44 «Nachdruck verboten.),
Else Hohenbach.
f?;; Original-Novelle von E Wald. ii’<T
:7’ (Fortsetzung.)
' „Bodo von Kammler," las Olga halblaut auf der eleganten Karte, die er ihr geteidjt; leise und befangen nannte sie auch ihren Namen. „And darf ich fragen, ob ich eine Dame aus der Nachbarschaft vor mir habe, oder ein« Fremde, die sich nur vorübergehend hier aufhält?"
„Ich wohne in B." JJj <■
„Bei Baron von Lohnte?"
„3a ?"
„So sind Sie wohl eine sehr nahe Verwandte, denn sonst hält es doch in der Ginfarfeit dort niemand aus, am allerwenigsten aber ein so junges und so schönes Mädchen," setzte er leise schmeichelnd hinzu.
Olga errötete dunkel. „Und doch bin ich keine Verwandte, sondern nur die Erzieherin der kleinen Enkeltochter."
„Ah!" Herr von Kammler sah überrascht auf sie nieder. „Sie sind also lediglich auf die Gesellschaft der beiden alten Leute angewiesen. In der Tat. Sie sind zu bedauern."
„Ach, und wie lieb ist mir diese Gesellschaft," rief Olga warm, „ich bin durchaus nicht zu bedauern und fühle mich so unendlich glücklich, daß ich mir keinen Wechsel wünsche."
„Da müssen Sie die Welt noch sehr wenig kennen, wenn Sie hier in diesem abgeschiedenen Fleckchen so glücklich sind."
„Die Welt?" Das junge Mädchen sah träumerisch vor sich hin. „Nein, die Welt, wenn Sie damit Vergnügen und Eenüsie meinen, die kenne ich nicht, ich trage aber auch gar kein Verlangen darnach," setzte sie lebhaft hinzu.
„Wirklich nicht?" lächelte Herr von Kammler. „Und wo waren Sie bisher, ehe Sie hierher kamen?"
mit dem Kreisblatt
für die Kreise Marburg und Kirchhain
mi» de» Kellage«: ..literarischer Ameiaer", „z««dwrrtsch»ni;che «eilagc" m>d ..Jllagrierte« r-Antagsblatt".
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Marburg
Sonntag, 9. August 1908.
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43. Jahrg«
Zweites Blatt.
Feuersichere Strohdächer.
Die Bewegung zur Erhaltung des Strohdaches auf dem platten Lande nimmt immer weiteren Umfang an und findet besonders aus Künstlerkreifen heraus warme und freudige Unterstützung. Auch wir beklagen tief die Ueber- Itragung städtischer Modebarbareien, die in den Hetzten Jahrzehnten besonders in unserem Wohn- irngs- und Bauwesen eingeriffen sind, auf das Land aufs tiefste und begrüßen jede Kundgebung, die dieser unheilvollen Bewegung energisch entgegentritt. In der „Badischen Landeszeitung" veröffentlicht der in der Künstlerkolonie Worpswede in der Lüneburger Heide ansässige Karl Krummacher beherzigenswerte Auslastungen, denen wir folgendes entnehmen:
„Aber welche Arten und Spielarten strohgedeckter Bauernhäuser (z. B. in Skandinavien, England, Rußland, Oesterreich. Italien) sich auf« stellen lasten, immer wirken sie echt und bodenständig in der landschaftlichen Umgebung. In Farbe und Linie hat sich das Strohdach der Natur angepaßt, es ist kein Fremdkörper mehr, sondern ein mit ihr verwachsenes organisches Gebilde. Und faßt man einmal die großen Far- benkomplexe der Landschaft zum Bilde zusammen, so bilden die Farben des Strohdaches einen, men möchte sagen, unentbehrlichen Akzent und Ausgleich. Aber leider Gottes werden die alten anheimelnden Strohdachhäuser immer weniger, jetzt merken wir den Verlust erst recht und lernen ihre Schönheit immer mehr schätzen, nachdem ein unglaublich nüchternes oder — noch schlimmer — mit städtischem Zierat versehenes Wohnhaus an seine Stelle getreten ist. Hier ein mißMstal- tetes Zwittergeschöpf zwischen Land- und Stadtwohnung und dort, wo früher die weidengeflochtene Strohdachscheune stand, eine Pappdach- scheune mit eisernen Fensterrahmen, öde und unerfreulich wie ein Fabrikschuppen. Beim Bauernwohnhause wird nun das Strohdach im besten Falle ersetzt durch rote Dachpfannen, die meist