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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

n«fc de« Beilage«:Literarischer Anzeiger-,Landwirtschaftliche Beilage- ««dIllustriertes Sormtagsblatt-. '

Man abonniert auf die täglich erfcheinsndeOberhessische uz? 4 A A Zeitung" bei allen Postämtern und nnsern Zeitungsstellen in

Jwd 144 Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21. Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2Mk.

Marburg

Sonntag, 21. Juni 1908.

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die ^gespaltene Zelle :

oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. cy/»&«*

Druck und Verlag: Joh. Slug. Koch, Universitätsbuchdruckerei iOUylfl«

Inhaber Dr. C. Hrtzero th, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Erstes Blatt.

Rückblick.

lr Die Verhandlungen der letzten Hauptver- 'fummlung des deutschen Flottenvereins in Danzig haben hoffentlich für immer einen lästigen Streit begraben, der seiner Hef- tigkeit nach wohl hätte imstande sein können für .den ganzen Flottenverein verhängnisvoll zu werden. Wenn die Bayern und Süddeutschen sich von dem Eesamtorganismus getrennt hätten, fo wäre dies für die große nationalpolitische Sache, die der Verein vertritt, ein unberechen­barer Schaden gewesen, besten Wirkungen im Znlande wie im Auslande sich bald fühlbar gemacht hätten. Das ist durch kluges Nachgeben vermieden. General Keim trat zurück von der leitenden Stelle in der Erkenntnis, daß seine Person das wesentlichste Hindernis zur Erlang­ung eines Friedens sei, und die versöhnliche Stimmung der Bayern fand ihren besten Aus­druck in der Einladung des Generals Thäter nach Nürnberg:Es wird dies eine Art Garan­tie sein, Vergangenes vergesten zu machen. Im übrigen ist dies das erste Wort, das von Bayern aus gesprochen wird. Nehmen Sie das als ein gutes Zeichen für die wiederhergestellte Einig­keit an." (Lebhafter Beifall). Noch wichtiger erscheint vielleicht die grundlegende Frage nach der Stellung des Vereins und ihre Lösung. Die fast einstimmig angenommene Resolution stellt fest, daß der Flottenverein ein national­politischer d. h. vaterländischer Verein ist, der über Partei und Konfestion steht und selbständig zu Flottenfragen Stellung zu nehmen hat.

Daß der Regierung nur ein so selbstän- diger, unabhängiger Volksverein von Nutzen sein kann, brachte Oberprästdent von Jagow in ihrem Namen unter stürmischem Beifall zum Ausdruck. Nachdem nunmehr die Wolken vertrieben sind, kann der Flottenverein seine ganze Kraft wieder der Agitation für den Ausbau der Flotte zuwenden.

Die Landtagswahlen haben am vori­gen Dienstag weder große Erregung noch Ueber- raschung gebracht. Nachdem jetzt die Resultate so ziemlich gesichert vorliegen, stellt sich das Fazit folgendermaßen:

gewählt

bisher

Gewinn ob. Verlust

konservative

152

143

+ 9

ffreikonservative

57

62

5

Zentrum

104

96

+ 8

Nttionalliberale

65

76

- 11

ffreisinnige Bolksvartei

28

24

+ 4

ffleisinnige Vereinigung

9

9

Polen

15

13

+ 2

Sozialdemokraten

6

0

+ 6

Bei keiner Partei (einfiL Dänen)

4

7

3

Groß sind die Änderungen

in der

Zusammen-

setzung demnach nicht. Wie immer so hat die Stichwahl auch diesmal eigentümliche Konstella­tionen hervorgerufen, so haben in Flensburg die Mitglieder des Buildes der Landwirte f ü r

Tas lenkbare Luftschiff *)

Bereits vor hundert Jahren hatte man den Gedanken, ein lenkbares Luftschiff zu erbauen, wie aus folgendem zu ersehen ist.

