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(inmefenb, habe ich

hier in Berlin?'

ihr, wo ich sie in

(Fortsetzung folgt.)

auch Kanunlers zur Saison Nachurlaub."

So ist Frau Rammlet fragte Mahlbcrg hastig.

Ich komme eben von

wir waren sa auch immer gute Freunde, nicht wahr, Komtesse Käthe?"

Gewiß, Herr von Mahlberg. Sie wissen ja, wie wir alle bedauert, als Sie versetzt wurden, und nun haben Sie Ihre neue Garnison auch schon wieder so schnell verlassen: wie gefällt es Ihnen aber in dem neuen Wirkungskreis?"

Ein Schatten fliegt über seine offenen Züge. Man muß jeden Platz so gut als möglich aus- zufüllen suchen, auf den man gestellt ist," sagte er ausweichend.Sie halten sich besuchsweise hier auf, Komtesse?"

Ja, ich bin schon seit sechs Wochen bei Tante Rosa. Anfangs sollte mein Aufenthalt allerdings bist nicht so lange währen, aber seit

(deutscher Seeschiffswerften: DerVulkan" eröff­net versuchsweise am 14. August den Betrieb mit einem Drittel seiner Leute, schließt ihn aber wieder am 18. August abends, fall« die Nieter bis dahin ihre Arbeit nicht in ausreichendem Umfange wiederaufgenommen haben. Die I Gruppe deutscher Seeschiffswerften verschiebt I ihre Bettieseinschränkung bis zum 19. August abends. Die Beschlußfassung erfolgte entspre­chend einem schriftlich vorliegenden Vorschläge I des stellvertretenden Vorsitzenden des Eesamt- I verbandes deutscher Metallindustrieller, in dem außer den von der Gruppe deutscher Seeschiffs-

I werften beschlossenen Maßnahmen angeregt war, I daß die Vereinigung der Eisenindustriellen Stet» I tins ihre Betriebseinschränkung in Höhe von 60 I Prozent ihrer Leute bis auf weiteres bestehen | lasten und daß der Eesamtverband deutscher Me­tallindustrieller am 15. August im Vorstand und am 25. August im Ausschüsse über ein» sechzig­prozentige Eeneralaussperrung beschließen solle.

Die Kaisermanöver. Wie derInf." mit­geteilt wird, wird man auch beim diesjährigen Kaisermanöver besonderen Wert auf die Ver­wendung von Radsahrerkompagnien legen. Die Kompagnien werden etwa 120 Mann stark und außer im Melde- und Nachrichtendienst beson­ders auch im Gefecht, wo ein schnelles Eingrei­fen notwendig erscheint, tätig sein. Voraussicht­lich werden diese Abteilungen den kommandie­renden Generalen der beiden Manöverparteien direkt unterstellt werden. Der Bedarf an Rad­fahrern für kriegsstarke Truppenteile ist jetzt dahin geregelt worden, daß jedes Infanterie- Regiment 19 (Regimentsstab 1, jeder Ba­taillonsstab 2, jede Kompagnie 1 Radfahrer), jedes Kavallerie-Regiment 5 bis 7 Radfahrer erhält. Auch die übrigen Waffengattungen werden mit Radfahrern bedacht, die bei den Truppen verbleiben und nicht zu besonderen Ab­teilungen formiert werden. Die vier Infan­terie-Regimenter einer Division verfügen im ganzen über 76 Radfahrer: ein Armeekorps zu zwei Divisionen demnach über 152 Radfahrer. Wenn den Truppen 32 Leute für den inneren Dienst überlasten werden, ergibt sich bei Bild­ung einer Radfahrerkompagnie die oben ge­nannte Zahl. Dazu erhält im Kaisermanöver zum ersten Mal jedes Bataillon eine Fern- sprechabteilung. Ihre Stärke ist: 1 Offizier als Führer und 16 im Fernfprechdicnst ausgebildete Mannschaften. Die. Fernsprechvorrichtungen sind bereits in Händen der beteiligten preußischen und bayerischen Bataillone.

Dir Anleihegesetze. Eine der Denkschriften, die demReichstage stets unterbreitet werden, ist die über die Ausführung der Anleihegesetze. Sie wird auch im nächsten Tagungsabschnitte dem Reichstage zugestellt werden. Eine noch größere Bedeutung als früher hat sie insofern erlangt, als sie für die Reichsschuldentilgung maßgebend geworden ist. Im Reichsfinanzgesetz vom Jahre 1906 ist nämlich bestimmt, daß die Reichsan­

Marburg

Freitag, 14. August 1908.

