mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Deilageir: .Literarischer Anzeiger". „Landwirtschaftliche Beilage" und „Illustrierte» Ssmrtagsblatt-.
Ma» abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessische Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsitellen in JVi. 175 Sirchharn und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21. — Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. lohne Bestellgeld), bei unser» Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
Marburg
Dienstag, 28. Juli 1908.
Die Jnsertionsgebübr beträgt für die 1 gehaltene Zeile ober deren Raum "16 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Bug. Koch, Universttätsbuchdrucke«i Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
43. Jahrg.
Bestellungen pir die Monate August und September auf die
^Oberhessische Zeitung- nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition lMarkt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt und Wetter, sowie von eilen Postanstalten und Landbriesträgern ent* gegengenommen.
Die türkische Verfassung.
Die Hauptbestimmungen der wieder einge- führten Verfassung von 1876 sind folgende:
Unteilbarkeit des ottomanischen Reiches; der Sultan ist unverantwortlich und unverletzlich; bi? Untertanen des Reiches werden unterschiedslos Ottomanen genannt; ihre persönliche Freiheit ist unverletzbar und durch die Gesetze verbürgt. Der Islam ist die Staatsreli- gion; es wird jedoch freie Ausübung Aller anerkannten Glaubensbekenntnisse gewährleistet, Freiheit der Presse, Versammlungsrecht, Petitionsrecht für alle Osmannen bei den Kammern, Unterrichtsfreiheit, Gleichheit aller Ottomanen vor dem Gesetze, gleiche Rechte und gleiche Pflichten gegen das Land, Zulassung zu allen öffentlichen Aem- tern ohne Unterschied der Religion, Garantie des Eigentums. Die Deputiertenkammer kann begehren, baß die Minister in Anklagezustand versetzt werden; ein oberster Gerichtshof wird errichtet, um sie abzuurteilen; der Elementarunterricht ist obligatorisch. Die Rationalver- sr.mmlung der Ottomanen besteht aus zwei Kammern, dem Senat und der Deputiertenkammer, welche am 1. November jeden Jahres Msammentreten und deren Session vier Monate bauert. Bei Eröffnung jeder Session wird eine Botschaft des Sultans an die beiden Kammern gerichtet; die Mitglieder der beiden Kammern find frei in ihren Abstimmungen und der Abgabe ihrer Meinungen; die Gesetze werden zuerst der Genehmigung der Deputierten, dann bem Senat, schließlich der kaiserlichen Sanktion unterbreitet. Auf 100 000 Einwohner entfällt ein Deputierter. Die Wahl findet mittels geheimen Skrutinismus statt; die allgemeinen Devutiertenwahlen finden alle vier Jahre statt. Die Sitzungen der Deputiertenkammer sind öffentlich; die Deputierten können während der Dauer einer Session ohne Ermächtigung der Kammer weder verhaftet noch gerichtlich verfolgt werden. Die Kammer votiert die Gesetze nach Artikeln und das Budget nach Kapiteln.
Weitere Paragraphen verfügen die Unabsetzbarkeit der Richter, den Schulzwang, Selbstverwaltung der Bezirke und anderes. — Bekanntlich kommt es überall weniger auf die Gesetze en, als darauf, wie sie gehandhabt werden. — Es liegen noch folgende weitere Meldungen vor:
I lNaHdruck Verboten.)
Else Hohenbuch.
Original-Novelle von E. Wald.
IFortsehung.)
„Doch da sind wir, darf ich Ihnen ein Koupee besorgen?" — „Ein Damenkoupee erster Klasse," wandte er sich an den Schaffner.
„Bedauere sehr, meine Herrschaften, die Damen-Koupees sind sämtlich besetzt," erwiderte der Beamte, höflich an die Mütze fassend, „aber hier ein ganz leeres Nichtraucher, wenn Ihnen das gefällig wäre," setzte er hinzu, die Türe öffnend.
Zögernd blieb Elsa stehen.
„Sie werden nichts anderes tun können, gnädigstes Fräulein, wenn die Damenkoupees alle besetzt sind," sagte der junge Offizier rasch, „ich werde Sorge tragen, daß Sie allein bleiben," er stieg rasch auf das Trittbrett, legte die Blumen in die Netze und bot dann herabspringend Else die Hand zum Einsteigen.
