sthrist Menen, wonach in eßen Sachen He Set# MMgung eines Zeugen unterbleiben darf, wenn feine Aussagen von allen Mitgliedern de- Gericht- und den anwesenden Prozeßbeteiligten für unerheblich erachtet wird. Für diesen Fall zwingend vorzuschreiben, daß die Vereidigung zu unterbleiben hat, ist nicht angängig, weil der Möglichkeit Rechnung getragen werden muß, daß ein Zeuge zwar nur Unerhebliches bekundet, dabei aber anscheinend Erhebliches verschweigt.
— Tschechischer Ueberfall auf deutsche Turner. Teplitz, 8. Eept. Deutsche Turner, die vom Vöhmerwald-Bundesfest heimkehrten, wurden in Bergreichenftein und Schüttenhofen von Tschechen überfallen. Einige Deutsche wurden durch Stnnwürfe verletzt.
— Bom roten Kriegsschauplatz. Wie der ./.-iat.-Ztg." aus München gemeldet wird, erklärten sich in Bayern und Vaden über fünfund- neuuzig Prozent aller sozialdemokratischen Parteiorganisationen gegen die Berliner Parteileitung und für die BudgeÄewilligung der süddeutschen sozialdemokratischen Volksvertreter.
— Bo« den Gewerkschaften. In einem »Hausagitation" überschriebenen Artikel des »Korrespondenzblattes der Eeneralkommission der Gewerkschaften Deutschlands" wird, wie wir der »T. R." entnehmen, darüber geklagt, daß die Zugkraft der Gewerkschaften stark im Abnehmen begriffen sei. Die Propaganda-Versammlungen würden meist von d nen, auf die es abgesehen sei, d. h. von den Un-ganifierten, nicht mehr besucht, und infolgÄressen sei der Punkt „Aufnahme neuer Mitglieder" von der Tagesordnung längst verschwunden. Ebenso versage allmählich die Agitation von Mund zu Mund in den Werkstätten, da sie, wie der Verfasser selbst zugesteht, zu Terrorismus führt. Um dieser unliebsamen Erscheinung entgegenzu- wirken, ist der Schreiber des Artikels auf die Idee verfallen, den Plan einer Hausagitation zu entwerfen. Einzelheiten braucht man nicht mitzuteilen, es genügt, daß er stch dabei um das jedem Grundsätze der Freiheit Hohn sprechende Eindringen in die Familien der Arbeiter handelt, wobei jene Schnüffeleien nicht ausbleiben, die in der sozialdemokratischen Partei längst als brauchbares Mittel zur Mitgliedervermehrung gehandhabt werden. (Einen besonderen Wert legt der Macher des großartigen Plane» darauf, daß auf dem Wege der Hausagitation auch die Frauen für den gewerkschaftlichen Gedanken gewonnen werden könnten, die, wie die Erfahrung lehre, in vielen Fällen das Fernbleiben oder den Austritt aus der Organisation verursachen.
Ausländische Arbeiter in Deutschland.
Regierungsassessor Dr. Bodenstein macht in seiner soeben erschienenen Broschüre „Die Beschäftigung ausländischer Arbeiter in der Industrie" (Verlag von Baedeker in Essen) interessante Angaben über Umfang und Zunahme der Verwendung ausländischer Arbeitskräfte in deutschen Betrieben. Im Jahre 1906 sind allein in Preußen in Landwirtschaft und Industrie i'.\i 600 000 ausländische Arbeiter beschäftigt gewesen, davon die Mehrzahl — nämlich 360 000 — in Industriebetrieben. Der bei weitem größte Teil dieser Arbeiter, nämlich 400 000, kommt aus Rußland und Ossterreich-Ungarn, Italien kommt mit 90 000 und Niederlande mit 80 000 Arbeiter in zweiter Linie in Betracht.
Was die Arbeiterverhältnisse in den westlichen Provinzen betrifft, so waren im Rheinland 159 000 und in Westfalen 73 000 ausländische Arbeiter beschäftigt. Nach einem statistischen Bericht des Bochumer Knappschaftsvereins betrug am 1. Juli 1907 die Gesamtbelegschaft der rheinisch-westfälischen Bergwerke 311649 Mann, von denen 25 748 Ausländer (und zwar 16971 aus Oesterreich-Ungarn, 3879 aus Holland, 3744 aus Italien, 800 aus Rußland). An Arbeitern aus den vier östlichen Provinzen, Ost- und Westpreußen, Schlesien und Posen, sind im Bergbau 105 000 Personen, also gerade ein Drittel der Gesamtbelegschaft beschäftigt gewesen.
