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,e- aufgefunden. Die Kugel ist von «Men durch das Kinn in den Kopf gedrungen. Die Ang^ hörigen haben den Toten gestern abend nach dem Esten zuletzt gesehen. Gegen 10 Uhr abends will man einen Schuß gehört haben Ob Selbsvnord oder Unglücksfall vorlregt, wird hoffentlich Vte Untersuchung ergeben.

Hünfeld, 26. Juli. Vom 18 brs 20. August Undet hier die Mitgliederversammlung des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde statt Das Progamn. ist folgendes: Dienstag den 18 Auaust 5 Uhr nachmittags, Sitzung des Gesamtvorstand'es und anschließend Vereinigung der Mitglieder und Gaste rm Hotel Qngel. Mittwoch den 19. August, 9 Uhr, Besichtigung der Stadt 11 Uhr Mitgliederversammlung rm Rathaus. 2 Uhr Festesten und anschließend Spa- riergang. Donnerstag, den 20. August, Aus­flug in die Rhön, Endpunkt Geisa.

G. Hana«, 26. Juli. Bei der Klein-Stcm- heimer Eisenbahnbrücke sprang die 16 Jahre alte Tochter des Pulverhilfsarbeiters Reuter von hier in den Main und fand den gesuchten Tod. Die Beweggründe des Selbstmordes find unbekannt

Westerburg, 25. Juli. Der Landwirt P. Göbel von Kleinholbach stieß beim Ausschachten eines Kellers auf einen steinernen Wasterkrug, der 397 Münzen enthielt, zumeist Frankfurter und Kölner Prägung und aus der Zeit von 1680 bis 1690.

Wiesbaden, 25. Juli. Ein hier zur Kur »eilender Amerikaner ist, wie dieWiesb. Ztg." meldet, heute Nachmittag in einem hiesigen beim Spiele einem Gaunertrick zum Opfer gefallen und seiner Brieftasche mit 8000 Dollar, feiner wertvollen Uhr und eines Bttllantringes beraubt worden.

Frankfurt a. M., 25. Juli. Der Männerge- stingvereinArion"-Brooklyn gab heute Abend Im Palmengatten ein Konzert, daß sich eines Mastenbesuches der Frankfurter zu erfreuen hatte Die Zuhörer bereiteten den fremden Sängern einen begeisterten Empfang und ebenso rauschenden Beifall fanden ihr«Chöre", be­sonders die in deutscher Sprache. Äußer den MännerchörenSchäfers Sonntagslied" und Magdalen" brachten die amerikanischen Sän­ger die amerikanischen VolksliederOld blae Zoe" undDixies Land" zum Vortrag; ein aus Amerikanerinnen bestehendes Quartett, das Manhattan Lady-Quattett, trug u. a.Coming tbrough the Rye" undSuanee river" vor. Der Frankfurter Sängerbund, in Stärke von etwa 200 Sängern, bot ebenfalls einige Gesangsvor­träge. An das Konzett schloß sich ein Kommers rm Gesellschaftshause des Palmengartens.

Frankfurt a. M., 25. Juli. Der 23. Kongreß der Allgemeinen Radfahr-Union wurde heute Nachmittag 3 Uhr mit der llebergabe des Bun- desbanners seitens der Stadt Aachen an die Stadt Frankfutt eingeleitet.

Gieße«, 25. Juli. Den ältesten Einwohner Heffens besitzt wohl unstreitig unsere Stadt in der Person des Geomtters 1. Kl. Georg Euler. Er wird im Herbst d. I. 105 Jahre alt und er­freut sich noch einer verhältnismäßig guten Ee- fundheit, unternimmt sogar fast täglich noch kleine Spaziergänge. Er ist 1803 als Sohn eines Lehrers zu Busenborn btt Ortenberg im Vogelsberg geboren.

Butzbach, 15. Juli. Die durch all« Blatter gegangene Nachricht von dem Totschlag des Musketiers Haudermann in Butzbach durch den Musketter Hch. Eörtler von der 3. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 168 aus Leideken bei Büdingen am 5. d. M. in ttner Butzbacher Wirtschaft führte am Montag zu der Hauptver- handlung vor dem Kriegsgericht in Butzbach. Eörtler hatte dem H. auf den Kopf geschlagen, daß die Schädeldecke sprang und Bluterguß in das Gehirn erfolgte. Trotz alsbaldiger Opera­tion trat in kurzer Zeit der Tod des H. ein. Die Beweisaufnahme ergab, daß Göttler wiederholt ohne Grund von H. mißhandelt wurde und sich nur vetteidigen wollte, was die bedauernswer­ten Folgen hatte. G. befand sich aber in berech­tigter Notwehr, so daß von feiten des Gerichts­hofes Freisprechung von Strafe und Kosten er­folgte. Der Musketter E. Hallstein von der 11. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 116 wird wegen Beharrens im Ungehorsam und Achtungsverletzung vor versammelter Mann­schaft zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt.

