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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain H

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Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessische Leitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21. Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), Bet unfern Zeitungsstellen und oer Expedition 2 Mk.

Marburg

Mittwoch, 1. Juli 1908.

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7aespaltene Zeile oder deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Slug. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. E. Httzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 5b.

43. Jahrg.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 53.

Erstes Blatt.

Aufbesserung der Gehälter der Geistlichen.

Die Freikonservatioe Partei hatte am 3. März 1908 durch den Abgeordneten Freiherrn .Mn Zedlitz die Interpellation gestellt, aus wel­chen Gründen die Regierung die Einbringung der in der Thronrede angekündigten Vorlagen, betreffend die Besoldung der Beamten, Geist­lichen und Lehrer verzögere. Am 11. März war die Interpellation bereits beantwortet. Es ist bekannt, daß mit Rücksicht auf den Reichstag und dessen Beamtenaufbesserungsvorlage, sowie im Hinblick auf die Reichsfinanzreform die eigentlichen Besoldungsvorlagen auf die nächste Wintertagung verschoben worden waren. Vor­erst war von den Beamten nur den Richtern eine Aufbesserung des Gehaltes zu teil gewor­den, ihr Höchstgehalt ist von 6600 auf 7200 <M. heraufgesetzt. Die übrigen Beamten wurden aber, wie im Vorjahre, mft 150 bezw. 100 M Teuerungszulagen vorweg bedacht, gewisier- maßen ein Vorschuß auf die enggiltige Gehalts­aufbesserung. Auch den Lehrern ist schließlich noch eine Teuerungszulage durch Vorschüsse, die die Staatskassen leisten, ermöglicht worden. Die Geistlichen allein hatte man nicht berücksichtigt.

Das Abgeordnetenhaus trifft keine Schuld, es war in der Budgetkommission beschlossen worden, die Negierung auszufordern, die Vor­lagen für die Besoldung der Geistlichen sofort noch an den Landtag zu bringen. Dieser Be­schluß beruhte auf der Voraussetzung, daß die bezüglichen Staatsgesetze den Landtag glatt passieren würden. Als aber von dem Kultus­minister dargelegt mürbe, daß und warum diese Voraussetzung nicht zutreffe, sowie daß von kirchlicher Seite im Bedarfsfalls für eine noch weitergehende Berücksichtigung der Geistlichen eis Lehrer und Beamten, gesorgt sei, fand ein Begräbnis erster Klasse durch Zurückweisung an die Budgetkommisfion statt.

Die Verhältnisse der evangelischen Landes­kirche liegen nun in den verschiedenen Provin­zen verschieden. Der Landeskirche der Provinz ^Schleswig-Holstein und der evangelischen Kir­chengemeinschaften des Konsistorialbezirks Cassel , stehen zur Deckung der nach dem neuen Kirchen­gesetze aufzubringenden landeskirchlichen Bei­träge größere Mittel aus bereits erhobenen Um­lagen und Fonds als anderen Kirchengemein­schaften zur Verfügung. Ganz reichen die Mittel aber auch dieser Kirchen nicht aus. Zur Durch­führung der geplanten Besoldungsaufbesserun­gen der Geistlichen ist deshalb eine Erhöhung der Kirchensteuer notwendig.

Die voraussichtlich heute endgültig verab­schiedete Vorlage, welche die Benachteiligung der Geistlichen durch Gewährung von Teue­rungszulagen an die Bedürftigen unter ihnen ausgleichen will, hat daher im wesentlichen nur das Ziel, soweit es staatsrechtlich notwendig ist, die Erhebung von 3% pCt. bezw. 3 pCt. und 134 pCt. der Staatseinkommensteuer der Ange­hörigen der evangelichen Kirchengemeinschaften zu diesem Vehufe zu legalisieren. Um Bewillig­ung von Staatsmitteln handelt es sich also bei dieser Vorlage in keinem Falle, der preußische Finanzminister wird sich auch schwerlich dazu drängen, die Staatszuschüsse freiwillig schon jetzt zu erhöhen.