ganz schmuck aussehen, aber doch nicht überallhin passen, dann aber durch Schiefer, Zementplatten und die schon erwähnte Dachpappe. Und das ist sicher, all dieses Material, selbst der Schiefer, wo et nicht heimisch ist, paßt nicht mehr recht in unsere Zeit der Hygiene und Bequemlichkeit. Für die alte Art des Wirtschastsbetriebes war die Einrichtung sinnreich und zweckentsprechend: alles in einem Raum geborgen zu wisten, Menschen, Vieh und Kornfrüchte, von der Feuerstelle alles zu übersetzen, das Vieh zu beobachten und jeden Eintretenden im Aug« zu behalten. Andererseits: wem von unfern Lesern möchte man ?s angefinnen, in einer lichtlosen Hütte zu wohnen, wo der Rauch anstatt durch den Karnin uni) Schornstein, durch die Haustür und die Sparrenritzen abzieht? Wo liegt nun die
Grenze? Was gehört zum Veralteten, Rückständigen, das man unbedingt dem Zeitfortschritt opfern muß, was zu dem schönen und praktischen Alten, das man pietätvoll erhalten und bewahren möchte? Zweifellos ist uns das Strohdach eines der wertvollsten Stücke aus dem Inventar der guten alten Zeit. Sein« praktischen Vorzüge find mindestens ebenso in die Augen springend wie die ästhetischen. Im Sommer hält es die pralle Sonnenglut ab, im Winter die Kälte und nicht minder die Feuchtigkeit, ferner gestattet es eine beständige Luftzirkulation, die dem Vieh wohltätig und den auf dem Boden lagernden Kornfrüchten und Heu unbedingt nötig ist. Nur einen Uebelstand hat das Strohdach, es ist sehr feuergefährlich. Wenn der Blitz gezündet hat, oder auf andere Weise Feuer entstanden ist, so findet die Flamme am Strohdach die denkbar beste Nahrung. In ein paar Minuten schießt es, von den Dachsparren losgelöst, herunter und versperrt so die Ausgänge des Hauses. In Mecklenburg werden deshalb auch besondere Schutzgitter angebracht, die das herabrutschende brennende Stroh auffangen. Das Feuer greift aber jedenfalls so schnell um sich, daß die bedrängten Bewohner kaum Zeit finden, ihr Vieh aus dem Stall zu ziehen, und ihr wertvollstes Hab und Gut in Sicherheit zu bringen.
Nun hat vor einigen Jahren ein mecklenburgischer Landwirt namens Eernentz die Erfindung gemacht, das Dachstroh zu imprägnieren, wozu eine nach und nach auftrocknende und das Stroh verhärtende Flüssigkeit, wie Mischung von Lehm, Gips und Eallwasier venutzt wird. Die einzelnen Teile, die mir kurz Strohmatten nennen wollen, werden reihenweise übereinander gelegt und mit Draht an den Sparren und Latten verknüpft. Die stufenförmige Lage erinnert dann an das süddeutsche Schindeldach. Wird aber das überstehende Stroh zu einer Platten Fläche geschoren, so unterscheidet sich das )ach in keiner Weise von dem früheren feuergefährlichen Strohdach. Für den Preis des ersteren ist zu berücksichtigen, daß die Mehrkosten bei der Imprägnierung geringfügig sind und auch die Kosten harter Bedachung nicht übersteigen. Nach der Beschreibung scheint überdies das Imprägnieren sowohl wie das Befestigen des Strohes leicht erlernbar und ausführbar zu sein. Im Anfang des vorigen Jahres hat der bekannte Wcrpsweder Maler Hans am Ende mit Unterstützung des dortigen Verschönerungs- bezw. Hei- matschutzvereins (besten Jntsreste er wachgeru- fen'1 einen besonderen Versuchsschuppen bauen lasten, an welchem am 14. Juni eine Brandprobe vollzogen wurde. Aus dem überaus günstigen Ergebnis darf man wohl für die Zukunft hoffen, daß die Bemühungen am Endes, das Strohdach zu erhalten, bezw. wieder einzuführen, tatkräftig gefördert werben/’
Wenn wir uns recht entsinnen, hat auch be- - reite ein preußischer Landrat sich der Bewegung zur Erhaltung des Strohdachs energisch angenommen. Dann können mir aber auch nicht umhin, darauf hinzuweisen, daß mit dem Begriff
„Im Pensionat!"
