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Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessische Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in Kirchh ain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21. Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Marbmg

Donnerstag, 4. Juni 1908.

Die Insertion sgcbühr beträgt für di« 7 gespalten« Zelle oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. Druck und Verlag: Ich. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

43. Jahrg.

Zweites Blatt.

i

Die Notwendigkeit landwirtschaftlicher Schutzzölle

wird in denSozialistischen Monatsheften" von dem sozialdemokratischen Wirtschaftspolittker Richard Calwer folgendermaßen begründet:

England sucht nahen Anschluß an seine Kv- tonien und schafft sich dadurch ein sehr vorteil­haft Z Absatzgebiet für seine Jndustrieerzeug- niffe, während die Kolonien das Mutterland mit Getreide, Vieh und anderen Erzeugnissen der Landwirtschaft billig versorgt. Amerika aber such» aus einem ganzen Weltteil ein in sich ab- geschloffenes Wirtschtfsgebiet zu bilden, das ebenso über eine reiche Landwirtschaft wie über eine höchst entwickelte Industrie verfügt. Das englische wie das amerikanische Wirtschaftsgebiet wermag seine Bevölkerung mit billigen Nahr- sungsmitteln ebenso reichlich zu versehen wie mit Fabrikaten, deren Hersteller bis zum letzten Ar- »aüiter hinunter gut bezahlt werden. Denn so- P'.,*' .England wie Amerika verfügen neben *eine{? hochbezahlten industriellen Arbeiterschaft über eine Unmasse äußerst niedrig gelohnter Ar­beitskräfte, die namentlich in der Landwirtschaft Verwendung finden. Die Maffenfabrikation ge­werblicher Erzeugnisse ermöglicht aber auf der anderen Seite wieder einen Aufbau des Pro- duktionsapparates, deffen Leistungsfähigkeit eine hochbezahlte Arbeiterschaft garantiert.

Ganz anders liegen die Verhältnisse in Mit­teleuropa, speziell in Deutschland und, Frank­reich. Die Landwirtschaft dieser Länder ist mehr »ls tausend Jahre alt, stark verschuldet und intensiv entwickelt. Weder kann Raubbau großen Stils auf ihrem Boden getrieben wer­den, noch stehen Arbeiter zur Verfügung, die einer niedrigeren Kulturstufe angehören und entsprechend billiger arbeiten. Wenn auch in den europäischen Ländern die Landwirtschaft ge­ringere Löhne bezahlt als die Industrie, so stehen sie doch pro Erzeugungseinheit wesentlich höher als zum Beispiel in Indien, in Argenti­nien, in den amerikanischen Cüdstaaten usw. Und wo, wie in Nordamerika, die Löhne in der Landwirtschaft sehr hoch stehen, da können durch billigen Boden, Raubbau und extensiven Betrieb die Gestehungskosten noch immer so herabgedrückt werden, daß wir in Mitteleuropa nicht mitkom- 5 en können. Will Mitteleuropa aber seine 'nid'-zirtschaft, namentlich seinen Körnerbau -Kfiröi damit das wichtigste Mittel wirtschaftlicher Selbständigkeit nicht preisgeben, dann muß es dieser Verschiedenheiten in der Zusammensetzung der Produttionskosten durch seine Wirtschafts­politik Rechnung tragen."

Das geschieht bekanntlich durch die Schutz­zölle. Calwer geht noch weiter. Er plädiert für einen wirtschaftpolitischen Zusammenschluß der mitteleuropäischen Staaten gegen die immer drohender sich gestaltende amerikanische und

(Nachdruck verboten.)

Der Husar mit der Lampe.

r Novellette von Karl Murat.

Deutsch von A. Belus

Im sogenanntenGeistersaale" des großen Gasthauses zumJenseits" hielt der Spiritisten­verein eine zahlreich besuchte Sitzung. Es hai^ delte sich diesmal nicht nur darum, einen Tisch tanzen zu laffen oder Geldstücke spazieren zu machen, das waren alltägliche, d. h. bester ge­sagt allabendliche Dinge, die auf kein allge- me'nes Jntereste Anspruch erheben dursten, be­sonders deshalb, da sie schon begannen, lang­weilig zu werden.

