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Bruno Müller ausdrücklich als Ihren Sohn und berechtigten Miterben anerkannt?"
„Allerdings. Auf das Majorat Frauenstein hat der Sohn der bürgerlichen Mutter an und für sich kein Recht. Es bleibt Dietrich, der es ja schon seit seiner Verheiratung bewirtschaftet. Der Sohn Annas erhält Schönwalde."
Der Justizrat schüttelte unmerklich den Kopf. „Las wird Baron Dietrich schwer treffen. Er hat Schönwalde stets als sein zukünftiges Eigentum betrachtet, und da es einträglicher als das Majorat ist, wird et das Gut schwer entbehren."
„Ich hoffe, mein Sohn wird ohne Murren eine Pflicht erfüllen, die Ehre und Gerechtigkeit von ihm fordern. In dem Dokument, das ich Ihnen gegeben habe, ist alles niedergeschrieben, was ich Ihnen erzählt habe. Dietrich übrigens ist durch feine Fran im Besitze eines so grossen Vermögens, baß er sich nicht allzu schwer in die veränderten Verhältnisse finden wird. Die Villa ist leider, lieber Justizrat, in den letzten zwanzig Jahren stark zusammengeschmolzen, da die Anforderungen an eine standesgemähe Lebensführung immer größer werden. Uebrigens wenn Bruno so ist, wie mir die vielleicht verblendete Mutter geschrieben hat, so bin ich über-
^vberhess ische Zeitung" nebst ihren (Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch- Jain, Eeustadt und Wetter, sowie von llen Postanktalten und Landbriesträgern ent«
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Ich atmete auf. Damit kam sie ja nur nen eigenen Wünschen entgegen. „Und willst allein die Sorgen für die Erziehung scs Kindes auf Dich nehmen?" „Das will ich und bin fest entschlossen, mein Kind in den Ver- hältnisien zu erziehen, in denen ich selbst zu leben gewohnt bin. Es soll nicht, wie sein Vater, auf mich herabsehen. Sein Recht aber auf seinen Namen soll ihm bleiben. lieber seine Zu-
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Getrennte Welten.
Roman von Clarissa Lohd«.
< Fortsetzung.)
Man abonniert auf die täglich erscheinende allen Postämtern und itnftnt J Detter sowie bei unserer
'"er Fall Schücking.
Das etwas plötzliche Urlaubsgesuch der Schleswiger Regierungspräsidenten wird in der Presse lebhaft besprochen.
Nach der „Köln. Ztg." und anderen Blättern „liegt die Annahme nahe, baß der Minister des Innern diesem Urlaub nicht fernsteht." Dar Blatt bemerkt ferner: „Uns will scheinen, daß nunmehr die Angelegenheit auf ein anderes Geleise gekommen ist. Wenn eine untergeordnete Stelle sich Mängel an Takt und Umsicht zu Schulden kommen lägt, so ist das recht bedauerlich, es ist aber an sich noch kein politisches Ereignis.
Die im letzten Satz enthaltene Anschauung haben wir von vornherein vertreten. Zweifellos sind von den beteiligten Behörden in der Behandlung des „Falles" Fehler gemacht worden, so vor allem darin, daß man gegen die relativ belanglosen, aufreizenden Ausführungen des Husumer Bürgermeisters gleich mit dem schärfsten Geschütz vorging — und daß man den Zeugniszwang gegenüber der „Frankfurter Zeitung" an- wandte. Dieser ist ja nun völlig aufgehoben, nachdem auch die verhängte Geldstrafe erlassen ist, und die ganze Einleitung des Verfahrens scheint jetzt endlich in das richtige Geleise zu kommen.
Last das Disziplinarverfahren aufgehoben würde, ist natürlich ein völlig falscher Gedanke. Der Minister wird sich entschieden dagegen verwahren, daß der Abg. Wiemer die derzeitige politische Konstellation der Blockpolitik dazu benutzen möchte, um in ein schwebendes Disziplinarverfahren einzugreifen und es unmöglich zu machen. Wenn der Block die Bedeutung haben sollte, daß er freisinnige Beamte, die nicht einmal Abgeordnete sind, für alle ihre öffentlichen Meinungsäußerungen einem etwa drohenden Disziplinarverfahren zu entziehen und so unsere ganze Politik dem Terrorismus einer kleinen parlamentarischen Gruppe auszuliefern, so werden die rechtsstehenden Parteien darauf verzichten muffen, im Block weiter mitzuarbeiten.
