und den Settagenr .Merarischrr Anzeiger-, „Kandwirtschastliche Seilage- «nd „Mnstrierle- K-mrlngsdiatt-.
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Marburg
Sonntag, 28. Juni 1908.
Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum "15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Äug. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Httzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
43, Jahrg. ’
Erstes Blatt.
Umschau im Ausland.
In den Vereinigten Staaten von Nord« «merika hat der Parteitag der republikanischen 'Partei den Kriegssekretär Taft einstimmig als 'Präsidentschaftskandidaten nominiert. Damit ist entschieden, daß zwar ein Wechsel in der Person des Präsidenten stattfindet, daß aber das imperialistische System am Ruder bleiben wird. Trotzdem ist Theodor Roosevelt noch bemüht, vor seinem Abgänge auch für seinen Teil noch dazu beizutragen, den Imperialismus zu stärken. Einer sicheren Quelle zufolge machte der stellvertretende Kriegssekretär Oliver im Ma- nöoerlager bekannt, daß Präsident Roosevelt die Errichtung eines stehenden Heeres von 250 000 Mann in 8 Armeekorps plane. Diese Armee würde zusammengesetzt sein aus einem Stamm, der die Stärke des jetzt besteheiüren Heeres etwas übersteige und aus Freiwilligen, die in acht großen Uebungslagern ausgebildet würden. Ob Roosevelt mit diesem Plane durchdringen wird, muß abgewartet werden. Auf jeden Fall zeigt er, daß er mit der Vergangenheit rückfichts- los zu brechen versteht, wo er einsteht, daß sie der Zukunft im Wege steht. Ein seltsames Zusammentreffen ist es, daß gerade jetzt ein hervorragender Vertreter dieser überlebten amerikanischen Vergangenheit dahingegangen ist.
Die Meldung, daß der Besuch der Schwarzenmeerflotte in einigen Auslandshäfen des Schwarzen Meeres als eine Demonstration gegen die Türkei zu betrachten sei, ist sofort widerlegt worden. Nichtsdestoweniger treten wieder neue Gerüchte auf, nach denen es sogar zu einer russischen Kriegsdrohung an die Türkei gekommen sein soll. Die Erenzstreitigkeiten zwischen der Türkei und Persien sollen zu einer Verab« redung zwischen den Kabinetten von Petersburg und London geführt haben, nach der Rußland sich dem weiteren Vordringen türkischer Truppen in Persien mit aller Entschiedenheit zu widersetzen habe. Der türkische Eroßvesir soÜ auf die Vorstellungen der Botschafter hin di« Erenzstreitigkeiten als Reibereien harmloser Natur hingestellt, doch zugleich Abhilfe versprochen haben. Andererseits wird einem itä- lienischen Blatte gemeldet, daß die Türkei sich auf einen Waffengang mft Rußland vorbereite «nd daß Tag und Nacht gearbeitet werde, um die Befestigungen an den Dardanellen und am ^Schwärzen Meere in kriegsbereiten Zustand zu fetzen. Viel bemerkt werde auch ein Trinkspruch Generals von der Goltz auf den Sultan bei einem Bankett in der türkischen Militär-Akademie, in dem er die Tüchtigkeit des Heeres gelobt habe.
Im Gegensatz zu diesen geordneten türkischen Heeresverhältnisien hat Persien nur eine wüste Soldateska zur Verfügung, die ihm nach außen hin eine Geltendmachung seiner staatlichen Hoheitsrechte nicht erlaubt und im Innern kaum genügenden Schutz gegen die revolutionären Bewegungen gewährt, die das unglückliche Land feit der Verleihung des Konstitutionalismus zerrütten. Der Schah muß fich auf die vön russischen Offizieren befehligten persischen Kosaken verlassen, die aber von der Bevölkerung als fremde Söldlinge auf das wütendste gehaßt werden. So kam es am 22. Juni zu erbitterten Etraßenkämpfen zwischen den Kosaken und der von den Endschumen, den Volksvertretern, geleiteten Volksmenge, in denen die Kosaken Sieger blieben. Ter Schah will an der Spitze dieser Truppen nach allen größeren Prooinzstädten ziehen und auch dort den Widerstand der Endschumen brechen, die Verfassung selbst aber achten.
