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43. Jahrg.

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(Fortsetzung folgt)

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schäften stattfanb. Im Repräsentationssaal nahm der König einen Ehrentrunk entgegen. Heute Abend fand zu Ehren des Königs und der Königin von Spanien in der Residenz große Hoftafel statt, vor deren Beginn der König dem Prinz-Regenten das Eroßkollier des Orden- Karls des III. überreichte. Im Verlaufe der Tafel brachte der Prinz-Regent einen Trink- spruch aus auf das spanische Königspaar. Der König von Spanien dankte in seiner Erwide- rung für den wahrhaft großartigen Empfang und sprach ferner im Namen der Königin den Dank dafür aus, daß der Prinz-Regent die Gnade gehabt habe, die Patenstelle bei ihrem zweiten Sohne zu übernehmen.

Zum Unglück auf der Hoch- und Unter­grundbahn. Berlin, 28. Sept. Nach den Mittei­lungen der Hoch- und Untergrundbahn ist die­selbe zum Teil durch Versicherung sowohl gegen den Sachschaden als gegen die zu zahlenden Un­fallentschädigungen gedeckt. Die Verwaltung hofft, daß die ihr aus diesen Versicherungen zu­fließenden Beträge zusammen mit den von ihr selbst für solche Fälle reservierten Fonds für die daraus erwachsenden Verpflichtungen ausreichen werden.

DerFall Lippe" erledigt. Prinz Bern­hard zur Lippe dementiert selbst in derLippe- schen Landeszeitung" die Nachrichten über die Gründe seines Austritts 'aus dem preußischen Heere. Er schreibt:Ich habe vielmehr meinen Abschied aus dem militärischen Dienst lediglich aus rein privaten, persönlichen Gründen er­beten, da ich beabsichtige, mich mit landwirt­schaftlichen und kolonialen Studien zu befasien. Es ist mir im höchsten Grade peinlich, daß au» meinem Entschluß derartige gänzlich unrichtige und meine Loyalität in Frage stellende Kom­binationen gezogen werden könnten, zu denen irgendwelcher Grund in keiner Weise vorlag." DieLipp. Landeszeitung' schreibt dazu:Wir. bedauern außerordentlich, daß unser Gewährs­mann unrichtig informiert war ifNt uns in die­sem Punkte unrichtig informiert hat."

Graf Zeppelin und Major Groß. Zu dem von der BerlinerMorgenpost" verbreiteten Ge­rücht von einem Konflikt zwischen dem Grafen Zeppelin und Major Groß wird dieBerliner Universal-Korrespondenz" von der Militärbe­hörde ermächtigt, folgendes zu erklären:Von einem Konflikt zwischen diesen beiden Aero­nauten ist im Kriegsministerium nicht das Ge­ringste bekannt. Es beruht auf einem Irrtum, wenn behauptet wird, daß mit dieser Angelegen­heit sich bereits das preußische Militärkabinett befaßt haben soll. Graf Zeppelin war Freitag vormittag lediglich zu dem Zweck nach Berlin gekommen, um mit dem Reichsamt des Innern wegen Abnahme seines Luftschiffes persönlich zu verhandeln und um eventuell mit der Behörde den Zeitpunkt des nächsten Aufstiegs zu verein­baren." Major Groß selbst hat demLok.-Anz." auf eine Anfrage erklärt, daß ihm von allen die-

Die JnsertionSgebühr betrag oder deren Raum 16 Pfennig, f:

