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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
ien K-iias-°: t.W"-risch« A»r-ig»". „k-ndmirtschaftlich- K-ilnge" und ..JUnstrierte» K-nnt-g-blatt''.
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Man abonniert auf die täglich erscheinende ,,Oberhessische . Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen tn 1^0 134 »irchh ain und Wetter sowie bei unserer Expedrtron — Markt 21. *''** _ Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,2o Mk. (ohne
Bestellgeld), bet unfern Z-itungsstellen und der Expedition 2 Mk.
Marburg
Mittwoch, 10. Juni 1908.
Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Univcrsitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. H ttzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
43. Jahrg<
Der heutigen Nummer liegt Kreisblatt Nr. 46 a für den Kreis Kirchhain bei.
Der Ausfall der Urwahlen.
Wahrscheinlich wird, wenn der Ausfall der heKLigsn Urwahlen den Wünschen der Anhänger des Äe'chswahlrechts für Preußen nicht entspricht, von dieser Seite mit der Behauptung vnerieri werden, daß bei dem jetzt in Preußen ^efrHenden Wahlrecht die Volksstimmung nicht zu ihrem wahren Ausdruck gelange. Demgegenüber wird daran zu erinnern sein, daß in den 60 Jahren, in welchen in Preußen nach dem Dreiklassenwahlsystem öffentlich und in der jetzigen Wahlkreiseinteilung gewählt wird, die Mehrheiten im Abgeordnetenhause wiederholt Gewechselt haben. In der sogen. Landrats- kammer, in welcher die Konservativen absolut Herrschten, vollzog sich mit dem Eintritt der neuen Aera ein vollständiger Umschwung nach der liberalen Seite, der schließlich in der Kon- ftiktszeit seinen Höhepunkt damit erreichte, daß die Konservativen in dem Abgeordnetenhaus« kaum über mehr als ein Dutzend Sitze verfügten. Aber auch in der von Konflikten freien Periode fett Gründung des deutschen Reiches hat sich die Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses er- iseblich geändert. Aus den Wahlen, welche wählend des französischen Krieges stattfanden, ging die Rechte 164 Mitglieder stark hervor. Davon fielen 113 auf die konservative Partei, die Liberalen verfügen über 180 Sitze, die Rational- 'iberalen davon über 129. Bei den nächsten Wahten sank die Stärke der Rechten auf 61 Mitglieder, die der jetzt in zwei Gruppen geteilten Konservativen auf 27. Umgekehrt stieg die Zahl der liberalen Mitglieder auf 250. Sie verfügten !>amit über eine starke und sichere Mehrheit. Die Zahl oer Nationalliberalen belief sich auf 178. Die nächsten Wahlen verstärkten die Rechte nur um wenige Mitglieder. Die Liberalen verfügten nach wie vor mit 242 Mandaten über eine sichere Mehrheit, während die Rechte nicht voll ein Sechstel der Abgeordnetensitze innehatte. Die nächsten Wahlen brachten einen starken Umschwung. Die Rechte wuchs auf 158 Mitglieder, darunter 104 der konservativen Partei. Die liberalen Mandate verringerten sich dagegen auf 136, davon 101 der nationalliberalen Partei. Die Rechte war also aus gänzlicher Ohnmacht mit eineinmale wieder stärker geworden als die Liberalen. Diese Veränderung in den Mehr- heiisverhältnissen hat sich seitdem stetig bis zum Jahre 1894/98 fortgesetzt, wo die Rechte über 209 Mandate, also nahezu über die absolute Mehrheit verfügte, während die Linke mit 104 Vertretern den niedrigsten Stand erreichte. Seitdem Haden sich die Mehrheitsverhältnisie nicht wesentlich verändert. Aus dieser Veränderung in der Stärke der verschiedenen Parteien erhellt mit unbedingter Deutlichkeit, daß
Z < Nachdruck verboten.);
Liselottes Heirat.
E • Von H. Courths-Mahler.
v-V (Fortsetzung.)
„Wenn das Herz schwer ist, laufen die Füße meist nicht leicht. Davon verstehst Du, gottlob nichts, kleinste Liselotte."
