mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den KeUage«: „Literarischer Ameigrr", „Landu-irtschaftliche Beilage" und „Illustriertes Smmtagsblatt-.
Marburg
Dienstag, 11. August 1908.
Die Jnsertionsgebübr beträgt für die 7 gespaltene Zeile
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Die politische Bedeutung der Zeppeliuspende.
Die Schlacht von Cannae hatte Rom die Blüte seiner wehrfähigen Jugend gekostet. Aber als der überlebende Konsul mit den Trümmern des Heeres sich Rom näherte, zogen im Senat und Volk feierlich entgegen und dankten ihm, daß er am Vaterlande nicht verzweifelt habe.
Ob ein Volk zu einer führenden Rolle in der Weltgeschichte berufen ist, zeigt sich nicht im Glück, sondern im Unglück. Wir sind keine be- aeisterten Verehrer der Engländer, aber das Verhalten des englischen Volkes nach den ersten Niederlagen im Burenkriege war schlechthin mustergültig und stach ungemein vorteilhaft von der Haltung ab, die einige Jahre später das russische Volk nach den ersten Niederlagen im Kriege mit Japan zeigte.
Von diesem Standpunkte aus ist auch das Verhalten des deutschen Volkes nach dem Miß- geschick des Grafen Zeppelin für den Patrioten hocherfreulich. Wäre der Deutsche der kleinliche Philister, als de: er oft dargestellt wird, so hätte er nach dem Zeppelinschen Unfall die Achseln gezuckt und gesagt: „Ich hab's ja immer geiagt, Zeppelin ist ein Phantast, mit dem es ein schlimmes Ende nehmen mutzte." Nichts dergleichen geschah. Nach einer Minute des starren Entsetzens raffte sich das Volk auf und Jung und Alt, Hoch und Niedrig, ganz Deutschland von Memel bis Lindau wetteiferte darin, dem genialen Erfinder Sympathie und Liebe zu bekunden.
Für das Ausland und besonders für unsere Gegner im Auslande ist dieser Vorgang eine beherzigenswerte Lehre. Sie stellen sich die Deutschen als uneinig und temperamentlos vor. Es ist richtig, Uneinigkeit und Streitsucht liegen im deutschen Charakter und unser großer Bismarck hat dafür einmal das zutreffende Beispiel angeführt, datz. wenn in einem Städtchen zwei Bataillone liegen, von denen das eine schwarzes und das andere weitzes Lederzeug hat, so prügeln sich die Soldaten, eben weil die einen weißes und die anderen schwarzes Lederzeug tragen. Die bewunderswerte Haltung des deutschen Volkes bei dem Zeppelinschen Unglück aber zeigt, daß es mit der deutschen Uneinigket in dem Augenblick vorüber ist, wo ein großes, starkes und reines Empfinden die Nation bewegt. Und wer in diesen so traurigen und doch so schönen und erhebenden Tagen der Innigkeit der Teilnahme und mittelbar darauf die Kraft und den Schwung der Betätigung des Volkes beobachtet hat, der wird den Deutschen nicht temperamentlos nennn dürfen. Das war etwas von jenem furor teutonicus, der, wie einst Bismarck sagte, Deutschland unbesieglich mache. Und wenn schon bei dieser Gelegenheit, die doch schließlich die Geschicke des deutschen Volkes nicht berührt, dieser Furor zutage trat, wie wird er dann erst aufflammen, wo es für die Nation gilt, ihre Existenz zu verteidigen! Diejenigen also, die darauf spekulieren, das
15 (Nachdruck verboten.)
Else Hohenbach.
Original-Novelle von E. Wald.
(Fortsetzung.)
Und Olga kam von da ab täglich denselben Weg, und es kam ein Abend, an dem er sie zum erstenmal in seinen Armen hielt und glühende Schwüre in ihr Ohr flüsterte. Nachdem er ihre Sinne mit farbenprächtigen Schilderungen aus jener Welt betäubt hatte, die für das arme alleinstehende Mädchen wohl immer verschlossen blieb, wirkte er auf ihr Herz ein, und wie leicht wurde ihm dem unschuldsvollen Gemüt gegenüber das frevle Spiel. Fast versuchte et Mitleid zu fühlen, wenn er sie im Arm hielt, und sie ihr Köpfchen in stiller Seligkeit an seine Brust drückte und ihm aus ihren Kinderaugen die reine Liebe entgegenstrahlte. Er hatte kein Wort von der Verwirklichung ihrer Liebe gesprochen, und sie hatte nicht darnach gefragt: ihr war es genug, daß er sie wieder und wieder liebte und mit tausend Kosenamen diese Leidenschaft beteuerte; was später kam, daran dachte sie nicht. Mußte denn diese Liebe nicht ewig währen? Sie träumte einen seligen Traum und dachte an kein Erwachen.
