«ud den Beilage«: .Literarischer » landwirtschaftliche Beilage« und „ILustrirrtss Simnlagsblatt«.
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Marburg
Freitag 10. Juli 1908.
Die JnsertionSgebübr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — in Druck imd Verlag: Zoh» Äug. Koch, Univerfitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
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Kopfschmerzen machen, sie, die selbst nicht glück- lich war und vor Sehnsucht fast umkam!
O, dieser Wolf Gernrode, wenn er doch endlich, endlich zu ihr zurücktehren wollte! Wie sie ihn liebte, wie sie sich nach ihm sehnte! — Sie sprang plötzlich im Uebcrmasi des Empfinden,' auf und flüchtete sich vor ihres Mannes Liebkosungen an das Fenster.
.-Es ist so Heist hier im Zimmer, sch will das Fenster öffnen," sagte sie ablenkend und zog den roten Vorhang zurück.
DeuLzches Kelch.
— Des Kaisers Nordlandreise. Berlin, 8. Juli. Ein Telegramm von heute aus Kristian- sand meldet: Der Kaiser setzte bei bestem Wetter die Fahrt fort und passierte die englische Flotte, die in Parade Aufstellung genommen hatte. Die See ist ganz ruhig. An Bord ist alles wohl.
— Avancement des Kronprinzen. Wie die „Berl. Universal-Korresp" erfährt, soll ein Avancement des Kronprinzen zum Oberst und gleichzeitig zum Kommandeur des Kaiser- Alexander-Earde-Erenadier-Regiments l bevorstehen.
— Zu Graf Zeppelins 70. Geburtstag. Die naturwissenschaftliche Fakultät
6 742 343 dl im Jahresdurchschnitte vertreten, von welcher Summe wiederum nur 17 106 502 dl oder 36,2 v. H. auf die erwiesenen Fälle kommen.
Erschreckend groh erscheint auch der durch die Brandstiftungen hervorgerufene Schaden- er wird auf 139 649 261 dl bezw. 19 949 894 dl im Jahresdurchschnitte beziffert. Indessen scheint es gerade hier mit dem Nachweise der wirklichen Ursache der Brände sehr schlecht bestellt zu sein: als wirklich erwiesen find nur 14164 261 dl Schaden verzeichnet: nahezu neun Zehntel des Schadens find nur gemutmaßt.
Durch Lokomotivfunken soll ein Schaden von 4 393111 bezw. 627 587 dl im Jahresmittel entstanden sein. Hier sind die großen Schwankungen zwischen den einzelnen Jahren besonders beachtenswert, die von 208 765 M im Jahre 1902 bis auf 1269 342 dl im Jahre '1904 (trockener und heißer Sommer?) auseinandergehen. Allerdings ist auch hier die größere Hälfte der Fälle bezw. des Schadens nur gemutmaßt. und zwar von 2 693 771 dl oder 61,3 v. H. Die Lokomobilen erscheinen demgegenüber verhältnismäßig ungefährlich: auf sie kommt nur ein Eesamtschaden von 1407 033 M oder 201005 im Jahresdurchschnitte, von welchem Betrage noch dazu gleichfalls über die Hälfte, nämlich 822 721 dl nur gemutmaßt sind.
Bedauerlich bleibt die gewalftge Summe, die noch immer den „unbekannten Ursachen" zur Last fällt: sie beziffern sich mit 252 674 429 bezw. 36 096 347 dl im Jahresdurchschnitte! Das heißt also, 39,1 v. H. des Eesamtschadens der Jahre 1899 bis 1905 (der sich auf 646.09 Mill, dl be- Kef) ist diesen Ursachen zuzuschreiben! Unzweifelhaft spielt bei diesen „unbekannten" Ursachen die Gleichgültigkeit, der Leichtsinn und d:e Fahrlässigkeit der Bevölkerung eine große Rolle. Der Feststellung der Tatsachen stellen sich hier vielfach in der menschlichen Natur liegende Schwierigkeiten entgegen, neben denen — zuweilen verquickt mit ihnen — unbekannte Naturereignisse, unentdeckte Böswilligkeit oder unabwendbares Unglück ohne menschliches Zutun I Mweilen als unermittelte Brandursache wirken. Die kurzen statistischen Hinweise, die unter der Bevölkerung weite Verbreitung und Beachtung verdienen, sind eine gute und praktische Grundlage für die Erkenntnis, auf welchem Wege die Schadenbrände am besten zu verhüten sind, und vor welchen Brandursachen man am sorgfältigsten Vorbeugungsmatzregeln zu treffen hat.
