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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den KrUageur Literarischer Au-eigrr^,ßaudmirtfchaftlichr Drilage" «udILu-rirrte- Smmtagsblatt^ "

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tXSk 214 Kirch Hain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt Sl. °^er ®eren ^oum 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. »«

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Eine offiziöse Aeußerung zur Reichs- Finanzreform.

DieRordd. Allg. Ztg." schreibt zur Reichs­finanzreform:Die unbedingte Notwendigkeit, das Finanzwesen des deutschen Reiches einer entscheidenden, auf lange Jahre wirksamen Re­form zu unterziehen, ist seit Monaten Gegen­stand der öffentlichen Besprechung. Es ist nun -wohl begreiflich, daß in der bisherigen Debatte hie Betrachtungen über die Quellen, au» denen die notwendige Einnahmeerhöhung fließen muß, im Vordergrund gestanden haben. Doch hieße W die Gesamtlag« unsere» Finanzwesens durch­aus verkennen, wollte man in der Einführung einiger neuer Abgaben die einzig« oder auch nur die beherrschende Aufgabe de» kommenden Win­ters suchen. Weit darüber hinaus bedarf e» «iner großen und umfassenden Reor­ganisation der gesamten Finanz- gebarung. Das Fehlen des Gleichgewichte» -wischen Einnahmen und Ausgaben seit Jahren bat Deutschland eine hohe Schuldenlast aufge- dürdet. Es fordert schwere finanzielle Opfer durch die Notwendigkeit der Zinszahlung, hemmt und schädigt seine Volkswirtschaft und setzt durch Erschütterung des nationalen Kredits feine politische Stellung unnötigen Gefahren aus. Die Schulden des Deutschen Reiches find zwischen 1877 und 1900 von 16 auf 230 Mil­lionen Mark, in den letzten Jahren aber allein am weitere 2000 Millionen Mark gewachsen. Sie betragen heute einschließlich der langfristi­gen Schatzanweisungen 4% Milliarden Mark. Die ursprünglich nur al» Verstärkung des Be­triebsfonds der Reichshauptkasse gedachten kurz- ftistigen Anweisungen sind durch das dauernde Defizit teilweise zu einer verdeckten Anleihe­schuld geworden. Die durch dies alles veran­laßte Ueberlastung des Kapitalmarktes hat ein Sinken des Kursstandes bewirkt. Dies schädigt die Finanzen des Reiches. Denn bei f«d«r neuen Ausgabe von Schuldverschreibungen wird der Kapitalerlös für die Reichskasse geringer. Es schädigt die Einzelstaaten und Kommunen bei der Aufnahme von Anleihen zum Ausbau ihrer Verkehrs- und Erwerbsanstalten; es schädigt in Zeiten der Geldknappheit durch Steigerung des Zins- und Diskontosatzes alle Produzenten, es schädigt endlich alle diejenigen, die mündelstchere Anlagen in Reichsanleihen gemacht haben. Es bedeutet für den Fall eines ausbrechenden Krie­ges eine nationale Gefahr, wenn ein derartig hoher Bestand von Obligationen mit niedrigem Kursstände im Umlauf ist, weil alsdann eine leichte und sichere Unterbringung der Kriegs­anleihen erschwert wird. Die Stabilisier­ung des Anleihewesens und des Kursstandes ist ein« unbedingte Verpflich­tung der Reichspolitik. Die Einleitung einer stetigen Schuldentilgung, sowie Vorkehrung gegen die weitere

16 (Nachdruck verboten.)

Getrennte Welten.

Roman von Tlarissa Loh de.

(Fortsetzung.)

Sie mögen recht haben, Herr Justizrat, den­noch"

Außerdem handelten Sie in diesem Falle direkt gegen den Wunsch Ihrer verstorbenen Mutter, die kurz vor ihrem Tode noch dem Baron die öffentliche Anerkennung ihr«» Sohne» ans Herz gelegt hat."

