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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

nnd de« Drilagen: .Literarischer Anzeiger«.zaudwir:^ afiUche Keilage« undIllustriertes Ssuntagsblatt«.

M9IA " Marburg ,,

0^0 Jr®erVeaUug3pte^S Steigt1 burd)*bie^oft 2,25 Mk. (o6nt 6 ©CtttCttlBCr 1908 ^d.4 Derlaa: Joh. Aug. Koch. Uiüoersitätsbuchbruckerei 43. Jahkg.

Bestellgew), bek unfern Z-itungSstell.n und 6er dr^ebition 3Mk. «VNNiag, v. DeptkUIver 1VUP. Inhaber Lr. C.Hstzeroth, Marburg, Markt21.- Telephon 55.

Zweites Blatt.

Das Ueberschuldungs-Märchen.

Von einer Ueberschuldung des Deutschen Reiches und seiner Einzelstaaten in dem Sinn«, Hatz durch die jetzige Höhe der Reichs- utch .Staatsschulden in der Gesamtsumme von rund 19 Milliarden eine Gefahr für die Erfüllung der hieraus folgenden Schuldverpflichtungen gegen­über den Gläubigern oder eine unerträgliche Be­tastung der Steuerzahler hervorgerufen werde, wird zwar noch immer, sogar in deutschen Blät­tern, gefabelt, aber in Wirklichkeit ist davon leine Rede. Die LeipzigerErenzboten" find instand gesetzt, durch sehr ausführliche Darleg­ungen und gestützt auf umfangreiches authen­tisches Material den Nachweis zu erbringen, daß hie Schuldenlast Deutschlands keinesfalls eine unerträgliche ist.

Zunächst ist bei einer Prüfung der Schulden- »erhältnisie zu ermitteln, in welcher Höhe die Schulden-Passiva durch Vermögens-Aktiva ge­heckt sind. In dieser Hinsicht steht aber das Deutsche Reich, das durch die einzelnen Bundes­staaten, die die Reichsschulden garantieren, in sich begreife, geradezu glänzend da. Allein durch das Aktivvermögen, das die preußischen Staate «isenbahnen repräsentieren und das nach einer sehr vorsichtigen Berechnung, wie Finanzmini­ster von Rheinbaben seststellte, oft über neun­zehn Milliarden Mark zu schätzen ist, ist die ge­samte Reichs- und Staatsschull» int Deutschen Reiche gedeckt.

An weiteren Aktiven treten zu dem Werte her Eisenbahnen, der, für das ganze Reich be­messen, die Summe von 25 Milliarden Mark wesentlich übersteigen und der in Ansehung des steten Wachstums des dazu gehörigen Grund und Bodens automatisch zunehmen dürste, bii Wertbestände des gesamten Besitzes an Domä­nen, Forsten und Bergwerken, die nach Kapita­lisierung ihrer Reinerträge auf über fünfund- «inehalbe Milliarde Mark sich belaufen. Richt zu übersehen sind ferner die Aktiva, die sich aus hem Anlagekapital der Post-, Telegraphen- und Telephonverwaltung, der Bernsteinwerke, Por­zellanmanufakturen, Mineralbrunnen und Bä­der, der Münzbetriebe usw. ergeben. Kurz: alles in allem kann festgestellt werden, daß die Schuldensumme des Reichs und der Einzel­staaten eine Summe an Aktiven gegenübersteht, durch die erstere beinahe doppelt gebest erscheint.

Run ist zu bestreiten, daß der sogenannte Jahresschuldendienst, das ist die Verzinsung, die

12 iVacßbruc: verboten.).

Getrennte Welten.

Roman von Elarissa Lohde.

/' (Fortsetzung.)'

Herr Baron," widersprach der Justizrat, Sv gehen von einer falschen Voraussetzung aus. Der Herr Baron von Rothenfels (er nannte den bisherigen Bruno Müller absichtlich nicht mehr anders) ist dem, was ich Ihnen eben mitgeteilt habe, völlig fremd. Ich sprach hier im Auftrage Ihres verstorbenen Herrn Vaters."