Else Hornbach.

Original-Novelle von E. Wald.

lFortsetzung.) ,

Weißt Du, Else," sagt sie in französischer Sprache,Du siehst wirklich märchenhaft schön aus, so denke ich mir die Else in Lohengrin, kein Wunder, wenn Du allen Männern die Köpfe verdrehst: wohin man kommt, hört man nur das Lob Deiner Schönheit preisen. Es ist eigentlich furchtbar nett, so schön zu sein, und dabei be­sitzest Du eine schier unheimliche Ruhe und siehst Dein Bild mit so ernsten, düsteren Augen an."

Die junge Frau lächelte.Ja, aber Käthe, roag soll ich denn tun, vielleicht mein eigenes Bild anbeten? Wenn Du wüßtest, welch schwere Gedanken mich bedrücken. Du würdest es ganz natürlich finden, daß ich gegen solche Aeußerlichkeiteu gleichgültig bin. Ich erwarte sehnsüchtig eine Nachricht aus Bergwitz, Du weißt, daß ich Rudolfs wegen in rechter Angst bin."

Die der gute, leichtsinnige Bursche kaum verdient, verzeihe aber Du weißt"

Ja, ich weiß, daß Du Rudolf stets etwas abhold warst," unterbricht Else sie, sich um- wendend.Du könntest mir gewiß manches sagen, der Onkel, als Kommadeur, muß wißen, wie es steht, vielleicht könntest Du meine Be­sorgnisse zerstreuen."

Vielleicht," sagte Käthe, aufspringend und an die Türe eilend, an welche eben leise ge­klopft wurde. Es ist Bodo, der schon in voller Toilette fragen kommt, ob seine Frau bereit sei, da der Wagen warte. Er reicht der Komtesse die Hand und tritt dann auf Else zu. Sein müdes Auge flammt auf, wie er sie jetzt for­schend von Kopf bis zu Fuß betrachtet.

Du bist wunderbar schön heute, Else, und hast sogar einen Anflug Deiner früheren frischen Karbe. Mache nut ein noch wenig ernstere«

Di« Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Belle ober deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen SO Pfennig? .o , Pru<r unb «erlag: Joh. Äug. Koch, UnlversitätSbnchdruckerei 43. Jaykg. Inhaber Dr. C.Hitzeroth, Marburg, Markt21. Telephon55.

übertragen werden soll. Bei Hochwasser-Flüssen kommen Provinzial- und Kommunal-Verbände und bei sonstigen Flüssen die Gemeinden in Frage. Wo eine Uebertragung aus besonderen Gründen auf die Kreise angezeigt erscheinen sollte stünde auch dem nichts im Wege. Jedoch ist die ganze Materie, ebenso wie verschiedene andere llebergangsbestimmungen noch nicht vollständig in dem Entwürfe durchgearbeitet. Die letzte Hand soll an sie auf Grund der Gut­achten der Provinzialbehörden, die sich wieder zum Teil auf die Gutachten der wirtschaftlichen Korporationen stützen, gelegt werden. Alle diese Arbeiten erfordern natürlich Zeit, und deshalb ist es gegenwärtig noch nicht zu bestimmen, ob der Wassergesetzentwurf dem Landtage schon in der nächsten Tagung oder später vorgelegt wer­den wird.

Man abonniert auf die täglich erscheinendevberhessische « lüft 8.eiln0 bei allen Postämtern und unfern ZeitungSstellen in 1IS. IvU Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21

-Der Bezugspreis beträgt durch die Post 3,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern ZeitungSstellen und der Expedition 2 Mk

leiheschuld alljährlich in Höhe von mindesten« drei Fünfteln de« sich jeweils nach der Denk­schrift über die Ausführung der Anleihegesetze ergebenden Schuldbetrages zu tilgen ist. Wäh­rend also die Höhe des Tilgungssatzes im Mi­nimum durch Gesetz bestimmt ist, wird der Schuldbetrag, von dem die Tilgung vorzuneh­men ist, jedesmal nach der Denkschrift über die Ausführung der Anleihegesetze bemessen. Man kann aus der letzteren also stets die Summe berechnen, die mindestens in den Reichshaus­haltsetat des nächsten Jahres zur Tilgung ein­gestellt werden muß. Im letztjährigen Etat ist ja zwar die Schuldentilgung aus bekannten Gründen illusorisch gemacht, in den folgenden aber wird die Berechnung auf der Grundlage der Zahlen der genannten Denkschrift auch von praktischem Werte sein.

