«Nachdruck verboten.).
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statt der Fakultäten gehörten Ratgeber zu erfahren oder zu umwerben, auch politische Ein- flüste würden mächtiger sein. In jedem Falle würde statt der Dezentralisierung die Zentralisierung wieder ein Stückchen gefördert.
Im Herrenhause gedenkt Profesior Dr. Hille- brandt auf die hier erörterten Angelegenheiten zurückzukommen. Für das Abgeordnetenhaus ist eine Aussprache von liberaler Seite bereits angekündigt worden.
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 52.
Liselottes Heirat.
Don H. C o u r t h s - M a h l« r.
l Fortsetzung.)
, So bleibt Ihnen also viel freie Zeit.
Unsere Universitäten.
Unter diesem Titel veröffentlicht Profesior Dr. Hillebrand, als Vertreter der Breslauer Universität, Mitglied des Herrenhauses, in der : „Schlesischen Zeitung" ein Wort zur Verständigung, das sich in der Hauptsache mit dem Ve- rufungsrecht der Fakultäten im Hinblick auf die ; ohne Befragung der Fakultät vollzogene Berufung des Profesiors Ludwig Bernhard nach Berlin beschäftigt. Den sehr beachtenswerten, überzeugenden Ausführungen entnehmen wir 'die folgenden wesentlichsten Stellen:
Aus dem Vorschlagsrechte der Fakultäten folgt nicht deren Unfehlbarkeit. Wohl aber sind fte in der Lage, die Wünsche und Bedürfnisie der Studierenden zuerst zu hören, die lokalen und > individuellen Verhältnisie der Universität zu Kennen, sie verfügen durch die Fülle persönlicher Beziehungen über manches, was der Minister vielleicht hat, vielleicht aber auch nicht erhält. , Gs pflegt doch wohl überall so zu sein, daß bei einer Vakanz eine Kommisiion von vier bis fechs Mitgliedern gewählt wird, die dem Fache möglichst nahe stehen — also z. B. bei einer physikalischen Professur z. B. Chemiker und Mathematiker. Diese tagen unter dem Vorsitz des Dekans und suchen sich so gut als möglich einen lleberblick über die Schriften der eventuell Vorzuschlagenden oder nicht Vorzuschlagenden zu verschaffen und Erkundigungen über sie von auswärts, anderen Fachgenosien usw. einzuholen. Ich habe oft genug an Kommisiionen teilgenommen, um sagen zu können, daß gewissenhaft, unparteiisch geprüft wird und keineswegs der „Unbedeutendste" erstrebt wird, weil er anderer, die Zuhörer wegnimmt. Nun kommen die Vorschläge und divergierenden Ansichten der Fakultät, die die Gründe für und wider prüft, vielleicht der Minorität beitritt, vielleicht ganz ander; entscheidet, und dem Minister ihre Vorschläge unterbreitet.
Niemand sollte bestreiten, dah bei ihm die Verantwortung für die Entscheidung liegt, daß der Krone das Recht bewahrt sein muh, wie alle
die Wandversammlung im Jahre 1909 in Leipzig und im Jahre 1910 in Hamburg abzuhalten.
