mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
u«d de» Beilage«: „Literarischer Arneiqer", „Landwirtschaftliche Beilage" und „Illustrierte» Slttmtagsblatt".
Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessische . Zeitung" bei allen Postämtern und nnsern Zeitungsstellen in Jwo 1X1 Kirchhain und Wetter sowie bei unserer.Expedition — Markt 21. “ — Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne
Bestellgeld), bei unser» Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
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Dienstag. 4. August 1908.
Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zelle oder deren Raum "15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Job. Ang. Koch, llniversitätSbuchdruckerri Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
43. Jahrg.
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für die Monate August und September auf die
»Oberhessische Zeitung" nebst ihren Deilagen werden von unserer Expedition stMarkt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch - ßai^, «e u st a d t und Wetter, sowie von bfien Postanstaiten und Landbriesträgern ent« 'gegengenommer..
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Die Last-Krastwagen.
Die in der letzten Zeit erfolgte lleberproduk- in Luxus-Automobilen, welche gleichzeitig mit der allgemeinen Depression in allen Ee- schäftskreisen zusammenfiel, brachte eine recht bedenklich erscheinende Baisse in dieser Branche hervor. Die früher gangbaren großen und teuien Tourenwagen fanden kaum noch Absatz und es entstand der Typ der sogenannten kleinen Volks-Automobils, dessen Preis zwischen 5000 bis 7000 Mark schwankte. Der Bedarf für dieses Klein-Auto war aber nicht imstande, die vielen tm letzten Jahre neu entstandenen Automobilfa- briken vollauf zu beschäftigens um neuere und Lukrativere Umsatzquellen zu erschließen, kam mar auf den bisher sehr vernachlässigten Last- Kraftwagenbau zurück.
Der Last-Kraftwagen, durch den die Einführung des Automobils als Verkehrsmittel für die Industrie erfolgte, hat anscheinend eine gute Zukunft, und der sich von selbst ergebende Last- Kraftwagenzug dürfte besonders Kleinbahnbeiriebe in nächster Zeit ersetzen. Auch für die Heeresverwaltung hat der Last-Kraftw<rgen ein sehr großes Interesse, er kann im Krieg und Frieden den schwerfälligen Fuhrpark und int gegebenen Falle die Eisenbahn ersetzen. Durch die Subvention, welche die Regierung den Käufern von bestimmten Last-Kraftwagentypen gewährt, Ist der Bau solcher Fahrzeuge sehr gefördert rvorden, und die von dem Kriegsministerium von Zeit zu Zeit unternommenen größeren Probefahrten sind für die einzelnen Fabriken und besonders für den Käufer sehr lehrreich.
Das Kriegsministerium hat sich durch dieses Vorgehen um die Allgemeinheit große Verdienste erworben, indem durch die Probefahrten einwandsfrei festgestellt wird, welche Fabriken Hute und brauchbare Last-Kraftwagen liefern. Auf Grund dieser Prüfungsfahrten sind bisher die Firmen: Daimler-Marienfelde, Büssing- Praunschweig und die Süddeutsche Automobilfabrik Eaggenau subventioniert. Da die Anschaffung eines Last-Kraftwagens nur dann erfolgt, wenn ein bestimmter wirtschaftlicher Vorteil erwächst, ist in der Praxis die Rentabilität eines einzelnen Lastkraftwagens nicht immer zu Erreichen. Dagegen ist bereits des öfteren erwiesen, daß bei Jnbetriebstellung von mehreren Lastkraftwagen die Rentabilität gegenüber der P-erdebespannung und der Eisenbahn eine gute ist Aus diesem Grunde haben sich in den letzten
Jahren Betriebsunternehmungen gebildet, welche für Brauereien, Steinbrüche, Milch-Großhandlungen, Oel- und Mühlenprodukte usw. die Transporte übernehmen. Diese Betriebsunternehmungen haben bewiesen, daß sie in der Lage sind, billige und pünktliche Transporte zu leisten unter Wahrung der eigenen Rentabilität. Die Grundlagen eines solchen Betriebsunternehmens sind nur Lastkraftwagen, welche bei nicht zu hohen Anschaffungskosten und einfacher Konstruktionsarbeit Reparaturen so gut wie ausschließen und den Verschleiß auf ein Minimum herabsetzen.
