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scheidenheit", wie die Pariser Zeitungen es ausdrücken, williger zur Resignation in der oder jener Frage der Wettpolitik zwingen. Eine solche diplomatische Koalition ist ungefährlich und wirkungslos, wenn ihr nur energischer Widerstand entgegengesetzt wird. Solange die deutsche Regierung „Rein" zu sagen wagt, ist nichts verloren. Dazu ist aber nötig, daß man im Auslande an dieses Rein, d. h. an die Fähigkeit, eventuell einen Krieg zu führen, glaubt. Bor einem solchen, auf diese Fähigkeit gestützten Rein verfliegen alle Revaler Abmachungen und Ententen zu leerem Dunst. In Deutschland bezweifelt kein Mensch diese Fähigkeit; wohl aber im Auslande, und zwar nicht von der militärischen, sondern von der finanziellen Sette her. Man hat diesen Zweifel systematisch verbreitet. Die unverantwortlichen Zeitungshetzer jenseits des Rheins haben ja keine Ahnung, datz sie mit einem Feuer spielen, in dem sie selber die nächsten am Derbrennen sind. Dieser Glaube mutz zerstört werden, ehe die Hoffnung, datz Deutschland sich ja alles gefallen lasten muh, das Ausland zu einer deutschfeindlichen Aktion ver- anlatzt. Deshalb mutz das Defizit so reichlich gedeckt werden, datz Ueberschüsse zur Schuldentilgung verwendet werden können, und das finanzielle Ansehen Deutschlands in der Welt wiederhergestellt wird.
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 48.
Reval.
London, 11. Juni. Einer Meldung des Neuterschen Bureaus aus Reval zufolge gestalteten sich gestern abend die letzten Stunden der Monarchenentrevue zu einem glänzenden Ab- schlutz der Zusammenkunft. Rach einem Bankett, das auf der britischen Königsyacht „Viktoria and Albert" stattfand, versammelten sich die Kaiserlichen und Königlichen Herrschaften, sowie die Minister und die anderen Gäste auf dem Hauptdeck. Der Zar trug die Uniform seines englischen Kavallerie - Regiments, der König von England die der Kieewr Dragoner. Aus der Stadt waren wieder zwei Dampfer mit Sängern gekommen, die eine Serenade darbrachten. Als die englische Hymne gesungen wurde und der König und die Königin sich dankend verbeugten, wurden sie mit begeisterten Zurufen begrüht; als die rustische Hymne ertönte, traten der Kaiser und die Kaiserin hinzu und die ganze Gruppe lauschte einige Minuten den Sängern. Dann hatte König Eduard eine längere Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Stolypin. Schlietzlich gab es Tanz, dem sich die Gäste bis nach Mitternacht Hingaben.
Reval, 11. Juni. Mit dem König und der Königin von England ist auch der rustische Botschafter in London, Graf Benckendorf, abgereist. Die Abreise des Kaisers und der kaiserlichen Familie erfolgt voraussichtlich morgen.
! Nachdruck verboten.);
Liselottes Heirat.
Von H. Courths-Mahler.
(Fortsetzung.)
O Eitelkeit. Dein Name ist Mann. Aber ohne Scherz, Onkelchen, wenn er so nett ist wie Dn. bin ich sehr zufrieden. Laufen kann er reden- falls sehr famos; ich erinnere mich noch an einen Wettlauf mit ihm. Das war an dem Tage, als Du von Gernrode nach Schönburg kamst."
Der alte Herr nickte mit dem Kopfe.
,Zch weih. Dein seliger Vater und ich, wir stailden am Fenster und sahen euch zu."
Sie wurde ernst, sobald sie an ihren Vater erinnert wurde, und Gernrode lentte das Gespräch in andere Bahnen.
Fräulein von Schlegel stichelte wahrend dre- ser Zeit eifrig an einer Stickerei und warf nur hie und da eine kurze Bemerkung in das Gespräch.
Liselotte nahm ihr plötzlich die Arbeit aus der Hand.
„Fräulein Friedchen, Sie sollen Ihre Augen nicht immer mit diesen feinen Arbeiten anstrengen."
