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Deutsches Reich.

M.

rffe Beachtung des : in Erinnerung zu

bahndirektionen die gena Erlaffes vom 19. Juni ü,

Der heutigen Nummer liegt bet Kreisblatt Nr. 51.

gramm von Bord der JachtHohenzollern" zu: Die so überaus warme Begrüßung, die der Kaiserin und mir in Hamburg zuteil geworden ist, hat uns besonders wohl getan. Ich bitte Eure Magnifizenz, der Bevölkerung den Aus­druck meiner herzlichen Freude und meines auf­richtigen Dankes bekannt zu geben."

Der preußische Landtag, der aus Freitag, den 26. d. M. einberufen ist, wird nicht bloß eine rein formelle Tagung abhalten, sondern die dringende Vorlage betreffend die Teuerungs­zulagen für Geistliche zu erledigen haben. Da zunächst durch Mandatsprüfungen das Vor­handensein eines beschlußfähigen Hauses fest- gestellt werden muß, worüber der Sonnabend hingehen wird und Montag katholischer Feier­tag ist, wird die Präsidentenwahl erst Dienstag stattfinden können. Sonach dürfte die Tagung möglicherweise bis Donnerstag dauern. Die Vorlage wird, um Zeitverluste zu verhindern, zunächst dem Herrenhause zugehen, das nächsten Sonnabend bereits den Entwurf durchberaten wird. Die Tagesordnung für die 1. Plenar­sitzung des Herrenhauses, Freitag, den 26. Juni, nachmittags 1 Uhr, ist: 1. Konstituierung des Hauses; 2. Wahl des Präsidenten, der beiden Vizepräsidenten und der Schriftführer.

Studienfahrten. Wie diePost" hört, be- stcht in kolonialen Kreisen die Absicht, in der nächsten Zeit Studienfahrten nach den deutschen Kolonien zu veranstalten, an denen Personen aus der Handels- und Eelehrtenwelt sowie auch einige Politiker teilnehmen sollen. Zunächst find die weniger bekannten afrikanischen Schutz­gebiete Togo und Kamerun ausersehen.

Einziehung abgenutzter Reichs-Rickel- und Kupfermünzen. Da die Zahl der im Verkehre befindlichen stark abgenutzten Reichs-Nickel- und Kupfermünzen beträchtlich zugenommen hat, wird in einem Runderlaß des Finanzministers darauf hingewiesen, daß Reichs-Nickel- und Kupfermünzen, die infolge längerer Zirkulation und Abnutzung an Gewicht und Erkennbarkeit erheblich eingebiißt haben, bei den Kasten zwar anzunehmen, aber auf Rechnung des Reichs ein­zuziehen sind.

Reiseverkehr und Gepäckfrage. Wieder­holte Klagen über Unzuträglichkeiten bei der Abfertigung und Unterbringung der Reisenden in den Zügen veranlasten den Minister der öffentlichen Arbeiten, den Königlichen Eisen­

bringen. Der Minister erwartet bestimmt, daß zu allen Zeiten, namentlich aber in der bevor­stehenden Zeit des lebhafteren Reiseverkehrs mit allem Nachdruck auf die durchaus erforder­liche glatte Abwicklung des Personenverkehrs hingewirkt wird. Ferner bemerkt der Minister noch, daß es unerläßlich ist, der Ueberfüllung der Abteile durch Handgepäck rücksichtsloser Rei­sender mit größerem Nachdruck vorzubeugen. Die Gepäckträger seien streng anzuweisen, daß sie es

