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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Literarischer Anzeiger-,Landmirtschastliche Beilage" undIllustriertes Bmmiagsblatt".

M 161

Man abonniert auf die täglich er,chemendeOberheffrsche Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen m Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21. Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unser» Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Marburg

Sonnabend, 11. Juli 1908.

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Slug. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. H itzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 56.

Tas Eisenbaynnctz der Erde.

Die statistische Zusammenstellung des auf der Erde vorhandenen Eisenbahnschienennetzes wird dadurch erheblich erschwert, daß die Statistiken in den einzelnen Ländern verschieden aufgestellt sind und manchmal einzelne Bahnarten sogar ganz außer Betracht lassen, wie es in den Ver­einigten Staaten von Nordamerika geschieht. Bei einzelnen Ländern sind die Lokalstraßen- bahnen und Kleinbahnen in die Statistik aus­genommen, während sie in anderen Ländern nicht mit eingerechnet werden. Dann ist auch der Begriff der Klein- und Nebenbahnen nicht überall derselbe. Durch diesen Mangel wird es naturgemäß sehr erschwert, die sogenannten Ausstattungszisfern der einzelnen Länder rich­tig beurteilen und mit einander vergleichen zu können. Jedoch läßt sich folgendes feststellen:

Der Umfang der Eisenbahnen der Erde be­trug Ende 1906 933 850 Km. Die Bautätigkeit im Jahre 1906 war wesentlich lebhafter als im Vorjahre, es wurden 27 964 Km. neu eröffnet (gegenüber 20 979 im Jabre 1905. Besonders tark, nämlich 10 076 K., war wieder der Zu­wachs in den Vereinigten Staaten von Nord­amerika, wo 3000 Km. mehr als 1905 fertig ge­stellt wurden. Das europäische Eisenbahnnetz har sich um 6288 Km. vermehrt; im europäischen Rußland wurden rund 1600 Km., in Deutschland rund 900 Km. neue Eisenbahnen hergestellt. Desgleichen haben Oesterreich-Ungarn und Frankreich ihr Eisenbahnnetz weiter ausgebaut, während in Großbritannien und Irland der völlige Stillstand des Eisenbahnbaues fort­dauert. In Asien ist besonders China mit dem Bau von 2300 Km. vorangegangen, und auch im asiatischen Rußland und im türkischen Klein­asien, Syrien und Arabien wird eifrig gebaut. Das afrikanische Eisenbahnnetz ist von 26 395 Km. auf 28 193 Km. gestiegen. An seiner Erweiterung sind vor allem die Kapkolonie, Transvaal und die deutschen Kolonien beteiligt.

In der Länge des Eisenbahnnetzes steht Amerika mit 473 096 Km. an der Spitze, von denen 361579 Km. auf die Vereinigten Staaten von Nordamerika entfallen. Diese haben also 45 000 Km. mehr als Europa, das über 316 093 Kilometer verfügt. Asien hat 87 958 Km., Australien 28 510 Km. und Afrika, wie schon erwähnt, 28193 Km. Von einzelnen Staaten folgt auf die Vereinigten Staaten zunächst das Deutsche Reich mit 57 376 Km., dann kommen Rußland (europ.) mit 56 670 Km., Frankreich mi! 47142 Km., Britisch-Ostindien mit 46 642 Kilometer, Oesterreich-Ungarn mit 41227 Km., Großbritannien und Irland mit 37107 Km., Kanada mit 33 147 Km., Mexiko mit 21 007 Km., Argentinien mit 20 560 Km., Brasilien mit 17 059 Km., Italien mit 16 420 Km., Spanien mit 14 649 Km. und Schweden mit 13165 Km. Die anderen Staaten besitzen weniger als 10 000 Km. Eisenbahnen.

Das Verhältnis der Eisenbahnen zur Aus­dehnung des Landes gestaltet sich folgender­maßen. Belgien steht nach wie vor mit 25,4 Km.

Die Hygiene des Kaltbadens.

Eine hygienische Skizze von Dr. med. F. Bernhart.

