Einzelbild herunterladen
 

43. Jahrg. .

ins würden zweifellos

'olgs zugunsten des

k7!achdruck verboten.).

87

Auch Bruno griff nach seinem Hute. Er fühlte sich unfähig, die Luft dieses Hauses, in dem das Andenken an seine Mutter, diese von ihm so Heist geliebte Dulderin, so schwer beleidigt war, noch länger zu atmen. Schweigend wollte er sich ent­fernen, als er seinen Arm leicht berührt fühlte. Sich umsehend, blickte er in das mit sanfter Ab­bitte zu ihm aufschauende Antlitz Edithas.

Scheiden Sie nicht im Zorn von uns," bat sie mit weicher Stimme.Halten Sie es der Er. regung Dietrichs zugute. Er wußte nicht, was er" sprach "

Brunos hohe Gestalt bebte. Jetzt erst über­kam ihn das Gefühl bittersten Wehs. Mit welch versöhnlichen Absichten, mit welcher Liebe im Herzen hatte er dieses Haus betreten, und wie hatte man es ihn empfinden lassen. daß er ein unerwünschter Eindringling sei. Freilich sie, diese Frau mit dem traurigen und doch so gött- gen Antlitz war schuldlos daran.

Ich begreife, dast Sie Ihren Gemahl zu entschuldigen suchen," sagte er, noch immer nach Fassung ringend,und ich danke Ihnen, dast Sie mir dieses gute Wort gönnen. Ich wrll es als Trost mit mir nehmen für alles, was man mir hier angetan hat."

Glauben Sie mir," entgegnete Editha mit Tränen in den Augen,die Worte meines Man­nes haben mir vielleicht ebenso weh getan wie Ihnen. Sie dürfen aber trotzdem nicht in Feindschaft von Ihren Geschwistern scheiden; e, wäre das so ganz gegen den Wunsch und Willen des Heimgegangenen, dem nachzukommen Sie vorhin so feierlich aus innerstem Herzen gelobt haben."

Ich fürchte, daß meine Geschwister nicht Ihre Gefühle teilen. Frau Baronin."

(Fortsetzung folgt.)

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 78.

luna gegangen find. Wenn « auch sicherlich wett übertrieben ist, daß von 70 MO in Berlin lebenden Polen 40 MO Äs 50 MO für die natio­nalpolnische Bewegungverloren" gegangen fehl sollen, sv darf doch wohl damit gerechnet werden, dast ein ansehnlicher Prozentsatz der zu- gewandert«, Polen in Berlin, wo ihnen, zum Unterschiede von den im rheinisch-westfälischen Fndustrierevisr herrschenden Verhältnissen, Rückhalt und Beihilfe durch die katholische Geistlichkeit nur im beschränkten Umfang zu Ge- hote stehen, den deutschen Einflüssen und An- schauungen Konzessionen zu machen gezwungen ist. Die Lage des Berliner Polentumr, wenn st« vom S^ietittH Berlinski richtig geschildert ist, hätte deshalb den Beweis geliefert, daß deut­sches Wesen und Fühlen, wenn es nur in ge- Nügender Stärke auftritt, auch den Polen ge* genüber sich zp behaupten und durchzufetzsn ver­mag. Auch in den gemischtsprachigen Landes» teilen des preußischen Osten poch sehr viel größere Erst . /T Deutschtums erzielt werden können, wenn je möglich wäre, der deutschen, gegen die polnische Expansion ankämpfenden Bevölkerung schnell ein entscheidendes Uebergewicht zu verschaffen.

Druck mtb Verlag: Job. «ug. Koch, UniverfitätSbuchdruckerei Shader Dr. 6. H,tzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

von der Stellung als Präses der General« Ordenskommiflion enthoben unter Belastung in dem Verhältniss Generaladjutant mit Pen­sion zur Disposition und gleichzeitig auch ä la suite des Garde-Kürastierregiments gestellt, i. Jacobi, Generalleutnant und General ä. la suite des Kaisers, von der Stellung als Mili­tär-Bevollmächtigter am kaiserlich-rustischen Hof und attachiert der Person des Kaisers enthoben unter Belastung im Verhältnis als General tz la suite des Kaisers zum Präses der General- Ordenskommission ernannt; v. Hintze, Kapi­tän zur See und Flügeladjutant des Kaisers, bisher Marineattach e für die nordischen Reiche, unter Belastung im Verhältnis als Flügeladju» tont des Kaisers zum Militärbevollmächtigten am russischen Hofe ernannt und der Person de» Kaisers von Rußland attachiert; Fürst zu Fürstenberg, Major ä la suite der Armee und ä, la suite des 2. Seebataillons, der Cha­rakter als Oberstleutnant verliehen; zum Ge- neralarzt befördert Generaloberarzt Dr. von Jlberg unter Belastung in dem Verh.ttnis als Leibarzt des Kaisers und unter Ernennung zum Korpsarzt des Gardekorps.

