MechM Iälmg mit -em Kreisblatt für die Kreise Mar-urg und Kirchhain «nd -en Deilage«: „Literarischer Anreger", „LaA-wirtschafttich- S-ilttge" und „ILnstrierte- S-rmtagsblatt^.
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Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 60.
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Die Aussichten eines modernen Krieges.
Der General der Infanterie z. D. v. Blume tat in den letzten, vom Großen Generalstab Uerausgegebcnen „Vierteljahresheften für Trup- Menführung und Heereskunde" eine eingehende Untersuchung über die Frage veröffentlicht, inwiefern sich' die Bedingungen des Erfolges im Kriege seit 1871 verändert haben. Zunächst Lebt der Verfasser hervor, daß wir es in den tret letzten Kriegen von 64, 66 und 70/71 mit Heeren zu tun hatten, die minder starke Wehrverfassungen als wir hatten, während wir heute Heeren gegenüberstehen würden, die gleich unserem aus dem Kern der Nation gebildet sind. lJn den 37 Friedensjahren ist außerdem die zahlenmäßige Stärke der Streitkräfte gegen früher ungeheuer gewachsen; im August 1870 belief sich die Verpflegungsstärke des deutschen Heeres aus 1183 389 Köpfe, aber das Feldheer zählte, außer Offizieren, bei Beginn des Krieges doch nur 462 300 Infanteristen und 56 800 Kavalleristen nebst 1584 Geschützen, hinter denen noch als Be- fatzungs- und Ersatztruppen 962 890 Mann und 462 bespannte Geschütze im Land zurückgeblieben waren. Heute können wir aus 19 Jahrgängen ein Kriegsheer von 4% Millionen militärisch geschulter Mannschaften bilden, und bei anderen Mächten sind die Zahlen ähnlich gewachsen. Zu diesen gewaltigen Masten, die ganz andere Bewegungsbedingungen erfordern, als sie früher vorhanden waren, ist noch eine ungeahnte Ent-
4 (Nachdruck verboten.),
Else Hohenbach.
Original-Novelle von E. Wald.
(Fortsetzung.)
Wenige Tage später verließ auch Olga Will- burg das Pensionat, um ihrem neuen Bestimmungsort entgegenzugehen. Die ganzen Jahre lang, die sie unter Fräulein Bartels Obhut geweilt, kaum war sie eineStunde über H. hinaus- gelommen, und dann nur, wenn ein gemeinschaftlicher Ausflug von sämtlichen Schülerinnen und Lehrerinnen unternommen wurde. So war es jetzt ihre erste größere Reise und fast hilflos sah das junge Mädchen um sich, als sie auf der kleinen Haltestelle ausgestiegen war und der Zug weiter brauste. Man hat ihr zwar geschrieben, daß man sie abholen würde, aber sie sah vorläufig noch Niemanden, und so ging sie denn, nachdem sie ihr Gepäck besorgt hatte, nach dem kleinen Wartesaal und beschloß, das weitere abzuwarten. Olga war früh morgens schon in H. abgefahren, und nun stand die Sonne fast am Sinken. Müde und abgespannt ließ sie sich auf das kleine Rohrsopha gleiten und stützte den Kopf in die Hände.
So weit war sie nun gekommen, was würde weiter werden, welcher Zukunft ging sie entgegen? Freilich sie kann es ja nicht verlangen, denn sie ist ja auch dort nur die bezahlte Eou- vcrnante und doch, das einsame verwaiste Mädchen sehnte sich endlich nach einem Heim.
