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MrMH Z dtitnij mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbmg und Kirchham m>» K-itag-n-.Merarifch» A-r-ig-r".r-udmirtschastlich. Keil-,-« nn»lM«ßrterte< S-uutar-bl-tt«.

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JwO 1^7 Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21. Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Marburg

Sonntag, 31. Mai 1908.

Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

43. Jahrg.

Der heutigen Nummer liegt Kreisblatt Nr. 44 a für den Kreis Kirchhain bei.

Erstes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter.

Rückblick.

Das Ereignis der Woche, hinter dem alle Anderen Vorgänge -auf dem großen politischen Theater zurücktreten, ist der Besuch des franzö- fischen Präsidenten Fallitzres am Hofe König Eduard VII. Eine Fülle von Betrachtungen über den Verlauf und den Wert dieses bedeut­samen Aktes aus berufener, aber vielmehr noch aus unberufener Quelle ist auf das deutsche und ausländische Publikum herniedergegangen, daß es ihm schwer fallen dürfte, sich daraus ein einigermaßen zutreffendes Bild zu machen. Aus dieser Fülle wollen wir uns eine französtschs Kritik herausnehmen, weil sie, ein seltener Fall, 'sehr kühl und skeptisch über den bereits von Eambetta angestrebten Jdealzustand einer fran­zösisch-englisch-russischen Allianz urteilt, der vielen Franzosen jetzt gekommen zu sein scheint. DerEclair" schreibt sehr vernünftig:

Wir haben oft erwähnt, daß das französisch- russische Bündnis, solange es fest war, für die beiden Nachbarn Deutschlands vollste Sicherheit nach sich zog. Ein erkaltetes oder die rasche Handlung verschmähendes Rußland läßt uns keine bestimmte Stütze mehr für den Fall er­hoffen, da das europäische Gleichgewicht ge­brochen würde. , England, das ist leicht zu er­sehen, betrachtet Frankreich immer mehr als Vasallen. Sogar die Idee eines Handels-Ver­trages, in dem wir fast die Rolle einer britischen Kolonie spielen würden, hat nichts Beruhigen­des. Wir dürfen nicht vergeßen, daß, wenn die Manöver Clemeuceaus und Eduards VII Wil­helm II. nach Nancy führten, nicht das englische Heer uns beistehen würde. Werden wir aber das ganze russische Heer für uns haben, wenn Nikolaus II. mit Eduard VII. liebäugelt? Das ist die große Frage!

Wenn sich schon im Kopfe der so überschwäng­lich veranlagten Franzosen das Bild des neuen Freundesbundes in dermaßen eingeschränkten Umrissen widerspiegelt, so brauchen auch wir es nicht anders zu betrachten. Und der bevor­stehende Besuch Eduards VII. am Zarenhofe wird in dieser Betrachtung ebenfalls nichts ändern.

Die feste Haltung unserer Reichsregierung in der Marokkopolitik, von der wir das letzte Mal berichteten, hat bereits gute Früchte getragen.

Zwei Schrcckenstage für Hamburg.

Von L. Müller.

In denMarburger Anzeigen" von 1814 wrid über folgendes Unglück berichtet, welches die Bewohner Hamburgs 1814 betroffen hatte.

Nack der Besetzung Holsteins von den Trup­pen der Nordarmee wurde um Mitte Dezember 181L' Hamburg mit Einschluß von Altona durch ru'lische Armeekorps nach jeder Richtung zu bis auf eine Stunde Entfernung eingeschlossen. Llrona, auf der Glacis der Festung liegend, war weder von französischen noch russischen Truppen besetzt durch letztere aber von dem übrigen Hol­stern 'strenge abgeschnitten. Die Bedrückungen der unglücklichen Bewohner von Hamburg waren schrecklich. 48 Millionen Strafkontribu­tion hatten sie bezahlt, der Betrag von 1\'2 Milli­onen Banknoten wurden der Bank von den Franzosen geraubt, die geleisteten Requisitionen betrugen über 40 Millionen Franken, auf 750 Tosten um die Wälle herum wurde aller. r.ieder- ge'issen und abgebrannt, wie auch 61 Häuser von Hamm, eine Verproviantierung von 9 Monaten wurde der Bevölkerung auferlegt.