volver an die Stir» hielt, war ein Marineoffizier, zweiter Hafen­offizier. Der Koiffulatssekretär wies diesem einen vom Konsulat in französischer Sprache ausgestellten Ausweisschetn vor. Trotzdem be­schütze weder er noch der erste Hafenoffizier ihn gegen die Angriffe des Militärs. Der Ange­stellte des österreichischen Konsulats, der den österreichischen Deserteur begleitete, wurde mit Fesselung bedroht. Allgemein wird das Ver­halten des Konsulatssekretärs, der, obwohl ge­schlagen, die ihm anvertrauten Deserteure mit seinem Leibe deckte und erst freigab, als der Wi­derstand nutzlos war, sowie das des Vizekonsuls Mänse, der durch sein kräftiges Auftreten die Freilassung des blutüberströmten bereits ge­fesselten Konsulatssoldaten erlangte, gerühmt. Vizekonsul Mänse erntete für sein Verhalten bei der Beschießung Casablancas bereits die An­erkennung der Deutschen. Der Konsulatssekre­tär Just und der Konsulatssoldat, letzterer mit einer schweren Kopfwunde, liegen danieder."

Man kann verstehen, daß in Tanger und in Marokko überhaupt Vie Erbitterung der Deut­schen sowohl wie aller Nichtfranzosen über ein derartiges Vorgehen eine bedenkliche Höhe er­reicht hat. Es bedarf daher erwartet werden, daß die deutsche Regierung, vorausgesetzt daß die Darstellung derKöln. Ztg." sich bewahrheitet, den französischen Operettenhelden in Marokko etwas deutlich vor Augen führt, daß die Deut­schen im Auslande einen wirksamen Schutz in ihrer Heimat haben.

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Dir heutigen Stummer liegt bet Kreisblatt Nr. 77.

Sie sah das freilich nicht ein, schwieg aber klüglich, in der Hoffnung, doch noch den Sieg zu gewinnen. Wo bliebe die Macht der Frau, wenn der Mann schon als Verlobter seinen Willen gegen den der Braut durchsetzen wollte? Ver­spürte sie doch nicht die geringste Lust, den gan­zen Sommer in dem heißen Berlin zu bleiben um so weniger, wenn Bruno fern von ihr bei seiner Arbeit in Schönwalde saß und sie ihn vielleicht nut Sonntags zu sehen bekam, was et vothin schon angedeutet hatte. An Btuno wat es diesmal, nachzugeben, das stand fest bei iht.

behaupten, deutsche Vermittler hätten seit lan­gem planmäßig die deutschen Fremdenlegionäre zur Desertion verleitet. Zwar bestreitet man andrerseits das durch die bestehenden Kapitula­tionen gewährleistete Recht Deutschlands, deser­tierte Fremdenlegionäre, die an amtlicher deut­scher Stelle ihre deutsche Staatsangehörigkeit bewiesen haben, in die Heimat befördern zu las- l sen. Doch glaubt man, daß die z. Zt. in Ma- I rokko bestehenden Verhältnisse ein derartiges I Vorgehen rechtfertigen. Andere Blätter erwar­ten von dem Zwischenfall Aenderungen in dem I Institut der Fremdenlegion. General d'Amade gab dem Berichterstatter des Matin in Casa- I blanca über den deutsch-französischen Zwischen­fall folgende Erklärung: Wir befinden uns hier in einem militärisch besetzten Gebiete und im Kriegszustände. Nach den militärischen Bestimmungen haben die vorgeschobenen Posten auf Deserteure zu feuern. Wir haben sie nut zu Gefangenen gemacht, und haben also nur von dem Mindestmaß unserer Recht Gebrauch gemacht. Der deutsche Konsul ließ dem Berichterstatter sagen, das deutsche Konsulat habe die deutschen Staatsangehörigen zu schützen. Wir find im Auslande, wir haben unsere Pflicht getan. Derselbe Berichterstatter behauptet weiter, daß auch der österreichische Konsul Brandt die Deserteure an Bord des Schiffes begleitet habe.