Nichts Erquickenderes, nichts, das Geist und Körper mehr anregt und belebt, als ein kühles Bad in schwüler Sommerhitze. Mögen wir uns auch noch so ermattet fühlen, mag auch alle Schaffenslust unter den glühenden Strahlen der Sonne uns entschwunden sein, das kühle Bad weckt unsere Lebensgeister und gibt uns wenig­stens für Stunden wieder das Gefühl der Ge­sundheit und Leistungsfähigkeit. Es ist ja all­gemein bekannt, wie ungemein häufig und in welch mannigfachen Formen das kühle Wasser dazu benutzt wird, um Krankheitsstoffe aus dem Körper auszutreiben, um die Elastizität des Zirkulationsapparates zu kräftigen und die ge­sunkene Energie des Nervensystems wieder zu heben. Was Wunder, daß nicht dem Leidenden E/fn, sondern mehr noch dem Gesunden das nrhle Bad ein hygienisches Mittel allerersten Ranges ist, welches nicht allein ein vorüber- gehendes Gefühl erhöhter Kraft und Leistungs- ^higkett vermittelt, sondern auch bei richtigem Gebrauch dazu beiträgt, die Gesundheit zu festi­gen und die Widerstandskraft des Körpers gegen krankmachende Einflüsse zu erhöhen. Wie jedes wirksame Medikament, wie jedes hochwertige Heilmittel, so leistet aber auch das kühle Bad nur dann wirklich Nützliches, wenn es allemal der Persönlichkeit richtig angepaßt ist. Nicht für jeden schickt sich das Gleiche.

Vergegenwärtigen wir uns nur einmal, we.che gewaltigen Veränderungen in außer-

auf je 100 Quadratkilometer an der Spitze, es folgen Sachsen mit 20,3 Km., Baden mit 14,5 Km., Elsaß-Lothringen mit 13,6 Km., Großbritannien und Irland mit 11,8 Km., das Deutsche Reich mit 10,6 Km., Württemberg und die Schweiz mit 10,5 Km., Preußen und Bayern mit 10,0 Km. In den Vereinigten Staaten stellt sich das Verhältnis auf nur 3,9 Km. Im Verhältnis zur Bevölkerung hat die australische Kolonie Queensland die meisten Bahnen, näm­lich 113,0 Km. aus 10 000 Einwohner. Die Ver­einigten Staaten haben 46,0 Km. auf 10 000 Einwohner. In Europa steht Schweden mit 25,6 Km. an erster Stelle, während Deutschland 11,6 Km., Frankreich 12,1 Km., Großbritannien 9,0 Km. und Belgien 11,2 Km. aufzuweisen haben.

Nach demArchiv für Eisenbahnwesen" be­trugen die Anlagekosten für 1 Kilometer in Europa 301 000 oH , in den anderen Erdteilen 157 000 M. Wenn man diese Durchschnittskosten der Berechnung des Anlagekapitals zugrunde legt, so beläuft es sich für die Bahnen in Europa auf 95143 993 000 und für die Bah­nen in den anderen Erdteilen auf 96 987 849 000 CK, so daß das Anlagekapital aller Eisenbahnen der Erde Ende 1906 auf rund 192 Milliarden Mark geschätzt werden kann, während es Ende 1905 noch auf 182 Millionen Mark berechnet worden war.

England und die neuesten Erfolge Graf Zeppelins.

Die Beklemmungen, unter denen England angesichts der großartigen Kulturtat des Grafen Zeppelin leidet, kommen in folgen­den Ausführungen, die der Londoner Daily Telegraph dem deutschen Erfinder zu seinem 70. Geburtstage widmet, zum Ausdruck:Sein Er­folg ist einer der größten Errungenschaften un­serer Zeit. Er hat die äronautischen Probleme von Grund auf umgestaltet und hat ein für alle­mal gezeigt, daß das Luftschiff eine Erfindung ist. die über Kontinente und Meere ihren Weg nehmen wird und die nicht minder ernst genom­men werden muß wie die Eisenbahnlokomotive. Eisenbahnzüge können auf dem Wasser nicht fah­ren und die Schiffe sind durch das Land in ihren Bewegungen beschränkt, abe. unser Erdball ist umflossen von der universellen und nirgends be­schränkten Atmosphäre, und vielleicht stehen wir schon dicht vor einer Periode, in der die Mensch­heit leistungsfähigere Verkehrs- und Transportmittel besitzen wird, als sie jemals der zivilisierten Welt vorher bekannt gewesen sind.... Wir dürfen mit Sicherheit annehmen, daß 1000 Meilen ebenso leicht und sicher in nicht allzuferner Zukunft durch die Luft zurückgelegt werden wie jetzt 100 Meilen. Der Tag wird kommen, an dem ein Luftschiff auf geradem Wege aus Berlin oder Paris oder Moskau kommend, in London eintrifft.... Zu sehr ernsten Gedanken muß die Frage der Verwendung des Luftschiffes als Kriegsfahrzeug Anlaß geben. Es kann nicht dem geringsten Zweifel unterliegen, daß eine Zeit kommt, in der der Kamps um die Herrschaft in der Luft ebenso wild und leidenschaftlich geführt werden wird, wie um die Herrschaft zur See. Ist dem