Die verschiedenen Ziviladministrationen, als Regie, Post, Polizei, Douane, wurden zu gewalt­samer' Verproviantierung gezwungen, besonders in den Dörfern um Hamburg herum, wodurch die Landleute mit bewaffneter Hand aufs Grau­samste ausgeplüdert wurden. In der Weihnachts- wochs wurden ausgedehnte Maßregeln getroffen, alle Vorstädte und Vordörfer wurden nach 8-stün- diger Ankündigung abgebrannt. Der Hamburger Berg, 6000 Einwohner enthaltend, die Reper- bahn, das Schulterblatt, der Rosenhof, Schäfer­kamp, die herrlichen Landhäuser an der Alster,

Der französische Botschafter Jules Cambon hat dem Staatssekretär v. Schön di« neuen Instruk­tionen mitgeteilt, die dem General d'Amade er­teilt worden sind. In diesen wird ausdrücklich angeordnet, daß das Schaujagebiet allmählich zrk räumen ist und nur einige Posten zurückgelassen werden dürfen, die von französischen und marok» kantschen Truppen gemeinsam gestellt werden. Wenn die Instruktion an sich nicht zu viel sagen will, und alles von ihrer Ausführung abhängt, so ist doch immerhin bemerkenswert, daß Frank­reich offiziell den Rückzug aus marokkanischem Gebiet antritt. Bleiben wir weiter fest und dringen auf strikte Beachtung der Algeciras- akte, so werden die Franzosen, trotz der letzten Besuche, allmählich dem Innern Marokkos den Rücken kehren und sich auf die ihnen zugewie­senen Aufgaben beschränken.

Der unsichere Kantonist tm deutsch-öster- reichisch-italienischen Dreibund Italien, vermag auch jetzt seinen Charakter nicht zu verleugnen. Das ersteht man wieder aus den Kommentaren, die seine Presse zu den Besuchen Fallitzres und Eduards liefert, und in denen von einem eng- lifch-rustischen Vertrage nicht nur über die Balkanfragen, sondern auch über alle euro­päischen Fragen gesprochen wird, demgegenüber alle anderen Verträge nicht mehr ins Gewicht fielen. Oder aber sie feiern in begeisterten Worten die Londoner Feste, denenItaliens Seele nicht fernstände".

Rußland, das sich rüstet, Englands König festlich zu empfangen, steht bisher noch unmittel­bar unter den Nachwirkungen der Revolution, die seine Kräfte bis aufs äußerste erschöpft hat. Erst kürzlich hat das Petersburger Militär­gericht elf Mitglieder der Kampfesorganisation der Sozialrevolutionäre zu den schwersten Stra­fen, darunter vier zum Tode durch den Strang, wegen Mordes und anderer terroristischer Ge­walttaten verurteilen müßen. Unter einem glücklichen Stern findet daher der englische Be­such nicht gerade statt und dürfte wohl auf bei­den Seiten eine rechte Festesfreude kaum auf­kommen laßen.

Auch die Türkei hat unter inneren Schwie­rigkeiten zu leiden, da zwischen Muhamedanern und Armeniern besorgniserregende Streitig­keiten ausgebrochen sind, die dem rußischen, dem englischen und dem französischen Botschafter wie­der einmal Gelegenheit gegeben haben, ernst­liche Vorstellungen zu erheben, dazu komm* noch, daß in Kleinasien wie im Vorjahre bittere Not herrscht, die bereits zu Meutereien bei den Truppen geführt hat. Doch wird die Pforte, wie stets bisher, der dringendsten Not abhelfen, und dadurch ihre treuen Soldaten beruhigen.