Die Zahl der ausländischen Arbeiter ist seit 1902 int rheinisch-westfälischen Bergbau ständig gewachsen und die Verhältniszahl der Ausländer zu den reichsdeutschen Arbeitern hat sich immer mehr zuungunsten der letzteren verschoben. Im Jahre 1902 waren von den Kassenmitgliedern 233 365 Reichsdeutsche und 14 342 Ausländer, im Jahre 1907 standen aber schon 25 748 Ausländer 285 901 Reichsdeutschen gegenüber. Im Jahre 1902 kamen auf 1000 Kassenmitglieder 942 Reichsdeutsche, 1904 nur 935, 1905 : 931, 1906 : 926 und 1907 : 917. Dagegen stieg die Verhältniszahl der Ausländer in diesen Jahren von 58 auf 61, 65, 69, 74 und endlich auf 83.
Dieses Wachstum ist jedenfalls nicht unbedenklich, besonders wenn man in Betracht zieht, daß von den ausländischen Arbeitern, die in Deutschland beschäftigt find und die für das Jahr 1907 bereits auf über 700 000 geschätzt werden, mehr als der dritte Teil polnischer Herkunft ist und die Schwierigkeiten, die uns schon die inländischen Polen bereiten, nur noch verstärken. Deshalb ist die Zuwanderung von ausländischen Arbeitern auch verschiedener Beschränkung unterworfen. Insonderheit ist ihr Aufenthalt innerhalb der deutschen Grenzen nur vom 1. Februar bi» zum 21. Dezember jeden Jahres gestattet, damit die Seßhaftmachung unbequemer Elemente verhindert werde. Im übrigen ist es natürlich geboten, die zu Exzessen geneigten Ausländer stets mit größter Aufmerksamkeit im Auge zu behalte«. - ,
** Der König mw Portugal auf BWftschchtf Hamburg, 8. Sept. Der eigentliche Zweck der beabsichtigen Reise des Herzogs von Oporto «ach England soll, wie das „Hamb. Fremden-!." aus London hört, der sein, eine Gemahlin für den jungen portugiesischen König zu suchen. In Portugal werde allgemein eine englische Prinzessin als künftige portugiesische Königin gewünscht.
** Betrügereien eine» Minister» in Kopenhagen. Kopenhagen, 8. Sept. Der frühere Justizminister Alberti stellte sich nachmittags der Polizei, indem er angab, Fälschungen und Betrügereien, wobei es sich um große Summen handele, begangen zu haben. Geschädigt seien das Finanzministerium, die Rationalbank und die Privatbank, jedoch sei für die veruntreuten Summen volle Deckung vorhanden. — Der Inspektor der Sparkassen ordnete die Einstellung der Tätigkeit der Seeländischen Bauernfparkaffe an deren Vorstand der frühere Justtzminister Al'betti war. Die Sparkasse ist Debitor des Finanzministeriums und von Banken, das Guthaben der Staatskasse beträgt 2 Millionen, wovon W» Millionen durch Pfandsicherheit voll gedeckt find." Die gesamten Betrügereien Alber- tts sollen, wie die Blätter melden, 9 Millionen betragen.
" Russischer und englischer Besuch in Dänemark. Kopenhagen, 8. Sept. Die russische Kai- serjacht „Polarstern" und He englische Königsjacht „Victoria and Albert" trafen um halb 3 Uhr nachmittags auf der hiesigen Reede ein. An der Landungsstelle waren der König und die Königin mit der Königlichen Familie, der König von Griechenland, die Minister und Spitzen der Milttär- und Zivilbehörden zum Empfang anwesend. Bald nach der Ankunft ging die Königin von England unter Salut an Land. Kurz darauf auch die Kaiserin-Witwe von Rußland, sowie Großfürstin Xenia und Großfürst Alexander Michailowttsch. Die Fürstlichkeiten wurden von der Königlichen Familie aufs herzlichste begrüßt; sie fuhren alsdann nach der Villa Hvidoere, während die dänische Königsfamilie sich nach Schloß Eharlottenlund zurückbegab.
