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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

_____________und de« Beilage«:Aterarischrr Anzeiger",Klmdmirtschaftliche Keilage- undIUrrstrirrtr» Ssuutagsblatt«.

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Ho 221 Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition - Markt 21. __ __, Druck und Verlag: Job. Aug. Koch, Unioersitätsbuchdruckerei -ö*#*»«

61 _ Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2I5 Mi. l°Ln- Sonnabend, 19. September 1908. Inhaber ®t. C.Hitzeroth, Marburg, Markt21. Telephon55.

Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk. ' r v 9 _____

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 74.

Deutschland und die französisch­spanische Marottonote.

Die französisch-spanische Marokkonote ist, nachdem dieAgence Havas" eine, wie es scheint ziemlich genaue Inhaltsangabe veröffentlicht hat, von der deutschen Presse eingehend bespro­chen worden. Indessen scheint die Regierung selbst mit allen Meinungsäußerungen noch zu­rückzuhalten, da keine einzige offiziöse Stimme über bei: Eindruck, den die Note auf die deutsche Regierung selbst gemacht hat, »erliegt Ja, die Deutsche Tageszeitung" greift sogar das aus­wärtige Amt ob dieser Zurückhaltung an, schießt aber damit wohl etwas über das Ziel hinaus. Der Reichskanzler ist erst im Laufe des Mitt­woch von Norderney in Berlin eingetroffen, Herr von Schoen erst Donnerstag, und es ist wohl anzunehmen, daß erst dann die Stellung Deutschlands zu der Note beraten werden wird. So muß man sich wohl gedulden. Indessen ist die Kritik, die die Presse an der Note geübt hat, von dem gesunden Menschenverstand diktiert worden, von dem sich wohl auch die Regierung in ihrer Antwort nicht weit entfernen wird. Es würde dem Volksempfinden und dem Gerechtig­keitsgefühl widersprechen, wenn es den Fran­zosen hingehen sollte, von den Mächten die Er­laubnis zu erhalten, die beträchtlichen Summen ihrer Casablanca-Attion, die mit der Algeciras- akte und den Interessen Europas nicht das min­deste zu tun hat, von demselben Mulay Hafid zurückzufordern, gegen den sich diese Aktion ge­richtet hat. Es ist gleichfalls nicht ganz loyal, von Mulay Hafid die Anerkennung geheimer Abmachungen, die Frankreich und französische Bankiers mit Abdul Asis geschloffen haben, zu fordern. Hafid kann nicht gut anerkennen, was er gar nicht kennt, oder darf zum mindesten for­dern, dies kennen zu lernen. Er kann ferner nicht gut bezahlen, was fein Bruder in der letz­ten Zeit unter französischem Einfluß verschwen­det hat, um jenen künstlichen Zug gegen ihn nach Marakesch durchführen zu können. Diesen französischen Forderungen kann Deutschland nicht gut zustimmen. An und für sich betrachtet, gäbe es der Note gegenüber drei Wege. Man .kann sie ?n bloc ablehenen ober sie durch Ver­handlungen zu modifizieren suchen. Nimmt die deutsche Regierung sie ohne Verhandlungen und ? Modifikation an, so sekundiert sie damit der französischen Jnteressenpolitik, die deutlich ge­nug in manchen Punkten der Note zum Vor­schein kommt. Dieser Weg ist also nicht gang-

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Getrennte Wetten.

Roman von Clarissa Lohde.

< Fortsetzung.)

Ellen deutete sich das alles zu ihren Gun­sten: denn auch sie war häufiger East bei der Rätin, die mit stillem Auge das junge Paar beobachtete, ohne sich jedoch noch klar darüber geworden zu fein, ob sie diese Verbindung wün­schen solle oder nicht. Manchmal schienen sie ihr so gar nicht für einander zu passen. Ellen viel zu leicht und oberflächlich, ohne die Tiefe der Empfindung, die eine Natur wie Bruno be­durfte, um glücklich zu sein. Aber sie schien ihn zu lieben; das bisher jo flatterhafte, hin- und herfchwaukende, vielbegehrende Mädchen hatte sich, das war nicht zu verkennen, durch seinen Einfluß ganz verwandelt. Sie konnte jetzt still auf ihrem Platze sitzen und mit Aufmerksamkeit ernsten Gesprächen zuhören, ohne die von ihr beliebten Paradoren hineinzuwerfen, wie es früher ihre Art gewesen. Immerhin, die Rätin vermochte einen Zweifel nicht zu unterdrücken, ob sie für Bruno die richtige Lebensgefährtin sein würde.

