43. Jahr»
Crites Blatt
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inteiefiant
(Fortfetzuag folgt) j
Liselottes Heirat.
’ Von H. Courths-Mahler.
(Fortsetzung.) ,
Es wird sich auch schwerlich für Gernrode ein Käufer finden, trotzdem es sehr billig ange- boien wird. Es mutz eben ein hohes Kapital hineingesteckt werden, wenn alles wieder in Ordnung gebracht werden soll. Die Wirtschaftsgebäude sind auch nicht bester geworden in der
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 49.
Marburg
Mittwoch, 17. Juni 1908.
— Zum gestrigen 20. Jahrestag des Regler, ungsantritts des Kaisers schreibt das Wiener „Fremdenblatt": Heute jährt sich „um zwanzigsten Male der Tag, an dem Seine Majestät Kaiser Wilhelm als Deutscher Kaiser und König von Preußen den Thron seiner Väter bestieg. Mit jugendfrischen Kräften drang er von allen Seiten in den umfastenden Kreis seiner Herrscherpflichten ein, anregend und anfeuernd, vielfach aus neuen Wegen zu neuen Zielen ausschreitend. Das persönlich starke Interesse für die ausgleichenden Tendenzen der Sozialpolittk zeigte der Welt alsbald das sympathische Bild eines modernen Herrschers mit eigenen Ideen und der hochgespannten Energie, sie in die Wirklichkeit umzusetzen. Als echter Sproß seines Hauses erwies sich Kaiser Wilhelm allezeit als begeisterter Soldat. Die deutsche Kriegsmarine sieht in ihm ihren sachkundigen und unermüdlichen Förderer, die Truppe aber verehrt in dem treuen Freunde und Bundesgenosten unseres Kaisers den starken Schirmherrn des Friedens und bewundert seine unablässige Fürsorge für die güterschaffenden und alle Künste befruchtenden Segnungen dieses mit Ernst und Aufrichtigkeit in allen Wandlungen der letzten zwei Jahrzehnte europäischer Politik bewahrten Friedenzustandes. — Die dankbare Liebe, mit der das deutsche Volk die Herrschertugenden seines Kaisers lohnt, findet an diesem Tage ein machtvoll ergänzendes Echo in unserer Monarchie, deren Völker Kaiser Wilhelm zu seinem bedeutsamen Jubiläum inntgst beglückwünschen in der herzlichen Hoffnung, daß ihm zum Heile des mit uns verbündeten Deutschen Reiches noch viele Regierungsjahre und bestückende Erfolge seines hohen fürstlichen --tre-
Artikel:
„Und nähmen wir Flügel der äußersten Morgenröte: dem Geruch der preußischen Bureaukratie und des preußischen Militarismus ist nicht zu entkommen. Der Dust der Gesalbten des HErrn gesellt sich harmonisch dazu. Mitten tm Grünewald stößt der ahnungslos« Sonntagsspaziergänger, der eben den Unbequemlichkeiten der preußischen Verkehrsmittel entronnen ist, auf unangenehmste Offenbarungen des preußischen Geisteslebens. Verstimmt flieht man wald- «tnwärts, um endlich mißmutig in die Residenz zurückzurollen, nachdem man, diesmal gleich am Schalter, eine Fahrkarte erworben hat.
„Eins dritter nach Steglitz! — Eilt die Karte auch sicher nach Steglitz? Ist es ganz unmöglich, daß sie nach Wannsee gilt?"
„Die Karte gilt nach Steglitz . .
Der Rest der Worte wird von Gesang verschlungen, der draußen ertönt. Ein Turnverein stimmt begeistert an: „Ich bin ein Preuße .
Merkwürdig: „es scheint also noch Leute zu geben, die darauf stolz sind."
Und das schreibt er in einem Augenblick, wo derselbe Vorwärts sich von den Eenosten aller Länder zu dem preußischen Wahlsieg gratulieren läßt!
Der Artikelschreiber mertt garntcht, rote er sich und seine Jämmerlichkeit selbst verspottet, wie er nämlich selbst feststellt, daß trotz aller sozialdemokratischen Wühlereien der soldatische,
Ich bleibe ja jetzt wieder, für immer bei ihm, da kommt es auf fünf Minuten nicht an, zumal wenn ich diese Minuten so gut anwende."
