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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und de« Seilage«:Literarischer Ameiaer". ..Landwirtschaftliche Keilage« «udAUnSrrertrs Sormtagsblatt^.

M 207

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Der Bezugspreis beträgt durch di« Post 2,25 Mk. (ohne TlflTTTTPrStfllT 8 ftlDlt 1908

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Die InsertionSgebühr beträgt für die 7gespalten« Zelle ober deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Ioh. Ang. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. T. H itzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55,

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43. Jahrg.

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Das Ergebnis des Reichshaushalts im Etatsjahr 1907.

DerReichsanz." veröffentlicht folgendes:

Der Etat des Auswärtigen Amts erforderte eine Mehrausgabe von 1 195 000 Mark. Die Aufwendungen für die Gesandtschaften und Kon­sulate überschritten den Etatsansatz um 552 000 Mark. Als Vorschuß für die geschädigten Deut­schen in Casablanca waren 275 000 Mark er­forderlich, 172 000 Mark anläßlich der zweiten Haager Friedenskonferenz. Das Reichsamt des Innern verzeichnet Mehrausgaben von 914 000 Mark. Die Wiederherstellung der beschädigten Luftschiffhalle in Manzell am Bodensee, sowie des beschädigten Luftschiffes erforderten 110 000 Mark. Für das Reichheer war ein Mehrbetrag für fortdauernde Ausgaben von 9 819 000 Mark, für einmalige Ausgaben von 812 000 Mark er­forderlich. Zu den Mehrausgaben tritt eine Wenigereinnahme von 361 000 Mark hinzu, so daß das Gesamtergebnis beim Reichsheere sich gegen den Etat um 10180 000 Mark ungünstiger stellt. Die Marineverwaltung schließt mit einem Mehraufwand für fortdauernde Ausgaben des Pensionsfonds von 5 395 000 Mark, der ein­maligen Ausgaben von 94 000 Mark ab. Durch den Rückgang von Einnahmen ist das Gesamt­ergebnis: ein Mehraufwand von 4 974 000 Mk. Bei dem Fonds des Reichsschatzamts beziffert sich die Mehrausgabe auf 4 721 000 Mark. Das Reichskolonialamt erforderte Mehrausgaben von 146 000 Mark. Die Verwaltung und Verzinsung der Reichsschuld schloß mit einer Mehrausgabe von 10 741 000 Mark ab. Der allgemeine Pen­sionsfonds ergab eine Minderausgabe von 2 530 000 Mark, der Reichsinvalidenfonds eine Mehrausgabe von 687 000 Mark. Bei dem unter den einmaligen Ausgaben angesetzten Fonds zur Gewährung außerordentlicher einmaliger Beihilfen an Beamte blieben 1 444 000 Mark unverwendet. Die Reichsposttelegraphenoer- waltung überschritt die einmaligen Ausgaben um 630 000 Mark. Im ganzen werden bei den in Betracht kommenden Fonds die Minderaus­gaben von den Mehrausgaben um 33 178 000 Mark überschritten.

Die Einnahmen an Verbrauchsabgaben für Branntwein und Maischbottichsteuer überstiegen den Voranschlag um 6 405 000 Mark. Dagegen blieben die Ueberweisungen aus dem Ertrag der Reichsstempelabgaben für Wertpapiere um 13 514 000 Mark hinter dem Voranschlag zurück.

9 verboten.)

Getrennte Welten.

- " Roman von Clarissa Lohde.

(Fortsetzung.)

Ach, diese zarten Verpflichtungen scheinen Euch Männer allen Ernstes noch bis ans Ende Eurer Tage zu verfolgen. Ich hoffe nur, daß die Summe nicht zu groß sein wird, da wir uns so schon auf Einbußen gefaßt machen müssen. Uebri- gens wird es geboten sein, daß wir den Justizrat vi n dem Ableben des Vaters benachrichtigen. Da er Testamentsvollstrecker ist, hat er vielleicht nach dem Willen des Vaters noch einige beson­dere Anordnungen für die Beisetzung zu treffen."

Und er kann uns außerdem auch mancherlei Geschäftliches dabei abnehmen," fügte Graf Alten hinzu.