Ter Juli hatte schon begonnen, Ellen war noch immer nicht wie in anderen Jahren mit den Eltern auf Reisen gegangen; Bruno weilte docr, auch noch in Berlin. Im Hause der Schwe­ster hatte er zwar schon seinen Schülern die letzte Stunde gegeben,'doch noch hatte er sich nicht von Ihr und ihren Eltern verabschiedet. Daß er die beißen Monate auf dem ererbten Gute Schön­walde zubringen werde, davon hatte er ost ge­sprochen und dabei zugleich in Aussicht gestellt, der Familie, ihrer Schwester und ihr vor ihrer Reise in die Sommerfrische noch den neuen 9&fifc

zeigen. Auf diese Einladung wartete sie »un. Hegte sie doch die stille Hoffnung, Bruno,

bar. Lehnt sie die Note en bloc ab, so wird sie den Schein, die sogenannte europäische Solidari­tät zu durchbrechen, auf sich laden und einen sehr lauten, aber nicht allzu schreckbaren Sturm der Entrüstung Hervorrufen. Es wäre vielleicht der einfachste und logischste. Man müßte dann eben Mulay Hafid ohne Frankreich und seine Ma- rokkogefolgschaft anerkennen. Wir halten es indes nicht für wahrscheinlich, daß die deutsche Regierung diesen Weg gehen wird. Sie wird wahrscheinlich versuchen, die europäische Soll- darität so lange als möglich aufrecht zu erhal­ten und durch Verhandlungen mit Frankreich versuchen, ob es nicht möglich ist, die marok­kanische Frage endlich in einen Zustand der Ruhe zu überführen. Das kann aber nur sein, wenn man Mulay Hafid seine Aufgabe, in dem ruinierten Lande Sultan zu sein, nach Möglich­keit erleichtert. Man kann nicht behaupten, daß Frankreich in seiner Note das tun will. Hoffent­lich gelingt es unserer Diplomatie, hier mil­dernd einzugreifen.

Ossiijches iirluh.

Der Reichskanzler empfing den bisherigen türkischen Botschafter Tewfik Pascha und den Kapitän zur See Flügeladjutanten v. Hintze, der demnächst nach Petersburg zurückkehrt.

Zu den Sitzungen des Bundesrats über die Nei.hsfinanzeeform. München, 17. Sept. Ministerpräsident Frhr. v. Podewils ist heute Vormittag zur Teilnahme an den Sitzungen des Bundesrats nach Berlin abgereist, wohin sich Finanzminister v. Pfaff bereits gestern begeben hat. Stuttgart, 17. Sept. Ministerpräsident Dr. v. Weizsäcker begab sich heute Vormittag zur Teilnahme an den Sitzungen des Bundesrats nach Berlin. Finanzminister Eeßler ist bereits vor einigen Tagen dorthin abgereist.

-ßin Dementi. Straßburg. 17. Sept. Ge­genüber der Meldung desJournal", der Kai­ser habe bei seinem Ausflug nach der Schlucht die französische Grenze wegen eines auf fran­zösischem Boden geplanten Attentats zweier Mülhauser Anarchisten nicht überschritten, wird dieStraßb. Post" mit der Erklärung ermäch­tigt, daß der Kaiser nie die Absicht hatte, die Grenze zu überschreiten. Die französische Re­gierung sei nur benachrichtgt worden, daß der Kaiser in die Nähe der Grenze kommen werde. Die ganze Darstellung der französischen Blätter ist also ein Märchen.

Zn derBraunschweigischen Frage" er­hofften einzelne eine Aenderung von dem Ein­tritt des Prinzen Ernst August von Cumber­land in die bayrische Armee. Es wurde auch die Nachricht verbreitet, daß der Prinz sich dem Kaiser in den Kaisermanövern vorftellen werde.

wenn sie dort gewesen, noch zu bewegen, mit ihr und den Ettern ins Bad zu gehen, vielleicht schon als seine Braut. Aber Ellen war nicht gewöhnt, auf die Erfüllung eines Wunsches lange zu warten, und so fühlte sie in der Tat einige Ungeduld, ihr Ziel zu erreichen. Sollte es ihr nicht gelingen? Sie mochte nicht daran denken; das wäre eine zu arge Demütigung für die Vielumworbene gewesen.