Liselotte schürzte ihr Reitkleid und holte dann aus der Tasche ein Stück Zucker, dar sie dem
Dir Jnsertionsgrbübr beträgt für die 7( oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 1 Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch. Umversb Inhaber Dr. C. Httzeroth, Marburg, Markt 21.
.. Deutsches Reich.
— Der Kaiser und die Kaiserin besuchten gestern Morgen in Potsdam um 9 Uhr das Mausoleum und legten an dem Sarg des Kaisers Friedrich einen Kranz nieder. Um 10 Uhr empfing der Kaiser im Reuen Palais das Staatsministerium mit dem Reichskanzler Fürsten Bülow an der Spitze und hierauf das Haupt- quartter mit dem Eeneralfeldmarschall von Hahnke an der Spitze zur Entgegennahme der Glückwünsche anläßlich des 20. Jahrestages des Regierungsantritts des Kaisers. — Der Kaiser hatte sich am Sonntag Abend beim R-ichskanzler und der Fürstin Bülow zum Din-r angesagt. Einladungen hatten erhalten: der Vizepräsident
emporbrächte."
„Mich auch. Aber nun laß uns nicht mehr davon reden. Du wirst hungrig und durstig sein. Ich werde Dir einen Imbiß dringen lasten. Liselotte wirst Du erst bei Tisch begrüßen können, sie
des Staatsministeriums, Staatsminister und Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg, Staatssekretär v. Schoen. Fürst v. Lichnowsky, Wirkt. Geh. Oberregierungsrat Prof. D. Dr. Harnack, Professor Dr. Schmoller, Unterstaatssekretär von Loebell die diensttuenden Flügeladjutanten Kapitän zur See v. Rebeur-Paschwitz und Oberstleutnant v. Friedeburg, sowie Hauptr.ann von Schwartzkoppen.
„Bert. Tagebl." dazu die geistreiche «emerku« macht, die angeblichen Worte des Kaisers stäW den in völligem Gegensatz zu den Tendenzen bet gegenwärtig vom Auswärtigen Amte verfolgte» Politik — einer Politik, die weit mehr daram hinauslaufe, zu beruhigen, als eine schädliche Nervosität zu verbreiten, — so stellt das die Tatsachen auf den Kopf. Sollte der Kaiser die« oder ähnliche Worte auch nur dem Sinne nach gesprochen haben, so ständen sie durchaus intz Einklang mit der im Auswärtigen Amt herrschenden Auftastung. Im übrigen sei nur daran erinnert, daß die auswärtige Preste selbst zugeben mußte, die von ihr so heiß ersehnte „Einkreisung Deutschlands durch eine englisch-franzö« sisch-russtsche Tripelallianz sei nicht zustande gekommen.
Die „Maß- und Eewichtsordnung", welche am 30. Mai die Unterschrift des Kaisers gefun- den hat, hat den Reichstag mehrere Winter beschäftigt. Sie regelt das Mesten und Wägen im öffentlichen Verkehr einheitlich durch ganz Deutschland. Von der Aichpflicht verschont bleibt nur das im inneren Betriebe eines Handwerks und der Land- und Forstwirtschaft stattfindende Mesten und Wägen, aber auch hier sind Förderwagen und Fördergefäße, deren Inhalt der Berechnung des Lohnes zu Grunde gelegt wird, aichpflichttg. Wein, Obst und Bier dürfen nux in geaichten Fästern oder Gemäßen verkauft werden. Bierfäster müsten alle zwei Jahre, die anderen alle drei Jahre nachgeaicht werden. Zur Aichung zugelasten sind auch % Pfundgewichte. Die Aichämter sind staatlich« Behörden, jedoch kann — und das ist bas große Entgegenkommen — den Kommunen, die eigene Aichämter besitzen, die Beibehaltung bis aus Widerruf gestattet werden. Durch Kaiserliche Verordnung mit Zustimung des Bundesrates wird der Zeitpunkt bestimmt, mit welchem diese Maß- und Eewichtsordnung ganz oder teilweise in Kraft tritt; jedoch soll das Inkrafttreten der Vorschriften über die Organisation der Aichde- Hörden nicht vor dem 1. Januar 1912 erfolgen. Auf demselben Wege können llebergangsbe- stimmungen erlassen werden. Den Landesregierungen liegt ob, soweit nicht durch dieses Gesetz die Zuständigkeit anderweitig geregelt ist, dte- I jenigen Anordnungen zu treffen, welche zur Sicherung der Einführung und Durchführung der in dem Gesetz enthaltenen Bestimmungen
I erforderlich sind.
