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men mit dem diplomatischen Korps, wie z. B. über die Organisation des Eesundhettsratas in Tanger, die Abkommen mit Privaten, wie i. B. Kontrakte über den Bau von Häsen. Die Schulden von Abdul Asis Een von Mulay Hnfid auf Seietit Namen übernommen werden, mit dies üblich ift Be^iAlich der 8Är- pflichtung, bie Bollmscht der Eetschädignszs- kommission ie Katabtasca zu destötMu, find,ei man hinjichilich @ues gleichen Borge^ns eiaea Prüzedenzfoll für diese Garantien in der An­gelegenheit, dir von der Kommission von Alexandrien geregelt wurde. Was den Wider­ruf des heiligen Krieges anlangt, so ist er ebenso gerechtfertigt wie notwendig. Die fremden- seindliche Erregung ie Marokko ist tatsächlich ebenso gefährlich für die Franzosen, wie für die anderen Ausländer; ihr muh an den Grenzen wie im Innern ein Ziel gesetzt werden, wenn sie die verschiedenen, in der Note avfgeMHlten Garantien erlangt habe«, offenbar Mnlay Ha- pd anerkennen. Diese Äeerlennaug würde na­türlich für die einzelnen Wachte nicht das Recht aufhebe«, von dem Sui« tew die ««selAN« ihrer Sender- angelegenheitea zu fordern. Zu Liesen Angelezenhetten würde Frankreich auch die Wiedererstattung seiner für Ma­rokko aufgewendeteu militärische« Aus­gaben und Zahlung eiser Entschädig- «ug für die Ermordung seiner Cchutzangehörige» rechnen. Die Note erscheint amtlich als Ausdruck von Gefühlen der Loyalität, Freundschaft und des Vertrauens ge­genüber allen Mächten. Sie ist nicht gegen die­sen oder jenen fremden Einfluß in Marokko ge­richtet, ste ist vielmehr vollkommen europäisch, wenn mau mit diesem Worte die Gruppe der Signatarmächte, einschließlich der Vereinigten Staaten, bezeichnet. Sie vertritt das Recht aller, und jede Weigerung, ße zu prüfen, jede Eesamtabweisung von Vorschlägen, wie sie darin formuliert sind, würde den Beweis lie­fern, daß diejenige Macht, die so handelt, Hintergedanken nährt, die mit der Rich­tung der Algecirasakte wenig zu vereinbaren sind.

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Der Kaiser an den König von Sachsen. Dresden, 14. Sept. DasDresdener Journal" schreibt: Der Kaiser richtete anläßlich der ab­geschlossenen Kaisermanöoer an den König fol­gendes Handschreiben: Durchlauchtigster, gr<ch- mächtigster Fürst, freundlichst lieber Vetter und Bruder! Es gereicht mir zur besonderen Freude, Ew. Majestät am Schluß der diesjährigen vor mir abgehaltenen Herbstübungen meine lebhafte Befriedigung über die treffliche Haltung und kriegsmäßige Ausbildung auszufchrechen, in der ich di« dem 15. Armeekorps zugeteilten Truppen der königlich sächsischen Armee sowohl bei der Parade wie im Laufe der Manöver gefunden habe. Mit der Versicherung der vollkommensten Hochachtung wahrer Freundschaft verbleibe ich Ew. Majestät freundwilliger Vetter und Bruder, llrville, 10. Sept (gez.) Wilhelm B.

Dernburg wieder in Berlin. Staats­minister Bernburg ist heute nachmittag in Ber­lin wieder eingetroffen.

Dr. v. Schlumberger f. In Gebweiler im Elsaß ist der frühere Präsident des elsaß- lothringischen Landesausschusses Wirkl.Eeh.Rat Dr. Joh. v. Schlumberger Cm Alter von 89 Jah­ren gestorben. Schlumberger, der sein Amt fast 30 Jahre verwaltet hatte, trat im Jahre 1903 aus Gesundheitsrücksichten zurück. Der Kaiser hatte ihm neben andern Auszeichnungen auch den erblichen Adel verliehen. Rach seinem Rücktritt vom öffentlichen Leben nahm Dr. v. Schlumberger, der zu den größten Industriellen der Reichslande gehört«, seinen Wohnsitz in Eebweiker.

