MchjM 1 eiluU mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und de« Beilage«: „Liierarischer Anzeiger", „Landwirtschaftliche Beilage" und „Illustrierte- KomttagsblE.
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Marburg
Freitag, 24. Juli 1908.
Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gegoltene Zeil« oder deren Raum "15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Univerfitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. E. Hitzrro th, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
43. Jahrg.
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Verlag der „Oberhess. Zig."
Prof. Wagner über neue Steuern.
Der Altmeister der deutschen Nationalökonomie und die erste wissenschaftliche Autorität auf dem Gebiete der Finanzwissenschaft, über die er das bisher bedeutendste Werk veröffentlicht hat, hat sich einem Berliner Korrespondenten gegenüber sehr scharf über die Steuer- vnlust des deutschen Volkes ausgesprochen. Die Auslassungen des 74jährigen Gelehrten, der stets mit besonderer Vorliebe seine konservative Lebens- und Weltanschauung betont, stnd so überaus zutreffend und beherzigenswert im allgemeinen, dast wir sie unfern Lesern nicht vorenthalten wollen. Handelt es sich doch hier um Steuerungen eines Mannes, der das gewaltige Gebiet des ganzen Steuerwesens in unerreichtem Maste wissenschaftlich beherrscht und daher auch zur Abgabe eines Urteils über die Steuerreform vor allem befugt erscheint.
Die Unterredung nahm folgenden Verlaus: »Was sagen Sie, Herr Geheimrat, zu der angeblich drohenden Lichtsteuer?" „Obwohl mit dieses Thema infolge seiner Zugehörigkeit zur Finanzwissenschaft ziemlich geläufig ist, fällt es mir schwer, mich darüber zu äustern, weil ich es noch gar nicht als feststehend betrachte, dast eine solche unbedeutende Steuer in Erwägung gezogen ist. Wenigstens wäre uns damit bei dem jämmerlichen Zustande unserer Finanzen sehr wenig geholfen. Das mutz viel kräftiger kommen! Wie will sich denn die Regierung mit solchen niedlichen Steuerprojekten helfen? Auf diese Art werden alle Jahre einmal kleine Steuerprojekte gemacht, um die auffälligsten Löcher notdürftig zu stopfen, und dann erhebt sich jedesmal ein Geschrei, als ob wir das meist- besteuerte Volk der Welt wären. Aber gerade das Gegenteil ist der Fall! Viel zu verwöhnt sind wir und haben bisher untev allen Völkern der Erde noch am wenigsten Steuern gezahlt, Ja, Flotten wollen wir bauen, und das beste, fchlafertigste Heer wollen wir haben — aber das Geld soll sich die Regierung, ich weist nicht wo
her, besorgen ... Ja, unsere lieben Sozialdemokraten, die haben die Lösung immer sehr schnell gefunden. Bei denen ist eine Flotte einfach nicht nötig, und die Armee wird schleunigst nach Hause entlassen. Wozu denn neue Steuern? Aber wie gesagt, mit einer Lichtsteuer, Reklamesteuer und bergt, ist den zerrütteten Reichsfinanzen nicht aufzuhelsen. Ich habe es ja längst als notwendig bezeichnet, daß Bier, Branntwein und Tabak bei uns gehörig besteuert werden. Ja, rauchen möchten sie den ganzen lieben Tag, aber zahlen möchten sie nichts dafür! Das kann mich am meisten ärgern —' ich bin nämlich passionierter Nichtraucher ... Und trinken können sie, ein jeder womöglich für drei) wenn aber das Glas Vie» einen Pfennig teurer werden soll, dann schreien sie Zeter und Mordio! Warum ist denn nicht längst das Tabakmonopol eingeführt, wie es schon unter Bismarck geplant war? Eine Mark pro Kopf und Jahr wirft bei uns der Tabak ab, 4—5 in Oesterreich, in Frankreich gar 8 Mark! Und da wollen sich unsere guten Leute noch beklagen! Das deutsche Volk ist der knickerigste, filzigste Steuerzahler auf Gottes weitem Erdenrund! Ja, herum- reisen in der ganzen Welt, das können sie! Ich reise ja selbst auch viel." — „Doch wohl im Dienste der Wissenschaft", erlaubte ich mit zu bemerken. „Durchaus nicht", sagte der greise Gelehrte, „ich reise fast ausschließlich, wennig- stens neun Zehntel zu . winem Vergnügen — ja, sagen Sie mit, bin ich denn kein Deutscher?!" — Zum Schlusie ging Prof. Wagner stark auf das politische Gebiet über. „Alles möchten sie von der Regierung haben, aber nur keine Steuern möchten sie ihr bewilligen. Die einen befehden die indirekten, die andern die direkten Steuern! Und nun gar erst die verflixten Bayern! Die müßte man einmal ganz gehörig festnageln! Zu Hause besteuern sie das Bier drei- und viermal so hoch, wenn es aber das Reich gilt, dann machen sie gleich die Welt rebellisch. Mit ihrem ver ... — hätte ich bald gesagt — Partikularismus!" ... „Ganz scheu und kleinlaut schlich ich mich fort ... Et aber beugte sich über die Bücher" schließt der Interviewer.
