43. Jahrg«
ab Verlag: Joh. Tug- Koch, Universitätsbuchdruckerri Dr. T. Hitzrroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 56.
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Großes Unglück auf der Berliner Hochbahn.
Ein furchtbares Unglück hat sich Samstag mittag auf der Berliner elektr. Hochbahn ereignet. Der aus der Trebbiner Straße kommende Zug fuhr dem aus der Bülowstraße am Gleisdreieck in die Flanke, wodurch ein Wagen in die Tiefe stürzte und ein zweiter über dem Abgrund schwebte. E» find 13 Personen getötet und 8 schwer verletzt. — Weitere Meldungen liegen vor:
Berlin, 26. Sept. Die Darstellung der Gesellschaft der Hoch« und Untergrundbahn geht dahin, daß der Zug ab Leipzigerplatz 1.42 Uhr nach Bahnhof Möckernsrraße fahrend, das auf Halt stehende Ausfahrtssigiial überfuhr. Gleichzeitig fuhr ei« direkter Zug ab Bülowstraße 1.39 Uhr ebenfalls nach Bahnhof Möckernstraße, wodurch der Zusammenstoß verursacht wurde. Der erste Wagen brütet Klasse des Zuges Bülowstraßc-Möckerustraße fiel 14 Meter tief über die Rampe auf das Grundstück der Markt- und Kühlhailen-Gesellschaft herab, so daß das Wageudach unten lag. Die Schuld trifft den Fahrer, einen älteren Beamten, des Zuges ab Leip- tigerp^atz. Das Personal und die Insassen des Zuges Leipzigerplatz sind nach den bisherigen Feststellungen unverletzt. Beide Fahrbeamten des verunglückten Zuges der Bülowstraße sind schwer verletzt. Die bisher rekognoszierten Toten und Verwundeten sind Berliner, ausgenommen ein Passagier aus Perleberg. Außer der Feuerwehr und Aerzten erschienen sämtliche Sanitätskolonnen Berlins und seiner Umgebung au der Unglücksstätte. Die angrenzenden Straßen waren von einem nach Tausenden zählenden Publikum besetzt. Die Mehrzahl der Verwundeten trug schwere Bruchvcrletzungen davon, barunter ein Schädelbruch, Rippenbrüche, Beckenbrüche und Beinbrüche. Die Verwundeten wurden zunächst in Eiswagen der Gesellschaft für Markt- und Kühlhallen, auf deren Grundstück der abgestürzte Wagen liegt, in naheliegende Krankenhäuser gebracht. Erst später waren Krankenwagen zur Stelle. Der Führer, der das Haltesignal übersehen und dadurch anscheinend den Unfall herbeigeführt hat, befindet sich gleichfalls unter den Toten. Der Verkehr der Hochbahn ruht vollständig. Tausende von Menschen eilen zur Unfallstelle. Die angrenzenden Straßen find abgesperrt.
Berlin, 26. Sept. Bei dem Hochbahnunglück sind nach bisheriger amtlicher Feststellung tötlich verunglückt: Neander Gntheim, Steinmetzstr. 75; Levysohn, Stand und Wohnung unbekannt; Richard Lange, Naniiynstr. 3; Otto Kühntopf, Gitschiner- straße 36; Niko sch, Stand und Wohnung unbekannt; Paul Engel, Stand und Wohnung unbekannt; Kutscher Wilhelm Heinrich, Kumstraße; Fräulein Schmidt, wahrscheinlich Verkäuferin; Hugo Levysohn, Greifswalderstr. 224; Richard Wendt, Engelufer 1; ferner drei nicht festgestellte Herren und vier Damen.
Berlin, 26. Sept. Zum Hochbahnunglück wird noch gemeldet, daß die Vernehmung des Wo- iorführers Schreiber und fernes Begleiters Menoe bis zum späten Abend andanerte. Beide behaupten, sie hätten das Signal .Freie Fahrt" gehabt. Dem scheint der Befund des Blocks, der gleich von Technikern und Ingenieuren versiegelt wurde, zu widersprechen. — Eine noch nicht rekognoszierte Tote ist jetzt als Kindergärtnerin Käthe Blaß festgestellt.