„Sorgen Sie dafür, daß die Dame allein bleibt." wandte er sich dann an den Schaffner, dem Manne ein Geldstück reichend; da ertönte das letzte Signal und er wollte sich mit einer tiefen Verbeugung vor dem jungen Mädchen entfernen, doch sie hielt ihn mit einer Handbewegung zurück.
„Aber wollen Sie nicht auch hier einsteigen?" sagte sie leise und errötend, „Sie können doch unmöglich um meinetwillen in das erste beste Koupee, und der Zug ist stark besetzt."
„Wenn Sie es gestatten, mein gnädiges Fräulein," rasch stieg der junge Offizier ein und schlug die Türe hinter sich zu, es war auch die höchste Zeit das Abfahrtssignal war bereits gegeben, ein schriller Pfiff und der Zug setzte sich, tw Bewegung. '
Die Lage in der Türkei.
Konstatinopel, 25. Juli. Die gesamte Presie begrüßt die Neugestaltung der Vethält- niffe mit Jubel und dankt dem Sultan begeistert mit dem Hinweis, daß die Entwicklung ohne Opfer erfolgte. Die Blätter veröffentlichen die Verfassung, sowie das seinerzeitige darauf bezügliche Reskript an Midhat Pascha. Die allgemeine Bestimmung ist begeistert, aber würdevoll. — Heute Nachmittag fand in Stambul eine imposannte Kundgebung statt. - Viele tausend Türken zogen mit Musik und Fahnen zur Pforte und überreichten dem Eroßvezier und den anderen Ministern eine Dankadresse. — Von den aufrichtigen Freunden der Pforte wird allgemein bedauert, daß die Wiederherstellung der Verfasiung so spät erfolgte und daß man der Verkündigung der Verfasiung durch die Jungtürken nicht zuvorgekommen sei und sich hierdurch nicht das Verdienst der freiwilligen Verleihung gesichert habe. Andererseits mutz jedoch fesigestellt werden, daß sowohl die maßgebenden türkischen, als auch die diplomatischen Kreise mit sehr wenigen Ausnahmen die jungtürkische Propaganda und Bewegung im dritten Korpsbereiche unterschätzten. Nur Einzelne erkannten den Ernst der Lage und regten bald nach Beginn der Bewegung — allerdings vergebens — als einziges Mittel die Verleihung der Verfasiung an. Zur. Zeit sind zweifellos die Truppen und die Mohammedaner die Herren Mazedoniens. Natürlich sind dadurch die europäischen Refor- matione vorläufig beiseite geschoben. — Aus der großen Fülle der letzten Ereignisie ist hervorzuheben, datz in Monastir und an anderen Orten alle Gefangenen aus den Gefängnissen frei- gelaffen wurden. Der Beschluß, datz die Verfasiung verliehen werden sollte, wurde vorgestern in einem außerordentlichen Ministerrate in Jildiz, der von 3 bis 11 Uhr abends dauerte, gefaßt und sanktioniert. — Der Sultan erließ ein Jrade, wodurch die politischen Gefangenen, soweit sie nicht wegen Mordes verurteilt sind, Amnestie erhalten und die Zensur der Geheimpolizei ausgehoben wird. — In Monastir fanden Freudenfeste statt. Die griechische Bevölkerung hielt eine große Versammlung ab, in der die Proklamation der Konstitution enthusiastisch begrüßt wurde. In Serios erfolgte die Proklamierung in Gegenwart einer Volksmenge von 15 000 Menschen. Die kirchlichen Oberhäupter wohnten dem Akte bei. Nach Verlesung des Jrades umarmten sich unter frenetischem Beifall der Menge der griechische Metropolit und der bulgarische Oberpriester. Ersterer hielt eine Ansprache an die Menge, in der er die Hoffnung ausdrückte, die Gewährung der Konstitution durch den Sultan werde allen Seiten Friede und Glück verleihen. Eine vollständige Beruhigung der Bevölkerung ist zu bemerken. Die Führer der städtischen und kirchlichen Körperschaften verbrüdern sich und sandten eine gemeinsame Depesche an den Sultan. Manifestanten durchzogen mit Musikkorps an der Spitze die Stadt und begrüßten die Konstitution. Vor dem griechischen Konsulat stimmte die Musik-
„Nun aber gestatten Sie mit, daß ich mich Ihnen vorstelle, mein Name ist Viktor von Mahlberg."