— Saatenstand im Reich. Berlin, 25. Juni. Der „Reichsanzeiger" vom 25. Juni veröffentlicht Nachrichten über den Saatenstand im Deutschen Reich per Mitte Juni d. I. Wenn 2 gut und 3 mittel bedeuten, ist Winterweizen 2,1 (Im Juni des Vorjahres 2,9); Sommerweizen 2,5 (2,4); Winterspelz 2,1 (2,4); Winter.oggen 2,3 (2,75; Sommerroggen 2,3 (2,3); Sommergerste 2,4 (2,3); Hafer 2,4 (2,3); Kartoffeln 2,7' (2,5); Klee 2,0 (3,0); Luzerne 2,1 (2,6); Be- wässerungswiesen 1,8 (2,2) und andere Wiesen 2,1 (2,7). Die Witterung des Vormonats war ziemlich unbeständig, trotzdem war hier da» Wachstum der Feldfrüchte günstig. Von pflanz- . lichen und tierischen Schädlingen wird besonder» häufig das starke Auftreten von Unkraut beklagt, daneben werden Rostbildung und Drahtwürmer erwähnt. Abgesehen von den durch schwere Regengüsie, Schneefall und Hagelschlag verursachten Schädigungen hat sich das Wintergetreide fast überall recht befriedigend weiter entwickelt. Winterweizen verspricht ebenso wie der früh gesäte Roggen eine gute Ernte; auch spät gesäter Roggen hat seinen Stand meist noch erheblich verbesiern können, sodaß die Befürchtung einer geringen Strohernte nur noch hier und da laut wird. Die Sommerung ist nicht ganz so günstig verlaufen. Die Begleitberichte über den Stand der Sommerhalmfrüchte melden: Durch die große Näss? und kaltes Wetter im Mai sind letztere in der Entwicklung etwas aufgehalten worden und haben teilweise eine gelbe Färbung bekommen; auch werden Drahtwürmer und Rostbildung beobachtet. Besonders aber ist es die nur schwer zu bekämpfende Verunkrautung, unter der die Sommerfrüchle vielfach zu leiden hatten. Kartoffeln liefen noch keine sichere Beurteilung zu; nur aus Bayern wird eine allgemeine gute Entwicklung berichtet. Klee und Luzerne sind durchweg gut, vielfach üppig gewachsen, sodaß der teilweise schon begonnene erste Schnitt reiche Erträge liefert. Die Bewäsierungs- und tiefgelegene andere Wiesen haben verschiedentlich unter der Näsie gelitten, sodaß ihr Gras an Futterwert viel verlieren dürfte. Im großen und ganzen zeigen die Wiesen einen recht guten Graswuchs. Die teilweise schon beendete Heuernte liefert meist nach Menge und Güte vollauf b.-friedigende Erträge.
— Polen. Solange es eine polnische Hetzer« presie gibt, kehrt in ihren Organen die Behauptung wieder, der preußische Staat habe die ehemals polnischen Landesteile widerrechtlich, durch „Raub" und „offene Gewalt" oder wie dre freundlichen Ausdrücke sonst lauten, in seinen Besitz gebracht. Die Verhältnisie vor der ersten Teilung Polens werden dabei gewöhnlich so geschildert. als ob die Bevölkerung und der Charakter des Landes durchweg polnisch gewesen seien. Dieser Darstellung ist oft genug von deutscher Seite widersprochen worden, natürlich ohne Erfolg. Vielleicht machen die folgenden
Bestellungen
für das dritte Quartal 1908 auf die ^vberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch« Hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbrtesträgern ent- gegengenommen.
mästen uns befreunden, gnädiges Fräulein, wollen Sie
„Gern, wenn Sie mich Ihrer Freundschaft für wert halten?"
„Wir wollen uns gegenseitig recht oft besuchen. Ich freue mich schon darauf."
Und Sibylle vlauderte so amüsant und anregend, daß Liselotte Gefallen an ihr fand und vergnügt mit einstimmte.
Als sie später wieder mit Wolf zusammenstand, sagte sie ihm, wie gut ihr Sibylle gefiel, und daß sie ost mit ihr zusammenkommen wolle. Er sah nicht sehr erfreut dabei MS.
„Ist es Dir nicht lieb, Wolf?"
„Offen gestanden, nein. Frau von Römer ist eine von der Deinen so verschiedene Natur, daß ich mir nicht denken kann, Du fändest auf die Dauer viel Gefallen an diesem Verkehr. Ich gönne ihr Deine Gesellschaft gar nicht, Liebling."
Sie drückte seine Hand.
„Du sollst darum nicht zu kurz kommen, mein Wolf."
„Nicht darum ist es mir, Liselotte, Zch halte Frau vchi. Römer nicht ehrlich Dir gegenüber."
Sie sah ihn erstaunt an.
„Woraus schließest Du das, hast Du Beweise dafür?"
