MchM MW mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbmg und Kirchhain mrd de« Seilagr«: „Ktterarlsche» Anzriger". „Kavdmirlfchafrliche Hetta-e- mrd „Illustrirrtr* Ssrmttr-sdtatt?.
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Marburg
Dienstag, 22. September 1908.
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43. Jahrg
Wehrpflicht und Nährpflicht.
Oberst a. D. und Rittergutsbesitzer Martini- Echnaditz bringt in einer kleinen, kürzlich erschienenen Schrift unter dem Titel .Wehrpflicht und Nährpflicht" die ohne Zweifel sehr wichtige Krage zur Erörterung, ob und auf welche Weif« es möglich sein werde, im Falle eines Krieges die Ernte einzubringen, da im AM« einer Mobilmachung ein großer Teil der landwirtschaftlichen Arbeiter zur Fahne einberufen werden würde. Der Verfasser meint, daß von den im Kriegsfälle einzuberufenden tunb vier Millionen Mann etwa 60 Prozent in der Landwirtschaft beschäftigt seien. Da aber in Kriegszeiten auf die jetzt in der Landwirtschaft aushilfsweise tätigen rund 250 000 ausländischen Arbeiter nicht zu rechnen sein dürfte, werden annähernd drei Millionen Arbeitskräfte für die Einbringung der anstehenden und die Bestellung der Nächsten Ernte fehlen. Am schwersten werden, jo schreibt Martini, unter diesem Ausfall nicht so sehr die großen Güter, denen immer noch ein gewisser Stamm von Arbeitern bleiben wird, leiden, sondern vor allem die kleinen bäuerlichen Wirtschaften, bei denen nur eine einzige männliche Arbeitskraft vorhanden ist. So würden in ganz Deutschland etwa ya Million derartiger Kleinbetriebe durch die Mobilmachung betroffen werden, deren Existenz damit auf» äußerste gefährdet wäre. Die Verhältnisse haben fich gegenüber dem Kriege von 1870 noch außerordentlich ungünstig verschoben, da wir im Jahr« 1870 einen Höchst-Verpflegungsbestand aN Mannschaften von nur 1300 000 Mann gegen jetzt 4 000 000 gehabt haben, und da damals Deutschland in der Hauptsache noch ein Agrarstaat war. Für den Ausfall an landwirtschaftlichen Arbeitern sind wir, da im Kriegsfälle, wie schon gesagt, auf ausländische Arbeiter überhaupt nicht zu rechnen ist, zur Einbringung der Ernte aus in der Industrie frei werdende Arbeiter angewiesen. Der Verlust etwa einer halben Ernt« würde das Volksvermögen um etwa drei Milliarden Mark schädigen.
Der Verfasser, der auf diese Kriegekalamität mit großer Sorge hinblickt, möchte eine gewiss« Klarstellung dadurch herbeiführen, daß seitens der Regierung Ermittelungen darüber angestellt werden, ob wir im Kriegsfälle für die Ernährung unseres Volkes auk die volle Einbringung unserer anstehenden Ernte unter allen Umständen angewiesen seien oder ob anderer Ersatz vorhanden sein werde; ferner, wieviel landwirtschaftliche Arbeiter einschließlich d«r Beamten im Kriegsfälle zur Armee eingezogen werden und wieweit deren Ersatz bereits gesichert sei; wie groß etwa die Zahl der in der Industrie freiwerdenden Arbeiter sein werd«, und endlich: wieviel Industriearbeiter überhaupt früher in der Landwirtschaft gearbeitet haben und daher landwirtschaftliche Arbeiten verstehen.
Es werde sich vielleicht empfehlen, diesem. Vorschläge näherzutreten und auf diese Weise
Die interparlamentarische Konferenz.
Berlin, 19. Sept. Reichskanzler Fürst Bülow hat« die Mitglieder des interparlamentarischen Kongresses mit ihren Damen zu einem Gartenfest eingeladen. Einladungen waren ergangen im Ganzen an über 1600 Personen, darunter etwa 360 Damen. Prinz Schönaich- Carolath und Prof Eickhoff stellten die Mitglieder des Kongresses vor.