So war es Altersschwäche, 'was ihn zu einem so unerhörten Schritte getrieben. Sie hätten ihn davon abbringen sollen. Der gute Papa litt zuweilen an Sentimentalitäts-An­fällen. Hat er sich da von einem hübschen Land- mädel den Kopf verdrehen lassen, sie zu heiraten aber eine solche Ehe hat in meinen Augen keine Gültigkeit."

Da stehen der Herr Baron allein mit Ihrer Ansicht. Das Gesetz erkennt die Ehe an, und vor den Gesetz ist der bisherige Doktor Bruno Müller der Erstgeborene Ihres Herrn Vaters und hat das Recht, sich Baron von Rothenfels zu nennen."

Das Majorat Frauenstein bestimmt, daß nur die Söhne einer adlig geborenen Mutter «rösolgeüerechtigt sind."

Das hat auch der verstorbene Herr Baron vorgesehen. Frauenstein bleibt natürlich Ihnen, Herr Baron, dem Sohn der geborenen Gräfin Helüberg."

Sehr gnädig," unterbrach ihn Dietrich höhnisch,und was weiter?"

Das freie Gut Schönwalde dagegen fällt dein ältesten, einer bürgerlichen Mutter ent­stammten Sohne zu

. Das gefürchtete Wort, das der Justizrat >uoch immer zurückgehalten, war fetzt gesprochen, «le Wirkung aber eine alle Voraussetzungen bes Anwalts übertreffende. Dietrich verfärbte kch Er sowohl wie Graf Alten, der sich bisher

Tilgung und die Verwaltung, sehr bedeutende Summen beansprucht. Im Jahre 1906 beliefen sie sich auf über 616 Millionen Mark. Sollte diese allerdings hohe Zinsensumme «ine uner­trägliche sefn? Diese Frage ist zu vernftnen. Nach den Etats für 1906 betrugen die Rein­einnahmen der Reichs- und staatlichen Erwerbs- vnternehmungen zusammen erheblich über eine Milliarde Mark, so daß HÄmybtzer Iahryft schuldendienst um mehr dis die Halste überdeckt ist. Es kann also auch von einer Ueberlastung durch die Verzinsung her Reichs- und Staate schuüien nicht die Rede sein.

Es bestehen jedoch noch immer nach der Richtung hin Besorgnisse, daß die Aufnahme­fähigkeit des deutschen Geldmarktes nicht stark genug sei, um die deutschen Anleihen ohne Zu- hilsenahme des Auslandes unterbringen zu können. Auch diese Besorgnisie find gegenstands­los. Die Aufnahmefähigkeit des Geldmarktes beruht auf der Höhe des Volksvermögens und seiner Vermehrung. Lasien sich auch die Zahlen hierüber nur schätzungsweise ermitteln, so kann man doch gerade in Deutschland'ziemlich sichere Ergebnisse erzielen, da die preußische Ver­mögenssteuer immerhin eine gute Grundlage bietet. Auf dieser Grundlage wird die Höhe unseres Nattonalvermögens ohne jegliche Ueber- treibung auf 200 Milliarden anzunehmen sein. Diese Höhe entspricht auch verschiedenen Schätz­ungen heimischer und ausländischer Volkswirte. Da die 19 Milliarden betragende deutscheSchuld- summe noch nicht 10 Prozent des deutschen Na­tionalvermögens ausmacht, wird man ruhig be­haupten können, daß das deutsche Volk reich genug ist, ohne jegliche Beschwerden die Reichs­und Staatsschuld auf sich nehmen zu können.

Werfen wir einen Blick auf die als reich be­kannten beiden Länder Frankreich und England. In Frankreich wird das Nationalvermögen auf 235 Milliarden Francs = 190 Milliarden Mark geschätzt. Demgegenüber steht eine Staatsschuld von rund 24 Milliarden Mark, also ungefähr 12,7 Prozent des Nationalvermögens. An staat­lichen Aktivvermögen besitzt Frankreich nicht mehr als etwa 3,4 Milliarden Mark. Von der Staatsschuld ist also durch Aktiva nur wenig über ein Viertel gedeckt. Unserer Meinung nach kann also dasarme" Deutschland, was Ver­schuldung an Vermögen betrifft, immerhin einen Vergleich mit demreichen" Frankreich noch aushalten.

