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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kir^^'a
und den Beilage»: ..Aterarischrr .Faudwirlschaftliche Beilage" und „Mustrierles Skw-lagsblatt".
Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessische
-»/» 4 r ** Zeitung" bei allen Postämtern und unser» Zeitungsstellen in JwO |£)n Kirchhain und Wettersowie bei unserer Expedition — Markt 21.
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Marburg
Donnerstag, 2. Juli 1908.
Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeil« oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Nug. Koch, Universttätsbuchdruckerei Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
IS. Jahrs,
Erstes Blatt.
Deutschland und die Sultm;$fiage in Marokko.
Man schreibt uns:
In einem Teile der deutschen Preffe ist wie- tzerholt gefordert worden, daß angesichts der Erfolge Mulay Hafids seine Anerkennung als Sultan erfolgen sollte. Auch in deutschen Kreisen Marokkos wünscht man vielfach, daß die deutsche Regierung vorangehen möchte. Der »on der „Deutschen Marokkokorrespondenz" ver- kffentlichte Brief Mulay Hafids an seine Sondergesandten bewegt sich in derselben Richtung.
Es ist kaum anzunehmcn, daß die deutsche Regierung diesen Lockungen folgen wird. Gewiß könnte eine Initiative bei der Anerkennung Mulay Hafids als Sultan manche Vorteile bieten, vor allem den, daß Mulay Hafid sich den Ungehörigen der Macht, d^e ihn zuerst anerkennen und dadurch seine Stellung wesentlich befestigen würde, dankbar zeigen würde.
Diesem möglichen, aber keineswegs gewissen Vorteil — denn die Empfindungen orientalischer Herrscher bewegen sich manchmal in sonder- tarer Richtung — stünden sehr viel sichere Nachteile gegenüber. Bor allen Dingen könnte sich Deutschland dem Vorwurfe der Inkonsequenz aussetzen. Bei dem Streite um die Behandlung der marokkanischen Angelegenheit, der im Frühjahr 1905 begann und bekanntlich über ein Jahr dauerte, hatte sich Deutschland stets auf den Standpunkt gestellt, daß die Marokko betreffenden Fragen nicht von einer oder von zwei Mächten, sondern von der Gesamtheit der an Marokko Interessierten Staaten zu entscheiden seien. Wiewohl die Verhandlungen von Algeciras in vielen Stücken nicht nach den Wünschen Deutschlands verliefen, so wurde doch wenigstens dieser Grundsatz von Deutschland durchgesetzt. Wollte nun die deutsche Regierung, ohne sich um die Stellung der anderen Mächte zu kümmern, einseitig die Anerkennung Mulay Hafids aussprechen, so könnte ihr mit Recht vorgeworfen werden, daß sie gerade gegen den Grundsatz verstoßen habe, den sie selbst seit nunmehr über drei Jahren mit Eifer und Geschick verfochten hat. Und Deutschland hätte dann gegen diesen Grundsatz nicht in einer nebensächlichen Frage verstoßen, sondern in der wichtigsten, die es für Marokko überhaupt gibt, denn für dieses Land ist es doch die Hauptfrage, wer die Herrschaft ausübt. Für Marokko ist dies noch von viel größerem Belang, als für manches andere Land, denn Marokko hat kein Parlament, das die Handlungen des Herrschers zu kontrollieren und gegebenenfalls zu verhindern in der Lage wäre. Der Herrscher kann nach Belieben seine Untertanen aussaugen, er kann, wen er will, ins Gefängnis werfen oder köpfen lassen. Seine Willkür hat eine Grenze nur an — der Revolution.
Und dies ist der zweite Grund, der Deutschland zur Zurückhaltung zwingt. Wohl ist Mulay Hafid als Sieger und unter dem Jubel der Bevölkerung in Fez eingezogen, aber sind schon die Stimmungen abendländischer Völker launenhaft, so wechseln sie bei orientalischen Nationen erst recht. Es wird denn auch schon aus Fez berichtet, daß sich in einigen Gebieten der Nachbarschaft Mißstimmung gegen Mulay Hafid bemerkbar mache. Dazu kommt noch die Existenz des Prätendenten, der schon Abdul Asis länger als ein halbes Jahrzehnt das Leben sauer gemacht hat und der auch Mulay Hafid noch manche schwere Stunde bereiten dürfte.