Die Maß- und Gewichtsordnung. Die vom Reichstage in feinem letzten Tagungsab­schnitte genehmigte und inzwischen als Gesetz publizierte Maß- und Eewichtsordnung bedarf bekanntlich zu ihrer vollständigen Ausführung noch verschiedener näherer Anweisungen. An deren Ausarbeitung sind die zuständigen be­hördlichen Stellen herangegangen, sobald bas Gesetz veröffentlicht war. Ehe bie Ausführungs­anweisungen zur neuen Maß- unb Eewichtsord- nung fertiggestellt sein werden, wird naturge­mäß noch einige Zeit vergehen. Indessen be­steht bie Zuversicht, daß es gelingen wird, noch im Beginn des kommenden Winters den betref­fenden Entwurf an den Bundesrat zu bringen.

Das Befinden des Fürsten Eulenburg. Von einem der Aerzte, unter deren Behandlung Fürst Eulenburg sich in der Chariiee befindet, erhält dieBerl. Univ.-Korr." über den gegen­wärtigen Zustand Eulenburgs folgende Dar­stellung:Das Befinden des Fürsten ist schlech­ter, als es bei der Einlieferung in die Eharitee war, aber bester als kurz nach der Verhandlung. Die Besserung des Gesamtbefindens und das Schwinden der besorgniserregenden Apathien, sind auf das Fortfällen der kontinuierlichen Aufregungen zurückzuführen, die mit den Ver­handlungen im Schwurgerichtsverfahren ver­knüpft gewesen sind. Die Trombose ist im Rückgänge begriffen, dagegen besteht die Bron­chitis, deren Ursache noch nicht ganz klar fest- gestellt werden konnte, unverändert fort. Die Bronchitis bildet im Vereine mit dem Herzfeh­ler bei einem Manne in dem Alter des Fürsten eine stete Quelle von Besorgnisten. Von einer Verhandlungsfähigkeit kann jetzt und für bie nächste Zeit gar nicht bie Rebe fein. Es läßt sich auch kaum annähernb bestimmen, wann bet Fürst roieber verhandlungsfähig fein wird." Ob nach biefer Darstellung bie von bet Staats­anwaltschaft beabsichtigte Einholung eines Obergutachtens übet bett Gesundheitszustand des Angeklagten die Wiederaufnahme des Ver­fahrens herbeiführen wird, erscheint zweifelhaft.

Neuregelung des Marktwesens. Berlin, 12. Aug. Von dem Gesetzentwurf über eine Neu-

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

««6 heu Seit««««!Mer-rischer Amei-er« »Wirtschaftliche Seilage« andItlaSrierte« S-mata-,l,l-tt

aber glücklich ist sie nicht: ich habe sie noch nie lächeln gesehen, wie sie als Mädchen gelächelt hat."

Aber warum ging sie denn diese Ehe ein?* Eine tiefe Bitterkeit liegt in feinem Ton.

Sie sind ja wcchl in Rudolfs Verhältnisse eingeweiht und werden wissen, wie es vorigen Sommer um ihn stand."

Also doch, sie hat sich geopfert, ich ahnte es!" ruft er leidenschaftlich.Wie konnte man es aber zugeben, daß durch die Schuld eine« leichtsinnigen Egoisten ein so junges Wesen ge­opfert wird?"

Käthe zuckte die Achseln.Ich habe von meinem Koufin nie sehr viel gehalten, aber et muß doch wohl auch seine guten Seiten haben, denn Else liebt ihn sehr."

Ja, sie muß ihn sehr lieben," sagt Mahl­berg weich,sie war so stolz auf den Bruder. Verzeihen Sie, noch eine Frage, Komtesse Käthe, Sie werden ja längst merken, daß ich Interesse an den Verhältnissen habe, daß es keine müßige Neugierde ist, wie steht es in Bergwitz?"

Ich fürchte, nicht gut, Else ist in großer Besorgnis, unb bie Nachrichten, bie sie au» bet Heimat empfängt, scheinen sie zu beunruhigen, dabei ist Rudolf aufs Neue verwickelt."

Mein Gott, wieder, er ist unverbesserlich.*

So fürchte ich auch."

Die Komtesse blieb stehen und reichte ihrem Begleiter bie Hand,boch hier scheiben sich un­sere Wege, ich hoffe aber, daß ich Sie reckt bald bei uns sehe und wir noch oft plaudern können, vorausgesetzt, daß Sie noch hier bleiben."

Mit warmem Händedruck trennten sie sich nun: in tiefes Sinnen verloren, ging Herr von Mahlberg weiter.