Ermenrod, 25. Juli. Der 17jährige Sohn des hiesigen Müllers Scharmann hat vor 14 Tagen die elterliche Wohnung verlassen und ist bi» beute dahin nicht wieder zurückgekehrt. Da sttn Aufenthalt bis jetzt nicht erkundtt werden konnte, haben die Eltern ein polizeiliches Sig­nalement veranlaßt.

Unpolitische Tagesnachrichten.

Berlin, 26. Juli. Das Perlenkollier der Gräfin Wartensleben im > Betrag« von 200 000 Mark, dessen rätselhaftes Verschwinden anfangs dieses Jahres großes Aufsehen erregte, ist wie­der zur St.lle geschafft. Frau Sieger, die Kammerfrau der Gräfin, die damals bereits in Haft genommen, wegen Mangels an Beweisen ober wieder fteigelosssen worden war, ist aufs neue verhafi'.t worden.

Aachen, 26. Juli. Ein Automobil mit einer achtköpfigen holländischen Reisegesellschaft fuhr in rasendem Tempo auf der Strecke Heerlen- Maastrichtim Dorfe Kunrade auf eine Mäh­maschine auf. Das Automobil ging in Trüm­mer. Einem 10jährigen Mädchen von der Reise­gesellschaft wurde der Kopf vom Rumpfe ge- ttennt. Der Chauffeur ist schwer verletzt. Die übrigen Personen erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen.

Stuttgart, 26. Juli. Oberbaurat Heinrich Dolmetsch, ein bekannter Kirchenerbauer, ist, 62 Jahre ast, gestorben. '

Stuttgart, 25. Juli. In vergangener Nacht stürzte ein Tagelöhner beim Schlafwandeln aus einem Dachfenster in den Hof und erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald darauf starb.

Eera, 25. Juli. Ein fideler Gefangenen- transpott hatte ein Nachspiel vor dem Landge­richt in Gera Neuß j. L. Der 60jähttge gebrech­liche Eemeindediener von Debra hatte vor eini­ger Zeit den Auftrag erhalten, zwtt Landstrei­

cher ins Gerichtsgefängnis von Neustadt a. O. zu bringen. Alle drei besuchten unterwegs ein Gast­haus und der gutmütige Transporteur bezahlte Speise und Trank. Als das Orchestrion auf­spielte, sttmmte der Alte und seine Schutzbe­fohlenen kräfttg mit ein. In einem günstigen Augenblick verschwand einer der Gefangenen auf Nimmerwiedersehen. Trauttg zog der Transporteur mit dem anderen die Straße wei­ter. Plötzlich gab dieser vor, nicht mehr weiter zu können. Der Alte bewies sttn harmloses Ge­müt und ging einem Wagen zu suchen. Als er zurückkam, war natürlich auch Nr. 2 verduftet. Außer dem Undank der schnöden Welt harrte des Gutmütigen eine Anklage. Das Gericht machte es mit 6 eH Geldstrafe gnädig.

Mitau, 25. Juli. Die Stadt Telschi steht in Flammen. Aus Libau gingen gestern Extrazüge mit Feuerwehr und einem Militärkommando, ab. Ebensolche Hilfe wurde aus anderen Städ­ten gesandt. Laut heutigen Nachrichten sind von Telschi blos einige Häuser übrig geblieben.

Srindttwald, 25. Juli. Die Leichen der bei­den vom Wetterhorn abgestürzten Touristen des Eisenbahnsekretärs Erimmeisen aus Ludwigs­hafen und des Prokuristen Holder aus Annwei- ler (Pfalz) sind zerschmettert auf den Erimmen- gletschern aufgefunden worden. Beide hatten ohne Führer in Gesellschaft ron drei Berlinern und zwei Engländern den Abstieg durch ein ver­schneites Couloir nach Elockstein versucht. Dabei glitt der an der Spitze gehende Erimmeisen auf einem Stein aus und riß im Fallen den ihm an- geseilten Holder mit. Die Ilebrigen kehrten nach dem Siattel um und stiegen über die Dossen- hütte nach Rosenlaui-Bad ab.