Zurück von Südweft-Asrika. Hamburg, 14. Sept. Mit dem DampferBürgermeister" langte von Swakopmund ein aus fünf Offi­zieren, 302 Unteroffizieren und Mannschaften bestehender Truppentransport aus Deutsch-Süd- westafrika hier an. Mit dem gleichen Dampfer traf Landrat v. Uslar ein, der im vorigen Jahre auf Veranlassung der deutschen Regier­ung nach Deutsch-Südwestafrika gereist war, um dort nach Wasserstellen zu suchen.

Auskünfte der Konsulate. Wie die Er­fahrung lehrt, gehen bei den Kaiserlichen Kon­sulaten im Ausland aus den Kreisen von Handel und Industrie zahlreiche Anfragen so allge­meiner Natur ein, daß die entsprechenden Ant­worten gedruckt vorrätig gehalten werden kön­nen. Um den mit der Einholung derartiger Auskünfte verbundenen Zeitverlust sowie un­nötige Kosten zu vermeiden, sind die bei den ein­zelnen Konsulaten gebräuchlichen gedruckten Antworten zusammengefaßt und als Beilage zu Rr. 107 der im Reichsamte des Innern zusam- mengestelltenNachrichten für Hand«! und In­dustrie" vom 12. Sept. 1908 unter dem Titel Winke für den Verkehr deutscher Interessenten des Handels und der Industrie mit den Kaiser­lichen Konsulaten im Ausland«" veröffentlicht worden. Die Bearbeitung ist in der Weise er­folgt, daß einem allgemeinen Teile, der für den Lerkchr mit allen deutschen Konsulaten gleich­mäßig geltende Ratschläge enthält, sich ein be- fonderer Teil anschließt, in dem die speziellen Winke der einzelnen Konsulate wiedergegeben sind. Die Zusendung derNachrichten für Han­del und Industrie" erfolgt auf Antrag an das Reichsamt des Innern kostenlos an jeden im Julande wohnenden Deutschen, der ein dauern­de» Interesse an ihrem Jnhrlle dartut.

$e» organisiert« Handwerk. Die Zahl der In den Innungen organisierten Handwerker einschließlich der Gesellen und Lehrlinge beträgt

gegenwärtig über anderthalb Millionen. Es bestanden Ende Oktober 1907 fast 12000 Innungen, genau 11995, gegen 11311 im Jahre 1904. Die Zahl der Jnnungsmeister war 512 718 gegen 488 708 im Jahre 1904, der bei de« Jnnunssmitgliedern beschäftigtes Ezelle« $91569" der Lehrlinge 264 361. Die Innungen zerfielen 1904 <für 1807 ist die Zahl noch nicht Wanst) in 6356 Fachinnungen, 3697 Innungen verwandter Gewerbe und 1348 gemischte Ju­nmrgen. In den Großstädten befanden sich 678, in den Mittelstädte« 2006, in den Kleinstädte« 3674, in den Landstädte« 3387 und in Ort« unter 2000 Einwohnern 1566 Innungen. Das gesamte Jnnungsvermögen betrug am 1. Januar 1905: 11772 700 JA. Die Ausgaben belief« sich auf 3 668 500 JL. Die größte Zahl der In­nung« findet sich «lturzemätz in Rorddentsch- land. Aber wenn auch nach der BevöSerungs- Mer im Nordes Deutschlands die Innungen mehr als doppelt fo zahlreich fein müßten, so ist Süddeutichlund im Verhältnis wefentlich stärker Zurückgeblieben. Dort sind noch nicht tausend Jrsusgea zu zähl«, während hier über elf Tausend »ochandeu sind. Dasselbe Verhältnis zeigen di« schien der Jnnungsmitglieder und der Gesellen, ein noch schlechteres die der Lehr­linge. Die Herrschaft der Demokratie im Süden f-ei den Jnnungsgedunken dort noch nicht recht aufkranmen Infi en; aber die Erfolge der In­nungen werden endlich auch die süddeutschen Handwerker dazu aufmuntern, es ihre» nord­deutsche« Kollegen gleich zu tun.