— Die parlamentarische Informationsreise. I Kiel 15 Juni. Die Teilnehmer an der parlamentarischen Marineinformatt onsfah ct besichtig- I ten heute Vormittag mehrere Schiffe der Hochseeflotte und folgten sodann einer Einladung der Stadt Kiel zum Imbiß. Um 3 Uhr begaben sich die Herren an Bord des Lloyddampfers „Derff- I linger“ zurück, der alsdann durch den Kaiser I Wilhelm-Kanal die Fahrt nach der Nordsee | antrat.
I — Die neuen Steuern? Berlin, 15. Juni. I Die „Norddeutsche Allg. Ztg." schreibt: Am Frei- I tag und Sonntag fanden im preußischen Staats- I Ministerium vertrauliche Besprechungen über tue Reichsfinanzreform statt. Den Beratungen wer-
| sichtbar wurden, die breite Steintreppe nach dem I ersten Stockwerk empor. Er sah ihr lächelnd I nach und hörte noch ihre frische, klare Stimme I nach der Jungfer rufen, die ihr bei der Toilette I helfen sollte. .
I Kurze Zeit darauf traf man bet Ttsch zusam- I men. Fräulein von Schlegel hatte Wolf in der ihr eigenen, sanften, stillen Weise begrüßt und
I sorgte nun eifrig, daß er sich von den Spellen zulangte. Wolf saß Liselotte gegenüber. Er freute
I sich darüber, daß die unkleidsame Mütze das I schöne Haar der jungen Dame nicht mehr ver- I reckte Was war aber auch für eine glanzende Pracht aus den wild zerzausten Hängezdpfen geworden. Erst jetzt sah er, wie hübsch Liselotte I war. Sie sah in dem knappen, roeißen Kleide I entsch' den damenhafter aus, als in Rettkleid und Knabenmütze. Das reiche, nußbraune Haar I umrahmte das reizvolle, ausdrucksfahtge Gesicht, I aus dem die großen, braunen Augen mit einem I Gemisch von warmer Lebensfreude und großer I Klugheit herausstrahlten. Das feine Näschen I war freilich etwas kurz geraten und nicht gerade von klassischer Form, und der hübsch geschnittene tiefrote Mund ließ beim Sprechen die gesunden, I weißen Zähne sehen. Aber diese Schönheitsfehler nach klassischem Maße gereichten dem I lebensprühenden Gesicht eher zum Vorteil. E» I bildete ein so reizvolles Ganzes, daß Wolf rote« der und wieder hinübersah -
I Die Unterhaltung war sehr lebhaft. Es g» so viel zu erzählen und zu besprechen. ..Liselott«
I lauschte mit Wohlgefallen dem mannlichen- warmgetönten Organ Wolfs. Er sprach so schlicht und klar, feine Ausdrucksweise war treffend n»
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Zeit."
Wolf sah ernst vor sich hin.
„Es tut einem doch weh, so etwas zu hören. Wenn ich mich auch darein gefunden habe, daß Gernrode uns nicht mehr gehört, würde ich mich doch freuen, wenn sich einer fände, der es wieder
einen superben Gaul. Das ist der gesamte Eindruck den sie mir vorläufig gemacht hat. Rechne ich dazu Deine begeisterte Schilderung ihrer Vorzüge die Du mir fast in jedem Briefe geliefert hast, so kommt eine sehr liebenswürdige Persönlichkeit zustande." . .
„Ist sie auch — ist sie auch. Du wirst Deine helle Freude haben an dem Kinde."
Sagen wir an der jungen Dame. Sie ist doch über achtzehn Jahre alt."
