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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

mrd dr« Beilage«: .Literarischer Anzeiger",Kandmirlschafttiche Beilage" «ndIllnstrierte» K-uutag-blE.

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die ^gespaltene Zeile oder deren Staunt 16 Pfennig, für Rellamen 30 Pfennig. iq

Donnerstag, 13. August 1908. a

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Die Monarchenbegegnung in Kronberg.

ffiie wir in unserem gestrigen Depeschen- Vrile schon kurz mitteilten, hat die Zusammen- ^lnft unseres Kaisers mit König Eduard von England gestern in Kronberg stattgefunden Es »regen hierzu folgende Meldungen vor:

K r o n b-e r g, 11. Aug. Um 8 Uhr 30 Min. pofen der Kaiser im Ueberrock der Posener Zager zu Pferde mit Stahlhelm, sowie Prinz Und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen mit Alolge auf dem Bahnhöfe ein. Ferner hatten ftch etngefunden Regierungspräsident Dr. von Meiste^ Landrat Dr. von Marx, Bürgermeister Pusch-Kronberg, der englische Botschafter Sir ^°ncrs Lascelles und der englische Militär­attache Trench. Der Kaiser zog letzteren in ein längeres Gespräch. Um 9 Uhr lief der Zug mit r5 uon England ein. König Eduard in ^e.r Uiiiform seines Stolper Husarenregiments mrt Sri Stanley Clark und Mr. Ponsonby ent- Megen dem Salonwagen. Die Begrüßung der Monarchen war sehr herzlich. Sie küßten ein­ander auf beide Wangen. Der König begrüßte sodann den Prinzen und die Prinzessin Fried, rrch Karl ebenfalls aus das herzlichste worauf dre Gefolge vorgestellt wurden. Der Kaiser und der König fuhren sodann im offenen Auto- mobil unter Hochrufen des Publikums zum Schlosse. Prinz und Prinzessin Friedrich Karl und dre Herren des Gefolges schlossen sich in Automobilen an. Rach der Ankunft in Schloß Friedrichshof frühstückten die fürstlichen Herr­schaften en famille und zogen sich hierauf in ihre Gemächer zurück. Im Gefolge des Königs Eduard befindet sich außer den bereits genann­ten Personen auch Unterstaatssekretär Charles Hardinge. Bor oer Mittagstafel machten der Kaiser und König Eduard einen Spaziergang im Schloßpark. An der Tafel um 1 Uhr nahmen außer den Monarchen, Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und der Kronprinzes­sin von Griechenland, das Gefolge, ferner der ehemalige Leibarzt der Kaiserin Friedrich, Dr. Spielhagen, der englische Botschafter Sir Frank Lascelles, der Marineattachs Trench, so­wie die Offiziere des Wachkommandos teil. Bel der Tafel konzertierte die Kapelle des 8L In­fanterieregimentes.

Ueber die Teilnahme der beiden Majestäten an der Enthüllung des Denkmals der Land­gräfin Elisabeth in Homburg wird berichtet:

Homburg v. d. H.. 11. Aug. Zur Ent­hüllung des Denkmals der Landgräfin Elisa­beth trafen der Kaiser und der König von Eng­land im Automobil von Schloß Friedrichshof kommend um 3 Uhr 20 Minuten hier ein und wurden von der zahlreich versammelten Menge in der festlich geschmückten Luisenstraße, sowie in der Ferdinandstraße enthusiastisch begrüßt. Am Denkmal, an der englischen Kirche, waren versammelt: Regierungspräsidegt Dr. von Meister, Landrat Dr. von Marx, erster Bürger­meister Luebke, Stadtverordnetenvorsteher Dr.

17 i Jirtiiiörint veteo-rn.)

Else Hornbach.

Original-Novelle von E. Wald.

lFartsehung.)

Die blauen Augen, die starr in den Kamin blicken, füllen sich allmählich mit Tränen das Feuer blendet sie wohl, denn sie hat doch bisher jede weiche Regung standhaft niedergekämpft und dem Herzen Ruhe geboten, so oft es sich auslehnen wollte, sie durste keine weichen Ge­fühlsregungen aufkommen lasten, dem Gatten konnte und wollte das junge Herz nicht entge­genschlagen und an einen anderen durste sie nicht denken, wenn sie auch keine Liebe geben konnte, die Pflicht würde sie nicht verletzen, auch in Gedanken nicht. Pferdegetrappel und Hunde­gebell schreckten die Träumende empor, :ine laute Stimme gibt einige Befehle und dann kommen rasche Fußtritte durch die Mitte des Zimmers. Else will kein intimes Zusammen­treffen in ihrem Boudoir, und so springt sie rasch auf und geht ihm bis in den kleinen Em- psangssalon entgegen:

Ei der tausend, Liebchen, noch wach und wartend? Das verdiene ich gar nicht, aber die alten Bekannten ließen mich nicht gleich fort." Er beugte sich über sie und will sie kästen, sie wendet sich rasch ab.