Von den militärischen und maritimen Un­ternehmungen der Vereinigten Staaten von Nord-Amerika hatte in der letzten Zeit nichts so sehr die allgemeine Aufmerksamkeit und Bewun­derung erregt, als die Reise der amerikanischen Flotte, die bisher im Atlantischen Ozean sta-

hatten das Schicksal, oft ohne militärische Ur­sache. Später folgte dem Brande nach Harvste- hude, Eimsbüttel, ein Teil des großen Teichs und der Cärtnerstraße. Am Weihnachtstag bis Neujahr wurden die Einwohner ausgewiesen und zwar erst die Jüngeren als die Gefährlich­sten, dann folgten die Alten und Schwachen als Verzehrer. Des Nachts brachen Soldaten und Häscher in die Häuser ein, rißen die Unglück­lichen aus den Betten, erlaubten ihnen sich kaum anzuziehen, sperrten sie bis zum Tagesanbruch in die Kirchen und jagten sie so mit Tausenden zum Tore hinaus, Hab und Gut wurden den Soldaten zum Raube überlaßen. Das Waisen­haus wurde ausgeräumt und 400 Kinder aus dem Dammtore nach Eppendorf getrieben, man fuhr ihnen fpottweise einen Silberbarren von 3750 Courant zur künftigen Ernährung nach. Die Kriminalverbrecher aus dem Spinn- und Zuchthauss wurden nach Lübeck transporttert.

Aus den Armenhäusern und Hospitälern wurden die Alten herdenweise vor das Altonaer Tor getrieben, mit ihren Festkleidern angetan wantten die Schwachen dahin, darunter vier Personen nahe hundert Jahre alt, einer Kälte von 19 Grad ausgesetzt. Es gab Szenen, die t selbst französische Gendarmen zu Schauder und Abscheu bewegten. Nun kam die Reih an die Kranken^ auf einer Menge Wagen wurden sie durch Polizeibediente nach Altona gefahren. Da hier wegen Sperrung des Holsteinschen äußerster Mangel an Lebensmitteln, Feuerung und Stroh eingetretrn war, versuchte man die Wagen zurückzuweisen, was die Folge hatte, daß die Elenden vor dem Tore auf der Sraße abge­laden wurden.

In der Neujahrsnacht gab Prinz von Eckmühl Befehl zum Abbrennen des außerhalb der Stadt

tjoniert war, nach der Westküste. Doch auch im Osten wollen die Amerikaner zeigen, daß sie militärisch ganz auf der Höhe find. So haben jetzt große vereinigte Land- und Seemanöver an der ganzen Osiküste begonnen, die unter der Leitung des Generalmajors Grant, eines Sohnes des großen amerikanischen Heerführers, stehen und einen bisher in Amerika noch nicht dagewe­senen Umfang annehmen sollen.

S. Deutsches Reich.

Der Eroßherzog von Bade« in Berlin. Wildpark, 29. Mai. Der Eroßherzog und die Großherzogin von Baden trafen um 8 Uhr 25 Min. auf der Wildparkstation ein. Der Kaiser und die Kaiserin, Prinz und Prinzeßin Eitel Friedrich und die Prinzeßin Viktoria Luise waren kurz vor dem Eintreffen des Zuges auf dem Bahnhofe erschienen, ebenso der badische Gesandte Graf v. Berckheim mit seiner Gemah­lin. Nach der Vorstellung des Gefolges begaben sich der Kaiser und der Eroßherzog in dem einen, die Kaiserin und die Großherzogin in einem zweiten Automobil nach dem Neuen Palais.

Das Staatministerium trat gestern unter dem Vorsitz des Fürsten Bülow zu einer Sitzung zusammen.

Vom Bundesrat. In der heutigen Sitz­ung des Bundesrats wurde den Entwürfen der auf Grund des neuen Börssngefetzes zu erlaßen­den Bekanntmachungen betreffend di« Zulaßung von Vörsentermingeschäften in Anteilen von Bergwerks- und Fabrikunternehmungen, sowie betreffend den börsenmäßigen Zeithandel in Ge­treide und Mehl, an der Produktenbörse in Berlin die Zustimmung erteilt.

Veröffentlichung. DerReichsanzeiger" veröffentlicht das Quellenschutzgesetz vom 14. Mai 1908.

Aufhebung des Ausfuhrverbotes von H«u aus Holland. Der Regierungspräsident von Düßeldorf veröffentlicht nach demReichsanz." die Aufhebung des Ausfuhrverbots für Heu und Stroh aus Holland. Die Anordnung tritt am 1. Juni in Kraft.