Driilsches Reich.

Der Kaiser im Tennelager. Sennelager, 12. Aug. Die heutige Kavallerie-Uebung endete gegen 1 Uhr. Der Kaiser frühstückte im Offiziers- kafino unb nahm bann Wohnung im kaiserlichen Barackenlager. Nach ber Abendtasel war im Offizierskasino Zapfenstreich sämtlicher Musik- korp» ber hier vereinigten Regimenter vorge­sehen. Auf Einlabung des Kaisers nimmt an den hiesigen Hebungen der schwedische Oberst, Kommandeur der Leibgarde zu Pferde, Graf Oxenstierna teil.

Vom Kronprinzen. Der Kronprinz, ber vorgestern Abenb von Friedrichshafen in Lindau eingetroffen war, hat gestern Vormittag mit der Kronprinzessin, bie im Automobil von Bay- reut kam, bie Reise nach Bozen fortgesetzt.

Vom Kriegsschauplatz in Stettin. In Stettin äußerten die Führer Schulz vom Metall- arbetteröerbanb in Hamburg unb Reichel-Stutt­gart, als sie bas Abstimmungsergebnis ber Nie­terversammlung der Vulkandirektion übermittel­ten, den Wunsch, bie deutschen Seeschiffswerften möchten die für heute Abend angekündigten Massenaussperrungen noch einige Tage verschie­ben, da noch Hoffnung vorhanden fei, daß die Streikenden den Vorschlägen der Organisations­leiter folgen unb bie Arbeit wieder aufnehmen würden. Die Direktion desVulkan" konnte aber naturgemäß keine Zusicherung abgeben, da bie Entscheidung bei ber Gruppe deutscher See­schiffswerften liegt. Diese hat nun unverzüglich noch zu heute Mittag eine Sitzung nach Ham­burg einberufen, um zu entscheiden, ob heute Abend mit den Massenaussperrungen begonnen werden soll. Es wurde folgender Beschluß ge­faßt: Der Arbeiterausschuß des StettinerVul­kan" hat der Direktion mitgeteilt, daß der Streit ber Nieter für beendet erklärt sei und hat bie Wiederaufnahme des Betriebes beantragt. Um dies zu ermöglichen, beschloß bie Gruppe

großer Toilette bewundert habe: sie find heute zum Balle bei dem T.'schen Gesandten. Aber kennen Sie denn meine Kousine?"

Er nickt unb sieht babei angelegentlich in bie hellstrahlenden Schaufenster an seiner Seite.

Ich lernte FräuleiiNvon Hohenbach vorigen Sommer kennen, als sie aus der Pension kam."

Käthe sieht mit ihren klugen Augen for­schend in fein erregtes Gesicht.Ah so! Nun, Sie würden Else dann auch wohl sehr verändert finden. Sie ist eine gefeierte Mode­schönheit geworden."

Und fühlt sie sich glücklich in dieser neuen Sphäre?"

Das wage ich nicht zu behaupten. Wenn Sie da« frische Naturkind gekannt haben, wer­den Sie da« auch nicht für möglich halten. Sie tft so gleichgiltig gegen all den Glanz und Schimmer, daß die» bei einer so gefeierten junaen Frau fast unnatürlich ist. Mein Gott, sie hat, um mit der Welt zu sprechen, da« große Los gezogen, eine glänzende Heirat gemaM,

Gesicht unb ich wette, daß Du wieder dieSchönste unter den anwesenden Damen bist. Und nun rasch den Mantel um unb in den Wagen. Adieu, Komtesse Käthe."

Adieu, adieu, unb, Else, vergiß nicht, daß Du mir morgen alles genau schildern mußt."

Allein geblieben, setzt? sie vor dem Spiegel den kleinen Hut auf.Wie unbedeutend kommt man sich doch neben dieser schönen Else vor. Da­bei ist sie kaum ein Jahr aus ber Pension zurück unb schon eine gefeierte Weltdame. Aber glück­lich ist sie nicht, das sieht man gleich, unb sie wirb es auch nicht werden, denn es nagt noch ein anderer Schmerz an ihr, als bie Sorge um ihren leichtsinnigen Bruder." Sie wandte sich ab unb ließ sich von der wieder eingetretenen Zofe den Pelzmantel umgeben, bann läuft sie rasch durch die Reihe ber eleganten Zimmer die hellerleuchtete Treppe hinab und tritt unten auf bie Straße. Ein Livreediener folgt ihr. An einer Kunsthanblung blieb sie stehen unb betrachtete aufmerksam einige neue Photogra­phien.