Zum Kaiserbesuch in Hamburg. Berlin, YL Juni. DieNord.. Allg. Ztg." weist auf die Kundgebungen ungewöhnlicher Wärme und Herzlichkeit hin, mit denen der Kaiser von der Hamburger Bevölkerung begrüßt wurde. Die Hamburger haben ihren patriotischen Empfin­dungen mit einer Begeisterung Ausdruck ge­geben, die allen Teilnehmern und Veabachtern der festlichen Veranstaltungen lange in Erin­nerung bleiben wird. Der Jubel erreichte am Samstag während des glanzvoll verlaufenen Alfterfestes und sodann während der Rückkehr des Kaisers an Bord derHohenzollern" seinen Höhepunkt. Die Menschenmenge, die dem Kaiser unter Innehaltung musterhafter Ordnung ihre Huldigungen darbrachte, wird auf eine halbe Million geschätzt. Vom Kaiser ging dem Bürgermeister Burchard nachstehendes Tele­

ablehnen, schwere und zahlreiche Gepäckstücke als Handgepäck in die Wagenabteile zu tragen. Sie haben vielmehr die Reisenden zu veranlasten, solches Gepäck abfertigen zu lasten. Auch die Bahnsteigschaffner haben darauf zu achten, daß derartige Gepäckstücke an der Sperre angehalten werden. Die Stations- und Zugbeamten müsten es sich angelegen sein lasten, darauf zu halten, daß die Reisenden nicht mehr Raum für Hand­gepäck in Anspruch nehmen, als ihnen nach der Verkehrsordnung zusteht. Unter allen Umstän­den müste verhindert werden, daß einzelne Rei­sende, wie das Vorkommen solle, Handgepäck in Nachbarabteilen verstauen und auf diese Weise die Rechte ihrer Mitreisenden verkümmern und die Bequemlichkeit beeinträchtigen. Bei Strei­tigkeiten unter den Reisenden habe» die Zug­führer höflich, aber bestimmt einzuschreiten.

Erlaß des Frachturkundenstempels. Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 29. Mai d. I. beschlosten:Die Direktivbehörden werden ermächtigt, auf Antrag Erlaß des Frachturkun« denstempels aus Billigkeitsrücksichten zu gewäh­ren, wenn infolge von Betriebsunfällen oder in­folge von Versehen des Frachtführers oder seiner Angestellten die Beförderung auf die ursprüng­liche Frachturkunde nachweislich überhaupt nicht oder nicht nach Maßgabe der Frachturkunde aus­geführt und wenn infolge hiervon auf die Frachturkunde eine Fracht nicht erhoben oder die erhobene Fracht erstattet worden ist. Im Falle der Ausstellung einer neuen oder einer weiteren Frachturkunde ist die Stempelabgabe für diejenige Frachturkunde zu erlassen, welche frachtfrei gestellt worden ist. Ist die Freistellung von der Fracht nur zum Teil erfolgt, so ist die Stempelabgabe bis auf den der ermäßigten Fracht entsprechenden Betrag zu erlassen."

Dr. Barths rote ReUe. DieWelt am Montag", das Berliner demokratische Organ, teilt mit, daß in der bewußten Moabiter Ver­sammlung, in der Herr von Gerlach als Halb- seidner charatterifiert wurde, Dr. Barth keine rote Nelke, sondern eine Geranium trug. Also auch nur ein Halvseidner! meint der Hann. Cour." dazu.

Diedemokratische Bereinigung", die die für eine politische Partei doch hohe Zahl von 1400 Mitgliedern aufzuweisen hat, geht schein­bar jetzt wenigstens ihre drei Führer Breit­scheid, Barth und von Gerlach ins Land, um die Agitation kräftig aufzunehmen. Aus Bar­men meldet dieRh.-Westf. Ztg.": Eine demo­kratische Vereinigung wurde gestern abend hier ins Leben gerufen. Der provisorische Vor­sitzende Sandberg sagte in seiner Eröffnungs­ansprache, daß die Gründung einer demokrati­schen Parrei vonnöten sei, der parlamen­tarische Freisinn habe sich als ein Knecht der reaktionären Regierung gezeigt. Dr. Breit- scheid-Verlin referierte alsdann über:Die po­litische Notwendigkeit der Gründung der Partei, die Landtagswahlen und die politische Lage." Wie man hört, sind auch in andern Städten solche Gründungen geplant.

Bestellungen fit das dritte Quartal 1908 auf die »Oberhessische Zeitung" nebst ihrrn Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch« Hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern ent- gegengenommen.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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Eine Denkschrift des Bundes deutscher Privat - Mädchenschulen.