England steht allerdings, was Nationalver­mögen unb Schuldenlast betrifft, wesentlich gün­stiger ba als Frankreich unb auch als Deutsch­land. Das englische Nationalvermögen mutz auf mindestens 260 Milliarden geschätzt werden.

völlig schweigsam verhalten, schnellten von ihren Sitzen empor.

Unerhört? . unmöglich, das geschieht auf keinen Fall) wir geben es nicht zu, im Guten nimmermehr. Mag er sein Recht beim Gericht suchen. Schönwalde gehört zu Frauenstein, ohne Schönwalde kann Frauenstein gar nicht bestehen," so schwirrte es durcheinander. Editha legte beruhigend die Hand auf den Arm ihres Gemahls.

Fassung, Dietrich, Fasiung! Bedenke, datz es der Wille des Vaters ist, der Dir diesen Verlust auferlegt."

Und wenn ich noch etwas bemerken darf," fügte der Justizrat nun auch beschwichtigend hinz i,so möchte ich den Herrn Baron darauf aufmerksam machen, datz Sic doch auch bis jetzt Furuenstein allein bewirtschaftet haben und die Einnahmen von Schönwalde dem alten Herrn Baron zuflosien."

Gleichviel," stietz Dietrich ganz außer sich hervor.Schönwalde erhält dieser Bastard meines Vaters nicht?"

Ruhig, Dietrich, ruhig," mllchte sich nun Graf Alten ein. Seiner immer aufs Matzhalten bedachten Höflingsnatur ging des Schwagers Heftigkeit zu weit.Rege Dich nicht allzu sehr auf. Vielleicht ist mit dem Herrn, der doch wohl kaum in Wirklichkeit einen Anspruch dar­auf machen wird, sich als unser Verwandter zu betrachten, ein Abkommen zu treffen. Ihm, denke ich, müßte bares Geld lieber sein, unb es bürste daher nicht schwer fallen, ihn zu bewegen, von dem Besitze Schönwaldes abzustehen."

Vor allem nur keinen Prozeß, Dietrich, wenn es möglich ist." rief Asta sich vorbeugend. Es wäre doch nicht angenehm, unsere Namen durch die Spalten der Zeitungen geschleppt zu sehen. Ich hoffe, Herr Justizrat, Sie werden dafür sorgen, daß die Sache so still wie möglich sich abwickelt."

So still, als es geht, gnädigste Gräfin. Ich bin überzeugt, das wird auch ganz dem Wunsche des Herrn Baron Bruno von Rothenfels ent-

Die Schuldenlast aber beträgt nur 15 Milliar­den, beläuft sich also auf nur 5,8 Prozent des Vermögens. Allerdings ist der Aktivbefitz Eng­lands ein auffallend geringer. Er beziffert sich auf nur etwa 708 Millionen Mark. Das tut aber der Kreditfähigkeit des britischen Reiches keinen Eintrag: denn die Finanzwirtschaft ist dort eine vyrtrefliche, ausgezeichnet fundierte. Seit einem Menschenalter ist bk englische Schuld, dank ihrer reichlichen unb systematischen Tilgung, gleich hoch geblieben, obwohl der Staatsbedarf stets ein sehr starker und bedeutend wachsender war. Die Tilgung der englischen Schuld erfolgte seit 1878 mit jährlichen Summen, die zwischen 100 und 160 Millionen Mark schwankten Die hohen Er­träge der indirekten Steuern haben England hierzu instand gesetzt Es wird nun die Aufgabe der Reichsfinanzreform fein, auch auf reichliche und beständige Schuldentilgung im Deutschen Reiche zu dringen und durch Eröffnung ergie­biger Einnahmequellen das Reich dazu instand zu setzen

Mineralschätze in unseren Kolonien.