Er merkte, daß er nicht weiter gehen durfte, sollte er sie nicht beunruhigen.
„(Es liegt mir so im Gefühl."
t Deutsches Rr'ch.
— Der König von Sachsen reiste gestern vormittag um 11 Uhr mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Friedrich Christian nach Kiel ab, um als East des Kaisers an der Kieler Woche teilzunehmen. Der König wird auf der Jacht „Hohenzollern", die Prinzensöhne werden in
— Der Kronprinz als Segler. Kiel, 25. Juli. Der Kronprinz segelte heute an Bord seiner Jacht „Angela IV.“ im ersten Rennen der Sonderklasie mit.
dem Prinzenhause zu Plön Wohnung nehmen.
— Ernennung. Wie der „Reichsanz." mitteilt, hat der Kaiser den Geheimen Oberpostrat und vortragenden Rat im Reichspostamt Kobelt zum Direktor im Reichspostamt ernannt.
— Veränderungen in den höheren Marin;« stellen zum Herbst 1908. Konteradmiral Pärchen, 2. Admiral des 2. Geschwaders, und Konteradmiral Kalau vom Hofe, 2. Admiral der Aufklärungsschiffe, werden von diesen Stellungen enthoben. Konteradmiral Jngenohl, Kommandeur der „Hohenzollern", wird unter Belastung im Verhältnis als Admiral ä la suite zum 2. Admiral des 1. Geschwaders ernannt. Konteradmiral Jacobsen, 2. Admiral des 1. Geschwaders, wird zum 2. Adiairal der Aufklärungsschiffe, Konteradmiral E hier, Chef des Stabes der Marinestation der Nordsee, zum 2. Admiral des 2. Geschwaders ernannt. Kapitän zur See Dick wird zum Oberwerftdirektor der Werft zu Wilhelmshaven, Kapitän zur See Graf Platen zu Hallermund zum Kommandanten S. M. Jacht „Hohenzollern" ernannt.
— Der Kreuzer „Nürnberg". Kiel, 25. Juni. Zur Uebergabe des Patengeschenkes der Stadt Nürnberg an den gleichnamigen Kreuzer traf hier heute eine Deputation ein, bestehend aus dem Oberbürgermeister Dr. v. Schuh, dem Bürgermeister Ritter v. Jäger, dem Rechtsanwalt Bräutigam und den Stadtverordneten Kaufmann und Hopf. Die Ueberreichung des Geschenkes erfolgte nachmittags an Bord des Kreuzers mit einer Ansprache des Oberbürgermeisters, die der Kommandant mit herzlichen Worten des Dankes erwiderte. Zu Ehren der Deputation findet abends an Bord des Kreuzers eine Festlichkeit statt.
— Bon der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft. Stuttgart, 25. Juni. Der Hauptausschuß der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft beschloß
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
nn> $euagra: .Mer-risch« Aiy-iger«, „r<m>«irtschaf»liche Keila,«» m» ,,IU«stri-rte«
„Aber Liebster — ungerecht darfst Du nicht sein. Wir werden ja sehen, wie Frau von Römer sich in Zukunft gibt. Danach kann ich mich richten, nicht wahr?"
„Tue das, mein liebes Herz. Hast Du mich lieb?"
Sie hob den Kopf und strahlte ihn an mit großen Augen.
„Dummer Wolf, weißt Du das noch immer nicht?"
„Ich möchte es immer von Dir hören."
„Ja, ich liebe Dich über alle Maßen. Nun sag auch mir schnell ein gutes Wort, ehe wir gestört werden."
„Du bist mein Glück, mein Sonnenstrahl, mein Friede. Vergieß das nie, Liselotte."
Seine Stimme klang weich und ernst. Sie nickte ihm noch einmal zu und wandte sich dann au die Gattin eines Eutsnachbarn, der eben zu ihr trat.
* * *
Die Hochzeit Liselottes und Wolf sollte schon im Oktober stattfinden. Eine lange Wartezeit wäre unvernünftig gewesen, da es nicht gut anging, daß die Verlobten unter einem Dach wohnten. Wolf zog für die wenigen Wochen nach Buchenau.