Inmitten einer größeren Grupp« hielt gegen Ende des Festes unter einer der mächtigen Eichen des herrlichen Parkes auf Beschluß der
einen „landwirtschaftlichen Mobilmachung»- plan^ aufzustellen. Möglicherweise werden solche Erhebungen ein beruhigendes Ergebnis liefern, al» der Verfasser annimmt. Herr Marttni hat fteilich bet einer derartigen Erhebung in seiner eigenen Wirtschaft kein ermutigendes Resultat erzielt; denn er hat keinen Ausweg gefunden, am für den Ausfall der zur Armee eingezogenen Beamten und Arbeiter sowie von 35 ausländischen Arbeitskräften Ersatz zu schaffen. Um jedoch die Einbringung der Ernte im Kriegsfall« gesichert zu s«h«n, ist der Verfasser auf den Ge- tanien gekommen, es solle anstatt einer Wehr- steuer die zwangsweise landwirtschaftliche Aus- hildung der nicht waffenfähigen Leute eingeführt werden, damit diese im Falle der Rot als landwirtschaftlich« Reserve einspringen könnten.
Die Ausführung dieses Planes denkt sich der Verfasser folgendermaßen: In erster Linie hab« der Staat die Arbeitsgelegenheit (beispielsweise »us den großen, bisher noch unkultivierten Mooren und Heideflächen Deutschlands) zu schaffen. Die militärisch untauglichen Mannschaften sollten sodann ihr« landwirtschaftliche Dienstpflicht entweder unter der Aufsicht staatlicher Beamten ähnlich wie die Soldaten gegen 9en Lohn ruf solchen der Kultur erst zu chenden Flächen ableisten, oder es solle ihnen gestattet sein, in privaten Wirtschaften unter staatlicher Kontrolle gegen den üblichen Tagelohn zu arbeiten. Ueber die so ausgebildeten Mannschaften sollen Stammrollen geführt werden, um sie im Mobilmachungsfall«, unter mögliMer Rücksichtnahme auf ihre persönlichen Wünsche, zur Landarbeit abkommandierrn zu können.
Wir haben diese Vorschläge hier wieder- gegeben, weil ihnen in mancher Hinsicht sehr wertvolle Anregungen entnommen werden können. An und für fich ist di« Möglichkeit, eine laiHwirtschaftliche Reservearmee auf dem Zwangswege zu schaffen, völlig unmöglich. Aber die Frage, die der Verfasser aufwirft, ob Deutschland im Kriegsfälle die anstehende Ernte werde einbringen und die neue Ernte bestellen können, ist doch nicht nur für die Landwirtschaft, sondern für di« ganze Nation so bedeutungsvoll, daß sie verdient, nach allen Seiten sorgsam geprüft zu werden. Denn zur Kriegsbereitschaft gehört zweifellos auch die Sicherung der Volksernährung.
24 itic* verboten.)
Getrennte Welten.
ET Roman von Elarifsa Lohd«.
M- (Fortsetzung.)'
1 - IX.
Editha war von Frauenstein auf einen Tag mir oem kleinen Günther und der Bonne zum Besuch ihrer Schwägerin nach Berlin gekommen, um ihre letzten Einkäufe zu der geplanten Reise zu machen, deren Ausführung fich bis jetzt hinge- zögsrt hatte. Die Ordnung der Angelegenheiten des Barons dauerte bei weitem länger, als anfangs von. ihm vorausgesetzt war. Nach rote vor lebte Editha in Frauenstein allein. Immer fand Dietrich einen Vorwand, bald da, bald dort zu sein, in Berlin Geldangelegenheiten zu ordnen, nach seinem Rennstall zu sehen, diesem oder jenem alten Kameraden einen Besuch ab- statren zu müssen. Edithas Hoffnungen auf eine Wandlung zum Besseren ihres ehelichen Lebens schienen wiederum in nichts zu zerfließen. Was sollte daraus werden, wenn alles so fortging rote bisher? Und dem Anschein nach hatte Dietrich schon jetzt ganz vergessen, was er versprochen, daß er EinschränkunLen machen, seinen Rennstall verkleinern, wenn nicht ganz aufgeben wolle. Im Gegenteil war ihr durch geschäftige Zungen hinierbracht worden, daß ihr Gemahl Pferde zum Septemberrennen in Baden-Baden trainieren lasse, daß er für große Kosten einen der besten Jockeis engagiert und selbst die Absicht habe, sich beim Herrenrennen zu beteiligen. Daß dabei Hunderttausende auf dem Spiele
staiiden, war ihr wohlbekannt, und sie wappnete sich zu dem Entschlüsse, im Falle neuer Ansprüche ihres Gemahls an ihr Kapitalvermögen diesen Ansprüchen nicht mehr nachzukommen. Hatte doch die Summe, die Dietrich auf ihr Blankoakzept ausgenommen, rote ihr Sachwalter ihr mitgeteilt hatte, durch ihre Höhe ihre Voraussetzungen weit überstiegen. Sie glaubte es ihrem Sohne schuldig zu sein, ähnlich« Eingriffe in das Kapital in Zukunft nicht mehr zu gestatten.