Kandersteg. 25. Juli. Der Stollen des Lötsch- bergtunnels ist auf 1100 Meter Länge, von der Bohrstelle bis 1500 Meter vom Tunneleingang, vollständig mit Schutt gefüllt. Die Räumungs­arbeiten verlangen große Vorsicht, da zwei Dy­namitlager zerstreut und zerstört wurden. Meh­rere Dynamitpatronen wurden bei den Aufräu­mungsarbeiten bereits im Geröll gefunden. Es wurde kein weiteres Opfer zu Tage gefördert; man fand aber verschiedene Leichenteile. Zahl­reiche Arbeiter wollen abreisen, da die Arbeiten eine ziemlich lange Unterbrechung erleiden wer­den. Die Unternehmung venveigett jede Aus­kunft und untersagt streng den Zutritt zum Tunnel.

Paris, 26. Juli. Der deutsche Protoswagen ist auf der Fernfahrt Newyork-Paris um 7 Uhr abends vor dem Gebäude desStatin" ange­kommen und wurde von der Menge lebhaft be­grüßt.

Automobilfahtt Newyork-Paris.

K ö l n, 25. Juli. Der deutsche Protoswagen auf der Automobilfahrt Newyork-Paris ist heute 3 Uhr nachmittags hier eingetroffen; er hat die Reise nach Paris um 5 Uhr fortgesetzt.

Eydtkuhner, 25. Juli. Der amerika­nische Thomaswagen passiert« kurz Mich sechs Uhr die deutsche Grenz«.

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Hochschulnachrichten.

X Berlin, 26. Juli. Zum Nachfolger Pflei- derers an der theologischen Fakultät der Berli­ner Hochschule ist nach einer Meldung aus Basel der Heidelberger Professor Troeltsch, ein Bruder de» Marburger Professors, ausersehen.

X Würzburg, 25. Juli. Zum Rektor der hiesigen Universität für das Jahr 1908/09 wurde heute der o. Professor der Dogmatik und christ­lichen Symbolik Dr. Franz Xaver Kiefl gewählt.

X Eisenach, 25. Juli. Der bekannte Sprach­heilkundige Professor Rudolf Denhardt ist ge­storben.

WUmschM, Kullst Usch Leben.

* Meteore im Juli und August. Der Me­teorfall im Juli wird bereits Gelegenheit geben, einige interessante Erscheinungen zu beobachten. Zeitweise werden frühe Meteorfälle des Per­seidenschwarms mit ihren raschen Lichtblitzen und nachschleppenden Feuerschweifen sichtbar werden, nur daß sie in dieser frühen Jahreszeit vom Süden der Kasfigpeia ausgehen. Mele lange Streifen von den langsam dahinziehenden Aquariden werden gleichfalls sichtbar werden und namentlich in den letzten Tagen des Mo­nats vom 28. zum 30. ihre volle Pracht enffal- ten. Genauere Beobachtungen der vielen Me- teoritenschwärmc teilt der englische Astronom Denning als Auszug aus einer gleichen Arbttt in der WochenschriftNature" mit. Danach hat er in den letzten Jahren in der Zeit zwischen Mitte Juli und der zweiten Hälfte des August nicht weniger als 58 Systeme registriett. Der gegenwärtige Augenblick gibt die erwünschte Gelegenheit, wenigstens einen Teil dieser Stern­schnuppenschwärme neuerdings zu kontrollieren und ihren Ort nochmals zu bestimmen. In die­sem Jahre ist allerdings der Mondschein der Be­achtung recht hinderlich, als er um den 13. Juli und 12. August einen Teil der Erscheinungen dem Blick entzieht. Namentlich wird das Feuer­werk des Perseidenfchwarmes unter den Strah­len unseres Trabanten zu leiden haben, aber zwischen dem 9. und 15. August werden verschie­dene glänzende Meteorfälle beobachtet werden können, sofern der Himmel klar bleibt.

Gemeinnütziges.