Zu« Fall Schückisg. Um die Voshaftig- feit, das schlechte Gewissen uud was sonst noch der Regierung mal wieder ins rechte Licht zu stellen, hat man im freisinnige« Lager mit gro­ße« Behagen eine Ente flattern lassen. Die Verhandlung vor de« Bezirksgericht, hieß es, auf de« 29. vertagt worden, weil die Akten vor der Verhandlung eom Reichskanzler (!) telegraphisch eingefordert seien. Jetzt wird fest­gestellt, daß diese Bchauptung in allen Punkten unwahr ist. Es handelt sich bei der FffHetzung des Termins auf den 29. Sept, überhaupt um keine Vertagung, denn ein frü­herer Termin ist niemals angesetzt gewesen.

Eduard Bernstein, der geistige Führer des sozialdemokratischen R«nsionismus, trägt sich, nach einem berliner Mittagsblatte, mit dem Gedanken, nach London überzusiedeln.

Die Budgetbewillignng wt bcm sozial­demokratischen Parteitag. Nürnberg, 14. Sept. I» der heutigen Nachmittagssitzung wurde vom Parteivorstand und der Kontrollkommission fol­gender Antrag eingebracht:Der Parteitag be­stätigt von neuem die Resolutionen von Lübeck und Dresden, die aussprvche«, daß der Staat, solange er sich in den Händen der besitzenden Ktassm befindet, ein Organ der Klassenherr­schaft darftellt und «in Mittel zur Niederhalt­ung der bffitzlosen Lolksmassen bildet; daß die politische Aufgabe des proletarischen Klassen- kanrpfes die Erobern^ der Staatsgewalt durch llürerwindung der Gegner ist; daß jede Politik de« Entgegenkommens an die bestehende Staats­und Gesellschaftsordnung abgelehnt werden muß; als notwendige Folgerung dieser grund­sätzlichen Auffasiung und angesichts der Tatsache, daß die Eesamtabstimmung über das Budget als Vertrauensvotum für d« Regierung aufgefaßt werden muß, ist jeder gegnerischen Regierung das Budget bei der Gesamtabstimmung zu ver­weis««, es fei denn, daß die Ablehnung durch unsere Genossen die Annahme eines für die arbeitenden Klassen ungünstig«en Budgets zur Folge haben würde. Die Bewilligung des Bud­get» in den Landtagen von Württem^rg, Ba­den und Bayern ist daher unvereinbar mit den Resolutionen von Lübeck und Dresden. Die grundsätzliche Verweigerung des Budgets ent­spricht vollkommen der Klasienlage bet besitz­losen Volksmassen, di« eine unversöhnlich« Oppo­sition gegen die bestehende, dem Kapitalismus dienende Staatsgewalt notwendig macht. Di« arbeitenden Klassen immer wieder nachdrücklich darüber aufzuklären, ist eine unerläßliche Auf­gabe unserer agitatorischen Arbeit."

1 LI' Hl

Ausland.

* * Spanien. Sen Sebastian, 14. Sept. Der Minister für Ackerbau, Industrie, Handel und Oeffentliche Arbeiten, Gonzales Besada, ist zum Finanzminister ernannt worden. An seine Stelle ist der Gouverneur der Bank von Spa­nien, Sauchez Euerra, getreten. Es ist möglich, daß der frühere Finanzminister Bustillo die Leitung der Bank von Spanien übernimmt.

* * Dänemark. Kopenhagen, 14. Sept. Der dänMe Reichstag ist auf den 28. Sept, einbe- rufen worden.