„Ah, dort mögen Sie freilich nicht viel von bet bunten Welt da draußen gesehen haben, denn hätten Sie dieses, dann sagten Sie gewiß nicht mehr, Sie trügen kein Verlangen darnach." Seine Augen ruhten wohlgefällig auf der lieblichen Mädchengestalt.
Er hatte von dem Becher der Freude in vollen Zügen getrunken und war abgestumpft gegen alle Ideale, aber doch übte ihre Nähe, ihre kindliche Unerfahrenheit, ihre Unschuld einen Reiz auf ihn aus, dem et sich nicht ganz entziehen konnte. Olga schritt harmlos plaudernd neben ihm her; was wußte sie in ihrer Unbefangenheit, welche Gefahr das Alleinsein für sie war. Nach und nach erfuhr et von ihr ihre ganze bisherige kleine Lebensgeschichte, und dann fing er an zu erzählen, von dem schonen Leben da draußen, von Wien, der lustigen Kaiserstadt. Das junge Mädchen lauschte mit glühenden Wangen und glänzenden Augen; welch' ein Stück Welt tat sich vor ihr auf, sie hatte bisher nur Arbeit und Entbehrung gekannt, und hier war Freude und Genuß, und alles klang so verführerisch von den Lippen ihres Begleiters, unwillkürlich verblaßten ihre bisherigen bescheidenen Freuden vor den Bildern, die sich vor ihr aufrollten, und etwas wie Sehnsucht danach erfaßte sie. Ein Tropfen Eist war in die reine Mädchenseele gefallen, lächelnd beobachtete der Baton di« Wirkung seiner Worte. Was galt es ihm, ob er das unschuldvolle Hetz zertrat; schon so manche Blume, die an seinem Wege geblüht, hatte et gebrochen und war bann unbekümmert weiter geschritten, zu neuen Genüssen. So war wohl eine Stunde vergangen. Endlich schrak Olga empor.
„Mein Gott, es ist schon spät," sagte sie, die kleine Uhr aus dem Gürtel ziehend. „Ich mutz zurück, Adda erwartet mich sehnsüchtig." Sie wandte stch zur Rückkehr und blieb bann zögernd, Iwben. „Unsere Wege trennen sich hier, ich geh«*
i Trntsches Reich.
— Zur Strafprozeßreform. Der Entwurf einer neuen Strafprozeßreform ist kürzlich an den Bundesrat gelangt. In einer anscheinend aus gut unterrichteter Quelle stammenden Notiz der neuesten Nummer der „Deutschen Juristen- Zeitung" wird nunmehr bekannt gemacht, daß die seht umfangreiche Vorlage Ende August in einer „Amtlichen Ausgabe" im Verlage von Otto Liebmann, Berlin W. 57, zum Preise von 2 M erscheinen wird. Ein mit dieser Ausgabe übereinstimmender Abdruck wird als Sondetbei- lage den Abonnenten der „Deutschen Jutisten- Zeitung" unentgeltlich zugehen. Die Ausgabe wird eine Novelle zum Eetichtsvetfastungsgesetze, welche die Aendetung in der Organisation unserer Strafgerichte bringt sodann eine neue Strafprozeßordnung, welche die gegenwärtige sollständig ersetzen soll, und ein Einführunas- gesetz, mit der vollständigen, von der Reichs- Justizverwaltung beigegebenen Begründung enthalten. Es ist mit Dank zu begrüßen, daß diese lang erwartete wichtige Borlage auf diese Weise der öffentlichen Kritik unterstellt wird. Auf den Inhalt des Entwurfes selbst werden wir zurückkommen, sobald die amtliche Ausgabe erschienen ist.