Unwillkürlich flogen die Gedanken zurück zu ihrer Kindheit. Ihr Vater stand als Major in einer kleinen preußischen Garnison, und wenn auch das Gehalt knapp war und die Eltern sehr eingeschränkt leben mußten, so ward ihr, als dem einzigen Kinde, doch so manche Freude und »olle zärtliche Liebe zuteil; so lebte die Heine Familie in schönster Harmonie, trotz so mancher'
Wicklung auf dem Gebiete der Kriegsmittel und der Waffentechnik getreten, die eine unvermeidliche Steigerung des gewaltsamen Charakters und der Wirkungen des Krieges zur Folge hat. Daran vermag auch der Kulturfortschritt nichts zu ändern, da er ja vielmehr eine wesentliche Ursache der gesteigerten kriegerischen Machtentfaltung der Staaten ist, indem die höhere Kultur nach stärkerem Schutz verlangt, wie sie andererseits auch die vervollkommneten Vsrnicht- ungswerkzeuge liefert. Trotzdem ergibt sich aus dieser Steigerung der Machtmittel ein humanitärer' Gewinn, indem sie den Entschluß zum Kriege erschwert.
Aus der Vervollkommnung der Waffentechnik und der damit verbundenen veränderten Eefechtstaktik ergeben sich neue Gefechtserscheinungen, die man „Leere des Gefechtsfelds" nennt und die daraus zu erklären sind, daß beide Parieren sich vor dem Gefecht und während seines Verlaufs den Blicken des Gegners möglichst zu entziehen suchen. Hierdurch werden den Führern naturgemäß die Beurteilung der Lage, die Entschließungen und richtiges Handeln erschwert, so daß Zeitverluste entstehen, die auf die Kämpfer einen beklemmenden Eindruck machen. Durch Vervollkommnung der Fernrohre und durch Benutzung der Luftschiffahrt sucht man dieser Schwierigkeit bester Herr zu werden.
Ueber den Einfluß der Luftschiffahrt auf die Schlachtentaktik und die Leitung der Operationen läßt sich der Verfaster folgendermaßen aus:
Wo der Feldherr bisher im Dunkeln tastete, wird er nicht immer, aber oftmals die Verhältnisse bei Freund und Feind wie die Figuren auf dem Schachbrett, vor Augen haben. Und wir dürfen uns nicht verhehlen, daß den größeren Nutzen hieraus die Defensive ziehen wird, da die lleberlegenheit der Offensive wesentlich auf dem Moment der lleberraschung, auf der Unsicherheit beruht, in die der Verteidiger durch die Abhängigkeit vom Handeln des Gegners versetzt wird. Das Gleichgewicht wird erst wieder hergeftellt werden, wenn es gelingt, die Luftschiffahrt dahin zu vervollkommnen, daß es durch sie möglich wird, vernichtende Wirkungen von oben gegen materielle Schutzwehren zu erzielen, so daß der frischen Tatkraft der Triumph über die tote Materie erleichtert wird!"
Die Kosten der Kriegsführung haben nach der Schätzung Generals v. Blume eine Höhe erreicht, daß sie mit denen früherer Kriege kaum noch verglichen werden können. Der russisch-japanische Krieg soll Rußland 4605 Millionen Mark und seinem Gegner 2424 Millionen Mark gekostet haben. Für Deutschland wird man die Jahreskosten des Krieges, ohne Berechnung des Wertes der Naturalleistung, die das Land im Kriege zu tragen hat, mit sechs Milliarden Mark nicht zu hoch veranschlagen.
