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Die Jnsertionsgrbü

43. Jahrg.

oder deren Raum 15

2

noch

versagen konnte.

Zum Glück war Liselotte ein gutmütiges, liebevolles Kind mit liebenswerten Eigenschaf­ten, so daß diese Erziehung nicht viel Schaden anrichten konnte. Nur selten kamen ihr Trotz und Eigenwille zum Durchbruch, und dann hatte er seinen Grund meist in Begebenheiten, die ihr ihn eher zum Vorteil gereichen ließen.

Es durfte zum Beispiel kein Bettler unbe­schenkt fortgewiesen werden, niemand durste ihrem geliebten Vater in ihrer Gegenwart eine Hilfeleistung angedeihen lasten, als sie selbst, und keiner sollte das Recht haben, Gaben auszu­teilen, als sie. Und sie schenkte gern und viel und war glücklich, jemand erfreuen zu können.

Als Heinrich von Schönburg mit den beiden Heimatlosen in seinem Arbeitszimmer saß, sagte er lächelnd:

Du siehst mich so unsicher und erwartungs­voll an, lieber Fritz, als wolltest Du sagen: nun möchte ich bloß wissen, was der gute Heinrich herausstrecken wird, etwas Brauchbares sicher nicht. Habe ich recht?"

Deutsches Reich.

Gegenbesuch in Schweden. Dem Verneh­men nach wird der bereits angekündigte Besuch des Kaisers und der Kaiserin in Stockholm im August stattfinden.

Bom Bundesrat. DerReichsanzeiger" meldet: Der Bundesrat stimmte am 4. Juni dem Gesetzentwürfe wegen Abänderung der Gewerbe­ordnung (Handel mit lebenden Vögeln) u"d der Vorlage betreffend Festsetzung des Eesamtkon. tingents der Brennereien für die Kontingents­periode 1908/13 zu; ferner wurde dem Ausschuß­bericht betreffend die Aenderung der Zucker- steuer-Ausführungsbestimmungen zugestimmt.

Von unserer Flotte. Kiel, 5. Juni. Die Hochseeflotte beendete heute Mittag die diesjäh­rige Sommerübungsreise mit einem Angriffs­

manöver auf die Kieler Forts; Prinz Ludwig. von Bayern war heute früh mit dem Staats­sekretär v. Tirpitz auf dem KreuzerNürnberg" der Flotte entgegengefahren; er begab sich an Bord derDeutschland", wo der Prinz vom Prinzen Heinrich begrüßt wurde. Nach Be­endigung l Manövers fuhr die Flotte unter Führung des Flaggschiffes in den hiesigen Ha­fen ein. Auf derDeutschland" fand danach beim Prinzen Heinrich Tafel statt. Um 3 Uhr begab sich der Kronprinz mit dem Prinzen Hein- rich unter dem Salut der Kriegsschiffe nach dem Schloß, während Prinz Ludwig von Bayer» nach dem Flaggschiff des ersten Geschwaders Wittelsbach" fuhr, das unter Histung der Flagge salutierte.

Der Mädchenschulreformplan ist nach der Post" nunmehr nach einer letzten Umarbeitung wiederum dem Staatsministerium zur endgül­tigen Beschlußfassung zugegangen. Als wichtiges Ergebnis der letzten Umarbeitung ist eine He­rabsetzung der Mathematikstunden in fast allen Klassen anzusehen und eine Vermehrung der Turnstunden,' um durch eine gesteigerte gym­nastische Ausbildung ein Gegengewicht gegen die erhöhten Ansprüche in geistiger Beziehung zu schaffen.

Graf Hohenau. Wie Berliner Blatter melden ist das ehrengerichtliche Verfahren gegen Graf Hohenau keineswegs, wie zuerst verlautete, wegen Mangels an Beweisen eingestellt. Viel­mehr ist der Spruch, der die schwerste Strafe ausgesprochen haben soll, gefällt und unterliegt noch der Genehmigung des Kaisers.