Das „Berl. Tagebl." und der „Liberale Wahlverein" alias „freis. Vereinigung" möchten natürlich aus dem Fall auch weiterhin gern eine cause celäbre machen und ihn zu poli-
kunft schon heute Entschlüsse zu faffen, wäre verfrüht." Ich konnte dem nichts entgegensetzen, und so schieden wir. um uns nie mehr wieder zu sehen."
Das Haupt des Kranken sank ermattet auf die Brust, ein heftiger Hustenanfall verhinderte ihn längere Zeit, weiter zu sprechen. Endlich warf der Justizrat die Frage auf: „Und sie gebar Ihnen einen Sohn?"
„Den sie unter ihrem Mädchennamen als Bruno Müller aufgezogen hat."
„Bruno Müller?" wiederholte der Justizrat nachdenklich. Ihm war, als wenn er diesen Namen schon irgendwo gehört hätte) aber es gab so viel Müllers. „Und auch er ist mit seinen Eeburtsrechten nie hervorgetreten?" fragte er dann.
„Erft kurz vor ihrem Tode hat seine Mutter, wie sie mir geschrieben hat, ihm gesagt, daß er ein Rothenfels und wer sein Vater fei."
Der Justizrat stützte sinnend den Kopf in die Hand.
„In diesem Kodizill nun," hob et nach einer Pause wieder an, „haben Sie, Herr Baron,
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eineböse Geschichte," murmelte er. „Ich wünschte wahrhaftig, bet Baron hätte einen anderen da-
zeugt, baß sich alles glatt abwickeln wird. Ihnen, Herr Justizrat, übertrage ich es, die Geschwister zusammenzuführen. Vermitteln Sie zwischen den Parteien, wenn es etwa zu Streitigkeiten kommen sollte, was ich nicht fürchten will. Ich wenigstens konnte nichts anderes tun, als den Willen der Verstorbenen erfüllen, die für bett Sohn beanspruchte, was sie selbst freiwillig aufgegeben ljatte. das Erbrecht auf den Namen und Besitz de« Vaters."
„Aber wollen Sie nicht lieber
lichkeit des freisinnigen Jdeenkteifes, wenn Leut» wie Schücking jetzt von ihrer Preffe wie Helden (Kfettt werden. Man macht *m Ernst den NatiMalliberalen den Vorschlag zur Nachwahl im Kreise Flensburg, in dem sie »ben erst gesiegt hdwen, zu gunften einer Kandidatur Schücking aus eine eigene Kandidatur zu ver- zichten, Und für den Reichstag will man ihn in Prenzlau-Angermünde aufstellen, offenbar hofft man auf die Zugkraft der Sensation.
Das sind nun alles die eigenen Sachen der Partei. Davor darf man aber dringend warnen, dqtz die Blockpolitik zu freisinnigen Herrschergelüsten mißbraucht werde. Zu derartigen Machtproben ist der Fall völlig untauglich, wenn die Linksliberalen nicht das Odium auf sich laden wollen, die Blockpolitik zum Scheitern gebracht zu haben.
DtllGes Nklih. M
— Zur Kaiserparade. Potsdam, 25. Aug. Die kronprinzlichen Herrschaften mit Gefolge treten heute abend die Reise nach Metz an, zwecks Teilnahme an der dortigen Kaisern« rade. — Dresden, 25. Aug. Das „Dtesded Journal" meldet: Morgen früh wird der König von Sachsen zur Teilnahme an den Paraden des 15. und 16. Armeekorps sich nach Metz bezw. Straßburg begeben. Von Straßburg reift der König zu mehrtägigem Zagdaufenthalt nach Tarvis in Kärnthen; er wird von dort voraus- stwtlich am 6. September nach Pilnitz zurück- kehten.
