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Deutsche Staatsangehörigkeit.

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und Liselotte

annimmt, möglich ist, die Sommertagung die beiden Tage Freitag und Sonnabend, 26. und 27. Juni, zu beschränken, erscheint recht zweifelhaft. Wenn, wie verlautet, neuen sozialdemokratischen Abgeordneten

vergessen das ich habe mir

auf den uns die sich

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seinem Vater. Wolf war ihr lieb und vertraut gewesen, schon ehe er nach Schönburg kam.

Da brauchte es nicht mehr viel, um ihm ihr Herz zu öffnen. Sie sah seitwärts in sein kluges, männliches Gesicht mit dem kühngeschnittenen Profil und dem flotten blonden Lippenbart. Er war wieder verstummt und sah mit gefurchter Stirn vor sich hin.

Warum sah er immer so düster aus, wenn er in Nachdenken versunken war? Litt er immer noch unter dem Verlust Gernrodes? Ein heißes Verlangen stieg in ihr empor, ihm, dem Hei­matlosen, die verlorene Heimat zu ersetzen. Wie schön müßte es sein, ihm sagen zu dürfen: Alles, was mein ist, soll auch Dir gehören, an meinem Herzen sollst Du Deine Heimat wiederfinden.

Sie wußte ja auch wenn er sie liebte, wie sie ihn, er würde zu stolz sein, um sie zu wer­ben. Und manchmal glaubte sie, zu erkennen, daß sie ihm teuer war. Wie oft leuchteten seine warmen Augen auf, wenn er sie erblickte, wie bewegt und unsicher klang zuweilen seine Stimme, wenn er zu ihr sprach.

Sah sie ihn dann aber an in selbstvergesiener, atemloser Erwartung, dann ging es wie ein Ruck durch seine hohe, kräftige Gestalt, der Kops steifte sich in den Nacken, und sein ganzes Wesen war ein einziger Protest gegen alle Schwäche.

Als fühle er ihre forschenden Blicke, wandte er sein Gesicht nach ihr um. Eine Weile sahen sie sich an, wie gebannt, dann richtete er sich auf wie in jäher Abwehr.

Geben Sie acht, Ihr Pferd geht zu dicht an den Erabenrand," rief er heiser und wie zornig auf sich selbst.

Sie spielte mit der Reitgerte. In jenem Weibe schlummert ein Stück Eva. Es lockte sie plötzlich, ein wenig zu versuchen, ob sie Gewalt Uber ihn hätte.

. -> - (Fortsetzung folgt.)

durch peinliche Anwendung aller zeschäftsord- nungsmäßigen Mittel einführen wollen, so würde die Präsidentenwahl nicht durch Zuruf, sondern durch Stimmzettel vorgenommen wer­den müffen. Ferner ist eine Verabschiedung des Notgesetzes für die Geistlichen in 2 Tagen dann recht schwierig, weil ein Gesetz drei Lesungen mit den nötigen Respektfristen durchzumachen hat. Die Mehrheit des Hauses wird aber sicher­lich alles vermeiden, was die Sozialdemokraten als eineVergewaltigung" der Geschäftsord­nung, um in ihrem Jargon zu sprechen, deuten könnten. Sollte sich am Sonnabend, den 27.

Marburger Konzerlverenl.

Durch Beschluß der Mitgliederversammlung vom 9. Mai 1908 ist der bisherige Akademische Konzertverein in einen Marburger Konzertver­ein mit wesentlich geänderten Satzungen umge­wandelt worden. Obgleich bereits >n den Zeit­ungen über diese Neuregelung des öffentlichen Marburger Konzertlebens Mitteilungen gemacht worden sind, wird es gewiß allseitig dankbar begrüßt werden, wenn hier etwas ausführlicher dargelegt wird, was zu dieser neuen Ordnung geführt hat, was diese bezweckt, und welche Kon­sequenzen damit für die bisherigen Mitglieder des Akademischen Konzertvereins verbunden ft X zumal da die Mitgliederversammlungen trotz versandter Einladungen, wie üblich, sehr schlecht besucht gewesen sind.