Im allgemeinen kann für feststehend gelten, daß Lasten unter 5 Tonnen gegenüber dem Pferdebetrieb unrentabel sind, soweit nicht besonders günstige Verhältnisse vorliegen, wogegen Lasten von 5 Tonnen und darüber im Gegensatz zum Pferdebetrieb und der Eisenbahn sich in den meisten Fällen sehr gut rentieren. Die Erfahrungen lehren, daß jemehr Last-Kraftwagen ein Betriebsunternehmen verwendet, desto rationeller und wirtschaftlicher der Betrieb sich gestaltet. Im Interesse unserer Heeresverwaltung wäre es also sehr erwünscht, wenn über ganz Deutschland eine Anzahl solcher Last-Kraftwa- genunternehmungen stch verbreiten würden, damit die Ziele der Heeresverwaltung, welche sie bei Erteilung der Subvention im Auge hat, auch wirklich erreicht werden.
Das deutsche Kaiserpaar in Schweden.
Swinemünde, 1. Aug. Die Kaiserin ist heute hier eingetroffen und am Bahnhof vom Kaiser herzlichst begrüßt r.orden. Heute abend kurz vor 8 Uhr ist das Kaiserpaar in Bord der „Hohenzollern" nach Stockholm abgereist.
— Stockholm, 1. Aug. In den schwedischen Blättern stehen Vegrützungsartikel in deutscher Sprache über die Ankunft des deutschen Kaiserpaares. „Aftenbladet" schreibt: Äarke materielle Bande wurden zwischen beiden Ländern vor kurzem fester geknüpft und durch den erleichterten Verkehr über die See zwischen den Küsten beider Länder auch auf der Wettbahn geistigen Strebens. Wir hoffen künftighin, wie bisher, an der Seite unserer deutschen Stammesgenossen im friedlichen Kampfe um den Lorbeer streiten zu können, an dessen Blättern weder Blut noch Tränen kleben. In dieser Zuversicht heißen wir Deutschlands Kaiser mit der gleichen Zuversicht in unserem Lande willkommen, mit der wir unlängst den Präsidenten der französischen Republik und den großbritannischen König begrüßten. — „Vortlanb" schreibt: Seit Jahrtausenden haben Deutsche und Schweden ihr Blut gemischt, sowohl Seite an Seite auf den Schlachtfeldern, als auch durch unzählige Familienverbindungen. Unser Richterhaus, unsere Kaufmannsgeschlechter und die Annalen der Wissenschaft in unserem Lande sind alle von deutschen Namen überfüllt. So denken wir an das ganze deutsche Volk und seine vielfachen Verbindungen mit uns, wenn wir von Herzen rufen: Es lebe hoch das deutsche
- (Nachdruck verboten.):
Elfe Hohenbach.
Original-Novelle von E. Wald, //’. ISortfetzung.)
3. Kapitel.
1 Am andern Tage ist eine gewisse Erregung fn dem kleinen Kreise, Herr von Hohenbach hat frühzeitig eine Depesche von seinem Sohne bekommen, worin dieser seinen Besuch zu einem Urlaub anmeldet. Else ist entzückt über den Besuch des Bruders, trotz ihrer Freude sieht sie 'aber doch, daß der Freiherr offenbar wieder in «großer Sorge ist, fein Blick ist so müde und gedankenschwer, und eine tiefe Falte liegt über der hohen Stirn. Zur bestimmten Zeit fährt jfie am Nachmittag zur (Station um den Bruder M erwarten. Der Kourierzug braust heran: aus seinem Koupee erster Klasse lehnt ein schlanker junger Mann und späht aufmerksam auf den Perron.
„Niemand da," murmelt er verstimmt, während der Zug hält, nimmt seinen Militärmantel und springt von den Stufen des Waggons herab. Da eilt ein kleiner Diener in zierlicher Jockey- livree auf ihn zu: „Franz, bist Du es, und allein, oder werde ich erwartet?"