Wohl aber ermöglicht die Erhebung dieses Mehr an Kirchensteuern schon in diesem Jahre eine schonendere Aufbringung der Kosten der ge­planten Aufbesserung der Gehälter der Geist­lichen. Denn dies Gesetz wird die Kirchengemein­schaften veranlassen, einen Teil der Steuer zur Deckung dieser Kosten schon in diesem Jahr zu erheben, sodaß im nächsten Jahr, wenn die Ge­haltsaufbesserung Gesetz geworden ist, nur der Rest noch aufzubringen ist. Bekanntlich sollen die endailtigen Gesetze auch für die Geistlichen rückwirkende Kraft zum 1. April 1908 haben. Werden die voraussichtlichen Kosten dafür nicht schon zum Teil dem Jahre 1908 auferlegt, so müßte das nächste Jahr die Beittäge für beide Jahre auf sich nehmen.

Der Bedarfsfall ist nun eingetreten; es ist «1UUnehmen, daß NUN auch von kirchlicher Seite

die bedürftigen Geistlichen weitgehend berück­sichtigt werden. Die gesetzlichen Unterlagen da­für geschaffen zu haben, ist der Gewinn der kur­zen Sommertagung, mit der der neue Landtag sich gut eingeführt hat.

Deutsches Reich.

Die Kieler Woche. Kiel, 29. Juni. Der Kaiser begab sich um 8 Uhr zu der Preisvertei­lung für die Kriegsschiffsboot-Wettfahrten und zum Festessen des Kaiserlichen Jachtklubs.

Die Schlußsitzung der Sommertagung des neuen preußischen Landtages ist für heute Dienstag, den 30. Juni, um 1 Uhr in Aussicht genommen. Der Landtag wird geschlossen, nicht bis zu einem bestimmten Termine vertagt wer­den. Man nimmt aber an, daß er ungefähr um die Zeit des Zusammentrittes des Reichstages einberufen werden dürste.

Die Abteilungen des Abgeordnetenhauses entstehen, indem das Haus, ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder, durch das Los in sieben möglichst gleiche Mitgliederab­schnitte geteilt wird. Diese Abteilungen sind ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mit­glieder beschlußfähig. Ihre Hauptaufgabe ist die Vorprüfung der Wahlen; Wahlverhandlungen, die Zweifel an der Gültigkeit der Wahl oder Einsprachen dagegen ergeben, sind an eine be­sondere Wahlprüfungskommission zu übermit­teln. Bei sonstigen erheblichen Ausstellungen kann die Abteilung dem Hause direkt berichten. Wahlen, gegen die binnen einer vierzehntägigen Frist keine Beanstandung oder Einwendung vorliegt, sind definitiv gültig. Im übrigen ma­chen die Abteilungen Vorschläge für die Zusam­mensetzung der Kommissionen und ähnliches. Gegenüber der Tätigkeit der Kommissionen tritt die der Abteilungen naturgemäß in den Hinter­grund.

Defizit bei der Eisenbahn. Karlsruhe, 29. Juni. DieKarlruher Ztg." veröffentlicht heute eine Darstellung der Einnahmen der ba­dischen Staatsbahnen seit Inkrafttreten der Personentarifreform am 1. Mai 1907. Der Ein­nahmeausfall wird auf etwas über eine halbe Million M angenommen. Eine einigermaßen zuverlässige Berechnung der finanziellen Wir­kungen der Tarifreform ist wegen der Einwir­kung der Kilometerhefteinrichtung bis jetzt kaum möglich. Es wird zunächst noch die weitere Ent­wickelung der Personenverkehrseinnahmen abzu­warten sein.

eine Art Junggesellensteuer hat die Stadt Straßburg in ihrer Arbeitsordnung für die in ihrem Dienste stehenden Arbeiter eingeführt. Die Löhne, die in ihrer Lohntafel als Erund- löhne festgesetzt find, gelten nur für Familien­väter mit bis drei Kindern. Ledigen Arbeitern werden vom Erundlohn bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres 10 Prozent, vom 26. bis 30. Lebensjahre 5 Prozent abgezogen. Die Abzüge von einem Zehntel des Lohnes sind schon recht empfindlich und dürften wohl manchem den schweren Schritt zum Ehestande etwas erleich­tern; für die niedrigste Lohnklasse macht das bereits etwa 9 Mark im Monat aus. Der Stadtrat scheint die Hoffnung aufgegeben zu haben, nach dem 30. Lebensjahre noch einen zum Heiraten zu bekehren. Was den bösen Junggesellen abgezogen wird, bekommen die braven Leute, die als Familienväter ihre Pflicht tun; wer mehr als drei Kinder hat, die unter 16 Jahren sind, erhält eine Zulage von 5 Pro­zent, wer mehr als fünf hat, 10 Prozent, und wer es gar auf mehr als sieben bringt. 15 Pro­zent des Erundlohnes als Belohnung. Eine Zu­lage an kinderreiche Familien gewährt auch Halberstadt. Die städtischen Arbeiter, die drei und vier Kinder unter 14 Jahren haben, bekom­men 1.50 Mark wöchentlich, die fünf und mehr solcher Kinder haben, 2 Mark Zulage, die mo­natlich an die Frauen ausbezahlt wird.