** Frankreich und Marokko. Paris, 8. Sept. In dem heute unter dem Vorsitz des Präsidenten Falliäres abgehaüenen Ministerrate berichtete der Minister des Aeußern, Pichon, über feine gestrige Unterredung mit dem spanischen Botschafter Del Muni. Es habe sich hierbei im Großen und Ganzen eine vollständige Ueberein- stimmung zwischen Frankreich und Spanien über die ck>en Mächten vorzulegende Rote betreffend Marokko ergeben. Ministerpräsident Elemenceau teilte seine Eindrücke über seine gelegentlich seines Aufenthaltes in Karlsbad gehabten Unterredungen mit. Minister Pichon wird heute nachmittag eine neue Unterredung mit Del Muni haben.
•* Aus der Türkei. Konstanttnopel, 8. Sept. Das Organ des jungtürkischen Komitees „Tanin", dantt dem General Frhr. v. d. Eoltz- Pafcha für seine freundschaftliche« Gefühle und guten Ratschläge. — Diese seien der Aufmerksamkeit des Ministerrats zu empfehlen. — Der „Tanin" erfährt aus maßgebender Quelle, daß der Sultan dem Finanzministerium seine Liegenschaften überläßt, die einen jährlichen Ertrag von 400 000 Pfund bringen und die als Earantte für die vier Millionen Pfund bettagende Staatsanleihe und für die eine Million Pfund betragende Anleihe für die Zivil-Liste verwendet werden sollen. — Die Bewegung unter den Beamten des Unterrichts- Mtnisteriums dauert fort. Heute wurde abermals eine Versammlung in der Jhsanick-Mo- schee abgehalten.
Marburg uud Umgegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß 8 18 deS Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Qberhefs. Ztg." gestattet.)
Marburg, 9. Septbr.
* Ende der Gerichtsserien. Mit dem 15. September erreichen die Gerichtsferien ihr Ende und e« tritt dann hinsichtlich der Erledigung der gerichtlichen Angelegenheiten wieder der regelmäßige Geschäftsgang ein, wodurch besonders Zivilklagen wieder etne schnellere Erledigung finden werden.
)( Der Eewerbeverein hielt gestern abend im vorderen Boppschen Lokale eine Sitzung ab. Der Vorsitzende machte zunächst von einem Schreiben der Handwerkskammer Mitteilung, nach welchem diejenigen Handwerksmeister und Gewerbetreibende, die der Fürsorge überwiesene junge Leute als Lehrlinge zu haben wünschen, stch bis zum 30. Dezember entweder beim Vorstand der Handwerkskammer oder auch bei dem Vorsitzenden des Eewerbevereins melden können. Bedingung ist, daß diese Lehrlinge Kost und Logis bekommen und familiäre Behandlung erfahren. Weiter besprach man kurz eine im nächsten Jahre hier abzuhaltende Lehrlings- arbeiten-Ausstellung. Der Innungs-Ausschuß hat diese bereits abgelehnt; auch der Gewerbe- perein ist der Ansicht, daß man die Ausstellung fallen läßt. Bezüglich des letzthin in Allendorf abgehaltenen Handwerkertags für den hiesigen Kammerbezirk wurde mitgeteilt, daß einige Mitglieder dort vertreten gewesen seien. Den Bericht über die Verhandlungen haben wir i« unserem Blatte mitgeteilt. In der Zeit vom 20. zum 22. September findet in Darmstadt, wo stch bekanntlich gegenwärtig die hessische Landesausstellung für freie und angewandte Kunst be- ftndet, die 15. Hauptversammlung des Verbandes deutscher Gewerbevereine statt. Es wurde gewünscht, daß ein offizieller Vertreter des Gewerbevereins daran teilnimmt und soll dem Vorstand das weitere überlassen bleiben. Cs ist nämlich nicht ausgeschlossen, daß auch Marburg einmal für diese Tagung in Frage kommt. Wie früher mitgeteilt, hat die Handwerkskammer be« schlosse«, söge«. Eachoerstandigen-Kommtsstonen
freuliche Neuerung ist seit etwa der Südschule eingeführt. Dort täglich etwa 150 Kinder während ein Glas warme Milch, das vom Kraul für 5 Pfg. geliefert.wird, fchaftliche Genuß ermuntert auch
m Heranziehung bei gewerblichen Streitigkeiten einzurichten. Zu diesem Zwecke wurde eine Anzahl Verein-Mitglieder, die den in Betracht kommende« Gewerben angehören, vorge- schlagen. Bemertt sei, daß außer in Marburg «och solche Kommissionen in Eassel, Hanau und Arolsen zur Einrichtung gelangen. Wie noch anschlichend bemertt sei, ist auch dem Eewerbe- verein eine Einladung zur Teilnahme an dem am 4. Oktober in Wien stattfindenden internationalen Mittelftandskongreß zugegange«.