So ist es also trotz der vielen ausgezeichneten Eigenschaften, die Mulay Hafid besitzen soll, noch keineswegs ausgemacht, daß er sich in der Herrschaft behaupten wird. Sehr wichtig wird dafür auch die Geldfrage sein, und gerade das Geld steht seinen Gegnern, die von Frankreich unterstützt werden, mehr zu Gebote als ihm. Wenn nun die Mächte in ihrer Gesamtheit gleichzeitig Mulay Hafid anerkennen, und wenn er dann früher oder später den Thron verlassen müßte, so würde Deutschland davon nicht mehr berührt werden als jede andere Macht. Wenn aber Deutschland mit der Anerkennung voranginge und wenn dann Mulay Hafid quittieren müßte, so möchten wir die Spottartikel, die in der Preffe des Auslandes zu finden sein würden, nicht gern lesen.
Somit wäre also eine von Deutschland ergriffene Initiative zur Anerkennung Mulay Hafids nicht nur ein Akt der Inkonsequenz, son
dern auch ein Va bav^e-Spiel, das gerade in der gegenwärtigen unsicheren Zeit, wo so manche ernste und schwierige Frage zu lösen ist, wenig angebracht wäre. Die deutsche Diplomatie verdient also damit, daß sie sich in dieser Frage weder von wohlmeinenden aber unüberlegten Freunden noch von hinterlistigen Gegnern vor- wärtsdrängen läßt.
v Deutsches Resch.
— Der Kaiser an den deutschen Landwirt- schafrsiag. Auf das vom deutschen Landwirtschaftstage an den Kaiser gerichtete Huldigungstelegramm hat der Kaiser an den Herzog Albrecht von Württemberg folgendes Antworttelegramm gesandt: „Den Mitgliedern der inCann- stadt tagenden 23. Wanderversammlung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft spreche ich meinen herzlichen Dank für den mir zugesandten Huldigungsgruß aus. Mit großem Jntereffe und mit den besten Wünschen begleite ich die Bestrebungen der Gesellschaft, deren Arbeit zum Segen des Vaterlandes einen gedeihlichen Fortgang nehmen möge."
— Zusammenkunft des Kaisers mit dem Zaren. Petersburg, 30. Juni. „Ejetsch" meldet, daß die bevorstehende Entrevue des deutschen und des russischen Kaisers in den baltischen Ee- wäffern Ende dieser Woche stattfinde. Die Initiative gehe angeblich von deutscher Seite aus. Der deutschen Botschaft ist hierüber nichts bekannt. Nach unserer Erkundigung sind die An- gaben des russischen Blattes durchweg unbegründet.
— Ernennung. Regierungspräsident Dr. Gramsch-Allenstein ist mittels allerhöchst vollzogener Bestallung vom 24. Juni er. zum Mitglied der Anstedlungskommisston für Westpreußen und Posen auf die Dauer von drei Jahren und zum Vorsitzenden dieser Kommission mit der Amtsbezeichnung „Präsident" und unter Verleihung des Charakters als Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat mit dem Range der Räte erster Klaffe ernannt worden. Dr. Eamsch tritt sein neues Amt am 1. Juli an.
— Dernburgs Reise. Mafeking, 30. Juni. Der Staatssekretär Dernburg ist von Kimberley hier eingetroffen und reist von hier nach Bulawayo weiter.
— Herr von Lucanns erkrankt. Der Chef des Geheimen Zivilkabinetts des Kaisers, Geh. Rat v. Lucanus wurde Dienstag früh in Potsdam von einem leichten Unwohlsein befallen, welches einige unbedeutende Lähmungserscheinungen im Gefolge hatte.
— Vom Schwarzen Adlerorden. Der „Reichsanzeiger" meldet die Verleihung des Schwarzen Adlerordens an den österreichischen Minister des Aeußeren Freiherrn von Aehrenthal, sowie den Zweiten Obersthofmarschall Fürsten Monte- nuovo in Wien.