„Das gnädige Fräulein sind ja selbst da mit den Juckern, sie halten dott drüben, geben der Herr Baron mir jetzt nur den Gepäckschein."
Ein weiches Lächeln fliegt über das Gesicht *s jungen Mannes.
„Die kleine Else! Richtig, sie ist ja aus der Pension zurück, fast hätte ich es vergessen bei all -*m her mir im Kopfe liegt, und
da hat sie es sich natürlich nicht nehmen lassen, mich abzuholen."
Mit den Lokalitäten vertraut, eilt er um das Bahnhofsgebäude herum: Richtig, da hält die zierliche Equipage mit den hübschen Pferden, die ungeduldig mit dem blinkenden Geschirr rasseln. Auf dem hohen Kutschbock wiegt sich eine schlanke Mädchengestalt, die kleinen Hände in langen dänischen Handschuhen, hatten die Zügel fest und sicher, während die Augen wie sehnsüchtig die nach der Stadt führende Allee hinabschweifen. Da, ein leichtes Schwanken des Wagens, und wie Elfe sich umwendet, fühlt sie sich fest umschlungen von den Armen des Bruders.
„Ach, Rudi, da bist Du ja endlich," sagt sie zärtlich, während er einen herzlichen Kuß auf ihre frischen Lippen drückt.
„Else, kleine Else, bist Du das wirklich? So stattlich und groß und hübsch geworden, weißt Du auch, daß ich Dich kaum wieder erkannt hätte?"
„Hast Du das Necken noch nicht verlernt, oder soll ich es für Wahrheit nehmen," lacht die Schwester, während sie etwas zur Seite rückt. Franz kommt mit dem Gepäck und nimmt auch seinen Platz ein. Else berührt die ungeduldigen Pferde leicht mit der Peitsche und fort geht es in schlankem Trabe.
„Wie geht es zuhause? Papa ist doch gesund?"
„Gesund ist er wohl," sagte Else, „aber Du wirst finden, daß er sehr gealtert hat: unter uns gesagt, Rudi, Papa macht mir Sorge, «r ist so ganz verändert, es muß ihn ein schwerer Kummer drücken."
„Nun, das find ja recht erfreuliche Aussichten," sagt Rudolf, gedankenvoll seinen kleinen Schnurrbart streichend, »ich habe schon so etwas
Kaiserpaar! Vivat Germania! Crescat, flo- roat!
Deutsches Reich.
— Born Kaiserpaar. Das Kaiserpaar wird Ende September int Anschluß an den Rornin- tener Jagdbesuch Kabinen besuchen. — Der Kaiser verlieh dem Oberjägermeister vom Dienst Freiherrn von Heintze-Weißenrode anläßlich seines 50jährigen Dienstjubiläums den Orden vom Schwarzen Adler.
— Bei dem Besuch der Kaiserin in der Deutschen Kolonialschule von Mitzenhausen ging, wie von dort gemeldet wird, das folgende Tele- grammdes Herzogs Johann Albrecht zu Mecklenburg, Regenten von Braunschweig, an die Kaiserin ein: „Gestatte mir als dem Schutzherrn der Kolonialschule, Dich beim Betreten von Wil, helmshof herzlichst willkommen zu heißen, mit wärmstem Dank für Dein tiefes Verstänonis der dortigen großen Aufgaben und geleisteten freudig-ernsten Arbeit. Dank auch für Deine mütterliche Güte gegen den treuen Leiter und seine frische jugendliche Schar. Diese Deine Besuche in der Pflanzstätte redlicher Kolonialarbeit bringen Dir viel dankbare Liebe und werden unserer kolonialen Zukunft zum Segen werden. Dich bittend, auch der jungen Frauen-Kolonial- schule Deine Fürsorge zuzuwenden, bin ich Dein dankbarer Vetter Johann."