v Deutsches Resch.
— Zum Tode des Generals von Eolz. Homburg o. d. H.. 22. Juli. Die Beerdigung des Generals der Infanterie von Eolz, ä ia suite des Ingenieur- und Pionier-Korps fand heute nachmittag 6 Ubr mit großen militärischen Ehren statt. Im Auftrage des Kaisers war der kommandierende General des 18. Armeekorps, Exzellenz v. Eichhorn erschienen, ferner Prinz Friedrich Karl von Hesien und viele höhere Offiziere. Der Sarg wurd^von acht Pionier-Unteroffizieren des 21. Bataillons zur Gruft getragen. Die Leichenparade bildete das zweite Bataillon des Kurhesstschen Infanterie-Regiments 81, drei Eskadrons hessischen Dragoner- Regiments sowie zwei Batterien des Feld-Ar- tillerie-Regiments Frankfurt Nr. 63. — Der Kaiser sandte an die Witwe des verstorbenen Generals der Infanterie von Eolz folgende Depesche: Molde, „Hohenzollern", 21. Juli, 7 Uhr
S9 sNachViuck verboten.)
Liselottes Heirat.
Von H. Eourths-Mahler. " "7 (Schluss
Sie hatte ihm mit geschlossenen Augen zugehört. Wie sine Flut voll Seligkeit strömten seine Worte in ihr zagendes Herz, und langsam wandelte sich ihr Wesen. Sie schlug die Augen voll zu ihm auf und trank die Worte von seinen Lippen, noch ehe sie ausgesprochen waren. Wie ein Kind, das voll gläubiger Verzückung den Weihnachtsbaum anstaunt, so sahen ihre Augen in die seinen, die mit dem gleichen Ausdruck voll heißer Zärtlichkeit sich in die ihren senkten.
Als er geendet hatte, seufzte sie tief auf und faßte nach seiner Hand. Ehe er dies hindern lohnte, preßte sie ihre Lippen darauf, und große Tränentropfen traten in ihre Augen.
„Vergib — o vergib — ich war so unglücklich. Ach Wolf, ist es kein Traum daß Du mich liebst, mich die unbedeutende Liselotte und nicht die schöne, strahlende Sibylle!"
Er küßte ihr die Tränen fort und preßte dann seine Lippen in langem Kuß auf die ihren. Dann sagte er ernst:
„Wenn Du meinen Brief gelesen haben wirst, weißt Du, datz in Sibylles schönem Aeuheren eine häßliche Seele wohnt, und diese Seele stellt alle ihre äußeren Vorzüge in den Schatten. Du bist für mich die schönste aller Frauen, Dein süßer Reiz ist die Quelle meines Glückes."