Die Ursachen der Schadenbrände in Preußen.
In den Jahren 1899 bis 1905 ist Int Jahresdurchschnitt durch Blitzschäden ein Schaden von über 7(4 Millionen dl entstanden. Auf das Jahr 1904 kommt die Mindestzahl von Blitzschlägen, »nd zwar 714 zündende und 489 „kalte" Blitzschläge mit einem Schadenbetrags von 3 904155 iezw. 104 962 dl; die Höchstzahl fällt auf das Iah'- 1905 mit 1642 zündenden und 1583 kalten Blitzschlägen, die für 8 903 777 bezw. 313 980 dl Schaden angerichtet.
Was die Schäden betrifft, die durch Gas und Elektrizität veranlaßt worden sind, so ergibt sich, daß in ganzen durch Leucht-, Koiy- und Heizgas im Laufe der erwähnten sieben Jahre ein Schaden von 1 099 803 di entstanden ist, im Jahresdurchschnitt also 157115 dl. Daneben hat noch Acetylen einen Schaden von 90 018 dl, Aether einen solchen von 281 420 dl hervorgerufen. Durch „andere Gase", bei denen wohl die Abgase der Hoch- und Koksöfen die Hauptrolle spielen, ist dagegen ein Schaden von über 6 Mill, dl verursacht worden. Die elektrischen Leitungen haben durch Kurzschlüsse usw. für über lby2 Millionen Schaden verursacht.
Die Frage der größeren Feuergefährlichkeit von Gas oder Elektrizität ist atu: auf Grund der vorstehenden Angaben nicht ohne weiteres zu entscheiden: da außer den vorbezeichneten Schadenbeträgen noch solche angegeben sind, die in die Sammelrubrik „Beleuchtungsgegenstände" entfallen. Die Schäden, die in dieser Rubrik ver- Seichnet sind, be-iifern sich auf nickt weniger als 6er 143/1 Millionen. Petroleum ferner hat als Brandursache für einen Betrag von über 9y> Millionen dl aufzukommen.
Einen recht breiten Raum nimmc die Selbstentzündung von Stoffen ein. Leider ist gerade Lei ihr der sichere Nachweis der Vrandursache außerordentlich schwer zu führen, und so seben wir denn, daß auch hier von dem Gesamtschaden von 45 689 480 dl innerhalb des gedachten Jahr- siebents nur 9 619 530 dl oder 21,5 v. H. auf die erwiesenen Fälle kommen. So scheint es fast, -atz, während man früher dieser Brandursache viel zu wenig Aufmerksamkeit zugewandt, man fetzt umgekehrt mit der Mutmaßung der Selbstentzündung zu leicht bei der Hand ist. Mangelhafte Feuerunqsanlagen sollen einen Oesamtschaden von 32 250 086 di bezw. von 4 607 241 dl im Jabresdurchscknitte verursacht haben. Leider läßt sich auch hier die Genauigkeit des Nachweises sehr vermissen: nur 71.32 242 dl oder 221 v. H. des Schadens sind wirklich nachgewiesen.
Sehr groß ist die Rolle, die die Fahrlässigkeit im Umgänge mit Streichhölzern durch Erwachsene. sowie durch Kinder bei den Brandursachen spielt. Auf sie entfällt ein Schadenbetrag von 20 761650 und 13 253 698 bezw. 2 965 950 und 2 607 671 dl im Jahresmittel. Allerdings ent- | faßt auch von diesem Betrage bei den Erwachse- I nen der kleinere Teil, und zwar in Höhe von I 6163 032 dl oder nicht ganz 30 v. H. auf die I erwiesenen Fälle, während bei der Fahrlässigkeit I ber Kinder im Umgänge mit Streichhölzern der I wirklich erwiesene Schadenbetrag auf 11 046 046 I 'dl oder 60,5 v. H. des Eesamtschadens steigt. Die I „sonstige Fahrlässigkeit" ist mit 47 196 403 bezw. I
I Gnade vergönnt sein, in ungestörtem Glück Ihrer Familie, lebensftisch an Körper und Geist, getragen von dem Vertrauen des deutschen Volkes, Ihr Lebenswerk immer höherer Vervollkommnung im Dienste der Menschheit entgegen»
i zuführen und damit dem Ruhmeskranz deutscher Wissenschaft und Technik neue, unverwelkliche Lorbeerblätter hinzuzufügen. Im Namen der Rcichsverwaltung bitte ich Ew. Exzellenz, das beifolgende kleine Kunstwerk, ein Emailbild nach dem Aquarell von Hans Thoma: „Den den Lorbeer tragenden, über See und Gebirge frei dahinschwebenden menschlichen Genius" freundlich anzunehmen, v. Bethmann-Hollweg."
