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er für darTumerbter* 15 Pfg. für da» Ma» z» zahlen habe. Einige Stunden später betrat wie alltäglich der Wirt das Geschäft des Bar­biers, um sich rasieren zu laflen. Als er ans Bezahlen ging und der Wirt wie gewöhnlich Kien Obolus von 20 Pfg. zahlte, machte der rbier freundlichst, aber entschieden darauf auf­merksam, daß während der Festtage das Rasieren SO Pfg. koste, da er nurTurnerseife" verwende. Der Wirt machte gute Miene zum bösen Spiel. Am Stammtisch wird er den Reinfall aber noch lange zu hören bekommen.

G. Kana«, 31. Juli. Verhaftet und ins hie­sige Landgerichtsgesängnis eingeliefert wurde der Taglöhner Betz aus Altenmittlau (Kreis Gelnhausen), der in den Waldungen bei Neuses beerensuchende weibliche Personen in schamloser Weise belästigte, auch ein Ibjähriges Mädchen zu vergewaltigen versuchte, woran er nur durch hinzukommende und laut aufschreiende Kinder verhindert wurde.

Homburg o. d. H., 31. Juli. Der Kaiser wird am 11. August mit König Eduard auf Schloß Kriedrichshof zusammentreffen.

G. Schlüchtern, 31. Juli. In Teilen unsere» Kreises tobte ein schweres Unwetter, teilweise mit Hagelschlag begleitet. In Ulmbach schlug der Blitz in das Paul Hau'sche Wohnhaus und legte dieses sowohl wie die angrenzende Scheune 4n Asche. Im benachbarten Brückenau schlug der Blitz in das Elektrizitätswerk, ohne jedoch zu günden.

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Eigene Drahtmeldungen der Oberhesi. Zeitung Mittags 1 Uhr.

W. 6 «f f < 1,1. Aug. Die Kaiserin ist gestern Abend um 11.05 Uhr nach Swinemünde abgereift. Heidelberg. 1. «ug. Bei herlichem Wetter fand heute früh um 10 Uhr beginnend die feierliche Enthüllung de» Lunsendenkmal»

Oeffeutlicher Wetterdienst.

Dienststelle Weilburg (Landwirtschaftsschule). Witterungsaussichten für Sonntag, den 2. Aug» 1908. Wolkig, meist warm.

statt. Die Festrede hielt der Nachfolger des be­kannten Gelehrten, Prof. Dr. Th. Curfin», der u. a. darauf hinwies, daß Bunsens Lehrtätigkeit 14 Jahre in Marburg, 1 Jahr in Breslau und 83 Jahre in Heidelberg umfaßt habe. Zahlreiche Bertteter anderer Städte und llniverfititten, da» .runter auch ein solcher aus Marburg, legte» Kränze am Denkmal nieder. Die Feier war um 12 Uhr zu Ende. (Der berühmte Professor der Chemie, Fr. W. Bunsen wurde 1838 außerordent­licher Professor an der hiesigen Universität und 1841 orbentlidjer Professor und Direktor des chemischen Instituts. Im Jahre 1851 folgte er einem Rufe nach Breslau und 1852 nach Heidel­berg, wo er 1899 starb. Am Hause Elisabeth- straße 9 hier befindet sich die Gedenktafel des Ge­lehrten.)

^V. Stuttgart. 1. Aug. DerSchwab. Merk." meldet, daß dem Fürstenpaar Hohenlohe- Weißenburg nach 18jährig:r kinderloser Ehe ein Prinz geboren wurde.

Auszug aus den StandeSbächern des Königliche, Preußischen StandesamtSkezirkS Marburg.

Vom 36. Juli M8 1. August 1908. Standesamt werktäglich geöffnet 1012 Uhr.

Verehelichte.

L Maschinenmeister Peter Karl Becker von hier mit Köchin Elisabeth Schäfer von Wehrda. 2. Weiß- bindergehülfe Heinrich Martin Thürner, genannt Orthwein, mit Christine Weidenhausen, beide wohn­haft in OckerShausen

Geborene.