Still und regungslos hörte sie ihm zu. Ihre Hand hatte sich leise um seinen Hals gestohlen, und ihre Wange, die jetzt glühte, schmiegte sich 6« die seine in scheuer Zärtlichkeit und Hingabe. Nach einer Weile sagte sie leisck:
„Wolf, lieber Wolf, ich glaubte, wer einmal Sibylle geliebt habe, könnte nie aufhören, sie zu lieben,"
„Weil Du sie nicht kennst wie ich. Eins fehlt ihr, was ein Männerherz gefangen hält, der Reiz holder, reiner Weiblichkeit, der Dich, mein Lieb, so begehrenswert und anbetungswürdig macht. So wie Dich habe ich Sibylle nie geliebt, auch nicht in den Tagen, da sie mir das Liebste war auf der Welt. Sind nun alle Schatten aus Deiner Seele gewichen, oder blieb noch etwas zurück? So sag es mir, sag mir auch, was Sibylle Dir an unserem Hochzeitstage für böse, falsche Worte zuflüsterte."
Sie erzählte ihm alles, berichtet ihm ihre Schmerzen, ihren Kummer. Alles sprach sie sich von der Seele, und er hörte ihr zu und streichelte khr die heißen Wangen beruhigend dabei. Dann holte er ihr den Brief vom Schreibtisch herüber, und während sie las, blickte er in ihr Gesicht, als müffe er sich satt sehen daran, nach all den Entbehrungen der letzten Zeit. Sie wurde abwechselnd blaß und rot bei der Lektüre, und alles, was ihr noch unklar war, wurde ihr nun verständlich. Datz es Frauen gab wie Sibylle hatte sie freilich nicht gewußt, und nun begriff sie auch, daß Wolf ihr nut aus Zartheit und Sorge
45 nachmittags. „Exzellenz Frau von Colz-Hom- burg v. d. H. An dem Hinscheiden ihres von mir hochgeschätzten Mannes nehme ich den wärmsten Anteil. Mit mit gedenkt die Armee und vor allem das Ingenieur- und Pionierkorps in wehmütiger Trauer dieses hervorragenden, in Frieden wie Krieg treu bewährten Offiziers, welcher für unser« Landesverteidigung bahnbrechend wittte. Die ttefflichen Dienste, welche et mir und dem Vaterlande leistete werden un- vetgeffen bleiben. Wilhelm L R. — Berlin, 22. Juli. Das „Armeeverordnungsblatt" veröffentlicht einen Armeebefehl des Kaisers, wonach sämtliche Offiziere des Ingenieur- und Pionierkorps und des Eisenbahnregiments Nr 1, um das Andenken des verstorbenen Generals v. Eolz zu ehren, drei Tage Trauet anzulegen haben.
— Der Schwarze Adlerorden des Fürsten Eulenburg. Die „N. E. C." schreibt: „Unsere Mitteilung, dem in Untersuchungshaft abgeführten Fürsten Eulenburg seien die Abzeichen des Ordens vom Schwarzen Adler abgefordert worden, wurde von dem Fürsten nahestehender Seite widersprochen. Wir halten sie aufrecht. Eeneralseldmarschall v. Hahnke hat nach Vortrag beim Kaiser, nach dessen Rückkehr von Korfu, tls Kanzler des Ordens den Fürsten Eulenburg brieflich aufgefordert, die Abzeichen, für die er jetzt keinen geeigneten Aufbewahrungsort habe, einstweilen an ihn abzuliefern. Eulenburg antwortete: er wolle gern alle seine preußischen Orden aushändigen, sie hätten keinen Wert mehr für ihn, nachdem er die Gnade des Kaisers verloren hätte. Exzellenz v. Hahnke erwiderte: die übrigen preußischen Orden des Fürsten gingen ihn nichts an, doch müsse er sich den Schwarzen Adlerorden ausbitten, über dessen endgültiges Schicksal das Ordenskapitel nach Abschluß des Strafprozesses entscheiden würde.
— Das Zeppelinsche Luftschiff wird nach einer zuverlässigen Nachricht in 10 Tagen wieder flugbereit sein. Zur Zeit liegt es noch, wie die „Bad. Landesztg." meldet, zu fast drei Merteln seiner äußeren Hülle entkleidet, in der Halle. Die vorderen zehn Gasbehälter sind heraus- genommen. Das blanke Aluminium tritt klar zutage. Die Arbeiter sind mit Löten und anderen Reparaturen beschäftigt. Ein Kahn mit sechs Eisenbahnwagen liegt zur Seite und Soldaten laden von dort Wasierstofflaschen ab. Jeder Kubikmeter des Wafferstoffgases kostet etwa 60 Pfg. Da die 17 Zeppelinschen Luftballons rund 12 000 Kubikmeter fassen,, so kostet die einmalige Füllung 7200 Mk. Die Motore verbrauchen stündlich bei vollem Betrieb etwa 60 Kilogr. Benzin, was einer Ausgabe von rund 30 Mk. entspricht.