* * Bulgarien und die Lürkei. Konstanti­nopel, 14. Sept. Türkischen Blättern zufolge er- klärten der Eroßwesier und der Minister des Aeutzern auf die Schritte, welche von dem bul­garischen diplomatischen Agenten Geschow wegen der unt«bliebenen Einladung zum diplomati­schen Diner unternommen wurden, beide Re­gierungen bildeten, da Bulgarien nur ein Va­sall der Türkei sei, vom politischen Eesichtspuntt aus nur eine Regierung. Infolgedessen könne bet bulgarische Agent an dem Diner der Ver- tteter der auswärtigen Staaten nicht teilneh­men; er könne nur bei einem Diner für die Minister und ottomanischen Würdenttäger zu­sammen mit dem Vertteter Aegyptens zugezogen werden. Wie dieselben Blätter melden, er- Nätte das bulgarische Ministerium des Aeutz«n dem türkischen Kommissariat in Sofia, daß bas Unterlassen der Einladung Seschows zu einem Bruch der Beziehungen führen könnt«. Di« von Geschow bei einigen Botschaftern unternom­menen Schritte seien wirkungslos geblieben. Die ganze türkische Presse billig die Haltung der Pforte und gibt bet Archcht Ausdruck, daß

der Zwischenfall ohne jede politische Bedeutung fei.

** Marokko. Paris, 14. Sept. Oberst Alix telegraphiert, dich Aufklärungstruppen, die am 10. ds. ausgefchükt waren, feststellten, daß die letzten Nachzügler der bei Ludenib geschlagenen Hark» Dei|<^Du«ben seien. Alle Dorfschaften hätte« um Unterwerfung gebeten. Nngestern freien drei Rrk^nrszierungen unternommen worden, ohne daß man einen Schutz abgefeuert hätte. Dio Truppen hätten an diesem Tage Tulat verlassen und feien gestern in Budenib eingetroffen.

MnLinx vnd Umgegend.

^Nachdruck aller Ctigiaalattitei ist gemäß § 18 deS Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe

.Cterbef. gtg.* gestattet.-

MsrLsrg, 15. Eeptbr.

* Der Landesausfchuß tritt am 22. ds. Mts., morgens 10 Uhr, zu einer mehrtägigen Sitzung im Ständehaus in Cassel zusammen.

* Das Einwohner-Melde- und städtische Strueramt befindet sich vom 16. ds. Mts. ab im Kiliansgebäude, Schuhmarkt 4, 1. Stock.

)( Die städtische Badeanstalt ist von heute ab geschloffen.

* Hessischer Geschichtsverein. Am letzten So«nabend besuchten zahlreiche Herren des hie­sigen Zweigvereius des hessischen Eefchichtsver- eins das Gefechtsfeld vom 21. September 1762 bei der Brücker Mühle am Fuße der Amöneburg. 6e. Exzellenz Herr General Betz erläuterte in anschaulicher Weise die Stellungen der französi­schen und der verbündete» braunschweigisch- hessisch-englische» Truppen und die Versuche der ersteren, den Uebergang über die Ohm an der Brücker Mühle zu erzwingen, Versuche, die ttotz des 14stündigen Ringens schließlich doch, und wesentlich durch die Tapferkett der Hesfen, er­folglos blieben. Der Besichtigung des Gefechts- feldes und des Denkmals bei dem Gasthaus an der Mühle folgte der Aufstieg zur Amöneburg. Der Ortsgeistliche, Herr Dechant Kräh, führte die Besucher durch die Ruinen der früher mainzischen Burg, die von Ungewitter neu ge­baute Kirch« und den Stiftsgarten; nach einem von Herrn Bürgermeister Nacken liebenswür­diger Weis« gespendeten Kaffee wurde noch ein Gang u« die Stadtmauern unternommen und bann der Rückweg nach Kirchhain angetreten; auch hier fanden Reste der alten Stadtbefestig­ung, einige Hslzhäuser und die Kirche noch das Interesse der Ausflügler, die abends um %7 wieder in Marburg eintrafen.

)( Die Lbftverkauft-Bermittlungsstelle wird am Sonnabend den 19., am Mittwoch den 23. und am Sonnabend den 26. September, jedes­mal von 1012 Uhr vormittags im Tunnel des Fronhofs in Tätigkeit treten. Wir verweisen auf das in heuiiger.Nummer befindliche Inserat.