Die alte Dame machte ein ganz ängstliches Gesicht. ,
„Ich mutz doch etwas tun, um mich nützttch zu machen, gnädiges Fräulein."
Liselotte strich ihr lächelnd die faltrgen Wangen. „ .
„Wer den Wildfang Liselotte mrt tausend Mühen gebändigt hat, wer ihn gelehrt hat, datz Risse in den Kleidern unschön und zerzauste Zöpfe unordentlich sind, der kann ruhig auf seinen Lorbeeren ausruhen. Nicht wahr, Onkelchen?"
„Recht hast Du, Kind. Fräulein ist «an,
Die Reichsfinanzreform.
i Als erste Aufgabe wird der Reichstag bei Deinem Wiederzusammentritt im November die Reichsfinanzreform vorfinden. Man kann an- I Nehmen, datz jetzt Mitte Juni das Reichsschatz- !mt im wesentlichen mit seinen Reformplänen ertig ist und auch bereits weiß, welche Auf- lahme diese Pläne von den Einzelstaaten zu er-
!v arten haben. Das Reichsschatzamt scheint seine Gedanken immer noch strengstens geheim zu galten. Einzelne Gerüchte tauchen auf, aber in den Einzelheiten sehr vag und auch nicht gut beglaubigt. Lange kann es indes nicht mehr dauern, bis Wesentliches und Sicheres bekannt wird. Es ist Zeit für die Oeftentlichkeit, sich mit der Frage zu beschäftigen. Die Frage ist ernst. Wenn man die zu erwartenden Zunahmen der Ausgaben, in erster Linie die Erhöhung der Beamtengehälter, mit einrechnet, fehlen dem Deutschen Reiche jedes Jahr über 400 Millionen Mark Diese 400 Millionen Mark können nicht länger durch Anleihen, sie müsien unbedingt durch Steuern gedeckt werden. Dieses Muh kann niemand anzweifeln, der den Kurszettel zur Hand nimmt. Die italienische 8% % Rente steht 104, die deutsche 4% 99! Italien, das in den Tagen von Adua am Bankerott war. Die türkische 4% Rente steht um 3%‘ höher als die deutsche 3y, %ti8e. Während die englischen 2y2 % Konsuls zwischen 87 und 88 schwankt, notiert die deutsche 3% zwischen 81 und 83. Diese wenigen Zahlen sprechen Bücher. Vor der Welt gelten sie als Mahstab des finanziellen Ansehens. Das reiche Deutschland, das jedes Jahr um 800 000 Menschen mehr ernährt, steht niedriger im finanziellen Ansehen der Welt, als Italien, desien Kinder überallhin um einen Bettellohn arbeiten gehen müsien, weil die Heimat zu arm ist, sie zu ernähren. So ist es auch die geheime Freude derer, die Deutschland nicht kennen, aber es fürchten und hasien zugleich, zu glauben, es sei um die deutschen Finanzen so schlecht bestellt, datz Deutschland gar nicht in der Lage sei, Krieg zu führen. Ein falscher, aber ein gefährlicher Glaube. Gefährlich, weil nichts gefährlicher für den Frieden ist als eine falsche Einschätzung des Gegners, die eventuell dazu verleiten kann, desien Interests, im Glauben, er könne sich ja doch nicht wehren, zu mißachten. Datz in Reval gerade keine deutschfreundlichen Abmachungen getroffen werden, ist klar. Zwar will wohl keiner der Beteiligten einen Krieg, wohl aber will man sowohl an der Seine als an der Themse durch diplomatische Koalition Deutschland zur „Be
rabiat auf ihre Stickerei — ich habe schon oft darüber mit ihr gezankt."
Liselotte erhob sich.
„Jetzt mache ich mich auf zu einem fröhlichen Ritt. Addio, Herrschaften, auf Wiedersehen heute mittag."
„Viel Vergnügen, Liselotte — und nicht über das "Buchenauer Revier hinaus, wenn Du ohne Reitknecht ausfliegst."
„Nein, Eure Gestrengen."
Sie nickte den beiden noch einmal fröhlich zu, ehe sie zur Tür hinausging. Fräulein von Schlegel sah ihr ganz verklärt nach.
