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der Jstertrag der Zölle 557,05 Mill. JA oder bei einer Bevölkerung des Zollgebietes von 61,41 Millionen Seelen pro Kopf 15,18 <M., also nicht viel mehr als die Hälfte der Belastung in den Vereinigten Staaten. In Frankreich beliefen sich endlich in demselben Steuerjahr die Ein­nahmen aus Tabak, Zucker, Streichhölzern, Schießpulver und sonstigen indirekten Steuern auf zusammen 1002,03 JA, das macht bei einer Bevölkerung von 39,23 Millionen pro Kopf allein schon 25,54 JA. Dazu kommen noch 479,81 Millionen JA an Zöllen, gleich 12,23 JL auf den Kopf. In Frankreich stellt sich also die Gesamt­belastung durch Verbrauchsabgaben und Zölle aus 37,77 JA auf den Kopf, gegen 15,18 JA in Deutschland, sie beträgt also ungefähr das 21/2= fache dessen, was bei uns an solchen Steuern auf den Kopf der Bevölkerung entfällt. Diese Zah­len, die zum großen Teil auch von Schippe! in dem erwähnten Aufsatze wiedergegeben werden, liefern eine treffliche Illustration zu den An­würfen des sozialdemokratischen Parteiblattes gegen den Plan der Reichsfinanzreform.

Nachklänge zum Kaisermanöver.

Der Kaiser hat aus Anlaß der been­deten großen Herbftübungen an den Prinz- regenteu Luitpold folgendes Handschrei­ben gerichtet: An den Prinzen Luitpold, Re­genten des Königreichs Bayern, Königliche Ho­heit, Durchlauchtigster Fürst, freundlich lieber Vetter und Bruder! Es ist mir ein tief em­pfundenes Vdürfnis, Eurer Königlichen Hoheit für das bereitwillige Entgegenkommen, durch welches die Mitwirkung eines Teiles des könig­lich-bayrischen Heeres an den heute beendeten großen Herbstübungen ermöglicht wurde, meinen aufrichtigen Dank auszusprechen. Es gereicht mir aber auch zur herzlichen Freude, meiner be­reits wiederholt kundgegebenen lebhaften Be­friedigung und vollsten Anerkennung über die Führung und den ausgezeichneten Zustand dieser Truppen gegen Eure Königliche Hoheit noch­mals beredten Ausdruck zu geben. Ich habe so­wohl bei der Parade des 16. Armeekorps am 27. August bei Metz wie auch im Verlauf der lehrreichen Manöver mehrfach Gelegenheit ge­habt, mich von der inneren Ordnung und kriegs­gemäßen Ausbildung aller Waffen und ihrem zielbewußten Zusammenwirken im Gefecht zu überzeugen, und ich kann Eure Königliche Ho­heit zu solchen Truppen nur beglückwünschen. Eine besondere Genugtuung war mir, bei der Parade bei Metz die zahlreichen Mitglieder der pfälzischen Kampfgenossenschaft begrüßen zu kön­nen, welche aus allen Teilen der bayrischen Pfalz herbeigeeilt waren, um ihrer patriotischen Gesinnung Andruck zu verleihen. Ich verbleibe mit der Versicherung der vorzüglichen Hoch­achtung und freundschaftlichen Gesinnung Eurer Königlichen Hoheit freundwilliger Vetter und Bruder (gez.) Wilhelm I. K. Urville, den 10. Sept. 1908. Der Prinzregent richtete hierauf

hatte den Meldungen französischer Blätter f* genden Wortlaut:Ich bin den französischen Behörden für ihre liebenswürdige Zuvorkom- menheit sehr dankbar. Wollen Sie Ihren Vor» gesetzten meine lebhafte Erkenntlichkeit aus­drücken. Ich bedaure, von der Gastlichkeit Frankreichs keinen Gebrauch machen zu können, um den Hoheneck zu ersteigen. Ich werde in Colmar erwartet. Vielleicht ergibt die Gelegen­heit sich ein andermal."