— Die Schiedsgerichte in llnfallverstcherunas- fachen haben nach einer Entscheidung des Reichs-
der „Feuergefährlichkeit" behördlicherseits bei uns fchr oft durch willkürliche Auslegung und Anwendung ein großer Unfug getrieben wird. So find z. B. in Berlin und in den ihm nach- äffenben östlichen Großstädten fast durchweg eiserne Defen als „feuergefährlich" und „gesundheitsschädlich" von bet Polizei verboten. Wir bedauern dieses Berbot durchaus nicht, denn der Kachelofen ist auf jeden Fall gesundet und weniger feuetgefähtlich als ein eiserner Ofen. Wenn aber ein Berbot „eiserne Defen" aufzustellen mit ihrer Feuergefährlichkeit und Eesundheits- schädlichkeit gerechtfertigt wird, so dürfte man doch schließen können, daß diese Begründung wenigstens für alle Teile unseres Vaterlandes gelten müßte. Aber weit gefehlt! In ganz Rheinland und Westfalen stehen in alten und in den schlecht gebauten neuen Massenquartieren bet Arbeitetbevölketung bes Jndusttiereviers durchweg eiserne Defen, die nur mit der schwatzen teuren Ruhrkohle gefeuert werden, für die übrigens die Leute an Drt und Stelle ihrer Gewinnung mehr zahlen müffen als das Ausland, nach welchem sie ausgeführt wird. Man kommt beinahe auf den Verdacht, daß die Behörde dort zugunsten der Kohlenmagnaten die Feuergefährlichkeit und Gesundheitsschädlichkeit der eisernen Defen nicht kennt und somit den Bau des gesunden und mit billigerem Material heizbaren Kachelofens verhindert. Wie dem auch sein mag, aus ästhetischen und ethischen Gründen verlangen wir dieselbe behördliche Rücksichtnahme auf das feuersichere Strohdach.
da herunter nach dem Schlößchen, leben Sie wohl!" Kammler nahm ihre klein« Hand und drückte einen ehrerbietigen Kuß darauf.
„Darf ich nicht sagen, auf Wiedersehen, Ich bin in Dtoffen, eine halbe Stunde von hier, bei Verwandten zu Besuch, und Sie gehen doch gewiß hier öfters spazieren. Gestatten Sie, daß auch ich mich wieder hier einfinde?" Seine Augen, die sonst so müde und gleichgültig blickten, suchten mit inniger Bitte die ihrigen, sie konnte nicht nein sagen.
„Uebetmorgen um dieselbe Zeit," flüsterte sie Leise und stockend, dann riß sie ihre Hand aus der seinen und floh wie ein geängstigtes Reh den Waldweg entlang. Bodo sah ihr mit einem seltsamen, halb zärtlichen, halb belustigten Blick nach, dann wandte auch er sich zur Rückkehr.
Heute war die kleine Adda mit ihrer jungen Lehrerin zum erstenmale unzufrieden; sie beantwortete so zerstreut die tausend Fragen des Kindes, war so wortkarg und in sich gekehrt, daß Adda schließlich mißmutig den Kopf zur Seite lehnte und die Augen schloß, Dtga blieb ruhig am Bettchen sitzen und strich nur leise über das reiche Haar, bis die Kleine entschlummert war, bann suchte auch sie ihr Zimmer auf.
Bon da ab ging mit dem jungen Mädchen eine merkwürdige Veränderung vor; sie war zerstreut, erregt und vermochte ihre innere Unruhe kaum zu verbergen, und das kluge Auge der Baronin ruhte öfters forschend und prüfend auf ihr. Da Adda noch immer geschont werden mußte, und die Stunden ausfielen, entschied die Baronin, daß DIga noch mehr in der Luft sein und sich Bewegung machen müsse, sie glaubt«, die junge Erzieherin habe sich bei bes Kindes Pflege zu sehr angestrengt. Unbewußt kam sie dabei einem tiefgefühlten Bedürfnis Digas nahe, sie hatte jetzt nur ein Verlangen, nach Einsarn- teft da schloß fie bi« Augen unb überließ sich ben träumen, die sie hinwegführten aus der Wirklichkeit in die glänzend«, farbenprächtige Welt,