Der Mann im Monde. Bezüglich des Ein- Sgs des Zehngebote-Hoffmann in den preußi- en Landtag, erinnert dieZügl. Rdsch." daran, daß gerade dieser die Beteiligung der Sozial­demokratie an den preußischen Landtagswahlen aufs schärfste verurteilt hat. Auf dem Partei­tag in Hamburg erklärte er im Ottober 1897: Jeder Erfolg ist ausgeschlossen. Das Exempel bei der Landtagswahl ist sehr einfach und klar: drei mal zwei find sechs und davon find zwei nur unser. Sie können also ebensogut beschließen, einen Abgeordneten in den Mond zu schicken, er wird auch nicht hinaufkommen... Ich bitte Sie, ja bei der Abstimmung zu beden­ken, daß, wenn der Schritt einmal getan ist, er nicht wieder gutzumachen ist, und indem ich an die von Auer gestern vorgebrachte Bitte aus bem Vaterunser bente, möchte ich den Genössen 'Auer und Bebel zurufen: »Führet uns nicht In

Versuchung." Auch auf dem Patteitag in Mainz int Herbst 1900 protestierte er.Be­schließt der Parteitag die Wahlbeteiligung, dann werden wir uns schon aus dem Grunde dem Beschluß fügen, um Ihnen zu zeigen, daß wir recht haben, und daß wir mit der Wahl­beteiligung die blamierten Europäer sind."

Bon der finanziellen Leistungsfähigkeit desProletariats" gibt die intVorwärts" veröffentlichte Quittung über die im Mai einge­gangenen Parteibeiträge erneut Kunde. Da­nach hat Berlin ä conto seiner acht Wahlkreise allein 10 000 Mark bezahlt. Ferner zahlte der sozialdemokratische Wahlverein Bremen eben­falls ä conto 2000 Mark. Die Bochumer Orga­nisation trug für das 3. Quartal 777 Mark bei, die für Dresden-Altstadt für das letzte Halbjahr 1000 Mark, Hannover für März und April 1000 Mark, Lübeck für das erste Quartal 600 Mark, Magdeburg für das zweite Quartal 700 Mark. Selbst kleinere Organisationen leisteten ansehn­liche Quartalsbeiträge. So Eßlingen 213 Mark, Greiz 240 Mark, Gera 300 Mark, Vegesack für zwei Quartale 372 Mark, Zittau ebenfalls für zwei Quartale 361 Mark. Man sieht hieraus, daß die Organisationen derBesitzlosen in der Lage sind, der sozialdemokratischen Zentralkasse sehr bedeutende Mittel regelmäßig zuzuführen. Wie kommt es nur, daß die Organisationen der Besitzenden" sich zu einer auch nur annähernd ähnlichen Leistungsfähigkeit nicht auszuschwin­gen vermögen?

Aüölillld.

* * Frankreichs Haltung in Marokko. Casa­blanca (über Tanger), 28. Juni. Französische Truppen, die nördlich von Bu Snika operierten, sind bis Tsmara int Üdaja-Eebiet, zwei Stunden von Rabat entfernt, vorgedrungen. Heute früh 4 Uhr ist General d'Amade mit einem bedeuten­den Heere, das alle Waffengattungen umfaßt, angeblich nach Aezemur ausgerückt. Die Fran­zosen überschreiten damit im Norden und Süden das Schaujagebiet trotz entgegengesetzter diplo­matischer Versicherungen und obwohl nirgends Unruhen vorhanden sind. Falls Azemur, wo keine Truppen weilen, von den Franzosen ange­griffen wird, sind entsetzliche Kämpfe zu be­fürchten, da der dortige hasidische Kaid ein ener­gischer Franzosenfeind ist. Es ist auffällig, daß das am 17. Juni in Casablanca eingetroffene TransportschiffGironde" sich immer noch dort befindet. Man nimmt an, es werde nach Azemur weitere Truppen und Kriegsmaterial über­führen, falls für die Franzosen nicht uner­wünschte Verwickelungen eintreten.