Bruno sah einen Augenblick finster vor sich hin. Ein Seufzer hob seine Brust.Ich wünschte, das wäre mir erspart geblieben! Aber Sie haben recht, um der Erinnerung an meine Mutter willen bin ich bereit, der Aufforderung des Ver- stcrbenen nachzukommen."

Und ich werde den Vorzug haben, Sie Ihren Geschwistern, dem Herrn Baron Dietrich von Rothenfels und der Frau Gräfin Asta von Alten, dort vorzustellen."

Bruno zuckte zusammen.Meinen Geschwi­stern? Ja, sie sind es, und doch, wir sind uns fremd, in verschiedenen Welten erzogen, und wir werden uns daher fremd bleiben."

Der verstorbene Herr Baron wünschte eine Annäherung."

Diesen Wunsch hätte er eher zur Aus­führung bringen sollen, jetzt ist es zu spät."

Wae wär zu spät, solange man lebt? Nein, Herr Baron, so eng müssen Sie nicht denken. Üebrigens befinden Sie sich in diesem Falle Ihren Geschwistern gegenüber in besonderem Vorteil, nicht allein der, an dem vieles gutzu- »ache« ist, sondern auch als der Unabhängigste;

Vermehrung der Schulden für unpro­duktive Anlagen müssen daher im Vorder­grund« bet Reform stehen. Beider ist aber nür möglich, wenn er gelingt, zu einer bauernden Herstellung de» Gleichgewichte« zwi­schen Bedarf und Deckung zu gelangen. Wäh­rend di« Ausgaben in b«stitiü»iger Steigerung begriffen find, zeigen sich die Einnahmen ver­hältnismäßig stabil. Auch di« mit dem Gesetz vom 8. Juni 1906 erstrebten Mehreinnahmen blieben erheblich hinter den Erwartungen zu­rück. Nehmen die Ausgaben und Einnahmen im Laufe des nächsten Jahrfünfts dieselbe Ent­wickelung, wie im vergangenen, so müßte all­jährlich mit einem Fehlbetrag von mehreren hundert Millionen gerechnet werden. Einer Weiterentwicklung in dieser Richtung muß un­verzüglich Einhalt geboten werden. Es bedarf einer systematischen Beschränkung der Ausgaben auf das unbedingt Notwendige, sowie einer planmäßigen Erhöhung der Ein­nahmen.

So schwer e» ist» die Grenzen des zukünftigen Bedarfs auch nur einigermaßen genau abzu­stecken und die Entwickelungslinien der Ein­nahmen vorher zu bestimmen, so muß doch der Versuch gemacht werden, auf eine längere Reihe yon Jahren, zum mindesten ein Jahrfünft, die Erundzüge eines Finanzplanes festzulegen. Auf der Ausgabeseite ist insbesondere geboten, mehr wie bisher auf die bewährten Grundsätze alt- preußischer Sparsamkeit zurückzu- r/: Insbesondere muß sich bet der Aus-

1«.,. .... oon Bapten und anderen Ren­an l a g e n eine Einschränkung der Ausgaben erreichen lasten. Dem beständigen Anwachsen de» kostspieligen Beamtenapparats muß vorge­beugt werden, indem in der Verwaltung durch weitere Uebertragung der Befugnis oberer Be­hörden an Nachgeordnete Instanzen Verein­fachungen erreicht werden. Die Formen des Geschäftsverkehrs der Behörden müsten sich mehr denen de» modernen Verkehrs an« schließen.

Auch bei Anwendung äußerster Sparsamkeit läßt stch eine Verstärkung der Einnahmen durch sehr erhebliche Steuererhöhungen nicht umgehen. Wesentliche Opfer werden jedem einzelnen Staatsbürger unvermeidlich. Insbe­sondere wird, wenn die finanziellen Schwierig­keiten nicht verewigt werden sollen, der Mas­senkonsum gewisser Genußmittel, wie in anderen Ländern, mit starken Abgaben herangezogen werden müsten. An­dererseits kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die gewaltige Wohlstandsvermehrung, deren Deutschland im letzten Menschenalter sich er­freuen durfte, es den Privatwirtschaften möglich macht, die nötigen Opfer zu bringen. Dabei wird entsprechend den Ergebnisten der modernen Finanzwirtschaft die Besteuerung in Formen durchzuführen sein, die die Konsumsteuer des

denn Sie brauchen den Besitz nicht, der für Ihre Geschwister eine Lebensfrage ist."