Der Akademische Konzertverein ist aus sehr kleinen und engen Verhältnissen hervorgegan-' gen; er wurde gegründet am 31. Oktober 1881 durch Vereinigung des Akademischen Musikver­eins und des Akademischen Gesangvereins. Durch das Anwachsen der Stadt und das sich immer mehr ausbreitende öffentliche Konzertwesen. überhaupt wurde er nach und nach gemäß den sich mehr und mehr steigernden Ansprüchen, vor, größere Aufgaben gestellt; und wenn er berech­tigten Ansprüchen bisher genügt, und sich da­durch ein Verdienst um das öffentliche musika­lische Leben Marburgs erworben hat, so darf hier wohl ausgesprochen werden, daß er da». durchaus aus eigener Kraft ohne irgendwelche Subvention von Seiten der Stadt leisten mußte,! und zwar unter keineswegs günstigen Beding-; ungen. Als besondere Hemmnisie find stet», empfunden worden die Schwierigkeit, das Inter»; esie für die Konzerte des Vereins über de»; akademischen" Kreis hinaus in der Gefamtbe- j völterung Marburgs zu erwecken, und I»

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 50.

Juni, aber etwa die Beschlußfähigkeit des Han­fes Herausstellen, so würden bis zum Montag die fehlenden Abgeordneten herbeitelegraphiert werden können. Die Teuerungszulagen für die Geistlichen werden an der sommerlichen Hitze oder der Ungunst der Geschäftsordnung nicht scheitern.

Die parlamentarische Marine-Inform» tionsfahrt. Helgoland, 18. Juni. Die Teilneh­mer an der parlamentarischen Marineinforma­tionsfahrt sind heute Nachmittag eingetroffen und haben die hiesigen Hafenbauten, Befestig­ungswerke, Schutzbauten und den Leuchttur« besichtigt. \

Steuerpläne. Zu den Steuerplänen de» Reichsschatzsekretärs Sydow gehört, wie die Freis. Ztg." von einwandsfreier Seite erfah­ren haben will, auch das Projekt einer Zünd­holz- und einer Leuchtgasfteuer. Die Elektrizi­tät ist ja auch schon als Steuerobjekt in Aussicht genommen von der Presse, die in diesem Punkte und bei dem Schweigen des Staatssekre­tärs recht erfinderisch ist.

Von der Reichsbank. Aus der Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank ist zu erwäh­nen: Der Ausweis ist verhältnismäßig günstig, und zwar beruht das darin, daß der Metallbe­stand sehr zugenommen hat, nämlich auf 1077 Millionen, und damit an die höchste Ziffer heranreicht, die wir bis jetzt gehabt haben. Nur 1905 ist der Metallbestand einmal höher ge- wesen; 1902 hatte er ungefähr dieselbe Höhe. Die Wechseleinlagen sind erheblich niedriger al» 1907 und die fremden Gelder höher als im Vor­jahr. Das Fazit ist schließlich, daß die steuer« freie Reserve mit 264 Millionen in diesem Jahre um etwa 98 Millionen höher als inz Jahre 1907 ist. In der Zunahme des Metall­bestandes drückt sich der Eingang von Gold aus dem Auslande aus, der auch in nächster Zeit noch eine weitere Zunahme des Metallbestandes herbeiführen wird. Der günstige Status veran­laßte die Reichsbank, auf vier Prozent herunter­zugehen, namentlich auch, da die im Mai erheb­lich zurückgegangene Wechselstempelsteuer darauf hindeutet, daß die Inanspruchnahme des Kre­dits im Sinken begriffen ist. !

Die Triple-Entente. DerLondoner Fi«. nanz-Chronik" wird unter dieser Überschrift aus Paris geschrieben:Hier in Frankreich ist man jedenfalls, trotz aller Triumphlieder der clsmencistischen, delcassistischen und revanche­lustigen Blätter, durch *ie letzten Vorgänge auf der europäischen Bühne etwas kopfscheu gemacht. Seit vier Jahren sucht man den Franzosen ein­zureden, daß die Ententen die beste Friedens« bürgschaft seien und dabei hat Frankreich seit dem schrecklichen Jahre niemals so ungemüt­liche Zeiten durchgemacht wie in dieser Entente« Aera. Man sagt sich: die Ententen haben Eu­ropa nicht beruhigt, sondern eine Spannung

