chain, Neustadt end Wetter, sowie von asten Postanstatten und Landbriefträgern ent« gegengcuommeu.

lNochdruil verboten.)

Getrennte Welten.

Roman von Tlarissa Lohde.

(Fortsetzung.)

Marburg

Freitag. 2. Oktober 1908.

Die Jnsertionsgebü oder deren Raum 15 P

Druck und Verlag: Joh. Bug. Koch, Universitätsbuchdruckerei

Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Zum deutsch-französischen Zwischenfall.

Pari», 30. Sept. Wegen des Zwischenfalle» in Casablanca hat Ministerprästdent Cle- menceau al» interimistischer Kriegsminister im Einverständnis mit Minister Pichon an General d'Amade eine Reihe sehr genau formulierter Fragen gerichtet, deren schleunige Beantwor­tung verlangt wird.

Zum Stand der Angelegenheit schreibt heute dieKöln. Ztg.": Der Zwischenfall von Casa­blanca wird mit einer Ruhe und Besonnenheit behandelt, die eine zuverlässige Bürgschaft dafür geben, daß sich an ihm nicht der Konflikt ent­zünden wird. Rur der Temps verwischt auch jetzt seiner leidigen Gewohnheit gemäß den Ein­druck der Mäßigung, die er sich aufzwingt, durch Töne, deren Anmaßung notwendigerweise noch mehr verletzen müffen als der offene Angriff. Die großmütige Ueberhebung, mit der dieses Regierungsblatt die Angelegenheit behandelt, trägt nicht dazu bei, eine versöhnliche Stimmung vorzubereiten; Großmut beansprucht in Deutsch­land kein Mensch, wir verbitten sie uns im Ge­genteil auf das nachdrücklichste. Was wir geben wollen, und was wir verlangen ist einzig und allein Gerechtigkeit. Wenn deutsche Beamte Fehler begangen haben, so werden sie die Folgen ihrer Unbedachtsamkeit oder ihrer Unkenntnis tragen müffen; das sind wir in Deutschland ge­wohnt, und dagegen wird sich kein Einwand er­heben. Ebenso aber verlangen wir, daß die fran­zösischen Offiziere zur Rechenschaft gezogen wer­den, falls ihr Verhalten fehlerhaft war. Man kann es hier den französischen Offizieren nach­fühlen, daß sie zähneknirschend vor Entrüstung Verhältniffen gegenüberstehen, die sie zwingen, ruhig zuzusehen, wie die Deserteurs der Frem­denlegion sich durch die Flucht in ein ftemdes Konsular ihrem Machtbereich entziehen. Aber schließlich trifft sie dabei doch nur die Wirkung der eigenartigen Einstellung fremder Staats­angehöriger in das Heer, einer Institution, für die Frankreich und nicht Deutschland verant­wortlich ist. Die völkerrechtlichen Folgerungen, die sich daraus ergeben, find so schwieriger Na­tur, daß ste nicht im Handumdrehen klargelegt werden können, und e» ist ein wohltuendes Zei­chen des guten Willen«, daß man sich auf beiden Seiten der Versuchung erwehrt, fich nach dieser Richtung durch Eefühlserregungen und -erwäg- ungen, dis später nur durch unbequeme Selbst­überwindung zurückgenommen werden können, festzulegen. Das französische Oberkommando hat bekanntlich den Nachdruck seiner Beschwerde ge­gen den deutschen Konsul darauf gelegt, daß die­ser nicht nur den deutschen Legionären, sondern auch Angehörigen fremder Staaten freies Geleit zu dem ste dem französischen Befehlsbereich ent­ziehenden Dampfer gewährt babe. Trifft die Tatsache zu, so wird sich die völkerrechtliche Un­tersuchung wohl vor allem damit zu beschäftigen haben, ob der deutsche Konsul zu einem solchen Vorgehen berechtigt war.