* * Som Balkan. Belgrad, 29. Juni. Wie türkischerseits gemeldet wird, sind die Umtriebe bulgarischer Vereinigungen gegen die serbischen Anhänger des Patriarchen nichts weniger als beendet. Die Frage des serbischen Schutzes zu Salanka im Sandschak Uesküb, die bereits ein­mal geregelt wurde, ist von neuem aufgerollt worden. Die türkischen Behörden haben gemäß dem Vorschläge des mazedonischen Gendarmerie- offiziers, Kapitän Urban, die Schließung der serbischen Schule angeordnet. Kapitän Urban ließ den Eltern der Schüler verbieten, ihre Kin­der zur serbischen Schule zu schicken.

* * Revolution in Persien. Teheran, 28. Juni. Seit vorgestern ist das Zeltlager des Schahs teil­weise aufgelöst. In Kasrikadjar ,iuf dem- halben Wege nach Meaveran, wohin der Schah, wie be­stimmt verlautet, am Dienstag sich begeben wird, soll ein neues Zeltlager, das mit vier Ge­schützen armiert wird, entstehen. Die Ausgänge der englischen Gesandtschaft in Teheran werden noch immer von Kosaken besetzt gehalten. Taebris, 29. Juni. Der russische Generalkonsul fuhr gestern in Begleitung seines Sekretärs, seines Dagomans und 30 Kosaken durch die Stadtteile, in denen die Kämpfe stattgefunden haben. Heute ist nicht geschossen worden. Die Einwohner der unruhigen Stadtbezirke hielten heute im Konsulate eine Versammlung ab, in der sie über Maßnahmen zur weiteren Beruhig­ung der Stadt berieten. Der Präsident und ein Mitglied des Endschumens ;a6en im rusfi- sechn Generalkonsulat Zuflucht gesucht. Am Abend wurde der Generalkonsul von Vertretern der sich befehdenden Stadtteile um Vermittlung zur Herstellung des Friedens angegangen. Auf seinen Vorschlag wurde das Schießen eingestellt.

Marburg und Umgrgend.

(Rachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 de» Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe Oberheff. Ztg.' gestattet.)

Marburg, 30. Juni.

)( Willkommen in Marburg. Im Laufe des heutigen Tages werden zahlreiche Mitglieder des Hessen-Casselschen Hauptvereins der Gustav Adolf-Stiftung ans »llen Teilen Kurhessens hier eintreffen, »« an der 59. Haupt-Versamm­

lung teilzunehmen. Schon vor 17 Jahren hatte Marburg die Ehre, die Gäste in seinen Mauer» begrüßen zu können. Während dieser lange» Zeit hat sich gar vieles verändert und gar man­cher, der damals noch frisch und gesund sei»« Schritte nach unserer alten Hessenstadt lenkte, wird nicht mehr unter den Lebenden wruen, an ihre Stelle sind würdige Nachfolger getreten, die im Sinne der Gründer d:s Gustav Adolf« Vereins das Werk nach besten Kräften zu för­dern bestrebt sind. Hoffen und wünschen wir, daß alle Festgäste, die in diesen Tagen Marburg aufsuchen und einige Tage hier verweilen, die besten Eindrücke empfangen und daß die Ver­handlungen der Stiftung zum Segen gereichen. In diesem Sinne rufen wir allen Festgästen ein herzliches Willkommen in Marburg zu.

)( Schulausfall. Wegen des Gustav Adolfs- Festes fällt morgen der Unterricht in den evan­gelischen Schulen aus. Morgen früh um 8 Uhr findet in der luth. Pfarrkirche Kindergottes- dienst statt.