Berlin, 26. Sept. Tie Königs. Eisenbahnbirektion- teilt mit: Nach bem vorläufigen Ergebnis der sofort vorgenommenen, vom Minister der öffent- llchcn Arbeiten auf der Unfallstelle angeordneten örtlichen Untersuchung muß angenommen werden, daß der bedauerliche Unfall auf Ueberfahren des Halt zeigenden HauptsigualS durch den vom Leipziger Platz kommenden Zug herbeigeführt worden ist. Weiteres wird der gerichtlichen Untersuchung Vorbehalten bleiben müssen, schon heute aber kann als feststehend angesehen werden, daß die Sicherungsanlagen der Hochbahngesellschast auf der Höhe des gegenwärtigen Standes der Technik sich befindeu. Es ist insbesondere durch die eingehende Unter- suchung örtlich festgestellt, daß die auf dem Gleis« dreieck befindlichen Signalanlagen durchaus betrieb#*
Ware« und tadellos gearbeitet habe«.
Berlin, 26. Sept. Das Gleisdreieck, worauf sich das Hochbahnunglück ereignete, ist eine besondere Einrichtung zur Erleichterung der Kreuzung der drei Hochbahnlinien Leipzigerplatz- Warfchauerbrücke, Zoologischer Garten-Leipziger- platz und Zoologischer Garten-Warschauerbrücke. Ein Augenzeuge, ein Angestellter der Krast- ftation, gibt folgende Mitteilungen: „Ich stand auf dem Hofe der Kraststation in der Trebbiner Straße und vernahm plötzlich einen lauten Schrei. Emporblickend sah ich, wie ein auf dem direkten Gleis heranbrausetlder Hochbahnzug seitlich gegen den Schlußwagen eine vom Leipziger Platz kommenden, in gleicher Richtung fahrenden Zug stieß. Es erfolgte ein heftiges Krachen, und im nächsten Augenblick flog in einem förmlichen Bogen der erste Wagen dritter Klaffe des anfahrenden Zuges über den Bahndamm hinweg nach dem Hofe der Gesellschaft für Markt- und Kühlhallen, der mit dem Hof der Kraftstation verbunden ist, hinunter. Gin unheimliches Krachen und Prasseln, ein entsetzlicher, markdurchdringender Schrei. Ich stand einen Augenblick wie betäubt. Als ich an den herabgestürzten Wagen herantrat, sah ich zu meinem Erstaunen neben demselben einen fremden Mann. Ihm lief das Blut aus einer klaffenden Kopfwunde; die Beinkleider waren zerfetzt. In der Annahme, daß ein Unberufener auf dem Hofe geweilt und von dem herabgefallenen Waggon gestreift worden fei, fragte ich den jungen Mann: „Wo kommen Sie her?" Er stierte mich kurze Zeit an, deutete dann auf den Hochbahnwagen und sagte mit tonloser Stimme: „Dort bin ich herausgekommen." Der Verletzte erzählte dann, daß er in dem Augenblick des Anpralles eine der Stützftangen ergriffen und unwillkürlich an das Fenster gestürzt sei. In demselben Moment aber erhielt er einen gewaltigen Ruck und wurde aus dem Fenster hinausgeschleudert. Dies geschah anscheinend in dem Augenblick, als der Wagen in die Tiefe flog. „Ich bin gerettet, meine Eltern find tot! Jetzt gehe ich nach Hause, was soll ich da!" Ohne eine Thräne zu vergießen, starren Auges taumelte der junge Mann zurück."