Der Korrespondent derKöln. Ztg." sieht heute die Angelegenheit noch sehr ungünstig an, er meinte: Seit dem Beginn der französischen Be­setzung in Schauija find die deutschen Konsulate Rabat und Casablanca wiederholt von deutschen Deserteuren der Fremdenlegion um Schutz ange­gangen worden, der ihnen als nach Artikel 3 Absatz 6 her Reichsverfassung zusteh end gewährt wurde. Die Besetzung Schauijas diente lediglich Polizeizwecken, wie aus einem im März 1908 ge­fällten Urteil eines französischen Appellations­kriegegericht» in Sachen eines französischen De­serteurs erhellt; aber selbst bei dem Vorliegen einer kriegerischen Besetzung blieben die Kapi­tulationsrechte der europäischen Staaten unbe­rührt. Der Standpunkt des französischen Vize­konsuls in Casablanca, der die Herrschaft des französtschen Rechts annimmt, ist unhaltbar. Die Nichtigkeit des französischen Standpunkt an­genommen, dann wäre mit dem Eintritt der Be­setzung von Schauija die deutsche Konsularge- richtsbarkeit erloschen, wofür bekanntlich kaiser­liche Verordnung mit Zustimmung des Bundes­rats Voraussetzung. Der Vorfall gewinnt an Ernst, da es offenbar vonder franzö­sischen Militärbehörde absichtlich hetbeigeführt worden ist. Die von mir gemeldeten Tatsachen werden ftanzösischer- seits zugegeben. Die Zahl der deutschen Legio­näre betrug drei. Ihnen hatten sich drei Deser­teure österreichischer, russischer und schweizerischer Nationalität angeschlossen, alle in Zivilkleidung. Der Mann, der dem Konsulatssekretär den R e -

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Während offiziös beschwichtigt wird, wird der Vorfall auf anderer Seite seht ernst aufge­faßt. Französische Blätter, z. B. derMatin",

Zumdeutjch-ftanzösischen Zwischenfall in Casablanca.

Es liegen heute einige weitere Meldungen vor:

Paris, 28. Sept. Die Regierung hat von General d'Amade einen Bericht über die Um­stände bei der Inhaftnahme der desertierten Le- flionc-e eingefordert. Einer halbamtlichen Meldung zufolge wird, sobald die Antwort des Generals d'Amade über den Zwischenfall in Casablanca eingetroffen ist, die Angelegenheit den juiristischen Beiräten des Ministeriums des Aeutzern unterbreitet werden.

Köln, 28. Sept. Der Korrespondent der Kölnischen Zeitung" in Tanger schildert den Zwischenfall in Casablanca folgendermaßen: Als am 25. September mittags der deutsche Kon­sulatssekretär Just in Casablanca in Begleitung eines Konsulatsbeamten einige Legionäre, die sich unter den Schutz des Konsulates gestellt hat­ten zum Hafen in das Boot begleitet hatte, das sie zu dem deutschen DampferCintta" bringen sollte, wurde die Einschiffung durch französisches Militär verhindert. Das Boot schlug um, die Insassen fielen ins Wasser und gerieten in Ge­fahr, zu ertrinken. Die französischen Soldaten entrissen die Legionäre gewaltsam ihren Beglei­tern und schlugen den Konsulatssoldaten blutig; sie schlugen ihm derartig ins Gesicht, daß es an- schwoll; auch zerrissen sie ihm den Anzug. Just erhob gegen die Wegnahme der Legionäre Ein­spruch, worauf der Hasenkapitän ihn mit dem Revolver bedrohte. Darauf erschien der Vize- konsul Mänse mit einem Dragoman und ver­langte die sofortige Freilassung des Konsulats­soldaten, der in roher Weise gefesselt worden war. Die Entlassung wurde anfangs verweigert und erst auf wiederholtes formelles Verlangen I wurde der Soldat unter Vorbehalt weiterer Schritte freigegeben.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

tut» sr» KeUazeurjtterorischer Aas-iger",jimdwirtschaftliche SriUgr na*Ilinftrirrte« Sormtagsblatt«.

Mittwoch, 30. September 1908.