— Heeres-Automobillastwagen. Berlin, 22. Juli. Nachdem in dem diesjährigen Reichshaushaltsetat größere Summen für Beschaffung und Bereithaltung von Automobillastwagen der Heeresverwaltung zur Verfügung gestellt worden sind, hat diese dem „Berliner Lokalanzeiger" zufolge besondere Grundsätze für die Unterstützung von in Privatbesitz befindlichen kriegsbrauchbaren Kraftfahrzeugen aufgestellt. Danach sollen nach Maßgabe der verfügbaren Mittel Unternehmern und sonstigen Privatpersonen, die den
seine früheren Beziehungen zu dieser Frau verschwiegen hatte. Zugleich zog eine köstlich be- ttibigenbe Gewißheit in ihre Seele, daß ihr Sibylle auch in Zukunft nie mehr gefährlich werden konnte.
Mit leidenschaftlicher Innigkeit umfaßte sie ihn, als sie zu Ende gelesen hatte, und er küßte sie, daß ihr die Lippen brannten. Dann hüllte er sie wieder ein in die Decke, ihre Hände waren noch kalt.
So, Liebling, nun schläfst Du ein. Du mutzt ja totmüde fein. Ich bleibe bei Dir und hüte Deinen Schlummer. Und wenn Du ausgeschlafen hast, dann soll neues Leben für uns beginnen. Erst pflege ich Dir die blaffen Wangen wieder rot, und dann, mein süßes Weib, dann sollst Du das Lachen wieder lernen, Dein holdes klares Lochen, das sich zuerst in mein Herz gestohlen hat."
Sie lauschte voll Entzücken seinen Worten.
„Gib mir Deine Hand," bat sie.
\ Er reichte sie ihr.
Sie barg sie an ihrem Herzen, indem sie dieselbe fest mit beiden Händen umklammerte.
„Nun schlaf!" bat er zärtlich.
Sie lächelte und sah mit leuchtenden Augen zu ihm auf.
„Ich kann nicht — ich bin viel zu glücklich, um schlafen zu können. Latz mich erst die selige Gewißheit ganz erfassen, daß Du mein bist, mir ganz allein gehörst."
Seine Lippen preßten sich fest ans bte ihren.
militärischen Bedingungen entsprechende Kraft» fahrzeuge in Betrieb nehmen und sich verpflichten, sie während mindestens fünf Jahren im kriegsbrauchbaren Zustande zu erhalten, folgend« Prämien bewilligt werden: 1. eine einmalige Beschaffungsprämie von 4000 M; 2. eine Betriebsprämie auf die Dauer von 5 Jahren, pro Wagen etwa jährlich 1000 =M.; 3. eine Betriebs- fioffprämie für die Verwendung inländischer Betriebsstoffe in von der Heeresverwaltung zu bestimmender Höhe. Der Antrag auf eine derartige Unterstützung ist vor Beschaffung des Kraftwagens an das Kriegsministerium zu richten, das bei zustimmender Entscheidung mit dem Antragsteller einen Vertrag abschließt. Die Gewährung weiterer Prämien für Vervollkommnung der Bauart und andere Erfolge der Autoindustrie, die den Absichten der Heeresverwaltung entgegenkommen, hat sich diese vorbehalten.