— Ein französisches Urteil über Graf Zeppelin. Paris, 8. Juli. Der „Messidor" veröffentlicht eine Unterredung mit dem bekannten Luftschiffer Grafen de la Vaulx über die jüngsten Fahrten des Zeppelinschen Luftschiffes. Graf de la Vaulx, sagte, man müsse offen gestehen, daß
die Deutschen in der Luftschiffahrt die Franzosen weitaus überflügelt haben. Der französische Lenkballon „Röpublique" sei gewiß in Bezug auf rasche Ausrüstung und Fahrbereit, schäft praktischer, aber das Zeppelinsche Luftschiff sei ein hervorragender Kreuzer. Zeppelin hat alle französischen Rekords geschlagen und wird uns noch andere für unsere Eigenliebe peinliche Ueberraschungen bereiten. Man sagt, das
Zeppelinsche Luftschiff habe einen Fehler: die
"Schwierigkeit der Landung: aber wenn ich be-
rufnenen Persönlichkeiten glauben darf, wie z.
B dem Erzherzog Leopold Salvator, mit welchem ich über diesen Punkt sprach, so wird diese Schwierigkeit gewiß gelöst werden.
— Reichstagsersatzwahl in Prenzlau-Anger- münde. In dem duriy den T"d des Abgeordneten v. Winterfeld-Menkin erledigten Wahlkreise Prenzlau-Angermünde haben die liberalen Parteien einen gemeinschaftlichen Kandidaten, Pastor Schmidt in Massow (frs. Vgg.), in Aussicht genommen. Die Konservativen haben das Mandat dem Sohne des bisherigen Inhabers, Oberpräsidialrat v. Winterfeld, angeboten: dieser hat jedoch die Kandidatur abgelehnt.
— Flotten - Verein. Der Landesverband Schwarzburg-Rudolstadt hat seinen Austritt aus dem Flottenverein erklärt. — Der „D. Ztg." zufolge hat General Keim ebenfalls seinen Austritt aus dem Flottenverein erklärt. — Der Vizepräsident Exzellenz v. Liebermann-Cassel hat den Eesamtvorstand des Flott mvereins für heute zu einer Sitzung nach Berlin einberufen, in der Großadmiral v. Köster persönlich er. scheinen und, so hofft man, den Vorsitz annehmen wird.
— Fürst Eulenburg. Berlin, 8. Juli. Die Meldung einiger Blätter, daß auf Veranlassung' des Kaisers Ordenskanzler Generalfeldmarschall v. Hahnke den Fürsten Philipp Eulenburg einige Tage vor dem Beginn des Schwurgerichtsverfahrens ersuchte, ihm die Abzeichen des Schwarzen Adlerordeue auszuliefern und Eulenburg diesem Ersuchen entsprochen habe, ist dahin zu berichtigen, daß der von Fürst Eulenburg ausgesprochene Wu"sch, während der Haft
ititadiErud tierboten.!
Liselottes Heirat.
Von H. Courihs-Mahler.
(Fortsetzung.)
sibylle zog die Stritt zusammen. Ueber- morgen war der Abend bei Langenaus Da durfte sie nicht fehlen, und ihr'Gatte mutzte ferne Abreise unbedingt so lange verschieben. Er brauchte natürlich nicht zu wissen, warum.
„Morgen lasse ich Dich aber noch nicht fort, und übermorgen auch nicht, und Sonntag erst .nicht. Vor Montag auf keinen Fall, hörst
Sie lehnte ihre Wange an die seine und streichelte ihm bittend die Hand. Er war überglücklich, und sie hätte sonst etwas verlangen können von ihm, er hätte es getan.
„Da muß ich wohl bis Montag bleiben, Du holde süße Törin. Ich komme auch so schnell wie möglich zurück. Und nicht wahr, Du tust es mir zu liebe und hältst Senden etwas kurz!"
„Ja, Du eifersüchtiger Mann, ich will es Dir zu liebe tun, obwohl es gar nicht nötig ist."