ordentlich kurzer Zeit durch ein kühles Bad in unserem Organismus ausgelöst werden. Aus drückendster Hitze, vielleicht noch mit Schweiß be­deckt, gelangt der Organismus nahezu unver­mittelt in ein um viele Grade niedriger tem­periertes Medium, an Stelle der lauen, nur mäßig bewegten Luft, die kaum einen nennens­werten Reiz auf unsere Hautdecke ausüben kann, schlagen nun plötzlich die Wellen des rasch flie­ßenden Stromes wider unsere Körperoberfläche und rufen ganz bedeutende Veränderungen in dem Erregungszustande unseres Nervensystems hervor. Die nächste Folge ist eine hochgradige Abkühlung unserer Körperoberfläche, ein Ner- venreiz von tiefgreifendem Einfluß. Im ersten Moment versagt die Atmung, der Herzschlag stockt, ein Gefühl der Beklemmung des Lufthun­gers stellt sich ein, aber schon nach kurzer Zeit schwinden beim Gesunden diese beängstigenden Erscheinungen, der Organismus paßt sich den ver­änderten Außenverhältnissen an, Atmung und Pulsschlag gehen zwar rascher, als unter ge­wöhnlichen Verhältnissen, aber doch in einem Tempo, das keine Beschwerden verursacht, das starke Kältegefühl hat einer behaglichen Wärme­empfindung Platz gemacht, die gleichwohl des erfrischenden Reizes der niedrigerenllmgebungs- temperatur nicht ermangelt, und wir befinden uns nun so wohl, daß wir nur ungern das feuchte Element wieder verlassen.

Woher stammt jene wohlige Wärmeempfind­ung? Wir wissen, daß unter der Einwirkung des kalten Wassers die Blutgefäße der Haut gleichsam zum Schutz sich zunächst bis aufs äußerste verengen, so daß nur geringe Blut­mengen in ihnen zirkulieren, und di« Wärme-

Menschen erst die völlige Beherrschung der Lust gelungen, dannistesmitder Eigenart der insularen Lage vorbei. Noch kann kein Luftschiff schweres Geschütz und größere Be­satzung mit sich führen. Wir haben also genü­gend Zeit, an die Beschaffung einer Luftflotte zu denken. Aber in anderer Beziehung ist mit ernsten Möglichkeiten zu rechnen. Die deutsche Admiralität glaubt, daß der lenkbare Ballon ein wertvolles Hilfsmittel für das Schlachtschiff abgeben wird. Bei klarem Meter wird er für die Aufklärungsarbeit den Kreuzer ersetzen können. Unerfreuliche Perspektiven ergeben sich aus der Möglichkeit Explosivkörper aus den Wolken herabzuschleudern. Feindliche Geschwa­der und Truppenkörper, Schlachtschiffe, Schiffs­werften, einzelne wertvolle und unersetzliche Ge­bäude, z. B. die Bank von England, alle sind durch Luftbomben bedroht. Es mag noch lange dauern, bis sich dieser Albdruck auf die Mensch­heit herabsenkt, aber kommen wird das auch ein­mal. Nur diejenige Nation wird sich in Zukunft behaupten können, die sich gegen die elemen­taren Gefahren jeder Art schützen kann, die Heeren mit Heeren, Flotten mit Flotten und Luftkriegsschiffen mit Luftkriegsschiffen von gleicher Stärke begegnen kann. Die einzige an­genehme Vorstellung bei solchen Erwägungen ist die. daß im zwanzigsten Jahrhundert Feindselig­keiten einen so furchtbaren "nd entsetzenerregen­den Charafter annehmen werden, daß dadurch die Nationen veranlaßt werden, Frieden zu halten. Für England enthält diese Erkenntnis die Forderung, gleich seinen Rivalen dreifach gerüstet zu sein."

Denljches Reich.