„Else von Hohenbach!" nannte das junge Mädchen in lieblicher Befangenheit auch ihren Namen.
„Hohenbach?" wiederholte der Dragoner lebhaft. „Sind Sie da vielleicht mit dem Leutnant Hohenbach von den Husaren verwandt?"
„Das ist ja mein Bruder!" rief Else freudig. „So kennen Sie unseren Rudolf?"
„Gewiß, und sehr gut, ich stand ja noch vor Kurzem bei den Husaren, wir waren gute Freunde, und jetzt erinnere ich mich auch, daß Rudolf sagte, hier in der Nähe meiner jetzigen Garnison liege fein Stammgut.“
„Bergwitz! So stehen Sie in L ?"
Herr von Mahlberg verneigte sich zustimmend. „Welch glücklicher Zufall, datz ich in Ihnen die Schwester meines Freundes kennen lerne, nun sehe ich auch erst, wie ähnlich Sie Ihrem Bruder find, das find Rudolfs Haare und Augen," und bewundernd ruhten seine Blicke auf dem jungen Mädchen. Sie sah in ihrem hellgrauen Reisekleide und dem feschen Herrenhütchen über dem krausen Blondhaar und dem Veilchenbouquett vor der Brust bezaubernd lieblich aus.
„Und gefällt es Ihnen in L ?" fragte sie jetzt, die großen blauen Augen voll zu ihm auf- geschlagen.
„Ich war anfangs etwas unwillig über meine Versetzung und fand cs ziemlich schal und langweilig im Vergleich zu meiner alten Garnison; jetzt allerdings bin ich ganz damit ausgesöhnt," setzte er mit einem vielsagenden Blick auf sein liebliches Gegenüber hinzu.
Nach dem Manöver kommt Rudolf auf Urlaub und ich freue mich schon kindisch darauf, wir waren stet» unzertrennliche Gefährten und
kapelle die griechische Nationalhymne an und die Menge brach in lebhafte Hochrufe auf die Freiheit aus. Mehrere Offiziere besuchten den griechischen Konsul. In Saloniki gingen ähnliche Kundgebungen vor sich. Der Bürgermeister hielt eine Ansprache an die Menge und verkündete, daß ein Platz der Stadt den Namen „Freiheitsplatz" erhalten solle.
Paris, 25. Juli. Der „Temps" bespricht bi Vorgänge in der Türkei und sagt u. a.: Bisher war das türkische Volk der einzige Faktor der orientalischen Frage,mit welchem man nicht gerechnet hat. Wenn es den besten Elementen dieses Volkes gelingen sollte, einer Politik der Ordnung und des Fortschrittes zum Siege zu verhelfen, bann wird bas orientalische Problem andere Gestalt annehmen. Zunächst wird bas mazedonische Reformprogramm die Rückwirkung der türkischen Bewegung erfahren und die Mächte werden sich notgedrungen zu einer Vertagung der Reform entschlietzen und abwarten müsien, welche Instruktionen sich für ihre Aktion barbieten. Der Sommer 1908 wird in dieser Hinsicht entscheidend sein.
Deutsches Reich.
— Bon bet Nordlandsreise des Kaisers. Merok, 25. Juli. Der heutige Tag wurde vom Kaiser zu einer Kariolfahrt nach Djupvand, einem 1000 Meter hoch gelegenen Eletschersee, benutzt. Das Frühstück wurde bei herrlichem Wetei auf dem Rendezvous-Platz in Zelten eingenommen. Den Rückweg legte der Kaiser größtenteils zu Fuß zurück. — Berlin, 26. Juli. Ein Telegramm aus Merok vom 26. Juli rne- bet: Der Kaiser hielt heute früh 10 Uhr Gottesdienst ab. Die Weiterreise nach Bergen erfolgte heute Nachmittag 4 Uhr. An Bord ist alles wohl. — Der Kaiser wird am Montag Nachmittag die Heimreise von Bergen aus antreten. Sein Eintreffen in Swinemünbe erfolgt voraussichtlich Mittwoch Vormittag.
— Kein Besuch Solypins beim Fürsten Bulow. Hamburg, 25. Juli. Die Reise Stolypins, ber gestern inHamburg angekommen ist,hat burchaus privaten Charakter. Ein Besuch beim Reichskanzler in Norberney war, wie bie „D. Tagesztgs." mitteilen kann, nicht in Aussicht genommen unb findet auch nicht statt.