Wünschest Du noch irgend etwas, vielleicht eine Taste Tee?"

Rein, danke," erwiderte Bodo, sich lang auf seine Chaiselongue streckend.Uebrigens Kind, ich erwarte morgen einige Offiziere zur Jagd, beordere ein anständiges Diner, hoffentlich schenkst Du uns dabei Deine Gegenwart und machst alle verliebt in Dich, Du weitzt^ ich bin stolz auf meine kleine schöne Frau. Ich hörte da auch verschiedene Neuigkeiten, die Dich viel­leicht interessiere», der Premier Mahlberg von

Riediger, Stadtältester Geheimer Baurat Pro- festor Jacobi, Kurdirektor Freiherr v. Maltzahn und Bildhauer Professor Fritz Eerth. Baron v. Maltzhan begrüßte die Majestäten und bat um die Erlaubnis, die Hülle entfernen zu dür­fen. Dies geschah unter großem Jubel der zahlreich versammelten Zuschauer. König Eduard ließ sich den Schöpfer desselben, Pro­festor Gerth, vorstellen. Zur Enthüllungsfeier waren auch erschienen die zur Zeit hier weilen­den Admiral Fitzgeorge, der Sohn des verstor­benen Herzogs von Chumberland, Colonell Dardson, sowie der Oberhofprediger des Königs, Sir Teignmouth Shore. Die Herschaften be­sichtigten hierauf die englische Kirche und be­gaben sich sodann nach der Erlöserkirche auf einer Fahrt mittels Automobils durch den Kur­park an den Brunnen vorüber. An der Erlöser­kirche waren zum Empfang die evangelische Geistlichkeit erschienen. Beim Betreten der Kirche spielte die Orgel und erstrahlte das Stoße Kreuz, welches das Mittelschiff der Kirche eleuchtet. Rach einer kurzen Besichtigung ver­ließen die Majestäten mit ihrer Begleitung und Gefolge die Kirche durch den Privateingang des Kaisers, bestiegen die Automobile und fuhren nach Schloß Friedrichshof zurück.

Kronberg, 11. Aug. König Eduard ver­lieh dem Gesandten Freiherrn von Jenisch das Eroßkreuz des Viktoria-Ordens und dem Kur­direktor Freiherrn von Maltzhan in Homburg das Komandeurkreuz des Viktoria-Ordens.

Kronberg, 11. Aug. Kaiser Wilhelm uni) König Eduard nebst den übrigen Fürstlichkeiten, das Gefolge, Botschafter Lascelles und Oberst Trench traten um 3 Uhr eine Automobilfahrt durch den Taunus an. Der Kaiser trug wieder­um die Uniform der Posener Jäger zu Pferde. König Eduard Husarenuniform.

Ueber die Zusammenkunft unseres Kaisers mit dem Könige von England ergehen sich die führenden englischen Blätter in den verschie­densten Betrachtungen. So schreibt dieMor- ning Post":Die allgemeine europäische Lage wird durch die Zusammenkunft in Friedrichshof kaum berührt. Die deutsche Nation aber sollte wenigstens darin eine Bestärkung der Rede sehen, welche Sir Erdward Grey am 27. Juli gehalten hat. Die Beziehungen zwischen Eng­land und Deutschland werden beständig durch Gefühlsausbrüche auf beiden Seiten gestört. Die offiziellen Beziehungen aber sind seit einiger Zeit gleichmäßig freundschaftliche gewesen und es liegt kein Grund vor, warum dieser Zustand nicht aufrechterhalten werden könnte. Der deut­schen öffentlichen Meinung hat es beliebt, ver­stimmt zu sein, weil England Ententen ge­schlossen hat. Wie aber Sir Edward Grey ge­sagt hat, versuchen wir nicht, unseren Freund­schaften eine feindliche Spitze zu geben. Es ist nicht unsere Absicht, irgend eine Macht zu iso­lieren. Müßig wäre es, zu behaupten, daß wir mit Deutschland nicht rivalisieren oder daß u^ sereBestrebungen nicht merklich einander wider­streiten. Aber von irgend einer feindlichen Ab-