Versicherungsamtes ihre örtliche Zuständigkeit von Amtswegeu zu berücksichtigen; die Vorschriften über die Zuständigkeit der Schiedsgericht« unterliegen nicht der Abänderung durch Partei- Vereinbarung. Zur Begründung des Entscheides hat das Reichsverficherungamts ausgeführt: Die Bestimmungen der Zivilprozeßordnung, wonach ein an sich unzuständiges Gericht zuständig werden kann durch Parteivereinbarung, die auch stillschweigend, durch mündliches Verhandeln zur Hauptsache erfolgen kann, sind ein Ausfluß des den Zivilprozetz beherrschenden Grundsatzes des Parteibetriebs, wonach die Durchführung des Verfahrens von Anfang bis zu Ende im wesentlichen in di« Hände der Parteien gelegt ist. Hiermit steht ferner der § 274 Abs. 1 der Zivilprozeßordnung insofern im Einklang. als er in der Regel die Berücksichtigung der Unzuständigkeit des Gerichts nur auf di« prozeßhindernde Einrede des Beklagten hin zuläßt. Für eine derartig weitreichende Beeinflussung des Rechtsganges durch die Parteien bietet das von Amts wegen durchzuführende und auf Ergründung der materiellen Wahrheit zu richtende Verfahren zur Festsetzung der auf öffentlichem Rechte beruhenden Unfallentschädigungsansprüche keinen Raum. Die Pflicht der zur Feststellung der Entschädigungen berufenen Organe, das Berfahren von Amts wegen unb unabhängig von dem Willen der Parteien zu betreiben, schließt aber auch die Verpflichtung in stch, die das Verfahren betreffenden zwingenden Vorschriften von Amts wegen zu berücksichtigen, mithin auch ihre Zuständigkeit ohne Rücksicht auf das Parteivorbringen zu prüfen, Es kommt hinzu, daß der Jnstanzenzug und di« Zuständigkeit im Berfahren für Unfallversicherungssachen eine von dem Zivilprozesse völlig abweichende Regelung erfahren hat, so daß auch aus diesem Grunde die sinngemäße Anwendung der Vorschriften der Zivilprozeßordnung über die Zuständigkeit erheblichen Schwierigkeiten begegnen und schwer zu beseitigende Zweifel auslösen würde. Da überdies das Gesetz für die Verfolgung der Ansprüche auf Unfallentschädigung nut ein einziges Schiedsgericht unter Ausschluß jedes anderen für örtlich zuständig erklärt hat, so liegt hier ein ausschließlicher Gerichtsstand vor, so daß auch für den Fall, daß man hier die entsprechende Anwendung der Vorschriften der Zivilprozeßordnung für zulässig erachten wollte, die örtliche Unzuständigkeit von Arnis wegen berücksichtigt werden müßte, da in diesem Falle eine Berein- barung der Parteien über den Gerichtsstand nach § 40 Abs. 2 der Zivilprozeßordnung unzulässig ist.
— Artilleriemechanikerlaufbahn in der Marine. Die komplizierten maschinellen und elektrischen Einrichtungen der stetig sich vergrößernden Arttllerieanlagen an Bord der modernen Schiffe stellen an das zu ihrer Instandhaltung bestimmte Personal so hohe Anforderungen und verlangen so eingehende Fachkenntnisse, daß es notwendig erscheint, ein be-
die Bodo so verlockend ihr geschildert, sie hatte ’ die ganze Zeit an ihn denken müssen, und ferne - Erzählungen schwirrten ihr im Kopfe. So kam i der dritte Tag. Olga hatte sich vorgenommen,! einem unbewußten Drange folgend, heute den ■ Garten nicht zu verlassen, doch als die Zeit ihres gewohnten Spazierganges kam, da, sie wußte selbst nicht wie, schritt sie doch mit hochklopfendem Herzen den Weg entlang, wo sie ihm neulich begegnet. „Ob er wohl da sein wird?" fragte sie sich zagend und hoffend, da — ein Strahl fldg über das junge Gesicht, sie sah ihn auf sich zukommen, lächelnd schon von weitem grüßend:
„Ich bin glücklicher als wie Sie," rief er ihr neckend zu und hielt ihr seine Uhr hin, „sehen Sie, schon eine Viertelstunde später als vor drei Tagen, wo mir die holde Waldfee zum ersten Mal erschien. Schon fürchtete ich, daß Sie vergessen hätten."
„Ich wollte in der Tat den Garten heute nicht verlassen," sagte Olga leise mit fliegender Rote, „indes die Baronin wünschte —"
„Daß Sie Waldluft atmen, eine sehr verständige Dam«, die Frau Baronin von Lohnin, und ich bin ihr sehr dankbar dafür; hätten Sie wirklich so grausam fein und mich vergeblich warten lassen können?"
Er neigte sich tief zu ihr herab und versucht«, ihr in die Augen zu sehen.
Olga war glühend rot: „Wer weiß!"
„D nein, ich glaube es nicht, denn sehen Sie, wenn auch Ihre Lippen solch grausame Worte sprechen, Ihre Augen sagen es mir anders, lassen Sie mir diese frohe Gewißheit. Diese drei Tag« find mir sehr lang geworden, weil — nun, weit ich immer an eine gewisse schlanke Waldnymph« denken mußte, die neulich meinen Weg gekreuzt; doch kommen Sie dort zu jener Moosbank und- lassen Sie uns plaudern."
. (Fortsetzung folgt.)