Dann adieu, Kinder, und auf Wiedersehen heut mittag. Bestelle einen schönen Gruß an Pfarrers, und ich ließe mich bedanken für die wirksame Fürsprache beim lieben Herrgott. Die Scheunen sind fast zu klein, um den Segen zu fassen; sodann, Wolf, überzeuge Dich, ob die Stalldächer repariert sind, und wie es mit dem Dreschen steht. Wenn die Obsternte beginnt, müssen die Kammern im Verwaltungsbause zu­vor gelüftet und geschwefelt werden, dazu ist

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jetzt die höchste Zeit. Die Leute immer."

Wird alles besorgt, Vater, schon Notizen gemacht."

Schön dann lebt wohl."

Der alte Herr ging hinaus

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Bestellungen

für das dritte Quartal 1908

z» auf die

»vberhessifche Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern ent­gegengenommen.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

mt» »en Beilage»:Literarischer A«,eiger">Lautwirtschaftliche K-ilage« «dIllustrierte, Ho»«tag-blE.

Die Ins ertionSgebühr betrügt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. »n Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckerei O***)*#1 Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 56.

! Durch die gegenwärtige Fassung des Gesetzes »on; 1. Juni 1870 über die Erwerbung und den Verlust der Bundes- und Staatsangehörigkeit hat das Deutschtum beträchtliche Verluste an kostbarem Menschenmaterial erlitten. Den zahl­reichen Vereinen, die, unter ihnen namentlich der Allgemeine Deutsche Schulverein, zur Er­haltung des Deutschtums im Auslande, jetzt Ver­ein für das Deutschtum im Auslände, für eine Abänderung der Bestimmungen des genannten Gesetzes eingetreten sind» hat sich auch die Deutsche Kolonialgesellschaft angeschlossen. Auf ihrer Tagung in Bremen befürwortete Exzellenz von Holleben einen Antrag der Abteilung Ber­lin, in dem an den Reichskanzler die Bitte ge­richtet wird, daß die Vorlegung des Abänder­ungsgesetzes, das seitens des Staatssekretärs des Innern bereits im März 1905 im Reichstage angekündigt wurde, sofort beim Wiederzusam­mentritt des Reichstages im Herbst d. I. ersol- geit möge. Dieser Wunsch dürfte in Erfüllung gehen. Die Fertigstellung eines zur Vorlage geeigneten Gesetzentwurfs hat allerdings wegen der Schwierigkeiten, die sich einer "" Regelung entgegenstellen, welche gleichzeitig der Grundtendenz der auf die Abänderung des gel­tenden Gesetzes gerichteten Bestrebungen gerech­net wird und den wahrzunehmenden wichtigen, staatlichen Interessen, insbesondere der Er­füllung der Wehrpflicht den notwendigen Schutz zuteil werden läßt, ungewöhnlich lange Zeit be­ansprucht.- Zur Zeit aber befinden sich die vor­bereitenden Arbeiten in einem Stadium, das die

Erwartung der Reichsverwaltung berechtigt, in naher Zeit den Entwurf eines neuen Staats- angehörigkeitsgesetzes vorlegen zu können.

Was Zweck und Ziele des neuen Staatsange­hörigkeitsgesetzes angeht, so verfolgt der Ent­wurf namentlich die Absicht, den Verlust der Staatsangehörigkeit für die tm Auslande leben­den Deutschen zu erschweren und den Wieder­erwerb der Staatsangehörigkeit für frühere Deutsche zu erleichtern. Der Entwurf hat damit die Tendenz, den Wünschen gerecht zu werden, die wiederholt im Reichstage wegen einer Ab-

Liselottes Heirat.

Von H. Courths-Mahler.

(Fortsetzung.)

Wochen waren vergangen. Der Erntesegen war bis auf den letzten Halm hereingebracht. Es war ein gutes Jahr gewesen. Zum Ernte­fest, das auf Schönburg nach guter, alter Sitte gefeiert wurde, hatte Wolf mit Liselotte ge­tauft. Als er ihre schlanke Gestalt im Arm hielt, überkam ihn ein trunkenes Elücksgefühl, und er mußte gewaltsam an sich halten, um sich nicht zu verraten. Liselotte hörte ganz deutlich seinen starken Herzschlag. Sie war so befangen, daß sie sich, als der Tanz zu Ende war, schnell von ihm abwandte und sich mit ihren Leuten unterhielt. Was sie gesprochen, wußte sie nach­her selbst nicht mehr.