In Marokko hat sich jetzt Muley Hafid überall durchgesetzt und seine Anerkennung als Sultan durch die Mächte dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. Frankreich wird ebenfalls gute Miene zum 6ören Spiel machen und allmählich fich auf die Aufgaben beschränken müssen, di« ihm durch die Algecirasakte vorgeschrieben find. Ernüchternd auf seine kriegerischen Aspirationen dürfte außer dem ihm nicht gelegenen Verlsauf der Zusammenkunft König Eduards mit dem Zaren und der Döberitzer Rede vor allrm auch die Ausnahme gewirkt haben, die diese Rede im deutschen Volke gefunden hat, wie die spontanen stürmischen Kundgebungen anläßlich des Hamburger Kaiserüejuchs bewiesen haben.
Daß wir in Deutschland auf der Hut sein Müssen, weil in Frankreich trotz allede« Del«
cass6 und seine Freunde noch einen weitgehenden Einfluß haben, zeigt wieder die Reise des letzteren nach London. Es war etwas laut verkündet worden, diese Reise sei ganz privater Natur. N achher ist er von König Eduard offiziell empfangen worden. Wenn König Eduard, zu dessen Politik die „bösen" Deutschen nun einmal kein „Vertrauen" haben wollen, mit Herrn Delcassö, der das niedliche Plänchen durch Einkreisung und Ignorierung Deutschlands dies zu demütigen und zu schwächen, um dann vielleicht den Rachekrieg zu entzünden, mit voller Offenheit zur Schau trug, politische Gespräche führt, so kommt für uns nun einmal nichts Gut«» heraus.
Eröffnung des preußischen Landtags.
Berlin, 26. Juni.
In gewohnter Weise wurde heute vormittag bei starker Besetzung des Hauses und auch der Tribünen im Saale des Abgeordnetenhauses der preußische Landtag mit einer gemeinsamen Sitzung eröffnet. Die zum erstenmal in das Haus gewählten sozialdemokratischen Abgeordneten haben vorgezogen, dieser Sitzung sern- zubleiben. Die Minister dagegen mit dem Ministerprästdenten Fürsten Bülow an der Spitze sind vollzählig vertreten.
Fürst Bülov) verliest folgende Allerhöchste Botschaft:
Erlauchte, edle und geehrte Herren von beiden Häusern des Landtages!
S. M. der Kaiser und König haben mich zu beauftragen geruht, den Landtag der Monarchie zu eröffnen und am Beginn eines yeuen Abschnittes der parlamentarischen Arbeiten in Seinem Namen willkommen zu Heiken. S. M. hoffen, im Herbst d. I. den Landtag persönlich begrüßen zu können.
Naivem das Haus der Abgeordneten durch die Allerhöchste Verordnung vom 1. Juni 1908 aufgelöst worden ist, sind in Ausführung des Artikels 51 der Verfassung die beiden Kammern gegenwärtig versammelt worden.
Ein Gesetzentwurf über die Erhebung von Abgaben durch die evangelischen Landeskirchen wird Ihrer Beschlußfassung unterbreitet werden. Er soll dazu dienen, innerhalb der von den kirchlichen Instanzen beschlossenen Gehaltsaufbesserungen bedürftigen Geistlichen schon jetzt Vorschüsse zuwenden zu können.
Auf Befehl S. M. des Kaisers und Königs erkläre ich den Landtag der Monarchie für eröffnet.
Der Präsident des Herrenhauses Frhr. von Manteuffel bringt ein Hoch auf S. M. den Kaiser und König aus, in das die Anwesenden dreimal begeistert einstimmen.
—*—
Preußisches Abgeordnetenhaus.
(Sitzung vom 26. Juni.)