Des Kaisers Rordlandsreise. Berlin, 9. Juli. Ein Telegramm aus Odde vom 9. Juli meldet: Der Kaiser unternahm heute früh be­reits vor dem Frühstück einen Spaziergang. Nach dem Frühstück wurde zuerst die Besichtig­ung der Calciumcarbidfabrik und hierauf eine Kariolsahrt bei sehr angenehmem Wetter nach Laatefos, wo das Luncheon eingenommen wurde, unternommen. Die Rückkehr erfolgte um 4 Uhr. An Bord ist alles wohl.

Verleihung. DerStaatsanzeiger" mel­det: Dem llnterstaatssekretär im Kultusmini­sterium Dr. Wever wurde der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Ex­zellenz verliehen.

Von der Reife zurück. Koburg, 9. Juli. Der Herzog und die Herzogin von Sachsen-Ko- burg-Eotha sind heute vormittag von ihrer Reise nach Bulgarien und der Türkei auf Schloß Callenberg bei Koburg wieder eingetroffen.

Graf Zeppelin. Konstanz, 9. Juli. Dem Grafen Zeppelin gingen u. a. auch herzliche Glückwunschtelegramme zu vom deutschen Kron­prinzen und vom König von Sachsen.

Die Spaltung im Flottenverein. Rudol­stadt, 9. Juli. DieSchwarzburg-Rudolstädter Ztg." erhielt von dem Vorstande desSchwarz- burg-Rudolstädter Flottenvereins eine Erklär­ung, nach welcher der Landesverband in Ueber- einstimmung mit fast allen Ortsgruppen beschlos­

abgabe des Organismus eingeschränkt wird. Aber bald tritt ein Rückschlag ein; sobald sich die Eigentemperatur des Organismus mit der umgebenden Temperatur ins Gleichgewicht ge­setzt hat, erweitern sich wieder die Blutgefäße, reiche Vlutwellen fluten durch unsere Haut und erzeugen das Gefühl angenehmer Wärme. Noch rascher wird die Abkühlung ausgeglichen, wenn man, wie das ja schon unwillkürlich geschieht, im Bad energische Bewegungen macht, insbesondere, wenn man regelmäßige Schwimmbewegungen ausführt.

Daß unter dem Einfluß so starker Reize, auch abgesehen von dem monumentalen Wohl­behagen, viele günstige Veränderungen im Or­ganismus hervorgerufen werden, daß die Zirku­lation sich beschleunigt, die Atmungsgröße sich erhöht, und der ganze Stoffwechsel ein regerer wird, liegt auf der Hand. Freilich gelten all diese Beobachtungen zunächst nur für den ge­sunden Menschen. Ein derartiger energischer, unvermittelter Nervenreiz muß auf den ge­schwächten Organismus in ganz anderer Weise einwirken. Wir haben gesehen, wie unter dem Einfluß des kühlen Wassers das Blut von der Oberfläche in das Innere des Organismus ge­drängt wird, wie der Herzschlag stockt, um hinter­her um so rascher zu verlaufen. Es ist leicht zu begreifen, daß bei Personen mit unelastischen, brüchigen Schlagadern unter dem erhöhten Blut­andrang leicht Blutungen austreten, die natür­lich sehr bedenkliche Folgen haben können, wenn ein größeres Blutgefäß birst, oder die Blutung ein lebenswichtiges Organ, wie beispielsweise das Gehirn, trifft. Auch bei Personen mit Klappenfehlern oder mit Muskelentartung de»

sen hat, seinen Austritt aus dem Flottenverein dem Präsidium anzuzeigen, da er ein gedeih­liches Zusammenwirken mit dem derzeitige» bayrischen Landesverband«, nach dessen Kund­gebungen auf seiner letzten Generalversammlung in München der Danziger Friede in Frage ge­stellt sei, für ausgeschlossen halte. Bis zur Neu­gründung mit anderen Landesverbänden behalte sich der Landesverband vor, im bisherigen Sinn« aufklärend weiterzuwirken. Stuttgart, 9. Juli. DerSchwäb. Merkur" meldet: Die Haupt - Versammlung des Württembergischen Landesverbandes des Deutschen Flottenvereins wählte den Erbprinzen von Hohenlohe-Langen­burg zum Präsidenten.