— Kommunale Arbeitsnachweisstellen. Die Nr. 15 des Ministerialblattes der Handels- und Eewerbeverwaltung vom 17. Juli 1908 bringt die übliche Ueberstcht über die in Preußen vorhandenen kommunalen ober mit kommunaler Unterstützung betriebenen allgemeinen Arbeitsnachweisstellen nach dem Stande vom 1. Januar 1908. Es sind zusammen 222, 6 mehr als im Vorjahre. Von diesen Stellen waren im Jahre 1907 von den Arbeitgebern 684 378, von den Arbeitern 806199 Gesuche eingegangen. Vermittelt wurden 488 377 Stellen. Die Vermittlung ist fast durchweg unentgeltlich. Nur für Dienstboten werden von den Herrschaften hier und da Vermittlungsgebühren bescheidener Art
haben manche Stunde zusammen im Sattel verbracht."
Sie reiten auch perfekt, gnädiges Fräulein?" „Nun, ich schmeichle mir wenigstens, keine so üble Reiterin zu sein. In bet Pension habe ich meine Susiy schmerzlich vermißt .umsomehr will ich es jetzt nachholen zum Herbst, wenn Rudi kommt."
„Darf ich bann in Ihrem Bunde der Dritte sein?" fragte der junge Offizier, sich verbeugend.
Sie schlug errötend bie Augen nieder: „Gewiß, als Rudis Freund!"
„Würden aber auch Sie mich willkommen heißen?"
„Ich verrate nichts," gibt sie neckend zurück.
Er lächelt und streichelt seinen dunklen Schnurrbart. So muß ich es auf die Gefahr hin, in Ungabe zu geraten, versuchen. Wer wagt, gewinnt."
In heiterem Geplauder verflog Station auf Station. Else plauderte unbefangen wie mit einem alten Bekannten. Ihr zu Anfang scheues Wesen war gewichen von dem Augenblick, wo fie gehört, daß ihr freundlicher Helfer ein Freund des vergötterten Bruders ist. Unwillkürlich trafen sich ihre Augen in einem bedauernden Blick, als die Station L. heranrückte, aber bei Elfe überwog doch die Freude, nun endlich daheim zu sein, alles andere.
Als der Zug in den Bahnhof einfuhr, suchten ihre Augen vergebens die geliebte Gestalt des Vaters, doch sie vermochte ihn nirgends zu entdecken. Enttäuscht trat fie vom Fenster zurück: „Papa ist nicht da, ich hatte doch so fest gehofft, daß er mich erwarten würde!"
„Gewiß hatte Ihr Herr Vater irgend eine Abhaltung, lassen sie sich dadurch die Freude der Heimkehr nicht verderben."
„Sie haben recht," lächelt« das junge Mäd-
erhoben, ab und zu wird auch ein Einschreibgeld gefordert. Eine Reihe dieser Nachweisstellen find mit Herbergen, einige mit Naturalverpfleg* ungsftationen verbunden. So segensreich diese gemeinnützigen Naöhveise wirken können, s« entbehren gerade die preußischen noch der starken zentralen Organisationen, die wie z. B. in Bayern und den angrenzenden Teilen vonWürt- temberg und Baden einen nützlichen Ausgleich zwischen Stadt und Land bewirke., und vor allem auch geeignet sein können, überschüssige Arbeitskräfte aus der Stadt wieder auf das Land zurückzuführeir. Die ländliche Arbeitsvermittlung in Preußen liegt trotz aller Anstrengungen der Landwirtschaftskammern unb anberer ländlicher Kreise noch recht im Argen. Ob ein gemeinsames Arbeitven und eine Verbindung der Organisation städtischer und ländlicher gemeinnütziger Arbeitsnachweise den notwendigen unb erwünschten Fortschritt brächte, läßt sich an der Hand des vorhandenen Materials nicht mit aller Deutlichkeit sagen. Das immer noch sehr starke private Vermittlungswesen treibt da einen bösen Keil in eine geschlossene Wirksamkeit Und bedarf diese Frage baldiger Lösung.