Alterspräsident Hobrecht (Szumann hatte abgelehnt) eröffnete die erste Sitzung um 12% Uhr mit einem Kaiserhoch. (Darauf erscheinen die Sozialdemokraten im Saal.) Die Vereidigung der neueingetretenen Abgeordneten erfolgt in einer der nächsten Sitzungen. Der Präsident macht darauf aufmerksam, daß diejenigen Abgeordneten, die diesen Eid nicht leisten würden, von den Sitzungen ausgeschlossen sein würden.
Eingegangen sind zwei Anträge Borgmann (Soz.) auf Einstellung der Festungshaft bezw. des Strafverfahrens gegen die Abgeordneten Liebknecht (Soz.) und Leinert (Soz.).
Gegen den Vorschlag des Alterspräsidenten, außer der Wahl des Präsidiums auch die erste und zweite Lesung der Eehaltsvorlage für die Geistlichen auf die Tagesordnung der nächsten Hitzung zu stellen, erhebt der Abg. Borgmann (Soz.) Widerspruch. Es bleibt aber nach längerer Eeschäftsordnungsdebatte, an welcher sich die Abg. Heydebrand und Porsch beteiligen, bei dem Vorschlag des Präsidenten, da der Widerspruch nicht genügend Unterstützung findet. Für die Unterstützung erheben sich nur die anwesenden fünf Sozialdemokraten. Die Sozialdemo« traten Hirsch und Liebknecht find nicht anwesend.
Nächste Sitzung Sonnabend 2 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen: die Wahl des Präsidiums, die Gehaltsoorlag« für die Geistlichen und die beiden sozialdemokratischen Anträge. - —
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Herrenhaus.
(Sitzung vom 26. Juni.)
Der Präsident der letzten Sission, Freiherr v. Manteuffel, eröffnet die Sitzung um 1 Uhr mit einem Hoch auf den Kaiser.
Auf Antrag des Freiherrn Lucius von Ballhausen wird zum Präsidenten wiederum Freiherr v. Manteuffel wiedergewählt zu Vizepräsidenten die Herren Dr. Becker und Freiherr von Landsberg.
Um %2 Uhr begann die zweite Sitzung des Herrenhauses mit weiteren geschäftlichen Mitteilungen. Das Andenken der verstorbenen Mitglieder v. Winterfeld-Menkein, v. Holleben, von der Schulenburg-Trampe und Frhrn. v. Bodenhausen wird von dem Hause durch Erheben von den Plätzen geehrt. Die Liste der neueingetretenen Mitglieder wird verlesen und drei Mitglieder werden in die Statistische Zentralkommission gewählt.
Einziger materieller Gegenstand der Tagesordnung war die einmalige Schlußberatung des Gesetzentwurfs betr. die Erhebung neuer Umlagen zu landeskirchlichen Zwecken für das Etatsjahr 1908.
Die staatsgesetzlich zu sanktionierenden neuen Anordnungen sehen zu Teuerungszulage für dis Geistlichen die Erhebung von 3% Proz. bezw. 3 Proz. und 1% Proz. der Staatseinkommensteuer der Angehörigen dieser Kirchengemeinschaften vor. Die Verschiedenheit der Sätze erklärt sich daraus, daß der Landeskirche der Provinz Schleswig-Holstein und den evangelischen Kirchengemeinschaften des Konsistorial-Bezirks Cassel zur Deckung der nach den neuen Kirchengesetzen aufzubringenden landeskirchlichen Beiträge größere Mittel aus bereits erhobenen Umlagen und Fonds zur Verfügung stehen.
Die Vorlage begründete kurz und knapp der Kultusminister Dr. Holle. Er empfahl das Gesetz, es sei, so führte er aus, zu Gehaltsvorschüssen auf die geplante Gehaltsaufbesserung an bedürftige Geistliche bestimmt. Als Berichterstatter befürwortete Dr. Hillebrandt gleichfalls die unveränderte Annahme. Sie erfolgte ohne Besprechung einstimmig.
Die nächste und letzte Sitzung dieser Tagung wird voraussichtlich Dienstag stattfinden.