Die Folgen der Katastrophe wären noch weit verhängnisvoller gewesen, wenn nicht durch einen eigenartigen Zufall das Herab stürzen des gesamten Zuges gehindert worden wäre. In dem Moment des Anpralles schob sich der dem verhängnisvollen Wagen Nr. 8 folgende Wagen zweiter Klaffe auf den hinteren Teil des Vorwagens, drückte diesen ein und blieb auf deffen Hintergestell stehen. Dadurch gewann der Wagen zweiter Klaffe Halt, die Kuppelung riß auseinander, und der Rest des Zuges wurde vor dem Herabstürzen bewahrt. Das Bild, das sich den Rettern bot, war grauenhaft. Blutende, zuckende Körper wurden aus dem Wagen herausgeholt- einer Frau war das rechte Vein eingeklemmt, und sie mußte mit Aexten förmlich herausgehauen werden. Teilweise waren die Körper der Verunglückten zerrissen; einem Mann fehlte der Arm, einem Mädchen war der Kopf fast abgetrennt; Fleischstücke mußten von den Wagensplitern entfernt werden. Um 3 Uhr wurde der letzte Verwundete aus den s Trümmern befreit und schwerverletzt nach der = Unfallstation am Tempelhofer Ufer gebracht. Tragische Szenen ereigneten sich bei den Transporten der Verunglückten. Der erste Schwerverletzte wurde schon vor dem Eintreffen der Krankenwagen befreit und auf einen Eiswagen der Kühlhallen-Gesellschaft geladen, um nach ; dem Krankenhause in der Gitschiner Straße ge- : schafft zu werden. Er starb aber, bevor das ! Krankenhaus erreicht ward. Eine Frau, die gleich darauf aus den Trümmern hervorgezogen ward, brachten ein Arbeiter und ein Mitglied der freiwilligen Canitätskolonne nach der Unfallstation am Tempelhofer Ufer. Unterwegs richtete sie an die Träger die Frage: „Wie spät ist es?" Einer der Männer gab die Zeit an. In diesem Augenblick fiel die Frau auf der Bahre zurück und war tot. Der Wagenführer, der in den Trümmern des Führerstandes eingeklemmt war, konnte nur mit großer Mühe befreit werden. Der Mann wurde ohnmächtig hervorgezogen. Als man ihn auf die Tragbahre legte, erlangte er das Bewußtsein wieder, richtete sich halb empör, sah nach dem Bahnkörper hinauf und sagte: „Ich habe keine Schuld." Dann fiel er wieder besinnungslos zurück.
Die Namen der Toten und Verwundeten sind nach Mitteilung der Direktion der Hochbahn-Gesellschaft folgende. Tot sind: 1. Käte Blaß, Ma« riannenplatz 4. 2. Paul Engel, Angestellter be»
„Kaufhaus des Westens." 3. Else Gentes, genannt Scholz, Blücherstraße 23. 4. Neander Gutheim, Skinmetzstraße 75. 5. Hoheisel, Rix- dorf, Fliederstraße 13. 6. Wilhelm Heinrich, Eulmstraße 4. 7. Otto Kühntopf, Schlaffer, Gitschinerstraße 36. 8. Richard Lange, Tischlermeister, Fruchtstraße 3. 9. Bruno Löwinsohn, Greifswalderstratze 224. 10. Hugo Löwinsohn, Hreifswalderstratze 224. 11. Herta Martens, Verkäuferin, Blumenthalstratze 9. 12. Joseph Mikosch, Tischler. 13. Richard Wendt, Architekt, Andreasstratze 12. 14. Emma Schneider, Neuen- burgerstraße 12. 15. Ein unbekannter Mann, Fensterputzer bei einer Berliner Fensterputz^Se- sellschast in der Rungestratze 9. Verletzt sind: 1. Else Bade, Holmstraße 25, leichter Schädelbruch. 2. Georg Gregor, Höchstestraße 22, komplizierter Unterschenkelbruch. 3. Paul Fürchner, Kopenhagenerstratze 49, Schädelbruch. 4. Wilhelm Schumann, Urbanstraße 180, komplizierter Unterschenkelbruch. 5. Fräulein Marie Luise Klöpper, Steglitzerstraße 47, Rippenbruch. 6. Fräulein Elise Rill, Lindenstratze 2, Beckenbruch. 7. Herr Fabrikant Wilhelm Deutscher, Alte Ja- kobstratze 172, Kopf- und Gesichtsverletzung. 8. Fräulein Tiara Deutscher, Alte Jakobstraße 172, Rippenbruch. 9. Fräulein Elsbeth Rödiger, Vlücherplatz 2, Quetschungen. 10. Karl Eesellius, Zugfahrer, Tamphausenstratze 14, Unterschenkelbruch. 11. Otto Klemm, Zugbegleiter, Göben- straße, Beckenbruch. 12. Karl Lindemann, Perleberg, (leicht verletzt).