Guten Abenb, Komtesse Käthe," sagt da eine tiefe, wohllautende Stimme neben ihr. Ueberrascht wendet sie sich um und sieht an der hohen, eleganten Männergestalt in die Höhe, bie grüßend vor ihr steht.

Ach, Herr von Mahlberg," ruft fie, ihm herzlich die Hand entgegenstreckend.Sind Sie es wirklich? Ich glaubte Sie tief eingeschneit auf Ihrem Landsitz unb treffe Sie hier Unter den Linden, wie freue ich mich. Wenn Sie nichts Besseres vorhaben, so begleiten Sie mich ein Stückchen."

Mahlberg lächelt freundlich auf die kleine, lebhafte Dame herab.Um diese Gunst wollte ich Sie eben bitten, Komtesse. Ich habe auch noch den egoistischen Wunsch, von Ihnen etwa« aus dem alten, lieben N. zu hören und von Ihrer .lieben Familie. Ihr Herr Vater beehrt« mich stet« mit seiner besonderen Gunst, und

Vom Wassergesetzentwurf.

Der preußische Wassergesetzentwurf ist be- kanntlich vor einiger Zeit den Provinzialbehör­den sowie einer größeren Zahl von toirtfäaft« lichen Korporationen zur Begutachtung unter­breitet worden. Die Gutachten sind auch in zahlreichem Maße erstattet worden. Es hat sich fo_,ein weitschichtiges Material angesammelt, das gesichket, geprüft unb bearbeitet wirb. Ob ts möglich sein wird, den Entwurf in so naher iZett^Mtigzustellen, daß er bald in legisla­torische Behandlung genommen unb bem preu- vffchen Lanbtage schon in der nächsten Tagung vorgelegt werden kann, ist allerdings zweifel­haft und zwar umsomehr, als die behördlichen Stellen, von denen der bisherige Entwurf tiUf= gestellt war, selbst von der Ansicht ausgingen, gewisse Teile einer nochmaligen eingehenden Durcharbeit zu unterwerfen. Dies gilt nament­lich von den Übergangsbestimmungen. Man er­wartet in ber Zentralinstanz gerabe von ben Provinzialbehörden eine eingehenbe Begutacht­ung biefer Vorschriften, unter Berücksichtigung etwaiger besonberer örtlicher Verhältnisse. Wie schwer solche Verhältnisse wiegen können, ersteht man an einem Beispiel: Nach ber allgemeinen Bestimmung bes Entwurfes sollen alle natür­lichen Wasserläufe, soweit sie nicht bem ösfent- lichen Schiffsverkehr bienen, im Eigentum der Anliegen stehen. Diese Regelung, die sich nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts bem im größten Teile ber Monarchie bereits bestehen­den Rechtszustanbe anschließt, ist lebhaftem Widerspruche, namentlich aus den westlichen Provinzen, begegnet. Die Kritik aus dem Re­gierungsbezirk Wiesbaden hat darauf hingewie- fen, daß die nicht schiffbaren Wasserläufe nach dem in Nassau geltenden Rechte fast durchgehend im Eigentum der Gemeinde ständen, und daß deshalb für Nassau die in Rede stehende allge­meine Bestimmung des Entwurfes eine völlige Umwälzung bes bestehenden Rechtszustandes be­deute. Diesen Einwendungen wollen die Re­gierungsstellen in etwas entgegenkommen, wenngleich sie auch die gesetzliche Regelung der Eigentumsverhältnisse an den Wasserläufen nicht nach Provinzen vornehmen wollen. Der Entwurf trifft Vorsorge, daß in denjenigen Tei­len der Monarchie, in denen bie nicht schiff­baren Wasserläufe nach bem bisher dort gelten­den Rechte nicht im Eigentum ber Anli: zer stehen, bie Eigentumsverhältnisse in einer den wirtschaftlichen Bebürfnissen unb ben Gewohn­heiten der Bevölkerung entsprechenden Weitt geordnet werden können, und zwar so, daß 'm- Eigentum an diesen Wasserläufen durch fio:-; liche Verordnung bis zum Inkrafttreten des ganzen Gesetzes auf öffentlich-rechtliche Ver­bände übertragen wird, lieber die Bedürfnis­frage soll in erster Linie der Provinzial-Land- tag gehört werden, in Hessen-Nassau die Kom- munal-Landtage ber beiben dort bestehenden Bezirksverbände. Es ist nur die Frage, welchen öffentlich-rechtlichen Verbänden das Eigentum