— Der Fall Bernhard spitzt sich zu. Nach der Berliner Universalkorrespondenz hat sich, wie wir der „Frkft. Ztg." entnehmen, die philosophische Fakultät der Berliner Universität am 29. Juni, nachmittags, in einer außerordentlichen Sitzung mit der Berufung des Prof. Bernhard beschäftigt und beschloffen, die Berufung Bernhards an die Berliner Univerfiät engiltig abzulehnen. Die Fakultät hat erklärt, daß sie gegen die Person des Gelehrten keinerlei Einwendungen erhebt, daß sie aber „unter den jetzigen Umständen" den Eintritt von Profeffor Bernhard nicht wünsche, weil seine Versetzung nach Berlin ohne Anhörung der Fakultät geschehen sei. Wie dieselbe Korrespondenz weiter erfährt, will Prof. Bern- har sich ins Privatleben zurückziehen. »
— Von den Parteien. Die nationalliberale Frattion des preußischen Abgeordnetenhauses hat sich konstituiert. Zum Vorsitzenden wurde Abg. Hobrecht, zum stellvertretenden Vorsitzenden Abg. Dr. Friedberg, zum Geschäftsführer Abg. Junghenn (Hanau) gewählt. — Ferner hat sich die Landtagsfraktion der Freisinnigen Volkspartei konstituiert. Zu Vorsitzenden wurden gewählt die Abg. Fischbeck, Funck und Kindler.
— Die neuen Dreimarkstücke, deren Einführung in der Bundesratssitzung am letzten Freitag beschloffen wurde, werden, wie der „Berl. Lokalanz." erfährt, völlig in den Maßen des aften Talers gehalten sein. Sie werden aber die Inschrift „Drei Mark" tragen.
— In dem Prozeß gegen den Fürsten Eulenburg wurde gestern Fürst Eulenburg kurz vor 11 Uhr mittelst eines Krankenantornobils zum
Gerichtsgebäude gebracht. Unter den inzwischen eingetroffenen Zeugen befindet sich auch Oberlandesgerichtsrat Meyer aus München, der Vorsitzende im Münchener Hardenprozeß. Der ganze Vormittag ist der Vernehmung des Angeklagten gewidmet. Aus der gestrigen Sitzung erzählt die „B. Z. a. M." noch, der Zeuge Milchhändler Riedel erklärte, als er aufgerufen wurde, er habe heute morgen Drohbriefe erhalten und bitte aus diesem Grunde um den Schutz des Gerichtes. Der Vorsitzende beruhigte ihn, indem er sagte, auf Drohbriefe brauche er nichts zu geben. Auch Staatsanwalt Jsenbiel meinte, er erhalte täglich Drohbriefe. Ebenso war die Verteidigung in der Lage, von ihr übersandten Drohbriefen zu erzählen. Ueber die gestrige Aussage des Fürsten Eulenburg will die „B. Z. a. M." folgendes gehört haben: „Der Fürst erklärte, er sei nicht schuldig, er habe sich niemals homosexuell betätigt. Der Zeuge Ernst müffe entweder geisteskrank oder bestochen sein. Anfangs äußerte Fürst Eulenburg Zweifel, ob seine eidlichen Bekundungen jene Auslegung zulasten, die die Anklagebehörde ihnen gibt. Später jedoch verließ er seinen Standpunkt und gab zu, daß die Eide sich mit der Auffastung decken, die ihnen die Anklagebehörde beilegt.