Hauptmann Franke in Ovamboland. lieber die Reise des Hauptmanns Franke nach Ovamboland wird aus Deutsch-Südwestafrika telegraphisch gemeldet: Hauptmann Franke ist von seiner Mission in das Ovamboland soeben zurückgekehrt. Alle fünf Oberhäuptlrnge de» Ovambolandes: Kambonde-Ondonga, dem nach Nechales Tod auch die Herrschaft über ein ganzes Gebiet zugefallen ist, ferner Negumbo-Ukuambi, Shaanikas-Ongandjera, Jita-Ukusuluiri und Nande-llnkuanyama haben die deutsche Oberhoheit bedingungslos aner­kannt und sich unter den Schutz der deutschen Regierung gestellt; ferner haben sie sich verpflichtet, die Arbeiteranwerb­ung in jeder Weise zu unterstützen und ihr Ge­biet dem deutschen Handel zu öffnen. Von den im Ovambolande tätigen finnischen und rheini­schen Missionaren, welche bei den Verhandlungen n-.it den Häuptlingen als Dolmetscher fungierten, ist die schwierige und nicht unbedenkliche Auf­gab - Frankes hervorragend unterstützt worden. Franke war bei seiner Reise nur von drei Weißen und Eingeborenen begleitet.

Vom 500 Mill.onen-Defizit. DieBerl. Korr." schreibt: Aus denKieler N. N." ist in eine Anzahl von Zeitungen eine angeblich von einem hohen Regierungsbeamten in vertrau­lichen Verhandlungen bekanntgegebene Mitteil­ung übergegangen, der zufolge das Hauptargu- ment für die in Aussicht stehende Fin-.nzreform aus den Unterbilanzen der Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Altersversicherung in Höhe von einer halben Milliarde Mark hergeleitet werden würde, deren Aufbringung sich anläßlich der Revision der Arbeitervecsicherungsgesetze nicht besteht. Auch ist von einer als bevorstehend be­zeichneten Feststellung des Fehlbetrages in den Fonds der reichsgesetzlich-u Versicherungen an maßgebender Stelle nichts bekannt.

Die Anrechnung von Militärdienst auf das Besoldungsdienstalter bei den Oberlehrern beruht auf dem am 1. Januar 1892 iu Kraft ge- , tretenen. Allerhöchst genehmigten Sraatsmini- t sterialbeschlusse vom 14. Dezember 1891, in dem 1 es heißt:Den höheren Beamten, bei denen die i Fähigkeit zur Bekleidung ihres Amtes von dem ; Bestehen einer Prüfung obhängt, wird bei Be­stimmung des Dienstalters, sofern dieselbe ge- , mäß dem Zeitpunkte des Bestehens der Prüfung zu erfolgen hat, die Zeit, welche sie während : ihrer Studienzeit oder ihres Vorbereitungs­dienstes in Erfüllung der aktiven Dienstpflicht<

Herzens ist das geschwächte Organ öfter nicht im Stande, den plötzlichen Blutandrang zu bemal- tigen, und schneller Herzstillstand ist eine nicht ganz seltene Folge des unvorsichtigen Kaltbaden» solcher Leidenden. Auch Blutungen in der Lunge, Verschlimmerungen schon bestehender Leber- und Darmerkrankungen, Störungen der Nierentätig- . feit bei Personen mit funktionsschwachen Nieren können auftreten.

So bedenklich alle diese Unfälle auch find, e» soll damit nicht gesagt sein, daß etwa leidende Personen überhaupt kein kaltes Bad nehmen dürfen; wir wissen ja, ein wie vorzügliches Heilmittel für eine ganze Reihe von Krankheits- zuständen das kalte Wasser ist, wir werden also auch nicht völlig gesunden Personen das Kalt­baden gestatten und sogar empfehlen, aber frei, lich nur unter bestimmten, je nach den Organ-. Verhältnissen vom Arzt besonders anzuordnenden Vorsichtsmaßregeln. Jedenfalls darf bei solchen Personen der Unterschied zwischen Luft- und Wassertemperatur kein allzu greller sein. Ganz zu verbieten ist allerdings das kalte Bad für schwer Lungen- und Nierenleidende, für Per­sonen mit ausgebreiteter Entartung der Blut-- gefäße und für Herzleidende, deren Herzmuskel auch schon unter den Verhältnissen des täglichen Lebens nur mit erhöhter Anstrengung sein« . Funktionen ausüben kann.

Doch auch der Gesunde soll nicht mutwillig- seine Gesundheit aufs Spiel setzen und gewisses Vorsichtsmaßregeln beim Kaltbaden nicht außer Acht lassen. So wohltätig der Wechsel von Hitze und Kälte, da» ganze Spiel der aufeinander­folgenden Nervenreiz« auf unseren Organismus, auch wirkt, die Leistungsfähigkeit der Regulier»