• lNaLdruck verboten.)
Else Hohenbach.
Original-Novelle von E. Wald.
lftortfehung.)
Olga war indessen in das Zimmer der Vor- steherin getreten, die Dame saß an ihremSchreib- tisch und hielt mehrere Briefe in der Hand.
„Da find Sie ja, Olga, bitte kommen sie her zu mir," rief sie der Eintretenden freundlich entgegen, „ich habe hier drei Stellenanerbieten für Cie erhalten und möchte nun mit Ihnen darüber sprechen. Die erste und wohl auch glänzendste ist in ein fürstliches Haus nach Rußland, d,e Kinder, drei an der Zahl, sind mutterlos, Sie hätten volle Freiheit und ein üppiges Leben in reichem Hause, nebenbei ein sehr hohes Echalt, trotzdem werden Sie vielleicht selbst fühlen, welche Schattenseiten eine solche Stellung hat. Die zweite Stelle ist nach England in das Hous eines reichen Kaufmanns, wo Sie hauptsächlich nur das einzige Töchterchen im Deutschen zu unterrichten hätten, und die dritte, und wohl auch passendste, ist nach einem Landsitz in Sachsen. Ein altes Ehepaar sucht dort für ihr Enkcltöchterchen, das hinterlasiene Kind einer frühverstorbenen Tochter, eine Erzieherin. Es ist wie man mir schreibt, ein solides, ruhiges Haus, die alten Leute leben still und zurückgezogen, cs wird einem jungen Mädchen freilich wenig Abwechselung dort geboten werden, jedoch glaube ich, daß Ihnen bei Ihrem stillen Charakter und reservierten Wesen das letztere gerade behagen wird. Die Stelle ist frei und es wird sofortiger Antritt gewünscht. Ich erwarte selbstverständlich heute noch keine Entscheidung von Ihnen, überlegen Sie es sich, und sagen Sie mir »ann Ihren Entschluß, vielleicht holen Sie auch »cch den Rat Ihres Vormundes ein."
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
««d de« Beilagen: „Kitsrarischer Arnerscv". .Fandmirlfckaftliche Beilage" mrd „JUustriertes Ssirrriagsblatt".
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Zweites Blatt
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Deutsche Handelsbeziehungen mit dem Auslande.
Während der ..Mehlstreit" mit der Schweiz immer noch andauert, schicken wir uns an, mit Dänemark einen neuen Handelsvertrag abzu- schlteßen. Auch gegenüber diesem Lande hat unsere Landwirtschaft wiederholt die Forderung gestellt, die Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte wie Milch und Rahm mit einem Zoll zu belegen. Dies kann aber nicht durch einen Handesvertrag erfolgen. Der deutsche allgemeine Tarif läßt Milch und Rahm zollfrei, und diese Zollfreiheit ist zum Teil durch die bereits bestehenden Handelsverträge gebunden. Die deutsche Regierung ist also, selbst wenn sie das wollte, gar nicht in der Lage, Dänemark gegenüber einen Milch- und Rahmzoll einzuführen. Die dänische Regierung würde dann auch für einen Handelsvertrag unter keinen Umständen zu haben sein, denn der größte Teil der in Deutschland eingeführten Mengen von Milch und Rahm stammt aus Dänemark. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres wurden 113 140 Doppelzentner frische Milch aus Dänemark eingeführt gegen 52 061 Doppelzentner gleichzeitig 1907 und 35 369 Dopelzentner frischer Rahm gegen 37 995 Doppelzentner. Dieser Import geht vorzugsweise nach Berlin. Seit einigen Jahren treffen aus Dänemark über Ejedser täglich mehrere Eisenbahnwagen auf dem Stettiner Bahnhofe in Berlin ein, die in großen Bassins Milch enthalten. Den ersten Anlaß zu dieser Zufuhr gaben seinerzeit die Preisdifferenzen, die zwischen den deutschen Milchproduzenten und den Berliner Milchhänd
lern entstanden waren. Neuerdings ist nun den dänischen Milchlieferanten für Berlin eine Konkurrenz in Schweden entstanden. Der neue Eisenbahn-Trajektverkehr von Trelleborg nach Saßnitz wird dazu benutzt, der Reichhauptstadt große Mengen schwedische Milch, ebenso in Bas- finwagen verfrachtet, zuzuführen. Vorläufig ist indesien nicht anzunehmen, daß infolge der schwedischen Zufuhr die Bezüge aus Dänemark nach-
laffen werden.