den Dragonern hat eine reiche Erbschaft ge­macht, ein alter Onkel ist gestorben, er hat quittiert, hat vor einigen Tagen sein Abschieds- Diner gegeben und ist schon nach seinem neuen Majorat abgedampft. Wenn ich nicht irre., ist er ja wohl intim mit Rudolf, da kann er ja jetzt mal unter die Arme greifen, denn unter uns gesagt, Liebchen, dieser Schwager fängt mir an, etwas teuer zu werden, er verbraucht ver­dammt viel Geld, gibt etwas drauf, daß er mir damals bei dem Handel geholfen hat, ich habe tüchtig bluten müffen, aber das schadet nichts, mein holdes Weibchen ist es wert und gereut hat es mich noch keinen Augenblick, komm her, gib mir einen Kuß."

Else hatte halb abgewandt von ihm am Sofatisch gestanden, bei seinen letzten Worten war sie leichenblaß geworden, ein nervöses Zit­tern überflog die hohe Gestalt. Wie er mit seiner heißen, schmalen Hand nach ihrem Arm faßte, trat sie rasch einen Schritt zurück und sagte mit leiser Stimme:

Es ist spät und ich bin müde von der Fahrt, gute Nacht!" Dann glitt sie rasch durch die schwere Portiere in ihr Zimmer, ihr Gatte sieht ihr mit halbgeschlossenen Augen nach,sie ist ein süperbes Weib geworden, aber noch spröde und empfindlich, nun das gibt sich mit der Zeit, die kleine Olga wäre zutraulicher geworden, was sie wohl gesagt haben mag, wie ich nicht mehr wieder tarn? A bah. ein Sommernachts­traum."

Else war in ihrem Schlafzimmer in einen Sessel gesunken, die großen, blauen Augen starr vor sich hingerichtet.Ein Handel", ja, so hieß das Wort, welches Bodo vorhin in seinem halben Räusche hingeworfen; er hat sie wohl nicht verletzen wollen, aber es brennt in ihrer Seele. Ja, es ist ein Handel gewesen, sie hat sich verkauft wie eine Ware, aber hatte sie den»

sicht ist England vollständig frei. Das muß Deutschland anerkennen, wenn es die Schwierig­keit sieht, mit welcher unser Volk sich von der Notwendigkeit überzeugen läßt, bloß Rüstungen zur Verteidigung zu betreiben. Die Tatsache, daß der König von Friedrichshof nach Ischl geht, sollte weiter den Umstand betonen, daß unsererseits kein Versuch vorliegt, Deutschland zu isolieren oder zu beleidigen. Deutschland ist mit Oesterreich-Ungarn mehr verbündet als je. Die einzige politischeBedeutung, welche dem Besuch in Ischl beizulegen ist, ist die freund­schaftliche Anteilnahme Englands an den An­gelegenheiten dieses Staates. Die persönliche Popularität des Königs und seines kaiserlichen Neffen in ihren Ländern sollten dazu beitragen, daß die beiden Nationen einander mit freund­schaftlicheren und sympathischeren Augen sehen. Denn es liegt kein Grund vor, warum unser nationaler Wettbewerb verbittert werden soll durch falsche Darstellungen. In der Hoffnung, daß dieses bessere Verständnis durch einen frei­mütigen Gedankenaustausch gefördert wird, be­grüßen wir die Besuche von Friedrichshof und Ischl."Pall Mall Gazette" schreibt: Der König ist eher als irgend ein anderer in seinem Reiche in der Lage, dem deutschen Volke in der Person seines Kaisers die Versicherung zu geben, daß jene Gefühle, welche Kaiser Wilhelm im Herbst gelegentlich seines Besuches in London zum Ausdruck gebracht hat, die dauernde Emp­findung des englischen Volkes gegenüber Deutschland bleiben werde. Er kann auch den ernsten Wunsch Englands bezeugen, mit der ganzen Welt im allgemeinen und mit Deutsch­land rm besonderen im Frieden leben zu wollen. Er kann ihm sagen, daß ein Angriffskrieg gegen Deutschland auf unserer Seite undenkbar ist. Nicht als ob irgend etwas, was zwischen den Herrschern sich ereignen mag, den Gang der ständigen Politik beider Mächte ablenken könnte, aber schon die bloße Tatsache der Zu­sammenkunft muß irgendwie wirksam werden gegenüber den in der deutschen Vorstellung vor­handenen Befürchtungen betreffend die Absich- tenEnglands. Wir können für das deutsche Valk nichts besieres wünschen, als daß fein Kai­ser, über dessen Gefühle uns gegenüber dasselbe sagen kann, wie unser König über unser Gefühl gegenüber dem deutschen Volk. Wenn dies tat­sächlich möglich sei, dann werde der Strom von Prophezeiungen über einen unvermeidlich eng­lisch-deutschen Zusammenstoß ebenso versiegen, wie die alten, unerfüllten Vorhersagungen eines unvermeidlichen Krieges zwischen Eng­land und Rußland, sowie zwischen England und Frankreich.