1. Martin Adam, S. bei Weißbinders Konrad Schneider in Ockershausen. 2. Klara Friederike. T. des Schneiders Karl Kirchner hier. 8. Martha Karo- line, $. des Polizeisergeanten Ernst Kodstädt hier. 4. Anna, 5. Elisabeth, Zwillinge deS Weißbinders Johannes Motz hiev 6. Anna Elisabeth, T. deS Land -. irtS Wilhelm Althaus in Amönau. 7. Erika Ottilie Christine. T des Försters Friedrich Puppe in Neustadt. 8 Helene, T deS Schreiners Wilhelm Dtttmar in OckerShausen. 9 Wilhelm, S. deS Mech« anikerS Wilhelm Klees in Weilmünster. 10. Unge­nannt , T. deS Maurers Konrad Staufenberg in Rommershausen. I I. Ungenannt. T. des praktischen Arztes Doktor medicmae Karl Adolf Justi in Hong, kong in Edina. 12. Ungenannt, T. des Kranken» PflegerS Johannes H°>0er in Cappel.

Verstorbene.

1. Briefträger Georg Jmberger von hier, 41 I. alt 2. Johann George, S. des Landwirts Matthäus Corell in Ransbach, 4 T. alt. 8. Katharine Bloß, geb. RupperSberg, von hier, 74 I. alt. 4. Ungenannt T. deS Maurer« Konrad Staufenberg in Rommers­hausen, 2 St. alt.

Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs. Aaskunftstelle and Wohnungsnachweis befindet sich EHeatmthstnasee 4.

Letzte Nachrichten.

Swinemünde, 31. Juli. Der Kaiser nahm nachmittags den Tee bei Fran Konsul Staudt in deren Villa in Heringsdorf. In Begleitung des Kaisers befand sich der Reichskanzler Fürst Bü­low. Nachdem morgen die Kaiserin hier einge­troffen fein wird, werden beide Majestäten von hier auf derHohenzollern" die Reise nach Stock­holm antteten, wo die Ankunft Montag Vor­mittag erfolgen soll.

»romberg, 31. Juli. Im benachbarten Brahnau wurde der von Soldaten zur Eindäm­mung des Hochwassers errichtete Damm durch­brochen. Die Niederungen find weithin über­schwemmt. Die Ernte ist gänzlich vernichtet. Die lleberschwemmung nimmt immer größeren Um­fang an.

Witten a. d. Ruhr, 31. Juli. (Amtlich.) Heute nachmittag 1 Uhr entgleiste bei der Ein­fahrt des Personenzuges 303 von Hagen in den Bahnhof Witten-West der drittletzte Personen­wagen infolge Achsbruches. Menschen wurden nicht verletzt. Der Betrieb ist nicht gestört.

BermlsHtes.

Wegen der Verficherung»rente. Eine un­glaubliche Geschichte von der grausamen Beseittg- ung einer jungen Italienerin in Rewyork wird von oberitalienischen Blättern gebracht. Im Juli 1907 wanderte die sechzehnjährige Angela Eallino au» einem Dorfe bei Asti nach Amerika aus und nahm in Rewyork bei einem der zahl­reichen italienischen Winkelbankiers namens Mikolin Leo Dienst. Ohne, daß das Mädchen etwas davon wußte, nahm ihr Brotherr eine Versicherung von 2500 Franken auf ihr Leben und heiratete sie, indem er fie auf dem Standes­amt durch eine andere Person vertreten ließ. Nach wenigen Tagen fing das unglückliche Mäd­chen Feuer; ihre Äleibet brannten lichterloh, als ob fie mit einer leicht entzündlichen Masse getränkt wären, während die Möbel in der Wohnung und Leo selbst unversehrt blieben. Sterbend wurde das Mädchen nach einem Hospi­tal gebracht. Leo ließ in Eile einen Pfarrer holen und auch die kirchliche Trauung vorneh­men. Dem Leo schien sein Streich schon geglückt zu sein,als erst durch Gerüchte und dann durch Nachforschungen der Versicherungsgesellschaft herauskam, daß e» sich um ein scheußliches Ver­brechen handelte. Die Mutter des verbrannten Mädchens hatte von Leo zunächst einen Brief erhalten, ihre Tochter sei am Typhus ertrankt und dann einen anderen, ihre Tochter sei gestor­ben. Später erhielt fie von Verwandten die Wahrheit mitgeteilt, und fie wandte sich an das italienische Konsulat in Rewyork, das ihr mit­teilen mußte, daß das Ende der Tochter durch das grausame Verbrechen herbeigeführt wor­den ist.