Er überschüttet sie mit Zärtlichkeiten, und einen Moment kam ihr der Gedanke, wie schlecht sie ihm seine Liebe und Güte lohnte. Aber dies Gefühl hielt nicht lange an. Er war ja glücklich durch die Illusion, was brauchte es da noch einer Wirklichkeit. Warum sollt« Ke sich darüber
Am übernächsten Tage fuhr Sibylle mit ihren Gatten nach Langenau. Die Besitzer diese« Gutes waren ein kinderreiches Ehepaar. Vier erwachsene Töchter und ein halb erwachsener Sohn gehörten zu Langenau, und diesem Jugendvolk zuliebe wurde zu den Langenaue, Abenden immer ein Tänzchen inszeniert.
Die Bewirtung war zumeist sehr einfach, aber man kam doch gern: es herrschte ein fröhlicher Ton bei den schlichten, herzlichen Leuten, und die vier jungen Mädchen lachten mit ihren runden Gesichtern so frisch und vergnügt in die Welt, daß man sich immer gut amüsierte.
Liselotte stand mit den jungen Damen auf' freundschaftlichem Fuße, deshalb hatte sie deren! herzlichen Bitten nachgegeben und die Ein-! ladung angenommen. Außerdem verlangte fit danach, wieder einmal mit Menschen zusammen- zukommen, die selbstgewählte Einsamkeit be- druckte sie und leette Re von ihrem Kumm«
„Eifersucht macht blind, Kurt. Du mutzt Dir diese Untugend abgewöhnen. Statt auf das höchste un Richtigste zu schließen, daß mir die Ruhe und der ländliche Frieden wohltut, nachdem ich die letzten beiden Winter wie toll durchgetanzt habe, suchst Du nach den abenteuerlichsten Beweggründen für meine Zurückgezogen- betl. Sei doch vernünftig und laß mich ge- wahren. Ist es nicht ganz mollig und behaglich hier?" ö
. »Für mich gewiß, süße Frau, ich wünsche mir nichts Besseres, als so mit Dir weiter zu leben bis ans Ende meiner Tage."
Sie schnitt eine drollige Grimasse.
„iV" I$’.s * * B,.ssun so lange aushalte, weiß ich 65 öehagt mir kaum diesen Winter, möglich, auch mehrere. Vielleicht packt Mich einmal ganz plötzlich wieder die Sehnsucht nach dem Erotzsiadttreibett. Du hast Dir eben
^upnziose Frau ausgesucht, liebster Kurt. Bist Du sehr böse darüber?"
Sie sah ihn schelmisch an. Er legte den Arm um ihren Nacken und küßte sie wiederholt
„So wie Du bist, sollst Du bleiben, ich liebe Dich über alles und kann Dir gar nicht böse sein."
Sie ließ ihn geduldig gewähren, um ihn bei Suter Laune zu halten. Obwohl sie für Senden Nichts übrig hatte, verzichtet« sie doch ungern
I de: Universität Leipzig hat den Grafen Zeppelin zum Ehrendoktor ernannt. — Zu seinem 70. Geburtstage hat auch die Stadt Konstanz dem Grafen Zeppelin das Ehrenbürgerrecht verliehen. — Glückwunschtelegramme liefen bei dem Grafen Zeppelin ein: von dem Fürsten und der Fürstin v. Fürstenberg, dem bayerischen Ministerpräsidenten v. Podewils, der Herzogin Wera von Württemberg und einer großen Anzahl von Schulklassen. — Ein Glückwunsch kam I vom Rektorat und Senat der Technischen Hochschule in Hannover: „In Anerkennung der großen Errungenschaft für Wissenschaft und Technik". — Fürst Bülow richtete an den Grafen Zeppelin nachstehendes Telegramm: „Ew. Exzellenz sende ich zu Ihrem siebzigsten Geburtstage meinen herzlichsten Glückwunsch. Möge Ihnen noch lange die kühne Tatkraft erhalten bleiben, auf deren Erfolge ganz Deutschland mit Stolz blickt. Bülow." — Vom König von Württemberg hat Graf Zeppelin folgendes Telegramm erhalten: „Am heutigen Tage drängt es mich, Ihnen ganz besonders warme und innige Glückwünsche darzubringen, indem ich mich eins weiß mit dem ganzen Vaterland, das mit gerechtem Stolz auf seinen im Mittelpunkt seines Interesses und feiner Bewunderung stehenden Sohn blickt. Zu einem Zeitpunkt, ja viele sich zur Ruhe fetzen, ist es Ihnen