Vom Roten Kreuz. Dresden, 29. Mai. In der Schlußsitzung der Deutschen Landes­vereine vom Roten Kreuz sprachen u. a. General v. Viebahn über die Versorgung des männlichen Personals der freiwilligen Krankenpflege in Krieg und Frieden, Generalarzt Dr. Körting über die künftige Ausbildung der Mitglieder der Sanitätskolonnen auf Grund der neuesten Vorschriften. Generalmajor z. D. Hoffmann referierte über den Rettungsdienst bei den bay­rischen Sanitätskolonnen. Der Vorsitzende, Kammerherr von dem Knesebeck, wies auf die großen Unzuträglichkeiten hin, welche dadurch entstanden sind, daß sich beim Ausbruch eines Krieges auch solche Vereine, welche nicht aus­drücklich zur U terstützung des Kriegs-Sanitäts­dienstes zugelaßen find, mit Sammlungen zu­

gelegenen Krankenhofes, welcher so schnell aus­geführt wurde, daß eine Anzahl Kranke ver­brannt wäre, hätte sich der Magistrat von 911= to**a nicht ihrer erbarmt; dieselben wurden in der Nacht im tiefen Schnee auf das benachbarte Heiligengeistfeld geworfen, wo man sie liegen ließ, bis Wagen kamen, um sie abzuholen. Dar­unter befanden sich solche, welche das Nerven­fieber hatten, wahnsinnig und blind waren. Sie wurden nach Eppendorf gebracht, wo man von den 800 Kranken nicht unterrichtet war, dort lagerte man sie noch drei Tage nach ihrer An­kunft auf der Straße, während welcher Zeit das Dorf von den Rußen mit Sturm genommen wurde. Die Zahl der aus Hamburg Vertrie­benei: betrug 26 000, während weitere 20 000 obdachlos waren und noch immer dauerten die Austreibungen fort. In langen Zügen sah man diese Unglücklichen, von Kosaken geführt, ihren Weg nach Bremen oder Lübeck nehmen. Meilen­weit sah man auf der Landstraße Alte und Kin­der allen Standes halbverhungert und erfroren umherirren, es bedarf keiner Schilderung des Elends, es war namen- und beispiellos!

Am 5. Januar 1814 war die Elbe zugefroren und der weitere Transport nach Bremen un­tunlich. An diesem Tage trat die Blockade Al­tonas durch russische Truppen ein und mit dieser gänzlicher Mangel an Lebensrnitteln, da in Altona sich an 10 000 Ausgewiesene befanden, welche alle gespeist wurden. Mehrere Tausend Hamburger waren in Bremer Lagerhäusern untergebracht, ebenso hatte sich in Lübeck eine Kommission gebildet, welche für die Ausgewie­senen sorgte, Bergedorf und Buxtehude teilten ihre letzte Habe mit ihnen. Wer dieses Bild dctr strengen Wahrheit gemäß fortdauernden Sammete gelesen, wird gern, wenn «r kann, zur

gunsten der verwundeten und kranken Soldaten und ihrer Hinterbliebenen befaßten und auf diese Weise die Sammeltätigkeit des zu diesem Zwecke ausdrücklich berufenen Roten Kreuzes ungünstig beeinflußten. Der kaiserliche Korn- mißar, Fürst zu Solms-Baruth, wies darauf hin, daß die Landesvereine vom Roten Kreuz zur Verhütung derartiger (Eingriffe in die ge­setzlich verbrieften Rechte des Roten Kreuzes jedesmal bei Beginn riner kriegerischen Aktion die Bevölkerung darüber aufklären sollten, daß das Rote Kreuz die berufene Stelle sei zur Er­gänzung des kriegerischen Sanitätsdienstes bei, zutragen, und daß also Gaben ihm zuzuführen feien. Hierauf schloß der Vorsitzende die Be- ratungen mit dem Danke an die Anwesenden für ihre Beteiligung.