Stimmt! und bei Hofe ist sie auch schon präsentiert Für mich ist sie aber gottlob noch immer die alte, ungestüme Liselotte mit dem trotzigen Sinn und dem weichen Herzen. Freilich — nach der anderen Seite hin ist sie schon ein verständiges junges Weib, warmherzig und feinfühlig, deren Eigenwille sich langsam in gefestigte Energie und Bestimmtheit zu wandeln beginnt. Du wirst staunen, wie klar und klug sie die Situation überblickt. Mein Ehrgeiz ist es gewesen, sie so zu erziehen, daß sie ihrer verantwortlichen Lebensstellung als Herrin so ausgedehnter Euter gewachsen ist. Man kann nicht wisien, wie sich ist ausgeritten." I später einmal ihr Leben gestalten wird, ob und
Wolf lächelte. wie sie sich verheiratet. Da ist es gut, wenn sie
„Wir sind uns im Walde begegnet." I ssft alle Fälle gerüstet ist."
Fritz Gernrode ^sah seinen Sohn prüfend an. I Wolf dickte zustimmend. Er war ans Fenster „Nun — wie gefallt sie Dir. Hat sie sich nicht I etTcten' Liselotte zurückkommen und ging prächtig entwickelt, und rote sie zu Pferde sitzt — ginaus ’u^ beim Absteigen behilflich zu sein,
großartig — rote?" £ Sie nickte ihm freundlich zu, als er sie herab
„Das fand ich auch. Sie scheint das frische, mtue 14,1 1
unbekümmerte Naturkind geblieben zu sein, keine m • . e{c ^tten aber Ihrem Vater
Spur von steifer Dressur. Sie sieht gar nicht ” mieb’er davonlaufen sollen."
aus rote eine große Dame, wenn auch thr Aeu- 1 > ' ’ ....
feeres, ihr ganze Art von ungezwungener Vornehmheit spricht. Hübsch ist sie auch, sehr hübsch sogar, wenn auch keine Schönheit im strengen Sinne. Liebenswürdig war sie auch, und außerdem trug Ke ei» iamose» Reitkostum und ritt
habe am vergangenen Fr g auf dem Truppenübungsplatz so laut und Cf, bar mit der Absicht, daß es die fremden Militärattaches hören mußten, geäußert:: „Nun, es sieht ja ganz so aus, als ob man uns einkreisen und stellen wollte. Das werden wir zu ertragen wisien. Der Germane hat nie besser gefochten, als wenn er sich nach allen Seiten hin wehren mußte. Sie sollen uns nur kommen. Wir sind bereit." Die Meldung steht nicht sehr zuverlässig aus, sollte sie sich aber bewahrheiten, so hat der Kaiser nichts ausgesprochen, was die Deutschen, jeder für sich, fühlten und dentten. Zu der Meldung macht sie sonst gut unterrichtete „Tägl. Rundschau" folgenden bemerkenswerten Zusatz: Wenn das
Pferde gab. Ihre kleine Hand klopfte zärtlich den schlanken Hals des Tieres.
„Wie gefällt Ihnen „Fifi", Herr von Gernrode, ist sie nicht ein entzückendes Tier?"
Er betrachtete das Pferd prüfend.
„Famos — edelste Bildung — nur, wie mir scheint, etwas zu feurig und nervös für ein Damenpferd."
Sie wandte ihm über die Schulter ihr lachendes Gesicht zu.
„Das gefällt mir gerade an ihr, mit einem lammfrommen Tier würde ich mich langweilen."
„Wenn ich mein Vater wäre, ich würde Ihnen nicht erlaubt haben, Fifi zu teilen, wenn Sie allein sind."
„Sie können sich nächstens davon überzeugen, daß Onkel Gernrode mich bester als Reiterin taxieren kann. Ich darf Sie doch zuweilen auf Ihren Jnfpektionsritten begleiten?"
Mir wird es eine Ehre und ein Vergnügen sein, in Ihrer Gesellschaft zu reiten."
Sie sah in neckend an.
„War bas nun Phrase oder ehrliche Meinung?"
„Darüber werden Sie sich selbst ein Urteil bilden können, wenn Sie mich bester kennen lernen.“
Sie stieg an seiner Seite die Freitreppe hinauf, nachdem der Reitknecht das Pferd in Empfang genommen hatte.