So waren zwei Wochen vergangen, als Olga eines Tages blaß und verstört von ihrem Spaziergange heim kam: zum ersten mal war er nich^ da gewesen! Die Baronin war unwohl «nd zeitig zur Ruhe gegangen: so war Olga ihres Amtes als Vorleserin für diesen Abend enthoben, und so saß sie allein am Fenster ihres Stübchens und sah in den Garten hinaus. Verlebens zermarterte sie ihren armen Kopf, warum »r nicht gekommen; am Abend vorher hatte er kein Wort geäußert, im Gegenteil, er war liebe- doller und zärtlicher den« je gewese» und hatte
deutsche Volk sei durch einen jahrzehntelangen Frieden wieder zum schlafmützigen Michel geworden, mögen sich in Acht nehmen.
Zu dieser so zu sagen ideellen Mahnung an das Ausland tritt noch eine materielle. Seit Jahr und Tag lieben es unsere Gegner, es so darzustellen, als ob die deutsche Ration finanziell zu Grunde gerichtet sei und deshalb nicht im Stande sei, einen Krieg zu führen. Nun, ein Volk, das binnen wenigen Tagen Millionen aufbringt, nicht weil es m u ß, sondern weil es will, ein solches Volk ist nicht arm. Und wenn dieses Volk für einen beschränkten Zweck im Handumdrehen Millionen hingibt, so wird, wenn es sich um sein nationales Leben und seine Ehre handelt, auch Milliarden auszubringen wissen.
Dies die Lehre für das Ausland. Für die deutsche Nation enthält der Vorgang den kategorischen Imperativ: erzeuge Persönlichkeiten. Weshalb steht denn die ganze Nation wie ein Mann hinter Zeppelin? Von der Luftschifffahrt verstehen die Wenigsten etwas und über die Bedeutung des Zeppelinsballons für den Kriegsfall gehen die Meinungen, wie wir ja auch in der letzten Nummer sagten, sehr weit auseinander. Aber das Volk hat einen ausgeprägten Instinkt für die Persönlichkeit, es hungert nach Männern, die es lieben, bewundern und verehren kann. Ein solcher Mann aber, eine solche Persönlichkeit ist Zeppelin. Die Reinheit seines Charakters, die- Anhänglichkeit an dem Geringsten seiner Angestellqten, seine Un- erschrockeneheit, seine auch durch die, schwersten Schicksalsschläge nicht zu erschütternde Tatkraft und nicht zuletzt seine unanfechtbare Vaterlandsliebe: all diese Eigenschaften machen ihn dem Herzen des deutschen Volkes teuer.
Persönlichkeiten aber, die es liebt, denen es vertraut und denen es folgt, nicht weil es durch die Kriegsgefetze dazu verpflichtet, sondern weil es ihm in Freude und in Freiheit folgen will, solche Persönlichkeiten wiegen, wenn einmal die Stunde schlagen wird, in der die eisernen Würfel rollen, ganze Armeekorps auf.
— Der Nachfolger des Dr. von Lucanus. Berlin, 9. Aug. Der „Verl. Unirersal-Korr." wird mitgeteilt, daß die definitive Ernennung des Herrn v. Valentini zum Chef des Zivilkabinetts kurz bevorstehe. Unterstaatssekretär v. Loebell hat, wie die genannte Korrespondenz weiter meldet, niemals daran gedacht, auf die Stellung eines Chefs des Zivilkabinetts zu aspirieren.