Die Elektrisierung der bayrischen Bahnen, München, 29. Mai. Der Finanzausschuß Lex Abgeordnetenkammer bewilligte die gefordertes Summen für den elektrischen Betrieb auf der Linie Salzburg-Freilassing, Bad Reichenhall- Berchtesgaden und für die Ausnützung del Waßerkraft der Saalach, ferner für den elektri­schen Betrieb auf der Linie Earrnisch-Mitten- wall>-Scharnitz und Garmisch-Griesen. \

Aus Sachsen. Dresden, 29. Mai. Bei bet Beratung des Justizetats in der Zweiten Kam­mer erklärte Justizminister Dr. Otto zu der Frage der Jugendgerichte, das in dieser Hinsicht Geforderte sei eine Sache minder Bedeutung. Es handle sich jetzt nur darum, ob man den Strafrichter zugleich mit den Funktionen befl. Vormundschaftsrichters betrauen wolle und ob man die Vereine für Jugendfürsorge heran­ziehen wolle. Das was not tue, sei eine ganz besondere Auswahl der Schöffen, dft Begrenzung der Oeffentlichkeit, sowie eine Regelung oer Verteidigung.

Telegraphenzeugämter. Das Anwachsen des Fernsprech- und Telegraphenbetriebes hat seit einigen Jahren dazu geführt, die Mate­rialienverwaltungen am Sitze der Oberpostbirek- Honen mit den Apparatewerkstätten zu sogen. Telegraphenzeugämtern zu vereinigen. Di« vereinigten Dienststellen haben sich nach und nach zu einer Einrichtung ausgewachsen, welch« der Verwaltung Gelegenheit gibt, die tüchtige­ren Mechaniker zu befördern und in ein höhere» Diensteinkommen aufrücken zu laßen. Den Zeug­ämtern sind wegen des Wertes der Bestäub«! jetzt überall besondere Beamte (Telegraphen­mechaniker) zugeteilt worden, welche die Bes ZeichnungLagerverwalter" führen und ein Ess halt von 1500 bis 3000 M beziehen. Mechaniken die ein höheres Maß von Kenntnißen in des Apparat- und Materialienkunde besitzen, wev den in diese Dienststellungen befördert. I

Di« Angelegenheit Eulenburg. Wie dis N. E. C." hört, strebt die Staatsanwaltschafs es an, das Verfahren gegen den Fürsten Philips zu Eulenburg noch in der gegen Ende Juni bq ginnenden Schwurgerichtsperiode zur Aburteil

Hülfe und Linderung dieser Unglücklichen bei tragen. Den Verlust der Stadt schlägt man au 57 Millionen Mark an.

Es war am Donnerstag, 5. Mai 1842, an Tage der Himmelfahrt, eine Stunde nach Mit ternacht, als die Feuerglocken der alten Hansa stadt erhallten. Es brannte im Nikolaikirchspiel in der Deichgasse. Ein verjährtes Vorurteil überkommen aus alten Zeiten, als wären dis Feuerlöschanstalten in Hamburg die besten des Welt, ließ die Bürger ruhig schlummern, ödes das Feuerzeichen als einen unnützen Lärm bq trachten. Diese blinde Zuversicht ließ die Vs wohnet'Hamburgs selbst da noch nicht an dis furchtbare Größe des nahenden Unglücks glaus ben, als wenige Stunden nach dem Ausbruchs des Feuers ein Südwind sich erhob und di« Flammen an einen Speicher trieb, in dem fiq hunderte von Kisten mit Schellack befanden unH alsbald einige andere mit Steinkohlen und Tee« angefüllte Gebäude ergriffen ' wurden. Doch als die Flammen aus den Speichern des Röding- marktes emporschlugen, schwand die töricht« Sicherheit und man suchte nun mit vereintet Kraft sich des verheerenden Elementes zu et« wehren. Doch man war der Gefahr nicht mehr gewachsen, es war zu spät. Das Feuer, welche, bereits in verschiedenen Straßen aufleuchtete,; teilte das Zusammenwirken der Löschmannschaf­ten. In die Kanäle war brennendes Oel untz Spiritus gefloßen, so daß diese in einem, Flammenmeer standen und dieses Maßet, brauchte man zum Löschen. Einige Stunden vor Mittag standen die Häuser und die hölzernen Fleischerständer des Hopfenmarktes in Flammens und die Flammenwogen näherten sich der Ni- colaikirche. Der Himmel wat mit dichten Rauch­wolken bedeckt. Die Bevölkerung HambuxÄz