Vor kurzem hat zu Berlin der Bund deut­scher Privatmädchenschulen getagt und sich mit der dringend notwendigen Reform der privaten höheren Töchterschulen beschäftigt. Die Wünsche, die dabei zur Sprache gebracht wordenj sind, sollen in einer Denkschrift zusammengefatzt und dem Kultusminister überreicht werden. Wie ferner Pastor Jähner-Liegnitz in der erwähnten Versammlung mitteilte, wird die Denkschrift folgende Punkte enthalten:

1. Klassifikation der Privatmädchenschulen in a) Volks-, b) Mittel-, c) Höhere Mädchen­schulen. 2. Regelung ihrer Konzesstonsverhält- nisse. 3. Unterstellung aller nach dem Lehrplan der höheren Mädchenschulen unterrichtenden An­stalten unter dieselben Behörden, denen die -vffentliche höhere Mädchenschule untersteht. 4. Regelung der Besoldungsverhältnisse in der Privatmädchenschule unter staatlicher und kom­munaler Beihilfe. 5. Anrechnung der an der Privatmädchenschule zugebrachten DjenstjaHtil bei Uebertritt in den öffentlichen Schuldienst.

Einen wie außerordentlich großen Anteil die Privatschulen an der Volkserziehung haben, und wie gering im Vergleich hierzu ihr Ansehsq im großen Publikum ist und ebenfalls ihrs Stellung in rechtlicher Beziehung dem Staat gegenüber, das beweisen am besten folgende Zah­len: In Preußen wurden im Jahre 1004 in Privatschulen unterrichtet: 12 964 Kinder nach dein Plane der Volksschulen und 98 751 Kinder nach dem Plane der Mittelschule und höheren Mädchenschule, also zusammen 111715 Kinder, Von dieser Schülerzahl besuchen aber (sämtliche Klaffen mit gleich starker Frequenz gerechnet) 9170 die Schule noch nach zurückgelegtem schul­pflichtigen Alter, und man könnte fordern, diese nicht mehr mitzuzählen. Es bliebe dann aber immer noch die stattliche Zahl von 102 545 Kin­dern übrig, welche privaten Unterricht genießen müssen weil nicht genug öffentliche Schulen da sind.

Die Privatmädchenschule ist also notwendig. In den öffentlichen Schulen kostet ein Schüler durchschnittlich: in der Volksschule 47.60 A in der Mittelschule für Knaben 98,91 A in der

Mittelschule für Mädchen 88.06 A in der Mit­telschule für Knaben und Mädchen 89.18 A tn der höheren Mädchenschule 156.69 A Cs er- sparen also die Privatschulen den öffentlichen Schulen: in der Volksschule: 12 914 mal 47.60 M = 61?086.40 A in der Mittelschule für Kna­ben 9929 mal 98.91 Ui = 982 077.89 A in der Mittelschule für Mädchen 8191 mal 88.06 <M. - 721299.46 A in der Mittelschule für Knaben und Mädchen: 7191 mal 89.18 640 933.88

A in der höheren Mädchenschule 73 440 mal 156.60 M 11507 318.00 A insgesamt also 14 488 710.68 A Glaubt man dagegen nur die Kosten für die Volksschulbildung berechnen zu können, da der Staat gesetzlich nur verpflichtet sei, für VolksMlbildurm zu sorgen und ihn die Mehrkosten höherer Bildung nicht angingen, so ergeben sich immer noch 4881142 A Interessant ist hierbei der Hinweis, daß der Staat für die höheren Knabenschulen jährlich 13bis 14 Milfi- onen ausgibt, für die höheren Mädchenschulen dagegen nur 850 000 A