Die beiden waren sich inzwischen klar gewor­den, daß einer für den andern eine tiefe Liebe im Herzen trug, aber während Liselotte sich willig dem süßen Zauber hingab, wehrte sich Wolf mit aller Kraft dagegen. Es half ihm nichts.

Einige Tage nach dem Erntefeste sagte Fritz Gernrode zu Liselotte:Wie ist es Kind, ich reite nach den Tannenschonungen hinüber. Be­gleitest Du mich, oder reitest Du mit Wolf nach Buchenau?"

Liselotte errötete und machte sich an ihrem Kleid zu schaffen.

Ich wollte eigentlich nach Buchenau, um im !Pfarrhaus einen Besuch zu machen," sagte sie eichthin. Als sie sich dann aufrichtete, begeg­nete sie Wolfs aufleuchtendem Blick und er­schrak.

Ihr Vormund schien weder ihre Verlegenheit, noch Wolf» strahlende, Gesicht zu bemerke».

i Deutsches Reich.

Der Kaiser hörte gestern vormittag den Vortrag des Reichskanzlers, des Staatssekretärs Sydow und des Chefs des Zivilkabinetts. Um 11 Uhr 25 Minuten gedenkt der Kaiser nach Hannover abzureifen. Im Gefolge werden sich befinden, Oberhofmarschall Graf Eulenburg, Generaladjutant v. Plessen, Generaladjutant v. Scholl, Oberstallmeister v. Reichach, Flügel­adjutant Frhr. v. Marschall, Major Frhr. v. Sarden, Leibarzt Dr. Riedner, der Chef des Militärkabinetts Graf v. Hülsen-Häseler, der Vertreter des Auswärtigen Amtes Gesandter v. Treutler, Major Frhr. v. Holzirg, komman­diert zum Ober-Marschallamt Generalmajor z. D. von Heyden-Linden.

Grundsteinlegung des Reichsmilitärge­richts. Berlin, 18. Juni. Heute Vormittag fand in Charlottenburg die Grundsteinlegung für das Reichsmilitärgericht in Gegenwart des Kronprinzen und des Prinzen Friedrich Leopold

statt. Unter den Ehrengästen befanden sich der Reichskanzler, der Kriegsminister, Eeneralstabs- chef Graf v. Molke, der Staatssekretär des Reichsmarineamts, der Chef des Eeneralstabes der Marine, der Vertreter des Staatssekretärs des Reichskolonialamts, die Militärbevollmäch­tigten Bayerns, Sachsens und Württembergs, ferner der Präsident des Reichsmilitärgerichts usw. Der Kronprinz vollzog die drei ersten Hammerschläge; ihm folgten der Reichskanzler, der Kriegsminister, der Chef des Eeneralstabes, die anderen Reichsbeamten, sowie der Bau­meister. Nach den letzten Hammerschlägen brachte Präsident Linde das Hoch auf den Kaiser aus.

Eröffnung des Landtages. Berlin, 18. Juni. DerStaatsanzeiger" veröffentlicht eine Bekantmachung des Ministers des Innern, nach welcher die Eröffnung des preußischen Land­tages am 26. Juni vormittag 11 Uhr in einer gemeinschaftlichen Sitzung der beiden Häuser im Sitzungssaale des Abgeordnetenhauses statt­findet.

Born Flottenverein. Prinz Ruprecht von Bayern, der in der Zeit des Konfliktes das Pro­tektorat über den bayerischen Provinzialverband des deutschen Flottenvereins niedergelegt hatte, soll sich nunmehr bereit erklärt haben, es wieder zu übernehmen.