Ich verstehe Sie nicht, Herr Justizrat!"

Nun, kurz gesagt, Baron Dietrich, sowie die Gräfin Alten find an eine so große Lebens­führung gewöhnt, daß fie in der Tat durch die Teilung des Vermögens, wie der Herr Baron sie verfügt hat, fühlbare Einbuße erleiden."

Man gönnt mir also das Erbteil nicht," kam es bitter von Brunos Lippen.

Das ist nicht zu leugnen, aber auch sehr natürlich. Ich, der ich sehr häufig mit Testa­mentssachen zu tun habe, kann Ihnen sagen, daß es selten so selbstlose Leute gibt, die ohne Groll abgeben, besonders wenn sie es anders er­wartet haben. Sie dürfen daher allerdings auf eine gar zu warme Aufnahme nicht rechnen, in- desten, da Sie sich Ihren Geschwistern gleich ge­fällig erweisen können"

Wie das?"

Der Justizrat teilte nun in kurzen Worten Bruno den ihm gewordenen Auftrag mit, das ihm durch den Vater zugesprochene Gut Schön­walde gegen eine Entschädigungssumme an sei­nen Bruder abzutreten.Natürlich werde ich darauf dringen, daß diese Entschädigungssumme dem Werte des Gutes entspricht," schloß er.

Bruno hatte aufmerksam zugehört.

Ich danke Ihnen, daß Sie mich auf den Wunsch des Barons Dietrich aufmerksam gemacht haben, Herr Justizrat. Meinen Entschluß dar­über darf ich mir aber wohl noch vc-rbelt-rlten?"

Gewiß, gewiß!"

Der Justizrat erhob sich.

Auf morgen also."

Auf morgen."

Als Bruno allein war, sank er in seinen Stuhl zurück und bedeckt« die Augen mit den

Charakters einer Sondergewerbesteuer entklei­den. Sodann find die Anforderungen ausglei­chender sozialer Gerechtigkeit keinen Augenblit au» dem Auge zu verlieren, sondern bei der Ausgestaltung der einzelnen Gesetze durch ge­ringere Belastung des Konsums der Min­derbemittelten und durch höhere Be­steuerung des kostspieligen Luxuskonsums zur Geltung zu bringen. Aus derselben Erwä­gung heraus erscheint es ferner geboten, neben dem Verbrauch auch den Besitz in entsprechen­dem Umfang zur Deckung des Mehrbedarfs heranzuziehen. Die historische Entwicklung führte wie die anderen Bundesstaaten, so auch in Deutschland eine Scheidung zwischen den Steuersystemen des Reiches, der Einzelstaaten und der Kommunen herbei, die in Friedens­zeiten nicht willkürlich erschüttert werden darf. Da der Bedarf der Einzelstaaten und der Ge­meinden gleichfalls in beständigem Steigen be­griffen ist, so verbiete» es sich, die direkte Ein­kommen- und Vermögensbesteuerung ihren bis­herigen Nutznießern zu entziehen. Ihre finan­zielle Selbständigkeit würde sonst den schwersten Gefahren ausgesetzt und damit die finanzielle Gesamtlage Deutschlands nicht verbestert, son­dern nur verschoben werden.