„Ein liebes, gutes Geschöpf, unsere Liselotte." ± m
Wohl wohl, ihres Vaters echte Tochter. Na, wir haben sie auch rechtschaffen lieb dafür, gelt, Fräulein Frieda."
Die nickte eifrig. .
Liselotte ritt eine halbe Stunde spater tm flotten Trabe zum Parktor hinaus. Im Walde ließ sie ihren Goldfuchs ein flotteres Tempo nehmen. Sie sah ungezwungen und leicht zu Pferde. Ihre schlanke Gestalt umschlotz em dunkelblaues Reitkleid von tadellosem Schnitt und Sitz. Auf dem nutzbraunen, üppigen Haar satz erne gleichfarbige Sportmütze, unter der die schweren Flechten, die jetzt nicht mehr zerzaust, sondern glatt und glänzend geflochten auf dem fernen Köpfchen gleich einer Krone aufgesteckt waren, ganz verborgen wurden. Diese Mütze war weniger kleidsam als prattisch; trotzdem sie der Trägerin einen knabenhaften Anstrich gab, bot das jugend- friiche, sanft gerötete Gesichtchen darunter doch einen herzerfreuenden Anblick. Die großen braunen Augen mit dem ttndlich reinen Ausdruck schauten ein wenig verträumt in den herrlichen, lachenden Sommermorgen hinein, und die ganze Haltung der jungen Dame zeugte von «odjbenfr kicher Besonnenheit.
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. mno Druck und Verlag: Joh. «yg. Koch, Universitätsbuchdruckerei
13. JUlli 1908. Inhaber Dr. C. Hitzero th, Marbiirg, Markt 21. — Telephon 55.
Es war feierlich still im Walde, nur leise Deutschlands älteste $111(1 Vogelstimmen zwitscherten m den Zwergen. I ^eMstt,tUlwS UttCsic -OUIU.
Als Liselotte mit ihrem Pferde einen schma- I gut Sechshundertjahrfeier der Burg Hanstein, len Fußweg kreuzen wollte, vernahm sie Schritte I 12. Juni.
auf dem festen Waldboden. Seitwärts blickend 1 «... j
sah sie einen jungen Mann in grauem Reise- I $on ®9be” '*’*•
anzug daherkommen. Auch er stutzte einen I Burg Hanstein, die Perle unter den Burgen Augenblick dann aber slog ein Lächeln über sein I und Schlössern des Werratales, ein viel besuchscharf geschnittenes, gebräuntes Gesicht, und er I ter Aussichtspunkt, der alljährlich von vielen zog grüßend den Hut. Tausenden aufgesucht zu werden pflegt, feiert
Die junge Dame erwiderte freundlich dankend I ein Jubiläum.
den Gruß und rief lachend: „Wenn das nicht j Kaiser Wilhelm, der ja ein besonderes ZN- Wolf Gernrode ist, der da lustwandelnd das I teresse für Burgen und Burgruinen hat, hatte Schönburger Revier unsicher macht, dann will I schon bei seinem vorjährigen Aufenthalt auf ich nicht mehr Schlagsahne essen." Schloß Wilhelmshöhe den Wunsch ausgesprochen,
„Er ist es in eigener Person, der Genuß süßer I die schöne Burgruine im Eichsfelde, die eine Schlagsahne bleibt Ihnen unbeschränkt, meine I herrliche Aussicht und eine stolze Geschichte hat. Gnädigste. Wenn Sie nun nicht etwa ein« Wald- I zu besuchen. Aber wie damals, ist er auch in fee sind, die mir armen Sterblichen als holder I diesem Jahre verhindert, dies zu tun, und so Spuk in' den heimischen Wäldern erscheint, dann I wird die auf den 12. und 13. Juni verlegte habe ich die Ehre und das Vergnügen, Fräulein I Feier der Burg ohne die erhoffte Teilnahme des Liselotte von Schönburg-Buchenau zu begrüßen." I Monarchen vor sich gehen.