* Für Hnndebefitzerl Wer für das 2. Halb­jahr (1. Ott. 08 bis 1. April 09) die Hunde­steuer sparen will, ist verpflichtet, den Hund vor dem 1. Oktober d. I. abzuschaffen und bei der Stadthauptkasse abzumelden, andernfalls die Steuerpflicht bestehen bleibt.

* Verunglückt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag verunglückte der bei Maler Gang­loff in Siegen beschäftigte Malergehiilfe Kon- ral Josky äus Marburg dadurch daß er auf dem Rmbbausewege von seiner Arveitsstätte auf der Eintracht die Ueberführung beim Staats« bahnhof hinuntersiel. Es wird angenommen, daß dem jungen Mann durch bi« nächtliche Ar­beit in den letzten Tagen unwohl geworden ist und er sich wohl zu weit über das Geländer ge­beugt habe. Wenige Minuten später passierte ein Zug die Stelle, wo der Verunglückte aufge- schlagen war, sodaß er zweifellos überfahren worden wäre, wenn er nicht rechtzeitig Hülfe gehabt hätte. Der Verunglückte, der 19 Jahre alt ist, wurde ins Mattenhospital geschafft, w» erhebliche innere Verletzungen festgestellt wur­den, die bereits eine Operation notwendig mach­ten. Der Zustand ist noch immer bedenklich. (Die Mutter des jungen Mannes wohnt hier in Weidenhausen.)

)( Ein sonderbarer Taubstummer treibt sich feix einigen Tagen in hiesiger Gegend umher. Der Betrefftnde kam z. B. in Cappel in einen Kaufmannsladen und zeigte einen Zettel vor, auf dem zu lesen stand, daß er ganz taubstumm sei und Briefpapier verkaufe. Die im Laden befindliche Frau sagte ihm, Briefpapier hätte sie selbst zu verkaufen und außerdem habe sie teil«: Zeit. Mit der ftagenden Erwiderung: Keine Zeit?" verließ der Taubstumme da» Lo­kal. In einem anderen Hause, wo der Aermst« feinen Zettel hinhielt, gab ihm eine Frau 5 Pfennige und sagte ihm, daß sie ohne Brill enicht lesen könnte. Der Taubstumme war so freund­lich, ihr den Inhalt des Zettels vorzulffen. In einer Wirtschaft war nur ein Kind in bet Stube, als der Taubstumme nut einem freund­lichenGuten Tag" eintrat und bann seinen Zettel hinhielt. Das Kind hatte natürlich mit fo einem armen Menschen Mitleid und schenkte ihm 8 Pfennige, worauf der Taub­stumme auch noch ein Schnäpschen verlangte. Vielleicht hat der sonderbare Taubstumme auch noch sonstwo ähnliche Gastrollen gegeben.

)( Gefunden wurde in der Nacht zum 11. ds. Mts. am Rudolphsplatz ein Sack mit etwa iy2 Zentner Kartoffeln. Sie wurden einstweilen im Polizeilokal «ntergebracht. Ob es sich um einen Diebstahl handelt, weiß man nicht. Biel- leidpt meldet sich bet Eigentümer der Kartoffeln.

)( Et« verdächtiger Freund. In der Nacht r Sonntag zum Montag fand «in Angestell- ber Wach- und Schließgesellschaft in einer Haustür bet Frankfurterftratze einen falschen SchttlffA; bet richtige Schlüssel, bet schon fett einigen tagen vermißt wurde, fand sich später dem nahen Neubau. Jedenfalls hat bet Wäch­ter hi« einen Diebstahl vereitelt.

