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Zeppelin.

' Anscheinend von Zeppelin informiert, gibt dieFranks. Ztg." einige interessante Zahlen ßn. Ein Zeppelinsches Lustschiss von der Grütze des zerstörten, kostet 600000 Mark' in mehr­facher Ausführung »iellenht «er 550 000 Mark. Das mag an sich hoch erscheine«, ist es ab« nicht im Vergleich mit Kreuz«« d« Mering »en« wir das LufHchiff eis Lufklerungsinstrrnnent im Kriege uns denke«. Bei Echterdingen ist übrigens nicht d« Totalwert des Schisses ver­nichtet worden; vielmehr repräsentieren die vollständig gebliebenen Motore und Gondeln so­wie das wertvolle Aluminium, das eingeschmol- jen wird, noch einen recht erheblichen Wert. Die Motore sind übrigens 80V Kilogramm schwer und leisten jeder 110 PS. Die Gasfül­lung von etwa 15 000 Kubikmeter kostet intl Fracht Griesheim-Friedrichshafen rund 7000 Mark. Man überlegt sich nunmehr bereits, ob es angesichts der bevorstehenden Erweiterung des Unternehmens nicht vielleicht beff« wäre, in Friedrichshafen selbst eine Wafferftofsabrik einzurichten. Da aber der Wasserstoff gewöhn­lich, wie z. B. auch in Griesheim, woher Gras Zeppelin «eist sei« Gas bezieht, als Nebenpro­dukt gewonnen wird, so ist es fraglich^ ob man es billig« selbst in eigener Fabrik Herstellen könnte. Ma« bezieht das Sas in Stahlflaschen, die je etwa fünf Kubikmeter unter einem Druck von 150 Atmosphären enthalten. Da eine solche Flasche selbst rund 60 Mark kostet und reichlich 3000 Flaschen für eine Füllung benötigt werden, so steckt iu demleeren Flaschenlager", das am besten ganz Eigentum des Unternehmens sein sollte, ein erheblich« Wert.

Friedrichshafen, 18. Ang. Mer Vor­aussicht nach wird FriÄrichshafen jetzt perma­nenteLuftschifsbahnhöfe" «halte«. Eine Ge­sellschaft von rheinischen Großindustriellen, denen Zeppelin sehr nahe steht, ist im Begriffe, «in etwa 4300 Ar grohes Grundstück in un­mittelbar« Nähe der Stadt anzukausen, das durch einen Schienenstrang mit der Bahn ver­bunden wird. Aus diesem Grundstück sollen zu­nächst drei Ballonhallen, Werkstätten und viel­leicht auch Arbeiterhäuser «richtet werden. Ob Gas- oder Aluminiumwerke angelegt ««den sollen, ist noch nicht entschieden. Ein aus dem Grundstück befindlicher Weih« ermöglicht den Auf und Abstieg d« Ballons vom Waffer, doch soll auch Landung auf Ausstieg vom festen Boden geübt werden. Die Verhandlungen mit den bis­herige« Grundeigentümern werden durch den Anwalt Leucht geführt. Direktor Colsmann tritt als Käufer auf. Der Gefamtpreis beträgt 140000 Mark. Mit der Stadt und der könig­lichen Domäne dürste der Abschluß leicht zu­stande kommen. Die beteiligten Privateigen­tümer kamen bereits am Abend zusammen, ge­langten aber nicht zu einem definitiven Resul­tat bezüglich der zu fordernden Preise. Morgen will der Eemeinderat seinen ganzen Einfluß aufbieten, um eine Reduzierung übergroßer An­sprüche durchzusetzen, damit die Industrie Fried­richshafen erhalten bleibe. Der Graf und seine tterater gehen von dem Standpunkte aus, daß sie mit dem vcpn Volk anvertrauten Geld spar­sam zum Nutzen der Nation schalten müssen und deshalb auf die Eratisangebote von Baugrund in anderen Städten zurückkommen müssen, wenn die hiesigen Interessenten auf ihren exorbi­tanten Preise bestchen.

Hannover, 18. Äug. Der Magistrat be­schloß zu Ehren des Grasen Zeppelin einer «euen Straße auf der Bult den NamenZep­pelinstraße" zu geben.

Breslau, 18. Aug. DerSchief. Ztg." zu­folge stiftete Fürst Thristian Kraft zu Hohen­lohe, Herzog von Ujest, 10 000 Mark für den Zeppelin-Fonds.

Sigmaringen, 18. Aug. Der Fürst »on Hohenzollern zeichnete für die Rational- fpende für den Grafen Zeppelin und für die Ab­gebrannten von Donaueschingen je 1000 Mark.

Ausland.

** Die tschechische« Provokationen in Prag. Aus Wien wird geschrieben: In den deut­schen Kreisen Böhmens ist die Erregung über Die systematisch zunehmende verhetzende Tätig­keit b« tschechischen Führer eine große. Insbe­sondere haben die am Sonntag in Prag veran­stalteten Demonstrationsumzüge nachhaltigeEnt- rüstung hervorgerufen, weil es absolut unwahr ist, daß die tschechischen Minoritäten im deutschen Sprachgebiet verfolgt und unterdrückt werden. Die ganze Manifestation hatte übrigens einen widerlichen, komödiantenhaften Anstrich, was insdesond«e dadurch erzielt wurde, daß im Zuge schwarze Fahnen zum Zeichen d« Trauer üb« dieSchmach", die die tschechischen Minori­täten angeblich erdulden müssen, mit getragen wurden. Auch der Umstand, daß sich unter der mitdemonstrierenden Abordnungen auch eine solche der Tschechen aus Niederöfterreich und Wien befand, muß als eine Farce bezeichnet werden, denn die in de« deutschen Kronländern eingewanderten Tschechen können doch nicht die Rechte einernationale« Minorität" geltend machen. Es ist übrigens mehr als sonderbar, baß die Stadt Prag, in d« doch gegenwärtig eine tschechische Ausstellung stattfindet, derartige Straßenumzüge für angebracht findet. Sollten dadurch vielleicht die Deutschen zum Aus- stellungsbesuch animiert werden?

* * Holland und Venezuela. Haag, 18. Aug. Line Unterredung des »««iranischen Gesandten Becmprö mit dem Minist« des Aeuß«n über den Konflikt zwischen den Sieberlanben und Ve­nezuela hatte einen sehr freundschaftlichen Cha­rakter. In d« Unteredung wurde oeteinb art, daß Amerika sich d« niederländische« Aktion richt widersetzen werde, wenn diese sich auf eine Blockade »ud andere maritime Maßnahme» be­

schränke. In dieser Hinsicht wird Kmritfc tw niederländischen Flotte volle Freiheit lassen unter der Voraussetzung, daß die militärische Besetzung von Venezuela ausdrücklich ausge­schlossen und daß ein solch« Akt als über oie guten Absichten der amerikanischen Regierung hinausgehend anzusehen sei. Die Presse ist tm großen und ganzen mit dem Ergebnis der Kon­ferenz Mischen ben beiden Diplomaten einver­standen. Der Kreuz«Friesland" wird am 1. September nach Venezuela abgehen.

* * Aus der Türkei. Konstantinopel, 18. Aug. Gestern fand unter großem Andrange die Be­erdigung des Kriegsministers Reschid Pascha statt. Sein Tod bebrütet einen großen Verlust für die ottomanische Armee. Dem Trauerzug hatten sich zahlreiche Offiziere, D«wische, Be­amte und eine gro|e Volksmenge angeschlossen. Von den hiesigen Militärattaches »er nur der deutsche erschienen, der der Fei« in großer Uni­form beiwohnte.

* * »us Marokko. Tang«, 18. Aug. Da feit Monaten in Schauja völlige Ruhe herrscht, hat die spanische Regierung befohlen, die Trup­pe« ans Casikblanca bis auf eine geringe Wacht- mannschast zurückzuziehen. Die Transporte haben bereits begonnen, die Mehrzahl geht nach Leuts. Bon Mogador find 150 Mann afifische Ituppen an der Mündung des Tenfift mit einem englische« Dampfer gelandet.

Marburx und Usigrgend.

t Nachdruck aller CrigtiKtlartifcl ist gemäß tz 18 des Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe ^Lberhess. Ztg.' gestattet.!

Sletberg, 19. August.

Universität. Gutem Vernehmen nach hat d« Privatdozent an d« hiesigen Universität, Eettchtsassefl« Dr. jur. Wern« Wederney« den Ruf nach Kiel angenommen; er übernimmt dort das neue Exttaordinariat für römisches und deutsches bürgerliches Recht. Dem orbentl. Professor der philos. Fakultät Hentzel wurde der Lharatter Geh. Reg.-Rat ««liehen.

)( Zur Beachtung. Die Erundstücksbefttz« in hiesiger Gemarkung werden darauf aufm«t= fam gemacht daß sie ihre Abzugsgräben in Ord­nung bringen, da demnächst eine Revision statt­findet.

* Ei« zweites Kaisermanöver 1908. Unter der Oberleitung des Generals der Infanterie und General-Inspekteurs der 6. Armee-Inspek­tion Colmar Freiherrn von der Goltz wird, einer Meldung der ^Mil.-pol. Korr." zufolge, am 18. September ein besonderer llebungstag d« beiden preußischen Armeekorps abgehalten werden, dem nach den bisherigen Dispositionen auch der Kaiser beiwohnen wird. Es werden gegeneinanb« fechten: das 1. (ostpreußische) Ar­meekorps unter General der Infanterie Kluck und das 17. (westpreußische) unter dem General der Kavallerie und Eeneraladjutanten des Kai­sers von Mackensen. Hierzu wird das 1. Korps auf 3 Infanterie- und 1 Kavallerie-Division gebracht; das 17. Korps wird 3% Infanterie- Divisionen und ebenfalls 1 Kavallerie-Division stark sein. Die beiden Kavallerie-Divisionen werden von den Generalen von Rauch (Ka- vallerie-Jnspetteur in Königsberg i. Pr.) und von Stangen (Stettin) geführt. Die Gegend des voraussichtlichen Zusammenstoßes wird bei Hohenstein und Neidenburg zu suchen sein.

* Motorfahrer in Kaisermanöver. Im ver­gangenen Kaisermanöver haben die freiwilligen Motorfahrer solch gute Leistungen erzielt, daß die Heeresverwaltung in diesem Jahre wieder auf dieses Mittel zurückgreifen wird. Zn diesem Jahre wurden 24 Fahrer für die Aufilärungs- übungen der General-Inspektion der Kavallerie (vom 30. Juli bis 1. August) in Posen und Schlesien gebraucht, ferner werden 90 Fahrer für das Kaisermanöver in Lothringen (7. bis 10. September) Verwendung finden. Der Fahrer erhält für seine Leistungen eine Tageslöhnung von 15 Mark und für seine Maschine gleichfalls 15 Mark, außerdem freie Hin- und Rückfahrt der Maschine, die gegen Unfall und Haftpflicht versichert wird. Wie wir hören, hat auch ein freiwilliger Motorfahrer aus Marburg, Herr Fürst, seine Beorderung zu dem Kaiser- manöv« erhalten.

)( Hoher Besuch. Großfürst Alexis von Ruß­land traf gestern in Begleitung von drei Adju­tanten hi« ein und nahm im Hotel Pfeiff« Aufenthalt.

* Sommerrheat«. Die Direktion des Mar- bacher Sommertheaters wollte zur großen Zep- pelinspende auch ein Scherflein beitragen und veranstaltete eine Feftvorstellung. Ein Prolog an 3eppelin, von Direktor Steg« einfach und gut gesprochen, leitete den Abend ein, der uns ein sehr glücklich gewähltes Lustspiel,Re­naissance", von Schönthan und Koppel-Ellfeld brachte. Denn es ist ein durchaus feines und liebenswürdiges Stück, dieseRenaissance". Der Titel ist symbolisch: es handelt sich in der Tat um eine renaissance, eine Wiedergeburt. Ein frisches, junges Künstlerblut Silvio da Tellre, an den Hof der Marchesa Eennara di Sausavelli berufen, um ein Altarbild zu malen, bringt Licht und Leben aus Rom mit und verscheucht das Dämmerlicht, das bisher in den Schloß- mauern geherrscht hat. Er bekehrt die Marchesa so wett wieder zum Lebe«, daß sie ihm die Hand reicht, « befreit den jungen Marchesa von dem Joch feines verknöcherten Magisters und läßt ihn finden, was Liebe ist, ja « brtehrt ben trockenen Magister selbst, d« aus feinen Büchern nie Leben geschöpft hat, sodaß er sich mit einer Zofe verlobt. Wir bekommen eine bei aller Lie­benswürdigkeit nicht triviale ars amandi zu hören. Die Darstellung machte be« Eindruck, daß alle ganz und gor bei der Sache waren. Uneingeschränktes Lob verdient Frl. Bieloff, die uns einen so kindlich-frischen und impulsiven Marchese bot, daß sie mit ihrem guten Spiel die Szene von Anfang bis zu Ende beherrschte. Die Marchesa (Frau Direktor Sieger) hatte neben ihr einen schweren Stand. Sie schien unter

Hch» Hüftsposition zu letten und fiel in Hier Erscheinung aus dem Rahmen des Stückes ziem­lich heraus. Dagegen waren d« Magister des Herrn Steg« u«o d« Pater des Herrn Czerny recht gut; auch Herr Lindikoff als Maler Silvio bot eine gut durchdachte und gut durchgeführte Leistung, nut hatte er wie gewöhnlich halb so schnell sprechen sollen, man hätte ihm doch ge­glaubt, daß er seine Rolle konnte. Die übrigen Rollen waren genügend besetzt. Der Besuch netz P» wünschen übrig.

Sommeri|eatet Bob Marbach.Der Leilchenfresstt", ®. v. Mosers reizendes Lust­spiel, das in der vorigen Woche mit großem Er­folg über die Sommerbühne in Marbach ging, wird morgen, Donnerstag den 20. August, wie­derholt.. Für die Dau« der nut noch zwei­wöchigen Saison find noch Aufführungen von Grotzstadtluft",Die Notbrücke",Fräulein Frau",Auf der Sonnenseite" in Aussicht ge­nommen. Schluß der Spielzeit ist 1. September.

* Der neue Taler. Die Entscheidung üb« das neue Dreimarkstück ist bereits gefallen. Die neue Münze wird durchweg in den Maßen des allen Talers gehallen fein und das Bildnis des Landesherrn bezw. das Wappen d« freien Städte tragen.

)( Strastammer. Im wetteten Verlauf der heutigen Verhandlung verhandelte das Gericht in der Berufungsinstanz gegen einen Landwirt aus Moischt, der unberechtigt« Weise über die Wiese des Landwirts Battenfeld gefahren fein soll. Das heutige Gericht hob das erstinstanz­liche Urteil, das auf 6 Mark Geldstrafe ge­lautet hatte, auf.

Kirchhain, 18. Aug. Die Bezirks-Obst aus- siellung des Obstbauvereins für den Reg.-Bezirk Cassel findet, wie schon mehrfach erwähnt, in den Tagen vom 2. bis 5. Oktober hier in d« Festhalle statt. Protektor der Ausstellung ist 6e. Exzellenz Oberpräsident Hengstenberg. Die Ausstellung erstreckt sich auf Obst, Obstetzeug- «isse, Obstbaumschul-Attikel, Geräte, Werkzeuge und Maschinen, sowie auf Obsthandel und auf Obstbau bezügliche Büchet. Zur Beteiligung sind alle persönlichen und korporativen Mitglie­der der Obstbauvereine für den Reg.-Bez. Cassel eingeladen. Anmeldungen, zu welchen gedruckte Anmeldescheine zu benutzen find, haben bis spä­testens den 24. September an Herrn Karl Huber in Oberzwehten zu geschehen.

Kirchhain, 18. Aug. Die planmäßig Mitt­woch, den 2. September ds. Js. fällige Sprech­stunde in Jnvaliden-Verficherungs-Angelegen- Ijeiten ist auf Montag, den 14. September ver­legt worden. Die Sprechstunde findet am ge­nannten Tage von 5 bis 6 Uhr in Kirchhain tm Lahnhofshotel (Hotelbesitzer Zipfel) statt.

() Rüdigheim, 18. Aug. Im Anschluß an die Mitteilungen üb« ein ehemaliges Dörfchen Ohausen" in d« Nähe bet jetzigen OHäuser­mühle sei mitgeteilt, daß, ebenfalls Ueberliefer- ungen nach, auch nordöstlich von Schweinsb«g nach Riederklein zu, früh« ein Dorf sich befun­den haben soll mit NamenWockentod". Roch heute heißt die Feldmark in der das ehemalige Dorf belegen wat, der Wockenröd« ®tunb. Auch das Dorf Wockentod soll, mündlichen lleberlie- ferungen nach in früheren Kriegszeiten völlig verwüstet worden fein, wie es in ftüheten Zei­ten so mancher Ortschaft ergangen ist.

Rosenthal, 17. Aug. Der seit einigen Jahren hier bestehende Turnverein, der sich aus Zöglingen und Mitgliedern im Alter von 14 bis 22 Iahten und einigen älteren Herren zu­sammensetzt, feiert alljährlich im Monat August fein Sommerfest. Hierbei will der junge Ver­ein zeigen, daß et emsig bemüht ist, sich weiter auszubilden. Die gestrigen Vorführungen gaben uns denn auch ein anschauliches Bild hiervon. Wir sehen die jungen Leute am Reck und Bat­ten, mit dem Stab und an den Spruifggeräten turnen und konnten uns über deren vorzügliche Leistungen nut freuen. Wünschen wir dem jungen Verein unter seiner jetzigen Führung weiterGut Heil" in der Hoffnung, daß sein Streben immer mehr erkannt wird und ihm neue Freunde und Gönner erstehen. Die Fest­rede hielt der Turnwart Christi. Rückert. Daß die bestellte Musikkapelle infolge eines Mißver­ständnisses verspätet eintraf, wirkte zwar an­fangs etwas störend, glücklicherweise konnte der Turnverein Gemünden, bet mit feiner Musik­kapelle «schienen war, in die Lücke einspringen. Diesem Verein, der jegliche Vergütung für seine Leistungen abgelehnt haben soll, gebührt hier­für alle Anerkennung. Die am Abend gestellten Pyramiden ernteten großartigen Beifall. Von auswärtigen Vereinen waren noch auß« Ge­münden diejenigen von Rauschenberg und Röd­denau erschienen

A Laasphe, 18. Aug. Der Fürstl.-Wittgen- steinsche Kammerdirektor, Herr Dr. Mertens, hierselbst, wurde durch Erlaß des Herrn Ober- präfibenten für die Provinz Westfalen zum Ehren-Amtmann für de« neu eingerichteten Verwaltungsbezirk des Fürstlichen Hauses Sayn-Witgenstein-Hohenstein ernannt Dieser Bezirk umfaßt sämtliche zum fürstlichen Eutsbe- zirk gehörenden Domänen, welche bisher zur Zu­ständigkeit der Amtmänner des Kreises Witt­genstein gehörten.

Cassel, 18. Aug. Das etwas üb« ein Iaht alte Kind eines an der Holländischen Straße wohnenden Eisenbahnbeamten wurde am Mon­tag nachmittag von seinem etwa 10jährigen Brud«, der an dem geöffneten Fenster stand, auf den Atme« gehalten. Dabei entglitt das Kind den Armen des Knaben und stürzte aus der Höhe des 2. Stockes hinab auf die Straße. Man beorderte sofort die Sanitätskolonne, als dieselbe jedoch erschien, war das kleine Wesen bereits dem Tode nahe und ein Transport nach dem Krankenhause nicht mehr nötig.

Frankfurt a. M., 17. Aug. Wegen Unter­schlagung von 100 «ll, die sv de, Löhnung fehl-

ben, war Unteroffizier Atzri vom 168. Regiment vom Kriegsgericht in Hanau z« 4 Monate« Ge­fängnis und Degradation verurteilt worden, und das Oberkriegsgericht hatte feine Berufung verworfen. Das Reichsmilitärgericht hob jedoch das Urteil auf, und in erneuter Verhandlung erkannte heute das Oberkriegsgericht wegen un­genügenden Schuldbeweises auf Freisprechung. Die Frau des Zugführers Lepperr hat sich ertränkt, nachdem ihre Richte Selbstmord be­gangen hatte. In dem Vorort Schwanheim grub der Friedhofswärter Liesum für sich selbst ein Grab und «hängte sich bann.

Frankfurt a. M., 18. Aug. Der 100jährige lobestag von Goethes Mutt« soll am 13. Sept, in Frankfurt in besonderer Weise begangen werden. Vor allem will man durch eine Schul­feier eine Huldigung der Jugend für Goethes Mutter begehen. Der Verband Frankfurter Fraueno«eine will diese Huldigung inszenieren und jedem Kinde ein Andenken in Gestatt eine» Buches übermitteln, das die Jugend mit dieser bedeutenden Fra« und Mutter bekannt macht. Bei den Echulfei«lichkeiten werde« Vorträge gehalten werden.

Frankfurt, 18. Aug. Der Maurer Philipp $orft, der Hausbursche August Hofmann und der Hausbursche Hugo Müller, drei Fahrraddiebe, die in gemeinsam« .Arbeit" die Straßen un­sicher machten und in kurzer Zeit eine ganze An­zahl Räder stahlen, standen heute vor der Straf­kammer. Wegen Diebstahls und Hehlerei er­hielt Dorft 3y2 Jahre Zuchthaus, Hofmann 1% Jahr Zuchthaus und Müller 1 Jahr Gefängnis.

Braunfels, 18. Aug. Das Sommerfest des Lerschönerungsoereins am vorigen Sonntag stand unter einem günstigen Stern. Rach einer trüben und regnerischen Woche folgte ein präch­tiger, sonniger Sonntag, der eine große Zahl von Besuchern aus der Nähe und selbst aus weiter Ferne nach dem Festplatze unter den alt­ehrwürdigen Linden des Schloßgartens führte, den Seine Durchlaucht Prinz Friedrich bereit» willigst zur Setfügung gestellt hatte. Hier waren üb« Nacht Wirtschafts- und Verkaufs- pände aller Art «standen. Bei den frischen Klängen d« vorzüglichen Kapelle des Jnfan- terieRegiments Rr. 166 aus Hanau entwickelte sich bald ein lebhaftes buntes Treiben froh- gesinnter Menschen, denen reichlich Gelegenheit zur Unterhaltung und zum Vergnügen geboten war. Die Damen und Herren, die gnn und fteudig ihre Kräfte in den Dienst einer guten Sache stellten, hatten vollauf zu tun, um die Wünsche der zahlreichen Gäste zu «füQen. Als Abschiedsgruß für die auswärtigen Besucher des Festes erstrahlten die hohen Zinnen und Türme unf«es alten Fürstenschlosses in rotem und grünem Lichte ein Zauberbild von kurzer Dauer, aber von unaussprechlichem Reize, für jeden Beschauer unvergeßlich.

Offenbach, 18. Lug. Der Geh. Kommerzien- rat Franz Weintraub, langjähriger erster Vor- fitzender d« Handelskammer ist heute verstorben.

Lambeeg, 17. Aug. Die Haupttierschau der Landwirtschastskamm« und des Vereins Nass. Land- und Forstwirte findet in diesem Jahre am 8. September hier statt.

Heiligenftadt, 17. Aug. Auf eigentümliche Weise hat im benachbarten Kerstlingrode eine Frau ihre Rase etngebüßt. Die betreffende Frau lebte schon feit länger« Zeit mit ihrem Nachbar, einem 80jährigen Manne, in Unfrieden. Als die Frau dies« Tage nach vorausgegangenem Wortgefecht mit einem Besen auf den alten Mann einschlug, nahm dieser eine Hacke und traf damit die Frau so unglücklich ins Gesicht, daß die Rase glatt abgeschlagen wurde.

Sötthtge«, 18. Aug. Für die Stelle de» Stadtbaurates bei der hiesigen Stadtverwaltung haben sich 120Stadtbauräte" gemeldet.

Darmstadt, 18. Aug. Der Eroßherzog hat sich heute vormittag, derDarmstädter Zeitung" zufolge, im Automobil nach Bayreuth begebe«.

Hilchenbach, 18. Aug. Glimpflich weggekom- men ist vorgestern nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr ein Lastfuhrwerk aus Hilchenbach, das nach Dahlbruch fuhr. Ein größeres Auto mit dem Zeichen IZ 4247 raste mit großer Geschwindig­keit hart an dem Fuhrwerk, dasselbe fast strei­fend, in dem Augenblick vorbei, als g«abe ei« Zug heranfuhr. Kein Wund«, daß durch da» ungewöhnliche Getöse von beiden Seiten die Pferde erschreckt aufbäumten und mit einem Riesensprung über die Schienen auf die Wiese setzten. Außer Zertrümmerung des Wagens ist glücklicherweise nichts passiert. Man sieht doch immer wieder von neuem, wie notwendig die Verlegung der Bahn von der Landstraße ist. Eisenbahn, Autos, Fuhrwerke und Fußgänger auf einer Straße ist zu viel.

Siege«, 18. Aug. Heute morgen gelangte auf dem hiesigen Standesamt der Tod des 2 Zähre 8 Monate alten Söhnchen des Kessel­schmieds Hähner aus Weidenau zur Anmeldung. Als Todesursache wurde angegeben Blutvergif­tung infolge eines Insektenstiches, den der Knabe am Donnerstag vormittag voriger Woche am links» Unterarm erhalten hatte. Alle ärzt­lichen Bemühungen und eine schließlich noch vor­genommene Operation im Marienhospital« blieben erfolglos und starb der Knabe gestern nachmittag um 4 Uhr.

Siege«, 17. Aug. In Bürbach hat der Blitz in eine Schar spielender Kinder geschlagen und eins davon getötet.

Paderborn, 17. Aug. Das Generalkommando des 7. Armeekorps dementiert die Meldungen, daß bei einer Hebung im Sennelager während der Anwesenheit des Kais«s 6 Mann zu Tod« gekommen, mehr«e schwer verletzt und 27 Pferd« zugrunde gegangen seien. Die Kommandantur des Truppenübungsplatzes teilt mit daß der Ge­freite Gebert vom Lüneburg« Dragon«regi| ment Rr. 16 durch Sturz mit dem Pferde um» Leben gekommen und daß in der vorhergehende» Woche beim Divisionsexerzieren der Husar Bötfc- cher »em Braunschweiger HusarenregimoM Rr,