Mathilde Zimmer-Stiftung. Zur Förderung der Erziehung der Heranwachsenden Jugend ist eine gemeinnützige Stiftung errichtet worden, die nach der im vorigen Herbst verstorbenen Frau Professor Zimmer, geb. Clausius, genannt ist. Diese Stiftung hat zunächst die 7 von ihrem Kurator, Professor D. Dr. Zimmer in Berlin- Zehlendorf, begründeten »Töchter heim« in Berlin-Zehlendorf, Cassel, Cassel-Wilhelmshöhe,

Darmstadt, Eisenach mtd Gotha übernommen und errichtet eine Anzahl Freistellen in diesen bekannten, für junge Mädchen gebildeter Stände nach beendeter höherer Mädchenschul­bildung bestimmten Erziehungsanstalten, in denen erstmals planmäßig wissenschaftliche Fort­bildung und hauswirtschastliche und soziale Frauenbildung mit einander eng verbunden worden find. Es berührt wohltuend, daß von den Vergünstigungen außer dem betreffenden Lehrerkollegium nur die Eltern der Schülerin­nen, welche Freistellen erhalten, erfahren sollen, nicht ihre Mitschülerinnen. Bewerbungen sind an den Stiftungskurator zu richten.

E PermijchteS. .

Die Reise-Einbrecher, d. h. diejenigen, die die Reisen anderer Leute benutzen, um deren Wohnungen auszuplündern, treiben es beson­ders im Westen von Berlin immer ärger. Man macht es ihnen aber auch zu leicht, die Gelegen­heiten zu finden. Die Einbrecher brauchen tags­über nur durch die Straßen wandern und wissen dann bald, wo sie nachts ansetzen können. Die verhängten Fenster zeigen am besten, wo nie­mand zu Hause ist. Bleibt alles ungefähr acht Tage unverändert, dann wissen die Einbrecher, daß die Herrschaften verreist sind und die Dienst­boten dazu, un' daß sich niemand um so eine Wohnung kümmert. Kein Wunder, da es da täglich Ueberraschungen gibt, wenn die Bewoh­ner von der Reise zurückk^ren oder sonst jemand die Wohnung zu Gesicht bekommt. In dem Hause Bülowstraße 45 gab es n der Nacht zum Dienstag, den 23. Juli, gleich drtt Einbrüche auf einmal. Bei einem Pastor im vierten Stock fanden die Spitzbuben außer reicher Beute, auch ein Kuvert mit der AufschriftWohnungs­schlüssel von d. i. des Flurnachbarn. Die Familie des Pastors hate sich um die R.'sche Wohnung mitgekümmert, bis sie selbst verreiste. Nun lagen die Schlüssel bereit, um von einet Frau dem zuruckkehrenden Nachbarn übergeben zu werden. Die Einbrecher machten von dem Fund einen schändlichen Gebrauch, indem sic in der Nachbarwohnung noch viel schlimmer hausten als bei dem Pastor. Sie erbrachen und durch­wühlten nicht nur alle Behältnisse, sondern zer­schnitten und zerstörten auch die Betten und alles, was sie sonst nicht Mitnahmen. An einer Wohnung im ersten Stock, in der das Dienstmäd­chen zurückgeblieben war, hatten sie eine Tür­füllung angeschnitten und eiserne Sicherungen angefeilt. Hier waren sie jedoch nicht zum Ziel gekommen.

Ehinefisch« Turner. Auf dem nächsten großen Turnfest werden wir am Ende auch bezopfte Turner zu sehen bekommen. Denn China über­nimmt von dem Westen nicht allein Eisenbah­nen, Kanonen, Konstituttonen, Professoren und eine Art Temperenzdewegung, sondern, wie wir inThe Station" lesen, auch die athletischen Künste. Man stellt sich einen chinesischen Tur­ner vielleicht als ein Pendant zu dem traditio­nellen chinesischen Krieger vor. der die Nieder­lage des Feindes durch das Schwingen des Schwertes, das so lang ist wie das von Ko-Ko imMikado", herbeizuführen sucht und dabei aus Leibeskräften schreit. Diese Vorstellung scheint aber nicht mehr berechtigt zu sein, denn derShanghai-Merkur" schreibt: In unserer chinesischen Mitte wächst eine neue eingeborene Mannhaftigkeit auf ,die alle Hoffnung gibt, daß sie ebenso tüchtig werden kann, als sie jung und frisch ist. Die körperliche Kraft unserer Jugend ist im Wachsen begriffen. In dem von chinesischen Jünglingen besuchten St. John's College in Shanghai haben die bezopften jungen Leute durchaus den athletischen Lehrgang des (englisch- sprechenden) Westens: Schnellauf, Sprung über das Seil in die Höhe und in die Weite; von Spielen wird Fußball, Tennis und amerikani­sches Ballspiel geübt. Der chinesische Drill hat sich bereits in dem Wettmarsch um denAfrica- Cup"ge,zeigt, in dem die chinesische Mannschaft glänzend abschnitt und bei dem 15 Kilometer- Schn el lauf kein einziger schlapp wurde. So scheint die noch schlummerde Nation auch in tur­nerischer Beziehung zu den schönsten Hoffnungen zu berechtigen.