Jetzt trat eine Baroneste als East auf. Die alte Dame, die schon oft in Sanatorien geweilt hatte, kam direkt aus der Hauptstadt, auf eigene Kosten. Sie war eine der hervorragendsten Ge­stalten bei den Spiritisten und erfreute sich all- ge:. einer Achtung bei ihnen. Das Geheimnis ihres Erfolges bestand nicht darin, daß sie Eei- stererscheinungen und -Zitierungen wistenschaft- lick besorach, sondern darin, daß immer sie die Heldi solcher Erscheinungen war und ihr immer etwas widerfahren mußte.

Si; war es, die eines sonnenhellen Wochen- taaes, pünktlich , m 12 Uhr mittags, als sie am Donauufer spazierte, am Dache der Hofburg eine» Löwen, einen Kaminfeger, einen drei- beinigen Pelikan und zwei Priester in größter Eintracht spazieren gehen sah. Diese Vision wiroelte in Spiritistenkreisen viel Staub auf, und man zerbrach sich darüber die Köpfe, was wohl diese Erscheinung auf der Hofburg für eine Bedeutung haben könnte. Man setzte aurh einen Preis auf die Lösung dieses Rätsels aus. Den Brei« ein deuticker Spiritist der bebauv-

englische Gefahr und in erster Linie für eine Annäherung zwischen Deutschland und Frank­reich. Gerade in der heutigen Zeit, da der Freihandel wieder sein Haupt erhebt und schon jetzt auf eine Umgestaltung unserer Handelsbe­ziehungen nach Ablauf der noch zehn Jahre gel­tenden Verträge in freihändlerischem Sinne hin­arbeitet, verdienen die Ausführungen desEe- noffen" Calwer Beachtung.

,/< Deutsches Reich.

Deutsche Schiffsbauausstellung in Berlin. Bei der Eröffnung der Schiffbauausstellung gestern waren außer dem Kaiser und dem König' von Schweden noch anwesend die Kaiserin, das Eroßherzogspaar von Baden, Staatssekretär von Tirpitz, Kriegsminister von Einem, Mini­ster von Rheinbaben, von Moltke, Dr. Delbrück und Dr. Holle, Staatssekretär Krätke, Feldmar­schall von Hahnke, Admiral Müller, Admiral Graf Baudissin, General Böhm, der Oberbürger­meister von Charlottenburg, der Polizeipräsi­dent von Berlin, der chinesische Gesandte, die Generale von Keffel und von Plesten und Ober­hofmarschall Graf Eulenburg. Unter den Zu­schauern befanden sich auch Marokkaner. Nach einer Ansprache von Geheimrat Busley erklärte der Kaiser die Ausstellung für eröffnet. Unter den Ausstellern befinden sich auch der Kaiser, der Eroßherzog von Oldenburg und Prinz Hein­rich von Preußen. Die Majestäten kehrten nach dem Schloste zurück. Der König von Schweden begab sich zum Frühstück nach der schwedischen Gesandtschaft und das Eroßherzogspaar von Ba­den zum Frühstück nach der badischen Gesandt­schaft.

' Urteil im Hochverratsprozetz Schiwara. Das Reichsgericht fällte im Prozeß Schiwara folgendes Urteil: Der Angeklagte Schiwara wird zu 12 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehr­verlust und Stellung unter Polizeiaufsicht ver­urteilt, fünf Monate Untersuchungshaft werden auf die Strafe angerechnet. Der Angeklagte ist für schuldig befunden des vollendeten und ver­suchten Verbrechens in fortgesetzter Handlung nach 8 1 und eines vollendeten und versuchten Verbrechens nach § 3 des Spionagegesetz. Bei der Strafzumestung erschwerend war in Betracht zu ziehen die gemeine, ehrlose Gesinnung, die der Angeklagte an den Tag gelegt hat, und die große Gefährlichkeit seiner Handlungsweise. Festgestellt ist, daß er sich von Unteroffizieren Kenntnis von geheim zu haltenden Dingen und Gegenständen verschafft hat.