)( Strafkammer. Wegen Vergehen gegen das Personenstandsgefetz hatte sich ein Standesbe­amter aus dem Kreise Homberg zu verantwor­ten. Ihm wat das unangenehme Versehen passiert, einem junge« Mann aus seinem Orte, der noch nicht das 21. Lebensjahr vollendet hatte, zur Eheschließung zuzulassen. Der Stan­desbeamte, der selbst Anzeige erstattet hatt^ machte gellend, der junge Mann sei ihm gut be. könnt gewesen und habe auch schon bei den Sol­daten gedient. Er habe damals nicht daran ge­dacht, daß dieser erst demnächst fein 21. Lebens­jahr vollenden würde. Das Urteil lautete auf 10 -ü Geldstrafe. Als zweiter Angeklagter erschien ein Schneider namens Joh. Schäfer aus Niederhausen. Dem Aermsien wird das Leben sehr schwer gemacht, denn seit langen Jahren arbeitet er nurwenn er Zeit hat" und an die­ser «angelt es ihm sehr. Das kommt aber da­her, weil er einen großen Teil seines Lebens wegen allerhand Diebereien in Gefängnissen und Zuchthäusern zubttngen mußte. Am 30. Juli pilgerte Schäfer die idyllische Landstraße entlang, welche von Frankenberg nach Haina führt. In Römershaufen machte er Raft und entwendete, trotzdem er Schneider ist, einem dort zu Besuch weilenden Anstaltszögiing aus Hains eine Hofe und andere Kleidungsstücke. Der Angeklagte machte heute geltend, daß er die Sachen für sich hätte benutzen wollen. Das Ur­teil lautete auf 8 Monate Gefängnis.

][ Lölbe, 14. Sept. Heute zogen hier eine Anzahl Bärenführer mit :Mreichen großen und kleinen Bären in der Richtung nach Franken- berr, durch.

* Werter- 7. Sevtbr lieber den Eisenbahn, vertttzr in Wetter rntoehmeu wir eener Statistik der Handelskammer zu Ka'iel jo gende Ziffern: Aer> kauite Fahrkarten in 1905 69 300. in 1905: 40393, Avoeierlizte spracht riee: Empfang 1905: 5X7 Versandt 3559, Empfang !926: 5892, LerMndt 3893; Gütervrrleür 192 j: Stückgut ieinjchl. Eil. unt. Crpre!?g«t> rn piana 551 t, 23er. säurt 493 t LÜagenlasungrur Empfang 4679 t. Versandt 2204 t; Güterverkehr 19 *5:_ Stückgut teilst chl. Sil« und Expreßgut!: Emp'^ag 582 t, Ver­sandt 461 t, Äazeu la dünnen Empfang 7281 t, Versauf 1441 t; BieMrkehr 1905: Grotzvieh- Empfang 121, Versandt t7Klern-ieh-Empsang 170, Versandt 1102; Vichverkehr 1906: G otzvieh- Empfang 1K, Versandt 813, itteinmeh-Emp ang 138, Verland! 929.

* Wetter, 14. Sept. Der Poioerlehr in 1936 u. 1907 geiiaUeie sich nach einer Statistik im Handel?« kammerdericht ro e folgt: Einnahmen von Porto» unv Telearaphengebü'aren in 1 > 11143 Marl (1907 11955), emgegangene Briestrnonugen in 1906 138 528 Stück. (1907 1(31 oOJ), ttnaeganqene Pakete ohne Ubettüugaäe in 9u6 6 22 Stück. {1907 71M, eingesaraene Briefe mit 'jertangabs in 1906 162 Stück (1907 165), emiegasgene Pakete mit Wertangabe in 1906 36 Stück (1907 2D Lulgegedene Brrrsseadungen in 19 6 890/6 Stück, (1907 106800), auf gegebene Pakete ohne Wertangabe IN 1906 4?13 Sluck (1907 45 k,), autgegeuene

Briefe mit Wertangabe in 19£6 214 Stück (1907 171), ausgegedene Pakete mit Wertangabe in 1906 62 Stück (1917 64); emaegengene Pottaachnahme« send äugen in 1906 2266 Stuck (19 7 2756), em ge­gangene Pojtaustrassdriefe in 190o 416 Stück (1907 441); aus Postanweisungen wursen enmezablt in 1906 4.8708 Mk. >1907 412 415), au« Postanwei- jungen wat tun auSg-zahlt in 1906 278 955 Mk. <1907 286 278,; Zahl der von den Verlags-Post- ouftatten aogesetzteu Zestuugsuummern m 19C6 Stück (19U7); Einnahme au8 dem