Ein Klopfen an der Tür störte sie in ihrem Sinnen. Die Jungfer kam, das gnädige Fräu­lein in den Salon zu bitten: Herr Baron von Rothenfels wünsche seine Aufwartung zu machen. Ellen konnte nicht verhindern, daß bei Nennung dieses Namens das Blut in ihre Wangen schoß; dennoch bezwang sie sich und ant­worte« gelassen:

Ich werde sofort kommen."

Das Mädchen zog sich zurück.

Ellen trat vor den Spiegel, sie ordnete die etwas in Verwirrung geratenen Löckchen über der Stirn, dann ging sie, mit feinem französi­schen Puder über das Gesicht, die angelegene Röte zu mildern. Bruno saß währenddessen im Salon, Frau Hiller, die Mutter Ellens, gegen­über. einer etwas korpulenten, in starre Seide gekleideten, gutmütig blickenden Dame, die aber zu Ellens Aerger trotz der Pariser Toilette es nie dazu bringen konnte, vornehm auszusehen. Alles an ihr war gewöhnlich, das runde Gesicht, die kleinen dunklen Augen; selbst das vom Fri­seur kunstvoll geordnete noch dunkle Haar ver­mochte in dem Eindruck ihrer Erscheinung nichts zu ändern. Sie sprach mit einer hellen, ein wenig kreischenden Stimme, war ungemein ur- vorkommend und liebenswürdig und unterließ es nie, sobald sie mit Bruno zusammenkam, ihm etwa» Schmeichelhast»» über seine poetischen Schöpfungen zu sagen.

Herr Hiller war nicht anwesend. Lfl»no sah schon etwas ungeduldig nach der Tür. durch bte

Jetzt wird von einer offiziösen Zuschrift an die Südd. Reichskorr." festgestellt, daß dies nicht geschehen ist. Gleichfalls liest man dort eine entschiedene Zurückweisung aller derartiger Kombinationen: Politisch hat sich in der braun­schweigischen Frage nichts geändert. Sie ist ge­regelt durch den erneuerten Bundesratsbeschluß, dessen Geltung von dem Eintritt eines Prinzen des Hauses Cumberland in die königlich bay­rische Armee nicht berührt wird.

Das Schulschiff des Deutschen Schulschiff­vereins,Großherzogin Elisabet h", trat am 17. September von Bremerhaven aus seine Winterreise an. Es wird als ersten Hafen Gibraltar anlaufen. An Bord befinden sich 193 Zöglinge.

Auf dem sozialdemokratischen Parteitag gerieten die Radikalen und die revisionistischen Budgetbewilliger hart aneinander. Die Süd­deutschen erklärten die Resolution des Parier- Vorstandes für unannehmbar und drohten mit der Trennung von der Partei. Es kam zu gro­ßen Tumulten, zu persönlichen Zänkereien. Es sprachen immer ein Gegner und ein Freund der Budgetbewilligung. Ein Beschluß wurde noch nicht gefaßt.