Ja, ja, ich. Anläßlich einer Eheschließung, die dieser Tage in Ansbach stattfand, wurde fol­gender schöne Titel antragsgemäß ins Register des Standesamtes eingetragen: Sttftungsadmi- nistrationskontrolloffiziantentochter Magdalene F...... (Ueber so schöne Titel mutz man sich

doch freuen.)

Verantwortlich für dis Redaktion:

, phU. Carl Httzaroth in Mar-nrz^

der beste JnsektEter,

aber nur in Flasehen, wo Plahta yuhlngen.

fünfte belebt. Ferner führt man die eigenarttge Stellung an, die der Vogel von altersher im Gemüt des deutschen Volkes einnimmt. Er ist mit vielem Aberglauben umrankt, und sein Siedeln erscheint manchem Grundherrn als glück­bringendes Zeichen. Nun pflegt man den Ade­bar stets als treuen Ehegatten und guten Fa­milienvater hinzustellen. Das sollte nicht gesche­hen, weil es falsch ist. Wir sollen überhaupt kein Tier mit menschlichen Begriffen messen. Geschieht es dennoch, dann mutz es sich auch den Beweis des Gegenteils gefallen lassen, der in diesem Falle leicht zu erbringen ist. Wie ost kommt es vor, daß der eheliche Frieden eines jungen Storchenpaares durch den dritten ge­stört wird. Plötzlich ist er da und greift den fleißig bauenden Ehemann an, zu keinem an­deren Zweck, als ihm die Gattin zu rauben. Ost siegt der Eindringling. Der Ehemann wird vertrieben oder gar getötet, und sofort erkennt die Witib den Sieger als ihren Eheherrn an. Glaubt man, daß solche Vorfälle der Dorfiugend verborgen bleiben? O nein! Die kleinen Burschen grinsen nur verschmitzt, wenn der Leh­rer ihnen an der Hand des Lesebuches den Ade­bar als Tugendbow preist. Sie sehen auch und wissen, daß die braven Storcheltern in Jahren, wenn die Nahrung knapp ist, das vierte und fünfte Junge ohne viel Federlesens aus dem Nest werfen und es elendiglich am Boden ver­hungern lassen. Ist es da zweckmäßig, den Storch als braven Familienvater hinzustellen? Ich meine, die Dorfiugend würde an ihrem

Gemüt wenig Einbuße erleiden, wenn man auch nur dem Storch das falsche Lob vorenthal- ten wollte. Trotzdem bin ich weit davon ent­fernt, den Jägern zuzustimmen, die jedes Storchnest zerstört wissen wollen. Es würde schon genügen, wenn man die güsten Störche, die gar kein Anrecht auf Schonung besitzen, vertil­gen wollte. Auch das Uebermatz von Storch­nester« könnte eingeschränkt werd«.

Butter P. Pfd. 120180 Pf. Hühnereier 2 St. 14-15Pf. Handküse p. Et. 12-18 Pf. KäSchen p. Et. 4 Pfg.

Kochkäse p. Pfd. 40 Pfg. Käsematte p. St. 5 Pfg. Blumenkohl Et. 50-60 Pf. Oberkohlrabi St. 5-10Pf. Wirsing p. Kopf 2040Pf. Kartoffeln p. Pfd. 0 Pf.

p. Ztr. 0.00-0.00 Mk Weißkraut Kopf 25-50 Pf. Rotkraut p. Kopf 0000Pf. Sellerie 1 St. 20 - 30 Pfg. Porree 1 Stück 0 -00 Pfg. Knoblauch p. Pack 5 Pfg Spargel Bsd. 00-03 Pf. Bohnen Pfd. 1500 Pf. Erbsen Pfd. 30 Pfg. Spinat p. Pfd. 00-00 Pfg. Salat p. Kopf 6-8 Pf.

I Wilhelmshaven, 31. Juli. Die Ablösung vom Oftafiattschen Kreuzergeschwader ist in Stärke

I von 650 Personen hier angekommen.