Die Fahrkartensteuer. Nach derKöln. Zeitung" will man sich über eine Reform der Fahrkartensteuer erst schlüssig werden, wenn die Gestaltung der Reichsfinanzreform feststeht. Vielleicht wird man, wenn die völlige Abschaf­fung der Steuer sich nicht ermöglichen läßt, un-

tete, diese Vision bedeute einen baldigen Ein­bruch der. Kettenbrücke

Nun war jetzt die Baroneffe East des Spi­ritistenvereinsPochender Tisch", und sie trug einen Vorfall vor, den sie vor einigen Monaten erlebt. Der Titel des Vortrages war:Der Husar mit der Lampe". Wir laffen die Schilder­ung des Verhaltes folgen:

Es war am 13. November, abends gegen 10 Uhr als sich der Dame seltsame Angstgefühle bemächtigten, und sie empfand, es müßte ihr bin­nen kurzem etwas Außergewöhnliches widerfah­ren. Sie klingelte ihrer Kammerzofe und teilte dieser ihren Verdacht mit. Die Zofe, welche sich den Spiritisten fern hielt, versuchte das alte Fräulein zu beruhigen; sie behauptete, die Ba­roneffe habe zum Abendeffen Eänseleber ver­speist, diese belästige ihren Magen, und davon rührten ihre bösen Ahnungen her. Die Baro­neffe lächelte nur über diese Worte und wußte ganz bestimmt, es sei ein ungewöhnliches Er­eignis im Anzuge.

Eine andere Dame hätte sich unter solchen Umständen beunruhigt, die lange, dunkle Nacht fürchtend. Sie aber empfand keine Angst. Sie puderte ihr Gesicht ein, flocht in ihr Haar rosen­farbige Bänder, damit der Geist, im Fall er käme, sie möglichst hübsch fände. Nach diesen Vorkehrungen begab sie sich zur Ruhe und schlief bald ein.

Wie lange sie geschlafen hatte, das wußte sie nicht, doch das Bestehen der Tatsache kann man nicht' leugnen, daß sie einmal aufwachte. Sie erwachte vom kalten Luftzuge, der sie berührte und der so dumpf war, als käme er aus einem Grabgewölbe. Dieser Luftzug kam durch die halbgeöffnete Tür, in Begleitung eines Husaren, der in der Hand eine Petroleumlampe hielt. Der öuloi war aänrlick «»gekleidet, am Kopfe

ter Freilaffung der Fahrkarten bis zum Werte von 2 M einen für alle Klaffen gleichmäßigen niedrigen Stempel auf die Fahrkarten an die Stelle der jetzigen Steuer setzen.

Deutsch-französische Erenzregulierung in den Kolonien. Hauptmann Freiherr v. Seefried vom deutschen Reichskolonialamt ist in Paris eingetroffen, um mit dem französischen Kolo­nialministerium die Arbeitsmethoden für die Nachmeffung der Togo-Dahomeygrenze zu ver­abreden.

Hochschulnachrichten.

X Innsbruck, 2. Juni. Durch Verfügung des Unterrichtsministers werden sämtliche Vorlesun­gen an der Universität mittags eingestellt. Die Universität selbst ist bis auf weiteres gesperrt. Als Grund dieser Verfügung wird angegeben, daß angesichts der Wiederaufnahme der Lehr­tätigkeit von Profeffor Wahrmund schwere Ruhe­störungen zu befürchten sind.