— Zum Tode des Botschafters Frhr. Speck von Sternburg schreibt der „Reichsanzeiger": Frhr. v. Sternburg bewährte sich auf allen ihm übertragenen Posten durch treue und gewissenhafte Pflichterfüllung, die ihn in feiner letzten Stellung ausharren ließ, obwohl feit Jahren ein schmerzhaftes Leiden an seinem Lebensnerv zehrte. Mit großem diplomatischem Geschick verstand er es insbesondere, außer dem huldvollen Vertrauen des Kaisers auch dasjenige der großen Nation zu gewinnen, bei der er in den letzten Jahren das deutsche Reich so erfolgreich vertrat. Der Reichskanzler verliert in ihm einen seiner tüchtigsten Mitarbeiter, dem auch im Auswärtigen Amt ein dauerndes, ehrenvolles Andenken sicher ist. — Präsident Roosevelt hat an den deutschen Geschäftsträger in Washington, Grafen v. Hatzfeldt-Wilden- burg, folgendes Beileidsschreiben gerichtet: Ich bin erschüttert und betrübt durch die Nachricht von dem Tode des deutschen Botschafters. 6t war nicht nur mein intimer persönlicher Freund und der aufrichtigste, zuverlässigste Mensch, den ich je getroffen habe, sondern auch ein Diplomat von hervorragenden Fähigkeiten, der Deutschland mit glühendem Patriotismus diente, dabei aber Amerika «in so verständnisvolles Entgegenkommen bewies, daß es schwer fallen dürfte, den Wert deffen, was et zur Kräftigung und Ausgestaltung der Freund-
Baton, noch bei Lebzeiten di übernehmen, sich mit eigenen Au wie der fern von Ihn«« gewai raten ist?"
„Nein, nein," rief der Baron ungeduldig. „Nur keine Rührszenen; ich wat mein Lebtag kein Freund davon, und nun gar jetzt; solche Aufregung wäre mein Tod. Und nun, liebet Justizrat, entschuldigen Sie mich, ich fühle mich aufs höchste ermattet. Sie haben ja wohl noch Zeit, sich alles zu überlegen wie es am besten anzufangen ist, kennen das Recht und wissen, daß ich nur getan habe, was ich tun mutzte. Oder soll ich es etwa riskieren, daß der junge Mann, ich meine Bruno Müller, einen Prozeß übet meinem Grabe anfängt? Sie hat mit damit gedroht, ja. Die Taube hat sich in ihrer Mutterliebe in einen Adler verwandelt, der mit seinen Fängen sein Junges schützt. Sie hat mit gedroht, ich mußte, mußte!"
Seine Augen glänzten fieberhaft, feine Lippen zitterten. Et machte dem Justizrat hastig ein Zeichen, daß er ihn verlassen möge. Dieser zog sich aufs tiefste erschüttert und beunruhigt zurück.
Im Vorzimmer stand Editha. Sie wandte ihm ihr ernstes Gesicht mit banger Frage zu. „Hat Papa sich seht erregt? Ich hörte ihn so viel sprechen. Der Geheimrat hat ihm das ganz untersagt!"
„Leider konnte ich es nicht verhindern," entgegnete der Justizrat, dem das vom Baron empfangene Schriftstück wie Feuer in den Händen brannte. „Ich glaube, es wäre gut, wenn Sie ihn zu beruhigen suchten, Frau Baronin."
Sie erwiderte leicht seinen verabschiedenden Erutz und trat rasch in das Zimmer des Kranken.
tisch« Agitation ausnutzen. Die einstchttgen Männer im Freifinn werden aber da nicht mittun, sie haben durchaus die Anficht, datz die Regierung nicht daran denft, sich mit den Fehlern einzelner ihrer Organe zu identifizkren, und die „Weser-Zeitung" schreibt, sehr vernünftig:
Es war an bet Zett, daß der Dorn, den der reaktionäre Eifer des Schleswiger Regierungs- prästdenten den Blockparteien in den Fuß getrieben hatte, wieder herauegezogen wurde. Herr v. Dolega-Kozierowstt ist trotz feines klangvollen Namens dem Publikum ein gleichgültiger Mann. Es kam nur darauf an, ob die Regierung feinen faux pas billigte ober rektifizierte Das letztere ist durch die Beurlaubung des Regierungspräsidenten geschehen, nun mag der Fall seinen gerichtlichen Verlauf nehmen."