Asta fand ihre Schwägerin ungemein bleich und leidend aussehend. In der Tat fühlte Edttba sich durchaus nicht wohl. Die Seelenkämpfe, die sie in der letzten Zeit hatte durch- machen müssen, waren nicht, ohne Spuren zu hinterlassen, an ihr vorübergegangen. Sie war nervös geworden und ihre frühere Ruhe hatte fie etwas verlassen. Asta ahnte wohl, daß ihr Bruder di« Schuld daran trage vnd scheute sich deshalb, viel zu fragen. Sie fuhr mit ihr bei verschiedenen Magazinen vor, half ihr, für fich und den Kleinen einige praktische Reiseanzüge aussuchen und erzählt« ihr, daß sie abends Bruno mit dem Justizrat erwarteten.
„Bruno hat sich übrigens durchaus gentle« manlike benommen," schloß sie ihre Mitteilungen, „und wir stehen uns ganz gut miteinander. Mein Mann ist sogar enchantirt von ihm. Ich begreife eigentlich nicht, warum Diettich noch immer fich so ablehnend verhält. Daß er Miterbe geworden, ist ja doch nicht mehr zu ändern, und allein schon die Klugheit fordert, daß wir der Welt durch unser Verhalten die Ueberrasch- ungen, die des Vaters Testament bereits haben, nicht noch pikanter machen? ...
englischen Sektion des Kongress«« Lord Wear- dale eine Ansprache an den Reichskanzler, in der et seinen Dank aussprach für die vorzügliche Aufnahme, die all« hier gefunden hätten, besonders auch für die freundlichen Worte, die der Kanzler bei der Eröffnung des Kongresses geäußert hab«. Er dantte ferner für das Interview, das der Kanzler dem englischen Journa- lfften Sidney Whitman gewähtt habe, wa» in ganz Englaiü) mit Befriedigung gelesen worden sei. Der Redner fügte hinzu, daß99Prozent aller Engländer die allerbesten Beziehungen zu Deutschland wünschten. Die Rede wurde von den Umstehenden wiederholt mit Kundgebungen lebhafter Zustimmung unterbrochen.
Der Reichskanzler antwortete in englischer Sprache, er freue sich sehr, die Herren bei sich zu sehen; er kenne von Seiten de« Kaisers und des deutschen Volkes, wie von seiner eigenen Seite versichern, daß wir nur beabsichtigen, die allerbesten Beziehungen zu England zu haben. Er hoffe, daß di« Kongreßmitglieder sich hier von dieser guten Gesinnung überzeugt hätten und sich wohlgefühlt haben möchten. Uebrigens bedauere er, daß er kein besseres Englisch spreche.
Auch diese Rede wurde mit lautem Veifay ausgenommen. In einem längeren Gespräch mit Alexander Gutschkow, dem Führer der russischen Oktobristenpartei, bemerkte Fürst Bülow, er persönlich sei der Meinung, daß zwischen Rußland und Deutschland nur solche Mißverständnisse bestehen, rot« fie stets beseitigt werden können. Zum Beweis« dessen führte der Reichskanzler den Umstand in, daß weit über 100 Jahre zwischen den Nachbarländern Deutschland und Rußland kein Krieg stattgefunden hätte. „Aber in der Vergangenheit hat man doch viel von einem deutsch-russischen Kriege- gesprochen, Durchlaucht!" bemerkte EutsOow. „Aber es blieb auch nur bei diesen Gesprächen!" erwidert« der Fürst. Gutschkow stellte dann dem Fürsten die im Garten anwesenden Dumamitglieder vor.
