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Hochschulnachrichten.

X Men, 20. Aug. DieWiener Bettung" veröffentlicht die Ernennung des autzerordent« lichen Professors an der Universität Göttingen Dr. Berglotz zum außerordentlichen Professor ai der Technischen Hochschule t» Wien.

Dillenburg, 18. Aug. Wie derZtg. s. i>. Dillt" mitgeteilt wird, findet die dies;ahrrge Bezirks-Tierschau des 1. Zuchtbezirkes für das Westerwälder Vieh, bestehend aus dem Dtllkretse nnd dem Kreise Westerburg, unter der Leitung wr, Vorstandes des 2. landw. Vezirksoererns am 05 September d. I. auf dem Marktplatze in Driedorf statt. Die Schau ist verbunden mit «iner Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte. Die nötigen Vorbereitungen dazu Wwb bereits im Gange.

v Frankfurt ,19. Aug. Im Verfahren gegen Unbekannt" wurde der verantwortliche Redak­teur Hemberger von derFranks. Ztg." wegen Zeuanisverweigerung in Betreff der Nennung des Verfassers eines Artikels über den Fall echücking zu 50 M Geldstrafe verurteilt.

C Bad Orb, 19. Aug. Des 2jährige Töchter- chen des Baumeisters A. Engel wurde von dem eigenen Hofhunde durch Biffe so schwer verletzt, daß sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mutzte. An dem Aufkommen des Kin­des wird gezweifelt. Der Hund wurde sofort erschossen.

Siegen, 18. Aug Zu dem von uns bererts kurz gemeldeten Tode des früheren Wilderers Honig schreibt dieSieg. Ztg.": Aus dem Witt- gensteinschen kommt die Nachricht, daß der unter dem NamenSpatzenhannes" in der dortigen Gegend bekannte Bergmann I Honig aus Steinbach i« der Klinik zu Marburg an einet unheilbare' Krankheit gestorben sei.Spatzen- hannes" war früher einer der bekanntesten Wilddiebe der Wittgensteiner Gegend der schon manchen Strautz mit de: Behörde ausgefochten und auch schon verschiedene Male hinter Schloß und Riegel gesessen hat. Mit dem im Juni 1892 vom Schwurgericht in Arnsberg zum Tode verurteilten I. Wagenbach aus Weidenau ist Spatzenhannes" eng befreundet gewesen und beide haben manche Streife in btt Berge zusam­men ausgeführt. In dem Prozeß gegen Wasen­bach, der ja bekanntlich beschuldigt routb». am 27. Februar 1881 bei Burgholdinghausen den Förster Trembour und o 12. Oktober 1891 den Förster Kroh bei Dotzlar erschaffen und am '. Januar 1892 einen Mordversuch gegen den Förster Hartnack unternommen zu. haben, war er einer der Hauptbelastungszeugen gegen Waqenbach. Er sagte damals aus, daß Wagen­bach ihm gegenüber die Ermordung der beiden Förster zugegeben habe.Spatzenhannes" soll sich übrigens in den letzten Jahren gebessert und nicht mehr gewildert haben, lein Name wird jedenfalls noch viel im Wit>ßensteinschen genannt werden und in späteren ähren wer­den Großmütter ihren erstaunt aufhorchenden Enkeln erzählen von den Taten des Wittgen­steiner WilddiebesSpatzenhannes". Die Wittgenst. Ztg." fügt ihrem Bericht hin­zu, daß Honig, abgesehen von seiner früheren Schwäche, ein durchaus harmloser und gut- müttger Mensch und bei allen, die mit ihm in näheren Verkehr traten, wohlgelitten war. Er war überhaupt der schlechteste Mensch noch lange nicht? Auch ein guter Familienvater ist er ge­wesen, was schon daraus hervorgeht, daß seine sämtlichen Hinterbliebenen Angehörigen durch­aus brave, ehrenwerte und unbescholtene Leute find.

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Unpolitische Tagesnachrichten.

Gelsenkirchen, 19. Aug. Auf dem Bahnhofe Gelsenkirchen-Wattenscheidt fuhr gestern nach­mittag 2 Uhr 45 Min. die Maschine und der Packwagen des Sondergüterzuges No. 2160 bei der Ausfahrt aus dem Bahnhofe auf dem Ueber- wege in Klrn. 42,9 und 75 infolge nicht recht­zeitigen Schließens der Wegeschranke zwischen zwei Wagen der elettrischen Straßenbahn Bo- chum-Eelsenkirchen. Getötet wurde eine Frau, deren Name mit Bestimmtheit noch nicht fest­gestellt werden konnte. Der Wagenführer und drei Schaffner, sowie drei weitere Personen find leicht, eine Person schwer verletzt.