Die Gesamtauswanderung von Großbritan­nien, Irland, Skandinavien und Deutschland ist vcn 632 000 auf 201 000 Personen gesunken, während diejenige von Italien, Oesterreich­

mild traurigen Ausdruck fich über ste beugte, um dem Arzt beim Anlegen des Verbandes zu hel­fen. Dabei hörte er ihre weiche Stimme sanft und tröstend der Verletzten zusprechen.

, Es wird ja bald wieder besser werden. Nur Geduld ,Dörte nur Geduld!"

O, mein Gott!" jammerte die Frau.Er läßt ja doch nicht vom Trinken, der Fritz. AL, meine Kinder, meine armen Kinder! Was wich au« ihnen, wenn ich nicht mehr arbeiten kann."

Du wirst nicht verlassen sein, Dörte," suchte Editha ste zu beruhigen.Auch wenn ich fort bin, wird Gertrud Wese hier meine Stelle ver­treten. Und Euer neuer Herr verläßt Dich ge­wiß euch nicht. Er hat ein Herz für die Armen, das Miß ich"

3a, ja, das habe ich schon gehört, und er war ja auch schon hier," fuhr die Frau fort, Aber, was kann er tun? O, es ist ein Elend, ein Elend."

Jetzt trat Bruno dem Lager näher.

Ich danke Ihnen, liebe Schwägerin," sagte er zu dieser, die angenehm überrascht zu ihm aufsah,daß Sie die Schulz an mich weisen, der von rechtswegen für ste zu sorgen und ste zu schützen hat."

Ich hatte Gertrud schon gebeten," erwidette fi« freundlich,einmal Rücksprache mit Ihnen wegen dieser Aermsten hier zu nehmen. Wie gut, daß es nun der Zufall so fügt, daß wir un» an dem Schmerzenslager der unglücklichen Frau treffen. Vielleicht geleiten Sie mich ein Stück Wege» zum Förster, deffen kranke Frau ich eben besuchte, und wo mein kleiner Günther mft bet Bonne und mein Wagen auf mich warten.^

(Fortsetzung folgt.)

Ungarn und Rußland von 82 000 auf 883 000 Personen gestiegen ist. Die Einwanderung au» den drei letzten Staaten allein übersteigt die Eesamteinwanderung de» Jahre« 1882 um bei­nahe 100 000 Seelen. Im ganzen wanderten ein im Jahre 1907 1 285 349 Personen. Eine ge­waltige Zahl. Rund eine halbe Million mdjt als im Jahre 1882. Da ist in der Tat zu be­greifen, wenn die Amerikaner beginnen, sich diese gewaltigen Einwanderermaffen, mit denen zusammenzuleben und zusammenzuwirtschaften sie doch genötigt sind, etwa» näher anzusehen, ja sie auf Herz und Nieren inbezug auf ihre Brauch, barkeit zu prüfen.

Ist nun in der Tat die deutsche Einwander- und so stark zurückgegangen, wie es den Anschein hat?

Wenn wir die offiziellen Zahlen der ameri­kanischen Einwanderungsstatistik betrachten, so finden wir die Zahl der Einwanderer au» dem Deutschen Reiche angegeben: im Jahre 1904 auf 46 380, 1905 auf 40 574, 1906 auf 37 564 und 1907 aus 37 807 Personen. Diese Zahlen aus dem Herkunftslande allein geben kein richtiges Bild, da hier die Raffen nicht getrennt sind und wir die Deutschen aus Oesterreich-Ungarn, der Schweiz, Rußland usw. den deutschen Einwan­derern hinzuzählen müssen. Neuerdings hat :»un dir amerikanische Statistik eine schärfere Scheidung auch nach Raffen vorgenommen und da finden wir die Deutschen bedeutend stärker vertreten. Hiernach wanderten ein: im Jahre 1905 82 360 Deutsche. Davon kamen (wir et« wähnen nut diejenigen Länder, die annähernd 1000 drutsche Auswanderer aufzuweisen haben) aus Q^erreich 7883, aus Ungarn 25 759, aus dem Deutschen Reich 35 325, aus Rußland und