* Städtisch« Sparkasse. Der Umsatz int Mo­nat Juni betrug in Einnahme und Ausgabe zu­sammen 675 071,41 -st; darunter Spareinlagen und Rückzahlungen von solchen 459 326,07 -st. Einlagen, welche in den 3 ersten Werttagen eines Monats gemacht werden, werden noch für bett vollen Monat verzinst. Auch können Ein­lagen burch Reichsbank-Girokonto bewirkt wer­ben. Der Zinsfuß beträgt 314 %.

* Studentisch-». Am 4. und 5. Juli veran­stalten die Vereinigungen alter Burschenschafter von Bingen, Darmstadt, Frankfurt a.M., Kreuz­nach, Mainz und Wiesbaden int Verein mit den attiven Burschenschaften von Bonn, Gießen, Heidelberg, Marburg und Straßburg zur Er­innerung an die vor 25 Jahren erfolgte Ein­weihung des Riederwalddenkmales eine Bur­schenfeier auf dem Riederwald. I

* Som deutschen Turnfest. Am Sonntag fand int Mittelrheinkreis an verschiedenen Plätzen das Vorturnen zu dem allgemeinen Wetturnen statt, das dazu bestimmt ist, mindergeübte Tur­ner vom allgemeinen Wetturnen abzuhalten. Die Turner des Gaues Hessen turnten in Frank­furt a. M. Nach den erzielten Punktzahlen werden zwei von ihnen zum Sechskampf zuge­lassen: Müller-Gießen (Turnv.) und Schneider- Wetzlar. i

)( Warnung. Bei oer Polizei sind jetzt viel­fach Klagen eingelaufen, daß Kinder und halb­wüchsige Burschen, aber auch Erwachsene, an Stellen in der Lahn baden, an denen es nicht er­laubt ist. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß außer in den Badeanstalten nur im sog. Volksbad an der Weide gebadet werden darf.

* Jungliberaler Verein. Man schreibt uns: Der Jungliberale Verein zu Marburg hielt am 25. b. M. seine erste orbentliche Hauptversamm­lung ab. Aus bent Geschäftsbericht des Vor­standes ist hervorzuheben, daß der am 19. Mär- 1907 gegründete Verein 65 ordentliche Mit­glieder (unter 40 Jahren) und 6 außerordent­liche (über 40 Jahren) aufweist. Außer einem Referat der Herren Dr. Koppe und Gottlieb Braun über die Vertreterversammlung der nationalliberalen Partei in Wiesbaden und des Reichsverbandes der nationallil-cralen Jugend in Kaiserslautern wurden den kiitgüebern an den Vereinsabenden mehrere Vorträge geboten: Herr cand. rer. pol. Briiggedorf besprach di« Tätigkeit der deutschen Großbanken, insbeson­dere ihr Verhältnis zur Industrie; Herr Pro­fessor Troeltsch schilderte den Absatz der deut­schen Kartelle im Auslande. In zwei öffent­lichen Versammlungen sprach Herr Paul Zim mermann aus Cöln über die nationale Bedeu' ung der Jugendbewegung, Herr 0. Lasaulx au» Frankfurt über den Jungliberalismus und h;» gegenwärtige Lage. An Tagungen wurde» außer den beiden erwähnten Vertreterversamm- lungen beschickt der erste Vertretertag des preu­ßischen Landesverbandes der r.ationalliberalen Jugend. Auch beteiligte sich der Verein an einer Zusammenkunft der nationalliberalen Vereine von Siegen, Dillenburg, Wetzlar und Marburg, die am 30. Juni 1907 in Dillenburg stattsand. In 18 Vorstandssitzungen befaßte sich der Vor­stand außer mit den engeren Dereinsangelegen- ifeiten namentlich mit den Vorbereitungen für die letzte Landtagswahl und gemeinschaftlich mit bent Vorstanbe bes nationalliberalen Ver­eins mit bei Wahlarbeit für bie Kandidatur Reihert. Der Vorstand verlor währenv bes 6e» schäftsjahres eines seiner Mitglieder, Herr» cand. Korkhaus durch den Tod. Die Neuwahl des Vorstandes ergab als Vorsitzenden Herr» Rechtsanwalt Dr. Krug, als dessen Stellvertreter Herrn Privatdozent Eerichtsassessor Dr. Wed», möget, als Beisitzer bie Herren Julius Fischer, Otto Hering, Hofbuchbändler Gottlieb Brau»,,