Im April beendet« zehn Monate
1904
1905
1906
1907
1908
Einfuhr auS Deutschland 92777653 901=4435
118641566 134475501 121978179
Ausfuhr nach Deutschland
197 8M 508 Collies 430 900 , 204518570 .
225 847289 . 250724722 .
Wenig erbaulich für unsere Handelsbilanz sind unsere Handelsbeziehungen mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Für die im April laufenden Jahres beendeten ersten zehn Monate des amerikanischen Fiskaljahres 1907- 1908, mit besten Beginn das Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland in Kraft getreten ist, hat das statistische Bureau des Handelsdepattements der Union einen neuen Ausweis veröffentlicht, der den Warenaustausch zwischen beiden Ländern dartut. Dieser Ausweis enthält im Vergleich zu den entsprechenden Perioden von vier Vorjahren folgende Ziffern:
Hieraus ergibt sich, daß die Nordamerikaner die Einfuhr aus Deutschland sehr eingeschräntt, die Ausfuhr nach Deutschland dagegen forciert haben, daß mithin wir die Zeche zu zahlen haben.
Mit Kanada dagegen befinden wir uns nach wie vor im Zollkriege. Auf die Anfrage eines Abgeordneten wegen des Gerüchts über schwebende handelspolitische Unterhandlungen zwischen Deutschland und Kanada erklärte jüngst Finanzminister Fielding im kanadischen Parlament, daß zwar Besprechungen stattgefunden hätten, von feiten der kanadischen Regierung aber vorderhand keine Schritte beabsichtigt seien. Diese Erklärung steht im Widerspurch mit einer früheren Erklärung desselben Ministers. Bei der Einbringung des neuen kanadischen Zolltarifs vor Mei Jahren hat nämlich Fielding hervoraehoben, daß Kanada bereit sei, mit Deutschland wegen Regelung der beiderseitigen Handesbeziehungen in Unterhandlung zu treten. Man scheint sich in Ottawa also inzwischen, wohl auf Ordre von London her, anders entschlossen zu haben. Kanada erhebt seine hohen Zollzuschläge auf deutsche Waren ruhig weiter, und es ist nicht abzusehen, wann dieser unerquickliche Zustand beseitigt werden wird. Unter diesen Umständen sollte aber die deutsche Regierung endlich einmal zu Vergeltungsmaßregeln sich entschließen. Wir heziehen aus Kanada eine Reihe von Artikeln, u. a. Mähmaschinen, die bei uns keinen höheren Zöllen unterliegen, wie die gleichen Waren aus anderen Ländern. Warum belegen wir diese Waren nicht mit denselben Kampfzöllen, die Kanada nun schon seit fünf Jahren auf deutsche Waren erhebt?
Olga hatte der langen Rede von Fräulein Bartels still zugehört, nur eine höhere Farbe verschönte die zarten Wangen, jetzt erhob sich die Vorsteberin und die Konferenz war zu Ende. Olga küßte die ihr dargereichte weiße Hand und zog sich zurück; in ihrem Zimmer fand sie Else ihrer wartend.
„Nun, was war es?" rief diese ihr lebhaft entgegen.
„Fräulein Bartels hat drei Stellenanerbieten erhalten, weiter nichts."
„Und hast Du Dich schon entschieden?"
„Noch nicht ganz, obzwar die eine mich recht lockt, es ist zu ein paar alten Leuten aufs Land als Erzieherin ihres Enkelkindes."
„Und Du willst wirklich unwiderruflich schon in Stellung gehen?"
„Muß ich nicht?"