Sie sah ihn ernsthaft an.
„Doch — mein Herz ist auch manchmal schwer, wenn ich an Papas Krankheit denke. Aber wenn ich traurig bin, grämt er sich, deshalb bin ich immer lustig. Aber nun sagen Sie, was der Preis sein soll für das Wettlaufen. Etwas Großes und Schönes müssen Sie sich wünschen, es darf nicht so leicht zu erfüllen sein, sonst macht es mir feinen Spaß."
„Dann bitte ich um die Zopfschleife, die Dir Noch übrig geblieben ist."
Sie sah enttäuscht aus.
„Ach, das ist doch nichts rechtes, sie ist ja nicht einmal neu."
„Das schadet nichts, gib nur."
Sie reichte ihm zögernd die Schleife. Er legte sie umständlich in sein Notizbuch.
So, jetzt trage ich Deine Farbe, hoffentlich bringt sie mit Glück."
Liselotte schlug lachend die Hände zusammen.
„Grad wie bei einem Turnier, da tragen die Ritter auch die Farben der Damen, die sie
Plötzlich brach sie ab, wurde rot und verlegen, lachte ein wenig befangen und rief davonlaufend:
„Das ist ja alles Unsinn."
' Wolf folgte ihr nicht. Er wandte sich tiefer
sich auch unter der Herrschaft des preußischen Wahlrechtes die politischen Strömungen innerhalb der Bevölkerung geltend zu machen wissen, und man wird demzufolge auch das Ergebnis der jetzigen Wahlen als den richtigen Ausdruck der Eesamtanfchauung der preußischen Wählerschaft anzusehen haben.
Deutsches Reich.
— Bon der Rordlandsreise. Der Kaiser hat dem Chef des Eeneralstabes der Armee, General der Infanterie v. Moltke, eine besondere Einladung zur Teilnahme an der diesjährigen Nordlandreise zugehen lasten.
— Vom Etaatssekrtär. Der Staatssekretär des Innern v. Bethmann-Hollweg wird, einer Einladung des Verbandes Deutscher Berufs- genostenschaften folgend, dem diesjährigen ordentlichen Verufsgencstxnschaftstag am 16. Juni in Kiel beiwohnen.
— Ceneralstabsreise. Die Reise des Großen Eeneralstabes, unter Leitung des Chefs des Eeneralstabes der Armee, General der Infanterie von Moltke, beginnt in diesem Jahre am 15. Juni und dauert drei Wochen. Sie wird sich in Elsaß und Lothringen abspielen.
— Der Wechsel auf der amerikanischen Botschaft. Dr. D. P. Hill, der neue Botschafter der Vereinigten Staaten am Berliner Hof, wird voraussichtlich am 10. Juni in Berlin eintreffen und bereits wenige Tage später dem Kaiser sein Beglaubigungsschreiben überreichen. Der scheidende Botschafter Charlemagne Tower wird am Vormittag des 9. Juni bereits, fein Abberufungsschreiben überreichen und dann sofort Berlin verlassen.
— Aufhebung eines Verbots. Nach dem „Reichsanzeiger" veröffentlicht der Regierungspräsident von Aachen eine Bekanntmachung betreffend die Aufhebung des Verbots der Einfuhr von Heu und Stroh aus Belgien und den Niederlanden.
— Vom deutschen Flottenverein. In der letzten Vorstandssitzung der Ortsgruppe Duisburg des Deutschen Flottenvereins wurde einstimmig folgender Beschluß gefaßt: Die Ortsgruppe Duisburg erwartet, daß auf der am 14. Juni in Danzig stattfindenden Hauptversammlung des Flottenvereins das alte Präsidium in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um den Verein wiedergewählt wird. Sollte die Wiederwahl nicht angenommen werden, so sind von der Hauptversammlung nur Persönlichkeiten zu wählen, welche bereit sind, unter ausdrücklicher Betonung des unabhängigen und nationalpolitischen Charakters des Vereins die Geschäfte durchaus im Sinne des alten Präsidiums weiterzuführen.