Zermatt, 31. Juli. Drei junge schweizerische I Turisten, die ohne Führer das Obergabehorn | besteigen wollten, find auf dem Triftgletscher abgestürzt. Der Absturz erfolgte beim Aufstieg auf halber Höhe; fie wollten eine schwer passier­bare Platte umgehen und kamen dabei auf Glatteis, das zehn Zenttmeter hoch mit weichem Neuschnee bedeckt war. Vom Trifthotel aus sieht man mit dem Fernrohr die Leichen auf dem Gletscher liegen. Die Namen find noch unbe­kannt.

Udine, 31. Juli. Seit dem 10. Juli werden in Moggio Udine Erdstöße verspürt. Heute wurde die Bevölkerung durch ein heftigere» Erd­beben erschreckt, sodaß alles die Häuser verließ. | Militär ist nach dem Schauplatz, wohin stch auch die Behörden begeben, abgegangen. Verluste an ! Menschenleben find nicht gemeldet.

Pari», 31. Juli. Nach einer Mitteilung de» Kriegsminifters wurden bei dem gestrigen Zu­sammenstoß in Dilleneuve 19 Offiziere und Sol­daten oenounbet.

Ehristiania, 31. Juli. Das französische Ge­schwader mit dem Präsidenten Falliäres ist heute Nachmittag 2}£ Uhr unter dem Salut der Fest­ung Akershus und der Kriegsschfffe hier einge- ttoffen. Der König fuhr auf der Schaluppe Stjernen" unter Salut nach derVäritä", um den Präsidenten zu begrüßen. Kurz darauf kehrte die Schaluppe mit dem König zurück. Nachher ging Präsident Falliäres mit einer französischen Schaluppe an Land und wurde von der Men­schenmenge begeistert begrüßt. Der König stellte die Minister, das Präsidium des Storttngs und die Spitzen der Behörden vor. Rach dem Ad- schreiten der Front der Ehrenkompanie fuhren die Herrschaften, von Kavallerie eskortiert, nach dem Schloß. Kurz nach ihrer Ankunft zeigten sich Präsident Falliöres und der König auf dem Balkon des Schlosses. Ihr Erscheinen rief bei der zahlreichen Menge begeisterten Jubel hervor.

London, 31. Juli. Zu Ehren der Delegierten des Internationalen Friedenskongresses wurde im HotelCecil" ein Staatsbankett gegeben, dem Premierminister Asquith, sowie mehrere andere Minister beiwohnten. Der Premier­minister brachte einen Toast auf die internatio­nale Friedensbewegung aus, auf welchen meh­rere fremde Delegierte, unter ihnen Professor Quidde-München, erwiderten. Die Toaste riefen die größte Begeisterung hervor.

London, 31. Juli. Asquith drückte in feiner Rede den Delegierten des internationalen Frie­denskongresses die Sympathie der Regierung «us, meinte aber, daß auf eine allgemeine Ab­rüstung nicht zu rechnen sei, da die nationale Si­cherheit für alle Länder an erster Stelle stehen müsse. Immerhin aber gebe es zur Erledigung streifiger Fragen andere Mittel al» den Krieg, z. B. schiedsgerichtliche Entscheidung und inter­nationale Verträge.

Westerland-Sytt, 31. Juli. Infolge Mangel» jeglicher Rettungsvorkehrungen erttank der Bankier Daniel aus Berlin beim Baden. Die Badegäste waren sehr erregt und verlangten auf dem Bürgermeisteramte telegraphische Be­schwerde beim Ministerium und Schließung des Bades bis zur Herstellung geeigneter Rettungs­vorrichtungen.

Konstantinopel, 31. Juli. Der heutige Se- lamlik vollzog sich unter endlosem Jubel einer vieltausendköpfigen, überall frei zugelassenen Menge, die dem unaufhörlich stehend im Wagen fahrenden Sultan akklamierte. Es herrschte ttotz des großen Gedränges musterhafte Ordnung. Die Begeisterung erreichte ihren Höhepunkt, als sich der Sultan nach dem Gottesdienst am Fen­ster feines Kiosks noch mehrmals feinem Volke zeigte. Später empfing der Sultan das diplo­matische Korps, das mit Ausnahme der Vertre­ter Rußlands und der Bakanftaaten vollzählig erschienen war, in corpore in Audienz. Rach emer kurzen Ansprache des derzeitigen Doyens, Marquis Jmperiali, begrüßte der Sultan be­sonders herzlich den deutschen Vertreter der Grüße des Kaisers und Allerhöchst Dessen Wünsche ausrichten konnte, daß der neue, vom Sultan mit so viel Weisheit und so rückhaltslos betretene Weg seiner Regierung und seinem Lande zu Glück und Segen gereichen möge. Dank der bewunderungswürdigen Selbstzucht und Ordnung des ottomanischen Volkes verlief die­ser Tag, wie die vorhergehenden, in der har­monischsten Weise.