Die Gleichgültigkeit der Behörden und der Volksvertreter den Privatschulen gegenüber dürfte übrigens so bemerkt dieKölnische Zeitung", der wir diese Aufstellung entnehmen im Schwinden begriffen sein und auch in ministeriellen Kreisen der Ueberzeugung Platz gemacht haben, daß eine wirksame Unterstützung der Privatschulen und Altersfürsorge für deren LÄrpersonal notwendig ist. Vielleicht mitbe­stimmend dafür ist die Tatsache, daß die in klei­nen Städten bestehenden Privatschulen der Provinzflucht unserer Beamten, Offiziere und der aufstrebenden Elemente unseres Volkes wirk­sam entgegentteten. Wie dem Leutemangel auf dem Lande durch Errichtung von Fortbildungs- fchulen in Dörfern abgeholfen werden soll, so bricht sich immer mehr die Erkenntnis Bahn, haß auch den Mädchen in kleinen Städten die Bildungsmöglichkeit geboten werden soll, die für Knaben dort bereits vielfach durch Gymnasien und andere Anstalten besteht. Diese Möglichkeit würde viele Eltern von dem Zuge nach der Großstadt abhalten und dadurch der schädlichen Zentralisierung entgegenarbeiten.

Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zelle

_ oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. m Qrtfifn

Ml,,!,... J-. n. -«aaq Druck und Verlag: Job. Aug. Koch, Unioersitätsbuchdruckerei 401

MtttlvVH, 24. IUM IVUO. Inhaber Dr. E. Hitzerokh, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

14 «Nachdruck verboten.)

Liselottes Heirat.

Von H. Courths-Mahler. . % (Fortsetzung.)

Sieh mir ins Auge, Liebling. Siehst Du das Glück darinnen, ja?"

Sie sah ihn an und nickte.

Dann laß auch alle Zweifel schwinden. Vertraue Dir und mir. So lange Deine Liebe mir gehört, bin ich der glücklichste Mann auf Erden."

Damit war diese Angelegenheit zwischen ihnen erledigt. Im sttllen freilich dachte Lise­lotte manchmal daran, wie jenes Mädchen wohl ausgesehen habe, ob Wolf zu ihr auch so zärtlich gewesen sei wie zu ihr. Konnte es so etwas zweimal im Leben geben? Gar zu gerne hätte sie Wolf nach diesem und jenem gefragt, aber sie fürchtete, ihn zu verletzen.

Einige Tage später kam Herr Fritz von Gern­rode mit der Nachricht nach Hause, Gernrode habe einen neuen Besitzer bekommen.

Er soll mehrfacher Millionär sein," fuhr et fort,und große Fabriken in Ostpreußen be­sitzen. Vielleicht kennst Du ihn, Wolf, ein Herr von Römer ist es."

Wolf fuhr auf. Sein Gesicht wurde blaß. Li­selotte sah erschreckt zu ihm auf.

Was ist Dir, Wolf, warum zucktest Du zu­sammen?"

Er faßte sich gleich wieder.

Es war nichts, Liselotte. Sag, Vater, weißt Lu etwas näheres über seine Absichten, will er Fabriken in Gernrode errichten?" fragte er ab* lenkend.

Nein, es wird ja in solchen Fällen so viel gesprochen und vermutet."

Die beiden Herren unterhielten sich noch über den Fall, Liselotte aber saß still und be­klommen dabei und dachte:

Warum weicht mir Wolf aus, warum er­schrak er beim Nennen des Namens, und wes­halb antwortet er nicht auf die Frage, ob er diesen Herrn von Römer kennt."

Und ihre geschäftige Phantasie brachte sie der Wahrheit ziemlich nahe. Sie vermutete, daß dieser Herr von Römer im Zusammenhang stand mit jener Frau, die Wolf geliebt hatte.

Als sie aber merkte, daß Wolf sie heimlich prüfend ansah, zwang sie sich, nicht mehr daran zu denken. Wohin sollte das führen, wenn sie ängstlich vergangenen Sachen nachforschte. Er liebte sie, und wenn er es für wichtig hielt, würde sie schon von ihm erfahren, ob jener Herr von Römer Beziehungen zu jener Frau hatte. Man würde ja den neuen Besitzer von Gern­rode schon kennen lernen.

Eine heimliche Unruhe blieb aber doch in ihr zurück, obwohl^sie sich nichts merken ließ.