Entbehrungen und Olga blickte aus eine ungetrübte Reihe stiller glücklicher Tage zurück. Da starb die Mutter, als sie zwölf Jahre alt war, an einem Nervenfieber; der Major konnte sich in den Verlust der so sehr geliebten Gattin nicht finden. Monate lang ging er still und in sich gekehrt umher, dann nahm er plötzlich den Abschied und zog mit seinem Töchterchen nach einer kleinen Residenzstadt. Einsam und trübe ver- flosten jetzt die Tage. Olga besuchte die Töchterschule und lernte eifrig und gern, sie blieb am liebsten über ihren Büchern, denn der Major, der seit dem Tode seiner Gattin ein misanthro- pischer menschenscheuer Sonderling geworden war, gestattete ihr keinerlei Umgang mit ihren Altersgenossinnen. So vergingen zwei Jahre, da starb der Vater. Nun war sie ganz verwaist, ohne Verwandte, die sich ihrer annahmen; das Gericht bestimmte ihr einen Vormund und dieser erwirkte eine kleine Rente aus der Staatskaste, die es ihr ermöglichte, in Fräulein Bartels Anstalt zur Erzieherin sich auszubilden. Nun lag das Examen hinter ihr und sie sollte auf eigenen Füßen stehen und sich allein den Weg durchs Leben bahnen und doch wie schwer ist dies für ein neunzehnjähriges Mädchen. Das Vorfahren eines Wagens auf dem Steinpflaster draußen unterbrach ihr Grübeln, sie stand auf und trat ans Fenster, in der Tat hielt eine mit zwei Schimmeln bespannte, etwas altmodische Equipage vor dem Bahnhofsgebäude, und da trat ein Bedienter ein und frug höflich, ob sie das Fräulein sei, die in Sofjin erwartet würde. Auf ihre bejahende Antwort nahm er ihr Plaid und Tasche aus der Hand und Olga folgte ihm rasch zum Wagen. Nachdem noch ihre Koffer besorgt waren, schwang der Diener sich auf den Bock und da» Gefährt setzte sich in Bewegung.
Sie lehnte sich müde in die weichen Kisten; der Wagen fuhr in langsamem Trabe über das Pflaster des kleinen Städtchen», dann ging es
Eine dringliche Aufgabe der nächsten Reichstagssession
stizziert der freikonservative Abgeordnete Freiherr von Zedlitz und Neukirch im „Tag". Nachdem er die politische Lage im Reichstag bei Beginn der nächsten Tagung umristen, die Notwendigkeit einer guten Lösung der Reichsfinanzreform geschildert und dabei wieder das Petroleumverkaufsmonopol berührt, sowie gegen Einwände verteidigt hat, bezeichnet er es als geradezu unerläßlich, die Krankenkastengesetzgebung so zu ändern, daß dem Mißbrauche der Krankenkasteneinrichtungen zu sozialdemokratischen Parteizwecken gesteuert wird. Er denkt sich den Vorgang in Form einer Novelle von wenigen Paragraphen. Er erinnert die Regierung daran, daß bei der Durchbringung des Bergarbeitergesetzes im preußischen Landtage entsprechende Zusicherungen gemacht seien. Der Einfluß der Sozialdemokratie beruhe auf dem Glauben von ihrem ungehemmten Siegeslauf und auf dem ausgebreiteten System von Pfründen für ihre Veteranen und Parteiagitatoren. Die Aussicht, für der Partei geleistete Dienste durch eine dauernde Versorgung im Krankenkassendienste belohnt zu werden, führe der Sozialdemokratie stetig weitere Kräfte für Agitationszwecke zu. Die Gefährlichkeit dieses Mißbrauches der Krankenkasten-Einrichtungen für sozialdemokratische Parteizwecke hat niemand wirksamer geschildert, als der freisinnige Vertreter von Görlitz im Reichstage, Dr. Mug- dan, seitdem der von den Sozialdemokraten best gehaßte Mann.
Der Glaube an den nicht zu hemmenden Siegeslauf der Sozialdemokratie sei nun durch die letzten Reichstagswahlen erschüttert, die Beseitigung der sozialdemokratischen Pfründen in den Krankenkasseneinrichtungen werde die Niederlage vervollständigen. Aber diese Aenderung in der Organisation des Krankenkastenwesens müsse so zeitig vorgenommen werden, daß schon bei den Reichstagswahlen von 1912 seine Wirkung zu spüren sei. Deshalb muffe die Vorlage zur Unterbindung der Lebensader des sozialdemokratischen Pfründnerwesens schon möglichst im Herbst vorgelegt werden und der gesetzlichen Grundlage müsse dann die schleunige praktische Durchführung folgen. Bedenken gesetzgeberischer Systematik dürften gegenüber dem großen praktischen Ziele der Riederringung der Sozialdemokratie nicht in Frage kommen.