Konstantinopel, 31. Juli. Die türkischen Blätter verbreiten in Extraausgaben eine amt­liche Bekanntmachung, in der die bereits ge­machten Zugeständnisse aufgezählt und ein Reskript des Sultans angekündigt wird, das den Wunsch des Sultans, betreffend die Einrichtung einer geregelten Verwaltung zur Sicherung un> Wohlfahrt aller Untertanen ohne Unterschied des Standes und der Religion, zum Gegenstände habe. In dieser Bekanntmachung wird ferner erklärt, die Fortdauer der Kundgebungen Würde dem Lande schaden, und so wird geraten, einzustellen. Das BlattJkdam" veröffentlicht die Demission des Finanzministers Zia-Pascha ; vnd zugleich dessen Abschiedsgesuch, in dem es heißt, daß das gegenwärtige Ministerium keine Tatigkeitfür die Durchführung der Verfassung entfalte und den Bedürfnissen des Landes nicht genüge. Die Amnestie für gemeine Verbrechen ist türkischen Blättern zufolge auf das ganze Reich ausgedehnt worden.

München. 1867 war er im «Ürttembergischen Staatsdienst als Bauführer mit dem Bahnhof­bau Hechingen beschäftigt. Von hier wurde er 1868 von seinem Lehrer Neureuther an die neu­errichtete Technische Hochschule zu München als Assistent berufen, woselbst er sich 1872 als Pri­vatdozent an der Hochbauabteilung habilitierte. Nack dem Tode Neureuthers wurden ihm dessen Vorlesungen über die Architekturgeschichte des Altertum», des Mitelalters und der Ronaiflance übertragen. 1874 wurde er Professor. Reben feinet Lehrtätigkeit übte et auch Privatpraxis als Architett aus, baute u. a. die protestantische Kirche in Eichstätt, die apostolische Kirche in Zürich, Wohnhäuser und eine Anzahl Land­häuser in Berchtesgaden. Prof. Thiersch ist Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste in München.

Beiträge zum Ernst Koch-Gedenkstein.

Weitet find eingegangen von Herrn I. 1 -K, von Frau Dt. Beier 2 <M, worüber hiermit öffentlich quittiert wird. Zusammen jetzt 39 <4, Dr. Hitzeroth.

Adebars Sünden.

Fritz Skowronnek hält in Nr. 40 desDa­heim" dem armen Adebar ein langes Sünden­register vor, daß der Falsche Heilige eigentlich vor niemandem mehr sich sehen lassen dürfe. Er schreibt:

Heber die Anzahl der in Deutschland le­benden Störche tappte matt früher völlig im Dunkeln. Jetzt hat man einen guten Anhalt, wenigstens zur Schätzung. Denn im Jahre 1905 hat die physikalisch-ökonomische Gesellschaft in Ostpreußen eine genau« Zählung veranstaltet und festgestellt, daß 13 565 Storchnester besetzt waren. Es gab somit 27 310 alte und 30695 junge, zusammen 67 285 Störche, da man für Ostpreußen unbedenklich drei Junge für jedes Rest rechnen kann. Schon diese Zahlen, die für eine Provinz feststehen, lassen erkennen, welche Massen von Störchen in Deufichland nisten und welche Nahrungsmengen zu ihrer Erhaltung und Aufzucht der Jungen erforderlich ist. Datz es daneben noch viele güfte Störche gibt, die nie «in Rest beziehen und nie brüten, ist wenig be­kannt. Ich selbst kenn« eine Gegend sehr genau, wo auf weiten Wiesenflächen Hunderte von Lüsten Störchen dcn Tag über ruhelos umher- wandern. Am Abend ziehen fie nach dem Walde, wo fie auf Bäumen übernachten. Auf dem ganzen großen Gebiet war keine Lerche, kein Rebhuhn, kein Birkhuhn, kein Hase zu finden. Erst als die Grünröcke mit Energie und Aus­dauer den Störchen zu Leibe rückten und fie ver­trieben, nahm der Wildstand zu. Es ist offenes Geheimnis, daß große Jagdherren schon seit Jah­ren keinen Storch mehr auf ihrem Gebiete dul­den. Auch die Jagdpächter haben dem Adebar den Krieg angesagt, und die Bauern fügen sich stillschweigend darein, um nicht die hohe Jagd­pacht zu verlieren. Zur Verteidigung des Stör« Äe» wird angeführt, daß et das Bild der Land­schaft durch seine Gestalt und durch seine Flug-

Hochschulnacdrichten.