Wie dasReichs-Amtsblatt" mitteilt, sind Steinkohlen, die auf ihre Verwendbarkeit ge­prüft unb günstig beurteilt würben, in Süd- westafrika nahe Keetmanshoop gefunben wor­den, ferner in Ostafrika am Nyasisiafee, ebenso auf unseren Besitzungen in der SLdsee. Eiscksi- erze finden sich in Togo, Südwestafrika, Kaiser Wilhelmsland, Goldvorkommen find in Süd­west- und Ostafrika festgestellt (in letzterem neuerdings am Kirondabach, wo sie von einer im Entstehen begriffenen Gesellschaft ausgebeu­tet werden sollen), Zinnerze in Kamerun. Auch Vlaugrund das Mineral, welches auf das Vor­kommen von Diamanten hindeutet, wurde in Südafrika verschiedentlich angetroffen, daneben eine Anzahl anderer Edel- und Halbedelsteine. Glimmer birgt Kamerun im Bezirk Ossidinge in ausgezeichneter Beschaffenheit. Phosphate lagern auf den zum Vismarckarchipel gehörigen Inseln, und sind in neuester Zeit auch bereits verschifft worden. Jrn Jahre 1908 find die ersten Mengen davon nach Deutschland gelangt und zwar in der Zeit vorn 1. Januar bis 30. Juli 3911,6 Tonnen. Marmor steht in Süd­westafrika nahe der Eisenbahnstation Kubas an.

Da in unseren Schutzgebieten noch weite Flächen der Erschließung für den Bergbau harren, wie in Deutsch-Ostafrika am Tanganika- fee und am Kilimandjaro, da ferner im Hinter­lande von Kamerun große Länderstrecken geo­logisch noch nicht genau untersucht sind, beabsich-

sprechen. Und was Ihren Vorschlag betrifft, Herr Graf, eine Vereinbarung wegen des Be­sitzes von Schönwalde herbeizuführen," fuhr er fort, feine Uhr ziehend,so werde ich darüber mit dem Herrn Baron sprechen, ob mit Erfolg, kann ich freilich nicht voraussagen. Doch läßt sich ja bei der Testamentseröffnung weiter dar­über verhandeln. Da meine Zeit abgelaufen ist, bitte ich die Herrschaften, mich gnädigst zu be­urlauben."

Dietrich sowohl wie Graf Alten verneigten sich kühl, Asta, die von dem Anwalt ihres Vaters manche Gefälligkeit genosien, nickte ihm freund­lich zu:

Tun Sie Ihr Möglichstes, lieber Justizrat. Ihnen ist ja schon manches gelungen. Retten Sie. was zu retten ist."

Der Justizrat verneigte sich förmlich auch gegen die Baronin, die ihm schweigend und mit einem warmen Blick die Hand hinreichte. Er neigte sich ehrfurchtsvoll über sie und war bald verschwunden. Gleich daraus hörte man den Wagen, der ihn zur Bahn brachte, über den Schlotzhof rollen. Dietrich schritt wie ein Ra­sender im Zimmer auf unb nieder. Vergeblich mar olles Zureden von Frau, Schwager unb Schwester.

Dieser Skandal," stietz er hervor. .Dieser Skandal. Blamiert sich noch im Grabe; er muß geradezu vom Teufel besessen gewesen sein. Er hat die Brühe eingerührt unb wir sollen sie ausesien. O, wenn ich könnte, wie ich wollte!"

Aber ich bitte Dich, Dietrich, was kannst Du denn dabei tun?" warf Asta ein.Hat Papa einen Jugendstreich begangen, nun, so glaube ich. ist es an uns Kindern, ihn möglichst zuzu­decken. Nicht wahr, Odo?"

Ganz wie Du meinst, Liebe, und mit diesem sogenannten neuen Schwager," der Gras lachte leise vor sich hin,dem Herrn Doktor unb Poeten wird sich ja wohl ein Wort reden lasten."

Du glaubst, er roerbe sich wohl geneigt zei­gen, feine Eeburtsrechte zu verkaufen," stimmt«

tigt das Kolonialwirtschaftliche Komitee, durch Geologen unb Prospektoren die genannten Ge­genden erforschen zu lasten, um auch dort der heimischen Industrie neue Quellen zu erschließen. Von besonderer Bedeutung ist aber die Tatsache, datz in unseren Kolonialgebieten sichere Aussich­ten auf ergiebige Gewinnung von Rohkupfer, bestehen. Zurzeft ist bei dem steigenden Bedarf dieses Metalls, das namentlich für unsere eiet«' irische Industrie unentbehrlich ist, eine förmlich« Kupfernot eingetreten. Der Hauptlieferant für Rohkupfer ist die Nordamerikanische Union, die eine Art Monopol ausübt und durch Spekula­tionstreiberei ein stetes Schwanken der Preise verursacht. Die Tatsache, datz Deutschland für fast eine Viertelmilliarde Mark Kupfer, davon für über 200 Millionen aus den Vereinigten Staaten, einführen mutz, erhellt, von wie großer Wichtigkeit es für uns fein würde, wenn unsere Kolonien Rohkupfer in größerem Umfange zu liefern vermöchten.