Verkauf von Wechselstempelmarten in 1906 27 Mk. (1907 23); au (gegebene Telegramme in 1905 646 Stück (1907 557), eirgegenaene Telegramme in 1906 656 Stück (1907 655); Zahl der Test-

nehmer an den Fernsprechnetzen in 1906 9 (1907 13); Zahl der Gespräch» iw Orts- und Rambur-'-rtL- verkehr in 1906 1748 (1907 5321), Zahl orr

Gespräche im Fernverleh« von ouäeirath in IfOO 2825 (1907 8244), Z-stst der Lefprrnqe in sierk.-' Verkehr noch autzertzel» in 1916 25l. 09.7 3173)

Au» dem Kesifr Kirchhain. 14. Sept. Während der wenigen Tage guten Wetters in bet abgelaufenen Woche ist e i n e R i e s e n - arbeit von bet Landbevölkerung gel.istet worden. Wenn auch bereits Verdorbener, und Beschädigtes nicht wieder gut gemanst werden kennte, so sind doch die Felber, man ia« t fast geräumt wwden. Dringend tut tnlta weiter gutes Wetter not. Die Zrummmernte fallt im allgemeinen befriedigend aus; dag-gen lauten die Raästtchten über die Aussicht auf Kartoffeln nttst gut Das Regenwetter hat hier vielfach geschadet.

Aus dem Kreise Biedenkopf, 14. Srpt. (Po,st Manöver.) Ste hessische Division i'ätr -.ft n«ch fernerhin im Hinterland Kreis Biedenkopf bis zum Dillkreis, und zwar 115ei HSar und 168er einerseits ge^en 117er und Morgen bezieht der Divtsionsstav in Weibsn- stein bei Laasphe Quartier und oeiblttbr dort bis zum 17. September. Als letzt« Truppen­gattung trifft morgen zum Divisionomruöv^ noch bi« Fernsprechabteilung ein, um während der Divifions- und Korpsmanöver der Trupp-* Icitung beigegeben zu werden, sie beliebt sit Frohnhausen Quartier. Die 49. Brigade kon­zentriert sich morgen um Frohnhausen-Hatzse'd. der Stab liegt in Frohnhausen. Die 50. Bri­gade steht bei Lixfeld, Gönnern, Worr^bauien, also südlich Biedenkopf. Große Pioniett:d,'nt.ex werben mit den Kämpfen um» Lahntal veroun- ben fein, schon jetzt werden Vorbereitungen ge­troffen. Dienstag trifft bi« ganze 49. Brigade im Lahntal ein, das Regiment 115 kommt nach Laasphe, 116 nach V.edenkopf, 168 nach Brei­denbach und Wallau. Nach Biedenkopf allein kommen 9 Stäbe, 13 Kompagnien Infanterie, 4 Batterien Artillerie, die Fernsprshleitung und Pioniere, ca. 2000 Mann. Die 23er Dra­goner, 25er Artillerie und die Jnfanterieregi- menter 117 und 118 beziehen im nördlichen Dillkreis bei Lixfeld und Dottenhorn Quartier.

1 Homberg a. d. Efze, 14. Sept. Die Ernt« in unserem Kreise ist soweit beendet, nur hier snb da sieht man noch einige HaferhSgel und Bohnen stehen und auf manchen Wiesen liegt noch etwas Grummet. Im Durchschnitt kann man alle Ernten als gut bezeichnen, Grummet gab es immer noch mehr, als man anfangs dachte; der Minderertrag ist hinlänglich durch den überaus reichen Ertrag an Heu ausge­glichen. Im allgemeinen find die Früchte auch alle ziemlich gut eingeerntet worden. Die Kar­toffel sind gut, Obst gibt es »iel. jedoch ist bis