. Willst Du den alten Franz schicken, Dietrich?" Ich werde Eberhard einige Worte schreiben, auch ein anderer Diener hinübertragen kann. Der alte Franz läßt es sich nicht nehmen, bei der Leiche zu wachen."

Graf Alten blickte dem fortgehenden Schwa- Der mit einem eigentümlichen Zucken um die kippen nach.

Ja, ja, mein Schatz, bereite Dich nur auf inige Enttäuschungen vor. Dein Bruder deu­tete nicht umsonst auf eine Verminderung des Vermögen» hin.-

Mehrerträge brachten: die Zölle 44 380 000 Mk., die Zigaretten steuer 1207 000 Mark, die Salz­steuer 2 524 000 Mark, die Schaumweinsteuer 424 000 Mark, die Brausteuer 2028 000 Mark, die Spielkartenstempelsteuer 101 000 Mark, di« Wechselstempelsteuer 2920 000 Mark, der Fracht­urkundenstempel 1996 000 Mark, die statistische Gebühr 179 000 Mark: gegen den Voranschlag zurück blieben: die Tabaksteuer um 234 000 Mk., die Zuckersteuer um 201 000 Mark, die Fähr­kartensteuer um 11196 000 Mark, die Auto­mobilsteuer um 1373 000 Mark, die Vergütun­gen an Mitglieder von Auffichtsräten um 5 672 000 Mark, die Erbschaftssteuer um 9 736 000 Mark. Bei der Brennsteuer wurden 2 606 000 Mark mehr verausgabt als einge­nommen. Die Reichsdruckerei erzielte einen höheren Ueberschuß von 444 000 Mark. Der Postetat blieb hinter dem Voranschlag um 24 402 000 Mark, die Reichseisenbahnverwaltung um 3 257 000 Mark zurück. Die Einnahmen aus dem Bankwesen stellen sich höher gegen den Etat um 17 518 000 Mark. Die Ausgleichsbeträge für die nicht allen Bundesstaaten gemeinsamen Ein­nahmen blieben hinter dem Etatsoll um 4 087 000 Mark zurück. Der Gesamffehlbetrag beftägt 13 843 000 Mark.

Die Herbstparade des Sardekorps. Ber­lin, 1. Sept. Heute Vormittag fand auf dem Tempelhofer Felde die Herbstparade des Garde­korps statt in Gegenwart der Kaiserin, der Kron­prinzessin, der Kronprinzessin von Griechenland, der Prinzessin Eitel Friedrich und der Prinzessin Vittoria Luise, der Prinzen Georg von Griechen­land und Kuni von Japan, der brasilianischen Offiziere und des österreichischen Obersten Schön­berger. Der Kaiser traf kurz vor 10 Uhr ein. Die Parade kommandierte der General v. Kessel. Rach dem Abreiten der Fronten folgten zwei Vorbeimärsche. Der Kaffer führt« der Kaiserin das 1. Garderegiment z. F. vor, dessen Uniform er trug. Der Kronprinz defilierte mit diesem Regiment, Prinz Eitel Friedrich führte die Leibkompagnie. Die Parade endete nach 12 Uhr. Rach der Kritik führte der Kaiser die Fahnen und Standarten zum Schloß, von einer viel­tausendköpfigen Menge lebhaft begrüßt. Der Kaiser empfing bei der Parade die brasiliani­schen Offiziere. Am Abend empfing der Kaiser zur Meldung den Unterstaatssekretär v. Linde- quist, der nach Ostafrika reist, den Gouverneur Dr. Solf, welcher nach Samoa zurückkehrt, sowie den Ministerresidenten in Cettnje, Pilgrim-Bal- tazzi. Am 6 Uhr fand im Weißen Saale des Schlosses Paradetafel statt.