Die kommende Sommertagung des neu- gewählten Abgeordnetenhauses wird eine mate­rielle Aufgabe zu lösen haben, sie wird mit einem Gesetzentwürfe befaßt werden, der es er­möglichen soll, auch den Geistlichen sofort Teue­rungszulagen in ähnlicher Weise zu gewähren, wie sie den Lehrern und Beamten bewilligt sind. Im übrigen wird die Tagung einen lediglich formalen Charakter haben. Die Eröffnung wird nicht, wie sonst nach Neuwahlen, im Weißen Saale des königlichen Schlosses, sondern im Ab­geordnetenhause in rein geschäftsordnungsmäßi­ger Weife vor sich gehen. Dagegen wird die eigentliche Arbeitstagung im Herbst vom König persönlich mit einer Thronrede eingeleitet wer­den. Ob es, wie man in Regierungskreisen

änderung des geltenden Staatsangehörigkeitsge­setzes geäußert worden sind. Nun hat auf der Hauptversammlung der Deutschen Kolonial­gesellschaften in Bremen Exzellenz von Holleben u. a. gesagt, es genüge nicht, den Verlust der Staatsangehörigkeit zu erschweren und ihren WiÄ>ererwerb zu erleichtern, sondern es ent­spreche der Stellung eines großen kolonisierenden Weltvolkes am meisten, wenn der Erwerb seiner Staatsangehörigkeit für Fremdnationale er­schwert, ihr Verlust aber so gut wie unmöglich gemacht werde. Demgegenüber ist zu erinnern, daß bei derselben Gelegenheit von dem damali­gen Staatssekretär des Innern erklärt wurde, daß, wenn überhaupt jede Bestimmung fortfiele, wonach jemand durch Zeitverlust die deutsche Staatsangehörigkeit verlieren könne, dies eine gesetzliche Regelung sein würde, die zu sehr be- benUidjen Folgen führen müßte. Wenn jeder Deutsche, der vielleicht nie in Deutschland ge­lebt und sich niemals um sein altes Vaterland gekümmert hat, falls er mit einer fremden Re­gierung in Konflikt käme, den Schutz des Deut­schen Reiches beanspruchen dürfte, dann könnten die Verantwortlichkeit des Deutschen Reiches und die Reibungsflächen mit anderen Staaten in einer geradezu bedenklichen Weise vergrößert werden. So sehr also ohne weiteres zuzugeben ist, daß das Gesetz über den Erwerb und den Verlust der deutschen Reichs- und Staatsange­hörigkeit einer E^änzung bedarf, weil sich die Verkehrsverhältnisse und namentlich auch die Überseeischen Beziehungen des Deutschen Reiches seit Erlaß jenes Gesetzes ganz außerordentlich vermehrt haben, so ist andererseits zum min­desten unbedingt daran festzuhalten, daß bei Be­rücksichtigung der in erster Linie gestellten For­derungen, nämlich der Beseitigung des Ver­lustes der Staatsangehörigkeit durch zehnjähri­gen ununterbrochenen Aufenthalt im Ausland, den Bestimmungen über die Erfüllung der Wehr­pflicht in ausreichender Weife Rechnung ge­tragen wird.

folgte ihm, um sich für den Ritt umzukleiden.

Schweigend ritten die beiden jungen Leute eine halbe Stunde später auf dem schattigen Waldwege nach Buchenau hinüber.

Wolf schalt sich innerlich, daß er nicht im­stande war, sich gegen das heiße unruhige Ge­fühl zu wehren, das sich in Liselottes Gegenwart seiner bemächtigte. Diese unsinnige, unvernünf­tige Liebe würde ihn sicher wieder von dannen träten, denn lange ertrug er diesen Zustand nicht mehr.

Was bann? Wieder eine Abhängigkeit, neue Verhältnisse, neue Sorgen und Schmerzen.

Er raffte sich auf und begann ein Gespräch. Liselotte antwortete indes nur kurz und befan­gen. Ihr junges Her^war in Unruhe. Schon feit ihrer Kindheit hatte sie ein warmes In­teresse für Wolfs Schicksal gehabt. Sie sprach gern und oft mit ihrem Vormund über seinen Sohn und lernte ihn durch diesen kennen. Sein heißer Schmerz um Gernrode, sein energisches, männliches Schaffe» und Wirken daheim und i» der Fremde war ihr ebenso gut bekannt wie

Ma» abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessische

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