Die gefoppte Polizei. Bei den Einwohnern des pommerschcn Städtchens Ueckermünde wurde dieser Tage vom Polizeisergeanten die Einquar­tierung eines Detachements des Berliner Tele­graphenbataillons in Stärke von 40 Mann an­gemeldet. Die Frauen schmorten und backten, um den hungrigen Vaterlandsverteidigern ein gutes Mittagessen aufzutragen, die Dienstmäd­chen legten für den Abend die weißen Schürzen zurecht, um die Herzen der Soldaten zu blen­den, und die Ehemänner taten Geld in den Beu­tel, um diedrahtlosen" Telegraphensoldaten in die Kneipe mitzunehmen. Trotzdem man bis spät abends wartete, kam die Einquartierung nicht, ja, sie ist bis heute nicht gekommen! Die Polizei, die man für die gemachten Aufwen­dungen verantwortlich machen will, hüllt sich in Schweigen. Wie verlautet, ist sie das Opfer eines Witzboldes geworden.

Ein blutiges Familiendrama. Ueber eine gräßliche Tragödie berichten die russischen Zeit­ungen: Ein Bauer des Dorfes Lopatin in Po- dolien mit Namen Jlkow hatte ein paar Ochsen verkauft und dafür 100 Rubel erhalten, die er seiner Frau zur Aufbewahrung gab. Da sie aber gerade mit dem Baden eines Säuglings beschäftigt war und zu diesem Zwecke in die Badewanne heißes Wasser goß, so steckte sie das Geld unter das Kopfkissen ihres Bettes. Diesen Vorgang hatte der vierjährige Sohn der Jlkowa beobachtet, und als sie ihm den Rücken zukehrte, nahm er die Scheine an sich und zerriß sie in kleine Fetzen. Jlkow, welcher gerade in die Stube trat ind die vollführke Tat seines Sohnes sah, ergrif fein Veil, riß den Vernichter des Gel­des an sich, legte ihn auf eine Bank und hieb ihm mit dem Beile den Kopf ab. Die Frau, welche sich als die eigentliche Schuldige sowohl an dem Verlust des Geldes, wie auch an der Er­mordung ihres Sohnes hielt, bekam einen Herz­schlag, und der Säugling, welcher in der Bade­wanne ohne Aufsicht war, ettrank in der Wann«.

Viehpreise des heutigen Frankfurter

Viehmarktes.

Eigener Drahtbericht der ,/OberheMchen Zeitung".

Leben d-

Ochsen: 1. Qualität

Pfg.

Ueberstand keiner

74-76

60 64

65 68 62-64

74-76

66 68 62-58

64-68

60-66

Ms- 92-95 80-90 65 67 82-00 74-76

Austrieb: 846 Ochsen, 54 Kalben Minder) und Kühe, 809 Bullen, 213 Kälber, 184 Schafe, 1581 Schweine Ziege, Schasläwmer, Ziegenlämmer. Au8 Oesterreich: 96 Ochsen, 8 Bullen, 0 Rinder.

Echlacht-

2.

3.

4.

Kalben (Rinder) und Kühe:

Kalben 1. Qualität:

Rübe: 1. . _ .

Kühe «. Kalben 2. Qual.

. . . 3. ,

Bullen: 1. Qualität:

l :

4.

Bezahlt wurde für 1 Pfund: Kälber: 1. Qualität 2.

3. ,

Schafe: 1. Qualität

2.

3.

Schweine: 1. Qualität

2.

3.

4.

Hornvieh: Geschäft mittet

gewicht

Bezahlt wurde für 100 Pfund: Mk , . --------1 79-81

Kleinvieh: Geschäft gut.

Eigene Drahtmeldungen der Lberhess. Ztttung Mittags 1 Uhr.