Ivvjühriges Bestehen des S. ZSger-Batail- lons. Hirschberg, 1. Sept. Anläßlich der Feier des 100jährigen Bestehens des hiesigen Jäger- Bataillons fand unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft, sowie der Zivil- und Militär­behörden und etwa 2000 ehemaliger Jäger die Enthüllung des von Harro-Magnussen geschaffe» nen Denkmals des bei Weißenburg an der Spitze seines Bataillons gefallenen Grafen Waldersee vor der Kaserne statt. Die Städte Hirschberg und Görlitz stifteten je 3000 Mark zur Unter«

Asta warf ihrem Gemahl einen verweisenden Blick zu. Es gehörte zu ihren besonderen Eigen­heiten, daß sie auf ein Mitglied ihrer Familie nie etwas kommen ließ.

Und wenn es so wäre, entgegnete sie gereizt, ,chat Dietrich etwa nicht das Recht, sein Ver­mögen auszugeben, wie er will? Ich bin über­zeugt, der Vater hat ganz, ohne einen vor dem anderen vorzuziehen, zwischen uns geteilt."

JDer Graf kannte seine Frau genug, um zu wissen, daß es für den Augenblick geratener sei, das Gespräch abzubrechen. Er erhob sich, trat ans Fenster und schaute trüb gestimmt auf den feuchten Asphalt der Straße und die unter einem rieselnden Regen fast regungslos dastehenden, vom ersten Frühlingsgrün bedeckten Bäume des gegenüberliegenden Gartens. Etwas geräuschvoll und mit hocherhobenem Haupte verließ Asta das Gemach, um sich in ihre Privatzimmer zurückzu­ziehen, wo mit ihrer Modistin und der Jungfer die nötigen Anordnungen für die Trauertoilette getroffen werden mußten.

IV.

Rach einer intimen Familienfeier im Hause des Verblichenen fand die Ueberführung der Leich« nach Frauenstein statt, wo sie mit allem, dem Stande und dem Reichtum des Barons an­gemessenen Pomp in der Familiengruft beigesetzt werden sollte. Das alte, ehrwürdig« Schloß hatte sich in Trauer gekleidet. Eine schwarze Flagge

stützung bedürftiger früherer Jäger und. Ob«r- jiigrt-

Für die Konferenz der Interparlamen­tarischen Bereinigung für Schiedsgericht ist ein s Arbeits-Ausschuß gebildet worden, der die Vor­bereitung für den Empfang der Gäste trifft. Dieser Ausschuß setzt sich zusammen aus: Dr. Müller (Sagan), Vorsitzender; Dr. Arendt, M. d. R. u. d. H. d. Abg.: Stadtrat Eckert. M. d. H. ; d. Abg.; Dr. Gerschel, M. d. H. d. Abg.; Pro- I fessor Dr. Hauptmann, M. d. H. d. Abg.; Ver- i lagsbuchhändler Hillger; Geheimer Kommerzien- jrat Jacob; Direttor beim Reichstag Jungheim; ' Syndikus der Berliner Handelskammer Meyer; Sanitätsrat Dr. Mugdan, M. d. R.; Professor Dr. Rietner. Ein Damen-Empfangsausschuß ist in Bildung begriffen.

Deutschland und Mulay Hafid. Berlin, 1. Sept. DieRordd. Allg. Ztg" schreibt: Wie wir erfahren, hat die Kaiserliche Regierung durch ihre Vertreter den Regierungen der Sig­natarmächte von Algeciras mitteilen lassen, daß die Kaiserliche Regierung angesichts der neuen Lage in Marokko die Signatarmächte darauf Hinweisen zu sollen glaube, daß die rasche Aner­kennung Mulay Hafids im Interesse der end­lichen Beruhigung der marokkanischen Verhält­nisse liege. (Das Letztere ist richttg, aber es will uns nicht recht einleuchten, warum gerade die deutsche Regierung die Mächte daran mahnen soll. D. Red.)