X London, 31. Juli. Dr. Oppenheim-Göt­tingen wurde zum Whewell-Professor des inter­nationalen Rechts an der Universität Eham- bribge erwählt.

X Borlesungen Über Zeitungswesen. Der Historiker Prof. Dr. Adolf Koch an der Univer­sität Heidelberg wird im kommenden Winter­semester lesen:Geschichte, Wesen und Bedeut­ung der öffentlichen Meinung, der Presse und des Journalismus in Deutschland" (2stündig), Geschichte der Kritik der politischen Parteien in Deutschland" (Istündig). Außerdem wird er praktische Hebungen zur Einführung in die Journalistik" (Mündig) halten. Sämtliche Vor­lesungen sind unentgeltlich.

X Prof. Thiersch. Der ordentliche Professor der Baukunst an der Technischen Hochschule zu München, Armut Thiersch tritt zum 1. Oktober d I. in den Ruyeerand. Er ist'1843 zu Marburg geboren, besuchre ,?_ polytechnische Schule zu München, wo als ^^ ^l-hrer Bauernfeind und Neureuther wirtten wandte sich nach Ab- fohnerung der damals vereinigten Bau- und Ingenieurschule im Jahre 1865 dem bayerischen Eisenbahnbau zu. 1866 kam er in das Bureau der Generaldirektion der Derkehrsanstalten in

Mkrvntg, 1. August.

Rüben, rote, p Pfd. 10 M.

Möbren v. Pack 10-00 Pf.

Gurken 100 St 1.50 bi» 2 00 ML

Radieschen p. Pack 10 Pf.

Stettin p. Et. 1015 Pf, Schwarzwurzel Pfd. 80 Pf. Zwiebeln Pfd. 1012 Pf. Tomaten Pfd. 6000 Pf.

Aepfel p. Pfd. 00-00 M.

Erdbeeren Pfd. 70-120 Pf.

Himbeeren Pid 50 Pfg.

Heidelbeeren Ltr. 20 Pfg.

Johannis beeren Pfd. 20 Pf.

Kirschen Pfd 3040 Pfg.

Stachelbeeren Pfd. 20-00vf Reh Pfd. 70-00 Pfg.

Tauben p. St. 40-00 Pfg.'

Häbne p. St. 70-80 Pf.

Hühner St. 1.50-0.00 Mk.

Enten p. St. 20.00 Mk.

Unpolitische Taqesnackrichten.

Berlin, 31. Juli. Die Kammerzofe Sieger, hie wegen des Perlendiebstahls bei der Gräfin - Wartensleben festgenommen, aber vom Gericht entlassen worden war, ist heute erneut auf einen Haftbefehl des Untersuchungsrichters zur Haft gebracht worden.

Speyer, 31. Juli. Beim Wäscheaufhängen stürzte die Frau des Schiffers Velduifen von einem Rheinkahn in den Fluß und ertrank. Die Familie verlor kürzlich ein kleines Kind durch Ertrinken.

Innsbruck, 31. Juli. Erst heute ist es mög­lich, einen Ueberblick über den furchtbaren Scha. den zu bekommen, den das vorgestrige Unwetter im unteren Jnntal und im Zillertal angerichtet hat Die Verheerungen find viel schlimmer als die ersten Meldungen annehmen ließen. Die Zahl der eingestürzien ober von den Fluten voll­ständig weggerissenen Häuser kann auf hundert geschätzt werden; die Zahl der Toten, von denen erst ein kleiner Teil geborgen ist, Übersteigt 30. Starke Militärabteilungen find in die betrof­fenen Gebiete abgegangen, um an bet Aus. besserung der Schäden mitzuhelfen. Weitere Gefahr scheint vorläufig nicht zu bestehen.