— Zur Promotion des Prinzen August Wilhelm. Straßburg i. E., 1. Aug. Anläßlich der Promotion des Prinzen August Wilhelm, dessen Exmatrikel gestern überreicht worden ist, wurde Prof. Dr. Laband, Mitglied des Staatsrats, der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz verliehen. Außerdem hat der Kaiser eine Reihe anderer Herren ausgezeichnet: Der Rettor der Universität Prof. Dr. Fehling erhielt den Roten Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife, Prorektor Prof. D. Knapp den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub. Prinz August Wilhelm ist von Straßburg abgereist.
— Eine Botschaft des Sultans an den Deutschen Kaiser? Wie man der „C. C." von gut unterrichteter Stelle in Konstantinopel mitteilt, beabsichtigt der Sultan an den Deutschen Kaiser eine besondere Mission zu senden, welche den Kaiser offiziell davon in Kenntnis setzen soll, daß ihr Auftraggeber seinem Lande eine neue Verfassung gegeben habe. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird diese Mission beim Kaiser eine Bitte des Sultans vorbringen, daß zu einer Neuorganisation des türkischen Heeres die Abgabe einiger höherer Offiziere als Instruktoren erwünscht sei, und daß der Kaiser seine Genehmigung hierzu erteilen möge.
— Regierungspräsident Freiherr von Funck. Der Ober-Regierungsrat Freiherr von Funck in Hannover ist zum Regierungspräsidenten in Köslin ernannt worden.
geahnt, denn mein letzter Wechsel fiel verwünscht schäbig aus, das kann lustig werden!"
Die klaren, blauen Augen der Schwester ruhen forschend auf ihm.
„Rudi, hast Du Schulden?" flüsterte sie ihm leise ins Ohr.
„Du ahnungsvoller Engel, Du!" lacht Rudolf auf, doch wie er den bekümmerten Ausdruck in ihrem frischen Gesicht sieht, wird er auch ernst. „Nun, ängstige Dich nicht, Kind, so schlimm ist es nicht," sagt er beruhigend, „es wird sich alles arrangieren lassen, und bei Papa können derartige Verstimmungen doch nur vorübergehend fein. Erzähle mir lieber von Dir, Schwesterchen, wie gefällt es Dir wieder zu Haufe, habt Ihr schon Besuch gemacht?"
Else nickt: „Ja, in Neudeck und bei Belings, und gestern in Güstow: daß Bernings weg finb und das alte schöne Güstow jetzt einem Baron Kammler gehört, weißt Du doch?"
„Jawohl und auch, daß der arme Kurt Ber- ning den Abschied nehmen mußte!" Rudolf sah düster vor sich hin. „Welche Stellung in der Gesellschaft nimmt Baron Kammler hier ein?" fragte er dann weiter.
Else schnippt mit der langen Peitsche nach den Fliegen, die sich auf den Rücken der Pferde fetzen wollen. „Er verkehtt ja überall in der Nachbarschaft!"
„Kommt Papa viel mit ihm zusammen?"
„Ja! Es scheint sogar, als ob Papa große Rücksichten auf ihn nähme!"
Der junge Offizier blickt schnell auf.
„So —, sagte er gedehnt, „übrigens den Sohn kenne ich, er verkehrt in der Residenz in den besten Kreisen und gilt für immens reich, wo ist er wohl jetzt?"
— Der preußische Landtag. In parlamentarischen Kreisen nimmt man allgemein an, daß die Einberufung des preußischen Landtages nicht vor Anfang November, also gleichzeitig mit der Wiederaufnahme der Reichstagsarbeiten, erfolgen werde. Regierungsseitig stehen Besch üsse noch aus.
— Die Geschäfte der preußischen Geritzte. Im amtlichen „Justiz-Min.-Bl." wird die Hauptübersicht über die Geschäfte der preußischen Gerichte im Jahre 1907 veröffentlicht. Es feht daraus hervor, daß die Tätigkeit der Geritzte in Zivilprozeßjachen ungewöhnlich stark gestiegen ist, während die strafrichterlichen Eeschcste nur zum geringen Teil zugenommen, im wesentlichen aber etwas abg?nommen haben. Auch bie sogenannten Geschäfte der freiwilligen Eerichs- barkeit zeigen meist eine Abnahme, die bei dm Grundbuchsachen auf den schlechten Eeldstand d tg Vorjahres zurückzuführen fein wird.