Er war dicht herangetreten und sah forschend I Vielleicht hat Kaiser Wilhelm gar in der in ihr errötendes Gesicht, als suche er die kleine, I Wilhelmshöher Schlotzbibliothek einen Roman wilde Liselotte mit den zerzausten Hängezöpfen. I zu Gesicht bekommen — ein Exemplar des selten
Sie lachte. I gewordenen Werkes befindet sich an der genannt;
„Waldfeen sind meines Wisiens nicht beritten, I ten Stelle, — der die Burg Hanstein teilweise also muß ich mich mit der Rolle Liselottes be- I zum Schauplatz der Handlung hat. „Friedrich, gnügen. Schade — ich wäre ganz gern eine 1 von Hanstein oder Mönchslist und Pfaffentrug" : Waldfee " I heißt das von F. Wiesenthal verfaßte, in Mainz j
„Das sind trügerische Wesen, mir ist Fräulein I im Jahre 1880 erschienene Werk, das aber keine: Liselotte Schönburg lieber, vorausgesetzt, sie ist I geschichtlich nachweisbare Begebenheit be-: noch das ehrliche, wahrhaftige Wesen von früher handelt. , , . i
mit der offenen Art ohne Furcht und Tadel." | Und dabei ist die Geschichte des Hanstein reich, Liselotte warf den Kopf zurück. I genug an interessanten Begebenheiten, und man-
„So genau wollen Sie mich gekannt haben, I cherlei alte Sagen umwittern dazu das alte Ee-, Herr von Gernrode?" I mauer, so datz ein Dichter, der die Burz zum
Er sah lachend in ihr Gesicht. I Schauplatz eines Roman wählen wollte, nicht
(Fortsetzung folgt.) I erst zu erfinden brauchte. ;
—». — I Die diesjährige Jubelfeier der Burg knüpfte
Reval, 11. Juni. Der Kaiser verlieh dem I zieren fand im Kasino des Lagers ein Frühstück Unterstaatssekretär Hardinge und den Generälen I statt. Hierauf kehrte der Kaiser nach dem Neue» Nicolsen und French, sowie Admiral Fisher den I Palais zurück.
St. Alexander-Newsky-Orden, Lord Hamilton 1 — Die Tagung der Deutschen Kolonialgesell-
und Lord Howe den weißen Adlerorden. I schäft. Bremen, 11. Juni. Die Vorstandssitzung
Das übliche offizielle Eommuniquö über die I der Deutschen Kolonialgesellschaft bewilligte er- Zusammenkunft meldet natürlich, daß alles nur I neut die Mittel, um auf der alljährlichen Ver- eine Grundlage zum Frieden sein soll. Es be- I sammlung deutscher Naturforscher und Aerzt« |agt: . I tropenhygienische Vorträge zu veranstalten. Als
Die Z u s a m m e n k u n ft der - Herrscher | stellvertretendes Präsidium wurden wieder- Rußlands und Englands in Reval hatte den I bezw. neu gewählt: Graf v. Arnim-Muskau, Zweck, die freundschaftlichen Beziehungen der I der Präsident des Oberverwaltungsgerichts von beiden Regierungen, welche durch Verträge wäh- I Bitter, Geheimrat Profesior 3)i. Paasche und rend des letzten Jahres eingeleitet worden sind, I Konteradmiral z. D. Strauch; die alten Aus- zu kräftigen und zu festigen. Im Laufe der | schußmitglieder wurden sämtlich wiedergewahlt. Unterredungen, die bei diesem Anlaß zwischen 1 Anwesend waren in der Sitzung u. a. der Unter- dem Minister Iswolski und dem Staats- I staatssekretär im Reichskolonialamt v. Lindesekretär Hardinge stattgesunden haben, ist fest- I quist, der Gouverneur a. D. Graf v. Eoetzen, gestellt worden, daß diese Uebereinkommen den I preußischer Gesandter bei den Hansestädten, glücklichsten Einfluß auf die friedliche Entwick- I Bürgermeister O'Swald-Hamburg und Kauf- lung der verschieden Fragen hatten, die in die- mann Voigts-Windhuk. — In der heutigen sen Verträgen behandelt worden sind. Eine I Nachmittagssitzung der Deutschen