Ueber die Höhe der Be l a st u n g durch Einkommen- und Vermögenssteuern sind um­fangreiche Erhebungen vorgenommen worden. Das gesammelte Material, besten Veröffent­lichung die statistischen Stellen vorbereiten, wird unwiderleglich dartun, daß bei Berücksichtigung von kommunalen und kirchlichen Abgaben be­reits jetzt in zahlreichen Gemeinden die direkten Steuern eine Höhe erreichten, die eine weitere Belastung durch Einkommen- und Ver­mögen steuern für Zwecke des Reiches un­möglich machen. Aus denselben Gründen, die gegen eine allgemeine Reichseinkom­mensteuer sprechen, verbietet sich auch die Heranziehung des.Einkommens oder Vermögens in besonderen Erschei­nungsformen. Der notwendige Ausgleich zwischen Verbrauchs- und Besitzbelastung kann nur in dem weiteren Ausbau der Institution der Nachlaßbesteuerung gefunden wer­den, welch« bereits das Finanzgesetz von 1906 für das Reich zu entwickeln begonnen hat. Außerdem gibt es auch bisher schon eine Form, in welcher das Reich durch Vermittelung der Einzelftaaten aus den direkten Steuern Vorteil gezogen hat: Die Matrikularbeiträge, die von den Bundesstaaten im wesentlichen durch direkte Steuern aufgebracht werden müs­sen. Eine Steigerung derselben ist nur in Gren­zen möglich, welche gleichzeitig der Finanz- gebarung der Bundesstaaten genügend freien Spielraum lassen und vermeiden, daß durch eine sprunghafte Steigerung der direkten Steuern die notwendige Kapitalbildung eingeschränkt und der Sparsinn erschüttert wird. Schließlich gibt

Händen. So saß er lange. Erst das Einbrechen der Dunkelheit erinnerte ihn daran, daß er habe ausgehen wollen. Wie aber konnte er jetzt noch daran denken, da fein ganzes Innere sich in hef­tigster Aufregung befand?

Hastig warf er einige Zeilen aufs Papier, die ihn bei dem Kommerzienrat entschuldigen soll­ten, und gab sie der Portierfrau zur Besorgung. Dann griff er nach seinem Hut und eilte hinaus in die abenddunklen Alleen des Tiergartens. Es verlangte ihn. in der Stille der Natur Einkehr zu halfen, sich auf das Wunderbare vorzube­reiten, das ihm durch des Justizrats Mitteilung offenbart worden. Er, der Einsame, sollte eine Familie erhalten, Geschwister! Wie süß das Wort klang, und doch wie viel Schmerz und Bitterkeit barg sich für ihn darin! Aber er wollte di- Bitterkeit überwinden, ohne Vorurteile mit unbefangenem Sinn der Schwester und dem Bru­der entgegentreten, das gelobte er sich; an ihm solle es nicht liegen, wenn der versöhnliche Wunsch des sterbenden Vaters nicht in Erfüllung ging.

. VI.

In dem ehemaligen Empfangszimmer des verstorbenen Barons von Nothenfels hatte sich die Familie zur feierlichen Testamentseröffnung versammelt. Justizrat Eberhard war der erste, der sich einsand, gleich nach ihm trat Bruno herein. Der Justizrat stellte ihn mit amtlicher Würde als Baron Bruno von Rothenfels, den erstgeborenen Sohn des Testators, vor. Dietrich verneigte stch mit kühl vornehmer Zurückhaltung, ohne ihm einen Schritt entgegen zu tun, ebenso Gras Alten und seine Gemahlin, nur aus Edithas schönen, grauen Augen leuchtete ihm ein stilles Mitgefühl entgegen. Schweigend hörten die An- wesendsn die Vorlesung des Testament» an. naä_

e« einzelne charakteristische Erschein« ungen des modernen Aufwande», die eine Steuerbelastung vertragen können, ohne daß damit nach dem Urteil der berufenen Sachkenner eine Gefahr für Handel und Wandel verbunden ist. Das gilt natürlich nicht von Um­satz- oder eigentlichen Verkehrssteuern, die in dem gegenwärtigen Zeitpunkt den glatten Laus der volkswirtschaftlichen Maschinerie hemmen und beeinträchtigen würden.