Heilbronn. 19. Aug. Heute früh kurz vor 8 Uhr brach in den am Südbahnhof von Heil­bronn gelegenen Nahrungsmittelfabriken von C. H. Knorr A.-E. aus bisher noch ungeklärter Ursache ein Schadenfeuer aus, welches ein Ge­bäude, in dem hauptsächlich Futtermittel herge­stellt werden, zum größten Teil zerstörte. Die in der Nähe gelegenen Gebäude, in denen die bekannten Nahrungs- und Kindernährmittel hergestellt werden, find in keiner Weife be­schädigt.

Dresden, 19. Aug. Der nach Veruntreuung von 233 000 M flüchtig gewordene Kassierer Eckert von der Dresdener Bank wurde in einem Hotel in Schandau erhängt aufgefunden.

Koburg, 19. Aug. Das Automobil, das gestern die Prinzen August Wilhelm und Oskar von Preußen nach Coburg gebracht hatte, ver­unglückte auf der Rückfahrt auf der Chauffee nach Oberlangenstadt (Oberfranken). Der Wa­gen stürzte eine Böschung hinab und begrub den Chauffeur unter fich, der sofort tot war. Die Leiche wurde nach Lichtenberg gebracht.

Stuttgart, 19. Aug. Ein raffinierter Dieb­stahl wurde in der vergangenen Nacht in einem hiesigen großen Hotel verübt. Einem Hotelgast wurden aus seinem Zimmer 16 Hundertfranken- Ccheine und 500 in deutschem Selbe gestohlen. Der Bestohlene selbst wurde heute früh bewußt­los in seinem Bett aufgefunden. Er war durch Chloroform betäubt worden. Von dem Täter hat man bis jetzt keine Spur. Es handelt fich um einen internationalen Hoteldieb.

München, 19. Aug. DenMünchener Reuest. Nachr." zufolge stürzte auf der Therefienwiefe ein für das Oktoberfest errichteter Anbau der Cchietzstätte ein. Von den auf der Unglücksstätte beschäftigten Arbeitern wurde einer getötet, die übrigen größtenteils leicht verletzt.

Das Grubenunglück in England.

London, 19. Aug. Von der Maypole-Grube in Nord-England wird, wie wir gestern kuiy erwähnten, ein schreckliches Grubenunglück durch eine Explosion schlagender Wetter gemeldet. Man befürchtet, daß dabei an 100 Menschen umgekommen find. Nachmittags zwischen 8 und 6 Uhr hörte man plötzlich eine gewaltige De­tonation, welche die ganze Gegend in namen­lose Aufregung versetzte und bald Tausende zur Einfahrt der Grube heranlockte. Da zeigte sich, daß das ganze Werk am Eingänge fortgeriffen worden war; ebenso waren auch die Venttla- tionsvorrichtungen zerstört worden, so daß eine Verbindung mit dem Innern der Grube fich bald als unmöglich herausstellte. Zunächst könnt? nicht festgestellt werden, wie viele Arbeit ter fich im Augenblicke der Katastrophe in bet Grube befanben, weil im Laufe bes Tages eine Anzahl von Bergleuten in einer anderen Grube der Gesellschaft beschäftigt worden war, und dies Versagen der Kontrolle erregte die Anverwand­ten und Freunde der Vermißten noch mehr. Erst nach geraumer Zeit konnte festgestellt werden, daß nahezu 100 Mann während der Explosion in der Maypole-Grube gearbettet haben mußten. Da es unmöglich war, Rettungsmannschaften hinunter zu schicken, fuhr eine solche in einer anderthalb Meilen weiter gelegenen Grube ein, um von dort aus zu der Unglücksstelle vorzu­dringen; aber bald stellte fich das Fruchtlose die­ser Bemühung heraus. Die Rettungsmann­schaften konnten den Schauplatz der Katastrophe nicht erreichen. Man sand jedoch einige tote Pferde vor, so daß leider wenig Hoffnung vor­handen ist, die Eingeschloffenen noch am Leben zu ftnden. Eine später« Meldung besagt, daß drei Mann zwar gerettet wurden, aber fie ar­beiteten an einem von dem Orte der Explosion sehr entfernten Platze, so daß ihre glückliche Bergung nicht als ein gutes Vorzeichen für die Rettung der anderen betrachtet werden kann.