Kolonialgesell- vollkommene Uebereinstimmung der Ansichten schäft wurde beschlosien, im Anschluß an die all- herrschte auch nach wie vor zwischen Rußland I jährlichen Wanderausstellungen der Deutschen und England inbetreff der Lage in P e r s i e n, I Landwirtschafts-Gesellschaft künftighin koloniale Afghanistan und hinsichtlich jener Vorfälle, I Ausstellungen zu veranstalten,wofür btt die jüngst einerseits an der in disch-afghanischen, I Deutsche Kolonialgesellschaft eine jumme brs z» andrerseits an der russisch-persischen Grenze sich 2000 Mark bereitstellt. Dem Berliner Verer» ereignet haben. Diese Vorfälle können daher I für ärztliche Mission, der praktische Tropenarzte keinen Anlaß bilden zu irgendwelchen Miß- I in die Kolonien entsenden will, wurde erne Bei« Verständnissen zwischen den beiden Regierungen. I Hilfe von 3000 Mark bewilligt. Die Vorstands-
Die Besprechungen, welche seit einiger Zeit I sttzung des kommenden Winters wird rn Berlin zwischen den beiden Regierungen hinsichtlich der stattfinden. - Der von der Tagespresse be- Lage in Mazedonien gepflogen wurden, I sprochene Antrag der Abteilung Allenstem, die sind, wie man annehmen kann, auf dem Punkte, I Regierung zu einem erneuten Eingreifen in der zu einer vollkommenen Ueberein- I Marokko-Angelegenheit zu veranlassen, ist von stimmung zu gelangen und es erübrigt nur 1 dem Vorstände der Kolonialgesellsthaft einstrm- noch, diesen eine feste Form zu geben. Man I mig von der Tagesordnung der Hauptversamm- hofft, datz diese Uebereinstimmung als Grund- I lung abgesetzt worden
läge dienen wird für eine allgemeine En- I — Erleichterung des Wechselprotestes aus t e n t e der an dem mazedonischen Reformwerke I dem Lande. In Nr. 32 des Reichsgesetzblattes beteiligten Mächte. I ist nunmehr das Gesetz, bett, die Erleichterung
Iswolski und Hardinge konnten sich außer- I des Wechselprotestes vom 30. Mai 1908 und die dem überzeugen von dem beiderseitigen Wunsche Bekanntmachung des Textes der Wechselordnung Rußlands und Englands, die besten Beziehun- I in der vom 1. Oktober an geltenden Fassung gen mit allen anderen Mächten aufrechtzuerhal- I veröffentlicht und zwar mit dem Datum des ten und keinen Anlaß zur Beunruhigung über I 3. Juni 1908. Durch Benutzung des „Post- das von ihnen verfolgte Ziel zu bieten. Dies I Protestes" können die Kosten des Wechselverfah- gilt sowohl für den speziell zwischen den beiden I r«ns sehr erheblich verbilligt werden. Künftig Ländern geschlossenen Uebereinkommen, als I kann nun der Wechselprotest bei Beträgen brs auch für ihre allgemeine Politik I 800 Mk. durch Postbeamte erhoben werden. Dre und könne daher (?) nicht verfehlen, zur Er- Post nimmt dafür Gebühren von 1 Mk. für Haltung und Befestigung des Friedens beizu- I Wechsel bis zu 500 Mk. und von 1,50 Mk. für tragen I höhere Wechsel in Aussicht. Bei Benutzung der
-- ------3 I Post für Proteste über Land fallen die Tage- m .« I gelder und Reisekosten der Protestbeamten fort,
K Sklllsches ’JlCiuJ» I welche namentlich bei geringen Wechselbeträge»
— Der Kaiser fuhr gestern früh nach dem I einen unverhältnismäßig hohen Betrag aus- Truppenübungsplatz Doeberitz und hielt eine I machen. Der kleine und mittlere Gewerbe- Besichttgung des 1. und 3. Garde-Älanen-Regi- I treibende, alle Mitglieder von Kreditgenossen, ments ab. Nach einem längeren Eefechtsexer- I schäften, die meist mit Wechseln arbeiten, pro-