„Komm doch mit mir, schmeichelte Else wieder.
„Else! Else, mach mir doch r'cht so schrecklich schwer, was ich tun muß," bat Olga mit gepreßter Stimme, „ich kann und darf ja doch nicht die große Dame spielen, nein, ich werde sofort an meinen Vormund schreiben, mag er entscheiden."
Acht Tage später ist das ganze Pensionat auf dem Bahnhof versammelt, um Else Hohenbach das Geleit zu geben, sie saß schon im Koupee und nahm lachend die Bouketts und Blumen in Empfang, die ihr von allen Seiten gereicht wurden, schon hatte sie die gegenüberliegenden Sitze und alle Netze belegt und hielt selbst nur einen kunstvollen Vergißmeinnichtstrauß in der Hand, den hatte ihr Olga Willburg vor der Abfahrt ins Zimmer gebracht und von der Freundin Abschied genommen.
„Nun halte ich meinen Einzug in Bergwitz wie eine Blumenkönigin," rief Else fröhlich. sich weit vorbeugend, um noch einmal allen ein Lebewohl zuzuwinken, denn die Türen sollten ge»
Französische Erziehung zur Revanche.
Wie stark in der französischen Jugend der Haß gegen die Deutschen geschürt und der Revanchegedanken gefördert wird, geht aus folgender Einsendung hervor, die die „Braunschweigische Landeszeitung" veröffentlicht hat. Dort heißt es :
Vor mir liegen zwei französische Bücher, zum Gebrauche an den Schulen bestimmt: Devoir et )atrie von A. Burdeau und Jean Felber, Ee- chichte einer elsässischen Familie, von A. Cha- amet. Ersteres, ein Leitfaden über Moral und !?ie staatlichen Verhältnisse, ist im Gebrauche in Schulen in Paris, Lyon usw. Wie in diesem Schulbuche die Kinder für den Revanchegedanken erzogen werden, beweisen z. B. folgende Stellen: S. 149: „Ein Teil Frankreichs steht in diesem Augenblicke unter der Herrschaft des Auslandes. Aber die ganze Welt weiß, daß wir entschlosten sind, eines Tages unsere unterdrüaten Brüder zu befreien." In Lektion 12, die Brüderlichkeit betitelt, erinnert der Lehrer die Kinder an seine Erzählung von Elsaß-Lothringen, die 1870 vor den „Brutalitäten" der Preußen flüchten mußten, und fäh t fort: „Weis t du wohl .roch, Jakob, daß du da ausriefst, du wolltest eines Tages Krieg mit Preußen anfangen, damit sie diesen armen Leuten ihr Land wiedergeben müßten? Und alle deine Kameraden haben Beifall gespendet und haben gerufen, daß sie mit dir gehen würden. Jawohl, Herr, das ist wahr! (rufen alle Schüler). Das ist wahr! Wir haben es gesagt und werden es tun." (S. 212 und 213.)
S. 215: „Sie (die Feinde Frankreichs) haben uns unsere Brüder in Elsaß-Lothringen gestohlen, man muß alles zu ihrer Befreiung vorbereiten."
In noch gehässigerer Weise schürt das andere Buch — Jean Felber — den Deutschenhaß bei den Kindern. Sein Erscheinen in 48. Auflage zeugt für die Verbreitung in den Schulen und Schulbibliotheken Frankreichs. Von Anfang bis Ende strotzt es von Hatz gegen die Deutschen und sucht sie bei der Jugend verächtlich zu machen. Einige Auszüge mögen genügen: S. 7 und 8: „Vergesten wir nichts! Erinnern wir uns jener Tausende von Landsleuten, die seit Jahren leiden und hoffen, ohne je müde zu werden." „Heute noch wie am Tage nach dem Siege sind die Deutschen in diesen Provinzen, die sie uns genommen haben, verabscheut. Sie halten sich dort nur durch die Gewalt."