Deuisches Nerch.
— Die Heimreise des Kaisers. Bergen, 27. Juli. Der Kaiser nahm heute Vormittag Vorträge entgegen und frühstückte dann bei dem Konsul Mohr. Um 4 Uhr dampfte die „Hohen- zollern" nach Swinemünde ab.
— Vom Flottenverein. Karlsruhe, 27. Juli.
Der Vorstand des badischen Landesausschustes
eine Obstallee entlang zwischen jungen Saatfeldern. Olga schüttelte ihre schweren Gedanken gewaltsam ab und sah um sich, eine entzückende Landschaft tat sich allmählich vor ihren Blicken auf, sie fuhren im Tale, rechts und links zogen sich sanft gewellte Höhenzüge hin, aus denen hie und da eine höhere Bergkuppel aufstieg, dazwischen lagen blühende Dörfer und über allen ein wolkenlos blauer Himmel, der zarte Duft und Schmelz, wie ihn nur der Frühling hat. Unwillkürlich schlug Olgas Herz höher, wie schön war doch die Welt; trotzdem sie fast eine Stunde gefahren waren, kam es ihr zu schnell, als der
Diener sich jetzt umwände und, auf ein in kurzer Entfernung vor ihr liegendes Dorf weisend, sagte: „Werden Sie nicht ungeduldig, Fräulein, wir sind gleich da, dort ist Lohin."
„Ich bin nicht ungeduldig und es fährt sich sehr schön," erwiderte das junge Mädchen, sich interessiert vorbeugend. Die Talsenkung hatte sich verengt und die Hügelketten schienen näher zusammengerückt, dichte Vaumgruppen lagen vor ihnen und sammelten sich um den Spiegel eines kleinen Sees, der in einiger Entfernung durchblitzte. Noch eine Biegung des Weges und er lag vor ihnen, dahinter zeigte sich plötzlich ein kleines, graues, von dichtem Epheu umranktes Schlößchen, von Büschen und Bäumen umgeben, die das erste keusche Grün des jungen Lenzes schmückte.
Olga atmete tief auf, wie sie das liebliche Bild vor sich sah; ein tiefer, feierlicher Friede lag über dem reizenden Erdenfleck, gewiß, hier konnten nur gute Menschen wohnen. Jetzt sah sie auch eine alte Dame auf den Balkon treten» zu dem eine breite Freitreppe von der Straße hinaufführte, die spähend den Weg entlang sah. Der Wagen hielt, Olga stieg rasch aus und sah schüchtern zu der Dame empor, die ihre Ankunft offenbar erwartet hatte und ihr jtttt entgegen» trat. ......
des Flottenvereins hat an die Ortsvereine und Vertrauensmänner ein Rundschreiben gerichtet, in welchem u. a. ausgeführt wird: Der Vorstand des badischen Landesverbandes des Deutschen Flottenvereins erblickt in der Uebernahme de» Präsidiums durch Großadmiral von Köster eine Garantie dafür, daß der Deutsche Flottenverein künftighin nach Maßgabe der Satzungen unD insbesondere nach denjenigen Grundsätzen ge* leitet wird, welche der Schutzherr desselben, Prinz Heinrich von Preußen, auf der Hauptversammlung in Hamburg als die allein richtigen bezeichnet und die derselbe in seinem Antworttelegramm an die Versammlung in Danzig mit den Worten bestätigt hat, daß der Verein in stiller, einmütiger Arbeit das deutsche Volk von der Notwendigkeit der Verstärkung eines nationalen Werkes, der Verstärkung der deutschen Flotte aufklärend überzeugen soll. Das Rundschreiben gibt der Hoffnung Ausdruck, daß sich nun die Mitbrüder mit aller Kraft wieder der vaterländischen Arbeit des deutschen Flottenvereins widmen, die schon so große Erfolge aufzuweisen habe.