In der Tat wäre der Versuch eines Eingriffes in ein Verfahren das Unklügste, was der Freisinn zur Zeit tun kannte. Ein Verfahren gegen Dr. Schücking und seine Schriftstellerei hat aber völlig feine Berechtigung, das erkennt auch die „Köln. Ztg." an, die sich fönst sehr , scharf gegen die Maßnahmen des Schleswiger Regierungspräsidenten ausspricht. Sie schreibt:
„Der Satz, daß ein mittelbarer Staatsbeamter nach Form und Inhalt unbedingt alles tun und schreiben könne, was ihm gut scheint, wird auch von weit linksstehenden Politikern nicht aufrecht erhalten, und wir befinden uns in Gesellschaft von Freisinnigen ziemlich radikaler Färbung, wenn wir unsere Meinung dahin geäußert haben, daß bie Form bet literarischen Tätigkeit Schückings nicht über jede Einwendung erhaben gewesen ist. Auch wir wollen, daß unsere städtischen Beamten die Freiheit genießen, in politischen Dingen offen und mutig ihre Ansichten auszusprechen, aber sie haben sich zweifellos ihren vorgesetzten staatlichen Behörden gegenüber eine gewiss« Beschränkung im Ton aufzuerlegen, die eigentlich schon durch den gesellschaftlichen Takt bedingt wird. Nach dieser Richtung hin hat Herr Schücking unseres Erachtens mehrfach gefehlt, und es wäre daher gar nicht unverständlich gewesen, wenn der Regierungspräsident in amtlicher Eigenschaft Anlaß genommen hätte, ihn darauf hinzuweisen und ihm vor einem Fortschreiten auf den betretenen Wegen zu warnen.“ —
Sicher ist, daß das ganze Verfahren sich nicht gegen die freisinnige Gesinnung des Dr. Schücking richtete; ist nicht die gesamte Stadt- Verwaltung in Berlin z. B. freisinnig und in wie viel anderen Städten noch, ohne daß man . den Herren disziplinarisch kommt. Di« Art des schriftstellerischen Auftretens int be—rühmten „Berliner Tageblatt" und in dem übrigens sonst sang- und klanglos verschiedenen 1. P. Z.- Buche dürfte die Regierung zum Einschreiten veranlaßt haben. Die Berechtigung, gegen derartig verhetzende Elaborate eines Beamten vorzugehen, kann man allerdings der Regierung nicht absprechen. — Es beweist die ganze Kläg-
Bruno? Das kann ein Höllenbräu werden. Run wir wollen sehen, wollen sehen."
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Der klein« Justizrat Eberhard war ein sehr beliebter Gesellschafter und deshalb viel begehrt in feinen Bekanntenkreisen. Junggeselle, trotz feiner fünfzig Jahre noch von jugendlicher Frische, voll Humor und stets zu allem aufgelegt, genoß er sein Leben, soviel er vermochte. Nichts fesselte ihn, nichts engte ihn ein. Er konnte mit seinen reichen Mitteln jeden Wunsch, ja jede Grille befriedigen. So wiederholte et sich täglich mit heimlichem Schmunzeln Goethes Ausspruch: „Tages Arbeit, abends Gäste, saure Wochen, frohe Feste," das ist mein Fall, so lebe ich und bin glücklich. Ja, er war glücklich; nur eins verdroß ihn, eins konnte er nicht ertragen, allein zu sein. In feiner hübschen Junggesellenwohnung war es freilich recht behaglich, und feine alte Haushälterin besorgte ihm alles, was er begehrte. Aber speisen mochte er nicht daheim. Er besuchte daher mittags eine der großen Restaurationen, wo sich schon seit Jahren eine Junggesellentafel gebildet hatte und es recht munter zuging. Abends aber, wenn er nicht geladen war oder zu Hause zu arbeitet hatte, kam ihm doch ein Mangel zum Bewutzt- sein. War er bei dem einen oder anderen seiner verheirateten Freunde zum Besuch, bann konnte er sich nicht enthalten, zu denken: es ist doch ganz nett, von der lieben zarten Hand eines Weibes bedient zu werden, und ein leises Gefühl des Neides stieg in ihm auf. Klagte bann aber biefer ober jener ihm feine Sorgen übet die Kinder ober über Verdrießlichkeiten im Haushalt, bann lachte es wie Schadenfreude au» feinen Augen. Bin ich nicht klug gewesen. Freund, daß ich allein geblieben? Mich ärgert niemand, ich bin frei, frei.