Lausanne. DieTägl. Rdschau" stellt fest, daß das Auswärtige Amt bei der schweizerischen Bundesregierung wegen der groben Ausschrei­tungen gegen reichsdeutsche Profesioren Protest erhoben hat Da der Bericht der Berner Ee- sandtichaft "ber die Sachlage in Lausanne noch nicht ot't, so ist auch ie preußische Regie­rung noch nicht in die Lage gekommen, endgül­tige Entschlüsie zu fassen. Von anderer Seite war gemeldet worden, daß besondere Maßnah­men gegen die Universität Lausanne infolge der bekanten Vorgänge seitens der preußischen Re- gierung nicht beabsichtigt sind, da man sich aber nach eingehender Klarstellung der Sachlage überzeugt habe, daß es sich im wesentlichen um nicht viel mehr als einen persönlichen Streit zwischen Profesioren gehandelt habe.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonntag, 7. Juni 1908.

nem Tode als Liselottes Vormund, als ihr zweiter Vater in Schönburg zu bleiben?"

Fritz Gernrode hatte aufmerksam zugehört, «tun richtete er sich in seiner versunkenen Stel­lung auf und sah dem Freund fest und forschend ins Auge.Brauchst Du wirklich eine solche Hilfe, oder schaffst Du diese Stellung, dieses Amt nur, um mir zu helfen?"

Ich brauck>e Dich nötiger, als Du mich, glaube es mir."

So bin ich bereit, Deinen Vorschlag anzu­nehmen, und ich gelobe Dir, daß es Dich nicht reuen soll." .

Das weiß ich. Hab Dank für Derne Ein- willigung. Und nun zu Wolf. Auch für Sie hat der Zufall ein Amt in die Hände gesprelt, lieber Wolf. Sie wollen doch sicher Landwirt bleiben?"

Am liebsten, denn nur als solcher vermag ich etwas zu leisten, da ich von Jugend auf an meinem Vater einen tüchtigen Lehrmeister hatte. Auch liebe ich meinen Beruf und würde nur un- gern zu einem anderen greifen, selbst wenn ich dazu die nötigen Kenntnisie hätte."

Schön. Dann kann ich Ihnen behilflich sein. Ein alter Bekannter von mir, Graf Deelenkamp braucht einen tüchtigen Verwalter, da er viel aus Reisen ist. Seine Besitzungen liegen in Ostpreu­ßen. Sie sind zwar ein wenig zu jung, Wolf mit fünfundzwanzig Jahren ist man sonst noch nicht imstande, einen so verantwortungs­vollen Posten auszufüllen. Sic sind aber schon durch eine harte Schule gegangen, ich könnte Sie dem Grafen Deelenkamp mit gutem Gewissen empfehlen. Wenn Sie wollen, schreibe ich noch heute an ihn, und Sie können in kürzester Zeit eintreten."

Ich wäre Ihnen sehr zu Dank verpflichtet, Herr von Schönburg, ich wäre doch der Müh«

manchen liberal gesinnten Mann die Teil­nahme am politischen Leben derart verleidet, daß er sich gänzlich zu- rückhielt und der Abstimmung entzog...."

Wir werden uns diese Worte merken.

Der Einzug des 6. oder 7. Genossen darf nicht überschätzt werden. Er hat bei der Orga­nisation des Hauses nicht viel zu bedeuten. Wenn man die 6 Eenosien als ein Sicherheits­ventil zu bezeichnen auch nicht überall geneigt sein wird, so darf doch nicht verkannt werden, daß eine Partei, die soviel Wähler auf die Beine bringt, nicht ohne Schaden für das gesamte Volksganze von der Vertretung im Parlament auf die Dauer vollständig ausgeschlosien bleiben konnte. An den bürgerlichen Parteien wird es liegen, die Sozialdemokratie nicht zu mächtig werden zu lassen.

Wie derVorwärts" mitteilt, wird dre neue sozialdemokratische Fraktion des Abgeordneten­hauses aus folgendenGenosien" bestehen: Lieb­knecht, Ströbel, Borgmann, Hirsch, Heimann, Wels und Leinert. Von der Entsendung Stadt­hagens in das Abgeordnetenhaus ist demnach Abstand genommen worden. An seiner Stelle wird also vermutlichGenosie" Liebknecht, der als antimilitaristischer Märtyrer jetzt eine große Rolle in der Partei spielt, wahrend er früher recht geringschätzig behandelt wurde dre Führung der Fraktion zu übernehmen haben. Eine schwere Leistung aber steht den roten Land­boten demnächst bevor, nämlich die Ablegung des Eides auf die Verfasiung, der den Treueid gegen den Monarchen in sich schließt. DieGenosien werden den Eid wohlgemut leisten und sich da­durch in ihren antimonarchischen Aufwiegelun­gen nicht stören lasien. Nannte doch Bebel vor geraumer Zeit die Verfasiungseide Zwirnsfäden, dre den Sozialdemokraten in ihren Bestrebungen nicht hinderlich seien. Immerhin wird es ein denkwürdiger Moment sein, an dem dreGe­nossen" zum Schwur vortreten und Gott dafür zum Zeugen anrufen werden, daß sie die monar­chische Verfassung Preußens treu und gewisien- bait zu halten entschlosien seien.