Zur Reichssinanzreform besonders den neuen Steuervorlagen will derBerl. Lok.» Anz." erfahren haben:Daß zu den modernen Einrichtungen, die besteuert werden sollen, in erster Linie die Elektrizität und dasEa» gehören, ist bereits bekannt. Es soll dabei aber weniger die von diesen beiden Quellen aus­gehende Kraft, als das Licht besteuert werden und auch nicht die Produktion, sondern diese Ab­gabe soll den Konsumenten auferlegt werden, wenngleich ihre Erhebung bei den Produzenten stattfinden dürfte. Die gewerblichen Interessen sollen nach Möglichkeit geschont werden. Ferner ist unter jenen modernen Einrichtungen auch an das Reklamewesen gedacht, das ebenfalls zur Besteuerung herangezogen werden soll, ob es nun in Gestalt von Plakaten, Inschriften an Mauern, Bergen usw.. oder von Zeitungs­inseraten auftritt. Was diese anbelangt, so will man weitgehende Unterschiede machen, di« sogenannten kleinen Anzeigen unab. hängig von ihrem Umfang und nur nach ihrem Zweck betrachten, also Stellengesuche und Sieb lenangebote, Familienanzeigen u. dergl. ganz steuerfrei lasten und auch die minder leistungs­fähigen kleineren Blätter zu der In- seratensteuer nicht heranziehen, sondern sie lediglich von den größeren, ertrag­reicheren Blättern erheben. , Dem Ver­nehmen nach wird ferner die vor einem Jahr« eingeführte Fahrkarten st euer völlig wieder aufgeboben werden.

Vom deutschen Juristentag. Karlsruhe, 10. Sept. In der heutigen Sitzung der vierten Abteilung des Deutschen Juristentages wurde fast einstimmig folgende Resolution angenom- men: In bürgerlichen Streitigkeiten ist für Deutschland gegenwärtig das Kollegienprinzip zugunsten des Einzelrichtertums nicht einzu­schränken. Es ist deshalb die Ausdehnung der

meines Vaters ist. Er ist, wie mein verstorbener Vater ausdrücklich bekennt, erst kurz vor er­folgter Trennung seiner Ehe mit Anna Müller geboren worden, und der Verdacht liegt nahe, daü die Leichtgläubigkeit meines von schnellen Impulsen nur zu sehr geleiteten Vaters benutzt worden ist, um einem unter so zweifelhaften Umständen zur Welt gekommenen Kinde einen vornehmen Namen und Vermögen zu sichern."

Ein unterdrückter Schrei wie der eines ver­wundeten Tieres löste sich von Brunos Lippen, ein Zittern durchflog ihn, sein Antlitz wurde totenbleich.

Sie wagen es, Herr Baron," stieß er atem­los hervor,Sie beleidigen meine Mutter, meine arme, schwer gekränfte, selbstlose Mutter, die in ihrer gar zu großen Liebe, ihrem Edelmut, sich dem Glück Ihres Vaters geopfert hat? Und in diesem Augenblick, wo Ihnen eben des Ver­storbenen reuevolles Bekenntnis feiner Schuld vorgelessn worden ist?"

Er kam nicht weiter.

Ruhig, Herr Baron, ruhig!" unterbrach ihn der Iuftizrat mit fester, hell klingender Stimme. Auch diesen Einwurf hat der verstorbene Baron Georg von Rothenfels vorgesehen. Die geforder­ten Dokumente liegen wohlgeordnet und un­widerleglich dem Kodizill bei. Ich bitte den Herrn Baron Dietrich von Rothenfels und dre Frau Gräfin Alten, resp. deren Gemahl, davon Einsicht zu nehmen."