— Die Zigarettensteuer hat im ersten Viertel des lausenden Etatsjahres 4193 999 -ll erbracht. Für den Fall, daß die Einnahmen der letzten drei Viertel denen des ersten entsprechen, würde somit auf eine Jahreseinnahme aus der erwähnten Steuer in Höhe von 16,8 Millionen 3t zu rechnen sein. In dem Reichshaushalt für 1908 ist die Zigarettensteuer mit einer Summe von 14,3 Millionen 31 eingestellt worden. Unter der angegebenen Voraussetzung würde aus ihr also für das laufende Etatsjahr auf eine Mehrein- nahme von nicht weniger als 2y> Millionen 31 zu rechnen fein. Die Zigarettensteuer hat sich überhaupt als eine derjenigen wenigen neuen Steuern gezeigt, die sich ganz gut entwickelt haben. Schon im Etatsjahre 1907 hat sie einen Ueberschuß erbracht. Sie war in den Etat mit 11,5 Millionen 31 eingestellt und hatte tatsächlich rund 13 Millionen 31 erbracht, also iy2 Millionen mehr. Dieses Ergebnis wird den in Vorbereitung befindlichen Finalabschlutz der Reichs- bauptkaffe für 1907 günstig beeinflussen. Wenn man erwägt, daß die Tabaksteuer im Jahre 1907 nur 11 Millionen 3t abgeworfen hat, so wird man das Ergebnis der Zigarettensteuer im ersten Volljahre ihrer Geltung sowie im ersten Vierte! des zweiten Jahres umsomehr zu schätzen wissen. Als die Einführung der Zigarettensteuer zur Erörterung stand, wurde gegen sie auch das Argument ins Feld geführt, daß der Zigarettenkonsum sich verringern und der Steuerertrag deshalb minimal fein würde. Man sieht, daß dieses Argument ganz hinfällig gewesen ist. Der Zigarettenkonsum hat sich nicht verringert, der Steuerertrag gestaltet sich fortlaufend besser, als bei Aufstellung des Reichsetats angenommen wurde. In der Reihe der Reichsverbrauchsabgaben hat die letzteingeführte Steuer mit ihrem Ertrage bereits die Schaumweinsteuer, die Maischbottich- fteuer und die Tabaksteuer überholt. Die beste Seite der Zigarettensteuer aber ist gegenwärtig, datz sie mehr etnbringt, als im Etat vorgesehen war. Andere Steuern zeigen leider im lausenden Jahre eine entgegengesetzte Entwickelung.
— Aus dem Reichsanzeiger. Berlin, 22. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht ein P r e i s« ausschreiben für deutsche Künstler zur Gewinnung eines geeigneten Entwurfs für die äußere Ausstattung des durch die Münznovelle vom 12. Mai 1908 geschaffenen 25 Pfennig- st ii ck s. Ausgesetzt sind drei Preise, 2000, 1500 und 1000 3t. — Der „Reichsanzeiger" macht bekannt, daß vom 1. August an im Verkehr zwischen Deutschland und Rußland (ausschließlich
Ein anderes Leben brach nun für die beiden an. Auf Schönburg war das Glück wieder eingezogen und sah mit lachenden Augen aus allen Ecken und Winkeln hervor. Auch Fritz von Gernrode sonnte sich in dem Glanze dieses Glückes. Er wurde von Liselotte mit Hingabe gepflegt, sie konnte sich gar nicht genug tun, gut an ihm zu machen, daß sie ihm mit Mißtrauen begegnet war.
Sibylle von Römer hatte mit einem Male' den Geschmack am Landleben verloren. Sie bat ihren Gatten, einige Wochen mit ihr nach Berlin zu gehen. Erstens fange sie an, sich zu langweilen, und zweitens sei ihr Senden so unaus«! bleiblich widerwärtig geworden durch sein unge-. zoaenes Benehmen. Sie wollte ihm nicht mehr' begegnen.
Römer tat ihr in allen Stücken den Willen. Als sie in Berlin sich in dem Trubel der Geselligkeit zu betäuben suchte und von Fest zn Fest jagte, wagte er keinen Einspruch zu erheben. Und als sie ihn bat Gernrode zu verlassen, weil sie keine Lust habe, vorläufig dahin zurückzukehren, da fügte er sich auch darin ihre» Wünschen. Er liebte sie viel zu sehr, um ihr' etwas versagen zu können.
Und Sibylle suchte weiter nach dem einzig«^' was ihr das Leben erträglich machen konnte —' nach Vergessen. . -
End«, , .