X Berufung. Wie dieHochschulkorresp." er­fährt, ist der außerordentliche Profeffor der Nationalökonomie an der Universität Kiel Dr. jur. et rer. polit. Ludwig Bernhard in gleicher Eigenschaft an die Berliner Universität versetzt worden. Prof. Bernhard hat erst vor einigen Wochen zwei ehrenvolle Rufe (nach Tübingen als Nachfolger v. Schönbergs und nach Freiburg i. Br. an Stelle von Prof. Fuchs) abgelehnt. Der junge Gelehrte (er steht im 33. Üeb-ns- jah'-e) hat sich besonders durch sein WerkPol­nisches Gemeinwesen im preußischen Staat" einen Namen gemacht.

Wissenschaft, Arn- und Lehen.

X Erwerbungen der Königlichen Museen. Ein ganz besonderes Jntereffe für Berlin hat ein Bronzemedaillon von Pergamon eine Gabe des Generaldirektors der Museen an das Münzkabinett weil das auf der Rückseite wiedergegebene Bauwert die einzige Abbildung des pergamenischen Altars ist, die uns aus dem Altertum erhalten ist. Nach denAmtl. Ber. a. d. K. Kunstsammlungen" ist der Medaillon mntet Kaiser Septimius Severus (193 bis 211 nach Chr.), der nebst seiner Frau Julia Domi:^ auf der Vorderseite dargestellt ist, in Pergamon selbst geprägt. Die Veranlassung dazu dürfte eine damals an dem großen Aftär vor­genommene Restaurierung gewesen sein, die aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer vom Kai­ser Severus angeordneten reicheren Ausschmück­ung des Bauwerks verbunden war. Das Bild gibt die Ansicht des Heiligtums wieder, wie es sich demjenigen darbot, der auf der Altarterraffe mitten vor der Haupttreppe stand. Der perga- menische Medaillon mit der Altardarstellung, der nun eine längst schmerzlich empfundene Lücke des Berliner Münzkabinetts ausgefüllt hat, ge­hört zu den Seltenheiten, da von ihm bisher nur

den Czako, sein Säbel hing ihm an der Seite. Als er auftrat, hörte man das Klirren seines Säbels sowie das Knarren der Sporen.

Die Baroneffe richtete sich bei dieser Vision im Bette auf und harrte mit zurückgehaltenem Atem der kommenden Dinge. Es geschah zwar nichts Besonderes, denn der Husar entfernte sich, als er sie gewahrte, alsbald. Vorher aber winkte er mit der freien Hand ihr zu.

Einen Augenblick später lag das Schlafge­mach im tiefsten Dunkel und der kalte Luftzug war nicht mehr fühlbar. Nicht lange danach schlug die Uhr 12(4 Uhr es war also zweifel­los, daß der Husar Punkt Mitternacht, also in der Geisterstunde, erschienen war.

Am anderen Morgen trat die Zofe wie 'ge- ilich in das Schlafgemach der Baroneffe und stellte das Frühstück wie gewöhnlich aufs Nacht­tischchen. Außer diesem lag aber auf der silber­nen Taffe eine Depesche, woraus die Dame er­fuhr, ihr Onkel, der einst Husarenoberst gewesen, sei verfloffene Nacht etwas vor Mitternacht im 103. Lebensjahr ins Jenseits entschlummert.

Die Vorlesung, welche damit endete, erregte riesigen Beifall, und die Mitglieder desPo­chenden Tisches" gelangten nach eifrigem Gedan­kenaustausch zu der Ueberzeugung, der Husaren­oberst sei nach seinem Tode bei seiner Nichte er­schienen. Sie konnte zwar nicht ganz genau erklären, weshalb er in der Hand eine Lampe gehalten und weshalb es eben gerade eine Pe­troleumlampe gewesen. Wer kennt aber so genau den Geschmack der Abgeschiedenen?