Wie dasReichs-Arbeitsblatt" schreibt, ist zweifellos erwiesen, daß Deutsch-Südwestafrika Kupferschätze in seinem Boden birgt. Alle An­zeichen, die zahlreichen Fundstellen und die Er­gebnisse geologischer Untersuchungen sprechen da­für, daß sie sehr beträchtlich sind und daß unsere Kolonie für die Zukunft eine wichtige Stellung unter den Kupfer produzierenden Ländern vor­behalten ist. Wann dieses Ziel erreicht wirb, ist wesentlich davon abhängig, baß sich hinreichen­des Kapital zur Inangriffnahme der notwen­digen Vorarbeiten nach der Kolonie wendet. Auch dafür sind die Aussichten erheblich gün­stiger geworden. Neben len genannten Gesell­schaften hat sich u. a. einSiibwestafrikanisches Minensyndikat" mit einem Kapital von 1600 000 Mark gebildet, dem eine Reihe vo« großen deutschen industriellen Gesellschaften an­gehören. Hoffentlich hört man bald näheres unb günstiges über bie Erfolge dieser Vor­arbeiten.

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Jubiläum des Johanniterkrankenhauses. Posen, 4. Sept. Aus Anlaß der Jubiläums- Einweihungsfeier des Johanniterkrankenhauses zu Fraustadt schenkte der Herrenmeister Prinz Eitel Friedrich^on Preußen dem Krankenhaus« sein Bild. Stuas an den Herrenmeister gerich­tete Huldigungstelegramm erging an den Lan­deshauptmann Dziembowski folgendes Antwort­telegramm:Für das treue Gedecken unb bie herzlichen Segensrpiinfche sage ich den zu der Jubiläums - Einweihungsfeier versammelten Rittern meinen wärmsten, aufrichtigsten Dank.

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Dietrich verächtlich zu:das wäre ein Ausweg."

Wie kannst Du von einem Manne, der bas Blut Deines Vaters in feinen Adern trägt, so niedrig denken?" warf Editha vorwurfsvoll ein.

Nun ja, da haben wir's," fuhr Dietrich är­gerlich auf;meine idealistische Frau macht sich natürlich zum Anwalt dieses wilden Sprosses an unserem edlen Stamme!"

Ich möchte uns alle nur davor bewahren, ungerecht zu sein," entgegnete sie.

Ungerecht, gegen wen? Gegen den Sohn der Jnspektorstochter, dessen Dasein schon einen Fleck auf unsere Familie wirft."

Doch nicht durch seine Schuld."

Aber auch durch unsere nicht," rief Dietrich mit gerunzelter Stirne und verließ grollend bas Gemach.

Graf Alten fand ihn, als er ihm einige Mi­nuten daraus folgte, in seinem Rauchzimmer mit finster brütendem Gesicht auf einer Ottomane ausgestreckt.

Das ist eine niederträchtige Geschichte," be­merkte der Graf, sich zu ihm setzend,aber man mutz^uchen, so gut wie möglich darüber hinweg­zukommen. Mit Gewalt ist dabei gar nichts zu erreichen."

Da ist es ja eben," stieß Dietrich hervor. Könnte man den Kerl fordern, ihm sagen: einer von uns beiden ist zuviel in der Welt. Aber so, daß uns der Alte das angetan!"

Nun, die Welt wird es ihm nicht gar zu übel nehmen. Er hat sich, wie Du vorhin ganz richtig sagtest, zu einer Heirat unter seinem Stande beschwindeln lassen, das kommt ja öfter vor, und wenn er am Ende seiner Tage edel­mütig des um seiner unwürdigen Mutter willen verstoßenen Sohnes gedenkt und ihm einen Teil seines Vermögens hinterläßt, wird man seinen Großmut nur noch rühmen. Ich denke, es wär« klug, daß wir uns nicht allzusehr sträubten, son­dern Uns mit Anstand in das Unabänderliche z» finden suchten." (Forts, folgt.)