Zu seiner geheimen Qual hatte es Sibylle yer- standen, Liselotte durch ihre Liebenswürdigkeit gefangen zu nehmen. Die beiden Damen waren viel zusammen, spielten Tennis mir einander und fuhren zuweilen vereint zu Besuchen in die Nachbarschaft.
Frau von Römer verstand es überhaupt, sich in der Gesellschaft beliebt zu machen. Die Herren umschwärmten sie, weil sie schön und amüsant war, die Damen ließen sich durch ihre bestechende, scheinbar bescheidene Liebenswürvig-
Veamten, so auch die besondere akademische Gattung der Beamten zu ernennen; der Minister hat manche Informationen, die die Fakultäten nicht haben können und kann nun die Vorschläge annehmen, korrigieren oder sonst tun, was er als höchste und entscheidende Stelle für geboten hält. Er hat auch ausgleichende Gerechtigkeit zu üben, die berechtigten Ansprüche manches Ueber- gangenen zu prüfen, verschiedenen Strömungen zu ihrem Recht zu verhelfen: ein verantwortungsvolles Amt, besten Last nicht vermindert wird, wenn er die Fakultäten nicht befragen wollte. Die Entscheidung aber bleibt ihm Vorbehalten; Berlin kann keine bevorzugte Rolle beanspruchen, und die Berliner Magnaten sind vielleicht zu sehr — in mehr als einer Beziehung verwöhnt worden.
Aber die Sache ist schwierig. Bei so komplizierten und nicht nach dem Schema zu behandelnden Dingen, wie akademische Berufungen, sind Mißgriffe jederzeit möglich. Es kann sein, daß Minister und Fakultäten gemeinsam sich irren, d. h. eine Persönlichkeit wünschen, die hinterdrein sich doch nicht bewährt, es mag vorkommen und ist vorgekommen, daß der Minister die bestere Wahl trifft, es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß eine Entscheidung gegen die lokalen Instanzen sich als falsch erweist. Tat- »stnd ja auch die Fälle selten, in bettet efragung der Fakultäten die Ernennung vorgenommen wird, und es ist zu wünschen, daß sie selten bleiben, weil ohne eine solche Befragung, wie die Entscheidung auch falle, leicht die Empfindung entsteht, daß nicht die Anhörung und Erwägung aller Möglichkeiten entschieden worden ist.
Bei dem Fall Bernhard liegt die Sache anders. Wenn der Minister Wert darauf legt, ihn Preußen zu erhalten und ihn als Kenner der politischen Verhältnisie in der Nähe zu haben, so enthebt ihn die Eile und der politische Zweck der Berufung der Befragung der Fakultät, weil dann ein besonderer Gesichtspunkt, der außerhalb der akademischen Zone liegt, maßgebend war. Daß aber der Minister ein unbedingtes Recht hat, hier allein vorzugehen, wird auch der eifrigste Vertreter unseres Selbstver- waltungsrechts nicht leugnen. Ich bekenne mich sonst zu den letzteren, weil ich glaube, daß in geistigen Dingen die Vereinigung aller Fäden in einer Hand nicht imstande ist, der Sache zu dienen. Nehmen wir an, die Vorschläge der Fakultäten fielen ganz weg und damit das Verantwortlichkeitsgefühl für ihre Ergänzung, so fiele die ganze Last allein auf die Schultern des Dezernenten, da der Minister, selbst bei Teilung des Ministeriums, nicht alle Fälle beurteilen kann. Damit läge die Verantwortung für die ganze Entwickelung der Wistenschaft in einer Hand. Das Mißtrauen, das jetzt so oft gegen die Fakultäten sich wendet, träfe dann diesen von feiten der Unzufriedenen mit doppelter Schärfe oder man würde versuchen, die alsdann
feit gefangen nehmen. Ihr Gatte war stolz auf seine schöne, geistvolle Frau und fand es ganz selbstverständlich, daß man ihn wenig neben ihr bemerkte. Seine stille bescheidene Art begnügte sich vollständig mit ihren Erfolgen. Ein Blick, ein Lächeln von ihr machte ihn glücklich.