' Vorläufig war Liselotte nun freilich . ein Kind und kümmerte sich wenig um Rechte und Pflichten einer Reichsfreiin von Schönburg Sie war ein fröhliches, etwas eigenwilliges und trotziges Persönchen, nach deren Willen alles ging, was in Schönburg geschah. Ihre Erzie­herin und Gesellschafterin, Fräulein Frieda von Schlegel, ein schon etwas verblühtes, altes Mäd­chen, wurde von ihr ebenso beherrscht wie ihr eigener schwacher Vater, der dem Kinde nichts

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessische Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in ] na Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21.

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Krites Blatt.

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Dir Landtagswahl.

j Allmählich lüst: sich das Resultat der Wahl- «ännsuvablrn übersehen und immer mehr be- stätt-k. sich, M an der alten Zusammensetzung Les Hauses sich nur wenig ändern wird. Die Nationalliberalen werden einige Sitze verlieren Polen und Zentrum werden in der Ostmark durch ihr Bündnis etoifle gewinnen, sechs So­zialdemokraten werden voraussichtlich den neuen Landtag zieren, auf Sitzen, die sie vorzüglich dem Berliner Freisinn abgenommen haben. Zu statten kam den Sozialdemokraten die neue Ein­teilung der Berliner Wahlbezirke, die von vorn­herein dey Sieg einiger Genosien wahrscheinlich machte. Geholfen hat übrigens der So­zialdemokratie auch einerseits die unglaubliche Nachlässigkeit des Bürgertums und der streng angekündigte Boykott, der viele abgehalten hat, gegen die Sozialdemokratie zu wählen. In der Wahlarbeit sollen sich vor allem die Gastwirte für die Eenosien ins Zeug gelegt haben.

DerVorwärts" ist ob des Sieges etwas aus dem Häuschen geraten. Er schreibt:

Das sozialistenreine Dreiklasienparlament Preußens hat aufgehört zu sein! Die Sozial­demokratie, das klasienbewußte Proletariat ist eingedrungen in die Herrenfeste! Eine Bastion der Junkertrutzburg ist unser! Ein stolzer Erfolg, ein glorreicher Sieg! Ein Sieg, desien Beute zehnfach zahlt. Ein Sieg, der fortzeugen wird! So groß der Erfolg, xemesien an dem Bisherigen, ist, so gewaltig seine moralische Wirkung sein muß, so klein ist er, halten wir ihn gegen die reale Macht, die euch diese Wahl wieder den Reaktionären aller Farben gegeben hat. Von 443 Sitzen des Drei­klassenhauses werden sieben von Vertretern der Entrechteten eingenommen werden! Eine win­zige Zahl gegen eine kompakte Uebermacht! Eine Zahl, die die teuflische Ungerechtigkeit, die die Unerträglichkeit des Dreiklasienwahlrechts in ihrer ganzen ungeheuerlichen Größe verkörpert!'

Von den anderen Parteien wird der Sieg der Sozialdemokratie verschieden beurteilt. Die -Nationalzeitung" meint:

Die neue Vertretung des Preußenvolkes bekommt ein Sicherheitsventil, das alle Einsich­tigen mit Bedauern zu vermißen angefangen batten. Daß ebensoviel Urwähler der einen Partei gar keinen Vertreter haben, wie deren bei einer anderen Partei fast anderthalb Hun­dert stellen, das war ein viel zu krasies Miß­verhältnis, um noch einmal fünf Jahre lang auf­rechterhalten zu werden."