Zahlreiche Einladungen waren ausgeschickt worden zu dem Feste, welches zu Liselottes Ver­lobung gegeben wurde. Diese sollte bei der Tafel durch ihren Vormund publiziert werden. Bisher wußte niemand außer den nächsten Be­teiligten davon.

Einige Tage vor dem Feste machten die neuen Eernroder Herrschaften ihren Besuch in Schönburg. Wolf war abwesend, als fie erschie­nen. Liselotte sah ihnen mit einer etwas un- ruhevollen Neugier entgegen. Sibvlle von Rö­mer sah in der schicken, eleganten Besuchstoilette

berückend schön aus, so schön, daß Liselottes Herz ängstlich klopfte. War das die Frau, die Wolf vor ihr geliebt hatte wie konnte fie neben dieser bestehen?

Wähernd solche Gedanken sie bestürmten, wechselte sie höflich liebenswürdige Redensarten mit der schönen Frau und deren etwas unbe­deutend aussehenden viel älteren Gatten.

Der letztere wandte sich dann fast ausschließ­lich an Fritz Gernrode ihn um manchen Bescheid bezüglich der Bewirtschaftung Gernrodes bittend.

Der alte Herr gab ihm freundlich und bereit­willig Rat und Auskunft, um so lieber, als er hörte, daß Römer durchaus nicht beabsichtige, Fa- briken zu bauen.

Es ist eine Laune meiner Frau, die mich zu dem Ankauf verleitete. Sie möchte hier ihren ständigen Sommeraufenthalt nehmen. Ich ge­denke, Gernrode wieder in Stand zu setzen und die Wittschaft dann zu verpachten, damit ich mein Kapital, das ich hineingesteckt habe und noch hineinstecken will, wenigstens bescheiden verzinse."

Das wird es sicher, Herr von Römer, wenn Sie sich nicht scheuen, etwas zu riskieren. Mit Flickerei ist Gernrode nicht zu helfen sonst hätte ich's mit meinem Sohne damals' ausge­halten. Hier muß von Grund aus geholfen werden."

Das leuchtet mir ein. Apropos, Ihr Herr Sohn, ist das vielleicht Wolf Gernrode, der das Gut des Grafen Deelenkamp verwaltete?"

Allerdings."

,Das ist ja intereffant. Hörst Du, Sibylle. Du kannst Dich doch auf Herrn von Gernrode be­sinnen, er verkehrte doch im $>aufe Deiner Ver­wandten,"

Sibylle neigte mit liebenswürdigem Lächeln den Kopf.

Ich entsinne mich sehr gut. Herr von Gern­rode wurde seinerzeit von meinen Cousinen sehr bevorzugt."

Liselotte atmete wie erlöst auf. Da war ja des Rätsels Lösung. Gewiß war es eine jener Cousinen gewesen, die Wolf geliebt hatte, darum war er einen Moment erschrocken, als er Römers Namen gehört hatte. Was hatte sie sich nun da für unnötige Angst und Sorge gemacht, was für törichte Phantasien waren in ihrem Köpft entstanden.

Sie war froh, wie sie Sibylle sehr freundlich und heiter erzählte, daß Wolf jetzt in Schönburg sei und nur augenblicklich in Geschäften abwe­send wäre.

Das ist ja reizend," rief Sibylle aus,da werden wir hier also einen alten Bekannten wiederfinden. Hoffentlich erinnert er sich unser noch. Wir sind allerdings nicht sehr ost zusam­mengetroffen, und die jungen Herren vergessen leicht."

Fritz Gernrode verneigte sich artig vor der schönen Frau.

Das ist wohl kaum anzunehmen. Es würde schwer halten, gnädige Frau zu vergeffen."

Sie lächelte verbindlich.

Danke für das Kompliment, Herr von Gernrode. Aber nun müffen wir aufbrechen, Kurt. Ich hoffe, wir haben oft das Vergnügen Ihrer Gesellschaft." i

Nach verbindlichem Abschied fuhren fie dav-n,

^(Fortsetzung folgt.) ;j