. . . »In ihrer Wut verdoppeln sie ihre strengen Mahregeln. Die Eefängniste füllen sich mit elsässischen Patrioten, unversöhnliche Richter sehen überall Verbrechen." . . . „Selbst die kleinen Kinder beunruhigen diese Deutschen, die so stark und so stolz auf ihre Stärke sind. Ja, eure kleinen Kameraden, die Schüler in Glsatz- Lothringen, werden behandelt als Verdächtige und Revoltierende. Man verbietet ihnen, französisch zu sprechen untereinander, in ihren Unterhaltungen und ihren Spielen, und man bestraft sie, wenn sie die geächtete Sprache gebrauchen."
schlosten werden, errötend lehnte sie sich plötzlich zurück. An der Tür des anstotzenden Nicht- raucherkoupees stand schon mit dem Fuhe auf dem Trittbrett ein junger Dragoneroffizier und sah mit einem langen bewundernden Blick zu ihr herüber, fast unwillig zog sie ihren grauen Schleier über das liebliche Gesicht, da wurden die Türen zugeschlagen, noch ein Gruß, ein Lächeln zum Fenster hinaus und fort ging es der Heimat entgegen.
Wie oft hat das junge Mädchen das Ende ihrer Gefangenschaft, wie sie das Pensionsleben nannte, herbeigesehnt und jetzt, wo es vorüber fein soll, will doch fast eine Träne in ihrem Auge aufsteigen, wehmütig sieht sie auf die duftigen Blumenspenden, die sie umgeben, sie hat zwar alle die jungen Mädchen eingeladen, sie daheim zu besuchen, wie hübsch wird es dann sein, wenn sie mit den Freundinnen in dem Park umherstreifen kann, ihnen all die Herrlichkeiten zeigen, die für das unschuldsvolle dankbare Kinderherz Bergwitz, und aber nut das geliebte Bergwitz aufzuweisen hat. Und damit fliegen ihre Gedanken dem Zuge weit voraus zu den Lieben daheim, Papa wird sie gewitz mit ihren Lieblingspferden, die sie immer selbst gelenkt, auf der Station erwarten und morgen gleich will sie auf ihrer Susty einen Ritt in den frühlingsfrischen Wald unternehmen, die Wehmut ist verschwunden, ein Lächeln verklärt wieder die rosigen Züge.
So in ihre Gedanken versunken, mertt sie gar nicht, wie Station auf Station vorüberfliegt und endlich der grötzere Haltepunkt kam, wo sie umsteigen mutzte, ein schriller Pfiff und die Koupeetüren wurden geräuschvoll aufge- risien, bas junge Mädchen war hastig aufgesprungen und suchte ihr kleines Handgespäck jiu lammen, aber was sollte sie mit den ganzem Blumen machen; so viel sie nur konnte, faßte sie
S. 42: „Sie (die Deutschen) waren neidisch auf Frankreich (1870), welches sie zu schön fanden, und suchten die erste Gelegenheit, es anzu- greifen." S. 8: „Schande über die Deutschen, die ihre Kanonen gegen die Kathedrale zu Straßburg gerichtet haben." S. 116: „Wenn sie glauben, daß man jemals die Erinnerung an dies« Schentzlichkeiten (1870) wird verlieren können! Aber Geduld, was heute nicht geschieht, kann morgen geschehen; ein Tag wird kommen, an dem wir uns rächen werden." S. 370: „Sei ruhig (tröstet ein Knabe seinen weinenden elsässischen Großvater), habe Vertrauen, Großvater, wir sind es, die kleinen Schüler von heute und die Soldaten von morgen, wir sind es, die den Preußen Elsaß-Lothringen wieder abnehmen werden."
Auf die Gefährlichkeit dieser Art des Unterrichts und auf die bewußte Eeschichtsfälschung, die zugunsten Frankreichs in den französischen Schulbüchern betrieben wird, hat bereits Bismarck hingewiesen. Wir können aber daraus ersehen, wo die Ursache liegt, daß alle Versöhnungsversuche zwischen Deutschland und Frankreich scheitern müssen.
Deutsches Reich.