Der Kaiser wieder in Berlin. Wildpark, 12. Sept. Der Kaiser ist mit den Prinzen August Wilhelm und Oskar heute vormittag hier eingetroffen. Zum Empfang hatte sich die Kaiserin mit der Prinzessin Viktoria Luise ein­gefunden. Der Kaiser begab sich ins Neue Pa­lais. Im Gefolge befanden sich die Generale v. Plessen, v. Hülsen-Haeselsr und v. Scholl. Berlin, 12. Sept. Der Kaiser empfing heute im Neuen Palais den abberufenen türkischen Bot­schafter Amed Tewfik Pascha. Hierauf wurde der Botschafter auch von der Kaiserin in Audienz empfangen.

Ordensverleihungen. Der Kaiser hat dem Gouverneur v. Schuckmann in Anerkennung sei­ner Erfolge in den Verhandlungen mit den Ovambos den Kronenorden 2. Klasse, sowie dem Hauptmann Francke in Anerkennung seine, Mission im Ovambolande das Ritterkreuz des Hohenzollernschen Hausordens mit Schwertern verliehen. Der ^.Reichsanz." teilt mit, daß dem Unterstaatssekretär im Königlich groß­britannischen Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten Sir Charles Hardinge der Rote Ädlerorden erster Klasse, und dem König­lich norwegischen Kapitän zur See Berglund, Oberadjutanten des Königs Haakon, der Rote Ädlerorden zweiter Klasse verliehen worden ist.

Bon unserer Hochseeflotte. Kiel, 13. Sept. Die Hochseeflotte ist im Laufe der Nacht und während der frühen Morgenstunden durch den Kanal von der Nordsee kommend im hiesigen Hafen einaelaufen. Prinz Adalbert von Preußen wurde zum Kapitänleutnant be­fördert. Aus diesem Anlaß erschien er heute vormittag beim Prinzen Heinrich zur Meldung.

Staatssekretär Dernburg hat einem Inter­viewer eröffnet, er bringe keine Forderungen für Deutsch-Südwest von dort mit, auch keine für den Neubau einer Landungsanlage in Swakop- mund. Er werde nur den bestehenden Holzpier verstärken lassen, der dann lange Zeit genügen werde. Die neuen Eisenbahnen seien noch un­rentabel, besonders die von Windhuk nach Keet- manshoop. Die Ovambofrage solle vorsichtig be­handelt, es sollten keine Truppen hingeschickt werden. Kaufleute, die hingingen, sollten nur gegen hohe Kaution Zutritt erhalten.

Zu den einzelnen Fragen der Reichs- sinanzreform liegen wieder einige Meldungen vor. DieInformation" erfährt im Reichspost­amt, daß dir Meldung von e'ner angeblich be­absichtigten Verbilligung des Orts­portos unrichtig ist. Zwischen den ver-

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Bon der Fahrt des Kaisers durch das Elsaß und an di« französische Grenze wird noch gemeldet: Die französischen Behörden hatten den Kaiser eingeladen, bei seiner Fahrt durch das Oberelsaß nach der an der Grenze gelegenen Schlucht" den auf französischem Gebiet liegen­den aussichtsreichen Hohene^ zu besuchen. Der Einladung konnte aber aus Mangel an Zeit nicht Folge geleistet werden. Als der Kaiser von den Vorkehrungen erfahren hatte, die für den Fall getroffen waren^ daß er französisches Gebiet betreten sollte, ließ er den aus Epinal besonders entsendeten französischen Kommissar Cochet zu sich entbieten und ersuchte ihn, der französischen Regierung seinen Dank auszu­sprechen. Die mündliche Antwort des Kaisers an den französischen Erenzkommissar Cochet

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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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Man könnte wirklich glauben, dieser ausgetauchte Bruder und Miterbe sei ihr ganz

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willkommen!"

Und wie schön sie aussah! Schwarz steht ihr bcsrnders gut."

Aber mit welchem Raffinement hatte sie sich auch gekleidet. Da. ist jede Falte mit Ueber- legung gelegt, alles ausstudiert bis auf die feinen Valsnciennes an Hand und Hals, die sich nufer dem Krep halb verbergen."

Im Grunde soll der Herr Müller-Rothen- fels doch sehr ungnädig ausgenommen worden Jein. Namentlich Baron Dietrich soll aus seinem Groll darüber kein Hehl machen."