— Ein Handelsvertrag zwischen Deutschland und Haiti. Zwischen Deutschland und Haiti ist nach einer privaten Meldung eines Hamburger Blattes ein Handelsvertrag abgeschlossen worden, der am 1. September dieses Jahres ir Kraft tritt.
— Bon unserer Marine. Ein großes Landungsmanöver wird auch gelegentlich der diesjährigen großen Herbstübungen der Schlacht- flotte im Verein mit dem 1. Seebataillon und Teilen des 9. Armeekorps stattfinden. Ueber den Ort, an dem die Ausschiffung erfolgen soll, ist noch nichts zuverlässiges bekannt. Im vorigen Jahre war das Ausschiffungsgebiet in der Apen« raber Bucht, unb bie Hebungen übertragen dem Umfange nach alle früheren btefer Art.
— Zum Fall Schücking. Die „Norbb. Allg. Ztg." schreibt: Die Prüfung des Falles Schücking in ber Ministerialinstanz hatte folgenbes Ergebnis: Nach Einleitung bes formellen Disziplinarverfahrens ist jebe Beeinflussung in ber Sache bes zustänbigen Bezirksausschusses seitens bes Ministers bes Innern auf Erunb bes § 157 Abs. 2 bes Gesetzes über bie allgemeine Lanbes- verwaltung für unzulässig zu erklären. Der Bezirksausschuß hat selbstänbig zu beftnben, ob bas Verfahren einzustellen ober durch ein Urteil zum Abschluß zu bringen ist. Erfolgt letzteres und wird auf eine der gesetzlich in Betracht kommenden Disziplinarstrafen erkannt, so steht dem Bürgermeister Schücking Berufung an das Oberverwaltungsgericht zu. Die Pretzbehauptung, Schücking sei wegen seiner Landtagskandidatur durch einen Beamten in höherem Auftrag beeinflußt worden, ist auch insoweit unwahr, als die Beeinflussung einer Provinzialinstanz zuge- fchrieben wurde. Der Beamte, welcher Schücking Vorstellungen machte, ist der zweite Bürgermeister Plewka in Schleswig. Letzterer hat amtlich bekundet, er habe bei der aus anderem Anlaß stattgehabten Unterredung lediglich einer privaten Ansicht Ausdruck gegeben und weder
„In Güstow, unb wie Papa sagt, übernimmt er das Gut."
Eine zeitlang schwiegen beide, bann wendet sich Else wieder zu dem Bruder. „Du, Rubi, weißt Du auch, baß ich einen guten Freunb von Dir kennen gelernt habe?"
„Einen Freunb von mir, unb wer soll da» sein?"
„Leutnant von Mahlberg," kommt es stockend von ihren Lippen, während eine Helle Röte das schöne Mädchengesicht färbt.
Rudolf richtet sich rasch auf.
„Mahlberg!" wie leises Erschrecken klingt es durch seine Stimme, „Viktor von Mahlberg von den Dragonern?"
Elle nickt.
„Wo hast Du ihn kennen gelernt?"
„Ich traf ihn zufällig, wie ich aus H. zurückkehrte, er war mir beim Aussteigen behilflich, schließlich fuhren wir in einem Koupee, unb gestern war er in Bergwitz!"
Rubolf beugt sich vor unb versucht ber Schwester in bie Augen zu sehen.
„Also Mahlbergk Ja, et ist ein lieber, prächtiger Mensch, war ber Beste, Solibeste von uns allen, unb stets bereit, einem Freunbe bei« zustehen."
Else ist eifrig beschäftigt, bie graue Staubdecke, bie sich an ihrer Seite abgeknüpft hat, wieder zu befestigen: sie beugt sich tief von ihrem Sitz unb hört daher auch den Nachsatz nicht.
„Also Mahlberg, schabe, schabe! Nun, es muß sich otbnen lassen, und bann kann ja alles noch gut werben i“
- : . .. . t (Fortsetzung folgt.) i