AW-SM. n
— Verleihung. Dem „Staatsanzeiger" zufolge verlieh der König dem bisherigen Botschafter am spanischen Hofe, v. Radowiü, anläßlich seines Ausscheidens aus dem Retchsdienst die Brillanten zum schwarzen Adlerorden. •
— Ernennung. Der General-Inspekteur der 6. Armeeinspektion, General der Infanterie Freiherr von der Goltz, wurde zum Generaloberst ernannt.
— Ein prinzliche« Interview. Ein Mitarbeiter des „Echo de Paris" wurde in München vom Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern empfangen. Ueber Marokko befragt, erwiderte der bayrische Prinz: „Ich befasse mich nicht mit Politik und verstehe nichts davon. Mein Traum eines Bayern ist, daß eine Verständigung mit Frankreich erfolge. Di« marokkanische Geschichte ist recht widerwärtig. Ich für meinen Teil be- ttachte das französische Volk als ritterlich und
Editha sprach ihr Bedauern aus; aber Asta wisse ja, daß sie über ihren Mann kein« Gewalt besitze. Sie ihrerseits habe es als eine große Unfreundlichkeit empfunden, daß Dietrich den neuen Besitzer von Schönwalde bei seinem Antritt dort nicht begrüßte, sondern sich wie ein völlig Fremder ihm gegenüber verhalten habe. Der gute Amtmann Wese selbst sei in größter Verlegenheit geroesen. „Er ist ja doch ein Rothenfels," habe er gemeint, „und nun so ohne Sang und Klang von einem alten Familiengut Besitz ergreifen müssen, das habe ihn selbst ganz wehmütig gesttmmt. Er und die Leute aus dem Dorfe hätten zwar das Ihre getan, den neuen Herrn mit Ehrerbietung zu empfangen, aber dieser selbst sei sichtlich verstimmt gewesen und sehr ernst, dabei aber doch gut und in seinem ganzen Wesen so einfach, als sei er ihresgleichen."
„Na, das ist et ja auch eigentlich," meinte Asta, als Editha ihren Bericht beendet hatte. „Er ist ja ganz bürgerlich erzogen, und so leicht findet man sich nicht in einen neuen Stand. Seine Gesinnung ist aber durchaus adelig ?lnb tadellos."
„Das habe ich nicht anders erwai.et," stimmte Editha zu, „denn alles, was ich von Müller-Rothenfels gelesen habe, zeugt von einem hochgebildeten Geist und der edelsten Lebensauffassung."
„Es freut mich, Editha daß Du so denkst; denn es wäre uns wirklich sehr erwünscht, wenn da» Verhältnis zwischen Euch und ihm ein besseres würde. Zeigt er sich doch uns gegenüber von ganz besonderer Zuvorkommenheit."
rechtschaffen." — Sehr richtig bemertt dazu der „Hann. Courier": Der erste Satz wird sehr sympathisch berühren. Dann hätte aber das Inter« view zu Ende sein müssen. — Dr. med. Prinj Ludwig Ferdinand ist 1859 in Madrid geboten und mit einer spanischen Infantin verheiratet.
— Staatssekretär v. Schoen und die europäische Zollunion. Sir Max Waechter, der bekannte Vorkämpfer für eine europäische Zollunion, wurde von dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Exzellenz v. Schoen in Audienz empfangen. Herr v. Schoen nahm, wie die B. Pol. N." melden, den Vortrag von Sir Max Waechter mit größtem Interesse entgegen und widmete fich der Angelegenheit mit ausgezeichneter Liebenswürdigkeit.
— Zu den Machenschaften des franzöfifchen Generalkonsuls d« Fontenay gegen den Dreibund in Budapest erhält die „Voss. Ztg." ihre Behauptung gegenüber der Ableugnung de Fon- tenays völlig aufrecht.