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König Alfons von Spanien in München. München, 28. Sept. Der König und die Königin von Spanien sind heute Vormittag eingetroffen und vom Prinzregenten, den Prinzen und Prin­zessinnen des Königlichen Hauses, den Staats­ministern und den Spitzen der Behörden feier­lich empfangen worden. Nach herzlichster Be­grüßung schritten König Alphons und der Prinz­regent die Front der Ehrenkompagnie ab. Nach der Vorstellung der Gefolge fuhren der König mit dem Prinzregenten und die Königin mit der Prinzessin Ludwig zur Residenz. Nach der Ankunft in der Residenz überreichte der Prinz­regent dem Könige von Spanien das Eroßkreuz des Militärverdienstordens, während die Prin­zessin Ludwig von Bayern als Großmeisterin des Therefienordens der Königin von Spanien den Therefienorden überreichte. Der König und die Königin von Spanien folgten mittags einer Einladung des Prinzen Ludwig Ferdinand zur Frühstückstafel in Schloß Nymphenburg, an der auch der spanische Minister des Aeußern teil­nahm. Der König und die Königin von Spa­nien unternahmen heute Nachmittag eine Rund­fahrt durch die Stadt. Gegen sechs Uhr begab sich der König nach dem Rathause, wo ein offi­zieller Empfang durch die städtischen Körper­

Man abonniert auf bie täglich erscheinendeOberhessiscbe -»/» nnn Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungrstellen in

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Auf der aus dunklem Grün eines ausge­dehnten Parkes stolz sich emporhebenden Kuppel des Schlosses Schönwalde wehte nach längerer Pause wieder die Fahne mit dem Wappen der Rothenfels lustig im Winde. Der neue Herr, rote Bruno im Dorfe überall genannt wurde, hatte seinen Einzug gehalten. In den herrschaft­lichen Stallungen wieherten wieder einige Reit- und Wagenpferde, Rettknecht und Kutscher gin- gen geschäftig auf dem Wirtschaftshofe ihrer Ar­beit nach. Das Schloß selbst, nicht groß, aber vom kostbarsten Material erbaut, eine Sand­steinfassade mit einem von Marmorsäulen ge­tragenen Portal, war ein wahres Bijou an Luxus und Geschmack. Das Untergeschoß ent­hielt die Wirtschaftsräume und Dienerzimmer. In dem mittleren Stockwerke befanden sich die Empfangs- und Eesellschastsräume mit dem Wintergarten und die Wohnzimmer für den Herrn und die Frau des Haufe»; das obere Ge­schoß aus dem sich die Kuppel malerisch erhob, enthielt, apßer deii zu beiden Setten sich reiben­den Schlaf, und Fremdenzimmern, ein rundes.

weites Gemach, das einen herrlichen Ausblick in die Ferne gewährte. Der verstorbene Besitzer hatte es zu einem Rauch- und Herrenzimmer ein­gerichtet, wohin er sich an Gesellschaftstagen mit feinen Freunden zurückzog, um da mit ihnen gemütlich bei der Zigarre zu plaudern oder eine Partie Skat zu spielen, da seine Gemahlin sehr empfindlich gegen Zigarrenrauch war.

Mit raschem Blick hatte Bruno, als er das Schloß durchwanderte, sich dieses Zimmer zu seinem Arbeitszimmer erwählt, wo er über die Wipfel der Bäume hinaus den Blick ins Weite schweifen lassen und, ungestört vom geschäftigen Treiben auf Hof und Feld, sich in die Welt sei­ner schaffenden Gedanken versenken konnte. Kalt und fremd mutete ihn im unteren Geschoß die Pracht der Einrichtung an, die in der Manier Watteaus gemalten Bilder mit Schä­fern und Schäferinnen, in deren puppenhaften Gesichtern nur Kunst, nirgends Natur zu finden war. Hierher in das Turmzimmer hatte er seine alten Möbel aus seiner Junggesellen­wohnung in Berlin bringen lassen, alle seine teuren Erinnerungen, das Bild der geliebten Mutter, unter dem jetzt in etwas zu prächtigem Bronzerahmen die Photographie feiner Braut hing, die sie ihm beim Abschied überreicht hatte, damit er, wie sie mit etwas süßsaurer Miene hinzugefügt hatte, sie während der langen Trennung nicht vergesse. Die Aufnahme war I etwas theatralisch, im Ballkostüm, mit ent­blößten Schultern und Armen, über die der I orientalische Schal, den sie auch an dem verhäng­nisvollen Abend desVerlöbnisses getragen hau«, I ran« etwas zu verhüllen, malerisch gebreitet lag. I Hk wat da» BiH einer schönen glänzenden I Talondam«, sinnberauschend und reizend durch |