Der Kaiser ließ sich über die Katastrophe durch den Stadtkommandanten sofort Bericht erstatten und durch Militärärzte in den Krankenhäusern sich erkundigen.
Ein Beileidstelegramm des Kaisers.
Berlin, 27. Sept. Dom Kaiser ist dem Minister der öffentlichen Arbeiten Vreitenbach au« Rominten folgendes Telegramm zugegangen: „Schmerzlichst bewegt durch die Nachricht des schweren Unglücks, das sich auf der Berliner Hochbahn zugetragen hgt, beauftrage ich Sie, den Angehörigen der Verunglückten, sowie der Direktion der elektrischen Eisenbahn, deren Verwaltung bisher Vorzügliches leistete, meine wärmste Teilnahme auszusprechen. Wilhelm R."
Berlin. 27. Sept. Der Eisenbahnminister Vreitenbach besuchte heute Mittag im Krankenhaus die bei dem gestrigen Zusammenstöße auf der Hochbahn auf dem Gleisdreieck Verunglückten und überreichte ihnen im Auftrage des Kaisers ein Kaiserliches Beileidsschreiben. Auch den in Berlin wohnenden Angehörigen der Toten wurde ein Beileidsschreiben des Kaisers durch das Polizeipräsidium zugestellt.
Ein Zwischenfall in Casablanca.
Bei der Einschiffung von drei deutschen Deserteuren der Fremdenlegion wurden der deutsche Konsulatssekretär und ein Konsulatssoldat, welche die Deserteure auf dem Dampfer abliefern sollten, von französischen Marinesoldaten angegriffen; ersterer wurde von einem Offizier mit dem Revolver bedroht, letzterer wurde geseffelt und erst auf Einschreiten des deutschen Dragomans freigelassen. Die Deserteure sind in französischer Haft. Die Bestrafung der Schuldigen ist beantragt.
Tanger, 27. Sept. Ueber den Zwischenfall mit den deutschen Deserteuren in Casablanca ist die Untersuchung eingeleitet, die zweifellos von der französischen unb deutschen Seite in demselben Geiste geführt werden dürfte.
Köln, 27. Sept. Ein Berliner Telegramm der „Köln. Ztg." in der Morgenausgabe vom 26. September bespricht den Zwischenfall in Casablanca folgendermaßen: Der Zwischenfall ist im höchsten Grade bedauerlich und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß das Verhalten der französischen Soldaten gegen die deutschen Konsulatsbeamten durchaus rechtswidrig war und daß weder die Bedrohung, noch der gewalttätige Angriff auf die Beamten in irgend einer Weife entschuldigt werden kann. Es sind daher auch sofort auf diplomatischem Wege von deutscher Seite Vorstellungen erhoben worden. Die Angelegenheit wird von der deutschen Regierung mit der durch die Umstände und Schwere der Uebergrifse gebotenen Entschiedenheit, aber auch mit voller Ruhe weiter verfolgt werden und man darf annehmen, daß die nötige Remedur eintreten wird. Schon jetzt liegen Anzeichen vor, daß man von französischer Seite den Vorfall ebenso bedauerlich betrachtet als auf deutscher Seite, zumal gerade jetzt durch das weite Entgegenkomme» bet deutschen Note eine freund
liche Aussprache über die marokkanischen Ver- hältniffe angebahnt war. Eine Beilegung de« Zwischenfalls wird von deutscher Seite verlangt werden; sie wird umso leichter sein, al« die französischen Ausschreitungen von untergeordneten Sonen begangen worden find, für deren Ver
den die französische Regierung nur dann al« verantwortlich betrachtet werden kann, wenn es gedeckt würde. Man zweifelt aber keinen Augen- blick daran, daß das nicht geschehen wird und daß dieser Zwischenfall in loyaler Weise erledigt werden wird.