— Rechuungsräte. Berlin, 8. Aug. Der König hat durch Erlaß vom 29. v. M. denjenigen aktiven Beamten, die zur Zeit den Titel Kanzleirat oder Geheimer Kanzleirat führen — mit Ausnahme der Kanzleivorsteher der Zentralbehörden, soweit sie nicht aus der Zahl der Expe- ditions- oder Registraturbeamten hervorgegan
ihr noch ein fröhliches „Auf Wiedersehen morgen" zugerufen, von einer Abreise war nicht die Rede gewesen. Er war wohl nur abgehalten worden durch einen unvorhergesehenen Zufall, ja gewiß, so würde es sein und morgen — morgen klärte sich alles wieder auf. Jetzt mußte sie fast über ihr törichtes Erschrecken lächeln, und so, seinen Namen im Herzen und auf den Lippen schlief sie ein. Aber er kam auch morgen und die folgenden Tage nicht: das arme Mädchen vermochte ihren Kummer kaum noch zu verbergen. Blaß und müde, mit dunklen Rändern unter den Argen, die von vergossenen Tränen zeugten, schlich sie umher. Die Baronin drang liebevoll in sie, ihr doch zu sagen, ob sie krank sei oder geistig leide, ob es ihr nicht mehr bei ihnen gefalle, oder die Einsamkeit ihr zuwider sei: fast heftig verneinte das arme Mädchen alles und wich den besorgten Fragen ängstlich aus. Was ihr fehlte, konnte sie ja nicht sagen, daß ihr Herz aus tausend Wunden blutete: vergeblich grübelte sie darüber nach, was vorgefallen sein möge. War er krank oder abgereist, ohne ein Abschiedswort für sie, die er seine Braut genannt?
So vergingen die Tage zwischen immer neuem Hoffen und neuen Enttäuschungen, sie wurde wieder bleich und schmal, ihre Augen verloren den Glanz, kaum vermochte sie ihre Gedanken während der Unterrichtsstunden zu sammeln. So saß sie auch heute mit Adda im Schulzimmer, die Kleine schrieb nach ihrem Diktat und Olga sah oft über das vor ihr liegende Buch müde zum Fenster hinaus, da klopfte es und der eintretende Diener brachte ihr einen Brief: sie fuhr hastig empor und riß dem Manne das kleine kremfarbige Kuvert aus der Hand: ihre Korrespondenz war keine verbreitete, und so klopfte ihr Herz einen Augenblick schneller — vielleicht w«t es ein Lebenszeichen von ihm, doch ein
gen sind, und der Geheimen Kanzleisekretäre dieser Behörden — den Charakter als Rechnungsrat oder Geheimer Rechnungsrat beizulegen geruht.
— Verband der Post- und Telegraphen- llnterbeamten. Berlin, 8. Aug. Die Gründung eines Verbandes der Poft- und Telegraphen- Unterbeamten Deutschlands ist soeben in einer Konferenz der Postunterbamten-Vereine des Deutschen Reiches vollzogen worden. Daran nahmen 72 Delegierte als Vertreter von 61262 Mitgliedern teil.
— Die Opfer des Brandes in Peking. Berlin, 8. Aug. Bei dem Brande der Eesandtschafts- wache in Peking wurden infolge von Geschotz- explosionen außer den getöteten Vizefeldwebel Bauer, Gefreiter Petrick und den seinen Verletzungen erlegenen Obergefreiten Scheider verwundet: Vizefeldwebel Peschann von der ersten Kompanie durch einen Schuß in die Brust und den Unterschenkel: die Verletzungen sind schwer, es besteht aber Hoffnung auf Erhaltung des Lebens. Unteroffizier Siedentopf von der zweiten Kompanie und Musketier Bachmann von der ersten Kompanie wurden durch Eeschotzfplitter, Musketier Schuh von der zweiten Kompanie durch einen Fleischschuß am Arm und Muketier Hase von der ersten Kompanie durch Brandwunden leicht verletzt.
— Hundstagsenten. Die „Nordd. Allg. Ztg." fchreibt: Durch die Blätter geht die Nachricht, der Reichskanzler habe an bestimmte Parlamentarier und Journalisten eine Einladung nach Norderney ergehen lassen, um mit ihnen über die bevorstehenden parlamentarischen Arbeiten, insbesondere über die Reichssinanzreform Rücksprache zu halten. Demgegenüber wird jetzt fest- gestellt, daß das ganze Gerede völlig haltlos ist. Es sind keinerlei Einladungen der erwähnten Art ergangen und keine solchen beabsichtigt gewesen.