Graf Alten folgte der an ihn ergangenen Aufforderung. Dietrich aber stieß mit heftiger Bewegung die Papiere zurück, warf einen Blick auf den Bruder und verließ dröhnenden Schrittes das Gemach, die Tür heftig hinter sich zuschlageito.

-r Da» Ende der Kaisermanöver. Kürzel, ty. Sept. Die Kaifermanövsr wurden heute mittag nach i Uhr etwa eine Stunde östlich von Kürzel beendigt. Rach Schluß hielt der Kaiser eine längere Kritik ab. r- Urville, 10. Sept. Die Manöver endeten mtt dem Rückzug der toten Partei auf Bolchen. Die Kritik dauerte bis t Uhr 45 Min. Der Kaiser und Erzherzog Fran, Ferdinand trafen um 8ZH Uhr auf Schloß Ur- viÜe ein. Der Erzherzog begab sich nach ge- Meinsamer Mahlzeit und herzlicher Verabschie­dung vom Kaiser mtt Gefolge unb Ehrendienst im Automobil nach Metz, von wo er mit der Bahn nach Salzburg geht. St. Johann-Saar­brücken, 10. Sept. Von den am Manöver betei­ligten Fürstlichkeiten sind heute im Laufe des Rachmittags von hier der Grotzherzog von Ba­den, der Herzog von Sachsen-Koburg und Gotha und Prinz Leopold von Bayern abgereist. Der Kronprinz ist nachmittags 6% Uhr von hier über Köln nach Potsdam abgereist. Metz, 10. Sept. Erzherzog Franz Ferdinand von Oester­reich ist heute nachmittag gegen 5 Uhr von Ur­ville kommend, im Automobil hier eingetroffen und hat eine halbe Stunde später vom Haupt­bahnhof die Reise über Sttaßburg nach Salz­burg angetreten. Berlin, 10. Sept. Der Reichsanzeiger" veröffentlicht die aus Anlaß der diesjährigen großen Herbstübungen ver­liehenen Auszeichnungen. U. a. erhielten: den Schwarzen Adlerorden General Hentschel von Gilgenheimb, das Grotzkreuz des Roten Adler­ordens mit Eichenlaub General v. Prittwitz und

Alien strich sich wie gewöhnlich, wenn et er­regt, den Schnurrbart, und Asta, die zum ersten Male den Blick auf den so unerwünscht in die Familie eingefügten neuen Bruder richtete, ge­stand sich, daß er ein stattlicher Mann sei und et­wa» Bedeutendes an sich habe.

Dietrich hatte allein seinen finsteren Aus- druck nicht geändert; auch er erhob sich jetzt, trat vor, sodaß er dem Bruder gegenüberstand: zwei hohe Gestalten, in denen eine gewisse Aehnlich- Kit unverkennbar war. Dennoch begriff man sogleich, daß diese beiden innerlich keine Ge­meinschaft haben konnten. Hier das Bewußtsein einer durch Begabung und Fleiß zu geistiger Höhe emporgerungenen Persönlichkeit, dort der Stolz des Aristokraten, der sich schon durch die Geburt über die gewöhnliche Menschheit erhoben glaubt, Äer eine angeborene männliche Kraft, die erst noch nach höchster Betätigung strebt, dort ein durch die Spuren gar zu rasch »et« lebtet Jugend schon merklich gezeichnetes Gesicht, hier ein kühnes Ausstreben, dort der beginnende Niedergang. Ob solche Gedanken in Edithas Geiste aufstiegen, al» ihr Auge mit seltsam be­klommenem Ausdruck von Bruno zu ihrem Ge­mahl glitt, und auf dessen von verhaltenem Groll verzerrtem Antlitz haften blieb? Schmerzlich zuckte e» um ihren Mund, und eine tiefe Schwermut, die sich sonst unter einem gleichmäßig ruhigen Wesen zu verbergen wußte, breitete sich über ihre feinen Züge.

Auch ich habe eine Erklärung hier zu geben," bub jetzt Dietrich mtt vor innerem Grimm bebeitoer Stimme an: Vor allem erkenne ich dieses Kodizill nicht eher als rechtmäßig an, bi» mir durch Dokumente unwiderleglich bewiesen wird, daß dieser Herr Bruno Müller-Rothenfel«, wie et sich nennt, wirklich ein eheliche» Kino

MchM MMg mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain mt» »«, 6ril«grotMrrarstcherkm.dwirtl'ck-ftl.ch- K-Uage" m» ,,IUn»ri-rt« K-m-t-lg-blott«.