machte oder Alter und Krankheit die Arbeits­kraft minderten. Wese hatte ihm die Würdig­sten genannt; denn wie überall, gab es auch hier Faule, Nichtstuer und Trinker, denen es nicht zum besten ging. Dort wohnten denn auch Elend und Unzufriedenheit. Bruno aber hatte auch diese Häuser betreten, um zu sehen, ob nicht doch etwas zu ändern und zu beffern wäre. Na­mentlich schlecht stand es mit der Familie des Tagelöhners Schulz, eines noch jüngeren Man­nes, der ein Gewohnheitstrinker war und seine arme Frau, die eine Anzahl kleiner Kinder be­saß, in rohester Weise mißhandelte. Das atme Weib sah wie ein Schatten aus, so bleich, ver­fallen, und doch arbeitete ste unverdroffen, um für die Kinder, um die der Vater sich nicht kümmerte, das tägliche Brot zu verdienen. Das Häuschen, in dem sie wohnte, war eines der letzten des Dorfes, nicht weit davon begann der Wald, an deffen Rand ein schmuckes Forsthaus stand, wo der Förster Brandt, auch ein Altbe- diensteter des verstorbenen Baron», mit feiner kranken Frau hauste.

Da» Forsthau« war heute da» Ziel Bruno«. Er wollte mit dem alten Förster wegen der Ausschmückung der vom Bahnhof nach dem Schlosse führenden Straße Mr den Sonntag sprechen und ihm sogleich die Weisung geben, die Frau Schulz zum Winden der Girlanden vor den anderen Tagelöhnerftauen zu berückstchttgen, da ihr Mann, wie ihm btt Amtmann geklagt hatte, schon wieder in der Trinkperiode sich be­finde, wo et von seinem Verdienst keinen Pfen­nig nach Haufe bringe. Zu seiner Verwunder­ung sah er Einspänner vor dem Schulze« schrn Hause ha-t.'n, dem fich dürftig geltet»

Der König von Spanien in Bayern. München, 30. Sept. Die Königin von Spanien fuhr heute Vormittag im Automobil nach Tegernsee, begleitet von der Prinzesfin Beatrice von Sachsen-Koburg und Gotha. Im Schlöffe Tegernsee wurde die Königin von der Herzogin- Witwe von Koburg, der Kronprinzessin von Ru­mänien mit ihren Kindern, sowie dem Groß­fürsten und der Großfürstin Kyrill von Ruß« land empfangen. Um 12y2 Uhr fand Frühstücks­tafel statt. Am Nachmittage macht die Königin mit den anderen in Tegernsee weilenden Fürst« lichkeiten einen Ausflug nach Bad Kreuth. Der Prinzregent hatte fich vor der Abfahrt der Kö­nigin von Spanien von dieser verabschiedet, da er fich heute Nachmittag nach Berchtesgaden be­gibt. Landau, 80. Sept. Der König von Spanien nahm die Parade über das 5. Ar­tillerie- und das 18. Infanterie-Regiment ab und ritt unter dem Spiel der spanischen Natio­nalhymne die Front ab. Hierauf erfolgte eine Attacke der reitenden Arttllerie mit dem Könige an der Spitze. Alsdann fand ein Frühstück im Offizierskasino des 5. Artillerie-Regiments statt. Die Abreise de» Königs nach München erfolgte um 11 Uhr 15 Minuten. München, 30. Sept. Der König kehrte nachmittags im Sonderzug von Landau hierher zurück und begab sich nach kurzem Aufenthalt nach Tegernsee zum Besuch der Herzogin-Witwe von Sachsen-Koburg' Gotha.