„Jetzt heißt es aber sich eilen mit dem Umkleiden, sonst bin ich nicht pünktlich bei Tisch. Kneifen Sie mir den Daumen, damit ich nicht Schelte bekomme von Onkel Gernrode, er läßt in diesem Falle nicht mit sich spaßen. Auf Wiedersehen nachher."
Sie sprang leichtfüßig, das lange Kleid graziös raftend, [o daß die kleinen festen Stiefelchen
religiöse und vaterländische Sinn selbst bei den I sonst so spottlustigen und gegen Autoritäten 1 löckenden Berlinern nicht auszurotten ist. Er schilt auf preußische Verkehrsmittel, er kennt
offenbar andere z. B. die Frankreichs, insbesondere die Pariser nicht. Die Vorwärtsredaktion scheint indes gelegentlich auch zu schlafen. Denn fast wie eine Selbstdesavouierung klingt eine
Notiz ein paar Zeilen weiter, die von ostelbi- I schon Rückwanderern aus dem Eldorado der I Froheit, aus den Vereinigten Staaten von für da» dritte Quartal 1908 1 Nordamerika handelt, sie lautet:
auf di« I Etwa 150 Rückwand^ et sind gestern, von
^Oberheffisch« Zeitung" nebst ihren Hamoutg kommend in Berlin eingetroffen. Es Beilagen werden von unserer Expedition I $anj3eft sich um Auswanderer aus Ost- und
(Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch- I Westpreußen, die zum Teil bereits vor zwei
Hain, Neustadt und Wetter, sowie von I Jahren teilweise erst in neuerer Zeit in
allen Postanstalten und Landbriesträgern ent- ^merita eine zweite Heimat gesucht haben. Die gegengenommen. I Erfahrungen, die die Europamüden in der
Neuen Welt machten, waren jedoch traurigster . , . . r. I Natur. Sie büßten ihre geringen Ersparniste
Ich bitt em Preuße! ein und bedielten nach Verkauf ihrer überflüssi-
Welchen traurigen Herostratenmut di« Mit- I gen Sachen, nut so viel übrig, um die Rückreise arbeitet des Vorwärts immer wieder aufroen» nach der alten Heimat antreten zu können. Die
den zeigt selbst der Unterhaltungsteil. Am Rückwanderer begaben sich ohne Aufenthalt von
Sonnabend erschienen unter seinen „Berliner 1 dem Lehrter- nach dem Schlesischen Bahnhof, um Nachrichten" sogenannte Sonntagserlebnists. I baldmöglichst wieder ihre alten Wohnstätten tm Nachdem der Verfasser weidlich über die Spuren I Osten Deutschlands zu erreichen. Wie sie mit« vaterländischer und religiöser Gesinnung, die I teilten, befinden sich zahlreiche Deutsche in ihm von Besuchern des Grunewaldes bei Berlin Amerika, die gern wieder nach der Heimat zu- entgegen gebracht worden sind, schließt er seinen rückkehren möchten, aber nicht die Mittel besitzen, ' um die Fahrtkosten decken zu können.
Wer hat an dem Unglück dieser Leute schuw? Merkt der Vorwärts nicht, daß er und seine Spießgesellen es sind, die durch ihre tagtägliche Verekelung des preußischen und deutschen Vaterlandes, sowie die törichte und lügenhafte Verhimmelung der Zustände im Auslande die armen urteilslosen Leute ihrem vaterländischen Boden entwurzeln und ins „Elend" (das altdeutsche bezeichnende Wort für die „Fremde") . g] ziehen lasten. Es ist wirklich ein erbärmliches I gen5 beschieden sein mögen. Metier, selbst noch mit angeblich witzigen Mätz- Schwarzen Adlerorden. Der Kaiser ver- chen das eigene Nest zu besudeln! Wann werden I yeh dem Eeneraladjutanten, kommandierenden die deutschen Arbeiter diese falschen Propheten General des Eardekorps, v. Kestel, den Schwar- zum Tempel hinausjagen? zen Adlerorden.
— Eine angebliche Aeußerung des Kaisers.
Ein Dortmunder Blatt behauptet, der Kaiser