— Ein englisches Urteil über einen deutschen Profestor. „Morning Post" bringt einen Ar- • tikel über die von dem Professor v. Wilamowitz- Moellendorf in Oxford gehaltenen Vorträge, in
in den Park, der im frischen Maigrün einen herrlichen Anblick bot. Die jungen Birken dufteten herb und würzig, und die Kastanien fingen an Blüten zu treiben. So schön ist es um diese Zeit im Walde, so voll neuen Lebens. Es treibt und drängt alles dem Lichte zu, und Menschen, die Sinn für die Schönheit der Natur haben, denen wird das Herz weit vor Luft über das Blühen und Gedeihen ringsherum.
Wolf sah heute nichts von all der Herrlichkeit. Mit gesenktem Blick und düster zusammen- gezogener Stirn schritt er dahin. Der Abschied von Gernrode brannte ihm schwer im Herzen. Don einer Lichtung im Park, die auf einer Anhöhe lag, hatte man einen Ausblick auf Gernrode. Das wußte er. Er stieg hinauf und ließ den Blick hinunterschweifen auf die verlorene Heimat.
Sein Atem ging schwer. Wie hatte er gekämpft und gerungen um diese Heimat, wie teuer war sie ihm geworden! Nun lag sie verödet und verwüstet — ein Fremder würde in dem alten Herrenhause wohnen, in dem er seine Jugend verlebt hatte, mit Ausnahme der Jahre, die er auf der Schule verbracht hatte.
Mit schweren Schritten wandte er sich um. Da stand Liselotte mit ernstem Gesichtchen vor ihm. Sie nahm ihn liebevoll bei der Hand.
„Schauen Sie nicht mehr nach Gernrode hinüber, lieber Wolf das macht Sie nur traurig."
Er ging an ihrer Seite zum Schloß zurück. Cie plauderte schon wieder lustig drauf los,
„Papa hat mir gesagt^ daß Sie noch einige Zeit bei uns bleiben. Gelt, Wolf, da fahren Sie einen Tag mit mir nach Eisenach hinein. Ich möchte so furchtbar gern einmal zu Futz nach der Wartburg hinaufsteigen. Wollen Sie?"
dem es heißt, daß diese Vorträge des Berliner Profestors über allgemeines Menschentum, für das Hellinismus nur eine andre Bezeichnung sei, für die Sache des Friedens und des gegenseitigen Verständnistes der Völker größeren Nutzen bringen könnten als alle polittschen Reden und politisch-soziale und wirtschaftliche Verbandsreisen der letzten Zeit.
•- Aus Deutsch-Südwestasrika. Nach dem blutigen und erfolgreichen Gefecht gegen Simon Köppers Bande, nordöstlich Eeinab in der Kalahari am 16. März war der Führer der Hottentotten im dichten Busch entkommen. Der Hauptmann Grüner, der das Kommando für den gefallenen Hauptmann v. Erckert übernommen hatte, konnte die Verfolgung der zerstreuten Hottentotten nicht fortsetzen und führte die Expedition nach Krahoab am Nastob zurück, wo er das nötige Master fand. Die Vermutung lag nahe, daß Simon Köpper seine Zuflucht auf dem englischen Gebiete gesucht und gesunden hatte und diese Vermutung ist jetzt durch Mitteilung von englischer Seite bestätigt worden. Die Anwesenheit des Bandenführers auf britischem Gebiete ist jetzt festgestellt, er ist dort eingetroffen mit einer sehr zusammengeschmolzenen Bande, in seiner Werft sind noch nicht ganz hundert Leute vereinigt, darin einbegriffen die alten Männer, Frauen und Kinder. Nachdem dies festgestellt ist, gibt man sich auf deutscher Seite der Erwartung hin, daß jetzt die Kapregierung in Fortsetzung ihres neueren Verfahrens den Unruhestifter von der Grenze weit entfernen und überwachen lasten wird, damit er nicht wieder