London, 19. Aug. Bon den bei der Explosion auf bet Kohlengrube Maypole verschütteten Bergleuten stnb bis zum Mittag achtzehn als Leichen geborgen worden.

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DieKronprinzessin" in Altona. Ein hei­teres Vorkommnis ereignete sich dieser Tage im Geschäftsbetriebe der Altonaer Polizeibehörde. Als der DampferKronprinzessin Cecilie", aus So? kommend, Altona passiert hatte, um nach Hamburg weiter zu fahren, wurde dies von dem am Hafen postierten Schutzmann pflichtfchuldigst gemeldet. Auf dem Polizeiamt wurde die Meldung aber dahin verstanden, daß die Kron­prinzessin in Person sich auf der Fahrt nach Hamburg befinde, um nach Kiel weiter zu reisen. Sofort wurde in Hamburg telephonisch angefragt und traf von der Polizeiwache 40 am Hafen die Mitteilung ein, dieKronprinzessin" sei tatsächlich angekommen. Das Resultat war, daß sofort Vorkehrungen zu polizeilichen Absperrun­gen getroffen wurden, unter anderem beorderte man ein Kommando Schutzleute nach dem Alto­naer Hauptbahnhofe. Diese warteten stunden­lang vergeblich auf die Ankunft der Kronprin- zesstn, bis sich schließlich unter allgemeiner Hei­terkeit das Mißverständnis auftlärte.

Das End« eines Gesangswettstreits. Zu wel­chen Auswüchsen heutigen Tages die Gesang­wettstreite führen, zeigt ein Vorgang, der sich gelegentlich eines vom Gesangverein Einigkeit in Elberfeld veranstalteten Eesangwettstreits abspielte. Ueber die Art der Preisverteilung waren Differenzen unter einzelnen teilnehmen­den Vereinen entstanden. Ein in der 1. Klaffe preisgekrönter Mülheimer Verein glaubte sich vor allen Dingen benachteiligt. Als der Ver­treter des Vereins den ihm zugedachten Preis in Empfang nehmen sollte, zerschmetterte er diesen vor den Augen des Publikums. Auch auf ein­zelne Preisrichter hatte man es abgesehen, welche sich sorgfältig den Blicken der erzürnten Sänger- vereine entzogen. Das einfachste wäre jeden­falls gewesen, wenn man dem Verein der den meisten Krach schlug, den 1. Preis gegeben hätte, dann war Ruhe im Dorf.

Bom Hauptmann von Köpenick. DieB. Z. a. M." schreibt: Schuster Voigt hat unter den zahlreichen Engagements bereits eine Wahl ge­troffen, die seiner Bescheidenheit alle Ehre macht und sein Bestreben, in einem ruhigen Winkel unterzutauchen, deutlich erkennen läßt. Er hat unter der Bedingung, daß mit seinem Namen keine Reklame gemacht mitb, den Kassiererposten an einem Kieler Barier gegen ein Monatsge­halt von 250 ,W übernommen.

Die lenkbare Gurke. Die Redaktion der Lustigen Blätter" bittet, darauf hinzuweisen, daß das Titelbild der nächsten Nummer (..Die lenkbare Gurke") in keinerlei Zusammenhang steht mit dem Unglück, das den Grafen Zeppe­lin am 5. August betroffen hat. Das Bild sollte einen harmlosen, der Saure-Gurke-Zeit ange­paßten Scherz vorstellen. Das bunte Blatt war bereits ausgedruckt, und es lag nicht mehr in der Macht des Verlages, eine Aenderung vor­zunehmen. Um Mißdeutungen vorzubeugen, wünschen dieLuftigen Blätter" bekannt zu geben, daß dieser Scherz mit den Ereigniffen des 5. August durchaus nicht in Verbindung steht.

Entdeckung eines Mordes. Am 7. Januar 1907 wurde der Bäckermeister Sonntag in Pömmelte (Kreis Kalbe) erhängt aufgefunden. Damals glaubte man im Dorfe nicht an einen Selbstmord, beschuldigte vielmehr den Maurer Friedrich Fabian, der mit der Ehefrau des Sonntag ein Verhältnis hatte, bei dem Tode des Sonntag die Hand im Spiele gehabt zu haben. Die damals vorgenommenen Ermittel­ungen über die Todesursache ergaben jedoch keinen Anhaltspunkt für einen Mord. Kürzlich machte sich nun in Magdeburg der vorbestrafte Arbeiter A. Schulze durch verhältnismäßig grrche Eeldausgaben verdächtig. In fetneirt Kreise sprach man davon, et bezöge Schweige- STter für die Mitwisserschaft an einem Morde.