Die geplante Rückkehr zur altpreußischen Sparsamkeit wird zur Tat. Es ist eine Kommis« ston aus Vertretern aller Zweige der preußischen Verwaltung unter dem Vorsitz des Unterstaats­sekretärs im Ministerium des Innern Holtz ein­gesetzt worden, die prüfen soll, wie die Verwal­tung aller Dienstzweige vereinfacht und ver« beffett und damit auch sparsamer eingerichtet werden kann. Man will dabei besonders die von bet Eisenbahnvetwaltung seit ihrer Neugestal­tung im Jahre 1895 gemachten Erfahrungen be­nutzen.

Die Zeppetinspende. Stuttgart, 30. Sept. Bei der allgemeinen Rentenanstalt find für die Zeppelinspende bi« heute 5 Millionen einge­gangen.

Schutzfrist auf 60 Jahre. Mainz, 30. Sept. Der Kongreß bet Association litiäraire et artt- stique internationale beschloß in seiner soeben beendeten Verhandlung bei dem Reichsjustizamt zu beantragen, daß die Schutzfrist für Kunst« werke usw. auf 50 Jahre verlängert werde.

Verdrängung be» Alkohols. Auf Veran­lassung des Kaisers soll, wie Berliner Blätter melden, in den Militärkantinen neben Bier noch kalter und warmer Teeje nach der Jahres­zeit geführt werden, die Mannschaften sollen über die Schädigung des Alkohols vor und nach anstrengenden Märschen gewarnt und ihnen der Teegenuß empfohlen werden. Die fahrbaren Feldküchen gaben im diesjährigen Kaiser« nmnöver neben Kaste auch Tee für das Biwak ab, der von den Mannschaften gern genoffen wurde. Auch im preußischen Eisenbahndienst ist da» Bier und de: Schnaps aus dem Dienst

Man abonniert auf dir ^gl'.ch erscheinendeOberhessische Bettung" bei allen Postämtern und unfern ZeitungSstellen in « 232 »Irchhat t und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21.

*" Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne

Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

bete Kinder tummelten, während die niedere Tür offen stand und einen Einblick in den weiß getünchten schmalen Flur gewähtte. Am Fen­ster saß ein halbwüchsiges Mädchen, die Schürze vor den Augen, wie es schien, bitterlich weinend. Bruno winkte einen der größeren Jungen heran, der vor ihm die Mütze von dem strohgelben Haar zog, und fragte:Warum weint denn Eure Schwester?"

Ach, der Mutter gehts fo schlecht. Vater hat sie gestern ganz zerschlagen."

Elender Kerl," grollte Bruno innerlich, dem ihn dummdreist anstarrenden Bengel die Zügel zuwerfend. Er befahl, ihm das Pferd zu hal­ten, er wolle selbst nachsehen.

Der Dottor au» Frauenstein ist drin," grinste bet Junge.Die Frau Baronin hat ihn hergeschickt. Sie ist auch drin mit dem Fräu­lein."

Welches Fräulein?"

Nun, des Herrn Amtmanns Tochter."

Bruno schritt rasch dem Hause zu. Er wußte s» schon von Wese, daß Editha ihre Wohltaten bis hier nach Schönwalde aurwehnte. Noch war er ihr jedoch auf ihren Samaritergängen nicht begegnet. Um so freudiger begrüßte er jetzt die Gelegenheit, mit ihr über das Wohl der unglück­lichen Familie, die auch ihm so viel Sorge be- ieitete, zu beratschlagen. Ein eigenartiges Bild ot sich ihm, al» er unbeachtet, denn alles war um das Bett der kranken Frau beschäftigt, wel­cher der Arzt eben einen Verband anlegte, die niedere Tür aufltteh. Gertrud Wese stand am Kopfende de» Bette» und hob den Oberkörper bet Kranken, bi« an bei Schulter verletzt zu fein schien, während Editha mit dem ihr eigen««,

Finnland 6722, aus der Schweiz 3094 und aus dem Königreich Großbritannien 1171. Im Jahre 1906 wanderten ein 86 813 Personen. Da­von kamen aus Oesterreich-Ungarn 34 848, aus

Nun. mir ist ein Solider lieber," gab der Andere zurück.Bester weniger sicher haben, als vieles unsicher. Aber natürlich, solch jungem Epiinginsfeld, wie Du, dem gefällt das. Moch­test wohl lieber mit dem Herrn Baron zu den Rennen und dort mit wetten und Deine erspar­ten Groschen anbringen, als hier auf dem Hofe bleiben, wo es still und anständig hergeht?"