in Südwestafrika einfallen kann. Damit wäre der letzte bedeutende Führer der aufständischen Hottentotten unschädlich gemacht, aber ganz kann die aufständische Bewegung auch dann noch nicht als beendigt angesehen werden. Der Unterkapitän Lambert, der-auch an dem Kampfe am 16. März teilnahm, ist entkommen. Nach Aussagen der gefangen genommenen Frau Köppers ist auch der vielgenannte Bandenführer Vielding wiederholt bei Simon Köpper gewesen und hat sich in seine alten Schlupfwinkel in den Karrasbergen zurückgezogen. Durch diese Beobachtungen wird es uns recht drastisch vor Augen geführt, was für Verluste an Menschenleben und an Eeldopfern wir in dem Aufstande durch das Verhalten der Engländer im Kaplande erlitten haben! Mit Rücksicht darauf macht es einen eigentümlichen Eindruck, wenn jetzt die „Cape Times", ein den Deutschen immer ausgesprochen fandliches Blatt, den Staatssekretär Dernburg dort auf überschwenglichste begrüßt. Er werde die Unterstützung der südafrikanischen Regierungen finden. Der wahre Charakter des Blattes und feiner Hintermänner kommt aber dabei zutage, wenn gesagt wird, die deutschen Eisen- bahnpläne nach dem Osten Südafrikas wären undurchführbar.
„Gern, Liselotte, wenn Dich Dein Vater meiner Obhut anvertrauen will."
„Natürlich tut er das. Wollen wir gleich morgen hin?"
„Ich bin einverstanden."
Sie klatschte vor Freude in die Hände und sprang vergnügt neben ihm her. Dann blieb sie plötzlich erschrocken stehen.
„Wir werden doch um Himmels willen nicht Fräulein von Schlegel mitnehmen mästen. Meinen Sie, daß Papa das verlangen wird?"
Er zuckte die Achseln.
„Wer weiß, es kommt auf die Umstände an." „Auf welche Umstände?"
„Wenn ich Dich als junge Dame betrachten soll, dann muß entschieden Fräulein von Schlegel als dame d’honneur mit; willst Du jedoch nur die kleine Liselotte sein, dann läßt man uns vielleicht allein gehen."
Sie lachte übermütig und sah auf ihr kurzes Kleidchen hinab.
„Gottlob, daß ich noch ein Kind bin, es Hütte mir den ganzen Spaß verdorben, wenn Fräulein mitgekommen wäre. Sie ist immer gleich müde. Ueberbaupt, es wird viel schöner, wenn wir allein sind. Wir speisen natürlich zu Mittag auf der Wartburg^ unb dann setzen wir uns an das himmlische Eckfenster, wo man den schönen Blick auf Schönburg hat — ach — es soll herrlich werden."
Wolf lächelte Über ihre ungestüme Freude.
Liselotte, Vater hatte nichts gegen den Ausflug einzuwenden, und er wurde am nächsten Tage, getreu nach Liselottes Programm, unternommen.
Wolf ging auf alle ihre Wünsche ein, pich fte erklärte freimütig, et fei ein reizender
Ausland.
“ Die kolonialen Kämpfe der Holländer. Haag, 6. Juni. Amtlich wird gemeldet: Im Bezirke Mandar auf der Insel Celebes wurde die auf einem Felsen liegende Festung Boerchom genommen. Auf Seiten der Holländer fiel ein Soldat und ein Eingeborener. Ein Offizier und drei Soldaten wurden verwundet. Der Feind hatte 35 Tote.
** Dreyfus' Verwundung nur ein Hautritzer. Paris, 6. Juni. Dreyfus hatte nach feiner Verwundung behauptet, daß die Revolverkugel in seinem Arm stecken mäste. Trotzdem nun die ganze Wunde nur das Aussehen eines Hautritzers hatte, wurde von den Äerzten eine Untersuchung mit Röntgenstrahlen vorgenommen, wobei sich herausstellte, daß die Kugel sich nicht in dem verletzten Arm befindet.