Zur Untersuchung des Brandes von Moskau wurde vom Kaiser Napoleon vom 14. bis 15. September 1812 ein Kriegsgericht zur Bestraf­ung der Täter des großen Brandes abgehalten, welches zu folgendem Resultat kam. Seit drei Monaten hatte die russische Regierung be- schlosten, zu ihrer Verteidigung Brand und Zer­störungsmittel anzuwenden, und zu diesem Zweck die Vorschläge eines Dokter Schmidt, Mechanikus und Maschinenmacher, angenommen, welcher be­reits im Mai sechs Werften von Moskau an­siedelte und im Schlosse Worenzow Wohnung nahm. Eine Abteilung von 160 Mann Infan­terie und 12 Dragoner deckte Schmidts geheim­nisvolle Operationen vor den Blicken der Neu­gierigen. Es war allgemein bekannt, daß Schmidt einen lenkbaren Luftballon von be­trächtlicher Größe verfertigte, der eine Vertilg­ungsmaschine enthalten sollte, die er nach Be­lieben leiten zu können versprach, daß ungefähr 14 Tage vor dem Einzug der Franzosen in Mos­kau 7 große Fässer mit Kanonenpulver und 20 Feuerwerker an Schmidt geschickt wurden, um Unter seiner Leitung zu arbeiten. Weiter ist erwiesen, daß dieser Apparat als ein Ballon

*)Aus sturmvoller Zeit* von ß. Müller 1891, S. 214216.

den Freisinnigen gestimmt gegen den National­liberalen. Diese höchst befremdliche Stellung­nahme erklärt sich nun aus einem Wahlbündnis für die nächste Reichstagswahl, wo der Freisinn für den Bund der Landwirte eintreten soll. Solche politischen Schachergeschäfte sind jeden­falls unter allen Umständen zu verurteilen. Noch eine Stichwahl steht aus in Moabit. DieKons. Korr." fordert auf, hier Mann für Mann für den Vertreter der freisinnigen Volks­partei einzutreten, um das Mandat nicht in die Hände des Sozialdemokraten fallen zu lasten. Leicht wird den betreffenden Wahlmännern diese Entscheidung nicht fallen angesichts der Karnp- sesweise des Freisinns gegen die Konservativen. Die Volkspartei aber hat sich int Kampfe gegen die Sozialdemokratie immer als zuverlästig er­wiesen, sodaß sie die volle Unterstützung aller bürgerlichen Parteien verdient.

Die Wahlen sind nun wieder für einige Zeit vorüber. Da das preußische Abgeordnetenhaus sich immer durch sachliche Arbeit ausgezeichnet hat, wird es auch in Zukunft zu verhindern wissen, daß durch die nun eingezogenen Genossen das Parlament zu einem Platz für öffentliche Agitationsreden gemacht wird, wie man das in diesen Kreisen vorzuhaben scheint.

Zu der angeblichen Aeußerung des Kaisers in Döb eritz und überhaupt zur Lage nimmt gestern dieNordd. Allg. Ztg." in einem an­scheinend hochoffiziösen bedeutsamen Artikel das Wort. Sie schreibt:

In der Beurteilung der politischen Lage macht sich vielfach eine Unruhe geltend, die sich weniger auf greifbare Tatsachen berufen kann, als sie vielmehr in einer weitverbreiteten Unsicherheit darüber ihren Ursprung hat, ob etwa neue Konstellationen sich bilden und dis friedliche Lösung schwebender Fragen erschweren könnte. Es wäre verfehlt, leugnen zu wollen, daß sich schwierige diplomatische Auseinander­setzungen ergeben könnten, nur sollte darüber nicht vergesten werden, daß man durch ängstliche, übertreibende Ausmalung möglicher Gefahren nicht den sachlichen und gesunden Lösungen vor­arbeitet, die herbeizuführen allen Mächten ein gemeinsames Interesse gebietet. In solchen Zeiten der Erwartung, wie wir sie gegenwärtig durchleben, drängen sich erfahrungsgemäß Ele­mente in den Vordergrund, die Lust am Unheil­stiften haben. Solche Zeiten geben einen geeig­neten Nährboden für die haltlosesten Gerüchte ab, und es bedarf nur einer flüchtigen Lektüre der Zeitungen, um sich davon zu überzeugen, mit welchem Eifer die Ausstreuung bösartiger Er­findungen betrieben wird. Die deutsche Politik aber hat einen besonderen Grund zur Wachsam­keit, da sich fast alle diese Gerüchte gegen sie als ihr gemeinsames Angriffsobjekt richten. Seit Jahren sind wir gewohnt, von eifrigen Preß- agenten als die eigentlichen Urheber des rus­sisch-japanischen Krieges hingestellt zu werden. Es ist fein Wunder, daß auch jetzt wieder mit dieser abgestandenen Eeschichtsliige gearbeitet wird, deren dokumentarische Widerlegung leicht wäre. Sobald Fragen des näheren Orients hervortreten, hören wir regelmäßig, daß deutsche