— Der Verein für Handlungskommis von 1858 begeht in Hamburg sein 50. Stiftungsfest. Dasselbe wurde heute durch einen Kommers eingeleitet, worauf folgendes Telegramm zur Absendung an den Kaiser gelangte: „Die zur Feier des goldenen Jubiläums aus allen deutschen Gauen unb aus dem Auslände erschienenen Mitglieder des Vereins für Handlungskommis von 1858, der ältesten unter den kaufmännischen Organisationen, bringen Eurer Majestät, dem Schirmherrn und unermüdlichen Förderer der vaterländischen Handels- und Schiffahrtsinter* essen, ihre Huldigung dar.
— Deutscher Außenhandel im ersten Haltjahr 1908. Nach bem Junihefte der vorn Kaiserlichen Statistischen Amte herausgegebenen monatlichen Nachweise über den auswärtigen Handel Deutschlands betrugen im ersten Halbjahre dieses Jahres: 1. Die Gesamteinfuhr erreichte im ersten Halbjahr dieses Iahte» 28 415 856 Tonnen verschiedene Waren gegen 29 930 255 im Vorjahr, ferner 68 859 gegen 78 300 Pferde usw., 3834 gegen 4695 Stock Bienen, 627 gegen 694 Fahrzeuge und 662 728 gegen 786119 Uhren. Der Ausfall macht rund 1,5 Millionen Tonnen aus. 13 von 19 Tarifabschnitten sind mit geringeren Zufuhrmengen beteiligt, besonders Erzeugnisse bet Land- unb Forstwirtschaft usw., mineralische und fossile Rohstoffe (Erze usw.), beide je mit rund einem Drittel. 2. Die Gesamtausfuhr erreichte im ersten Halbjahr 21815 295 Tonnen verschiedene Waren gegen 21 478 775 im gleichen Abschnitt des Vorjahres, nahm also um übet 300 000 Tonnen zu. 12 von 19 Abschriften sind an der Ausfuhrbelebung beteiligt, besonders Erzeugnisse ber Land- und Forstwirtschaft (+ 228 538 Tonnen), unedle Metalle unb Waren daraus (+ 150 796 Tonnen). Trotz der stärkeren Ausfuhr von Brennstoffen zeigen mineralische und fossile Rohstoffe eine Abnahme von rund 100 000
chen, wieder heiter, „nun bitte, lassen Sie mich auch wieder meine Blumen nehmen."
„Und darf ich mir zur Belohnung dafür, und zur Erinnerung an die heutige Fahrt eine Blume von Ihnen erbitten?“
Rasch ordnete sie ein kleines Sträußchen vow Maiblumen und Veilchen und hielt es ihm hin; doch er deutete mit einem herzlichen Blick auf bie Vergißmeinnicht, bie in ihrem Schoße lagen, unb errötenb fügte sie ein paar ber bedeutungsvollen Blumen hinzu. Er nahm mit den Blumen zugleich bie kleine schmale Hand einen Augenblick in die seine und brückte seine Lippen auf ben perlgrauen Hanbschuh. Da wurden di« Tuten geöffnet und Else schwang sich, noch ehe Herr von Mahlberg ihr Hilfe leisten konnte, auf den Perron. Ein alter Diener in geschmackvoller einfacher Livree eilte freudig auf sie zu: „Willkommen daheim, gnädiges Fräulein," sagte ber alte Mann mit abgezogenem Hute; man hörte ihm die Freude an, die aUgelie&t« junge Herrin begrüßen zu können.
„Guten Tag, Braun,“ rief das junge Mädchen, dem Alten die Hand reichend, „alles wohl wohl daheim, warum ist Papa nicht hier?"
„Die Herrschaften find wohlauf, der gnädig« Herr war verhindert, zur Stadt zu kommen."
„Run bitte, Herr von Mahlberg geben Si« aber Braun Ihre Blumenlast, ich habe Sie ohnehin schon sehr belästigt,“ wendete Else sich an den jungen Offizier, der neben fie getreten wat, und nachdem sie den Dienet mit ihrem Gepäck beladen, schritt sie dem Ausgang zu. Hinte« dem Banhofsgebäude stand ein leichter offene», mit zwei prächtigen Juckern bespannter Wagen. Else streichelte und klopfte den Tieren den Hal», dann gebot sie dem Kutscher abzusteigen, fprang selbst rasch auf den Bock und ergriff die Zügel, örrötet» reichte si« von ihrem hohen Sitz Herat