** Russisches. Petersburg, 8. Juni. Zu der bevorstehenden Entrevue von Reval äußern sich in den heutigen Morgenblättern die Führer der verschiedenen Parteien. Purischkewitsch von der äußersten Rechten spricht sich gegen die Entrevu« aus, weil sie die Gefährdung der 150jährigen rustisch-deutschen Freundschaft zur Folge haben könnte. Sein Parteigenosse Marakow befürchtet eine Abenteuerpolitik, einen rustisch-deutschen Konflikt, eine Niederlage Rußlands und die Schwächung Deutschlands, wobei England der Tertius gaudenz fein würde. Krupensky von der gemäßigten Rechten tritt dafür ein, daß die Annäherung nur friedliche Ziele verfolgte, und spricht sich gegen eine etwaige Bedrohung anderer Staaten aus. Der Oktrobistensiihrer Dutschkow meint, es sei zweckmäßig, sich einer offenen Aussprache zu enthalten. Der links stehende Oktobrist, Vizepräsident der Wehrkom- mistion der Reichsduma, Chowschtschinsky, begrüßte die Entente rückhaltlos als eine Schutzwehr gegen die gelbe Gefahr; ebenso spricht sich für die Entente der Kadettenführer Miljukow, jedoch nur soweit aus, als es die russischen Interessen erlauben. Der Präsident der Rcichs- duma, Chomjakow, begrüßt die Annäherung zwischen Engand und Rußland als ein Friedenspfand und sagt wörtlich: Wir wollen bestnach- barliche Beziehungen mit Deutschland unterhalten. Aus einem etwaigen Bündnis mit England sind deutsch-rustische Komplikationen zu erwarten, wobei England als Inselstaat ruhig zusehen und Rußland schließlich der verlierend« Teil sein würde. Abweichend hiervon seht der größte Teil der rustischen Preste die Hetze gegen Deutschland fort; der offiziöse Artikel bei „Rostija" wird entweder totgeschwiegen, wie von der „Nowoje Wremja", oder, wie von der „Börsenzeitung", dahin ausgelegt, daß di« deutschfreundlich« Haltung des offiziösen „Rossija" der öffentlichen Meinung Rußlands widerspricht.
** Aus England. London, 6. Juni. „Daily Mail" veröffentlicht eine Unterredung ihres Vertreters mit dem chinesischen Eeneralzoll-
Mensch, gar nicht der langweilige Krautjunker, für den sie ihn gehalten, weil er so für gar nichts Zeit gehabt hätte, als für seine Felder. Jetzt sei er ganz nett, uni es wäre schade, daß er nicht mit seinem Vater auf Schönburg bleibe.
Wolf fragte sie darauf scherzend, ob sie ihn etwa als Kindermädchen anstellen wollte, denn wenn er ein anderes Amt ausfüllte, hätte et eben auch keine Zeit für sie.
Erft wollte sie schmollen, aber dann erweckte ihr die Vorstellung, sich Wolf als Kinderwärterin zu denken, die Lachlust, und damit wat sie schon versöhnt.
Hochbefriedigt kehrte sie am Abend nach Schönburg zurück und träumte in der Nacht von den Minnesängern. Sie sahen alle aus wie Wo*f Gernrode.
Zwei Jahre waren vergangen, als Heinrich von Schönburg starb und Liselotte, die bet Schmerz um den geliebten Vater ganz sinnlos machte, wurde von ihrem Vormund in ein Pensionat gebracht, damit sie in der neuen Umgebung in Gesellschaft gleichaltriger junger Mädchen schneller über ihren Kummer hinwegkam.
Zwei Jahre blieb sie dort, ohne sich recht wohl gefühlt zu haben, bann verlangte sie so intensiv nach Hause zurückzukehren, baß ihr Vormund ein» sah, es war bester, ihr den Willen zu tun.
Wolf Gernrode hatte inzwischen Deelenkamp bewirtschaftet. Er war durch die ihn ganz au»-. füllende Tätigkeit über seinen Schmerz um Gern« rode hinweggekommen. Mit Energie unb UmstM nahm er sich der etwas verwahrlosten Wirtschaft, an und erwarb sich bald die Zufriedenheit w», Grafen Deelenkamp. . (Forts, folgt). ^