Ftichches Nelch.

Staatssekretär Dernburg in Windhuk. Windhuk, 10. Aug. Staatssekretär Dernburg hat sich über die. südwestafrikanische Kolonie in günstigem Sinne ausgesprochen. Die Bevölke­rung bringt dem Staatssekretär ihre Sympathie

Recht, jetzt nachträglich vor dem Wort zurück- zuschrecken, sie selbst hatte ja kaltblütig alle Vor­teile erwogen und bann ihr Jawort gegeben. Rein, nein, es ist nicht wahr, nicht mit kaltem Blute hatte sie sich verkauft, sie hatte gekämpft und gerungen, und wie ein zum Tode gehetztes Wild ist sie endlich zusammengebrochen, müde und widerstandslos. Aber was hatte Bodo noch gesagt, ihr Bruder, ihr vergötterter Bruder, er hat geholfen bei dem Handel? War es möglich, daß er durch Geld sich hatte bestechen lassen, Kammlers Sache bei ihr so warm zu vertei­digen, daß die Briefe, die ihr so namenloses Herzeleid gebracht, bezahlt waren? Sie schau­derte. Brennende Schamröte bedeckte die blassen Züge, wie fühlte sie sich erniedrigt in den Augen der Kammlers, auf die sie bisher von so stolzer Höhe herabgesehen. Nur einer stand schuldlos da ihr Vater oder ob man den stolzen, edlen Mann auch im Verdacht hatte? Und war ihm denn auch wirklich dauernd geholfen? Wohl wußte sie es sich eingestehen, daß sie nicht nur allein für ihren Vater und Bruder das Opfer gebracht, den Ausschlag hatte hauptsächlich Ru­dolfs letzter Brief gegeben, wie er geschrieben, daß noch ein Dritter mitfallen mußte et, dessen Name heute zum erstenmal wieder an ihr Ohr geklungen, und an den sie doch nicht mehr ! denken durste! Düster blickt die junge Frau vor sich hin, da steht sie plötzlich das gute offene Besicht des jungen Offiziers vor sich, wie er voll liebender Teilnahme bemüht ist, sie zu be­ruhigen, an jenem letzten Abend, wo sie ihn ge­sehen, und in Tränen ausbrechend, finkt fie vor dem Bett in die Kniee.

8. Kapitel.

So vergehen ein paar unruhige Wochen, täglidj werden Besuche gemacht oder es kommen Gäste nach Güstow der alte Baron hat richtig sirekuttert. durch die Verbindung mit de» Ho-

entgegen. Der Staatssekretär ordnete an, daß die vorn früheren Gouverneur von Lindequift eingeführten Eingeborenenverordnungen be­stehen bleiben; die Selbstverwaltung wurde von ihm akzeptiert, wie fie der Eouvernementsrat verlangt hat. Handelskammern werden i» Srvakopmund und Lüderitzbucht, eine Landwirt­schaftskammer und ein Kreditinstitut in Wind­huk errichtet. Heute reift Staatssekretär Dern­burg nach dem Norden ab.

Born Deutschen Flottenverein. Eine be­merkenswerte Ansprache hielt der Oberpräsident des Rheinlandes v. Schorlemer-Lieser gelegent­lich der Tagung des Deutschen Flottenverein» für die Rheinprovinz in Köln. Er betonte, er halte es nicht angebracht, auf dir früheren Bei- hältniffe zurückzukommen, die seiner Zeit die Krisis im Flottenverein heroorgerufen haben. Den zurückgetretenen Herren sei man Anerkenn- ung schuldig, zum neuen Präsidium aber müsse man das Vertrauen haben, daß bet Deutsche Flottenverein getreu seinen Satzungen ben alten Kurs beibehalten werde. Er hoffe, daß es dem Vereine gelinge, auch in Zukunft nicht in seiner Tätigkeit an der Grenze einer Partei oder eines Bundesstaates" zu erlahmen. Einig­keit tue not; er bitte um den Ausdruck des Vertrauens für die neue Veteinsleitung. In einet Resolution wurde ausgesprochen, daß die Hauptversammlung des Flottenvereins für die Rheinprovinz unbedingt sich auf den Boden der Danziger Resolution stelle. Die Versamm­lung begrüßt die Erklärungen des Präsidenten, daß die Unabhängikeit des Vereins in jeder Weise gewahrt werben solle, und daß dem Ver­ein das Recht zustehen müße, seine eigenen An­sichten über die Weiterentwickelung der deut­schen Flotte zur Geltung zu bringen.