Drülj'ches Reich.
— Die Kieler Woche. Kiel, 26. Juni. Heute Vormittag 10 Uhr begann die erste große Wettfahrt des Kaiserlichen Yachtklubs auf der Kieler Föhrde. Gemeldet hatten etwa 30 Yachten, darunter eine Anzahl : on neu erbauten. Das Wetter ist kühl und aufklärend. Es wehte eine kräftige Brise aus dem Westen. Um 10 Uhr 5 Minuten starteten der „Meteor" und die „Hamburg" und zum ersten Male die neue Schoneryacht „Germania" des Herrn Dr. Krupp von Bohlen und Halbach. Der Kaiser hatte sich schon um 9 Uhr von der „Hohenzollern" an Bord des „Meteor" begeben, mit ihm der König von Sachsen, der Kronprinz von Sachsen und Prinz Friedrich-Christian von Sachsen, die beide heute Morgen von Ploen eingetroffen waren, und die Herren des Badischen Gefolges. Die „Iduna" mit den übrigen hier weilenden Fürstlichkeiten an Bord folgte außerhalb der Regatta dem „Meteor" und den. übrigen Yachten. Zahlreiche Begleitdampfer und Lustyachten, sowie viele andere Fahrzeuge folgten. — Der König von Sachsen, der Kronprinz von Sachsen und Prinz Friedrich Christian von Sachsen mit dem Generalleutnant von Müller und dem zur Begleitung des Königs von Sachsen kommandierten Generalleutnant von Tysky machten am Nachmittag dem Prinzen Heinrich von Preußen einen Besuch an Bord S. M. Schiff „Deutschland" und besuchten die im Schloß und in der Prinzenvilla weilenden Fürstlichkeiten. Hierauf machte der König mit seiner Begleitung einen Spaziergang zum Düstern Brook bis Bellevue, bestieg dort die blaue Pinasse der „Hohenzollern" und machte eine Fahrt in den Kaiser Wilhelms-Kanal hinein bis zur Levens- Au-Hochbrücke. Auf der Rückfahrt stieg der König in Holtenau aus und besichtigte das Kaiser- Wilhelms-Denkmal. — Abends um 6 Uhr fand beim Kaiser an Bord der „Hohenzollern" Tafel statt.
— Lom Staatsministerium und Bundesrat. Berlin, 26. Juni. Das Staatsministerium trat heut« unter dem Vorsitz des Fürsten Bülow zu einer Sitzung zusammen.— Der „Reichsanzeiaer" meldet: Der Bundesrat stimmte gestern dem 1 Entwürfe von Bestimmungen über die Statistik
des Verkehrs und der Wasserftände auf den deutschen Wasserstraßen, der Vorlage betr. die. Abänderung der Verordnung über Verfahren und Geschäftsgang des Aufsichtsamts für Privat« Versicherung und der Vorlage wegen Zulassung von Börsentermingeschäften in Anteilen von Bergwerks- und Fabrikunternehmungen zu.
— Die deutsch-konservative Fraktion des Hauses der Abgeordneten wählte zu Vorsitzenden die Herren Dr. v. Heydebrand und der Lasa, von Pappenheiin und Dr. Freiherrn v. Erffa wie- ■ der. Zu Vorsitzenden von Abteilungen bezw. deren Stellvertretern präsentiert die Fraktion die Abgeordneten v. Puttkamer, Sielermann, v. Neumann-Hanseberg und v. Eisenhardt- Rothe. /
— Die Landtagsabgeordneten. Das vorläufige Verzeichnis der Mitglieder des Hauses der Abgeordneten weist 442 Abgeordnete nach. Das Mandat des 6. Breslauer Wahlkreises (Strie- gau-Schweidnitz) ist durch den Tod des bisherigen Inhabers Hirt (gestorben am 20. Juni 1908) erledigt. Nach dem Verzeichnis der Parteien umfaßt die konservative Partei 145 Mit« glieder und 3 Hospitanten, darunter 24 Mitglieder des Reichstages; die freikonservative Partei vorläufig 58 Mitglieder und 2 Hofpitanten, zusammen also 60, darunter 7 Mitglieder des Reichstages. Die Nationalliberalen zählen mit 2 Hospitanten 65 (5 M. d. R.); die freisinnige Volkspartei mit 3 Hospitanten 28 (7 Mitglieder des Reichstags); die freisinnige Vereinigung bei einem Hospitanten 8 Mitglieder (1 M. d. R ). Die Zentrumspartei hat es auf 104 Mitglieder (24 M. d. R.) gebracht. Zu den Polen zählen sich 15, zu den So« zialdemokraten 7. Bei keiner der aufgeführten Parteien sind 6 Mitglieder, von denen der Abgeordnete Landrat Türcke, in Rotenburg-Hersfeld gewählt, sich die Entschließung über die Parteizugehörigkeit noch vorbehalten hat.