gewiesen hatte, unter dem Porträt seiner Mut­ter. Unwillkürlich ließ er sein Auge von dem sanften Gesicht oben auf das kokett herausfor­dernde seiner Braut gleiten. Wie ein Schmerz ging es durch feine Seele. Aber nein, das ist nicht Ellen, eine verfehlte Aufnahme d« Photo­graphen! Wie köpnre ich sie sonst lieben? Wi« sie mich lieben, dem alles Gemachte, alles der Natur wiederstreitende zuwider ift?

(Setrennfe Welten.

Roman von Clarissa Lohde.

(Fortsetzung.)

»Ich hoffe vielmehr, Ellen wird mir das ßpfer bringen," schloß er mit einem bittenden Blick auf feine Braut,und diesen Sommer von einer Reise absehen. Wir holen das Versäumte dann, wenn mein Wett vollendet ist, im Herbst bei de" Hochzeitsreise nach."

Ein fragender Blick Ellens flog zu ihrer Mutter hinüber.

Unmöglich!" wandte diese nun, wenn auch etwas zagend den Wünschen des Schwieger­sohnes entgegentretend, ein.Unser Arzt hat mir und meinem Manne eine Kur in Eastttn vorgeschrieben. Wir haben schon eine Wohnung berent, und Ellen hier zu lassen ist ebenfalls unmöglich, da, wie Sie wissen, lieber Schwieger- sohn, Winters während des Sommers auf ihre Villa in Baden-Baden gehen."

Du siehst, es geht nicht, Bruno!" flüsterte Ellen, sich zattnch an ihn schmiegend.Eieb Du diesmal nach. Was tut es, wenn Du Deine Ar­beit einige Wochen liegen läßt. Jetzt o bald Ichon uns wieder zu trennen, will mit durchaus nicht in den Sinn.

Mir auch nicht," stimmte Bruno zu,und tzeshalb hoffe icb daß sich noch ein Ausweg fin- »en wird, der Dir ermöglicht, in meiner Nähe iu bleiben. Denn ich kann beim besten Willen für die nächsten Monate an Reifen nicht denken. Ich habe einer Bühnenleitung gegenüber Ver- dftichtungen übernommen, denen ich nachkom- vwn muß; da« wirst Du einsehe», mein Lieb'/

den Ausdruck des ein wenig zur Seite geneigten Kopfes und den wie müde halb verdeckten und doch verlangend in die Welt schauenden Augen.

Bruno gefielt das Bild nicht. Diese kokett« Weltdame sollte seine künftige Frau sein, an deren Herzen er Ruhe und Erholung suchen sollte nach der Arbeit des Tages? Die Ee- nosstn seiner Leiden und Freuden? Am lieb­sten hätte er Ellen das Geschenk zurückgegeben; aber wie durfte er es, ohne sie zu verletzen. Sie hatte ihn so prüfend, so voll aufsteigenden Un­muts angesehen, als er kein Lob für das Bild hatte.

Man findet die Photographie allgemein ganz besonders gelungen," hatte sie bemerkt.

Mir ist das Original lieber," war sein« Antwort gewesen.Aber da kein anderes Bild von Dir vorhanden ist, behalte ich es natürlich,, bis Dich irgend eine Kiinstleryand so wieder- gegeben, wie Du wittlich bist. Photographien sind ja nur ein Surrogat."

Das hatte sie beruhigt und sie würde zu­frieden sein, wenn sie bei ihrem Besuche am Sonntag den Platz sähe, den er ihrem Bilde an«