Der eifrigste Verehrer Sibylles war ein Herr von Senden, ein etwas heruntergekommener Edelmann, der nur gezwungen auf seinem bescheidenen, wenig einträglichen Gute hauste, weil es ihm an nötigem Gelds fehlte, um fein etwas verschwenderisches Leben fortzusetzen, welches er bis vor einigen Jahren in Berlin und auf Reisen geführt hatte. Senden langweilte sich sträflich auf seinem Landsitz und begrüßte Frau von Römer als eine Art Erlösung. Er hatte versucht, sich an Liselotte Schönburg heran zu pürschen, es gelüstete ihm sehr nach diesem superben Goldfisch, aber sowohl Liselotte als auch deren Vormund hatten ihm bald klar gemacht, daß für ihn diese seltene Blume nicht gewachsen war. Senden hatte einen unbestrittenen Ruf als Don Juan mit heimgebracht, und für diese zweifelhafte Begabung fand sich in der Umgegend kein Feld. Man lachte ihn heimlich ein bißchen aus und nahm ihn nicht sehr ernst. Trotz seiner angehenden Glatze war er noch immer ein sehr gut aussehender Mann mit liebenswürdigen Manieren, wenn auch nicht ganz einwandfreiem Charatter.
Daß er ganz entzückt von Sibylle war und sich außerordentlich um sie bemühte, fiel weiter nicht auf, denn er betrachtete es als Sport, jeder schönen Frau zu huldigen. Daß er sich mit ihr in der von ihm sehr beliebten, leicht frivolen und pikanten Manier unterhalten konnte, war thm ein Genuß, und er suchte ihre Gesellschaft, so ost e» angängig war. Sibylle kokettiert« ein
wenig mit ihm aus Langeweile teils, teils um Wolfs Eifersucht zu wecken und ihn so aus seiner immer noch anhaltenden Zurückhaltung zu treiben. Zu nahe ließ sie Senden nicht herankommen, denn er war ihr genau so gleichgültig wie alle anderen. Für sie gab es nur einen, nach dem ihr« Seele glühendes Verlangen trug, für den sie alles getan hätte, was er verlangte.
Aber er hielt sich fern von ihr. Nur selten kam er nach Gernrode und immer nur in Liselottes Begleitung. Vergeblich wartete sie jeden Tag auf ihn, vergeblich durchstreifte sie ost stundnlang den Wald zwischen Gernrode und Schönburg, in der Hoffnung, ihm zu begegnen. Sie fühlte, er wich ihr aus, aber sie war in dem Glauben befangen, er hielte sich von ihr fern ai:5 Sorge, daß seine Braut mißtrauisch würSe. Sie hoffte, wenn Wolf den Goldfisch erst sicher hätte, würde ihre Zeit kommen. Sie wollte schon dafür sorgen, daß seine Ehe mit Liselotte nicht harmonisch wurde.
An kurzen Momenten, wo sie unbeobachtet einige Worte mit ihm sprechen konnte, fehlte e» nicht. Ihre Unterhaltung bestand aus glühenden, leidenschaftlichen Bitten von ihrer und un« beirtter Abwehr von seiner Seite. Sie erreichte nichts dadurch, als daß ihr eifriger Anbeter, Senden eifersüchtig auf Wolf wurde, denn er ließ Sibylle nicht aus den Augen und sah man», chen heißen Blick, den sie Wolf zusandte. Da» machte Senden aber nur verlangender nach Si- byles Gunst, denn wenn die schöne Frau andere«' Männern als dem ihren Avancen machte, ban»j sah er nicht ein, warum er nicht dieser anders sein sollte. Sibylle war, seit er merkte, wie JÜ Wolf» Nähe suchte und ihn mit ihren Blicke»; verfolgte, Freiwild für ihn. . ä
(Fortsetzung folgt.) •
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