ersonnen ist und man sich im Schloste Worenzow mit Schwärmern und anderen Brandmaschinen beschäftigte, daß Graf Rostoyschin, Gouverneur von Moskau, den Plan faßte, die Hauptstadt in Brand zu stecken, und daß er eine Proklamation an die Rusten erlassen hat:Bewaffnet Euch besonders mit Gabeln, welche umso postender find, da die Franzosen in Ansehung ihres Ge­wichtes mit Strohbündeln zu vergleichen sind, besiegen wir sie nicht, so verbrennen wir sie in Moskau, wenn sie es wagen, einzurücken." Der Gouverneur hat vor seiner Abreise die Türen der Gefängnisse öffnen lassen und 800 Gefangene in Freiheit gesetzt, indem er ver­langte, daß sie 24 Stunden nach dem Einzüge der Franzosen Feuer in der Stadt anlegen sollten. Offiziere, Polizeiagenten und Soldaten von den Russen müßten verkleidet in Moskau bleiben, um die Mordbrenner zu leiten und die Losung zum Brande zu geben.

Weiter wurde erwiesen, daß der Gouverneur alle Pumpen der 20 Stadtquartiere, nebst Wa­gen, Eimern, Hacken und Gerätschaften fortschaf­fen ließ, daß Zündstoffe, wie Phosphor, geschwe­felt Leinen, in Häusern niedergelegt wurden und man bei verhafteten Privatpersonen Rake­ten und Zündstoffe fand, die die wahren Ur­heber verrieten, welche das Feuer angesteckt hatten, wovon auch ein Teil von den französi­schen Patrouillen erschossen worden find.

Die gefundenen Gerätschaften, welche durch die russische Regierung durch einen gewissen Dr. Schmidt hat unfertigen lasten, werden rote

Ratschläge in Konstantinopel wirksam sind, um die Türkei in eine kriegerische Stimmung zu versetzen. Von da ist nicht weit zu Behauptun­gen wie: daß die anarchistischen Zustände in Persien das deutsche Konto belasten, daß wir Unteroffiziere als Instrukteure nach Afghani­stan geschickt haben, und daß wir unsere Stellung zu verbessern suchen» indem wir die islamitische Welt gegen Europa aufregen. Auch sollen wir eine Intervention in Russisch-Polen vorberei­ten, heimliche Verbindungen mit Mulay Hafid haben usw., alles Unwahrheiten, zu deren Un­terstützung auch nicht die geringste Tatsache bei­gebracht werden kann. Leider haben wir die Be­obachtung zu machen, daß die Treibereien gegen die deutsche Politik in Deutschland selbst hier und da durch Sensationslust Vorschub geleistet wird. In dem Augenblick, da die Fragen des näheren Orients von besonderer Bedeutung sind, gehört eine erhebliche Leichtfertigkeit dazu, um die gänzlich unbegründete Nachricht in die Öffentlichkeit zu werfen, daß der Botschafter Frhr. v. Marschall abberufen und durch den Ee- neralinspekteur Frhr. von der Goltz ersetzt wer­den soll. Schlimmer noch ist der Unfug, daß Aeußerungen, die der Kaiser im Kreise seiner Offiziere getan hat, in unbeglaubigter willkür­licher Form in die Preste gebracht worden sind. Was der so bestimmt in Umlauf gesetzten Mel­dung zugrunde liegt, ist eine Besprechung, die der Kaiser in Döberitz am 29. Mai nach dem Exerzieren der vor 20 Jahren von dem damali­gen Kronprinzen seiner Majestät Kaiser Fried­rich vorgeführten Kaiserbrigade abgehalten hat. Diese Besprechung hatte nur dienstliche und mi­litärische Angelegenheiten zum Gegenstand, be­zog sich nicht auf politische Tagesfragen und es ist darin auch nicht von einem Einkreisen und von Umstellen die Rede gewesen. Wohl aber hat der Kaiser seiner Ueberzeugung Ausdruck ge­geben, daß die Armee, dem Geiste Friedrichs des Großen getreu, ihren Aufgaben gewachsen blei­ben werde. Gewiß wollen wir alle unsere Augen gegenüber möglichen Gefahren nicht verschließen. Unsere Soldaten tragen nicht an ihrer Mütze den unkriegerischen Sinnspruch des Hildeshei­mer Kontingents der ehemaligen Reichsarmee: Da pocem, doinine, in diebus nostris! Das Bewußtsein unserer Kraft darf uns Zuversicht und Ruhe geben, die allein eines großen fried­lichen Volkes würdig ist.