Die Polen in Berlin»

Von einem gänzlichen Mißerfolg de» ttotto- Galpolnischen Bewegung in Berlin glaubt de» Dziennik Berlinsfi berichten zu können. ®l schreibt:Wenn uns ein Fremder stagt, wievtol Polen wohl in Berlin wohnen, erhält et die stolze Antwort: ?080 Tauf eich. Und wie ver­hält es sich mit den Vereinen? flogt jener Gast weiter. Ra, und auch hierbei imponiert man ihm durch eine Zahl, denn er erfährt, daß p)ir etwa 60 Vereine haben. Die angeführten Zahlen sind nicht etwa sehr übertrieben; doch welch ein trauriges Bild erhalten wir, wenn rott uns das alles etwas näher betrachten! Jene 70 Tausend müssen wir leider auf 2030 Tausend tzerabsetzen, und zwar deshalb, weil nut noch Jo viele den NamenPolen" verdienen, der Rest W für uns verloren. Und wie sicht e- mit jenen 60 Vereinen? Auch diese existieren zu einem be. deutenden Teile nut auf dem Papiere, denn nur kaum etliche 10 von ihnen arbeiten in entspre­chender Weise, der andere Teil vegetiert nur, d<ft Rest ist nicht in der Lage, ständige Ver­sammlungen abzuhalten, denn selbst der Vor­stand erscheint nicht einmal vollzählig. Die Berliner Vereine könnten und würden sich besser Mtwickeln, wenn es nicht so viel Gleichgültigkeit unter uns gäbe augenscheinlich werden wir noch zu wenig gepeitscht, wenn wir die Notwen­digkeit des Zusammenschlusses nicht erkennen." Das Berliner Polenorgan erklärt weiter:Auch die Zentralstelle, der Vorbau der polnischen Vereine, leiste nicht, was sie solle, e» herrschten fortwährend Streitigkeiten und persönliche Rei­bereien. Meist kümmerten sich die Vereine um die Entscheidungen und Grundsätze, welche der Verband aufgestellt, gar nicht und täten, wo» sie wollten. Sie verhöhnten sogar seine Anord- nungen, indem sie z. B., als er die Veranstal­tung von Maskenbällen angesichts der ^Be­drückung der Polen für unangemessen erklärte, einfach Kostümbälle veranstalteten."

Man wird diese Vorwürfe und Beschwerden ebenso wenig tragisch zu nehmen haben wie die Schuld der unbotmäßigen, aber vergnügungs­süchtigen polnischen Vereine, die das himmel­schreiende Verbrechen begangen haben, dem hoch- wohlweisen Verbandsvorstand ein Schnippchen zu schlagen, indem sie, denen die Veranstaltung von Maskenbällen verboten ist, sich durch Kostümbälle schadlo^halten. Immerhin klingt aus der Schilderung des Dziennik Berlinsfi bittere Enttäuschung darüber heraus, daß die Hoffnungen, die durch den starken Zuzug polni­scher Elemente zur Residenzstadt erweckt wurden, nicht oder doch nur zum kleinen Teil in Grfül-

Getrennte Welten.

Roman von Clarissa Lohd».

(Fortsetzung.)

Nun folgte die Verteilung des Erbes, in dem Bruno als völlig gleichberechtigt anerkannt war. Das Schriftstück schloß mit den Worten:Da ich mich nach dem Leben und Verhaften meines Sohnes Bruno vor Abfassung dieses Testamentes ' genau erkundigt und nur das rühmendste von ihm gehört habe, so bleibt mir nur noch, meinen erstgeborenen Sohn zu bitten, über das von feinem Vater gegen ihn begangene Unrecht, Über dessen Schwäche milde zu urteilen und ihm zu verzeihen. Daß et dem alten Namen Rothen­fels, den er ja schon für seine Geiftesprodufie in Anspruch genommen hat, Ehre machen wird, davon bin ich überzeugt."