Die Reichsfinanzreform würde unzulänglich bleiben, wenn nicht neben dis materielle auch eine formelle Neuregelung träte. Es ist vor allem eine Stärkung des Be« triebsfonds des Reiches durch Beseiti­gung der Vorschubwirtschaft erforder­lich. Sodann erscheint geboten, unter Wahrung des budgetären Bewilligungsrechts der Volks­vertretung die Beziehungen des Reichs zu den Einzelftaaten von dem System der alljährlich schwankenden ungedeckten Ma­trikularbeiträge loszulösen und auf eine feste Grundlage zu stellen. Die Einführung eines beweglichen jeweilig für eine Reihe von Jahren neu festzustellenden Faktors unter den Einnahmen wird hierzu an­zustreben fein. Die verbündeten Regierungen werden in kurzem mit Vorschlägen für eine solche organische Reform der gesamten deutschen Finanzgebarung vor den Reichstag treten. Trotz aller Schwierigkeiten, trotz aller den Steuerzahlern zugemuteten un­vermeidlichen Opfer darf das deutsche Volk ver­trauen, daß seinem in seltener Einmütigkeit ausgesprochenen Verlangen nach Regenerierung der Finanzen Rechnung getragen und dem deut­schen Reich zur Erfüllung seiner großen Auf­gaben das notwendige friedliche Rüstzeug eines wohlgeordneten Staatshaushalts geschaffen wird.

Man darf in dieser Auslastung die erste authentische Mitteilung der Re­gierung über die geplante Regel­ung der Finanzen des Reiches sehen. Was der Artikel über das Anwachsen der Schuldenlast und die Notwendigkeit einer groß­zügigen Finanzreforn sagt, ist ja längst Gemein­gut aller Parteien geworden. Vor allem wirb man sich mit dem Gedanken eines plan­mäßigen Sparsystems innerhalb der Reichs­regierung und der Einführung kaufmännischer Grundsätze bei Lieferungen usw. befreunden können. Was über die unbedingt notwendigen neuen Steuern gesagt wird, ist nicht überall völlig durchsichtig. Daß Konsumsteuern kommen würden, war vorauzusehen; gemeint sind wohl Bier, Wein, Zigarren, Branntwein. Dies« Steuern sind aber nicht als Gewerbesteuern, sondern als Steuern, die den Konsumenten tref­fen, gedacht.

dem der Nachlaß des Barons, nach Abzug der Legate, zu denen auch ein ansehnliches Kapital für Frau Anna Müller zählte, zwischen den bei­den Geschwistern, Baron Dietrich und Gräfin Asta, geteilt wurde. In Brunos Antlitz stieg, als der Name seiner Mutter gelesen wurde, eine Helle Röte. Dietrich und Asta aber wechselten einen raschen Blick. Das Testament schloß mit der Anmerkung, daß jedes vom Erblaster etwa noch hinzugefügte, mit seiner Unterschrift ver­sehene Kodizill Gültigkeit haben solle.

Hierbei verfinsterte sich Dietrichs Stirn, seine Hand ballte sich unwillkürlich und legte sich fester auf den Tisch, um den die Interessenten Platz genommen hatten. Justizrat Eberhard entfaltete nun das, Kodizill mit einiger Feier­lichkeit. . Er las mit bewegter Stimme das an feile Kinder gerichtete Bekenntnis des Verstor­benen, daß er mit Bewilligung seiner von ihm geschiedenen Gattin gegen seine Gemahlin dieses erst kurz vor der gerichtlichen Trennung seiner Ebe geborenen Sohnes hierbei kam es wie ein kurzes Auflachen von Dietrichs Lippen, was Bruno das Blut heiß ins Gesicht trieb nicht Erwähnung getan habe, weil diese Erwähnung ein unübersteigliches Hindernis für seine Ver­mählung mit der von ihm heißgeliebten Frau gewesen fein würde. Aus Liebe für die Mutter einer beiden Kinder, aus Rücksicht für das Glück einer Ehe habe er denn auch später ihr von dem Dasein dieses legitimen Sohnes nichts mitge* teilt. Aber eben da er es um der verklärten Mutter willen getan, hoffe er, daß seine Kinder bereit fein würden, an dem schwer beeinträchtig­ten Br"d-.x gut zu machen, was der Vater ver­schuldet.

. (Fortsetzung felgt.)