e kam zur Kenntnis der Magdeburger Kri- minalvolizei. Schulze der festgenommen wurde, gestand nach längerem Leugnen, das Geld von

tzwn Maurer Fabian aus Pömmelte erhalten & haben; an dem Morde fei er aber nicht be- ligt. Fabian, der die Witwe des Bäckers in­zwischen geheiratet hatte, wurde festgenommen. Seine Frau legte das Geständnis ab, daß Fa­bian ihren ersten Mann ermordet habe. Sie hatte de» Fabian während des ganzen Sonn­tags in einem Kleiderschrank in der Wohnstube versteckt gehalten. Abends um 9 Uhr, als der Mann in derselben Stube auf dem Sofa schlief, erdrosselte Fabian den Bäckermeister Sonntag mit einem Stück Wäscheleine. Der Leichnam wurde dann auf den Mehlboden getragen und dott an einen Balken gehängt. Ob Schulze bet der Tat behilflich war, darüber schweben noch Ermittelungen. Die Ehefrau des Ermordeten ist ebenfalls sestgenommen worden.

Brände in Amerika. Den neuesten Mel­dungen nach gewinnt der Oelauellenbrand in San Geronimo-Distrikt in Mexiko beständig an Ausdehnung. Die Flammensäule schlagt jetzt 2000 Fuß hoch empor und mißt an der Basis 200 Fuß int Durchmesser. Sie kann von der See aus auf 350 Kilometer gesehen werden. An ein Löschen ist nicht zu denken; der Brand dürfte solange andauern, bis die Quellen er­schöpft sind. Aus Winnipeg wird gemeldet: Waldbrände find westlich von Fernie von neuem ausgebrochen. Sie bedrohen die Städte Kimberley, Sullivan und Cranbrook. Starker Regen wird allgemein ersehnt, um großes wei­teres Unheil zu verhüten.

Letzte Nachrichten.

Berlin, 19. Aug. Herzog Ernst von Sachsen- Altenburg, der Präsident des Deutschen Aero­klubs, nahm heute abend an einer etwa halb­stündigen Fahrt des Parseval-Ballons unter der Führung von Hauptmann von Kehler teil. Die Fahrt verlief nach jeder Richtung hin zufrieden­stellend. Der Herzog bediente eine Zeit lang das Steuer selbst, um fich von der leichten Hand­habung des Steuers und bet vorzüglichen Steu­erfähigkeit bes Ballons zu überzeugen. Es würbe gegen einen Winb von etwa sechs bis sieben Meter Stärke in einer Höhe von 250 bis 300 Metern mit größte, Geschwinbigkeit vor- wärtsgefahren, sobaß bis Geschwinbigkeit bei voller Tourenfahrt auf ca. 13 Meter zu schätzen war.

Berlin, 19. Aug. Di«Nationalzeitung" schreibt: Die Verhanblungen zwischen Deutsch­land und England über das Abkommen zur Be­kämpfung der Schlafkrankheit sind dem Ab­schluffe nahe. Es darf die Hoffnung gehegt wer­den daß die Vereinbarung bald unterzeichnet wirs) und am 1. Oktober in Kraft tritt.

Köln, 19. Aug. DieKöln. Ztg." meldet aus Konstantinopel vom 19. Aug.: Machmud Schemket Pascha, Walt des Vilajets Kosowo, wurde zum kommandierenden General des drit­ten Armeekorps ernannt.

Prenzlau, 19. Aug. General der Infanterie Graf Schlippenbach, früher Gouverneur von Mainz, ist heute auf Schloß Arendsee gestorben.

Stuttgart, 19. Aug. Bei der Allgemeinen Rentenanstalt find bisher für den Zeppelinfonds iy2 Millionen <M. eingelaufen.

Paris, 19. Aug. Wie aus Marrakesch ge­meldet wird, vernichtete die Mahalla bes Sul­tans Abdul Asis die Truppen El Elauis bei Sidi Euellal und eine zweite hafidistische Ma­halla bei Sidi Nahal. Zu derselben Zeit zog der Kaid Mtugi in Marrakesch ein.

Lissabon, 19. Aug. Der Waffenhändlet Hec­tor Fereira und einer seiner Angestellten, die dem Königsmörder Buibia einen Karabiner verkauften, wurden verhaftet.