— Fürsorge für jugendliche Arbeiter. Berlin, 9. August. Der Minister für Handel und Gewerbe hat unterm 25. v. M. an die Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten einen Erlaß gerichtet, in dem auf die Notwendigkeit hingewiesen wird, bei den gewerblichen und kaufmännischen Fortbildungsschulen Einrichtungen zur Fürsorge für die jugendlichen Arbeiter innerhalb ihrer freien Zeit zu treffen.
— Die Aussperrung auf dem Vulkan. Das Unwahrscheinliche ist zur Wirklichkeit geworden: trotz nachdrücklicher Einwirkung der Gewerkschaften sind die Nieter des Vulkans auf ihrem alten Standpunkte stehen geblieben und haben dadurch über 50 000 ihrer Kameraden zur Aussperrung und Brotlosigkeit verurteilt. Von welchen Gründen hierbei die Nieter ausgegangen sind, ist ohne genaue Kenntnis der Lage schwer zu sagen, und man wird wohl annehmen müsten,
Blick aus die Adresie ließ sie enttäuscht zurücksinken — „von Else". Und so freudig sie sonst ein Schreiben der Freundin begrüßt, so gleichgültig steckte sie jetzt den Brief in die Tasche: alles was früher war, hatte kein Jnteresie mehr für sie, ihr Leben fing erst mit dem Tage an, wo sie ihn zum erstenmal gesehen.
Die Unterrichtsstunde war beendet. Abda hielt ihre gewohnte Mittagsstunde und Olga nahm Hut und Schirm und ging in den Garten hinab. Fast unbewußt schritt sie an dem kleinen See entlang und befand sich bald auf dem Waldwege, wo sie Bodo so oft glücklich und freudig entgegengegangen. Schleppenden Schrittes- mit gesenkten Augen ging sie weiter und ließ sich endlich auf eine der kleinen Bänke nieder, die hie und da angebracht waren. Da erinnerte sie sich plötzlich des heute morgen erhaltenen Briefes: „die kleine, fröhliche Else," flüsterte sie, während ein kleines Lächeln über die müden Züge huschte. Langsam erbrach sie das Siegel, ein einzelner starker Bogen siel ihr entgegen. Was war das? Interessiert faltete sie das Blatt auseinander, da — ein Wehruf durchzitterte die Lust: dort stand in feinem Golddruck: „Elfe von Hohenbach, Bodo von Kammler, Verlobte" und darunter ein paar Zeilen in Elsens kräftiger, schöner Schrift. Olga sah nichts mehr, ein Schleier legte sich vor ihre Seele, vor ihr Auge! Also darum kam er nicht mehr, darum war sie verstoßen und verlassen, sie weinte um ihn Tag und Nacht, und et hatte eine andere gefreit? Und Else, Else, die sie wie eine Schwester geliebt, die war die glückliche, die an seinem Herzen ruhte, wo doch ihr Platz gewesen? Sie stand an derselben Stelle, wo sie ihn zum erstenmale gesehen: bet Himmel wat «Hebet so klat und blau, die Sonne so sttahlend, bte Vögelchen san- g«n übet ihrem Kopfe, die Blumen hauchten süße betäubende Wohlgetüch«. wie ein zarter
daß sich unter ihnen einzelne besonders fanatische Leute befinden müssen, denen es gelungen ist, auf die andern maßgebenden Einfluß zu tt* reichen.
— Nächste Post nach Südwest. Die nächste Post nach Deutsch-Südwestafrika geht von Hamburg am 12. August ab. Sie benutzt den Dampfer der deutschen Ostasrikalinie auf seiner westlichen Rundfahrt. Der Dampfet trifft am 6. September in Swakopmund und am 7. in fiä» deritzbucht ein. Für Lüderitzbucht kommt et jedoch hauptsächlich nur für Pakete in Betracht, da für Briefe spätere bessere Verbindungen über Kapstadt bestehen. Vriefsendungen müßen bis zum 11. August nachts 11 Uhr beim Postamt 1 in Hamburg vorliegen, Pakete ebenfalls a» jenem Tage in Hamburg sein.