* Milchausschank in der Eüdschule. Eine er-
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14 Tagen in trinken jetzt der Pause je Milchhändler Der gemein^ solche Kinder zur Beteiligung,' die zuhause Milch zurückweisen. Leider ist es bisher nicht möglich, die Kinder ganz unbemittelter Eltern heranzuziehen, weil hierzu Mittel noch nicht verfügbar find. Und doch könnten für ein Opfer von 13—14 Mark arme schwächliche Kinder das ganze Jahr Hin-
Fulda, 8. Sept. Am gestttgen regenfreie«, Sonntag war den Landwirten gestattet, Feld-; arbeit zu verrichten, da Gefahr im Verzug ist. Es liegt noch sehr viel Hafer und Weizey draußen, der bereits durch die anhaltende Nässe; minderwerttg geworden ist. Es handelt sich eben nut noch darum, zu retten, was zu retten ist und da ist keine Stunde mehr zu versäumest.;
' trocknete gut und so konnte via!:
HrjsLU-NHiil Md NachöllliMck.
c§3 Zennern, 8. Sept. Der Landwirt Joh. Zimmermann aus Obermöllrich fiel heute beim Durchfahren der Eder mit seinem Wagen ins Wasser und ertrank.
Bad Wildunge«, 8. Sept. Ein heiterer Vorfall ereignete sich am Freitag im Kurtheater zu Bad Wildungen. Es wurde das Sudermannfche Schauspiel „Das Glück im Winkel" vor ungefähr 400 Besuchern gegeben. Kein einziger dieser Zuschauer mußte wohl das Stück kennen, denn da der 3. und 4. Akt ohne Zwischenpause gespielt wurde, wartete das Publikum nach Ende des Stückes auf den 4. Akt und verließ erst nach der Mitteilung des Logenschließers: „Meine Herrschaften, das Stück ist ja zu Ende^ unter schallendem Gelächter den Saal.
(!) Gießen, 8. Sept. Bei dem gelegentlich der Stolzeschen Stenographen-Versammlung ab» gehaltenen Wettschreiben erzielte die Höchstleistung mit 300 Silben Herr I. Könnecke au» Frankfurt a. M
Friedberg, 8. Sept. Der verstorbene Essigfabrikant Leonhardt hat der Stadt 30 000 Jt zur Gründung eines Krematoriums vermacht.
Homburg, 8. Sept. Erlaubnis zum Frucht« einholen war am Sonntag allen Landgemeinde«' der Nachbarschaft gewährt worden. Man konnte' deshalb überall die Landleute bei der Feldarbeit sehen. Jeder von diesen wird sich glück-, lich schätzen, wenn cs ihm endlich gelang, be« j Erfolg seiner Arbeit, der leider ein minimaler zu nennen ist, unter Dach und Fach zu bringen.!
Königstein, 8. Sept. Die Großherzogin-Mut- ter von Luxemburg ihre Schwester Prinzessin Hilda von Anhalt-Dessau und ihre Tochter die Großherzogin von Baden unternahmen heute mittag um 12 Uhr mit Gefolge einen Ausflug in den Taunus. Bei dem Orte Fischbach wurde« die Wagen verlassen und ein Fußmarsch über den Staufen angetreten. Vom Kaisertempel au» genoß man die Aussicht auf die nassauische Schweiz und dann erfolgte der Abstieg nach Epp» ftetn, wo in der „Oelmühle" das Mittagsmahl ■ bereitgestellt war. Die 77jährige Großherzogin von Luxemburg hat den fast zweistündigen Fußmarsch vorzüglich überstanden.
hufte^a^atie? ul 190?:
97 188, Abgefertigte Frachtbriefe; Empfang 1905: 29244, Versandt 19490, Empfang 1906 : 28 885, Versandt 19835; Güterverkehr 1905: Stückgut (einschl. Eil» und Expreßgut) Empfang 2256 t, Versandt 1722 t. Wagenladungen: Empfang 22 353 £ Versandt 15536 t; Güterverkehr 1936: Stückgut (einschl. Sil- und Expreßgut): Empfang 2312 t, Äer- sandt 1694 t, Wagenladungen: Empfang 2216) t, Versandt 17594 t; Viehverkehr 1905: Großvich- Empfana 3311, Versand! 5570, Kleinvieh-Empsang 3059, Versandt 4750; Viedverkehr 1906: G oijuid;- Empiang 3061, Versandt 5'269, Kleinvieh-Emp>ar!g 2486, Versandt 43-3.