— Die Anklageschrift gegen Dr. Schücking wird bruchstückweise von freisinnigen Blättern veröffentlicht. Das Schriftstück ist sehr umfangreich. An dem Ziel der Amtsentsetzung ist fest- gehalten. Die Anklage wird mit der schriftstellerischen Tättgkeit des Angeklagten und mit der Behauptung begründet, daß der Angeschuldigte durch Unehrerbietung gegen den Landesherrn, die Satzungen bestehender Gesetze und Anordnungen der Behörden unter wissentlichen oder leichtfertigen Fälschungen und durch persönliche Beleidigungen der vorgesetzten Dienstbehörden und der Inhaber anderer öffentlicher Aemter sich seines Amtes uilwürdig gezeigt habe. Daß das Verfahren jemals einen politischen Charatter gehabt habe, wird in der Anklageschrift durchaus in Abrede gestellt. Die „Kreuzzeitung" schlägt der Regierung vor die ganze Schrift zu veröfent- lichen um dem tendenziösen Ausschlachten einzelner aus dem Zusammenhang gerissener Stellen ein Ende zu machen.
— Genoss« Eduard Bernstein teilt der Breslauer „Volkswacht" mit, daß er, entgegen einigen Blättermeldungen, nicht daran denke, Berlin zu verlassen. Er bleibt also dem Vaterland« erhalten.
— Die englische Friedensdeputation. Berlin, 20. Sept. In einer Versammlung der Gewerkschaften und Sozialdemokraten Berlins überreichte eine aus 21 englischen Arbeiterführern bestehende Deputation den Berliner Genossen eine Friedensadresse. Abg. Legten begrüßte di« englischen Gäste. Die Adresse, welche Legiei» verlas, trägt die Ueberschrift: „Die Arbeitet Britanniens an die Arbeiter Deutschlands". Für den Abgeordneten Singer, der noch in Nürnberg zurückgLhalten ist, beantwortete Abg. Fischer Die Adresse. Er erinnerte daran, daß vor zwei Jahren dem Genossen Jaurös verboten worden sei, im gleichen Sinne, wie heute die Engländer, hier zu sprechen. Der Gedanke des Völkerfriedens, wie er auch von den französischen Arbeitern in gleichem Maße geteilt wurde, sei die beste
Und sie erzählte der aufhorchenden Schwägerin, daß sie und ihr Gemahl zu dem Entschluß gekommen seien, die kostspielige Villa zu verkaufen. Es habe sie zwar einen großen Kampf gekostet, aber die Vernunft sei schließlich doch Siegerin geblieben. Auch sie hätten in Ermattung eines größeren Erbteils ein wenig zu luxuttös gelebt und müßten an Einschränk, ungen denken, um so mehr, da sie vier Kinder gn, erziehen hätten. Nun sei ihnen gerade ein hüb», sches Haus in der Eiselastraße in München zum^ Kauf angeboten worden, lange nicht so kostbar; rote di« Berliner Villa, aber deshalb gerade passender für ihre jetzigen Verhältnisse, besonders, da ihr Domizil doch in München sei. Anfangs hätten sie geglaubt, Dietrich werde sich zum Erwerb der Villa geneigt zeigen, was ihnen na« türlich das liebste gewesen wäre. Er habe aber er- ■ klärt, davon abstehen zu dürfen, da er fortan c auch aus Rücksicht auf Dich, die Du das auf-' regende gesellschaftliche Leben in Berlin nicht liebst, auch den Winter in Frauenstein zu bleiben gedenke. Da habe ihr Gemahl Bruno durch den Justizrat Eberhard die Villa anbieten lassen, weil es ihnen doch von Wert sei, dieses von ihrem Vater erbaute und so ganz nach seinem Geschmack «ingettchtete Haus nicht in fremd« Hände übergehen zu lassen. Man stand« noch darüber in Verhandlung, er sei aber all« Aussicht vorhanden, da Bruno ein großes Entgegenkommen gezeigt habe, daß die Sach« heut« i Abend noch, wo fie den Besuch beider Herren «•»' warteten, zum Abschluß kommen roütbtl
. (Fortsetzung folgt.) i