Sehr richtig bemerkt dazu dieRh.-Westf. Ztg.": An dem Stil erkennt man den Meister. Das ist nicht auf der Redaktion der Nord­deutschen, sondern int Reichskanzlerpalais ent­standen. Wenn man dort nut auch so Han­de l n möchte, wie man zu reden und zu schreiben versteht. Das deutsche Volk würde in seiner Mehrheit fest zu einer sol­chen Regierung st ehe n.

< Deutsches Reich.

Der Kaiser traf gestern 6 Uhr 45 Min. in Hannover ein und begab sich im Automobil nach dem königlichen Schlosse, wo er Absteigequartier nahm. Er begab sich um 8 Uhr mit dem Auto­

folgt beschrieben. Ein Nachen, der an einem Ballon hängen sollte, der den Tag nach der An­kunft der Franzosen, ohngefähr 100 Schritte vom Schlosse Woronzow verbrannte, er war 60 Schritt lang und 30 Schritt breit. Man hat hier vieles Eisenwerk, Schrauben, Muttern, Nä­gel, Krampen und Springfedern gefunden. Des­gleichen ein Stück Holz in Form eines Ballons, 180 Flaschen Vitriol und hinter dem Schlosse 70 Tonnen und 6 neue Kufen, in einem Hause dem Schlosse gegenüber eine Menge Pulver, so­wie Schlosser- und Schreinerwerkzeuge. Unter­zeichnet: Der Eroß-Prevot der Armee. Graf Lauer.

Nach aufgefundenen Briefen unterzeichnete Dr. Schmidt diese mitLappich". Sie tauten!

24. August 1812.

Herr Erasl

Können sich gar nicht vorstellen, welche Mühe ich hatte, meinen Ballon zu Stande zu brin­gen. Die llngeübtheit meiner Arbeiter versetzt mich in Notwendigkeit, das Unbedeutendste selber zu tun, alles dies erlaubt mir nicht heute aufzusteigen. Mein Ballon ist fertig, morgen werde ich auffteigen, in wenig Stunden wird der Ballon in Moskau besonders durch die Brille sichtbar sein.

Unterz. Lappich.