— Die südafrikanischen Farmer und Dern- bürg. Der Farmerverein Windhuk beschäftigte sich in einer Versammlung Anfang Juli mit bet Ankunft des Staatssekretärs Dernburg in Windhuk und kam zur Annahme folgenden Antrages: „Der Farmerverein Windhuk beschließt, sich an dem Empfange des Herrn Staatssekretärs zu beteiligen und demselben seine Aufwartung zu machen, sofern es der Wunsch Seiner Exzellenz ist, mit uns in Fühlung zu treten." In den Verhandlungen über diesen Antrag wurde ausgeführt, daß dem Besuche des Staatssekretärs das größte Jnteresie entgegengebracht würde, man begleite dies mit dem aufrichtigen Wunsche, daß seine Anwesenheit dazu beitragen möge, Mißverständnisie zu beseitigen und irrige Auffassungen zu berichtigen. Vor allem betreffen die Befürchtungen, welche die Farmer hegen, die Eingeborenen-Verordnungen, die der frühere Gouverneur von Lindequist erlassen hat. Eine Aeußerung des Staatssekretärs laute dahin, daß diese Verordnungen durch andere und zwar solche ersetzt würden, die für die Eingeborenen günstiger wären. Aus den Verhandlungen des Gouvernementsrates hat sich gezeigt, daß das Gouvernement und die Bevölkerung fest auf dem Boden dieser Verordnungen stehen. Diese Einstimmigkeit wird, so wurde hervorgehoben, auch bei dem Staatssekretär die lieber« zeugung reifen lassen, daß sie im Einklang mit dortigen Notwendigkeiten stehen, und daß es nicht ratsam ist, an ihnen Veränderungen vor- zunehmen, ehe man nicht weiß, wie sie sich in Wirklichkeit bewähren. Jede dem Eingeborenen heute gemachte weitere Konzession würde auf Kosten des Farmers gemacht werden muffen und dessen wirtschaftliche Interessen bis ins Mark schädigen. Schließlich wurde eine Abordnung von fünf Mitgliedern gewählt, die den Staatssekretär namens des Vereins begrüßen soll. Als Gegenstände der Besprechung wurden ie Aussicht genommen: die Eingeborenenfrage, Viehverwertung, einschließlich Berücksichtigung der Farmer-Erzeugnisse beim Abschlüsse von Eisenbahn-Verträgen, Veterinärwesen, Far- merschnlen und Farmergenossenschaften. ,
duftiger Hauch lag es auf Baum und Strauch, es war noch alles so schön, so köstlich wie damals, aber für die Getäuschte, Verlassene war der Zauber gebrochen, sie sah nur ein verzerrtes Bild vor sich. War es denn wirklich wahr, konnte es denn sein, war alles Glück dahin, oder narrt« sie nur ein böser Traum? Doch nein, da glänzten eben die beiden Namen in der Sonne auf, dahin, alles, alles dahin, und sie mußte weiter leben mit der Todeswunde im Herzen. Gebrochen sank sie neben der kleinen Bank in das Gras, und bas bleiche Gesicht in bie Hände bergend, brach sie in herzenzerreißendes Weinen aus. Lange lag sie so. Als sie endlich den Kopf erhob, waren die weichen Züge wie erstarrt im Schmerz, doch aus den Trümmern ihres Glückes blühte in dieser Stunde, wohl bet schwersten in ihrem bisherigen Leben, eine bescheidene, kleine Blume, die Resignation!
Das Glück war dahin, der Glaube verloren, mit rauher Hand war das unschuldsvolle Mädchenherz gebrochen, wie man ein Blümchen zertritt, das am Wege blüht. Die schönen Träume waren verblaßt, aber eins blieb dem getäuschten Gemüt, der Stolz der Entsagung: sie konnte nicht mehr glücklich sein, nicht mehr mit frohen Augen in die Welt sehen, wie bisher, der Pfeil brannte zu tief in die Wunde, aber das Unglück sollte sie nicht zermalmen, mit tausend Schmerzen sagte sie sich, daß es ihrer nicht wert sei, um einen Unwürdigen zu trauern. Sie hatte ihm die volle keusche Liebe ihres jungen Herzens gegeben, und er mit ihr gespielt. In dem braunen Auge flammte es auf, als sie noch mit einem letzten Blick die Statte überflog, wo sie so glücklich gewesen, bann hob sie die Verlobungsanzeige vom Boden, steckte sie wieder zu sich, ordnete ihr Haar und trat festen Schrittes den Heimweg an. Im Garten tarn ihr Abda ent- gegen gesprungen; st« hob das Ktnd in die Höh« -