vergönnt, den wohlverdienten Lohn eines Lebens der Aufopferung und der Arbeit zu ernten, um im Zenit des Schaffens zu stehen. Mögen viele glückliche an Genugtuung reiche Jahre folgen. Ich mache mir die Freude, aus dem heutigen Anlaß Ihnen meine große Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft am Bande des Kronenordens als äußeres Zeichen meiner Gefühle zu verleihen. Auch habe ich Ihrem kaufmännischen Vertreter, Herrn Uhland, das Ritterkreuz erster Klasse des Friedrichsordens verliehen und hoffe auch damit Ihnen eine erfreuliche Ehrung zu erweisen. Wilhelm." Die Königin hat folgendes Telegramm geschickt: „Meine wärmsten Wunsche für die Zukunft möchte auch ich Ihnen heute aussprechen, wobei ich nicht nut des großen Erfinders in Bewunderung gedenke, sondern auch in Dankbarkeit des treuen Württembergers und guten Patrioten. Charlotte." Der Großherzog von Vaden telegraphierte: „Indem ich ^hnen zum 70. Geburtstage herzlich gratuliere, verbinde ich damit meinen aufrichtigsten GlLck- munfetj au Ihrem großen Erfolg, dem schönen Lohn Ihrer unermüdlichen Ausdauer. Fried- rich." — Vom Staatssekretär des Reichsamtes des Innern, v. Bethmann-Hollweg erhielt Graf Zeppelin folgendes Glückwunschschreiben: „Eure Exzellenz bitte ich, meine aufrichtigsten Glück- wünsche zu Ihrem 70. Geburtstage aussprechen arlr^I * * *^cn' Vollendung des bedeutsamen Abschnittes ^hres reich gesegneten, dem Dienste Ihres engeren und weiteren Vaterlandes in hingehender Treue gewidmeten Lebens fällt zusammen mit der Erreichung eines Zieles, dem fett mehr als 15 Jahren all Ihr Denken, Sorgen und Mühen gegolten hat: der Erschließung des Luftweges für den menschlichen Verkehr. Was Sie seit langem vorahnend geschaut, woran sie mit vorbildlicher Energie und Zähigkeit festhiel- ten die Herstellung eines leistungsfähigen enkbaren Luftschiffes, ist feit Ihrer Fahrt vom 1. Juli eine für leben erkennbare Tatsache ge- worden. Möge es Ew. Exzellenz durch Gottes
auf seine Gesellschaft. Außerdem beschäftigte I „Aber Du bist doch^ohnedies^schon^eich er ihren eifersüchtigen Gatten genug, um ihn I genug." m l
abzuhalten, seinen Verdacht in richtige Bahnen I „Das wohl, aber bedenke, wenn wir nicht I $u lenken. mehr allein sind, wenn wir Kinder haben wer- I
-'Wirst Du nun aber auch vernünftig fein den. Wie gut, wenn wir ihnen bann alles I
und mich nicht immer mit Deiner törichten I bieten können, was bas Leben schön madrt I
Eifersucht quälen?" I Unb autzerbem ist es mir Bebürfnis, zu ar- I
„Ich will es versuchen, Sibylle. Ob es mir I beiten ba mutz sich mein Frauchen schon barein I gelingen wird, weiß ich nicht, ich habe Dich viel | fugen, daß ich sie zuweilen einige Tage verlasse." | zu lieb, um ruhig zusehen zu können, wenn an= bete Dir schöne Augen machen."
„Wüßtest Du, wie ich mich innerlich über orese „schönen Augen" lustig mache, unb wie tuljig mein Herz dabei bleibt, dann würdest Du Dich selbst auslachen. Welche Strafe ersinne ich nur für Dich Kleingläubigen?"
„Ich werde mich selbst bestrafen, indem ich Mich einige Tage aus Deiner Nähe verbanne, ich muß in Geschäften verreisen." Sie seufzte.
„Die dummen Geschäfte." . Er lachte glücklich.
„Die müssen auch sein, Liebchen."
„Wenn die nicht wären, Kurt, müßten wir dann sehr sparsam leben?" fragte sie naiv.
Nun mußte er laut und herzlich lachen.
„Nein, Du Kindskopf. Zu Salz und Brot reicht es bann auch noch unb zu schönen Toiletten für Dich unb einen Winteraufenthalt an bet Riviera."
„Warum ziehst Du Dich bann nicht zurück von ben häßlichen Geschäften?"
.»Weil ich dabei ohne große Anstrengung mein Vermögen vergrößern kann."