(Fortsetzung folgt) ;
schaftsbande zwischen beiden 'Ländern geleistet hat, hoch genug einzuschätzen. Ich trauere um den Verlust um meiner selbst willen und bedauere ihn für das amerikanische Volk.
— Herzog Earl Botwin von Mecklenburg f. Metz, 25. Aug. Herzog Carl Borwin von Meck- lenburg-Strelitz ist einem organischen Herzleiden erlegen, das ihn seit 15 Tagen an bas Bett fesselte. Gestern Nachmittag war fein Zustand befriedigend und gewährte einige Aussicht aus Besserung. Gegen Abend um 10% Uhr trat jedoch eine derartige Verschlimmerung ein, dah bet Patient bas Bewußtsein verlor unb sanft unb ohne Tobeskampf um 11% Uhr verschied. Anwesend waren im Sterbezimmer Rittmeister von Maltzahn, der Gouverneur des Herzogs, Leutnant Witzendorff unb bet behandelnde Arzt. Der Eroßherzog von Mecklenburg-Strelitz ist um 3 Uhr 15 Min. nachmittags im Automobil hier eingetroffen unb hat sich an bas Totenbett seines Sohnes des Herzogs Carl Borwin zu Mecklenburg-Strelitz begeben. Die Beisetzung findet voraussichtlich in Mirow statt.
— „Fort mit allem Überflüßen Affen« (tarn!“ Der Kronprinz interessiert sich sehr für die Verwaltungsreform, die gegenwärtig im Ministerium des Innern vorbereitet wirb. Daher erhielt er u. a. ben umfangreichen Bericht eines bet Oberpräsibenten nach Hopfreben nach- gefanbt. Obgleich das Aktenstück allein für die erste Lektüre einen Arbeitstag gut und gern in Anspruch nimmt, hat es, der „Tägl. Rdsch." zufolge *er Kronprinz, wie in zahlreichen Anstrichen unb Ranbnoiizen zum Ausbruck kommt, vollstänbig durchgearbeitet. In feiner Rück- äußerung beschäftigt er sich mit der Aufhebung ber Eenralkommisstonen, bie er zwecks Vereinfachung ber Verwaltungsgeschäfte für zweck- mäßig hält, unb vor allem mit dem Geschäftskreis ber ßanbratsämter, beren Ueberbürbung durch ihnen zugewiesene neue Geschäfte er bet Durchführung bet zur Debatte stehenben Dezentralisation ber Verwaltung für wahrscheinlich hält, falls sie nicht verstärktes Personal erhielten. „Der Canbrat darf nicht noch mehr, als schon bisher, an den grünen Tisch festgenagelt werden." Der Kronprinz verweist dann darauf daß, wie er beobachtet habe, man auch ohne Zustandekommen und Durchführung der Verwaltungsreform abzuwarten, mit ber Vereinfachung bes Geschäftsbetriebs bei ben fianb« tatsämtern, namentlich burch Fortfallenlaffen gewiffet Schreibereien einen Anfang machen rönne. Es folgen einige knapp gehaltene Ausführungen zu diesem Gesichtspunkt, worauf bann bas Schreiben mit ben Worten „Fort mit all' bem überflüssigen Aktenkram!" unb der Unterschrift „Friedrich Wilhelm, Kronprinz" schließt. Das Schreiben soll auch sonst in Form unb Inhalt besonders bemerkenswert sein, ss daß es in der höheren Bureaukratie viel besprochen wirb.
— Minister littoni bei Herrn e. Schön. Berchtesgaben, 25. Aug. Der italienische Mi-
Bestellungen für den Monat September auf bie
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und dr« Beilage«: „Aterarifchrr Anzeige?«, „Zarrdwirtschafiliche Beilage« «ttd „Illrrßrirrte- Sonntagsblatt«.
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__ nr „ Druck und Verlag: Job. Aug. Koch, llniversttätsbuchbruckerei
Donnerstag, 27. August 1908. Inhaber Dr. T. Hltzeroih, Marburg, Markt 21. — Telephon 65.