— Prof. Bernhard. Gestern hat sich die philosophische Fakultät der Berliner Universität in einer Sitzung mit dem Schreiben, das Professor Bernhard an die Fakultät gerichtet hat, eingehend befaßt. Nicht gegen die Berufung des Gelehrten, sondern.lMglich gegen die Art, wie die Fakultät bei der Berufung übergangen wurde, sei zu protestieren. Das Ergebnis der Verhandlungen wird vorläufig streng geheim gehalten, doch verlautet, daß die Fakultät sich der Berufung Bernhards gegenüber ablehnend verhalten wird.
— Die Junggesellensteuer ein Scherz des Kaisers. Nach Aeußerungen der Gäste auf der „Ozeana" ist die mit ungeheurer Heiterkeit aufgenommene Bemerkung des Kaisers von der Einführung einer Junggesellensteuer nur ein Witz gewesen, das soll auch aus dem Nachtischgespräch hervorgegangen sein, bei dem der Kaiser dies besonders zum AuÄ>ruck brachte. Dje Junggesellen dürfen sich also wieder beruhigen.
— Wahlprotest. Essen, 25. Juni. Von nationalliberaler Seite ist gegen die Wahl des Zentrumsabgeordneten Dr. Bell Protest eingelegt worden.
— Ein neues Linienschiff. Bremen, 25. Juni. Das Neichsmarineamt erteilte der Aktiengesellschaft Weser den Auftrag zum Bau des Linienschiffes „Ersatz Veowulf".
— Internationaler Automobilverkehr. Pari», 26. Juni. Der Ministerrat bestimmte, daß die Regierung eine internationale Konferenz zusammenberufen solle, um den Automobilverkehr zu regeln und zu erleichtern. Die Konferenz wird zu gleicher Zeit mit dem internationalen Kongreß für Wegebau in Paris zusammen- -treten.
— Keine Arbeiter. Die „Kreuzztg." weist darauf hin, daß von den 7 Genossen im Abgeordnetenhause keiner dem Arbeiterstande angehört. Borgmann, Vertreter für Berlin V, ist Fabrikant, Heimann (Berlin VI) Rentier,' Hirsch (Berlin VH) Schriftsteller, Ströbel! (Berlin IX) Redatteur, Dr. Liebknecht (Berlin ] XI) Rechtsanwalt, Hoffmann (Berlin XU) ; Verlagsbuchhändler und Leinert (Linden) Par«' tetsettetär.
— Bauernstand und Sozialdemokratie. Die „Märk. Volksstimme" läßt sich gelegentlich bet; letzten Landtagswahl und des Sieges der Kon- servativen Kandidaten im Wahlkreise Euben- Kottbus folgendermaßen aus: „Man kennt de» Bauerntypus an der glattrasierten oder mir kecken Stoppeln besetzten Visage. Jedes Kind weiß den Bauern vom Städter nicht nur an seiner Kleidung, sondern auch an seiner Vartlofigkeit zu erkennen. Diese schwer«! fälligen und denkfaulen Scharen wäre», es, welche bet Abgeordnetem» ahl in Kottbus ihr charakteristische, Gepräge gaben. — Schlep«