Herr Schüaing klagt!! Es bestätigt sich, daß Bürgermeffter Dr. Schücking gegen eine Reihe von Blättern, die ein Urteil des Bürger­meisters Dr. Markull in denPreußischen Ber- waltungsblättern", das etwas scharf die Art der Krittk des Herrn Sch. an der Verwaltung ver­urteilte, nachgedruckt haben, Klage erhoben hat. Es befinden sich darunter mehrere national­liberal» Blätter Schleswig-Holsteins, die be­kanntlich gegen Schückings Art am allerschärfsten Front gemacht haben (z. B.Jtzehöer Nach­richten),. Wenn Herr Sch. beleidigt ist, muß er sich natürlich wehren und den Beleidiger zur Rechenschaft ziehen, eigenartig bleibt es aber, daß Herr Sch. dann für sich in Anspruch nimmt, sagen zu können, was er will. Wenn jemand behauptet, daß auch eine Regierung sich nicht so einfach beleidigen zu lassen braucht, bloß weil der betreffende Herr glaubt, eine zu diesem Zweck günstige politische Konstellation hinter sich zu haben, so wird er zwar bei dem Herrn wie bei den int Solde seiner politischen Freunde stehende« Bearbeitern der öffentlichen Meinung wenig Gegenliebe finden. Das ist auch etwas ganz anbetes!? Eine nette Beleuchtung frei­sinniger Prinzipientreue bleibt die neuerliche Klage des Herrn Sch. doch. Ebenso wie die mit einer Klagedrohung! versehene Auffor­derung an dieRh.-Westf. Ztg.", irgend eine Berichtigung zu bringen. Herr Sch. und der freisinnigen Gemütern so widerwärtige Staats­anwalt in engster Verbindung!

Ausland.

* * Lloyd George als Baptist. Berlin, 1. Sept. Der englische Schatzkanzker Lloyd George über­sandte dem gegenwärtig in Berlin tagenden

wehte über der mit dem Wappen der Rothenfels geschmückten Fahne von dem alten Wartturm herab. Girlanden, mit Trauerflor umwunden, schmückten das Portal, ein Blumenflor bereitete sich über dem auf hohem Katafalk stehenden Sarge. Schwarz verhüllte Wände, Kandelaber mir brennenden Kerzen, der Duft welkender Kränze, das alles hatte etwas Beängstigendes und Beklemmendes. Zahlreiche Leidtragende hatten sich von nah und fern eingefunden, selbst von. höchster Stelle war eine Vertretung gesandt. Allgemein fiel das bleiche Aussehen der jungen Baronin auf, die in ihrem lang herabwallenden Trauergewande einem Mamorbilde glich. Neben ihr die Gräfin Alten, obwohl dem Ver­storbenen. näher stehend als sie, zeigte bei aller Würde der Haltung doch mehr Fassung, weniger au- tiefster Seele kommende Ergriffenheit. Ihre Schönheit trat in der schwarzen Kleidung, dem von dem stolz getragenen Haupte bis zur Schleppe herabwallenden Schleier von feinstem Kreppgewebe noch vorteilhafter hervor. Dennoch hatte sich der Schmerz über den schweren Verlust mit einer klaren Linie auch in dieses formvol­lendete Antlitz hineingezeichnet. Sie meinte viel während der schwungvollen Rede des Geistlichen, der des Heimgegangenen Verdienste rühmte, die er sich als treuer Kämpfer für Thron und Altar erworben, das väterlich fiirsorgende Regiment, das er auf feinen Gütern Frauenstein und Schönwalde übet die durch Gottes Ordnung sei*

Baptistenkongreß folgendes Telegramm:Ver* breitet die gute Botschaft: Friede auf Erden, und laßt es die deutsche Presse wissen, daß ich ein Baptist bin und den Frieden wünsche." Der preußische Kultusminister und der Berliner Oberbürgermeister haben die Bitte um (Entfett düng von amtlichen Vertretern ablehnend be­antwortet mit der Begründung, daß sie nach der- zeitiger Lage der Geschäfte keinen Vertreter be­ordern könnten.

* * Bom Zaren. Petersburg, 1. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin find heute mit ihren Kindern aus Peterhof auf der JachtAlexan­dra" nach Kronstadt abgereist. In Kronstadt gingen sie an Bord der JachtStandart", um die Reife nach dem finländischen Meerbusen an­zutreten.

* * Aus der Türkei. Konstantinopel, 1. Sept. General Ahmed Asif Pascha, ehemaliger Chef der Genralintendanz des Kriegsministeriums, wurde verhaftet und gegen ihn wegen Verun­treuung die Untersuchung eingeleitet. Auf Grund der gleichen Anklage ist gegen den ehe­maligen Marineminister Rami Pascha die Untersuchung bereits im Gange.