— Demburgs Reise. Keetmanshoop, 24. Juli. Staatssekretär Dernburg ist nach Bethanien und Lüderitzbucht abgereist. Für die Rückreise wählt er den Landweg Keetmanshoop- Bersaba-Windhuk.
— Die Steuern in Bayern. München, 24. Juli. Dem Landtage gingen die Gesetze über die Steuerreform zu. Darin ist die Einführung einer progressiven Einkommensteuer unter Beibehaltung der Gewerbe-, Grund-, Haus- und Kapitalrentensteuer vorgesehen. Gleichzeitig wird eine anderweitige Regelung der Eemeinde- befteuerung verlangt. Die Einkommen bis 600 Mark sollen steuerfrei bleiben. Bei andern Steuern tritt bei höheren Erträgen eine bedeutende Erhöhung ein, doch wird der bisher unzuläsiige Schuldzinsenabzug allgemein gestattet werden. Zur Entlastung weniger Leistungsfähiger sollen weitere Vorkehrungen getroffen werden.
Saatenstand des Reichs Mitte Juli.
Berlin, 24. Juli. Der „Reichsanzeigerveröffentlicht den Saatenstand des Reiches für Mitte Juli. Wenn 2 gut, 3 mittel bedeuten, ist Winterweizen 2,3 (Julimitte des Vorjahres 2,8), Sommerweizen 2,6 (2,4), Winterspelz 2,1 (2,3), Winterroggen 2,4 (2,6), Sommerroggen 2,5 (2,3), Sommergerste 2,6 (2,2), Hafer 2,8 (2,3), Kartoffeln 2,7 (2,4), Klee 2,6 (3,0), Lu- gerne 2,5 (2,66, Bewösserungswiesen 2,2 (2,2), andere Wiesen 2,7 (2,7).
In den Bemerkungen zu dem Saatenstand des Reiches heißt es: Tierische Schädlinge werden diesmal in den Berichten nur hin und wie-
in die kleinen Hände, aber all die duftenden Sträuße vermochte sie nicht unterzubringen. Hülflos sah sie sich nach irgend einem dienstbaren Geist um, da schrak sie plötzlich errötend zusammen. An der geöffneten Koupeetüre stand der junge Dragoneroffizier, sich tief verneigend legt, er die Hand an die Mütze.
„Gestatten Sie mir, mein gnädiges Fräulein, Ihnen behilflich zu sein, ich sehe, Sie vermögen die Menge Ihrer Blumen nicht zu fasten," sagte er lächelnd. Sie errötete noch tiefer und zog sich zagend und scheu zurück. „Vertrauen Sie sich ruhig meiner Hülfe an, gnädiges Fräulein, Sie haben nicht viel Zeit zum Umsteigen, der Zug nach L. steht schon da drüben und es wäre doch schade, wenn die armen Dinger da alle verwelken sollten, sie waren gewiß bestimmt, Ihnen al» Freundesgrüße zu folgen." Ohne eine Antwort abzuwarten, raffte er die Veilchen und Maiblumensträuße zusammen nahm Else die leichte Handtasche ab und bot ihr dann die freie Hand zum Aussteigen. „Ich darf Sie doch dort hin- Lberführen, Sie fahren ebenfalls nach L."
„Ja, ich fahre nach L., aber ich kann Ihnen doch nicht io viel Mühe machen, mein Herr, Sie haben gewiß eigenes Gepäck zu besorgen."
„Ich habe kein Gepäck und es macht mir die größte Freude, Ihnen behilflich sein zu können, mein gnädiges Fräulein, darf ich mir die Frage erlauben, ob Sie nach Hause zurückkehren, Sie kommen aus dem Pensionat in H., nicht wahr?"
„Ja, ich komme aus dem Pensionat in H» aber woher wissen Sie?"
„Das war wohl unschwer zu erraten, bei der Menge junger Damen, die Sie begleiteten."
Der stattliche Offizier sah lächelnd zu tot herab, trotz ihrer schlanken Größe reichte pt kaum bis an seine Schulter.
(Fortsetzung folgt.)