Eine Maschinengewehr-Abteilung. Wie derInf." von militärischer Seite gemeldet wird, soll am 1. Oktober eine neue Maschinen­gewehrabteilung zu sechs Geschützen gebildet werden. Sie kommt nach Ostrowo in Garnison, wo bereits von Staatswegen das hierzu nötigt Gelände gekauft und die Kasernen und Ställe ihrer Vollendung entgegensehen.

Die Zuteilung von Fernsprechabteilunge» an Stäbe und Truppen. Wie berInf." mit* geteilt wird, sind jetzt folgenden Behörden rmh Truppen Fernsprechabteilungen zugeteilt wor­den: 1) Die Generalkommandos und jede Di­vision erhalten je eine solche Abteilung. Sie sollen dazu dienen, sobald die Verhältnisse es erlauben, die mündliche Verbindung zwischen diesen Behörden und zwischen der Division und den ihr unterstellten Brigaden herzustellen^ Besonders im Gefecht ist dies erwünscht. Ferney find 2) Infanterie-Fernsprechtrupps aufgestelft worben, die jedem Bataillon zugeteilt werdens Sie sollen in der Lage fein, Fernsprechleitunge» bis zu je 4 Kim. herzustellen, was Vorzugs* weise im Vorpostendienste und im Gefecht ziß geschehen hat. Außerdem sind 3) Feldartillerie« Fernsprechabteilungen formiert worden, die dis in der Feuerstellung befindliche Batterie miß

henbachs hat der Name Kammler einen ganz anderen Klang erhalten, und hätte er seiner kränklichen Frau wegen nicht immer noch int Süden weilen müssen, so wäre ihm die Genug* tuung geworden, den ganzen stolzen Adel de» Provinz in den Sälen von Güstow begrüßen zu können. Else machte mit der ihr eigenen anmutigen Grazie die Honneurs nur von de» Herrendiners, die Bodo sehr oft gab, zog sie sich zurück. Lange hielt der lebenslustige Baron Kammler doch nicht auf dem Lande aus, trotz bet regen Geselligkeit, in der sie lebten, der Karneval wird in der Residenz verlebt, und auf allen Festen der eleganten Welt spielt die junge Frau eine glänzende Rolle. Else hat sich daran gewöhnt, diese Rolle zu spielen, sie erscheint in der Welt als die strahlende, selbstbewußte Schönheit und hat für jeden ihrer vielen Ver­ehrer ein Lächeln, aber es paßt so gar nicht für Elsens inneres Wesen. Es ist etwas Erkünstel­tes darin, sie übertreibt ihre Heiterkeit unb Le­benslust, fie spielt eine eingelernte Rolle, und oft, wenn die vollen rofigen Lippen scherzen und lachen, blicken die blauen Augen wie sehn­süchtig suchend in die Ferne. Bodo ist seht zu­frieden mit seiner schönen Frau, um die ihn alle beneiden, trotzdem setzt et sein ungeniertes Junggesellenleben außer dem Hause fort und fehlt an keinem Abend im Ballet, wenn die fesche Lilly tanzt. Ist Else bann am Abend allein, bann sinkt freilich bie Maske unb fie ist. die alte natürliche Else Hohenbach, sie fühlt sich grenzenlos elend, aber sie kann ihr Elend nicht in die Welt hinausschreien. Es ist ihr zu Stute, als müßte sie ersticken in dieser Lust ber Frivo­lität und Lüge in der sie gezwungen ist, z» leben, fie sehnt sich nach einem Atemzuge reiner,1 frischer Waldlust. In Güstow könnte fie viel' glücklicher wenigstens zuftiedener sein, aber ihr Gatte behauptet, dort vor Langeweile zu ft«*, ben, und allein darf sie nicht heim, er verlang^,