* * Marokko. Paris, 1. Sept. (Eine Note derAgence Havas" erklärt, daß die algerische Grenze gegenüber Udschda genügend bewacht sei, trotz der Truppenkonzentratton bei Bu Denib. Gegen 20 000 Mann, von den Reserven abge­sehen, hätten die Grenze besetzt, so daß man auf alle Fälle gerüstet sei. General d'Amade tele­graphiert vom 31. August, daß im Schauja­gebiete nach wie vor Ruhe herrsche. Mogador und Marrakesch bleiben der Sache Abdul Ast» treu. Wie General Vigy telegraphiert, zeigte- die Hark« bisher keine Anzeichen eines beab­sichtigten Angriffs. Ein Erkundigungszug bi» 3y2 Kilometer über die Posten hinaus wurde unternommen und einige Kanonenschüsse abge­geben. Die französische Abteilung kehrte sodann in das Lager zurück. Sie wurde anfangs vom (Feinde verfolgt, der sich bann aber ebenfalls zurückzog. Paris, 1. Sept. Nach hierher ge­langten Meldungen wird der Pachthof Alvarez, in welchem Abdul Asis Quartier genommen hat, von keinem französischen Militärposten bewacht. Abdul Asis soll auch nicht beabsichtigen, das Vorgehen der Franzosen zu stören und so lange dort zu bleiben, bis sein Schicksal endgiltig ge­regelt ist. Man glaubt auch, daß er keine neuen Anstrengungen gegen Muley Hafid unterneh­men werde; er besitze überhaupt keine Mittel dazu.

2)?arBurr- vnd Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe

.Oberheff. Ztg.' gestattet.)

Marburg, 2. Septbr.

* Universität. Der bisherige außerordentliche Professor in der philosophischen Fakultät Dr. Emst Neumann ist zum ordentlichen Professor in derselben Fakultät ernannt worden.

* Das Sommertheater Marbach gab gestern seine diesjährige Schlußvorstellung. War es dieser Umstand oder die unverwüstliche An­ziehungskraft des altenguten" Lustspiel» Hasemanns Töchter" von L'Arronge, kurz, 5er Saal war trotz des ungünstigen Wetters bis auf den letzten Platz besetzt. Das Stück, das vor langer Zeit einmal jung war, findet man leider SU-H.-L. - ..... -___V

ner Fürsorge Unterstellten ausgeübt hatte. Alle," so schloß er,wie wir hier stehen: die Gutsbeamten, die zahlreiche Dienerschaft, di« Bauern, Tagelöhner und Arbeiter, sie weinen ihrem gütigen, alten Herrn aufrichtige Tränen nach und blicken vertrauensvoll auf ien neuen Herrn, der sich seit Jahren schon als der würdige erprobte Nachfolger seines Vaters erwiesen hat."

Baron Dietrich hörte schweigend in der ihm eigenen vornehm stolzen Haltung das ihm ge­spendete Lob des Geistlichen an. Er fühlte, daß er dessen wert fei; denn in der Tat hatte auch er sich wie sein Vater stets als wohlwollen­der und freigebiger Gutsherr erwiesen. Man hatte in Wahrheit nicht über ihn zu klagen; seine Gemahlin aber verehrte man wie einen Engel. Ließ er die Leut« leben und geizte nicht mit dem Lchn, so stand sie ihnen bei mit Wort und Tat, hatte ein Ohr für jeden und suchte zu helfen, wo Hilfe not tat, so gut sie konnte. Im Neben­zimmer wurde denn auch bet den eben gesproche­nen Worten des Geistlichen eine verhaltene, bei­stimmende Bewegung bemerkbar. Aller Augen richteten sich, hier tränengefüllt, dort in stillem Dank und Hoffnung auf das zarte Gesicht der Baronin, deren ernster Blick, wie eine Auffor­derung, dem rühmenden Worte des Geistlichen durch die Tat zu entsprechen, auf ihrem Gemahl ruhte.

(Fortsetzung folgt.)