» Kirchhain, 7. Sept. Ter Poüverkehr in 1906 und 1907 gestaltete sich nach einer Statistik im Handels, kammerbericht nre folgt: Einnagmen von Porto- uud Telegraphengebühren in 1305 48 274 Mark (1907 52331), eingegangene Briessendungen in 1906 881400 stück, (1907 415 6.0), eingegangene Pakete ohne Wertangabe in )9>16 32727 Stück, (1507 33 685), eingegangene Briefe mit Wertangabe in 1906 1067 Stück (1907 1027), eingegangene Pakete mit Wettangabe in 1906 162 Stück (1907 159). Aufgegebene Brie isen düngen in 19.6 299 900 Stück . (1907 284 800), aufgegebene Pakete ohne Wertangabe IM 1906 20040 Stück (1907 21159), anfgegevene Briefe mit Wertangabe in 1906 1350 Stück (1907 1397», ausgegebene Pakete mit Wertangabe in 1906 323 Stück (1917 816 ; einaegangene Postuachuahme« fendungen in 1906 8974 Stuck (19.7 9337), eia gegangene Postauftragsbriese in 1906 975 Stück (1907 1033); auf Postanweisungen wurden eingezahlt in 1906 2 060 814 Mk. (1907 2195 347), aus Postantvei- fangen wurden ansgezahlt in 1906 1162190 Mk. (1907 1218817); Zahl der von den Verlags»Post- anftalten adgesetzten Zeitungsnummern in 1904 760 Stück (1907 770); Einnahme aus dem Berkaus von Wechselstempelmarken in 1906 364 M. (1907 469); anfgcgebene Telegramme in 1906 3 784 Stück (1907 3868), eingegangene Telegramme in 1906 3 306 Stück (1907 8 392); Zah: der Teil, nehmer au dm Fernsprechnetzen tu 1996 26 (1907 26); Zahl der Gespräche im Orts» und Nachbarorts- Verkehr in 1906 6886 (1907 7525), Zahl der Gespräche im Fernverkehr von außerhalb in 1903 10782 (1907 13 723), Zahl der Gespräche im Fernverkehr nach auherhatd in 1906 12004 (19C7 13 932)
:: Basdorf, 8. Sept. Das etwa 320 Morgen große Gut des Kaufmanns Ferd. Kaiser, Levis Sohn, Vöhl, ging in den Besitz eines Herrn Pflugner in Magdeburg über. In Wirklichkeit wird das Gut durch ein Konsortium parzelliert. Der Kaufpreis ist nicht hoch und wird nur er« klarlich, wenn man annimmt, daß der Verkäufer am Verdienst durch die Parzellierung beteiligt ist.
)-( Wiesenfeld, 9. Sept. Nachdem unsere schöne Kirche am vergangenen Sonntag in so schöner und feierlicher Weise eingeweiht worden ist, ist es wohl auch Pflicht, desjenigen Herrn zu gedenken, welcher die Mittel zur Instandsetzung beschafft hat, nämlich unseres verehrten Herrn Landrats, Geh. Regierungsrats Riesch i« Frankenberg. Ohne dessen Hülfe wäre wohl in absehbarer Zeit die Kirche nicht umgebaut wor, den. da der hiesigen Gemeinde die Mittel fehlten. Die Kirche ist ein sehr schönes Baudenkmal in gothischem Stil.
(-) Vöhl, 8. Sept. Die Tatsache, daß durch den Bau der Edertalsperre einige Orte verschwinden, bietet Güterschlächtern und verwandten Leuten ein großes Feld der Tätigkeit. Wenn auch die Mehrheit der Bewohner diesen Menschenfreunden^ die angeblich stets nur das Best« der anderen wollen, mit berechtigtem Mißtrauen entgegentritt, so gibt es doch noch immer fltnug von denen, die nicht alle werden.
durch mit Milch versorgt werden.