W. Bad Ems. 27. Juli. Der Herzog von Anhalt ist nach dreiwöchigem Kurgebrauch wie» der abgereift.

W. Berlin, 27. Juli. Der amerikanische Protoswagen der Fernfahrt Rewqork-Paris ist hier eingetroffen.

W. Paris. 27. Juli. Wie der »Eclair* wissen will, soll bei der Zusammenkunft zwischen dem Zaren und dem Präsidenten auch die Frage der Ernennung des Militärbevollmächtigten, die bei der Präsidentschaft Loubet beinahe geregelt war aber wieder fallen gelassen wurde, endgül­tig erledigt werden.

Bücherschau.

**Reue Revue", die Berliner Halb­monatsschrift für das öffentliche Leben, heraus­gegeben von Dr. Josef Adolf Bondy und Dr. Fritz Wolff (Verlag derNeuen Revue" Berlin- Charlottenburg), 2. Julihest. Dr. David Jayne Hill, amerikanischer Botschafter am Berliner Hofe:Die moderne Diplomatie." Reichs­tagsabgeordneter Dr. Stresemann:Die Indu­strie im deutschen Reichstag und die Koalitions­bestrebungen der Arbeitgeber." Veröffentlicht wie regelmäßig seine reichhaltige Finanzrund­schau von Pluto. Roman,Der Amateur- sozialist" von Bernard Shaw. Staatsanwalt Dr Fuchs:Die Eingeborenenfrage in den deut­schen Kolonien." Preis des einzelnen Heftes 1 cH (1.20 Kr). Abonnement vierteljährlich 5.50 «* (6.50 Kr.). Zu beziehen durch jede Buch­handlung oder den Verlag, Berlin-Charlotten- bürg 2, Knesebeckstraße 76.

, ** Wäscheneuheiten. In den letzten Jahren hat sich auf dem Eebitte der Wäsche ein großer Umschwung vollzogen, man richtet sein Augenmerk nicht mehr hauptsächlich aufs Prak­tische sondern sucht auch graziösen, abwechs­lungsreichen Formen die Anerkennung guter Hausftauen zu gewinnen. Leicht ist es nicht, die duftigen Spitzen und zarten Handstickereien so zu verwenden, daß sie prattischem Sinn ge­recht werden aber wie dies Kunststück möglich ist, zeigt dar soeben erschienene Heft 21 der Wiener Mod e", das eine große Auswahl solcher Wäschevorlagen in seinen Blättern ver­anschaulicht und auch sehr hübsche Toilette­modelle, Handarbeitsvorlagen aller Arten, sowie ein interessant zusammengestelltes Boudoir sei­nen Lesern bildet.

Baben Sie Ihren Kindern schon Bioson gegeben! wenn nicht, dann überzeugen Sie sich durch unten» stehenden Brief, wie dieses Nittel aI8 Zusatznahrung auf die Stimmung und die Entwicklung etnwirkt. Oft schon n ach wenigen Tagen röten sich die Waagen, dj« Kinder werden lebhafter, find fröhlicher und daS Essen schmeckt ihnen.

Berlin, den 1. Mai 08. Zu meiner Freud« kann ich Ihnen heute mitt eilen, daß ich Ihr .Bioson* mit Cacao gegen Bleichsucht und zur Gewichtszunahme angewandt habe und die besten Erfolge zu verzeichnen hatte. Ich habe meinen beiden Kindern 2 mal täglich Bioson verabreicht und konnte zu meiner Freude sehen, daß daS Aussehen von Tag zu Tag besser wurde un» der Appetit ausS Höchste gestiegen ist; auch größere Körpergewichts»Zunahme-«konnte festgestellt werden. Biown mit Kakao übertrifft an Bekömmlichkeit un» Wohlgeschmack jedes andere Getränk. Ich kann Ahnen mit zmriedenem Herzen sagen, daß Ihr Bioson ein wert­volles Präparat ist und werde es auch allen meinen Freunden und Bekannten sehr empfehlen. Hochachtunas« voll! gez Fr. Fanni Weißbart, BerlinC. 54. Stein« straße 28 Unterschrift beglaubigt: Berlin, 27. Mai 08. F. Münch, Vorst, d. 207. St. Bez. Erhält!, in Apothek, Drozerien u. s. w. das/« Kilo 3 Mk,

Oesfcntlicher Wetterdienst.

Dienststelle Weilburg (Landwirtschaftsschule). Witterungsaussichten für Dienstag, den 28. Juli 1908. Vorwiegend heiter, trocken.

Verantwortlich für die Redaktion:

Dr. phil, Carl Hitzerot hin Marburg.