Sehr begreiflich. ' Man sagt, er brauche inaner mehr, als er hat. Da gibt man nicht Pern ab."

Ein leises Lachen wurde vernehmbar. Dann «ber fragte eine der Damen, wie das bei dem großen Reichtum der Rothenfels und namentlich Dietrichs, dessen Frau ja vielfache Millionärin, wohl möglich sei.

Man Dien, meine Gnädigste," war die Ant- Dort.Das Geld ist rund, und wer seinen Passionen keine Zügel anzulegen liebt

Man erzählt sich auch, die Baronin sei gar nicht glücklich."

Geschwätz, Gnädigste. Die Baronin liebt die Zurückgezogenheit, ist eine passive Natur. Man sieht sie nicht viel in der Gesellschaft: da muß

nachstehendes Handschreiben an den Kaiser: An des Deutschen Kaisers und Königs von Preußen Majestät, Durchlauchtigster, großmächtiger Fürst, freundlich lieber Vetter und Bruder! Eure Kaiserliche und Königliche Majestät haben die große Güte gehabt, bei dem Abschluß der Herbst- Übungen in den Reichslanden die schon telegra­phisch ausgesprochene hohe Anerkennung für die Leistungen der bayrischen Truppenteile noch­mals in beredten Worten zum Ausdruck zu brin­gen. Ich bitte Eure Majestät, hierfür meinen und der Truppen warm empfundenen Dank ent­gegenzunehmen. Ich darf dabei neuerdings ver­sichern, wie gern ich auch heuer wieder bayri­schen Regimentern Gelegenheit gegeben habe, vor Eurer Majestät Augen in Zusammenwirken mit anderen Truppenteilen des deutschen Heeres eine Probe ihrer Disziplin und ihrer kriegs­gemäßen Ausbildung zu geben. Daß sie diese Probe in der Parade und bei den Gefechts­übungen gut bestanden haben, gereicht nicht nur mir zur besonderen Genugtuung, die lobenden Worte Eurer Majestät erfüllen auch die ganze bayrische Armee mit Stolz und freudigem Be­wußtsein. Sie werden Führern und Mann­schaften ein neuer Ansporn sein zur rastlosen Weiterarbeit in dem Streben nach Manneszucht und Kriegstüchtigkeit den übrigen Kontin­genten des deutschen Heeres ebenbürtig zur Seite zu stehen. Lebhafte Befriedigung bereitet mir auch die Mitteilung, daß meine lieben Pfälzer nicht gesäumt haben, Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät durch die Mitglieder der Pfälzischen Kampfgenossenschaft ihre Hul­digung darzubringen. Ich danke Eurer Majestät von Herzen für die der Pfälzischen Kampf­genossenschaft mit der Widmung eines ahnen- bandes erwiesene hohe Ehrung. Mit Vergnügen erneuere ich in diesen Zeilen die Versicherung der vorzüglichen Hochachtung und Freundschaft, wo­mit ich verbleibe Eurer Kaiserlichen und König­lichen Majestät freundwilliger Vetter und Bru­der (gez.) Luitpold. Vorderwiß, den 12. Sep­tember 1908.

natürlich ein Grund gesucht werden. Meines Erachtens aber kann Dietrich von Rothenfels keine passendere Frau haben. Was sollte er wohl mit einer, die ihn überallhin begleiten, aus allzu großer Liebe ihn gar nicht aus den Augen lassen würde? Ich meine, die beiden haben ein Uebereinkommen getroffen, sich gegenseitig alle Freiheit zu gewähren."

Baronin Editha scheint mir in diesem Falle geringen Gebrauch von ihrer Freiheit zu machen. Sie lebt wie eine Nonne."

Jeder nach seinem Geschmack. Es gefällt ihr gerade so!"