) ( vom Manöver des 18. Armeekorps. Die eigentlichen Brigade-Manöver begannen am Dienstag. Gegenwärtig erfolgt die Zuteilung der Lastautomobile an die Armeekorps. So erhält das 18. Armeekorps 8 Automobilwagen mit je einem Anhänger, einen Lastzug mit 5 Anhänger, einen Schnellastwagen, einen Auto- Omnibus für das Werkstatt-Personal, eine fahrbare Werkstatt, 2 Perfonen-Automobile und 2 Krafträder. In der Zeit vom 21. bis 23. Sept, wird ein Kommando der Verfuchtsabteilung der Berkehrstruppen mit leichten Armeelastzügen an den Manöver« des 18. Armeekorps teilnehmen. Die Truppen üben in der Dillgegend, im Sauerlands und in der Gegend von Biedenkopf, das in diesen Tagen samt den umliegenden Ortschaften stark mit Einquartierung belegt wird. Den „Schlachtenbummlern" wird es diesmal schwer gemacht, denn wo und wann die einzelnen „Schlachten" stattfinden, ist schwer zu erfahren. Daß die großen Korpsmanöver am 20., 21. und 22. ds. Mts. in unserer Gegend stattfinden, haben wir fchon mitgeteilt. Vielleicht läßt sich hierüber eher etwas sagen. Gestern ftüh vernahm man hier deutlich den Donner der Geschütze. Bei Oberhörlen fand nämlich ein Artillerieschießen statt.
• Für Militärpflichtige. Den zum Militärdienst ausgehobenen Versicherungspflichtigen ist dringend zu empfehlen, ihre Quittungskarten kurz vor dem Rekruteneinstellungstermin bei der zuständigen Behörde umzutauschen, auch wenn die Eiltigkeitsdauer der Karten noch nicht abgelaufen fein sollte. Es wird dadurch verhütet, daß die Karten, die mit ihrer mehr oder weniger großen Markenzahl einen besonderen Wert besitzen, während der Militärdienstzeit verlegt werden oder sonst in Verlust geraten.
* Der Landesverei« für innere Mission im Konfistottalbezirk Eassel gedenkt am 27. und 28. September sein Jahresfest in Eassel zu feiern. Aus der Festordnung ist folgendes hervorzuheben: Sonntag, 27. September, abends 6 Uhr, ist Gottesdienst in der Lutherttrche, in dem Pfarrer Saul-Frankfurt a. M. die Festpredigt halten wird. Einige vom lutherischen Kirchenchor unter Leitung des König!. Musikdirektors Spengler vorzutragende Ehöre werden zur Bereicherung des Gottesdienstes beitragen. Montag, den 28. September, findet nach einer Besprechung des Verwaltungsrates und der Diözesanvertreter die für jedermann zugängliche Hauptversammlung im Evangelischen Vereins- Hause, Kölnische Straße 17, um 10 Uhr vormittags statt. Auf der Tagesordnung derselben stehen u. a. zwei besonders anziehende Gegenstände, nämlich Vorträge des Direttors des Rauhen Hauses in Hamburg, D. Hennig, über: „Der Wittenberger Kirchentag ein kirchengeschichtlicher Wendepunkt im 19. Jahrhundert" und des Pfarrers Schuchard-Hephata bei Treysa über: „Die männliche Diakonie, ihre Geschichte und ihre Aufgaben." Abends um 7^ Uhr wird, Ebenfalls im Evangelischen Vereinshause, eine öffentliche Nachversammlung veranstaltet werden. Ansprachen haben zugesagt: Superintendent Wissemann-Hofgeismar, Direktor D. Hennig-Hamburg und Eeneralsuper- intendent Möller-Cassel. Die von dem vorhin schon genannten König!. Musikdirettor Spengler geleitete Musica sacra hat ihre Beteiligung freundlichst zugesagt. Ihre Darbietungen und einige von Mitgliedern der Vereinigung gütigst in Aussicht gestellte Einzelvorträge werden zu einem befriedigenden Verlauf des Abends beitragen.
)( Bo« Pferdemarkt. Die Verlosung findet morgen, Donnerstag nachmittag, um 3 Uhr, auf dem Viehmarktplatze statt. Hoffentlich halten die Zuschauer während des Aufrufs der Nummern etwas Ruhe, damit die Vollständigkeit der Ziehungsliste nicht darunter leidet.
)( Eine Stiftung. Ein wohlhabender Einwohner vermachte zugunsten eines Foitt>s für verunglückte Feuerwehrleute und deren Familien 40 000 Mark. — So wird aus Würzburg geschrieben.
)( Unglückssall. Auf dem städttschen Bauhof wurden heute die Pferde eines Wagens scheu. Bei der Gelegenheit fiel der 56 Jahre alte Arbeiter Jung aus Wehrda so unglücklich mit dem Kopfe auf einen Stein, daß ärztliche Hilfe nötig wurde. Mitglieder der Sanitätskolonne brachten den Verletzten in die Klinik. Ein anderer Mann, der sich auch auf dem Wagen befand, wurde nur leicht verletzt.