DieKreuzzeitung" schreibt:

Mit großen Worten sind in Preußen keine Erfolge zu erzielen. Wir glauben weit eher, daß dieGenossen" im Abgeordnetenhaus« sich manchen wohlverdienten Denkzettel holen wer­den. Es ist eben etwas ganz Anderes, im Reichs­tage bramarbasierend und schimpfend sich als Volksvertreter zu betätigen, als im Abgeord­

netenhause sich an den sachlichen Debatten zu beteiligen. Die Vorsätze derEenosien", in der preußischen Landesvertretung sich als aufrei­zende Störenfriede aufzuspielen, mögen noch so feste und so ernst gemeint sein, sie werden an der Geschäftsordnung und an dem festen Willen der Mehrheit, Ordnung zu halten, zu schänden wer­den. Zudem hat die Sozialdemokratie keinen Anlaß, auf ihre Wahlerfolge besonders stolz zu sein. Ihre Erfolge verdankt sie einerseits der kleinen" Wahlrechtsreform und andererseits der von ihnen so scharf bekämpften neuen Be­stimmung, die der Einkommens-Einschätzungs- kommisston die Befugnis erteilt, bei den Arbeit­gebern nach der Höhe dec Arbeitereinkommen zu forschen. Außerdem aber hat die Sozialdemo­kratie von den niedrigsten Mitteln der Terrori­sierung Gebrauch gemacht und viele Gewerbe­treibende gezwungen, gegen ihre Ueberzeugung, den sozialdemokratischen Wahlmännern zum Siege zu verhelfen."

DiePost" hält dem Berliner Freisinn einen Spiegel vor:

Der Gewinn, den die Sozialdemokratie spe­ziell in Berlin davongetragen hab erinnert an die Zeit von mehr als 30 Jahren. Damals fühlte sich die freisinnige Partei par excellence so sicher in ihrem Besitzstand in Berlin, daß ihr um so stärker der Schrecken in die Glieder fuhr, als ihr die Sozialdemokratie die ersten Wahlkreise abnahm Es ist der Sozialdemokratie im Laufe der Zeiten gelungen, der einstmals in Berlin alleinherrschenden Partei noch mehr Reichstags- wahlütze abzunehmen, auf Grund des Reichs­wahlrechts, in desien Uebertraguna auf Preußen ein beträchtlicher Teil des Linksliberalismus das Heil der Zukunft zu erblicken bisher ge­glaubt hat. Ob er es auch ferner tun wird, nach­dem die Sozialdemokratie mit Hülfe der Lüge von der Entrechtung der arbeitenden Klassen nicht ein, sondern mehrere Landtagsmandate den Freisinnigen nicht den Konservativen abgenommen hat? Das ist eine der Fragen, die sich jetzt mit Recht aufwerfen lassen."

Die freisinnige Zeitung, die nie gut zu spre­chen war auf die unsicheren Elemente in den Reihen des Freisinnns, die Sozialliberalen, nimmt auch jetzt Gelegenheit, der Partei von Eerlachs einiges ins Stammbuch zu schreiben:

Unterstützt wurde die Sozialdemokratie in Berlin von einer Reihe ehemaliger Mit­glieder der Freisinnigen Ver­einigung, die bald unter sozial­liberaler, bald unter demokrati­scher Flagge leidenschaftlich den Freisinn bekämpften. Ihre Agitation war nur geeignet und bestimmt, der Sozialdemokratie Vorschub zu leisten. Unter der Ueberschrift Freisinn gegen den Freisinn" konnten die Blätter der Sozialdemokratie mit Behagen die Kundgebungen dieser ihrerVerbündeten abdrucken und ausnutzen. Die in Frankfurt a. M. begonnenereinliche Scheidung" hat za einer schnellen Klärung der Verhältnisie geführt. Die Sezessionisten sind in die Stellung einer Hilf s- truppe der Sozialdemokratie einge­rückt. Hie und da hat ihre Tätigkeit zugleich

^Ehrlich-gesagt, ja. Ich zweifle nicht an Deinem guten Willen, mir helfen zu wollen, nur kann ich mir nicht denken, daß es Dir mög­lich ist."