29. August 1812 (5. September).

4 Herr Graf!

. Die 12 OVO Rubel in Bank-Assignaten habe

mobil vom Schloß aus nach der Fahrenwalde«» Heide zur Besichtigung des Königs-Ulanenregi­ments. Der Kaiser ritt die Front des Regiment« ab und nahm den Parademarsch in Zügen im Schritt ab. Dann folgte Exerzieren des Regi­ments mit einer Gefechtsübung, bei der das Mi- Ittärreitinftitut den Feind markierte. Nach einet Kritik und einem Parademarsch des Regiments in Eskadronsfronten im Trabe, setzte sich der Kaiser an die Spitze des Königs-Ulanenregi­ments und ritt durch die Stadt zur Kaserne des Regiments. Die Garnison Hannovers bildete Spalier. Der Kaiser traf um 10% Uhr in der Ulanenkaserne ein und ließ hier das Regiment in Sektionen und die gesamte Garnison vorbei­marschieren und nahm das Frühstück mit den Offizieren des Regiments im Kasino ein. Kurz nach 1 Uhr verließ er die Ulanenkaserne und trat im Automobil die Fahrt durch die Lüne­burger Heide nach Hamburg an. Er traf kurz nach 2 Uhr im Automobil in Celle ein und be­sichtigte das Vaterländische Museum, wo et einen Ehrentrunk entgegennahm. Nach etwa einstündigem Aufenthalt im Museum schritt der Kaiser auf der Stechbahn die Front der dort in einer Stärke von etwa 4000 Mann aufgestellten . Mitglieder der Kriegervereine aus Celle und den benachbarten Kreisen ab und setzte bann ge­gen 4y2 Uhr die Fahrt nach Lüneburg fort. Um 5 Uhr traf der Kaiser in Lüneburg ein und be­sichtigte in der Johanniskirche das von ihm ge­stiftete Kirchenfenster. Um 5% Uhr erfolgte die Weiterfahrt nach Hamburg. Die Stadt Ham­burg hat geflaggt; ebenso haben die Schiffe im Hafen Flaggengala angelegt. Als der Kaiser um 6% Uhr im Automobil vor der St. Pauli- Landungsbrücke eintraf, wo dieHohenzollern* festgemacht hatte, wurde er von einer vieltau­sendköpfigen Menschenmenge mit Hurrarufen begrüßt. An der Brücke wurde der Kaiser von dem Bürgermeister Dr. Vurchardt und vom Se­nator O'swald begrüßt. Ferner war der preu­ßische Gesandte Graf Eoetzen anwesend. Der Kaiser schiffte sich an Bord derHohenzollern" ein. Sobald die Kaiserstandarte hochging, feuerte der kleine KreuzerStettin" den Kaiser­salut.

Die Kaiserin empfing gestern Vormittag im Pfeilersaal des kgl. Schlosses den Direktor des Kaiserin Auguste Viktoria-Hauses zur Be­kämpfung der Säuglingssterblichkeit im Deut­schen Reiche, und Frau, Kaiser, sowie Konsul Staudt, um die Modelle zu der inneren Ausstat­tung der Anstalt, die im Rohbau vollendet ist, zu besichtigen. Ebenso wurden der Kaiserin Vor­schläge und Modelle für Trachten und Abzeichen der künftigen Pflegerinnen der Anstalt unter­breitet, von ihr geprüft und nach längerer Be­ratung zur Ausführung bestimmt. Im Anschluß hieran nahm die Kaiserin noch den Vortrag des Direttors Professor Keller über die gesamte innere Organisation der Anstalt entgegen. Un­mittelbar darauf meldeten sich bei der Kaiserin Rittmeister v. Quast, Frhr. v. Lindelof und Leutnant v. Borcke vom Kürassier-Regiment Kö­nigin. Zur Frühstückstafel waren geladen: Prinz Leopold von Bayern und Gefolge, sowie

ich erhalten. Sie können sich kaum vorstellen, welche Schwierigkeiten ich zu bekämpfen habe, um mein Vorhaben zu Stande zu bringen. Was mich am meisten verdrießt, ist, daß, da ich gestern am Ziel war, die Springfedern und der Mecha- nismus wegen des schlechten Stahls nichts taug­ten. Die Maschine stieg mit einigen Be­wegungen der Flügel, aber die Spring« federn brachen und ich war genötigt, meine Operation einzustellen, der Ballon ist gefüllt und alle anderen Apparate in Ordnung, es wäre mir sehr angenehm, wenn Sie sich selbst überzeugen wollten. Obgleich ich den besten Stahl in Moskau genommen, so hat mir jemand versprochen, mich aus der Verlegenheit zu reißen und besseren zu liefern und bin genötigt, das Resultat abzuwarten. Es wird noch alles gut werden.

Anterz. Lappich.

Ehe die Franzosen in Moskau eingerückt waren, hatte ein Mann mit Namen Wertingin, der in Moskau wohnte, gesagt:Der französische Kaiser würde, ehe drei Monate vergehen, in Moskau sein!" Der Gouverneur von Moskau, Graf Rostopschin, dem diese Aeußerung mitge- teilt wurde, ließ den Mann holen und vor- führen. Ohne Urteil hieb et ihm die rechte Hand ab und ließ ihn dann niedersäbeln. Et sagte zu Werttngin:Du hast prophezeit, bet Franzosenkaiser käme nach Moskau, Du sollst ih, nicht sehe«!* * ; ; ****»