Der Verbrauch an Kalisalzen aller Art hat in den letzten Jahrzehnten in der deutschen Landwirtschaft ganz außerordentlich zugenom- men. lieber die Höhe des Verbrauchs gibt der Geschäftsführer der Düngerabteilung der Deut­schen Landwirtschafts-Gesellschaft. Oekonomierat Siernßen für die einzelnen Gebiete des Deut­schen Reiches bis herab zu den Kreisen eine genaue Aufstellung, wobei er insbesondere die Zahlen für 1906 denen für 1902 gegenüberstellt. Die Zahl der Kalisalz fördernden Werke ist, da die Kalivorräte in Deutschland in der Tat un­erschöpflich erscheinen, und da in den letzten Jahren in Hannover, Mecklenburg, Braun­schweig, Provinz Sachsen, den thüringischen Staaten und an anderen Stellen immer wieder neue Kalifunde gemacht sind, stark gestiegen. Während es zur Zeit der Gründung der Deut­schen Landwirts-Gesellschaft nur fünf Kaliwerke gab, welche Kalirohsalze, speziell Kainit förder­ten, sind es im Jahre 1906 schon 36, welche sich am gemeinschaftlichen Betriebe beteiligen und sich zu demKalisyndikat zu Leopoldshall-Staß- furt" vereinigt haben. Ihre Zahl nimmt be­ständig zu, da sich alljährlich neue Werke auftun, und es ist, so sagt Siernßen, nicht abzusehen, wann und wie diese Kalispekulation schließlich endigen wird. Der Eesamtbezug des ganzen Deutschen Reiches an in der Landwirtschaft ver­brauchten Kalisalzen im Jahre 1906 beträgt nach der Siemßenschen Aufstellung 18 437 027 Doppel­zentner gegen 10 788 625 Dopeplzentner im Jahre 1902 und bei 35 055 398 Hektar landwirt­schaftlich nutzbarer Fläche der Verbrauch auf 10 000 Hektar durchschnittlich 5258,4 Doppelzent­ner. gegen 3153,2 Doppelzentner im Jahre 1902; die Zunahme betrug also 70,8 Prozent bezw.

Ellen eintreten mußte, denn er wußte schon nicht mehr, was er mit der guten, einen Schwall von zuvorkommenden Redensarten über ihn ergie­ßenden Dame sprechen sollte. Da ging die Tur auf, und von dem hereinströmenden Licht um­flossen, erschien Ellens nicht große, aber unge­mein zierliche Gestalt, der das weiße, sie leicht umschließende Gewand etwas Elfenhaftes ver­lieh. Ein Strahl der Bewunderung leuchtete in den Augen des für alles Schöne empfäng­lichen jungen Mannes auf. Lebhafter als sonst trat er ihr entgegen und zog die ihm mit einem vielversprechenden Lächeln entgegengestreckte Hand an die Lippen. Sie errötete dabei, und dieses Erröten stand ihr gut.

Ich ahne, Sie kommen, Abschied zu neh­men?" sagte sie.

Allerdings. Ich gehe morgen nach Schön­walde. wollte aber nicht abreisen ohne die Ge­wißheit, daß der von meinen Freunden ver­sprochene Besuch auch ausgeführt wird. Ich komme daher als Bittender, mir den nächsten Sonntag zu schenken. Ihre Frau Tochter und Gemahch" wendete er sich zu Frau Hiller, auf deren breitem Gesicht ein Ausdruck der Befrie­digung sichtbar wurde, haben mir bereits zuge­sagt, ebenso Amtsgerichtsrat Arnold und feine liebenswürdige Frau, die mir wirklich dieses Opfer bringen will, das ich noch nicht hoch genug schätzen kann."

Ellen lächelte anmutig, im Grunde aber war sie durch die Aussicht von der Rätin Teilnahme an der Fahrt nach Schönwalde durchaus nicht sehr erfreut, da diese ihrer Ansicht nach Bruno zu viel in Anspruch nahm und ihn dadurch von ihrer eigenen Person abzog.

Eine große Ehre, Herr Baron," sagte Frau E sreundlick da» Haupt neigend,der wir totlt nachkommen werden, auch mein

, ver ja schon lange darauf brennt, das

66,7 Prozent gegen 1902, während diese Zu­nahme in dem Zeitraum von 1898 bis 1902 nur 41,7 Prozent bezw. 45,6 Prozent betrug. Der durchschnittliche Verbrauch auf einen Hektar be­lief sich auf 52,58 Kilogramm im Jahre 1906 gegen 31,53 Kilogramm im Jahre 1902.

Die XI. I. interparlamentarische Konferenz

wurde gestern im Sitzungssaale de. Reichstage« eröffnet. Erschienen waren u. a. Reichs­kanzler Fürst Bülow, sämtliche Staats­sekretäre und preußische Minister. Professor Eickhoff als Vorsitzender der deutschen Gruppe begrüßte die Erschienenen und schlug die Wahi des Prinzen Schönaich-Carvlath zum Vorsitzen­den der Versammlung vor. Die Wahl erfolgte durch Akklamation. Prinz Schönaich übernahm den Vorsitz und hielt nach Wahl von verschie­denen Vizepräsidenten eine Begrüßungsrede.