— Ebenso falsch! In dem „Moabiter Bezirksanzeiger" hat der freisinnige Kandidat für den 12. Berliner Wahlkreis, Herr Schöler, wie wir dem „Vorwärts" entnehmen, sämtliche Moabiter Wahlmänner, die bei der Stichwahl ihrer Pflicht nicht genügt haben, mit Namen und unter genauer Angabe ihrer Wohnung in einer „Ehrentafel der treuen, furchtlsren Männer" zusammengestellt; ebenso hat er Name und Wohnung eines Schuhmachers veröffentlicht, der am 23. Juni für den sozialdemokratischen Kan- daten stimmte, während er vorher als konservativer Wahlmann galt. — Hierzu schreibt der „Vorwärts" nicht ohne Grund allerdings in dem ihm eignen Ton unter der Überschrift „Freisinniger Terror": „Herr Schöler darf wirklich „von weiterem absehen". Der von ihm geübte Terrorismus, die von ihm verhängte Boykotterklärung, ist so evident, daß ihn auch ein Blinder mit dem Krückstock fühlen kann! Ob aber nach diesem Heldenstückchen des Herrn Schöler nach diesem notorischen Terrorismusakt eines der führenden Männer des Berliner Blockfreisinns, die blockfreifinnige Preste wirklich noch wagen wird, sich über Terrorismus der — Sozialdemokratie zu echauffieren!? —" Man kann in der Tat dies Verfahren dem sozialdemokratischen Terrorismus entgegenzutreten in keiner Weise billigen.
— Die Eemeinderatswahlen in den Reichslanden. Die Sozialdemokraten hatten auf den Ausfall der am Sonntag stattgehabten Gemeinderatswahlen in den Reichstagen große Hoffnungen gesetzt. Sie hatten alle Mittel auf- geboten, um nicht nur die verhältnismäßig zahlreichen Mandate, die sie bei den letzten Wahlen in ihren Besitz gebracht hatten, zu erhalten, sondern auch sie zu vermehren. Sind doch die Eemeinderatswahlen in Elsaß-Lothringen um deswillen von besonderer Bedeutung, weil die Ee- meindeverttetungen den Wahlkörper für da» Landesparlament, den Landesausschuß bilden. .Leider entspricht — so meldet der „Vorwärts" kleinlaut — das Resultat nicht den Wünschen der Soziavremokratie." Nein, wirklich nicht! Es werden natürlich nur sozialdemokratische Niederlagen gemeldet, außer von Markirch, wo in unverantwortlicher Weise mit den „Genossen" ein Kompromiß geschloffen worden ist. Auch diese Wahlen haben wieder den Beweis geliefert, daß die Sozialdemokratie durch festes Zufam- menstehen der bürgerlichen Parteien, aber auch nut dcümrch, wesentlich zurückgedrängt werden kann. Die Reichslande sind in dieser Hinsicht vorbildlich geworden und werden hoffentlich Schule machen. Wie anders mutet dieses Vorgehen an als das der Liberalen Badens, die freiwillig Gemeinderatssitze an die Sozialdemokraten abgetreten haben, weil fie den „Genosten" die ihnen zukommenden Plätze nicht durch Majorisierung vorenthalten wollten. Den Elsatz- Lothringern kann man zi diesem Siege nur von Herzen Glück wünschen. Die durch den Siegesjubel Über die preußischen Wahlerfolge erhitzte Sozialdemokratie dürfte durch diese schwere Masten-Niederlage etwas abgekiihlt werden.
AüSlaild.
** Vorn Streik der Landarbeiter ix Italien, irma, 80. Juni. Die Ernte schreitet unter jördlicher Bewachung regelmäßig und schnell
fort und ist zurzeit fast vollendet. Infolge d«ß Abfalles vieler zur Organisation gehörig»» Bauern entschied die Arbeitskammer, daß flü freien Landarbeiter die Arbeit rotebei aufneb men können. Infolgedessen glaubt man, daß diß Astociatis agricolo die Aussperrung für betnbet erklären wird. Der Stteik, der am 1. Mai b* gann, ist tatsächlich zu Ende.
** Dir Todesstrafe in Frankreich. In pari* mentarischen Kreisen verlautet, daß Justizminister Briand den Antrag der Kammerkommissto» auf Aufrechterhaltung der Todesstrafe annehmen, sich jedoch gegen die Oeffentlichkeit bet Hinrichtung aussprechen werde. Außerdem wird der Minister beantragen, daß, falls durch einen Enadenakt des Prästdentrn die Todesstrafe in Zuchthaus umgewandelt wird, letztere Strafe eine Verschärfung erfahren soll.