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— Besuch de« russischen Ministers des Aeuß- ren bei dem deutschen Staatssekretär. Berchtesgaden, 26. Sept. Der Besuch des russischen Ministers des Aeutzern Iswolski bei dem deutschen Staatssekretär v. Schön in Berchtesgaden entsprang dem natürlichen Wunsche, langjährige persönliche politische Freundschaftsbeziehungen zu pflegen. Ein Gedankenaustausch über politische Dinge hat ergeben, daß zwischen Deutsch- land und Rußland keinerlei, weder direkt noch indirekt sie berührende Fragen vorliegen, welche geeignet wären, die von beiden Seiten gewünschte Fortführung der traditionellen freund- schaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland zu erschweren oder zu vereiteln. Der russische Minister Iswolski reiste am Nachmittag im Automobil nach München ab, wo er abends mit seiner Familie zusammentrifft. Auf der heutigen Fahrt besuchten Staatssekretär von Schön und Iswolski den Königssee.
—Auszeichnung des bayerischen Ministerpräsidenten. Rom, 26. Sept. Der Papst verlieh dem bayerischen Ministerpräsidenten, Freiherrn v. Podewils, das Eroßkreuz des Piusordens und beauftragte den päpstlichen Nuntius in Mün- chcn mit der persönlichen Ueberreichung de« Ordens.
— Englische Treibereien. London, 26. Sept. Wie dem „Standard" aus Hongkong gemeldet wird, unternahm der deutsche Gesandte in Peking beim Waiwupu Schritte bezüglich der Zölle in Siautschou. Seine Anträge wurden jedoch abgelehnt. Wie das Wolffbureau hört, ist über derartige Verhandlungen an zuständiger Stelle nichts bekannt.
— Ein neues Linienschiff. Stettin, 26. Sept. Auf der Werft des Vulkan fand heute Mittag in Anwesenheit des Fürsten und der Fürstin zu Wied, sowie des Oberpräsidenten v. Maltzahn- Eültz, des kommandierenden Generals und anderer Vertreter der militärischen und Verwaltungsbehörden der Stapellauf des Linienschiffe» „Ersatz Württemberg" statt. Der Oberpräsident der Rheinprovinz Frhr. v. Schorlemer-Lieser hielt die Festrede und schloß sie mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser. Die Taufe vollzog die Fürstin zu Wied. Das Schiff erhielt den Namen „Rheinland."
— Eulenburg. Berlin, 26. Sept. Der Zweite Strafsenat des Kammergerichts hob den Beschluß betreffend die Freilassung des Fürsten Eulenburg auf und knüpfte die Freilaffung an . eine Sicherheitsleistung von 100 000 Mark.
— Zurückgezogener Strafantrag. Straßburg, 26. Sept. Wie die amtliche „Straßburger Korrespondenz" meldet, ist der Strafantrag, den mehrere Profefforen der Universtät gegen die „Straßburger Bürgerzeitung" und die „Freie Presse" wegen der Artikel über die Promotion des Prinzen August Wilhelm gestellt hatten, von den Antragstellern zurückgenommen worden. Die Zurückziehung des Strafantrages soll auf besonderen Wunsch des Prinzen August Wilhelm erfolgt sein.
— Das erste Opfer von Nürnberg. Die „Preßkommisfion" der sozialdemokratischen „Berg. Arbeiterstimme" und der „Remsch. Ar- beiterztg." hat folgenden Beschluß gefaßt: „Die heutige Sitzung der Preßkommisfion und Partei- funttionäre steht auf dem Standpunkt der Dresdener und Nürnberger Parteitagsbeschlüffe, erklärt die bisherige Taktik, wie sie die Mehrheit der Partei beschloffen, für die Eenoffen für bindend und verlangt für die Folge, daß in dieser Auffaffung die „Bergische Arbeiterstimme" redigiert wird." Der Redakteur „Genoffe" Hildebrand, hatte erklärt, daß er nicht in der Lage fet die Nürnberger Resolution zu vertreten. Pnrch den Beschluß der Ausstchtsinstanzen ®ttb fomtt fo fügt die „Berg. Arbeiterstimme" hinzu, et» Aenderung in bet Zusammensetzung der KchH tion notwendig.