Ach, wer sich die Mühe gegeben hätte, einen tieferen Blick in diese Frauenseele zu tun, die man mit so leichtem Urteil glaubte abfertigen zu können, hätte wohl anderes in ihr gesunden, als gelassene Passivität. Editha hatte Dietrich ge­liebt, heiß geliebt, mit der ganzen Hingabe ihrer tiefen und unberührten Natur. Viel zu jung und unerfahren, um Männer seiner Art be­greifen zu können, hatte sie alles, was er in der ersten Aufwallung seiner Zärtlichkeit ihr ins Ohr geflüstert von Liebe und Treue, für unver­brüchlich wahr gehalten, um dann, o mit welchen bitteren Schmerzen, zu erkennen, daß ein Stück nach dem anderen von dem so stolz in dis Wolken sich schwingenden Bau seiner Liebe, , ihres ehe­lichen Glückes abbröckelte, bis sie, die gewohnt gewesen, sich nichts zu verschleiern, sondern mutig der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, sich voll innerer Verzweiflung gestand: es war alles Täuschung, alles Lüge. Hatte er sie geliebt? Auch daran fing sie an zu zweifeln, ja, an feiner Fähigkeit, überhaupt lieben zu können. Jetzt zum mindesten war nicht« mehr von dieser vor­

dankte, was er war. Wie würdig hatte er sich bei der Testamentseröffnung benommen, wie voll Ruhe, die nur einmal ihn verlassen hatte bet der brutalen Beleidigung, die Dietrich in seinem Er all und Aerger über die Verkleinerung seine« Erbes ihm ins Gesicht schleuderte! Wie klein erschien ihr Dietrichs Verhalten gegen diesen Bruder. Er, dem sein Wunsch und Wille ein­ziges Gesetz war, der Selbstbeschränkung gar nicht kannte, der nie gelernt hatte, seinem Ver- langen Zügel anzulegen, er mißgönnte dem um sein Geburtsrecht so lange Betrogenen den ihm gebührenden Anteil an der Erbschaft des Vaters.

Doch sie sollte bald belehrt werden, daß es nicht Mißgunst allein war, was ihren Gemahl zn jener unerhörten Beleidigung des Bruders fort­gerissen hatte. Graf Alten kam nach Frauen- stein und brachte Dietrich die ihm vom Justizrat Eberhard übermittelte Ablehnung Brunos we­gen der Abtretung Schönwaldes.

Ich dachte es mir," rief Dietrich.Uebrigens ist es auch gleich, das vom Vater auf meinen Teil fallende Barvsrmögen hätte keineswegs zum. Ankauf Schönwaldes gereicht."

Editha, die bei der Unterredung zugegen war, erhob ihr Haupt, das sie über eine Arbeit gebeugt hatte, und bemerkte in ihrer gewohnten ruhigen Weise, daß sie hoffe, ihr Gemahl werde unter allen Umständen über ihr Vermögen ver­fügen, als wäre es das feine.

Auch ich wünsche sehr die Erwerbung Schön­waldes, das mir ebenso am Herzen liegt, wie Frauenstein, und das ich ungern in anderen Händen sehen würde. Vielleicht gestattest Du mir, ein Wort bei Deinem Bruder für den Ver­kauf einzulegen." (Fortsetzung folgt.)

Händen. Sie war seine Gemahlin, der et äußer­lich seine Achtung erwies, die Mutter seines Sohnes, im Denken, Fühlen und Empfinden aber lag ein Abgrund zwischen ihnen. Alles, was ihr heilig, verehrenswert erschien, woran sie glaubte, war ihm Rauch und Schall. Liebe? Ein Flackerfeuer, eine auflammende Begierde, die, wie sie gekommen ist, wieder erlischt. Treue? Redensart! Niemand wird treu sein, wenn es nicht in seiner Natur liegt, d. h. wenn er Ver­langen nach Wechsel der Neigungen in sich trägt. Leben, leben, das war sein Wahlspruch. Leben aber hieß für ihn, genießen. Leben hieß Wechsel, Aufregung, Rausch. Er kannte kein stilles Glück, kein häusliches sich Genügen, kein Miteinander- leben. Immer drängte es ihn hinaus zu neuer Anregung der erschlafften Nerven, neuen Ein­drücken, neuen Genüssen.