So höre zu und entscheide. Du weißt, mit meiner Gesundheit ist es schlecht bestellt. Schön­burg und Buchenau haben zwar jede einen tüchtigen Inspektor, aber die Oberleitung liegt doch in meinen Händen. Und ich merke, daß diese Hände von Tag zu Tag schwächer werden. Mit einem Wort, ich brauche jemand, der hier die Zügel in die Hand nimmt. Schon lange habe ich mich im stillen nach einer geeigneten Person umgesehen, aber es ist schwer, jemand zu finden. Als ich von Dir hörte, daß Du Gernrode dran­geben mußt, da war ich so egoistisch, an mich zu denken. Du bist eine vorzügliche Akquisition für mich. Fritz, aus mehr als einem Grunde. Du bist ein tüchtiger Landwirt, ein famoser Forst­mensch, Du kennst Land und Leute hier, bist gesund' und rüstig und das ist die Haupt- sache Du hast meine Liselotte ein wenig lieb und sie Dich auch. Warum das mit so wichtig ist, will ich Dir auch sagen, damit Du klar siehst. Ich hatte kürzlich eine Konferenz mit meinem Arzt Mein Rückenmarksleiden, das mir jener unglückliche Sturz vom Pferde einbrachte, schrei­tet täglich vor; es kann unter Umständen einen sehr frühen Tod zur Folge haben. Da macht mir mein Kind Sorge. Sie ist noch kein fertiger Mensch, und ich weiß nicht, in welche Hände sie kommt, wenn ich nicht beizeiten für sie sorge. Da habe ich an Dich gedacht, Fritz. Du wärest der Mann, der als Liselottes Vormund, als ihr Schützer und Berater alle Bedingungen zu er­füllen imstande wäre. Da Du in der Lage bist, mir diese Sorge vom Herzen zu nehmen, frage ich Dich, ob Du gewillt bist, vorläufig als Ad­ministrator meiner Güter, später nach mei-

Allöland, ,.

** eine '.«sßjche Stimme zum Besuch König Eduards. Petersburg, 5. Juni. Die offiziöse Rossija" schreibt aus Anlaß der bevorstehenden Entrevue in Reval: Indern wir den Besuch des Königs Eduard warm begrüßen, sehen wir in demselben ein neues Unterpfand des festen, all­gemeinen Friedens, den Rußland unablässig zn unterstützen bestrebt Ist. Wenngleich Rußland überhoben, lange nach einer paßenden Stellung zu suchen. Je früher ich eine neue Tätigkeit Er­halte, desto leichter werde ich über die Trennung von Gernrode binwegkommen."

Dann ist ; t -lies n schönster Ordnung. Sie bleiben, bis die Antwort von Declenkamp eintrifft, selbstverständlich mein East, oder viel­mehr der Ihres Vaters, da dieser nun Hekmats» rechte auf Schönburg erworben hat."

Sie sind sehr gütig ich wäre glücklich, könnte ich mich Ihnen dankbar erweisen."

Können Sie gleich, lieber Wolf, indem Sie mein kleines Mädchen aufsuchen, die sicher höchst ungnädig gelaunt ist, daß ich sie aus meinem Arbeitszimmer verbannt habe auf die Dauer unserer Unterredung. Unter uns Liselotte tyrannisiert mich ein wenig aber ich laße es mir gefallen, da es die Tyrannei der Liebe ist. So lange ich noch bei ihr bleiben darf, will ich mich darunter beugen es ist meine einzige Freude am Leben. Also bitte, suchen Sie Lise­lotte und sagen Sie ihr, daß ich nach ihr ver­lange."

Wolf erhob sich sofort und ging hinaus. Schönburg sah ihm sinnend eine Weile nach und sagte dann halblaut:

Ein Prachtkerl, Dein Sohn wen«, meine Liselotte mal so einen zum Manne bekäme, da könnt' ich ruhig schlafen. Weißt Du was, Fritz, wenn Wolf so fünf, sechs Jahre da oben in Deelkamp gewirtschaftet hat, dann laßen wir ihn zurückkommen, er kann Dir dann beistehen und wenn es sich dann finden sollte, daß er und Liselotte sich einander zuneigen na die Freude möchte ich wohl noch erleben." i

Fritz Gernrode faßte seine Hand.

Heinrich solch einen, wie Dich, muß ma» lange suchen. Du weißt nicht, wie wohl mit. Deine Worte tun. Nicht, daß ich danach strebt.

«Nachdruck ecrbctcn.)

Liselottes Heirat.

Von H. Courths-Mahler.

k Fortsetzung.)