— Freiwilliges Automobil-Korps. Wien, 27. Juli. Heute begann die gemeinsame militärische Uebungssahrt des österreichischen und deutschen freiwilligen Automobilkorps. Um 6 Uhr früh erfolgte bei der Rotunde der Start. Die Automobile, abwechselnd ein deutsches und ein österreichisches, wurden abgelaffen. Mit jedem österreichischen Teilnehmer fuhr ein deutscher Eene- ralstabsosfizier als Unparteiischer und umgekehrt. Die Zuweisung geschah durch das Los. Der Uebungsleitung gehören an: Feldmarschallleutnant von Krobatin, Herzog Adolf Friedrich v. Mecklenburg, Kommerzienrat Büxenstein, Prinz zu Solms-Braunfels, Generalsekretär Faßbender, Oberstleutnant Schwarte, Oberstleutnant Bartolff, Major Hesse und Hauptmann Zeidler.
— Der „Deutsche Luftflottenverein" ist nunmehr Tatsache geworden. Der Verein versendet jetzt seine Satzungen und eine Ankündigung, in der es heißt: Welchen Anklang die Gründung dieses Vereins gefunden hat, beweisen die zahl« reichen Anfragen und Betrittserklärungen aus dem ganzen Reiche; selbst aus dem Auslande meldeten sich Reichsangehörige zum Beitritt. Die wichtigsten Punkte der Satzungen des Luftflottenvereins sind die folgenden: § 2 lautet: Der Verein hat den Zweck, Mittel zu beschaffen für die Vervollkommnung von lenkbaren Luftfahrzeugen, welche vaterländischen Zwecken dienen sollen. Er will weiter das Verständnis und das Jnteresie des deutschen Volkes für die Bedeutung und die Aufgabe der zu beschaffenden und weiter auszubauenden Luftflotte darin, die Ehre und Machtstellung des Deutschen Reiches zu wahren, insbesondere soll sie auch die übet«
„Willkommen in Lohin, mein Kind!" Das klang herzlich und ermunternd und Olga faßte den Mut, aufzusehen. Zwei hellblaue Augen, sanft wie Kinderaugen, ein unendlich milde» Frauenantlitz lächelte unter dem schwarzen Häubchen zu ihr herab; sie trug wohl noch Trauer um die Heimgegangene Tochter. Olga beugte sich gerührt über die weiße Hand, die sich ihr bot; ihr Herzklopfen beruhigte sich, einen solch' herzlichen Empfang hatte sie nicht erwartet.
„Es freut mich, daß Sie noch mit dem Rach- nrittagszuge gekommen find; bei Tageslicht erscheint der Eintritt in einen neuen Bestimmungsort weniger beängstigend, als bei Abend und in der Dunkelheit. Kommen Sie jetzt mit mir, Sie werden müde sein."
„Sie sind so gütig, gnädigste Frau," flüsterte Olga leise, der alten Dame in das Haus folgend. Durch einen runden Vorsaal, der sein Licht durch eine Glaskuppel empfing, traten sie in eine großes Gemach, das mit dunklen Mahagonimöbeln ausgestattet, einen äußerst gediegenen, aber einfachen Eindruck machte. Nur eine Ecke zeigte einen anderen Charakter. Hier blühten und dufteten zahlreiche Frühlingsblumen auf einem zierlichen vergoldeten Blumentisch, aus deffen Mitte sich ein Messingkäfig erhob, in dem mehrere ausländische Vögel um- herhüpften. Die tiefe Fensternische war mit Ständern ausgefüllt, die Blattpflanzen und kostbare ausländische Gewächse von großer Schönheit trugen. Ueberrascht blieb Olga stehen.
„Eine Liebhaberei meines Mannes," sagte die alte Dame lächelnd, „und wenn Sie seine Blumen und Vögel bewundern, werden Sie bald fein Herz gewonnen haben." Jetzt erst bemerkte bas junge Mädchen, daß inmitten dieses an- mutigen Plätzchens ein Krankensahrstuhl stand,, aus dem ein alter Herr sich bei ihrem 3läbet« kommen aufrichtete. Horts, folgt)