Der Tod des alten Barons, Brunos Erschei­nen, die Vorfälle der Testamentseröffnung hat­ten sie im Innern erschüttert. Sie hatte den liebenswürdigen, gegen sie immer gütigen Schwiegervater herzlich verehrt, aber sie konnte nicht umhin, sich zu gestehen, daß ein Schatten auf fein Bild gefallen war, nun sie einen Blick in feine Vergangenheit getan hatte.Wie aber war es nur möglich?" fragte sie sich immer wie­der,welch ein unentschuldbarer Egoismus nicht allein von dem alten Baron, nein, auch von feiner Frau, der Mutter Dietrichs und Astas! Sie hatten Heide ohne Besinnen ein Menschen­leben gebrochen, um sich ihr egoistisches Glück zu sichern. Wie viel Edelsinn und entsagungsvoller Mut in der so beispiellos Geopferten! Und Bruno?" Zum erstenmal trat ihr in ihm ein Mann entgegen, der ganz allein sich selbst ver-

Die Sozialdemokratie und die Reichsfinanzreform.

Während mit geringen Ausnahmen die Presse per bürgerlichen Parteien die Mitteilungen jiber den Reichsfinanzreformplan günstig auf- genommen hat, ergeht sich das sozialdemokra­tische Parteiblatt naturgemäß in den stärksten Ausdrücken über die angebliche lleberlastung der großen Massen der Bevölkerung. Daß es dabei nach seiner Art ganz willkürlich behauptet, e/io sdes gesamten Mehrbedarfes sollten durch Be- fteuerung des Konsums der breiten Massen der Bevölkerung aufgebracht werden, ist bei seiner jttrt der Bekämpfung von Maßnahmen spezifisch (nationalen Gepräges nicht verwunderlich. Die­len Auslassungen gegenüber kommen die Fest­stellungen, die der bekannte Sozialist Schippel in den sozialistischen Monatsheften in dem ArtikelDie Reichsfinanzreform und die Ar­beiterklasse" über die Belastung der Bevölkerung in anderen Kulturstaaten mit Konsumabgabsn im Vergleich mit Deutschland soeben veröffent­licht, sehr zur rechten Zeit. Schippel stellt fest, baß in England bei einer Bevölkerung von 44 Millionen in dem Fiskaljahre vom 1. April 1906 bis 31. März 1907 an Steuern und Zöllen auf Spirituosen, Rum und bergt. 418,6 Mill. .«, an Viersteuer 253 Mill. JA, vom Tabak 266 Mill. Jl, vom Zucker 125 Mill. Jl und vom Kaffee und Kakao 118,7 Mill. JA. eingenommen worden. Darnach belief sich in jenem Jahre der Ertrag der Steuern vom Massenverbrauch in Großbritannien auf nicht weniger als 1181,3 Mill. JA. oder pro Kopf 26,85 JA.. In Deutsch­land brachten in demselben Jahre die Steuern «nd der Zoll von Branntwein, die Vrausteuer und die Ilebergangsabgabe, Tabaksteuer und Tabakszoll, Zigarettensteuer, Zuckersteuer, Zoll auf Kaffee unb Kakao zusammen 496,8 Mill. JA, oder bei einer Bevölkerung von 62,33 Millionen 7,96 JL auf den Kopf. In England ist daher mehr als der dreifache Betrag an solchen Kon­sumsteuern auf den Kopf aufzubringen als in Deutschland. Der Schluß, daß demzufolge bei «ns diese Steuerquellen noch in höherem Maße nutzbar gemacht werden können, als bisher, er­scheint unabweisbar. Ganz ähnlich liegen die Desteuerungsverhältnisse in den Bereinigten Staaten und in Frankreich, wo bekanntlich die Schutzzollpolitik noch erheblich stärker durchge­führt ist als bei uns. In den Vereinigten Staaten betrugen die im wesentlichen auf den Verbrauch der breiten Massen gelegten soge­nannten inneren Abgaben 1132,61 Mill. JA., die Zölle 1395,37 Mill. <K. Die gesamten indirekten Lasten stellten sich im Jahre 1906/7 in den Ver­einigten Staaten also auf 2 225,98 Mill. JA, oder für eine Durchschnittsbevölkerung von 85 Millionen Seelen pro Kopf der Bevölkerung auf 29,73 JL In Deutschland betrug in demselben Jahre die Jsteinnahme aus den Steuern auf Tabak, Zigaretten, Zucker, Branntwein, Schaumwein, Bier und Salz 375 Millionen JL,

tNachdruck verboten !

Getrennte Welten.

Raman von Clarissa Lohde.

(Fortsetzung.)

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