Hierauf ergriff Fürst Bülow das Wort zu längerer Rede in französischer Sprache, Er führte aus:

Meine Herren, im Namen der Kaiserlick en Regierung habe ich die Ehre, Sie willkommen zu heißeir. Die interparlamentarische Vereinig­ung tagt zum ersten Male auf deutschem Boden, aber Sie sind bei uns nicht unbekannt. Mit der zivilisierten Welt weiß Deutschland die Dienste zu würdigen, die Sie einer edlen Sache leisten. Von ausgezeichneten Männern geleitet haben Sie Ihre Aufgabe verfolgt, Bürgschaften für den Frieden und die Eintracht unter den Völ­kern zu erlangen. Von Jahr zu Jahr hat Ihr Erfolg zugenommen. Sie sind Abgeordnete, meine Herren, und ich bin Minister, ein Mi­nister, der sich seit elf Jahren in diesem Saal oft an die Vertreter seines Landes gewendet hat. Wenn ich auch kein parlamentarischer Minister in des Wortes verwegenster Bedeutung bin, f« bin ich doch ein streng und ehrlich kon­stitutioneller Reichskanzler. Ich hoffe sehr, daß Ihre deutschen Kollegen mir nicht widersprechen werden. Als konstitutio­neller Minister weiß ich, daß Sie, als Volks-. Vertreter, die Gefühle Ihrer Mitbürger aus­drücken. Was man auch sagen mag, deren Wünsche sind der Mehrzahl nach der Eintracht, dem Fortschritt und dem Frieden günstig, das heißt, sie sind in Uebereinftimmung mit Ihren Bestrebungen. Was die Regierungen bettifft, so werden Sie ihnen wohl die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß sie Ihren Wünschen ent­gegengekommen sind, indem sie internationale; Verträge abgeschlossen haben. Die Regierungen, sind unter sich einig und einig mit Ihnen. über das anzustrebende Ziel. Die Meinungs-i Verschiedenheiten beziehen sich darauf, welche

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Schönwalder Schloß kennen zu lernen. Soll e» dock ein Chef doeuvre der Rokokokunst sein."

Die alte Dame liebte es sehr, über Kunst z» sprechen und sich als Kunstkennerin aufzuspielen, besonders seit Herr Hiller zum Kunstmäzen für; die modernste Kunstrichtung geworden war und; begonnen hatte, sein Haus mit Bildwerken unbf Skulpturen der Jüngsten zu schmücken. Ser' Salon, in dem er sich befand, zeigte denn auch' besonders viele Landschaften in Freilichtmalerei- und einige symbolistische Erzeugnisse, deren? Sinn nicht zu enträtseln war. Frau Hiller war sehr stolz auf diese Erwerbungen ihres Gatten' und sie hatte es gern, daß sie von ihren Gästen bemertt wurden, besonders wenn eine Neuan­schaffung vorhanden. Diesmal handelte es sich um eine bemalte Statuette, eine Bajadere dar­stellend, die sich in wildem Tanze drehte. Sie? wat mit Geschick gemacht, aber die Bewegung übertrieben, und der Ausdruck des Gesichts mit. dem halboffenen Munde und dem etwas freche»; Lächeln berührte nicht angenehm. s

Ja, wer die Kunst liebt und kennt," fuhr s sie bann zum Verdruß Ellens fort, die solche Kunstexpektorationen ihrer Mutter stets filrch-, feie,der weiß einen so kostbaren Besitz, wie er Ihnen mit Schönwalde zugefallen ist, zu wür­digen, Herr Baron. Wir freilich können unsere Liebe zur Kunst nur in bescheidenem Maße be­tätigen. Aber es macht meinem Manne doch große Freude, junge Künstler zu unterstützen, Haden Sie sich vielleicht schon unsere neueste Er­werbung angesehen? Ein polychromes," fi« stockte bei dem fremden Wotte ein wenig, Kunstwerk, würdig aufgepaßt, so ganz natur- wahr. eine Bajadere, die der Künstlet, wie et versichert, direkt einem Modell in in KshW nachgebildet hat." V

(Fortsetzung folgt.)