Nun, und wenn ichs wollte? Du wirst mich davon nicht abhalten!"

Er ging, die Hände in den Hosentaschen, mit Ackern Auflachen in den Stall zurück an feine Arbett, das Putzen des Riemenzeuges.

Ist auch nichts an Dir verloren," brummt« .der Kutscher ihm nach.Kriegen alle Tage fernen besseren, bist solchen guten Herrn, wie den ,Herrn Baron hier, gar nicht wert."

yiuno ritt währenddessen am Hause de« Amt» Manns vorüber, die Dorfstraße entlang, an der üu beiden Seiten die kleinen, aber wohlgehab tenen Häuschen der Bauern und Tagelöhner fianden, manche mit weißen Vorhängen und blühenden Blumen vor den Fenstern, einem Earrchen vor der Tür, schmuck und einladend ein Zeichen, daß-hier immer eine gute Herrschaft ge- »altet hatte und eine gewisse Wohlhabenheit herrschte. Bruno hatte mit dem Amtmann Wese alle diese Leute, die ihn mit Ehrenpforten und wehenden Fahnen empfangen hatten, besucht. Hier und da war man ihn mit Bitten angegan» gen, wo zu viel Kindersegen das Brot knapp

Die deutsche Auswanderung nach den Bertintßten Staaten von Nordamerika seit dtA Lahre 1903.

Uncle Son kam in Verlegenheit. Ihm, bem herrlichsten von allen, de^ von Kindsbeinen an seine Vollkommenheit und Unübertrefflichkeit von Eltern, Lehrerinnen und sonstigen lieber« So.trioteil täglich unter die Nase gerieten wird, im, der überlegen lächeln» von der hohen Warte seines unvergleichlichen Amerikanettums aus auf die zurückgebliebene deg--«rier r in Knechtschaft schmachtende Bevöli^ung Euro« pas herabsieht, ihm läuft eine GSr-Aaut über den Leib beim Eintreffen eine» jedeir.x**; Heber­st" kommenden Paffagierdampfers, be<, jedes­maligen Erblicken der neuen AMmmlinge die ihm minderwertig und für d<, gelob'« Land, für fein teures Amerika in «einer Weise paffend und geeignet erscheinen. Waren es früher die Deutschen, die ihm Besorgnis einflößte^, wen» fhnr vorgerechnet wurde, daß in Newyotk mehr Deutsche leben als in Hamburg, in Chicago mehr el in München usw., so hat sich jetzt das grtinb- lich geändert. Nicht mehr die Deutsch», sind es, deren Anwesenheit er fürchtet Von dere-». Un« aefährlichkeit hat er sich längst überzeugt. Sie find leicht zu verdauen. Nach kurzer Frist sind sie überzeugte und begeisterte Amerikaner. Nein andere Elemente, ferner stehende: Italiener, Slawen und russische Juden find es, die ihm jetzt das Herz beschweren. Ihr Kinderreichtum, ibr Festhalten an heimischer Sitte und Sprache, iyr kultureller Tiefstand und nicht zuletzt ihre gän^ liehe Mittellosigkeit geben ihm zu denken und lassen ihn den früheren Zustand, die starke deutsche Einwanderung sehnlichst zurückwünschen. : Vergleichen wir da» Jahr 1882, welches mit rund 788 000 Seelen die größte Einwanderungs-

Einwanderung 1882

aus Großbritannien u. Irland 276 000

Skandinavien Deutschland

zifier des verfloffenen Jahrhunderts aufzuweisen batte, mit dem Jahre 1907, dem Jahre mit der stärksten Einwanderung Überhaupt, so wir rund: