Einzelbild herunterladen
 

«b

t

n

I,

Z

.48

u8

gänzlich unerwar-

ett

Spritzfahrt nach

>.8

Lv

vor zehn Mi ist nach Mei

unter meinet

Laune nennt

r.

n

»

j

iU

it 48

ch. ich

>er IL

t t t

4 r t

tt»

8, it IN.

c 7

tet ab.

Ich mache eine kleine Men," schrieb er in einem

löffen wohl keinen Zweifel darüber, daß in Ber­lin jebes solche Anfinnen mit einem glatten und sehr energischen Nein beantwortet werden wird. Daß da das ganze Volk hinter der Ne­gierung steht, ist klar. Deutschland kann sich von niemand in der Welt die Zahl seiner Schiffe vorschreiben lassen. Deshalb wird die englische Regierung, die eine glatte Ablehnung schwerlich riskieren wird, einen Vorschlag auf Einstellung oder Einschränkung der deutschen Rüstungen eben nicht machen. Denn daß man in England über die Auffassung, die die deutsche Regierung und das deutsche Volk in dieser Sache haben, nicht Bescheid wüßte, ist kaum glaubhaft. Wenn man also wirklich in England diesem Gedanken wieder nähertreten will, dann kann das nur bedeuten, daß man glaubte, eine For­mel oder eine Form oder eine Konzession ge­funden zu haben, welche der deutschen Regier­ung es möglich machte, diese Frage überhaupt zu diskutieren. Man kann sich allerdings schwer vorstellen, wie diese Konzession aussehen soll. Da wird wohl die höflichste eilte Ablehnung nicht verhindern können. Vielleicht bringen darüber schon die nächsten Tage einige Aufklär­ung. Oder aber, was wahrscheinlicher ist: die ganze Frage verschwindet nach einigen außer- amtlichen Sondierungen, die auf unfruchtbaren Boden fallen, wieder vom Tapet.

Nach Wien, so plötzlich?"

Za, er schreibt, daß er nicht üblen Laune leiden wolle; üble

tun, und damit Du siehst, daß ich nicht hart bin, werde ich mit meinem Bankier die Sache bespre­chen und überlegen."

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 65.

Zeppelin und sein Luftschiff.

Zeppelin Rr.S. Die Morningpost erklärt, daß Graf Zeppelin schon vor Wochen die Hülle für Zeppelin Nr. 5 bei der Firma Spencer u. Son in London bestellt hat und daß jetzt Dutzende von Männern und Frauen daran arbeiten. Ma» hofft die Ballonhülle in 14 Tagen an den Gra­fen Zeppelin absenden zu können Sie wird aus sogenannter Goldschlägerhaur angefertigt. Dies ist, unzerreißbarer gasdichter Stoff, der aus einem sehr langen Teile des Bauchfelle» von Rindern hergestellt wird. Dir Bauchfelle, von 600 000 Rindern müssen für die neue Ballonhülle verwendet werden England sei ins der Fabrikation dieses für Ballonhüllen unver,

Was sagt Sein Mann dazu? Kammler» find ja so reich, gewiß, er kann und wirlj helfen." ;

TcMches Resch.

Born Kaiser. Sennelager, 13. Aug. Die heutige Kavallerieübung begann um 6 Uhr und endete um 11 Uhr 30 Min. Der Kaiser früh­stückte im Offizierskafino. Die Abreise nach Wilhelmshöhe erfolgte um 2 Uhr 15 Min. Cassel, 13. Aug. Der Kaiser traf um 5 Uhr auf dem Bahnhöfe Wilhelmshöhe ein, wo er von der Kaiserin und der Prinzessin Vittoria Luise emp­fangen wurde; ferner hatten sich zum Empfang eingesunden: der kommandierende General, Freiherr von Scheffer-Boyadel, Oberpräsident Hengstenberg und Polizeipräsident Freiherr von Dalwigk. Die Majestäten begaben sich im Auto­mobil nach Schloß Wilhelmshöhe. Wilhelms­höhe, 13. Aug. Oberhofmarschall Graf zu Eulen­burg übernahm hier den Dienst. Flügeladjutant Oberst von Lauenstein löste den Flügeladjutan­ten Oberst Frhr. von Marschall ab. Geheimer Kabinettsrat von Valentini ist eingetroffen.

Von der Kaiserin. Wilhelmshöhe, 13. Aug. Die Kaiserin unternahm gestern früh einen Spazierritt und begab sich am Nachmittag mit der Prinzessin Viktoria Luise und dem Prin­zen Wolrad Waldeck im Automobil nach Arolsen zum Besuch der verwittweten Fürstin Waldeck. Heute morgen unternahm die Kaiserin einen längeren Spaziergang in die Nähe des Herkules.

fchen Partei verletzt und durch ihre Haltung te Bundesrate, namentlich auch bei Beratung der Reichsfinanzreform, wichtige Volksrechte schä­digte. Nachdem die sozialdemokratische Fraktion an dem Zustandekommen des Beamtengesetzes; nach besten Kräften initgearbeitet hat, hält sie- sich für verpflichtet, mitzuwirken bei der Be-' schaffung der Mittel, die zur Ausführung dieses Gesetzes notwendig find. Nur aus diesem Grunde hat die Fraktion es unterlassen, ihr Mißtrauen gegen die Regierung durch Ablehnung des Ee- samtetats zum Ausdruck zu bringen."

Zum Fall Schücking. Oberpräsident von Bülow hat auf die Eingabe der Bürgerschaft von Husum, betreffend Einstellung des Diszi-; plinarverfahrens gegen Bürgermeister Schücking, folgende Antwort dorthin gelangen lassen:Den Unterzeichnern der heute hier eingegougenen, Eingabe vom 24. Juli wird es nicht unbekannt geblieben sein, daß ich bereits dem dortigen Stadtverordnetenkollegium auf eine ähnliche Eingabe geantwortet habe, daß nach den gelten­den gesetzlichen Bestimmungen für die Aufsichts­behörden nicht die Möglichkeit besteht, in das gegen den Bürgermeister Dr. Schücking einge­leitete Disziplinarverfahren einzugreifen. Es kann deswegen auch nicht erwartet werden, daß die leitenden Staatsbehörden zu diesem Ver­fahren, so lange es nicht zu Ende geführt sein wird, eine bestimmte Stellung einnehmen, den» jede solche Stellungnahme würde den Entscheid > düngen, zu denen ausschließlich dieVerwaltungs- gerichte berufen sind, vorgreifen und sich als der Versuch einer Beeinflussung dieser Gerichte darstellen. Es bleibt daher nur übrig, zunächst abzuwarten, wie die verwaltungsgerichtliche Entscheidung ausfallen wird. Eine schleunige Behandlung des Verfahrens ist angeordnet worden.

Badisches. In Baden ist der Streit zwi­schen Regierung und Volksvertretung durch An­nahme des Steuergesetzes beendet worden.

Ein unsäglich bitteres Lächeln umzog Elsen« Lippen.Da kennst Du ihn schlecht, mein Herz Auf den Knieen habe ich ihn heule angefleht et vertröstete mich für den Augenblick, nachden er mir allerdings vorher sehr bittere Wahrbei len ins Gesicht geschleudert, und nuten bekam ich dies Billet; er gereift."

'L

m

Bergwitz ist seit vierhundert Jahren in der Familie, wir sind so eng verwachsen damit, Papa Hal sein ganzes Leben dort verbracht, er hoffte auch dort zu ruhen; wenn er jetzt gehen soll, er überlebt es nicht."

Ach, das ist romantischer Unsinn, glaubst Du vielleicht, mein Papa wäre so reich gewor­den, wenn er derartigen Schrullen nachhinge, damit kommt man nicht weit." Bodo hat sich in einen Schaukelstuhl geworfen, und dreht eine Zigarette, Else steht lange unbeweglich vor sich hin, plötzlich springt sie auf und tritt auf ihn zu.

Bodo, rette meinen Vater, erhalte uns Bergwitz!"

Aber, was willst Du denn, daß ich tun soll," fährt Kammler ungeduldig auf.Ich kann doch nicht Rudolfs ganze Wechsel b^ahlen, und habe Dir schon einmal angedeutet, wie teuer dieser Schwager mir ohnehin zu stehen kommt. Du weißt, daß die eine Hypothek jetzt als Dein Eigentum auf Bergwitz steht, aber Papa hat kurz vor unserer Verheiratung auch noch die zweite sehr faule übernommen, die kein Mensch mochte, und außerdem, es nützt ja doch nichts, wird Dein Bruder arrangiert, so ist er in einem halben Jahre wieder ebenso weit, nein, nein, Dein Vater soll verkaufen, das ist das Einzige und Beste, glaube es mir Du kannst doch nicht verlangen, daß ich mich Deiner Familie wegen ruiniere."

O mein Gott, ich weiß nicht, was ich kann und was ich darf, nur den einen Wunsch habe ich, dem armen Papa zu Helsen." Sie war neben seinem Stuhle in die Knie gesunken und hob die gefalteten Hände zu ihm empor, die vollen weißen Arme bis zur Schulter frei; Kammler wollte sich ungeduldig erheben, ober als seine Augen auf ihre wunderschöne Gestalt fielen, umzogen sie sich mit einem seltsamen Schimmer, er zog sie sanft empor.

Komm mein Lieb und sei vernünftig, wir sind beide erregt, und das taugt nicht zu Ge­schäften ; mach Toilette und fahre eine Stunde in den Tiergarten, die frische Luft wird Dir gut

Rückkehr de- Kronprinzenpaares. Wie derInf." aus Hofkreisen mitgeteilt wird, ge­denkt das Kronprinzenpaar in 14 Tagen Hopf- teben zu verlassen und nach Potsdam zurückzu­kehren, wo es gegen den 25. d. M. erwartet wird. Der Kronprinz und die Kronprinzessin leben in Hopfreben ziemlich zurückgezogen, nur von wenigen Personen ihrer näheren Beglei­tung umgeben. Der größte Teil des Tages wird mit Fußpartten ausgefüllt oder mit Jagdaus­flügen, die der Kronprinz unternimmt.

Die Rückkehr der Hochseeflotte. Kiel,' 13. Aug. Die unter dem Kommando des Prinzen Heinrich von Preußen stehende Hochseeflotte ist heute Nachmittag von der Fahrt nach dem At­lantischen Ozean hierher zurückgekehrt.

Gerüchte. Vom Rücktritt des preußischen Kriegsministers v. Einem aus Gesundheitsrück­sichten ist schon öfter die Rede gewesen. Heute behauptet ein Blatt, Herr v. Einem werde nun­mehr sicher bald vom Amt scheiden, um an die Spitze des 10. Armeekorps zu treten, dessen ge­genwärtiger Kommandeur, Generaladjutant v. Löwenfeld, mit dem Kommando des Eardekorps betraut werden solle. General v. Kessel aber, der gegenwärtige Kommandeur des Eardekorps, werde nach den Manövern abgehen. Als Nach­folger des Herrn v. Einem bezeichnet dasselbe Blatt den Kommandeur der 15. Division in Köln, Generalleutnant Eallwitz. Was an diesen Behauptungen richtig ist, wird man ja bald hören.

Gras Posadowsky Reichskandidat. Lud­wigshafen, 12. Aug. Eine nationalliberale Ver­trauensmännerversammlung beschloß, den Gra­fen von Posadowsky als Kandidat für die bevor­stehende Reichstagsersatzwahl im Wahlkreis Speyer-Ludwigshafen vorzuschlagen.

Der »ollendete Disziplinbruch. Unter die­ser Ueberschrift behandelt heute derVorwärts" die Tatsache, daß die sozialdemokratische Land- tagsfraktion in Vaden soeben für das badische Budget gestimmt hat. Die Fraktion begründet ihr Verhalten mit folgender Erklärung:Mit Rücksicht darauf, daß in der kommenden Budget­periode verhältnismäßig erhebliche Beiträge zur Erhöhung der Beamtengehälter und Arbeiter­löhne angefordert werden, stimmt die sozial­demokratische Fraktion für das Etatgesetz. Diese Abstimmung soll kein Vertrauensvotum für die Regierung fein; die Politik des Ministeriums wird vielmehr wie bisher von der Fraktion energisch bekämpft werden, da die Regierung wiederholt in Wort und Tat wie zum Beispiel im Falle des Eisenbahnarbeiters Schäufele den Grundsatz der staatsbürgerlichen Gleichheit ge­genüber den Angehörigen der sozialdemokrati-

Mit halber Hoffnung im Herzen blieb Else zurück, doch schon am Nachmittag wurde diese Hoffnung zerstört. In kurzen Worten eröffnete ihr Bodo, daß es ihm, nachdem er Rücksprache mit seinem Bankier genommen, nicht möglich sei, zu helfen. Die junge Frau erwiderte kein Wort, keine Klage, aber auch keine Bitte kam übet ihre Lippen, aber der stumme Vorwurf in ihrem Auge mochte ihm wohl peinlich sein, denn am Abend reiste Kammler .....

m $4

er 47 t.

< t X

kleinen, flüchtigen

Abschiedsbillet an Else,da ich fürchte, daß Du

mit etwas zürnst, und üble Laune ist mir bei meiner Frau etwas unbequem; wenn ich zurück­kehre, hast Du die Geschichte hoffentlich über­wunden."

Else stand mit dem Billet in der Hand am Fenster, als Käthe Treßberg gemeldet wurde. Die Lampen waren noch nicht angezündet, ein dämmriges Halbdunkel lag über dem hübschen Raum, trotzdem sah die Komtesse, daß etwas nicht in Ordnung war; sie nahm die kleinen kalten Hände der jungen Frau in die ihren und sah ihr forschend in die Augen.

Was ist Dir, Else, Du bist so verändert, was hat Dich so erschüttert, kannst Du mir nicht Dein Vertrauen schenken, vielleicht kann ich Dir raten oder helfen."

Ach, Käte, liebe Käte, wenn Du es könntest, aber da ist wenig zu helfen, doch es nützt auch nichts, es zu verheimlichen. Rudolf hat schreck­liche Schulden gemacht, und um sie zu decken, verkauft Papa Bergwitz, die alte teure Heimat ist verloren."

Käte nickt leise mit dem Kopfe.Ich wußte es, daß Rudolf sehr verwickelt sei, daß es aber so schlimm sei, ahnte ich nicht; gibt es da leinen anderen Ausweg dafür?"

Keinen'"

aronbern und d e Flottenfrage. ' - Anzeichen, daß man von englischer Seite ®tl ernstlich beabsichtigt, die Frage eines Leutsch-englffkyen Abkommens über Flotten- tuihmgen anznschneiden, mehren sich so daß man heute, so unwahrscheinlich das noch vor kurzem schien, nicht mehr gut daran zweifeln

m5n in offiziellen englischen Kreisen wirklich an diesem Gedanken festhält, vielleicht -noch nicht weiß, in welcher Form man diese bemale Anfrage an die deutsche Regierung rich­ten soll, vielleicht aber auch in (Kronberg diese Frage bereits angeschnitten hat. Es sind schon seit einiger Zeit Nachrichten aus guter Londo­ner Quelle gekommen, welche die Wiederauf­nahme dieses Planes behaupteten. Dann kamen die Reden englischer Staatsmänner, namentlich die des Handelsministers Lloyd George, aus denen man eine Bestätigung hinter den Zeilen herauslesen konnte Die heutigen Kommentare der englischen Presse zu der Gronberger En- treuue aber beweisen geradezu, daß mindestens die englische Presse an die Wiederaufnahme dieses Planes zu glauben Gründe zu haben meint.

Die Frage ist also auf dem besten Wege, hoch aktuell zu werden. In der letzten Zeit hat fitb die englische Nervosität gegen Deutsch­land, die Furcht vor Luftschiffen, Spionen und Invasionen bis ins Phantastisch- gesteigert. Zudem stand dort die Flottenfrage, die Diffe­renzen und Meinungsverschiedenheiten über das Flottenprogramm innerhalb der Admiralität und zwischen den Parteien im Vordergrund des Interesses. Anscheinend steht die herrschende liberale Partei vor einem schweren Dilemma. Sie fühlt sich nicht stark genug, sich den Wün­schen nach weiterer und großer Flottenvermehr­ung zu widersetzen, den Vorwürfen, die tradi­tionelle Stellung Englands zur See zu gefähr­den, standzuhalten. Sie kann auf der anderen Seite sich das Programm einer radikalen Flot­tenvermehrung nicht gut zu eigen machen, ohne vor der Notwendigkeit neuer Steuern oder der Einschränkung der mit dem liberalen Pro­gramm eng verwachsenen sozialen Reformpro- J'ette zu stehen. Es ist wohl glaublich, daß man a wenigstens einen Versuch machen will, mit diesem Dilemma dadurch herauszukommen, daß man mit Deutschland ein Abkommen über Rüst­ungsbeschränkung schließt.

Die Frage, wie Deutschland eine solche An­regung auszunehmen hat, braucht indes wohl kaum diskutiert zu werden. Die Worte, die der Reichskanzler seinerzeit bei Besprechung der Haager Konferenz im Reichstage gesprochen hat,

mit dc n Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

«ud de« Keilagru: scher Ame'arr", , ^audmirlschaMche Beilage" u»dIllustrierte* Semutagslllatt".

er es, wenn mir das Herze vor Jammer bricht; er hat kein Gefühl, kein Verständnis und will keinen Finger mehr rühren, um die Ehre bei Familie zu retten. O Käte, Käte!" ruft fit leidenschaftlich,ich habe mich verkauft, aber auch verrechnet, mein ganzes Lebensglück habt ich geopfert und nun ist doch alles, alles um­sonst gewesen."

Tief erschüttert zieht die Kousine den blon­den Kopf der jungen Frau an ihre Brust und streicht beruhigt über das weiche Haar.Ar­mes Kind, ich verstehe Dich, könnte ich Dir doch helfen, aber Du hast einen Freund in der Nabe, wenn man ihm es sagte, et ist ein edler, guter Mensch, und Dein Geschick scheint ihm sehr nah« zu gehen; errätst Du, wen ich meine?

Wie könnte ich, wer ist es?

Herr von Malberg."

Malberg!" fährt Else auf.Ja, mein Gott, wie kommst Du auf ihn?"

Er stand in N. früher, war Papas Adju­tant und kam sehr viel in unser Haus. Ich traf ihn zufällig gestern abend, als ich von Euch fortging, auf der Straße. Als ich Deinen Na­men erwähnte, erzählte er mir, daß er Dich kennt, er war ja auch mit Rudolf sehr befreun­det, und da er jetzt reicher Majoratsherr ist. so

(Fortsetzung folgt.)

Else Hornbach

Original-Novelle von E. Wald.

I Fortsetzung.»

Am Morgen nach dem Ball sitzt Else in ihrem Boudoir bei dem Frühstück, sie trägt ein loics, weißes Gewand und auf dem prächtigen Haar ruht duftig wie ein Hauch ein kleines Spitzenhäubchen, die Zofe tritt ein und bringt ihr auf silbernem Tablett einen Brief, hastig greift sie darnach, es ist ihres Vaters Hand­schrift. Wie sie den Brief lieft, überfliegt ein nervöses Zittern die schlanke Gestalt, mechanisch faltet sie das Blatt wieder zusammen und starrt mit weitgeöffneten Augen vor sich hin, da öffnet sich leise die Tür und ihr Gatte tritt ein.

Ausgeschlafen?" fragt er. Sie rührt sich nicht und nun merkt er erst, wie blaß und vor- stört sie aussieht.

Mein Gott. Else, was hast Du, irgend welche schlechte Nachrichten?"

Ja, schlechte Nachrichten," sagt sie endlich müde und tonlos,.Bergwitz soll verkauft wer­den."

Aber Kind, wie Du einen erschreckst, wenn es nichts Schlimmeres ist, ich dachte mindestens, der Schlag hätte Deinen Papa gerührt."

Bodo, ist es denn möglich, kannst Du es denn gar nicht verstehen!" ruft Else erschüttert. Rudolf hat aufs Neue Schulden, furchtbare Schulden gemacht, die Gläubiger stürmen von allen Seiten auf ihn ein, seine, die Ehre der ganzen Familie steht auf dem Spiel, Papa kann auf anderem Wege das Geld nicht schaffen urb ist entschlossen, Vergwitz zu verkaufen; wie er schreibt, hat sich auch schon ein Käufer ge­funden."

Nun, dann ist es ja gut, Dein Vater kann froh fein, wenn er bei den jetzigen Zeiten einen Käufer findet, sei nicht so betrübt darüber und glaube mir, macht Dein Vater einstmals die Augen zu und Rudolf übernimmt Bergwitz, bann kommt es das erste halbe Jahr unter den Hammer, es ist also viel besser so."

abonniert aus die täglich erscheinendeOberhessische ~~ ~ ~ s "--

Ao 1Q1 8- tung- bei allen Postämtern und nnsern Zeitungsstellen in SMdtDÜtd $* JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zelle

191 ""r§balnund Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21. oder deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. T

^iUbSpreis beträgt durch die Post 3,25 Mk. (ohne ßXnmtrtfwtS Qr.tnttfl- 1QAQ Druck und Verlag: Job. Ana. Koch, Universitätsbuchdruckerei ______________estellgeld), bei nnsernZeitungsstellen und der Expedition 2 Mk. ©VltHuDCtlD,. &UQU|t 1908« Inhaber Dr. C. Hrtzeroth, Marburg/ Markt 21.__Telephon 56.