** Die Verstaatlichung der französischen Westbahnen. Paris, 30. Juni. Im heutigen Ministerrat ließ der Minister der öffentlichen Arbeiten Barthou den Entwurf - des Gesetzes unterzeichnen, durch das der Betrieb des Westbahnnetzes nach besten Verstaatlichung geregelt und die durch die Verstaatlichung erforderlich gemachten finanziellen Maßnahmen getroffen werden.
** Russische Kanalpläne. Petersburg, 80. Juni. Der Verkehrsminister entsandte eine Kommission zum Zwecke des Studiums des Fahrwasters der westlichen Düna nach Düna- borg und Riga. Die Kommission soll einen Plan für eine Schiffahrtsverbindung Düna—Dnjepr ausarbeiten als erste Etappe des geplanten Schiffahrtsweges Ostsee—Schwarzes Meer.
** Mulay Hafid. Tetuan, 29. Juni. In der Moschee wurde ein Brief Mulay Hafids verlesen, worin er der Stadt für seine Wahl zum Sultan Dank ausspricht und die Entsendung einer Deputation nach Fez verlangt, die ein Geschenk von 500 000 Pesetas überbringen soll.
59. Hauptversammlung des Hessen-Cassel-Hcmptvereins der
Gustav-Adolf-Stiftung.
)( Marburg, 30. Juni.
Wie vor 17 Jahren, so find auch diesmal wieder zahlreiche Mitglieder und Freunde der Bestrebungen des Enstav-Adolf-Vereins eingetroffen. Die Stadt selbst hat zu Ehren der fremden Gäste und des Festes Flaggenschmuck angelegt.
Bereits im Laufe der Morgenstunden trafen zahlreiche Festteilnehmer, teilweise auch mit Angehörigen ein, meistens alte liebe Bekannte, die unsere Stadt schon früher kennen und schätzen lernten.
Um 3 Uhr fand im Hause des Pfarrers Scheffer eine Sitzung des Vorstandes des Haupt- Vereins statt und um 4 Uhr schloß sich eine Versammlung der Abgeordneten und Geistlichen in der Kirchenstube der reformierten Gemeinde an. Dieselbe wurde mit gemeinschaftlichem Gesang eines Liedes und einer Ansprache des Pfarrers Wolff aus Cassel eröffnet, da der Vorsitzende des Hauptvereins, Generalsuperintendent Pfeiffer-Caffel wegen Krankheit am Erscheinen verhindert war. Man beschloß zunächst, dem letzteren einen telegraphischen Gruß mit dem Wunsche auf baldige Genesung zu übermitteln. Ferner ist zu erwähnen, daß die statutengemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder Pfarrer Hochstetler zu Caffel, Pfar- rer Wolff zu Caffel, Stiftskassierer Justus Bohne zu Cassel, Pfarrer Fr. Hufnagel zu Kessel- tobt, Pfarrer Max List zu Deckbergen, Metro- wlitan Wilhelm Soldan zu Kirchhain, Super- ntenbent Georg Wissemann zu Hofgeismar amtlich wiedergewählt wurden. Außerdem wählte die Versammlung den Superintendenten D. Klingender-Caffel einsttmmig zum stellvertretenden Vorsitzenden.
Für eine in der Thomasttrche zu Leipzig auf« zustellende Büste des Zenttalvorfitzenden Pank wurden 200 Jk bewilligt. Des Ablebens des früheren Vorsitzenden D. Fricke in Leipzig wurde in ehrender Weife gedacht und dann der Ler- wendungsplan für dieses Jahr aufgestellt. Es gelangen insgesamt die Einnahmen von rund 20 000 Jk für über 100 Gern rinden im In- und Auslande zur Verwendung. Als Delegierten für die Hauptversammlung ip Straßburg wählt« man Stiftskassierer Bohne-Caffel und für die nächstjährige 60. Hauptversammlung wurde ei« Einladung des Vereins Gelnhausen dankend angenommen. ।
Nachdem um 5 llhr feierliches Glockeng* läute tn allen evangelischen Kirchen den Ei* wobnern Marburgs den Beginn des Festes a* j gekündigt, fanden sich abend» bei der Festfei« in den Städtsälen zahlreich, evangelische &*