Der Husar mit der Lampe erregte große Sen­sation, und die Baroneffe mußte ganze Monate lang umher reifen, Vorlesungen haltend. Die spiritistischen Zeitungen widmeten dieser in- tereffanten Eeistererscheinung manchen Artikel, in. er wurde selbst tu Wickern ermähnt um den

drei vollständige Exemplare in London, Pari» und Wien und ein kleines Bruchstück in Arolsen bekannt waren. Das Berliner Exemplar ist aber » seiner Art einzig, weil die Münze von einem 9 mm breiten profilierten Bronze­rahmen umschloffen ist; zwei an den Seiten in de» Rand des Rahmens eingebohrte Löcher be­weisen, daß dieser bereits im Altertum als kost­bar angesehene Medaillon einst zur Ausschmück­ung irgend eines Möbels oder Gerätes gedient hat.

Vergnügungs-Anzeiger

Kepertoir-Enttvurf der Frankfurter Stadttheater.'

Frankfurter Schauspielhaus.

Donnerstag, 4. Juni, 7(4 Uhr:Wallensteint Tod".

Freitag, 5. Juni, 7 Uhr:Ein Faliffement".

Samstag, 6. Juni, 7 Uhr:Die glückliche Gil­

berte". , 1

Samstag, 7. Juni, 7 Uhr:Die glückliche Gil­berte".

Montag, 8. Juni, 3(4 Uhr:Bei uns da drü­ben", 7 Uhr:Alt-Heidelberg".

Dienstag, 9. Juni, 7 Uhr:Ein Blitzmädel".

Mittwoch. 10. Juni, 7 Uhr:Die glückliche Eil- berte".

Unter Blüten und duftenden Rosen sitzt sich's herrlich, aber auch da kann es einem passieren, daß man sich erkältet. Aber haben Sie sich erkältet, dann brauchen Sie noch lauge mcht an Schwitzbäder, an Tee und Umschläge zu den­ken. Kaufen Sie sich einfach eine Schachtel Fghs ächte Sodener Mineral.Pastillen und sie solle« sehen, wie schnell sie wieder der Alte find. Die Schachtel kostet nur 85 Pfennige, und jede «jSsg« Apotheke, Drogerie und Mineralwafferhand- jFlne lung verkauft sie.

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Verantwortlich für die Redaktion: Dr. phil. Carl Hitzeroth in Marburg.

Unglauben der Laien zu überwinden und sie alle, in das Lager der Spiritisten zu führen. .. t

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Beiläufig um dieselbe Zeit, als die alt» Dame Vorlesungen über den Husaren mit der, Lampe hielt, erzählte August Kesches, Hu« sarenwachtmeister, mit Vorliebe folgende» Erlebnis. |

Er war eines Abends zum Nachtmahl Sei" einer Freundin, die Köchin, offiziell eingeladen. Die Freundin diente bei einer alten Dame, di« in ihren Mußestunden einen runden Tisch tan­zen ließ. Das Abendeffen war vorzüglich, ebens« gehörten die Weine der befferen Sorte an. Die Zeit, während er, Gläser leerte, rauchte und plauderte, verging schnell, und er gewahrte plötzlich, daß es schon nahezu Mitternacht war. Er erhob sich zum Fortgehen. Ueberrascht sah er, daß seine Freundin eingeschlafen, und da ihm die Wohnung nicht bekannt, befand er sich in Verlegenheit.

Er konnte zwar die Köchin wecken, er dachte aber: die Süße möge nur schlafen; er suchte den Ausgang allein. Er nahm die Küchenlampe in die Hand und trat Über die Schwelle des Zim­mers. Anstatt aber auf den Korridor zu gelan­gen, betrat er das Schlafgemach der alten Dame, die natürlich erwachte, sich im Bette aufrichtete und ihn verwundert anstarrte.

Einen Moment lang.war der Husar ver­wirrt, dann wandte er sich zurück. Damit di« Baroneffe nicht erschrecke und die Hausbewohner nicht erwachten, winkte er ihr beruhigend mit der Hand, als wolle er sagen, es sei nicht» an der Sache und sie solle sich beruhigen.

Aus dem Schlafgemache der Dame eilte er zu seiner Freundin, die er nun aufweckte und die ihm nun den Ausgang zeigte. Seitdem ist der Husar sehr vorsichtig, und ist ihm eie fltek

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