London, 19. Aug. Der neue Unterstaatssek­retär für Irland, Emis, ist gestern während einer Spazierfahrt durch die Straßen von Dub­lin infolge Scheuwerdens der Pferde aus dem Wagen geschleudert worden und war auf der Stelle tot.

London, 19. Aug.Central News" meldet aus Knoxville (Illinois): Der Raffenstreit griff in die Minendistrikte hinüber. Die Neger flüch­ten in das offene Land. In Knoxville wurde ein Negerweib und 5 Kinder auf dem Scheiter­haufen verbrannt.

Sydney, 19. Aug. Die amerikanische Schlacht- flotte ist hier angekommen.

Lall« Marnia, 19. Aug. Unter den Stäm­men zwischen Fes und dem Mulujafluß herrscht vollständige Anarchie. Die Dsuls erheben er­höhte Abgaben von den Viehherden, die von Fes durch ihr Gebiet nach dem Markt von Lalla Marnia getrieben werden; andere Stämme fol­gen diesem Beispiel.

Eigene Drahtmeldungen der OberHeff. Zeitung Mittags 1 Uhr.

liV. Mainz, 20. Aug. Der Kaiser traf heute früh um 8 Uhr auf dem großen Sande ein. An die Besichtigung der Truppen schloß fich eine Gefechtsübung und dann folgte der Parade­marsch. Der Kaiser führte bei dem zweimaligen Vorbeimarsch sein Gießener Leibregiment. Der Kaiser setzte sich dann beim Einzug in Mainz an die Spitze der Truppen. Das Wetter ist herrlich. Die Stadt ist festlich geschmückt. Es wurden viele Ordensauszeichnungen verliehen.

W. Stuttgart, 20. Aug. Die Königin von Württemberg spendete 1000 <K für Donau­eschingen.

IV. Fechenheim, 20. Aug. Die Ge­meindevertretung bewilligte 500 M für Zeppelin und 300 M für Donaueschingen.

W. Königsberg, 20. Aug. Auf die Er­greifung eines mit 8900 M durchgegangenen Postverwalters namens Emil Ludwig sind 400 «M. Belohnung ausgesetzt.

VV. Paris, 20. Aug. Drei Italiener über­fielen an der Grenze im Süden ein Ehepaar. Sie banden den Mann fest, vergewaltigten und töteten die in gesegneten Umständen befindliche Frau und riffen ihr den Leib auf. Als Leute tarnen, war der Mann wahnsinnig. Die Un­holde find ergriffen.

Nachtrag zum lokalen teil

)( Jugendlicher Retter. Gestern stürzte i, ber Nähe bet Lohmühle ein kleiner Junge, als er seinem Ball Nacheilen wollte, ins Waffer. Dem Schüler Hans Hinn gelang es, den Kleinen vor bem Ertrinken zu retten.

Getreide - Wochenbericht

der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirt» schaftSratS vom 11. bis 18. Aug. 1908.

Infolge bei während des größten Teiles bet Berichtswoche herrschenden regnerischen Witter­ung, die noch ziemlich viel (Betreibe, teils ge­schnitten, teils auf bem Halme antraf, unb das Dreschen auf bem gelbe verzögerte, hat das lanbwirtschaftliche Angebot, nicht bie erwartete Ausdehnung angenommen, sodaß der sich allge­mein regenden Nachfrage nach Weizen bisher nur wenig Material zur Verfügung steht. Wenn trotzdem keine festere Stimmung für diesen Ar- titel Platz greifen konnte, so lag dies einerseits an der etwas schwächeren Haltung bei Auslands- Märkte, andererseits daran, daß sich die auf ein stärkeres Ausfuhrgeschäft in deutschem Weizen gerichteten Hoffnungen bisher nicht verw rklicht haben. Wohl haben bereits kleinere Abschlüsse in pommerfchem Weizen nach dem Rhein st-tt- gefunben. aber bie von Antwerpen und England vorliegenden Gebote laffen ein Geschäft nach dieser Richtung vorerst unmöglich e-scheinen. Dagegen hält die Nachfrage sowohl seitens der nordischen Absatzgebiete als auch seitens West­deutschlands weiter an und wenn der Export auch zeitweise billiger anzukommen versuchte, so gestaltete sich die Verwendung an der Küste immerhin lohnender als im Jnlande. Während bet letzten Tage schienen die Mühlen indes etwas geneigter, diesem Wettbewerb durch Er­höhung ihrer Gebote Rechnung zu tragen, unb im Anschluß baran vollzog fich auch auf dem Lieferungsmarkte eine leichte Erholung der Rog­genpreise, während Weizen bei geringer Unter» nebmnngslust matt blieb. Das Braugersten» geschäft scheint nur langsam in Fluß zu kommen, da bie Verbraucher sich bisher nur zögernb zur Bewilligung der geforberten Preise herbeilaffen. Die Forderungen für inländische Gerste stellen sich je nach Beschaffenheit auf 185-215, wäh« renb böhmische und mährische Gerste nut bei Preisen von 225240 erhältlich find. Einige Abschlüffe in posenscher Gerste für Mannheimer Rechnung erfolgten auf Basis von «M. 200210 frei'Rotterdam. Neuer Hafer war von Schlesien stärker angeboten, doch verhalten fich Käufer rosten der unbefriedigenden Beschaffenheit bet bisher oorliegenben Proben ziemlich reserviert; für alte Ware, namentlich in ben nur noch spät» lich vorhandenen feinen Qualitäten, wurden höhere Forderungen bewilligt. Angebote in russischer Gerste stnb zurückhaltenb unb fester, ebenso in Mais, worin aber bei ben gegenwär» tigen Preisen nur wenig Umsätze zustanb« kommen.