Als der Justizrat geendet, erhob sich Bruno, auf dessen Gesicht sich eine merkliche Erregung zeigte, und sprach mit sonorer, den weiten Raum durchhallender Stimme:

Des verewigten, leider im Leben von mir nicht gekannten Vaters Wunsch erfiäre ich mich bereit, nachzukommen. Die Vergangenheit mit all ihrer Bitterkeit soll von diesem Augenblick an aus meinem Andenken ausgelöscht sein, und Zch verspreche mein ganzes Leben hindurch dar­nach zu streben, dem in mich gesetzten Vertrauen meines verewigten Vaters zu entsprechen und den Namen Rothenfels den ich von jetzt an allein führen werde, in Ehren zu halten, ihm, so Gott mir beisteht, Ehre zu machen."

Eine tiefe Stille folgte auf diese Rede. M-itha, Augen hatten sich gefeuchtet, Graf

Gaffron und General Arnim, das Grotzkreuz bee Roten Adlerordens mit Eichenlaub und Schwer­tern am Ringe General v. Motzner. lieber den Verlauf der gestrigen Manöver wttd noch geschrieben: Kürzel, 10. Sept. Das 16. Korps (tot) hatte gestern den Aufttag er­halten, das Vorgehen des Feindes gegen die Rülhugsstraße der Armee zu verhindern und nachts auf die Höhen westlich von Memersbrenn zurückzugehen. Zwischen 2 und 8 Uhr hatten Ge­fechte stattgefunden, an welchen die 8. bayrische Brigade beteiligt war. Rot hatte die Lager­feuer brennen lassen und die Stellung auf- gegeben und war mit der 34. Division auf den Galgenberg bei Brüchen mit der 33. Division auf Memttsbronn zurückgegangen. Der Kaiser Legab sich heute morgen zunächst auf den sogen. Galgenberg und beobachtete die von rot einge­nommene Stellung. Später ritt der Kaiser auf den Mottenberg nordwestlich von Buschborn, wo die 31. Division (blau) zum Angriff an- tückie. Hiernach begab sich bet Kaiser nach Eteinbrücken am Biesterberg östlich von Rieber­wiese, wo er ben Angriff bet 3. bayrischen Divi­sion (blau) beobachtete, bte über Porcelette unb Vorsberg vorging. Gleichzeitig ging bie 30. Di­vision (blau) in zwei Kolonnen über Jimingen tesp. Halleringen vor. Den weiteren Angriff des 15. Korps verfolgte der Kaiser von den uvischen Rieder- unb Oberwiese gelegenen Höhen. Der Angriff von blau hatte Erfolg; rot mußte ben Rückzug auf Bolchen antreten. Der Kaiser verabschiedete sich von bett fremdherr- ftchen Offizieren und ben Militärbevollmäch­tigten unb begrüßte sodann das Offizierkorps seines 1. bayrischen Ulanenregiments. Zur Abendtafel in Schloß Urville war Regierung»- rat Schneider-SaardrÜcken geladen.

Automobiltour des Kaiser» an die fran­zösische Grenze. Aus Sttaßburg wird gemeldet, Kaiser Wilhelm plane für heute einen Auto- Mobilausflug nach der Schlucht. Bekanntlich läuft dft französische Grenze die Schlucht ent­lang. Als Pikanterie wird hinzugefügt, daß der Kaiser, um die Aussicht auf Eerardmer Tal unb See voll zu genießen, etwa 50 Meter auf französischen Boben vorschreiten mutz. Die Nach­richt soll angeblich in Pariseiniges Aufsehen" erregen. Man meßet, daß die französischen Grenzbehörden nicht benachrichtigt worden feien.

Beförderungen. Da»Militätwochenbl." veröffentlicht eine Reihe von Veränderungen in den höheren Stellen der Armee, von denen wir hervorheben: v. Schwartzkoppen, General der Infanterie und Vorsitzender der Obermili- tär-PrLfungskommission, in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit Pension zur Disposition und gleichzeitig ä, la suite des Kaiser Franz- Earde-Grenadierregiments Nr. 2 gestellt; Prinz zu Salm-Horstmar, General der Kaval­lerie und Generaladjutant des Kaisers und Kö­nigs, in Genehmigung seines Abschiedsgesuches

Man abonniert auf dj. täglich Mchemei

*. Der ÄezpgSpreit betrügt durch btt . ,

Bestellgeld), bei Unfern ZeitungSstellen und der Expedition