Es stellten sich heute »dmbetwile in Mark pro 1000 Kilogr. an den nach.zenannten Orten, wobei daS Mehr (+) bezw. Weniger (i gegenüber der Vor­woche in Klammern () beigefüat ist, wie folgt:

Weizen Roggen Hafer Berlin 204 '-4' 174 (2) 178 ()

Leipzig 20 R) 178 (+D 161 ()

Hamburg 205 172 () 168 )

Mannheim 222J, 190 (4) 1/3 ()

Frankfurt a.M. 211

Vergnügungs-Anzeiger Aepartoir-Sntwurf 6er Frankfurter vtadttyeater.

Frankfurter Opernhaus.

Freitag, 21. August, 7 Uhr:Oberon." Samstag, 22. August, 7 Uhr:Hoffmanns 6t» zählungen."

Sonntag, 23. August, 7 Uhr:Don Juan."

Montag, 24. August, y28 Uhr:Ein Walzer» träum."

Dienstag, 28. August, 7 Uhr:Pelleas nutz Melisanbe."

Mittwoch, 26. August, 7 Uhr:Aide."

Königliches Theater zu Caffel.

Sonntag, 23. Aug., 8 Uhr:Ludwig bet Baier". Montag, 24. Aug., 7% Uhr: .Hochzeitsglocken". Dienstag, 25. Aug., 7% Uhr:Im weißen Rößl".

Mittwoch, 26. Aug., hr:Lubwig bet Baier".

Donnerstag, 27. Aug., 7y2 Uhr: Die lustigen Weiber von Windsor".

Freitag, 28. Aug., 7% Uhr:Iphigenie".

Sonnabend, 29. äug., 7y2 Uhr:Der Barbier von Sevilla".

Sonntag, 30. Aug., 6y2 Uhr:Die Meistersinger von Nürnberg".

Montag, 31. Aug., iy2 Uhr:Nora".

Brieftasten der N-daktton,

E. Z. Der Eichelhäher ist nicht nützlich, son» betn schäblich. Wenn er auch ein Hauptvertil­ger der Kreuzottern ist, so ist et ein Alles» fresset im ausgedehntesten Sinne bes Wortes und bet abscheulichste NestzerstLrer, ben die deut­schen Wälder aufzuweisen haben. Et trinkt bie Eiet aus, verschlingt bie jungen Vögel unb haust schlimmer als Marbet und Würger.^ Brehm nennt ihn einen Sttauchmördet, bet überhaupt ein Aufkommen bet Sinovögelbrut nicht zuläßt, sofern et At größerer Menge auftritt.

Eine interessante Metteseife KbS fdian im Altertum als Schönheitsmittel hochgeschätzten My^rste, dargestellte Myrrholinseife Wir em« Meisten daher allen denjenigen, welche auf einen hüb« scheu Teint, auf Reinheit unb Zartheit deS Antlitze- unb der Hände Wett legen, bett täglichen Gebrauch der Myrrholinseife.

Oessentlichrr Wetterdienst.

Dienststelle Weilburg (Lanbwirtschaftsschule). Witterungsausfichten für Freitag, ben 21. Aug. 1908. Vereinzelt leichte Gewitter, sonst heiter.

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Verantwortlich für die Redaktion: . s. V.: Wilhelm Wißnetk.